Posts mit dem Label Party werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Party werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 23. April 2015

Glückskekse selber machen: Einmal quer durch alle Gefühlslagen

Jeden Montag lädt die Geschäftsführung zum gemeinsamen Mittagessen in ein asiatisches Restaurant und es ist zum Habitus geworden, dass der dort erlangte Glückskeks über Gedeih und Verderb zumindest des folgenden Nachmittags entscheidet. Als ausgefuchste Glückskeksspezialisten haben wir natürlich sofort gemerkt, als der Lieferant gewechselt wurde: Die Glückskekse waren nicht mehr so knusprig. Die Sprüche haben nachgelassen. Und mindestens 3 Personen am Tisch hatten denselben. Nicht besonders einfallsreich für einen Glückskeks: „Du bist ein glücklicher Mensch.“ So viel Glück auf einen Haufen? Na, wir wollen mal nicht gleich übertreiben. Um wieder ein bisschen Schwung in den Montagnachmittag zu bringen, habe ich eines schönen Sonntagmorgens gedacht: Überlege dir (oder klaue aus dem Netz) lustige Sprüche, backe Glückskekse und verhelfe deinen Arbeitskollegen endlich wieder zu mehr Orientierung im Leben! 

Glückskekse selber backen

Gesagt, getan. Rezepte für selbst gemachte Glückskekse gibt es im Internet ja zuhauf, die meisten unterscheiden sich aber nicht großartig voneinander und beinhalten Eiweiß, Puderzucker, Butter und Mehl. Ich habe mir für meinen Versuch hier eines der am meisten in einschlägigen Kochforen und Rezeptdatenbanken vertretenen Rezepte ausgesucht. 
Doch dann: Kaddaschdroof!!! Denn leider muss man sagen, einfach locker ein paar Glückskekse aus der Hüfte schütteln is´ nicht. Ich habe schon ziemlich lange nichts mehr gebacken, das bei den erstEN VersuchEN so dermaßen daneben gegangen ist. Ich habe auch schon an dem Rezept gezweifelt, aber es gab einfach so viele gleiche oder zumindest sehr ähnliche Rezepte, dass es doch bitte einmal ein leibhaftiger Mensch geschafft haben muss, so einen kleinen schnuckeligen Keks zu backen! Vom allerersten Versuch gibt es leider nicht mal ein Foto (stellt euch einen dezent gebräunten Klumpen Teig vor, aus dem ein Papierfetzen ragt), die Glückskekse der Bleche 2 und 3 sahen in etwa so aus wie der untere Keks auf dem vorletzten Foto und erst dann näherte ich mich allmählich dem an, was man unter einem gemeinen Glückskeks versteht. Es erfordert also schon ein bisschen Geduld, Konzentration und vor allem Schnelligkeit, um ein akzeptables Ergebnis zu bekommen. Wenn man den Dreh dann jedoch mal raus hat, läuft es wie am Schnürchen. Und so setzte nach der Achterbahn der unschönen Gefühle doch noch das große Grinsen ein, als der erste perfekte Glückskeks in das Tütchen wanderte.



So, bevor es nun also an das klassische (Allerwelts-) Glückskeksrezept geht, habe ich hier nochmal die wichtigen Punkte zusammengefasst, auf die es meines Erachtens beim Backen ankommt. Superwichtig für die Zubereitung von selbstgemachten Glückskeksen ist also folgendes:

  • Kreise einzeichnen ist ok, aber ich spare mir das in Zukunft, denn wenn ihr einfach einen „guten“ Teelöffel Teig gleichmäßig etwa 1-2 mm dick auf dem Blech verteilt, passt es wunderbar. 
  • Der Teig muss allerdings wirklich gleichmäßig verteilt werden, der Rand darf auf keinen Fall dünner sein als der Rest, sonst droht ein Blech für die Tonne. Das Verteilen klappt am besten, wenn ihr mit der Rückseite eines Teelöffels von innen nach außen „Kreise zieht“. Das auf dem Foto neben dem Bleistiftkreis ist noch nicht gut verteilt. ;-)
  • In den meisten Rezepten wird geraten, die Glückskekse so lange zu backen, bis der Rand gebräunt ist. Das stimmt im Prinzip auch, aber hier ist tatsächlich nur ein Hauch dezente Bronzage gemeint, sonst werden sie ruckzuck hart und der Rand hält nicht mehr zusammen.
  • Vergesst Spatel oder ähnliches, ein einfaches Messer ist perfekt, um die dünnen Kekse vom Backpapier zu lösen.
  • Ohne Nachbacken der eigentlich schon fertig gefalteten Glückskekse hat es bei mir nicht funktioniert und die Kekse blieben weich. Also unbedingt nochmal eine kleine Extrarunde im heißen Backofen!
  • Wenn ihr die Sprüche von Hand schreibt, nehmt einen möglichst wasserfesten Stift, keinen Füller oder normale Filzstifte. Wenn ihr sie druckt, ist Schriftgröße 6-8 je nach Schriftart passend.
  • Bedenkt, dass man nur schwer kennzeichnen kann, welcher Spruch in welchem Glückskeks landet. Wenn ihr also lustige Schenkelklopfer für die Arbeitskollegen vorbereiten wollt, achtet darauf, dass an diesem Tag nicht gerade der Typ vom Datenschutz da ist und auch einen Keks will. „Ein jeder ist seines Glückes Schmied - doch nicht jeder hat ein schmuckes Glied“ und „Trinke Wasser um deine Leber zu überraschen“ sagen zum Beispiel nicht jedem zu. Hihi. :-)
Sprüche für Glückskekse


Hier kommt das Rezept für etwa 18 selbst gemachte Glückskekse

Zutaten:
40 g Butter
3 Eiweiß
eine Prise Salz
60 g Puderzucker
60 g Mehl

18 kleine Zettelchen mit Glückskekssprüchen

Zubereitung:
Die Butter in einem kleinen Töpfchen erhitzen und langsam schmelzen, aufpassen, dass sie nicht bräunt. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Eiweiß mit einem Schneebesen leicht schaumig rühren, aber auf keinen Fall steif schlagen. Eine Prise Salz und den Puderzucker dazugeben und verrühren. Mehl dazusieben, unterrühren und die geschmolzene Butter zufügen, alles gut miteinander verrühren. Jetzt solltet ihr einen sehr zähflüssigen Teig haben. Ofen auf 180° vorheizen.

So, jetzt kommen die ominösen Backpapierkreise - wenn ihr sie denn braucht.
Auf die Rückseite eines Backpapiers zeichnet ihr drei ca. 8 cm große Kreise. Es empfiehlt sich, immer maximal 3 Glückskekse auf einmal zu backen, sonst werden sie zu schnell hart. Ich habe für meinen ersten Versuch einen Deckel von den mittelgroßen IKEA-Vorratsdosen genommen, der hat 9 cm Durchmesser, hab dann halt ein bisschen freigelassen. Das Backpapier dann mit der unbemalten Seite nach oben auf ein Blech legen, den sonst habt ihr nachher „Stift“ mit in euren Glückskeksen. Für die Glückskekse in jeden Kreis einen ordentlichen Teelöffel Teig geben und glatt streichen, bis der Teig etwa die Größe des Kreises hat. Später habe ich keine Kreise mehr gezeichnet, sondern 1 TL Teig einfach gleichmäßig verstrichen.
Die Glückskekse etwa 5 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Die Ränder sollen ganz leicht braun werden, aber wirklich nur einen Hauch.

Selbstgemachte Glückskekse

Und ab jetzt ist Action angesagt! Schnell, schnell! Zieht das Blech aus dem Ofen und löst den ersten Glückskeks mit Hilfe eines Messers vom Backpapier. Einen gefalteten Zettel leicht neben die Mitte des Glückskeks legen (Achtung, nicht andrücken, er verbindet sich sonst mit dem Keks) und den Keks zu einem Halbkreis zusammenklappen. Drückt die Ränder schön fest an, nur nicht da, wo der Zettel liegen könnte (spätestens hier merkt ihr übrigens, wenn eure Ränder zu knusprig geworden sind, dann halten sie nämlich nicht mehr zusammen, alles im Eimer, nächstes Blech, juhu!). Nun den Keks sofort mit der Mitte der langen geraden Seite über den Rand eines großen Glases oder einer schmalen Schüssel stülpen, so bekommen die Glückskekse den typischen Knick. Mit den restlichen zwei Kreisen ebenso verfahren. Nachdem sie etwas ausgekühlt sind, erneut in den Backofen geben und auf jeder Seite noch einmal 2 Minuten nachbacken. Dann auf einen Rost oder Teller legen und vollständig auskühlen und trocknen lassen. Dann sind sie hart. Und erst dann dürfen sie ins Tütchen. Nach und nach aus dem restlichen Teig auf diese Art weitere Glückskekse backen.

Selbstgemachte Glückskekse - einfaches Rezept


Verpackt habe ich die Glückskekse übrigens in kleine leicht transparente Tütchen, ich kenne sie als Apothekertütchen oder Samentütchen, gibt´s bei Ebay für etwa 5 Euro/100 Stück. Sie eignen sich für alle möglichen Kleinigkeiten und mit Washi Tape sieht es auch noch hübsch aus.

Was natürlich besonders toll an selbst gemachten Glückskeksen ist: Sie schmecken nicht nur besser, sondern ihr könnt die Sprüche auch wunderbar auf diejenigen auslegen, die sie später futtern dürfen. Ich finde das eine sehr tolle Idee für Partys, Hochzeiten, Familenfeschtle oder auch als Mitbringsel für liebe Freunde. Aber: Ob ich für eine große Party 100 Glückskekse selber backen möchte …?

Ich zitiere zum Schluss lieber den wissenden Winfried, der auf brigitte.de den wohl hilfreichsten Kommentar zum Gelingen der Glückskekse verfasst hat:

„Wieso selber backen? Im Asia-Shop kann man die Kekse (gebacken in Deutschland!) kaufen - mit einer Pinzette das Sprichwort entfernen und ein passendes, selbst gefundenes, evtl. geschriebenes hineinstecken. GÜNSTIG - PRAKTISCH - KREATIV“

Mal ganz ehrlich: Wo er Recht hat, hat er Recht. :-)

Rezept für selbstgemachte Glückskekse



Ich wünsch euch was, bis bald! 

Mittwoch, 4. Februar 2015

Chili con Carne: Was Mexikaner mit Garn so alles machen

Heidewitzka, schon wieder ein abgeluchstes Rezept! Zum unmexikanischsten aller mexikanischen Eintöpfe (weil Chili con Carne ja angeblich gar nicht aus Mexiko stammt) hatte ich bisher eine etwas seltsame Assoziation. Das liegt daran, dass Teile meiner Familie die Aussprache einen winzig kleinen Hauch verbadisiert haben: „Chili con Gaaan“.
Als Kind war das „Garn“ im Chili für mich also ein unverständliches Mysterium, das mich zu wilden Spekulationen über die Etymologie des Begriffs und den Verstand der Mexikaner verführte. Ich dachte mir komische Geschichten aus, in denen Mexikaner Töpfe voller Chili mit drahtseildickem Garn am Sattel ihrer störrischen Esel festbanden, und hatte einfach keine Ahnung, wie man einem so guten Gericht einen so bescheuerten Namen geben konnte. Heute weiß ich natürlich nicht nur, wie es richtig heißt, sondern auch, dass mein bisheriges Chili con Carne-Rezept doch nicht so spektakulär war, wie ich bisher gedacht habe. Denn seit ich das Chili von meinem Freund gegessen habe, bin ich um ein Gericht, bei dem meine Augen vor Verzückung zu Platztellern (jajaa, in Herzchenform) werden, reicher. Und in Bezug auf das Ausplaudern der bis dato von ihm penibel geheimgehaltenen Rezeptur, wirkt eine Tüte Haribo-Schlümpfe manchmal Wunder ... ;-)
Ach und übrigens: So doof ist die Idee mit Garn im Chili con Carne gar nicht, es könnte euch sogar einen echt miesen „Fehlbiss“ ersparen, wie zum Beispiel hier bei der Pizza Hawaii.



Hier kommt das Rezept für Chili con Carne aka Garn aka Carlo (siehe unten): 

Zutaten für 4 Personen (ähm ... zwei ;-)):
 
500 g Rindfleisch
3 rote Zwiebeln, gehackt
2 EL brauner Zucker
1 EL Chilipulver (je nach dem wie scharf es ist, variiert hier ein bisschen)
15 g grob gehackte sehr dunkle Schokolade (mind. 80%, ansonsten ersatzweise 1 EL ungesüßtes Kakaopulver)
1 TL Oregano
1,5 gestr. EL Kreuzkümmel
1 TL Koriander, gemahlen
1 TL Niora (das ist sehr erdig riechende getrocknete Paprika, ist jedoch optional und nicht total schlimm, wenn es fehlt)
1 TL Salz
30 ml Öl
500 g Hackfleisch vom Rind
2 Dosen á 400 ml (Abtropfgewicht etwa 240g) gehackte Tomaten
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
etwa 100g Tomatenmark, das ist ca. 1/2 Tube
250 ml Schwarzbier
200 ml starker Kaffee (das hochheilige Procedere für die perfekte Stärke zumindest mit unserer Kaffeemaschine ist: 2 Espressi mit normalem Kaffee auf 200 ml auffüllen)
200 ml Rinderbrühe
1 getrocknete Chilischote
3 Dosen schwarze oder braune kleine Bohnen, abgewaschen und abgetropft 




Zubereitung Chili con Carne:
Rindfleisch mit einem großen scharfen Messer in feine Würfelchen schneiden. Das dauert. ;-)
In einer Schüssel die Rindfleischwürfelchen mit den gehackten Zwiebeln gut vermengen. Ihr müsst es richtig fest durchkneten, am besten mit den Händen, damit der Zwiebelsaft austritt und sich mit dem Rindfleisch vermischt. Lasst es euren Kerl machen und schaut ihm dabei auf die Oberarme ... uh yeahhh! 

Jetzt bereitet ihr die Gewürzmischung vor: Braunen Zucker, Chilipulver, Schokolade, Oregano, Kreuzkümmel, Koriander, Niora und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen.
Öl in einem großen Topf erhitzen, Hackfleisch anbraten, nach etwa 2 Minuten Rindfleisch mit Zwiebeln dazu geben und etwas anbräunen. 1 Dose gehackte Tomaten, Knoblauch, Tomatenmark und die Hälfte der Gewürzmischung dazugeben und verrühren.

Wenn es ein bisschen eingekocht ist, Bier, Kaffe, Brühe, Chilischote, die verbleibende Dose gehackte Tomaten und den Rest der Gewürzmischung dazugeben. Gut unterrühren, aufkochen lassen und dann bei schwacher Hitze etwa 1 1/2 Stunden leise köcheln lassen. Wir machen das mit Deckel, lassen ihn aber einen kleinen Spalt offen. Ab und zu umrühren. Nach etwa 45 Min. mal probieren und abschmecken, ggf. jetzt schon etwas nachsalzen. Wenn das Chili con Carne etwas zu sehr einkochen sollte, einfach etwas Brühe oder Bier nachgießen, wenn es zu flüssig ist, entfernt den Deckel und lasst es etwas stärker einkochen. Zum Schluss die schwarzen Bohnen zugeben und unterrühren, etwa eine halbe Stunde weiterköcheln lassen. That´s it!



Übrigens: Mein Rechtschreibprogramm macht aus Chili con Carne immer Chili con Carle - aus dem gedanklich innerhalb von Sekunden Chili con Carlo wurde. Ob Chili con Carne nicht vielleicht doch ursprünglich aus Italien ... ? ;-)

Dienstag, 17. April 2012

Alles auf einmal: Schoko-Cola-Hasen-Kuchen, Spargel-Blätterteig-Stangen und der einfachste Flammkuchen überhaupt

Wenn wie am letzten Wochenende eine kleine Feier und Besuch aus der badischen Heimat anstehen, ist das die perfekte Gelegenheit, um für den Nachmittagskaffee meine derzeitige Number One auf dem Nachbackstapel auszutesten: Den Schoko-Cola-Kuchen, den ich schon Anfang des Jahres bei Paules Kitchen entdeckt habe. Ja und was soll ich sagen? Das Rezept ist, wie von Paule gewohnt, gelingsicher und der Kuchen ist hiermit felsenfest und bombensicher für alle Zeiten ins Back-Repertoire gewandert. Ich reihe mich nahtlos in den Fanclub der glücklich machenden Hüft-Tortur ein. Probiert ihn aus, wirklich, er ist der Knaller. DAS IST EIN BEFEHL!! Der Hase hat sich übrigens in den Namen der dunklen Schoko-Cola-Verführung nur deswegen eingeschlichen, weil ein monströser Zartbitter-Schokoladen-Osterhase darin ein würdiges Ende als Backzutat gefunden hat. 


Hier kommt das Rezept von Paule für eine Springform mit 23 cm Durchmesser (dann wird der Kuchen höher, so wie bei Paule. Meine Form hatte einen Durchmesser von 26 cm und wurde dementsprechend flacher): 

Für den Teig: 
200 g Butter 
200 g Cola 
175 g Vollmilch 
50 ml Sahne 
220 g Weizenmehl Type 550 
3 Teelöffel Weinsteinbackpulver 
1/4 Teelöffel Backnatron 
50 g Kakaopulver 
1 Prise Salz 
1/2 geriebene Tonkabohne (alternativ Vanillemark von 1 Schote) 
240 g Rohrohrzucker 
2 Eier 

Für den Überzug: 
160 g dunkle Kuvertüre, mindestens 60% 
70 g Vollmilch 
70 g Sahne 
2-3 ganze Tonkabohnen 
1 Esslöffel Sirup (ich habe Agavendicksaft genommen) 
1 Esslöffel Butter 
wer mag: gehackte und geröstete Kakaobohnen von Valrhona (bei mir waren es Schokoladensplitter) 

Zubereitung: 
Butter und Cola in einem kleinen Topf bei geringer Hitze erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist, nicht kochen. Abkühlen lassen und Milch und Sahne unterrühren. Topf beiseite stellen. 
Form mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten, Backofen auf 180°C vorheizen. 
Mehl, Backpulver, Natron und Kakaopulver in eine Schüssel sieben. Salz, geriebene Tonkabohne und Rohrohrzucker hinzugeben und alles gut vermischen. 
In die Mitte eine Mulde drücken, Eier hineinschlagen und leicht verquirlen. Dann langsam die flüssige Mischung hineingießen und gut unterrühren. Der Teig bleibt recht flüssig. 
Teig in die Springform füllen im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten backen. Nicht zu lange backen, zum Ende hin Stäbchenprobe machen. (Bei mir waren es 55 Minuten und am Stäbchen hin noch ein klitzekleines bisschen Teig, so war es für uns jedoch perfekt). 
Kuchen noch 15 Minuten in der Form ruhen lassen, dann vorsichtig herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. 

Für die Glasur Kuvertüre sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Milch und Sahne mit Tonkabohnen aufkochen und durch ein Sieb über die Schokolade gießen (Tonkabohnen abwaschen, gut trocknen lassen und separat aufbewahren; so kann man sie bis zu 7 Mal verwenden). Kurz ruhen lassen, dann mit einem Teigspatel vorsichtig vermischen. Sirup (Agavendicksaft) und Butter unterrühren und den abgekühlten Kuchen mit der Glasur überziehen. Mit Schokoladensplittern oder gehackten Kakaobohnen bestreuen. 

Laut Paule hält sich der Kuchen einige Tage und schmeckt am besten, wenn er einen Tag geruht hat. Bei uns hatte er dazu leider keine Gelegenheit! ;-) Vielen Dank für das tolle Rezept! 



Nach dem Kaffeekränzchen (und wenn wir ehrlich sind auch schon davor und währenddessen) war es natürlich an der Zeit für Sekt. Ich liebe Sekt! Und zum Sekt haben wir gerne was Kleines zum Knuspern. Wie sicher der ein oder andere schon festgestellt hat, stehe ich diesbezüglich total auf Blätterteig. Ich finde, es gibt kaum eine bequemere Möglichkeit, um schnell ein paar feine Häppchen zu zaubern, die gut schmecken und außerdem hübsch aussehen. Aus Gründen der Zeitersparnis und Nervenschonung habe ich allerdings auch diesmal wieder ohne mit der Wimper zu zucken ins Kühlregal gegriffen, statt den Teig selbst zu machen (iiirgendwann ...). Es gab außerdem schon so schön knackigen grünen Spargel auf dem Markt, da konnte ich nicht widerstehen und habe ihn einfach eingewickelt. 

Hier kommt das Rezept für ca. 28 Stück: 
28 Stangen grüner Spargel 
1 Packung Fertigblätterteig (rechteckig) 
1 Eigelb 
1 EL Milch 
Flor de Sel 
3 EL geriebener Parmesankäse 

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Spargel in kochendem Salzwasser kurz bissfest garen. Herausnehmen, kalt abschrecken und beiseite stellen. 

Den Blätterteig einmal längs halbieren und dann in ca. 1,5 cm breite Streifen schneiden. Jeweils einen Streifen etwas langziehen und um eine Spargelstange wickeln. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Eigelb mit Milch verquirlen und die Spargel-Blätterteigstangen damit bestreichen. Mit Flor de Sel und geriebenem Parmesankäse bestreuen und im Ofen ca. 25 Minuten goldgelb backen. 



Neben ein paar anderen Kleinigkeiten habe ich für uns noch Flammkuchen serviert. Das mache ich öfter, wenn Gäste kommen, denn der Teig lässt sich prima vorbereiten und schmecken tut es eigentlich jedem. Die Vegetarier bekommen eine Version mit Spinat und Feta-Käse oder Tomaten und Ziegenkäse. 


Wenn man die Zeit vergisst, ist ein Abend gut. Der letzte Flammkuchen wurde morgens um viertel nach fünf in den Backofen geschoben. Und jetzt schaut euch mal bitte die Form vom Teig an, denn hier schließt sich der Kreis: Wenn das kein Schoko-Cola-Hasen-Kuchen-Gedenkhase ist!! Total verrückt! 



Hier kommt das Rezept für 4 Flammkuchen:

10 g frische Hefe 
250 g Mehl und Mehl zum Arbeiten 
100 ml Buttermilch 
2 EL Olivenöl 
Salz 
2 Zwiebeln 
200 g Saure Sahne 
Salz 
200 g Bauchspeck (fein gewürfelt) 

Die Hefe in 25 ml lauwarmem Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken, das Hefegemisch hineingeben und mit etwas Mehl vom Rand vermischen. Die Buttermilch, 2 EL Öl und 1/2 TL Salz hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen mitsamt Blech auf höchster Stufe (bei mir waren´s 250° Grad) vorheizen. 

Zwiebeln schälen und fein hacken. Teig in vier Hälften teilen, jeweils auf Backpapier superdünn ausrollen. Saure Sahne leicht salzen und auf den Flammkuchen-Böden verteilen. Zwiebeln und Speck darauf verteilen und je einen Flammkuchen mitsamt Backpapier auf ein Gitter ziehen. Im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten backen, bis der Flammkuchen schön knusprig ist. Herausnehmen und sofort servieren. Nacheinander mit den restlichen Flammkuchen ebenso verfahren.

Leider gibt es davon kein Foto, ich habe ihn in Stücke geschnitten auf einem schön rustikalen Holzbrett einfach auf den Tisch gestellt und wir haben ihn mit der Hand gegessen. 



Und übrigens: Meine BRIGITTE-Rezeptstrecke gibt´s jetzt auch online zu sehen: KLICK
Und in Zukunft gibt´s jeden Monat ein Häppchen-Rezept von mir für BRIGITTE und vor allem für euch! KLICK
Die nächste Party kann kommen. Jii-haaaa! :-)

Montag, 5. März 2012

Never change a running system: Fluffige Knoten mit Spinat und Fetakäse

Spinat und Fetakäse. Ich weiß, viele können es nicht mehr hören. Spinat und Fetakäse. Spinat und Fetakäse, Spinat und Fetakäse! SpinatundFetakäse SpinatundFetakäse! FetakäseFetakäse SpinatSpinat FetakäseSpinat! SPINAT UND FE!TA!KÄ!SE!!! Wer jetzt noch nicht weggeklickt hat, mag diese Kombination wahrscheinlich genau so gerne wie ich. Das soll belohnt werden, lieber Spinat und Fetakäse-Fan, hier habe ich nämlich etwas, das unsere Gelüste voll und ganz befriedigt. Glaube mir! Die volle Spinat- und Fetakäsedröhnung quasi. Und weil unser Lieblings-Duo auch mal gerne ein Trio wäre, habe ich noch cremigen Ricotta dazugegeben. Umhüllt von fluffigem Hefeteig, den mögen wir doch auch so gerne, oder? 


Hier kommt das Rezept für 6 Knoten: 
Für den Teig: 
150 ml lauwarme Milch 
5 g Trockenhefe 
280 g Mehl 
40 ml Olivenöl 
1 gestr. TL Salz 
¼ TL Zucker 

Für die Füllung: 
200 g Blattspinat (gewaschen und geputzt) 
125 g Ricotta 
100 g Fetakäse 
Salz 

Außerdem: 
1 Eigelb, etwas Milch 
3 EL Parmesankäse 
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 


Für den Teig die Hefe in der Milch auflösen und ein paar Minuten beiseite stellen. Alle anderen Zutaten miteinander in eine Schüssel geben, die Milchmischung dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat. 
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Spinat grob hacken und in einem Topf mit wenig Wasser erhitzen und zusammenfallen lassen. In einem Sieb abtropfen lassen und ggf. etwas ausdrücken. Spinat mit Ricotta vermischen. Fetakäse zerbröckeln und ebenfalls untermischen. Mit Salz abschmecken. 
Teig nach dem Gehen in 6 Stücke teilen. Jeweils auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem länglichen Oval ca. 0,3 mm dünn ausrollen. Je 1/6 der Masse darauf verteilen, darauf achten, dass nur etwa 1/3 bedeckt ist. Zu einer dünnen, langen Wurst rollen, dabei die Enden einklappen. Die „Wurst“ einmal verknoten und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Mit dem Rest ebenso verfahren. Eigelb mit etwas Milch verquirlen und die Knoten damit bestreichen. Mit wenig Parmesan und grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Im vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen.


Diese Knoten sind supereinfach herzustellen! Bei sechs Portionen haben sie in etwa die Größe von Laugenknoten. Für die nächste Party werde ich aus dieser Menge einfach 12 Mini-Knötchen machen, ein perfektes Mitbringsel, denn zum Glück sind die Spinat-Fetakäse-Fans auf dieser Welt ja zahlreich vertreten. 





Wer noch nicht genug vom Traum-Duo hat, dem empfehle ich außerdem meine Ruckzuck-Blätterteigschneckchen mit Spinat und Fetakäse sowie die knusprigen Gözleme. Habt eine schöne Woche!

Mittwoch, 25. Januar 2012

Hallo Keks, sag mir, wie du heißt: Cantuccini/Biscotti mit Pistazien und Pinienkernen

Dürfen Cantuccini eigentlich nur Cantuccini heißen, wenn sie Mandeln enthalten? Die sucht man bei meinem heutigen Rezept nämlich vergeblich, dafür werden diese herzhaften Cantuccini ebenfalls doppelt gebacken und sehen auch verdächtig nach Cantuccini aus. Vielleicht nennen wir sie aber trotzdem lieber Biscotti und sind mit diesem italienischen Sammelbegriff für Gebäck auf der sicheren Seite? Statt Mandeln gibt´s jedenfalls feine Pistazien- und Pinienkerne, dazu eine Handvoll Parmesan, einen Hauch Zitrone, Kräuter und Paprika. Alles also, was mein kekslüsternes und nach Deftigkeit lechzendes Herz gerade begehrt. 
Ich kann *mampfmampf* ... nur sagen ... *knusper* *knarz* ... also, diese Cantucci- ... *mampf* äh, Biscotti schmecken ziemlich ... *schluck* *mampfmampfmampf* ... superlecker. Schön mürbe durch den Butteranteil, köstlich zu einem Glas einer Flasche Wein oder als Häppchen nebenbei, während man einen Blogeintrag schreibt. *mampfmampf


Hier kommt das Rezept für ca. 25 Cantuccini 
200 g Weizenmehl 
50 g Dinkelmehl 
½ TL Backpulver 
ca. 40 g Parmesankäse
30 g Pistazienkerne (ungesalzen) 
20 g Pinienkerne (kurz in der Pfanne angeröstet) 
Schale von ½ Bio-Zitrone 
2 TL Niora (oder andere Paprikaflocken, wer es scharf möchte, kann auch getrocknete Chiliflocken nehmen) 
1 TL Salz 
1 TL getr. Thymian 
2 Eier 
1 Eigelb 
100 g Butter 
1 Eiweiß 


Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Alle Zutaten außer Eier und Butter in einer großen Schüssel mischen. Eine Mulde in die Mitte drücken und beide Eier, Eigelb und in Stücke geschnittene Butter hineingeben. Mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Das ist klebrig und anstrengend. Aber es gibt tolle Kekse als Belohnung! 
Den Teig halbieren und 2 gleich große ca. 25 cm lange Rollen formen. Nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, etwas flach drücken und dünn mit Eiweiß bepinseln. Im vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten ruhen lassen, dann vorsichtig in ca. 1 cm breite Spalten schneiden (oder dünner, wie man möchte). Die Biscotti wieder auf das Backblech legen und weitere 15 Minuten backen. Herausnehmen und vollständig erkalten lassen. 

Rechts im Bilde: Krümelmonster im Haus? Verdächtige Krümelspuren gesichtet (... bitte den Kaffeerand und die Fettflecken auf der Tastatur ausblenden).






Die erste Rolle habe ich etwa einen Zentimeter dick geschnitten, die zweite Rolle ein bisschen dünner, so werden die Cantuccini noch knuspriger. Sie sind auch nach dem vollständigen Erkalten nicht zu hart, zumindest nicht so, wie die klassischen Cantuccini, die man oft in Cafés serviert bekommt und die man definitiv in etwas Flüssiges tunken muss, wenn man seine Zähne noch eine Weile behalten möchte. Was die Zutaten betrifft, so sind sie kinderleicht austauschbar und eurer Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Kräuter, getrocknete Tomaten, Oliven, Nüsse ... nur, um noch ein paar weitere potentielle Kandidaten zu nennen. Besonders gut gefallen mir auch diese Parmesan-Pfeffer-Biscotti von der lieben Kekstesterin Anne bzw. von Chili und Ciabatta bzw. von Foodfreak bzw. von Smitten Kitchen. Puh, ganz schön rumgekommen schon, diese Knusperkekse. Die stehen dann auch bei mir noch irgendwann auf dem Plan.

Montag, 19. September 2011

Fast kein Rest vom Fest: Glasnudelsalat mit Hackfleisch und Limette

Am Wochenende gab es ein kleines Fest und nachdem ich gestern die Übernachtungsgäste, die auch noch zum Frühstück geblieben sind, verabschiedet habe, konnte ich mich gerade noch auf´s Sofa schleppen und habe den Rest des Tages leicht komatös auf selbigem verbracht und viel nachgedacht. Darüber, wie viel Spaß es gemacht hat, und darüber, dass Zeit mit der Familie und lieben Freunden zu verbringen doch das allerschönste und wichtigste im Leben überhaupt ist. Ich habe es sehr genossen mit meinen Lieben bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen, zu plaudern und zu feiern. Hier steht dann auch das Essen definitiv im Hintergrund, viel interessanter ist es, über alte Zeiten und brandheiße Neuigkeiten zu reden oder dabei zu sein, wenn Tante und Onkel mütterlicherseits und Tante und Onkel väterlicherseits neben dem eigentlichen Anlass auch gleich noch auf ihr Wiedersehen nach Jahrzehnten anstoßen können. Aaaber: Ein bisschen was zu knabbern nebenbei ist doch ganz schön und frei nach dem Motto "wer trinkt muss auch essen" habe ich ein kleines Buffet gerichtet, das für den Abend nicht zu viel und (hoffentlich) auch nicht zu wenig war. Was einigen dabei besonders gut geschmeckt hat, war ein feiner Glasnudelsalat mit Limettendressing und knusprig gebratenem Hackfleisch. Meine Cousine wollte gerne das Rezept haben, also gibt es heute zwar nur ein ziemlich abgegrastes Foto vom letzten Rest in der Schüssel, auf dem man nicht mehr viel erkennt, aber stellt euch einfach einen herrlich nach Limette duftenden Salat mit frisch gehackten Frühlingszwiebeln und bunten Chiliringen vor. Zum Fotografieren hatte ich auf der Party selbst keine Zeit und irgendwie auch keine Lust. ;-) Das Rezept stammt von Jamie Oliver (Jamie´s Kitchen), ich habe allerdings ein paar Sachen weggelassen und statt 5-Gewürze-Pulver Garam Masala verwendet, was sich als gute Alternative herausgestellt hat.



Hier kommt das Rezept (ich habe hier die Zutaten schon so angepasst, wie ich es gemacht habe. Auf der Party waren 20 Leute, wenn es noch mehr Auswahl am Buffet gibt sollte diese Menge genügen, so dass jeder eine kleine Portion probieren kann):

300 g Glasnudeln
5 EL Olivenöl
400 g Hackfleisch
3 TL Garam Masala
2 Knoblauchzehen, gerieben
2 gehäufte TL geriebener Ingwer
3 TL Zucker 
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
5 EL frisch gepresster Limettensaft
3 EL Fischsauce (Nam Pla, aus dem Asia-Shop)
1 rote Chilischote
1 grüne Chilischote
Salz, Pfeffer

Die Nudeln in eine Schüssel mit warmem Wasser legen und weich werden lassen. Abseihen und wieder in die Schüssel füllen. Einen Pfanne kräftig erhitzen, das Olivenöl eingießen und das Hackfleisch mit dem Garam Masala anbraten. Es soll schön braun und krümelig werden. Knoblauch, Ingwer und Zucker dazugeben und unter rühren weiter braten. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Inhalt zu den Glasnudeln geben. Frühlingszwiebeln, Limettensaft, Fischsauce und Chilis dazugeben und alles gut miteinander vermischen. Mit Salz und Pfeffer würden und ggf. nochmal mit mehr Limettensaft und Fischsauce abschmecken. 


Neben dem Glasnudelsalat gab es einen Hirsesalat mit Gemüse und Kräutern, Mini-Hackbällchen, Tsatziki, Hummus, köstliche Zucchini-Röllchen mit Ziegenfrischkäse nach einem Rezept von Gourmandises Végétariennes, eine Lachsplatte mit Meerettich, eine Käseplatte mit Trauben von Omas Reben, eine feine Tarte mit karamellisierten Zwiebeln nach einem Rezept von Flowers on my Plate, selbstgemachte Kräuterbutter, in Basilikumöl marinierte Tomaten-Mozzarella-Spießchen, eingelegte Oliven mit Fetakäse und getrockneten Tomaten, meine obligatorischen Partyschneckchen, einmal mit Speck, einmal mit Spinat und Fetakäse, feines Sauerteig-Krustenbrot, noch mal den Schokoladenkuchen vom letzten Posting und ein Schwarzwälder Tiramisu. 

Freitag, 5. August 2011

Winke, winke: Chatschapuri

Gestern morgen im Badezimmer wurde mir schlagartig bewusst, dass es mal wieder an der Zeit ist, einen ordentlichen Teig zu kneten. Ich habe nämlich den "Quarktaschentest" gemacht. Für alle, die nicht jetzt schon wissend nicken, kommt hier die Anleitung: Ich stelle mich vor den Spiegel und winke mir selbst zu. Je nach dem ob und vor allem wie lange die Quarktaschen an der Rückseite der Oberarme zurückwinken, besteht Handlungsbedarf. Ähm... also zurück zum Teig: Bei Chatschapuri wird der Teig insgesamt dreimal durchgeknetet, man ist also beschäftigt. Dazwischen muss man den Teig immer wieder gehen lassen. Nun gehöre ich ja nicht gerade zu den geduldigsten Teigherstellern, aber abgesehen von der Wartezeit ist das wirklich ein einfaches Rezept mit einem extrem leckeren Ergebnis. Chatschapuri ist eine Art Käsebrot, das es in Georgien an jeder Ecke zu kaufen gibt und das dort zu jeder Tages- und Nachtzeit verspeist wird. Dementsprechend gibt es davon auch ungefähr 12738 verschiedene Rezepte, immer ein bisschen abgewandelt, die einen mit Blätter- statt Hefeteig, die anderen nur mit Schafskäse, manche ohne Kräuter, manche mit dem halben Garten in gehackter Form intus. Auch die Formen reichen von pideartigen Schiffchen über flache Fladen bis hin zu eher kuchenförmigen Gebilden wie in meiner Version. Ich habe mir aus verschiedenen Anleitungen ein Rezept zusammengewürfelt, das hauptsächlich daran orientiert ist, was noch an Käse und Milchprodukten in meinem Kühlschrank vorhanden war. Und es war ein Treffer, juhu! Wir haben das Chatschapuri frisch aus dem Ofen noch warm mit einem kleinen Salat gegessen, ich kann es mir aber auch sehr gut ausgekühlt auf einem Buffet vorstellen. 


Hier kommt das Rezept für eine kleine Kuchenform mit 15 cm Durchmesser (diese Menge sollte locker für 3 Personen genügen, für uns zu zweit war es definitiv zu viel - dafür freue ich mich heute über den kalten Rest :-)): 

Für den Teig:
250 g Mehl
1/2 TL Salz
1/2 Würfel Hefe
1/2 TL Zucker
125 ml Milch
65 g Butter


Für die Käsefüllung:
60 g milder Ziegenhartkäse
80 g Fetakäse
125 g Quark (Magerstufe)
3 EL Creme Fraîche
1 Ei
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
eine kleine Handvoll Petersilie
ein paar Stängel Oregano

Außerdem: Etwas Öl für die Form, Mehl für die Arbeitsfläche, 1 Eigelb und etwas Milch zum Bestreichen


Mehl und Salz in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Milch kurz erwärmen und die Hefe und den Zucker darin auflösen. Die Hefemilch in die Mulde zur Mehlmischung geben und etwas Mehl vom Rand einarbeiten. Dann mit einem Handtuch abdecken und 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Währenddessen die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Zum Teig geben und alles gut miteinander verkneten. Zudecken und erneut 30 Minuten gehen lassen. Und jetzt nochmal mit wenig Mehl durchkneten, zu einer Kugel formen und abgedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen.
Inzwischen die Käsefüllung vorbereiten: Ziegenhartkäse fein reiben, Fetakäse in kleine Stücke schneiden und beides mit dem Quark, der Creme Fraîche und dem Ei verrühren. Die Knoblauchzehe fein hacken und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie und Oregano fein hacken und ebenfalls unterrühren.
Den Backofen auf 190 Grad vorheizen und die Form mit etwas Öl einfetten. Den Teig ein letztes Mal durchkneten (wir denken an unsere Quarktaschen) und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis mit einem Durchmesser von 40-50 cm ausrollen und vorsichtig in die Form heben. Die Ränder sollen dabei deutlich überlappen und der Boden in der Form nicht zu dünn sein. Die Füllung auf den Teigboden geben und verteilen. Nun vom Rand aus den Teig überlappend über die Käsemasse legen, es soll danach im Idealfall fächerförmig aussehen (das war ... äh, etwas kompliziert, deswegen ist bei mir eine Hälfte etwas höher als die andere geworden und die Oberfläche sieht bei mir eher wulstartig aus, im Zweifelsfall könnt ihr den Teig also einfach ganz normal über die Masse klappen - das erspart filigranes Gefitzel). In der Mitte den Teig zu einem kleinen Knoten zusammendrücken, es soll in jedem Fall keine Füllung mehr sichtbar und alles gut abgedeckt sein. Eigelb mit etwas Milch verrühren und das Chatschapuri damit bestreichen. Im vorgeheizten Ofen bei 190 Grad ca. 60 Min. backen. Nach dem Backen evtl. kurz abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und servieren.



Die FAZ hat geschrieben: "Wann immer man in Georgien Präsidenten stürzte, Systeme veränderte, Kriege führte oder das Auseinanderbrechen des Territoriums beklagte, es geschah mit einem Mundvoll Chatschapuri und den Resten von Käsefäden am Kinn." Ein mächtiges Brot also, das so einiges kann. Sehr fein schmecken tut es in jedem Fall und ob es auch etwas gegen Quarktaschen ausrichtet, wird sich zeigen, falls überhaupt ein Muskelkater vom Teigkneten einsetzt. ;-)

Dienstag, 12. Juli 2011

Von der Rolle II: Blätterteigschneckchen mit Schinken

Leute, Leute, war das eine Woche! Und ein Wochenende! Gibt es wohl etwas schöneres, als mit lustigen und lieben Menschen zu feiern? Aber natürlich! Mit lustigen und lieben Menschen zu feiern UND zu essen. Sei es in Freiburg der feine Flammkuchen mit Verena auf dem ZMF, der frisch auf riesenhaften Blechen über einem Feuerchen im Holzofen gebacken wird, oder der obligatorische vegetarische Yufka mit Bärbel (hallo!) vom Uni-Döner, Euphrat oder Kebaphaus, der als Grundlage zu Beginn und zur finalen Katervorbeugung am Ende einer Kneipentour dient, oder das feine Geburtstagsbuffet bei Arthurs Tochter, das mit karamellisierten Kirschtomaten, köstlichem Chili und anderen Leckereien aufwartete und eine eh schon tolle Party perfekt machte. Ach ja, tollen Wein gab es da übrigens auch. Ich habe allerdings fast nur Wasser getrunken... *hust*... komisch, dass ich am Ende so seltsam doppelt gesehen habe. Jedenfalls, wenn man selbst etwas zum Essen beisteuern möchte, ist es gut, wenn man Zeit hat, dann kann man sich richtig schön austoben. Aber ratet, was diesmal bei mir der Fall war. Da ich schon im Voraus wusste, dass es ein bisschen knapp in der Küche werden könnte, habe ich mich für eines meiner Lieblingsrezepte entschieden, das ich schon seit Jahren immer wieder für Parties zubereite, wenn es schnell gehen muss. Here we go...


Hier kommt das Rezept für ca. 18 Schneckchen:
1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal, rechteckig)
125 g Katenschinken, gewürfelt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
100 g Schmand
1 Eiweiß
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
1 Eigelb, 1-2 EL Milch

Backofen auf 200°C vorheizen. Katenschinken, Zwiebel, Schmand, Eiweiß und Petersilie in einer Schüssel gut miteinander vermischen und ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen. Blätterteig ausrollen (dabei auf dem Backpapier liegen lassen), und die unteren zwei Drittel der langen Seite mit der Masse belegen. Nun mit Hilfe des Backpapiers den Teig zu einer langen Rolle rollen. Die "Naht" gut festdrücken und mit einem scharfen Messer die Rolle in ca. 1,5 cm breite Stücke schneiden und diese mit der Schnittfläche nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Beim Schneiden verlieren die Schneckchen ihre Form ein wenig, später beim Backen gleicht sich das aber von alleine wieder aus. Das verbleibende Ei trennen, das Eigelb mit 1-2 EL Milch verrühren und damit die Schneckchen bestreichen. Ab in den Ofen und ca. 25 Minuten backen. Man kann auch Mini-Schneckchen machen, hierfür wird der ausgerollte Blätterteig vor dem Belegen der Länge nach halbiert. Mit den beiden Teighälften folgt dann das gleiche Procedere wie oben beschrieben.


Die Schinkenschneckchen sind quasi die carnivore Variante meiner Spinat-Feta-Schneckchen, am besten macht ihr für eine Party beide zusammen, dann sind auch die Vegetarier froh!

Montag, 13. Juni 2011

Abgefahren: Hütchen-Cupcakes

Oh man, zur Zeit erwischt ihr mich wirklich in meiner süßen Phase. Normalerweise bin ich ja eher so veranlagt, dass ich als Dessert auch gerne mal ein Käsebrot verlange und zum Frühstück lieber ein Stück Pizza als eine Schale Schokomüsli esse. Aber irgendwie gelüstet es mich in den letzten Tagen immer mehr nach Schokolade, Zucker und anderen Unverschämtheiten. Herrje, was soll man machen... Es gibt ja auch so viele schöne Rezepte für all das süße Zeug, da fällt es definitiv nicht schwer den Bedarf zu decken. Schon lange wollte ich mal ein paar Cupcakes machen, die "irgendwas abgefahrenes obendrauf" haben. Denn, ganz ehrlich, so richtig bewusst ist mir der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes bis heute noch nicht, ich mache es also daran fest, wie viel "abgefahrenes Zeug" als Topping verwendet wird. Bei Bakerella habe ich diese Hi Hat Cupcakes gesehen, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie doch gleich mal nachmachen musste. Mit ihren schokoladigen Hütchen sehen sie einfach zu schön aus, als dass man das Wagnis unversucht lassen könnte. Meine größte Angst war, dass die ganze weiße Pracht sich verabschiedet, wenn ich sie kopfüber ins Schokobad tauche. Vollkommen unbegründet, ich sag´s euch, das hält bombenfest! Der Rest ist ein Kinderspiel...


Hier kommt das Rezept für 30 Mini-Cupcakes oder 15 normalgroße Cupcakes:
Für den Schokoladenteig:
200 g Mehl
185 g Zucker
1/2 Pk. Vanillezucker
1/2 Pk. Backpulver
3 Eier 
125 g Butter
3 EL Kakaopulver
50 g fein gehackte Bitterschokolade

Für die Hütchen:
230 g Zucker
3 Eiweiß (super-extra-frisch!!)
120 ml lauwarmes Wasser
1/4 TL Backpulver
1/2 TL Vanillezucker

Für die Schokoglasur:
400 g Bitterschokolade oder -Kuvertüre, grob gehackt
3 EL Sonnenblumenöl

Alle Zutaten für den Teig bis auf das Kakaopulver und die Schokolade in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer 5 Minuten lang rühren. Kakaopulver und gehackte Schokolade dazugeben und weitere 2 Minuten unterrühren. Muffinform mit Papierförmchen auslegen und Teig einfüllen (bei der kleinen Form jeweils 2 TL Teig in eine Mulde geben, bei der großen Form je 2 EL). Im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 30-40 Minuten backen. Herausnehmen, kurz in der Form ruhen lassen, aus der Form herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.
Für das Topping (die Hütchen) in einer großen Schüssel Zucker, Eiweiß, Wasser und Backpulver vermischen und mit dem Handrührgerät kurz aufschlagen. Dann die Schüssel in ein heißes Wasserbad setzen und mit dem Handrührer auf mittlerer Stufe ca. 5 Minuten rühren, bis der Zucker geschmolzen und die Masse handwarm ist. Nun die Schüssel wieder aus dem Wasserbad nehmen und die Masse weitere 12-15 Minuten auf höchster Stufe schlagen, bis sie steif wird und sich Spitzen bilden, dabei Vanillezucker einrieseln lassen. Die Masse in eine Spritztülle füllen und spiralförmige Türmchen auf die Cupcakes spritzen. Cupcakes auf einem Teller in den Kühlschrank stellen. Jetzt kommt die Schokoglasur!
Bitterschokolade und Sonnenblumenöl in einem kleinen Topf vermischen und über dem heißen Wasserbad zum Schmelzen bringen. In eine kleine, tiefe Schüssel umfüllen, und ein paar Minuten abkühlen lassen. Nun die Cupcakes einzeln in die flüssige Schokolade tauchen. Dabei am Boden festhalten, und in einem Rutsch das gesamte weiße Hütchen eintauchen, bis kein Weiß mehr zu sehen ist. Kurz "über Kopf" abtropfen lassen, dann erneut auf einen Teller stellen und 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Ca. 2 Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen und servieren. 


Die Cupcakes sehen wirklich super-supi aus und sind bestimmt ein Renner auf jeder Party. Ihr könnt einfach euren Lieblings-Kuchenteig dafür verwenden (ich habe einen Ruckzuck-Schokokuchenteig gemacht), das Topping lässt sich ja quasi auf alles setzen. Martha Stewart hat die Hi Hat Cupcakes auch schon gebacken und behauptet, dass man sie bis zu drei Tagen im Kühlschrank aufbewahren kann. Das kann ich nur bedingt unterschreiben, denn bei mir hat sich nach einem Tag ein leichter Eiweiß-Film im Unteren des Hütchens gebildet. Wen das nicht stört - schmecken tun die Cupcakes auch so noch, für´s Auge hingegen finde ich das dann ein bisschen schnodderig. 

Donnerstag, 10. März 2011

Superrenner: Deftige Kartoffeln mit Chorizo und Tomatensugo

Buffets an Festivitäten sind ja für mich ein Highlight! Da brauche ich unbedingt die Pole Position, was die Aussichtsposition betrifft. Nichts ist so spannend wie: Wer bringt was mit? Was sieht gut aus? Was ist schon auf 3 Meter Entfernung der tödliche Supergau? Und vor allem: Was ist der absolute Renner? Beim Geburtstag einer lieben Freundin im vergangenen Jahr gab es vor der Party neben einer Weinprobe noch ein großes jeder-bringt-was-mit Buffet (äußerst pässlich, denn die Weinprobe war ohne ausspucken, dafür mit einem unermüdlichen Nachschenker und -die Hauptsache- mit geliebtem badischen Wein!). Da wir erst kurz vor knapp angereist sind, gab es diesmal von mir weder Blätterteigschneckchen noch Couscous-Salat, die eigentlich neben den Lachsröllchen zum Who is Who meines Party-Mitbringsel-Repertoires gehören (letztere habe ich dafür neulich auf dieser tollen Party gemacht). Aber gut, so konnte ich mich zumindest ausgiebig auf all die anderen Schüsseln und Platten konzentrieren. Es dauerte gar nicht lange, da kam die Schlange am Buffet ins Stocken. Das bedeutet entweder es gibt keine Gabeln mehr oder "Volltreffer". Und jetzt ratet mal, was hier der Fall war... Mit meinen buffeterprobten Adleraugen habe ich natürlich sofort die Lage gecheckt und mich dann vorgeschlängelt. Das klappt übrigens äußerst gut, wenn man jemanden weit vorne in der Schlange anspricht mit "du, bevor ich´s nachher vergesse... oh, was ist DAS denn, das sieht ja lecker aus, Sekunde, ich nehm´ mir da grad mal `n Löffelchen... ach so, ja, was ich sagen wollte... obwohl, hier ist grad soviel Gedränge, da quatschen wir doch lieber später nochmal, gell!" Und dann tschüss und ab mit der Beute! 

Zum Glück findet man auf solchen Parties immer schnell heraus, wer was mitgebracht hat. Dann muss man nur noch hoffen, dass sich derjenige das Rezept abluchsen lässt. In meinem Fall hat das gut geklappt und es ist nebenbei auch mal wieder ein Beweis, dass Männer mit guten Kochkünsten die Frauen reihenweise entzücken können! Vielen Dank für das schöne Rezept, lieber Kilian!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
500 g Kartoffeln
3 EL Olivenöl
100 g Chorizo (am besten am Stück, ich hatte nur noch bereits dünn aufgeschnittene Scheiben)
1 rote Zwiebel
1 rote Chilischote
1 kleine Dose gestückelte Tomaten
1/4 Bund Petersilie
Salz, Pfeffer

Kartoffeln abkochen, am besten bereits am Vortag, jedoch zumindest 1,5 Stunden auskühlen lassen. Bei guter Qualität kann man die Schale dranlassen, ansonsten pellen und größere Exemplare halbieren oder vierteln. In 2 EL heißem Olivenöl rundherum anbraten bis sie leicht bräunen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Zwiebeln in Streifen und Chili in feine Ringe schneiden (ich lasse die Kerne oft drin, wer sie nicht mag kann sie vorher entfernen). Chorizo der Länge nach halbieren und in ca. 0,5 cm dicke Streifen schneiden. Restliches Olivenöl in der Pfanne erhitzen und Zwiebeln mit Chili darin ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten. Hitze maximieren, Chorizo dazugeben und ein paar Minuten anbraten, dabei oft umrühren. Hitze wieder reduzieren und Tomaten dazu geben. Unter Rühren leicht einkochen lassen. Petersilie hacken und mit den Kartoffeln wieder dazu geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm oder kalt servieren.

Die deftigen Kartoffeln eignen sich nicht nur perfekt als Mitbringsel für´s kalte Buffet, wir haben sie warm als schnelles Abendessen gegessen. Ich habe die Rezeptmengen ein bisschen verändert und auf zwei Esser angepasst.