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Montag, 17. Juni 2013

Italienischer Nudelsalat: Wer ist denn eigentlich Lisa?

Wer kennt sie nicht: Die Nudelsalat-Traumata, verursacht durch Kindergeburtstage, Grillparties und Tage der offenen Tür, an denen durchsichtige Schüsseln voller weichgekochter Röhrchennudeln in Mayonnaise ertränkt und mit Mais, Fleischwurststückchen und Eiern gespickt in Reih und Glied auf den mit Wachstuch abgedeckten Biergarnituren in der Sonne vor sich hinsalmonellten. 
Vielleicht ist das ein Grund, warum ich Nudelsalat bisher nicht gerade auf meiner Favoritenliste hatte, was Salate betrifft (bis auf den feinen Nudelsalat meiner Tante, dazu ein andermal mehr) und selbst zubereitet habe ich tatsächlich noch keinen einzigen. Ist ein Ding, oder? 
Aber dann! Oh mein Gott! Heiliger Bimbam! Hurra! Dann kam der Nudelsalat, der alles veränderte und – das weiß ich jetzt schon – Einzug in die Halle der für mich ruhmreichsten Nudelsalate halten wird. Und das beste: Ich musste ihn gar nicht selbst machen, denn diesmal wurde ich bekocht – mit viel Amore Amore und deswegen schmeckte er natürlich noch mal extra gut. 

Italienischer Nudelsalat mit Rucola, Parmaschinken und getrockneten Tomaten


Hier kommt das Rezept, ausreichend für 4 Personen als Hauptspeise, als Beilage zum Grillen dürfte die Menge für 8 Personen genügen: 
Zutaten: 
250 g Farfalle (oder welche Sorte ihr am liebsten habt) 
125 g Mini-Mozzarella-Kugeln 
2 EL Olivenöl 
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
50 g Pinienkerne 
125 g Rucola 
150 g getrocknete Tomaten in Öl 
120 g Parmaschinken 
1 TL kleine Kapern (wer mag mehr, wer Kapern-Phobiker ist, einfach weglassen) 

Rezept für das Dressing: 
70 ml Olivenöl 
3 EL Balsamico-Essig 
1 Knoblauchzehe, fein gehackt 
2 TL Pesto (selbstgemacht oder aus dem Glas) 
2 TL Senf 
1 EL Honig 
Salz und Pfeffer 

Außerdem: 
Etwa 100 g Parmesankäse, in dünne Scheiben gehobelt oder geschnitten 

Zutaten Italienischer Nudelsalat: Mozzarella und Parmaschinken



Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Anschließend gut abtropfen und vollständig auskühlen lassen. Mini-Mozzarella-Kugeln halbieren und mit 2 EL Olivenöl und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bis zur weiteren Verwendung in einer kleinen Schüssel marinieren. Die Pinienkerne bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne ohne Fett leicht anbräunen (Attenzione, cari amici, für die, die auch beim Kochen gerne plaudern und nebenbei Sektchen/Weinchen/Bierchen gluckern: Sobald die Pinienkerne ein bisschen Farbe bekommen, geht´s ruckzuck und sie werden schwarz – also nicht zu lange aus den Augen lassen!). Rucola waschen und gut abtropfen lassen bzw. trocken schleudern. Die getrockneten Tomaten in feine Streifen schneiden. Parmaschinken in etwa 1 ½ cm breite Streifen schneiden. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und vorsichtig durchmischen. 

Für das Dressing Olivenöl, Balsamico-Essig, Knoblauch, Pesto, Senf, Honig mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer gut miteinander verrühren. Dressing über den Salat geben, noch mal gut durchmischen (ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken) und mit gehobeltem Parmesan bestreut servieren. 

Zutaten für italienischen Nudelsalat: Pinienkerne


Italienischer Nudelsalat serviert in weiß

Als Sommersalat und Beilage zum Grillen 1a, für Mädelsabende mit viel Geschnatter prädestiniert, in Zweisamkeit mit einer Flasche Wein allerköstlichst (alleine, mit Kohlenhydratjieper im Schneidersitz mit der Schüssel auf den Knien und einem Vorlegelöffel als „Schaufel“ in der Hand exzellent!). Ihr merkt schon, ich bin begeistert. Ach so, ja, wer ist denn jetzt eigentlich Lisa? Das wissen wir selbst leider nicht so genau, denn persönlich kennen tun wir sie nicht, das Rezept für den Nudelsalat basiert jedoch auf dem Italienischen Nudelsalat von Lisa aus dem Kochforum mit der Mütze. Unbekannterweise ein großes Dankeschön! :-)

Donnerstag, 28. Februar 2013

Polarisierungsfehler: Pasta mit Brokkoli, Kirschtomaten und Marsala-Rosinen

Zu Rosinen gibt es ja bekanntlich geteilte Meinungen – man mag sie oder man mag sie nicht, genau so wie bei Lakritz oder Ovomaltine. Bei mir ist das so ein Zwischendings (übrigens auch bei Lakritz, denn die schmeckt für mich so exorbitant gewöhnungsbedürftig und ich finde sie sogar ein kleines bisschen eklig aber gleichzeitig so faszinierend, dass ich sie doch ständig essen muss, wenn sie in Reichweite ist): Ich mag Rosinen im Müsli, während sie mir jeden cremig-zitronigen Käsekuchen aufs fürchterlichste verleiden. In einer fruchtigen Sauce mit Rosinen zu Geflügel könnte ich mich baden, in einem Couscous-Salat jedoch würde ich sie am liebsten einzeln rauspulen und gegen die Wand klatschen (ist zugegebenermaßen auch schon passiert, also, nicht direkt gegen die Wand, aber vom Balkon in den Nachbargarten). Umso erstaunlicher, dass es nun ein Gericht gibt, bei dem ich mich nicht entscheiden kann, ob ich die Rosinen darin ziemlich abgefahren und außergewöhnlich „interessant“ finde oder schlichtweg unnötig und nicht gerade förderlich für die Gesamt-Komposition. Was ich definitiv sagen kann: Ohne die Rosinen ist das hier ein feines Pastagericht, mit dem man es sich am besten mit einem großen Teller auf den Knien auf dem Sofa mit dem Lieblings-Film gemütlich macht. Mit Rosinen ist es aber auch irgendwie besonders und hinterlässt so ein Pimp-my-Pasta-Gefühl. Hach, da sind se wieder, die zwei Seelen ... ;-) 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
15 g Rosinen 
2 EL Marsala 
2 TL Pinienkerne 
1 TL Zucker 
½ rote Chilischote 
ca. 400 g Brokkoli 
Salz 
150 g Kirschtomaten 
1 große Knoblauchzehe 
Eine kleine Handvoll Basilikumblätter 
50 ml Mineralwasser mit Kohlensäure 
Pfeffer, 2 EL Olivenöl 
3 TL Kapern (die kleinen, in Lake) 
200 g Gemelli (oder andere Pasta wie Fussili oder Penne) 
1 TL Butter 

Rosinen in einer Schüssel mit Marsala einweichen. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, den Zucker dazugeben und leicht karamellisieren. Abkühlen lassen. 
Chilischote in feine Ringe schneiden. Brokkoli putzen und in kleine Röschen zerteilen, diese in kochendem Salzwasser in etwa 3-4 Minuten bissfest garen. Abgießen und kalt abschrecken (so behält er schön seine Farbe) und gut abtropfen lassen. Kirschtomaten halbieren und Knoblauch in feine Scheiben schneiden, Basilikumblätter abzupfen. 
Etwa 150 g Brokkoli mit 1 EL Pinienkernen und dem Mineralwasser fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Knoblauch und Chili darin anbraten. Abgetropfte Brokkoli-Röschen dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und weitere 2 Minuten mitbraten. Rosinen mit Marsala, Kapern und die Brokkoli-Paste unterrühren. 
Nudeln in kochendem Salzwasser bissfest kochen, abgießen und gut abtropfen lassen – dabei etwa 200 ml Nudelwasser auffangen. Nudeln, Nudelwasser und Butter im Topf wieder erhitzen und sämig einkochen lassen, dabei leicht mit Pfeffer würzen. Brokkoli-Röschen und Kirschtomaten unterheben und warm werden lassen. Die Nudeln mit Pinienkernen und Basilikum bestreut servieren. 



Das Rezept hat mich aus der Zeitschrift E&T 2/2013 angelacht, dort werden Mandeln statt Pinienkerne verwendet und noch ein bisschen geschnittenes Basilikum unter die Nudeln gehoben. Ich habe es zudem an meine Mengenvorlieben angepasst. Ach und übrigens fällt mir gerade auf, dass man auf dem Bild keine einzige Rosine sieht. Aber sie waren drin, ich schwöre! :-)


Sonntag, 3. Februar 2013

Ruckizucki Prä- und theoretisch auch Post-Urlaubsküche: Fettuccine mit Zucchini, Kürbiskernen und Kirschtomaten

Nach einer wunderbaren Snowboard-Woche in den Kitzbüheler Alpen habe ich folgendes zu verzeichnen: 
- Monsterhämatome: Weil ich mich auch beim x-ten Mal durch einen galanten Schuss in die Waden vom Sessellift niedermähen ließ. 
- Verbesserung des Snowboard-Trick-Repertoires: Zwar immer noch kein Haakon-Flip oder Frontside-Bluntslide-to-fakie, dafür exzellent ausgeführte 1080°C-(auf dem Boden)-to-face-to-snow (aber zum Glück nicht to-Krankenhaus). 
- Einen leeren Kühlschrank: Deswegen gibt es exorbitant fett-triefende Familienpizza vom Lieferservice und für euch ein Rezept, das ich schon vor dem Urlaub ausprobiert habe, nur keine Zeit mehr zum Aufschreiben hatte. Dabei ist es ideal, wenn man wenig Zeit zum Kochen und Lust auf einen riesengroßen Teller Wohlfühlpasta hat.



Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 

2 EL Kürbiskerne
1 Zucchini
250 g Fettucine
1 EL Olivenöl
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten
1 Handvoll Kirschtomaten
150 g Fetakäse
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Kürbiskerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett erhitzen und ein paar Minuten anrösten. Herausnehmen und beiseite stellen. Zucchini mit einem Gemüseschäler in feine Streifen schneiden. Fettucine in einem großen Topf mit Salzwasser al dente kochen. Öl in der Pfanne erhitzen und Schalotten darin glasig dünsten. Knoblauch dazugeben, kurz mit dünsten, dann Chili und Zucchinistreifen dazugeben und bei mittlerer Hitze anbraten. Zum Schluss die Kirschtomaten mit in die Pfanne geben und ca. 2 Minuten mit anbraten. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Fettucine abgießen, dabei 3 EL Kochwasser auffangen und zusammen mit den Fettucine und den Kürbiskernen zum Gemüse mit in die Pfanne geben. Gut miteinander vermischen, Fetakäse darüber bröckeln, vorsichtig unterheben und ggf. noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Habt einen tollen Wochenstart, bis bald!

Freitag, 6. Januar 2012

We live on: Reisnudelsalat mit Erdnussbutterdressing und gebratenem Hühnchen

„Olympische Spiele und der Weltuntergang – Der Kalender für 2012 ist mit vielen Terminen bereits gut bestückt“ – so titelte die Südhessen Woche am vergangenen Mittwoch. Ich habe für mich persönlich beschlossen, den Weltuntergang in diesem Jahr ausfallen zu lassen, und ich würde mich wie verrückt freuen, wenn ihr das auch so macht. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wunderbares, gesundes Neues Jahr mit glücklichen Momenten, zuversichtlichem Denken und viel Zeit mit lieben Freunden und der Familie! 
Naja, und was die olympischen Spiele betrifft: Meine früher doch recht ambitionierte Reiterei hat sich mittlerweile in ein gemütliches Hobby verwandelt und seit es dieses Pferd gibt, steht der Dressursport auch in einem ... äh, sagen wir ungünstigen Verhältnis zu meiner Kaufkraft. Dafür laufe ich jetzt einfach mehr. Sonntags immer 10 Kilometer und unter der Woche kleine, schnelle Flitz-Einheiten oder entspannte Runden durch den Wald, eingeschoben wann es eben passt. Ich schreibe das hier jetzt als kleinen Ansporn für mich, weil ich doch wieder auf einen Halbmarathon trainieren möchte, aber natürlich hoffe ich insgeheim, dass ihr das ganz schnell wieder vergesst, falls ich es doch aus Gründen des inneren Schweinehunds und Zeitmangel auf nächstes Jahr verschieben muss. ;-) 
So, jetzt geht es mal wieder ran an die Kochlöffel: Heute haben die Heiligen drei Könige abgeliefert, jetzt warte ich quasi auf den Frühling. Zwar möchte ich immer noch behaupten, dass Herbst und Winter meine liebsten Jahreszeiten sind, allerdings beschränkt sich das beim Winter ganz offensichtlich nur auf die Weihnachtszeit. Jetzt brauche ich bitte auch keinen Schnee mehr, dafür nach den ganzen Plätzchen und Gänsekeulen erstmal mehr Grün auf dem Teller!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 
100 g Reisnudeln 
1 rote Paprika, in feine Streifen geschnitten 
1 Karotte, in dünne Scheiben gehobelt 
1 Handvoll Blattspinat, gewaschen, Strunk entfernt und grob geschnitten (geht auch TK) 
1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten 
1 hartgekochtes Ei, gepellt und in Stücke gehackt
3 EL Erdnussöl 
180 g mageres Hühnerfleisch, in kleine Stücke geschnitten 
Etwas Sojasauce zum Ablöschen 

Für das Dressing: 
3 EL Erdnussbutter (ungesalzenes Naturprodukt, gibt´s z.B. im Bioladen)
2 EL helle Sojasauce 
Saft von einer Limette 
1 TL Agavendicksaft (ersatzweise Honig) 
1 EL Reisessig 
1 TL frisch geriebenen Ingwer 
1 Knoblauchzehe, zerdrückt 
½ rote Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe schnitten. 

Ups, mit diesem Bild ist die Identität unserer prominenten Zitrusfrüchtepresse wohl gelüftet ... 


Nudeln in einem Topf mit gesalzenem Wasser etwa 3 Minuten kochen, abgießen und mit sehr kaltem Wasser spülen, damit der Garprozess gestoppt wird und die Nudeln schon ein bisschen abkühlen. Gut abtropfen lassen und zusammen mit der Paprika, der Karotte, dem Spinat und der Frühlingszwiebel in eine große Schüssel geben. Gut vermischen, so dass sich das Gemüse gleichmäßig unter den Nudeln verteilt. 
Für das Dressing die Erdnussbutter mit der Sojasauce, Limettensaft, Agavendicksaft und Reisessig vermischen. Ingwer, Knoblauchzehe und Chili unterrühren und ggf. noch einmal mit Sojasauce oder Reisessig nachwürzen (die Nudeln saugen Salz und Säure später ziemlich auf). Salat beiseite stellen und durchziehen lassen. Währenddessen Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und das Hühnerfleisch scharf darin anbraten, bis es Farbe annimmt. Mit einem Schuss Sojasauce ablöschen und die Pfanne noch ein bisschen hin und her schwenken, damit das Hühnchen rundum mit Sojasauce benetzt und schön dunkel ist. Salat auf zwei Schälchen verteilen und mit dem Hühnchenfleisch und Ei bestreut servieren. 


Das Erdnussdressing macht den Salat ein bisschen mächtiger, durch die Limette ist er aber dennoch schön frisch. Das Ei lasse ich nächstes Mal weg, es hat nicht wirklich gut dazu gepasst – ganz im Gegensatz zu dem knusprig gebratenen Hühnchen. Die Idee für das Dressing habe ich aus dem Buch „Cook in Boots“ von Ravinder Bhogal abgekuckt, das im letzten Jahr zu meinem Mini-Buchpaket aus Amsterdam gehörte. Mengen- und zutatenmäßig habe ich wieder ein bisschen herumgetüftelt, aber das ist ja nichts Neues. ;-) 

Montag, 19. September 2011

Fast kein Rest vom Fest: Glasnudelsalat mit Hackfleisch und Limette

Am Wochenende gab es ein kleines Fest und nachdem ich gestern die Übernachtungsgäste, die auch noch zum Frühstück geblieben sind, verabschiedet habe, konnte ich mich gerade noch auf´s Sofa schleppen und habe den Rest des Tages leicht komatös auf selbigem verbracht und viel nachgedacht. Darüber, wie viel Spaß es gemacht hat, und darüber, dass Zeit mit der Familie und lieben Freunden zu verbringen doch das allerschönste und wichtigste im Leben überhaupt ist. Ich habe es sehr genossen mit meinen Lieben bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen, zu plaudern und zu feiern. Hier steht dann auch das Essen definitiv im Hintergrund, viel interessanter ist es, über alte Zeiten und brandheiße Neuigkeiten zu reden oder dabei zu sein, wenn Tante und Onkel mütterlicherseits und Tante und Onkel väterlicherseits neben dem eigentlichen Anlass auch gleich noch auf ihr Wiedersehen nach Jahrzehnten anstoßen können. Aaaber: Ein bisschen was zu knabbern nebenbei ist doch ganz schön und frei nach dem Motto "wer trinkt muss auch essen" habe ich ein kleines Buffet gerichtet, das für den Abend nicht zu viel und (hoffentlich) auch nicht zu wenig war. Was einigen dabei besonders gut geschmeckt hat, war ein feiner Glasnudelsalat mit Limettendressing und knusprig gebratenem Hackfleisch. Meine Cousine wollte gerne das Rezept haben, also gibt es heute zwar nur ein ziemlich abgegrastes Foto vom letzten Rest in der Schüssel, auf dem man nicht mehr viel erkennt, aber stellt euch einfach einen herrlich nach Limette duftenden Salat mit frisch gehackten Frühlingszwiebeln und bunten Chiliringen vor. Zum Fotografieren hatte ich auf der Party selbst keine Zeit und irgendwie auch keine Lust. ;-) Das Rezept stammt von Jamie Oliver (Jamie´s Kitchen), ich habe allerdings ein paar Sachen weggelassen und statt 5-Gewürze-Pulver Garam Masala verwendet, was sich als gute Alternative herausgestellt hat.



Hier kommt das Rezept (ich habe hier die Zutaten schon so angepasst, wie ich es gemacht habe. Auf der Party waren 20 Leute, wenn es noch mehr Auswahl am Buffet gibt sollte diese Menge genügen, so dass jeder eine kleine Portion probieren kann):

300 g Glasnudeln
5 EL Olivenöl
400 g Hackfleisch
3 TL Garam Masala
2 Knoblauchzehen, gerieben
2 gehäufte TL geriebener Ingwer
3 TL Zucker 
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
5 EL frisch gepresster Limettensaft
3 EL Fischsauce (Nam Pla, aus dem Asia-Shop)
1 rote Chilischote
1 grüne Chilischote
Salz, Pfeffer

Die Nudeln in eine Schüssel mit warmem Wasser legen und weich werden lassen. Abseihen und wieder in die Schüssel füllen. Einen Pfanne kräftig erhitzen, das Olivenöl eingießen und das Hackfleisch mit dem Garam Masala anbraten. Es soll schön braun und krümelig werden. Knoblauch, Ingwer und Zucker dazugeben und unter rühren weiter braten. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Inhalt zu den Glasnudeln geben. Frühlingszwiebeln, Limettensaft, Fischsauce und Chilis dazugeben und alles gut miteinander vermischen. Mit Salz und Pfeffer würden und ggf. nochmal mit mehr Limettensaft und Fischsauce abschmecken. 


Neben dem Glasnudelsalat gab es einen Hirsesalat mit Gemüse und Kräutern, Mini-Hackbällchen, Tsatziki, Hummus, köstliche Zucchini-Röllchen mit Ziegenfrischkäse nach einem Rezept von Gourmandises Végétariennes, eine Lachsplatte mit Meerettich, eine Käseplatte mit Trauben von Omas Reben, eine feine Tarte mit karamellisierten Zwiebeln nach einem Rezept von Flowers on my Plate, selbstgemachte Kräuterbutter, in Basilikumöl marinierte Tomaten-Mozzarella-Spießchen, eingelegte Oliven mit Fetakäse und getrockneten Tomaten, meine obligatorischen Partyschneckchen, einmal mit Speck, einmal mit Spinat und Fetakäse, feines Sauerteig-Krustenbrot, noch mal den Schokoladenkuchen vom letzten Posting und ein Schwarzwälder Tiramisu. 

Mittwoch, 17. August 2011

Test one, two ... : Chinesische Nudelsuppe mit Pak Choi-Koriander-Hackbällchen

Zur Zeit befinde ich mich in einer Koriander-Testphase. Schon immer mochte ich das gemahlene Gewürz gerne, das Kraut bescherte mir allerdings Alpträume. Schrecklich metallischer Geschmack und dieser Geruch, uuaaahhh!! Not nice. Weil ich die asiatische Küche aber ganz gerne mag, beinhaltet ein ziemlich großer Teil der Rezepte, die ich irgendwann einmal noch ausprobieren möchte, frisches Korianderkraut als Zutat. Das habe ich bisher immer ohne mit der Wimper zu zucken mit dem ersetzt, was gerade an anderen Kräutern da war. Nun verleiht aber der Zusatz "mit Petersilie und Schnittlauch" einem balinesischen Meeresfrüchtecurry oder einer thailändischen Tom Yam Kum irgendwie einen Touch gutbürgerlich deutscher Küche und ich habe immer ein bisschen Bedenken, ob nicht doch gerade das Korianderkraut einem solchen Gericht den letzten Schliff gibt. Begründet, ich weiß. Und dazu habe ich bei mir auch schon bemerkt, dass mir manche Sachen nach ein paar Mal essen dann doch ganz gut schmecken, oder ich sie zumindest "so seltsam" finde, dass ich sie dauernd essen muss, weil deren Geschmack auf einmal so faszinierend-komisch ist. So ist das zum Beispiel mit Lakritz, einerseits verziehe ich das Gesicht und die Augen treten aus den Höhlen, andererseits schmeckt es irgendwie lecker und abgefahren. Äh, ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Korianderkraut bekommt noch eine Chance, hier mit einem Rezept, bei dem es in Fleischbällchen verpackt ist und sich geschmacklich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen kann. 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
1 EL Erdnussöl
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, fein gerieben
150 g Pak Choi, in feine Streifen geschnitten
300 g Hackfleisch (vom Schwein oder gemischt)
1 Eiweiß
1 TL Speisestärke
1/4 TL weißer Pfeffer, gemahlen
4 EL Sojasauce
2 EL chinesischer Reiswein
3 Frühlingszwiebeln
2 Stengel Koriandergrün
1 l kräftige Hühnerbrühe
150 g Mie-Nudeln

Erdnussöl in einem Wok (oder einem Topf) erhitzen. Knoblauch, die Hälfte des Ingwers und den Pak Choi 3 Minuten braten. Beiseite stellen und kurz abkühlen lassen. Inhalt des Woks in eine Schüssel geben und mit Hackfleisch, dem Eiweiß, der Stärke, dem Pfeffer, 2 EL Sojasauce, 1 EL Reiswein, und je der Hälfte der Frühlingszwiebeln und des Korianders mischen. Die Masse 30 Minuten kalt stellen. Dann aus der Masse mit den Händen kleine Bällchen formen (ca. 3 cm Durchmesser).
Die Brühe in den Wok geben und aufkochen, Hitze reduzieren und leise köcheln lassen. Restlichen Ingwer, Sojasauce und Reiswein dazugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Die Bällchen dazugeben und ca. 10 Minuten kochen, bis sie gar sind und nach oben steigen.
Währenddessen die Nudeln in kochendem Salzwasser 2 Minuten kochen, bis sie sich voneinander trennen lassen. Abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Nudeln in Schalen verteilen und die Suppe mit den Hackbällchen darüber schöpfen. Mit den restlichen Frühlingszwiebeln und dem Koriander dekorieren und servieren.


Fazit: Test bestanden, die Suppe war lecker und ich bin bereit für eine Dosiserhöhung, was das Kraut betrifft. Ach, und ich habe diesmal sogar Korianderkraut mit Wurzeln bekommen, was ich mit denen anstelle, muss ich mir noch überlegen ...