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Montag, 4. August 2014

Mango-Avocado-Salat mit gegrillten Halloumi-Ananas-Spießen: Beilagenfreuden

Hups, schon August! Bevor ich mich nach quasi nicht vorhandener Präsenz auch schon wieder in den Sommerurlaub verabschiede, möchte ich euch noch schnell eines meiner neuen Sternchen am Grillhimmel zeigen. In letzter Zeit haben wir seeehr oft gegrillt. Experimentierfreudig war ich dabei allerdings nur beim Wein. Stattdessen wurde, was Beilagen und Grillgut betrifft, auf Altbewährtes zurückgegriffen. Zum Beispiel auf 

  • den besten italienischen Nudelsalat der Welt von der famosen Lisa (die immer noch ein Phantom ist, aber eines, dem es zu huldigen gilt!) 
  • den roten Couscous-Salat mit viiiel Fetakäse (mit dem ich mich tatsächlich fast immer ins Koma esse) 
  • den unaussprechlichen Salat (der, nachdem eine Freundin meinte „du, das sieht ja aus wie kleine Baby-Maden“, nun auch noch mit einem fiesen Bild behaftet ist) 
  • die Panzanella von Jamie Oliver (die meine Kapernaversion nachhaltig geheilt hat) 
  • die Saté-Spießchen (die sich auch 1a als Büroessen machen) 
  • eigens von der Mama aus Freiburg eingefahrene Merguez (vom Blatter aus Littenweiler, best Fleischtheke in town!) 
Einen Salat musste ich dann aber doch noch unbedingt ausprobieren, weil ich Avocados ohnehin liebe und die Vinaigrette mit Wildblütenhonig und Chili so lecker klang. Und - tataaaahh - er war auch superlecker und alle Zeichen stehen gut, dass er bei mir auch auf die Liste der altbewährten Grill- und Beilagenfreuden kommt. Ach, und die Spießchen sind auch nett, Ananas solltet ihr dafür aber schon sehr mögen, deren Geschmack dominiert nämlich extrem.

Mango-Avocado-Salat


Hier kommt das Rezept für den Mango-Avocado-Salat mit gegrillten Halloumi-Ananas-Spießen für 2 Personen 

Für die Vinaigrette: 
2 Chilischoten, getrocknet (Bird Eye) 
1 Lorbeerblatt 
60 g Honig 
30 ml Limettensaft 
2 EL Maracujasaft 
50 ml Olivenöl 
50 ml Erdnussöl 
1 Handvoll Petersilie, fein gehackt 

Für den Salat: 
1 kleine Mango 
2 Tomaten 
1 Avocado 
2-3 Frühlingszwiebeln 

Für die Spießchen: 
1 Limette 
1 Knobauchzehe 
30 ml Olivenöl 
50 ml Sojasauce 
etwa 250 g Ananas 
250 g Halloumi Grillkäse 

Sonstiges: 4 Holzspieße 

Chilischoten grob hacken und zusammen mit dem Lorberblatt und Honig aufkochen. Die Masse durch ein Sieb passieren und kurz abkühlen lassen, dann Limettensaft und Maracujasaft unterrühren und beide Ölsorten unterarbeiten (geht am besten mit dem Pürierstab). Fein gehackte Petersilie dazu geben und die Vinaigrette salzen und pfeffern. 
Jetzt bitte den Grill schon mal anschmeißen und die Holzspieße in kaltes Wasser legen, dann sind sie später leichter zu handhaben bzw. der Halloumi und die Ananas gehen wieder besser runter. Mango schälen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Tomaten kurz in siedendem Wasser blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken, häuten und in Würfel schneiden. Avocado schälen, Kern entfernen und ebenfalls in Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Alles zusammen mit der Vinaigrette in eine Schüssel geben und etwa 20 Minuten durchziehen lassen. 

Für die Spießchen Limettenschale abreiben, Saft auspressen. Knoblauch schälen und fein hacken. Beides mit Olivenöl und Sojasauce verrühren. Ananas schälen, Strunk und harte Stellen entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Halloumi ebenfalls in Würfel schneiden und zusammen mit der Ananas für 20 Minuten in der Sojamarinade ziehen lassen. 
Halloumi und Ananas abwechselnd auf die Spieße stecken und auf dem heißen Grill etwa 5 Minuten grillen, dabei ab und zu mal wenden. Zusammen mit dem Mango-Avocado-Salat servieren. 

Halloumi-Ananas-Spieße


Das Rezept stammt aus der Zeitschrift Slowly Veggie No.3, ich habe nur ein paar Sachen nach Gusto angepasst. Im Originalrezept wird übrigens Maracuja-Fruchtfleisch mitsamt Kernen unter die Vinaigrette gerührt – sieht sicher grandios aus und macht das ganze noch toller, ich konnte aber keine einzige Maracuja auftreiben und habe stattdessen den Saft genommen, den ich sonst immer in meinen Malibu kippe. ;-) Habt noch einen schönen Sommer, ich melde mich im September wieder – erholt, braungebrannt und mit portugiesischen Reiseaccessoires.

Montag, 29. Juli 2013

Rucola-Salat mit gegrillten Weinbergpfirsichen und Büffelmozzarella: Blitzgericht bei Sommergewitter

Wenn es nach ein paar sehr heißen Tagen regnet, werden die Tropfen oft zu Bindfäden und begleitet von Blitz und Donner. Eigentlich mag ich Gewitter wirklich gerne. Ich liebe diese Stimmung, wenn sich die Welt da draußen auf einmal verdunkelt, wenn die Luft fast knistert und der Wind durch die Blätter und meine Haare rauscht. Am schönsten ist es, wenn man draußen ist und die Gewitterluft riechen kann, die erfrischende Kühle einen umfängt und man die Umgebung stiller werden hört, ganz so, als überlasse sie das Wort nun der Natur. Als Kind bin ich dabei seelenruhig weiter meine Bahnen geschwommen oder mit dem Rad am Fluss entlang gefahren, sehr zum Schrecken meiner Mutter, die mich schon Comic-like mit Elektrizität bis ins Mark erschüttert und nur noch als zackiges Männchen durch die Gegend wandeln sah. Ich dagegen war felsenfest davon überzeugt: Wer Turnschuhe mit Klettverschluss trägt, ist so cool, dass ihm nicht mal die Naturgewalten etwas anhaben können.


Heute mache ich es mir mit einem guten Buch auf dem Lieblingssessel gemütlich, wenn es draußen donnert und blitzt, oder mache mit einem schönen bunten Salat mit gegrillten Pfirsichen mein persönliches Konterprogramm zu dunklen Gewitterwolken. Ich esse übrigens zum ersten Mal Weinbergpfirsiche. Oder Plattpfirsiche. Oder Ufo-Pfirsiche. Sie haben mich auf dem Markt so angelacht und waren noch knackiger als die runden – was mir fürs Grillen gerade Recht kam. Zusammen mit kräftigem Büffelmozzarella, scharfem Rucola und duftendem Basilikum steht so ruckzuck ein zum Wetter sprichwörtlich passend wahres Blitzgericht auf dem Tisch. Ach so, ja. Grillen bei Gewitter ist natürlich so eine Sache: Weil ich mir das mit dem Dasein als Zickzackmännchen im Nachhinein noch mal überlegt habe, habe ich die Pfirsiche und das Brot einfach auf dem Tischgrill geröstet. Geht natürlich auch im Backofen und zur Not in der Bratpfanne. Letztere gibt halt nicht so schöne Streifen, aber darüber kommen wir hinweg, oder?




Hier kommt das Rezept für Rucola-Salat mit gegrillten Weinbergpfirsichen für 2 Portionen: 


1 Handvoll 
Kopfsalatblätter 
1 Handvoll Rucola 
1 kl. Handvoll Basilikum 
2 Weinbergpfirsiche 
1 Kugel Büffelmozzarella 
2 EL Olivenöl 
2 EL Pinienkerne 
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer 

Für das Dressing 
5 EL Olivenöl 
3 EL Balsamico-Essig 
Einen guten Schuss Honig (etwa 1 EL) 
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Außerdem: Etwas Weißbrot (geht auch prima als Resteverwertung mit Brot vom Vortag, es soll sowieso schön knusprig werden), Olivenöl, Salz, Pfeffer, Basilikum



Zubereitung: Salat waschen und gut trockenschleudern. Basilikumblätter abzupfen. Pfirsiche entkernen und Fruchtfleisch in ca ½ cm dicke Spalten oder Scheiben schneiden. Mozzarella in Stücke zupfen und auf einem Teller mit Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer marinieren. Für das Dressing alle Zutaten in einem Shaker gut vermischen, bis sich eine Emulsion bildet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, beiseite stellen. Salate und Basilikumblätter auf zwei Tellern anrichten, marinierten Mozzarrella darüber geben und mit Dressing beträufeln. Die Pfirsichspalten auf dem heißen Grill kurz von beiden Seiten je eine Minute anbraten und auf dem Salat verteilen. Pinienkerne über den Salat streuen. (Ich habe die Pfirsiche vor dem Grillen übrigens mit etwas Dressing beträufelt, man kann sie aber auch nur pfeffern und mit Olivenöl benetzen.) Weißbrot in Scheiben schneiden, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem Grill auf beiden Seiten kurz anrösten und mit gehacktem Basilikum bestreuen. Zum Salat servieren.



Habt eine schöne Sommerwoche, bis bald!

Dienstag, 29. Mai 2012

Es ist angegrillt: Hähnchen mit Piment d’Espelette, Halloumi-Zucchini-Röllchen, Grillgemüse mit Tomaten und Mozzarella und der unaussprechliche Salat

Ahhhh! Der Geruch von schwelender Holzkohle und Fett, das von riesenhaften T-Bone-Steaks zischend in die Glut tropft, dazu großbrandartige Rauchentwicklung, muskelbepackte Kerle, die sich um die Pole Position am Grill kloppen, ploppende Bierflaschen und wummernde Bässe – soweit wahrscheinlich das Szenario, hätte ich nur mal T-Bone-Steaks im Haus gehabt! Stattdessen gab´s quasi Mädchengrillen vom Elektrogrill, mit Hühnchen und „vegetarischem Gedönse“, wie unverschämterweise meine leckeren Beilagen bezeichnet wurden. Die mir übrigens allesamt so gut geschmeckt haben, dass es das Fleisch gar nicht gebraucht hätte. 



Hier kommen die Rezepte (jeweils für ca. 2-3 Portionen): 

Für das Hähnchen: 
2 Hähnchenbrüste ohne Haut 
5 EL Olivenöl 
1 EL Honig 
1 Knoblauchzehe 
1 EL Thymianblättchen 
Salz 
½ TL Piment d’Espelette 
4 Stengel Thymian 
2 Scheiben Parmaschinken 

Hähnchenbrüste jeweils längs halbieren. Aus den übrigen Zutaten (bis auf den Parmaschinken) in einer Schüssel eine Marinade anrühren. Hähnchenbrüste einlegen und mit Folie bedeckt mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, dabei evtl. 1-2 Mal durchmischen. Parmaschinken jeweils der Länge nach halbieren. Je 1 Stück Hähnchenbrust mit einem Thymianzweig belegen und mit einer halben Scheibe Parmaschinken umwickeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 8 Minuten braten, bis das Hähnchen gar ist. 


Für die Halloumi-Zucchini-Röllchen: 
1 kleine Zucchini 
Salz 
ca. 1 EL Harissa (scharfe Chili-Paste) 
80 g Halloumi, in 8 dünne Scheiben geschnitten (griechischer Grillkäse) 

Zucchini waschen und Enden abschneiden. Mit einem Sparschäler von der Zucchini 8 dünne Streifen schneiden. Rest anderweitig verwenden. Die Streifen jeweils mit wenig Salz bestreuen und mit etwas Harissa bestreichen. Jeweils mit einer Scheibe Halloumi belegen und aufrollen. Mit Zahnstochern feststecken und mit Olivenöl beträufeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 1-2 Minuten grillen. 


Für das Grillgemüse mit Tomaten-Mozzarella-Vinaigrette: 
5 EL Olivenöl 
2 EL Zitronensaft 
1 TL Honig 
Salz, Pfeffer 
½ Kugel Mozzarella (ca. 60 g) 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten 
6 Stangen grüner Spargel 
4 Frühlingszwiebeln 

3 EL Olivenöl, Zitronensaft und Honig in einer kleinen Schale miteinander verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mozzarella in kleine Stücke schneiden, Kirschtomaten vierteln und zusammen mit dem Mozzarella zur Vinaigrette geben. Bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank durchziehen lassen. Zum Grillen die unteren Spargelenden abschneiden, die Stangen im unteren Drittel schälen und einmal längs halbieren. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und ebenfalls der Länge nach halbieren. Mit restlichem Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Beiseite stellen. Gemüse auf dem heißen Grill 6-7 Minuten grillen, dabei ab und zu wenden. Auf dem Teller dann den Tomaten-Mozzarella-Salat darüber verteilen und mit Pinienkernen bestreuen. 



Für den Kritharaki-Salat: 
100 g Kritharaki-Nudeln (Risoni) 
1 Handvoll Kirschtomaten 
2 EL Olivenöl 
1 EL Zitronensaft 
Salz, Pfeffer 
1 TL eingelegter grüner Pfeffer 
1 TL Flüssigkeit aus dem Glas 
1 kleine Handvoll schwarze Oliven 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 

Kritharaki-Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen, abgießen und über einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Kirschtomaten waschen und in einer Schüssel mit der Hand zerdrücken. Olivenöl und Zitronensaft dazugeben und gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eingelegten Pfeffer sowie 1 TL der dazugehörigen Flüssigkeit aus dem Glas hinzufügen und unterrühren. Kritharaki-Nudeln, Oliven, Petersilie und Frühlingszwiebeln dazugeben und alles gut vermengen. 

Der unaussprechliche Salat heißt bei mir übrigens wegen diesen Kritharaki-Nudeln so. Ich sage vorzugsweise Kiritaki-Nudeln. Sagt das bitte dreimal hintereinander und es ist für alle Zeiten ins Gehirn eingemeißelt, dabei ist Kiritaki ein Dörfchen in Neuseeland und hat mit meiner kleinen Grillparty am Wochenende so rein gar nichts zu tun. Ich KÖNNTE natürlich auch „Risoni“ sagen, aber das wäre ja irgendwie auch zu einfach. ;-) Für die Rezepte habe ich mich aus alten Kreativ Küche-Heftchen inspirieren lassen. Irgendwie ist es immer wieder lustig, wie viele "neue" Rezepte man entdeckt, wenn man Zeitschriften nach ein paar Monaten oder Jahren wieder durchblättert. Eine gute Ausrede, um ganze Jahrgänge zu horten und so langsam auch das Arbeitszimmer des Mannes in Beschlag zu nehmen, harr harr! 

Sonntag, 28. August 2011

Es geht auch ohne Waffel: Gegrillte Wassermelone mit Sauerrahm-Orangen-Eis

Neulich ist mir mal aufgefallen, dass ich schon seit Jahren keine Eis-Waffelhörnchen mehr gegessen habe. Zumindest nicht komplett. Früher als Kind konnte ich davon gar nicht genug bekommen und das Eis wurde ruckzuck weggewuppt, nur damit ich möglichst schnell an die Waffel kam. Die Krönung waren diese frisch gebackenen Riesenwaffeln vom Mövenpick-Stand im Freiburger Bursengang, die wir uns für ein paar Pfennig so ganz ohne Eis gekauft haben. Wir hatten sogar einen eigenen Schlachtruf, den wir nach erfolgreicher Beutesicherung zum Besten gaben: Die Zeigefinger rechts und links in die Mundwinkel stecken, weeeiiiit auseinander ziehen, je weiter man zieht desto größer ist nämlich der schockierte-Passantenblicke-Effekt über die verkommenen Zehnjährigen, und dreimal hintereinander so laut es geht "Mö-ven-pick!" brüllen (ihr könnt es gerne ausprobieren, ich wette das "p" bekommt keiner hin). Dann kurz die Rüge von den Erziehungsberechtigten einkassieren, kichern und verschwörerische Blicke mit dem Kumpanen austauschen und dann weiter an der Waffel knuspern. Jedenfalls wurden im Laufe der Jahre die Eiswaffeln an den Verkaufsständen immer schlechter und mein Appetit darauf versiegte schließlich gänzlich. Feine, knusprige, selbstgemachte Waffeln, wie zum Beispiel die von Chef Hansen, würde ich gerne einmal wieder essen, aber so lange ich keine Hörnchenmaschine habe (oder keinen persönlichen Hörnchen-Lieferanten), gibt´s die Eisrezepte eben weiterhin ohne Knusperzulage, dafür diesmal mit Obst.


Hier kommt das Rezept für zwei Portionen: 
Für das Eis: 
1 Blatt Gelatine 
2 kleine Eigelb 
80 g Zucker 
2 TL Vanillezucker 
2 unbehandelte Orangen 
Saft von ½ Zitrone 
2 EL Weißwein 
65 ml Sahne 
65 g saure Sahne 

Außerdem: 
¼ Wassermelone 
Minze für die Garnitur 

Für das Eis die Gelatine ca. 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker zu einer Schaummasse aufschlagen. Die abgeriebene Schale einer halben Orange, den ausgepressten Saft aller Orangen, den Zitronensaft und den Weißwein unterrühren. Das Gemisch in einen Topf geben und unter Rühren bei mäßiger Hitze schlagen, bis die Masse sämig wird, aber nicht kochen! Die Masse vom Herd nehmen und kurz weiterschlagen, damit sie nicht gerinnt. Die eingeweichte Gelatine gut ausdrücken und unter die warme Masse rühren. Unter häufigem Durchschlagen die Masse abkühlen lassen, dann kalt stellen. Die Sahne steif schlagen und mit der sauren Sahne unter die gut abgekühlte Creme ziehen. In einem Gefäß im Gefrierfach fest werden lassen, dabei alle 30 Minuten umrühren bzw. am besten gleich in der Eismaschine zubereiten (so habe ich es gemacht). Das Melonenviertel in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden und den grünen Rand entfernen. In einer Grillpfanne die Melonenscheiben beidseitig goldbraun anbraten und auf die Teller verteilen. Das Eis drauf geben und mit Minze garniert servieren. 


Das Rezept stammt aus dem Buch "Lust auf Land Sommerküche". Die Kombination mit der warmen Melone fand ich zuerst ein bisschen verwunderlich, da Melone im Sommer mein liebstes Durstlöscher-Obst ist, und ich sie am liebsten eiskalt aus dem Kühlschrank esse. Aber dieser warme austretende Melonensaft, der sich dann mit dem fruchtigen Eis vermischt hat, das ... ja, das war schon gut. 


Wir haben übrigens jahrelang ohne Zitruspresse gelebt und ich habe die paar mal "Saft von einer Zitrone", die in Rezepten gefordert wurden, immer bekommen, indem ich erst sämtliche Finger ins Fruchtfleisch gekrallt und die Zitrone (oder was auch immer) dann rabiat in der Faust zerquetscht habe. Vor ein paar Monaten haben wir aber quasi prominente Unterstützung geschenkt bekommen. Die Dame wollte bei ihrem Orangensaftbad jedoch gerne inkognito bleiben, ich bitte um Verständnis. 

Montag, 30. Mai 2011

Höllenscharf: Gegrillte Lammkotelettes mit Harissa und Kartoffelspalten

"Määäähr", ist eigentlich alles, was mir zu diesen kleinen scharfen Lammkotelettes einfällt. Sie gehören zu meinen Lieblings-Grillrezepten und sind sooo unglaublich einfach zuzubereiten. Eigentlich ist es gar kein wirkliches Rezept, weil man ja praktisch nur die Tube öffnen muss, und es ist mir schon fast ein bisschen peinlich es hier aufzuschreiben. Aber wenn´s halt so gut schmeckt, gell! Ein bisschen mehr Schärfe solltet ihr dafür allerdings schon vertragen, denn diesbezüglich sind das hier beileibe keine Unschuldslämmchen. In Zeiten von Currywurstbuden mit Schärfegraden bis "FBI" (f***ing burning injection, hat das schonmal jemand gegessen? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch, du bist verrückt!) und Online-Shops, bei denen man Bhut Jolokia kiloweise kaufen kann, sollte das aber doch kein Problem sein, oder? Und wenn euch jemand fragt, warum ihr so eine knallrote Birne habt, sagt ihr einfach: "Partnerlook mit Harissa". ;-)


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
8 kleine Lammkotelettes
3 EL Harissa-Paste (eine rote Chili-Paste, gibt´s meist sogar in normalen Supermärkten)
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 EL Olivenöl

Für die Kartoffeln:
5 EL Olivenöl
500 g Kartoffeln, geschält und in Spalten geschnitten
1-2 Zweige Rosmarin, grob gehackt
Meersalz

Die Lammkotelettes waschen und trocken tupfen. Harissa-Paste mit Kreuzkümmel und Olivenöl glatt rühren. Die Lammkotelettes auf beiden Seiten mit der Paste bestreichen und bis zur weiteren Verwendung (mind. 1 Stunde) in den Kühlschrank stellen. 
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Kartoffelspalten dazu geben und bei mittlerer bis starker Hitze unter Wenden in ca. 20 Minuten knusprig braun braten. Rosmarin dazugeben und kurz mitbraten, zum Schluss reichlich salzen.
Die Lammkotelettes auf einem Grill auf jeder Seite ca. 3-4 Minuten grillen (je nach Größe). Zusammen mit den Kartoffelspalten anrichten.


Harissa kann man übrigens auch leicht selbst herstellen, Rezepte dafür gibt es viele im Netz. Allerdings finde ich, dass sich für einen nur gelegentlichen Verbrauch der Aufwand kaum lohnt, und so ein Tübchen hält lange, auch ohne Konservierungsstoffe. 

Donnerstag, 28. April 2011

Platz genommen: Beer Butt Chicken

Ich muss schon zugeben, ich kann mich immer noch nicht richtig entscheiden, ob ich es entwürdigend oder eher äußerst cool finde, wie das feiste Hähnchen da so auf der Bierdose thront. Fakt ist jedoch: Diese Art der Zubereitung wollte ich schon immer mal ausprobieren! Puristische Cowgirls (ja klar, und Cowboys, nicht dass die Gender-Polizei uns ertappt...) nehmen zum Würzen des Bierhähnchens nur Meersalz, damit der Biergeschmack nicht von anderen Zutaten übertüncht wird. Die richtig harten unter uns stopfen die Bauchhöhle mit höllisch scharfen Chilischoten aus und setzen den Gockel quasi unter Feuer. Rezepte für Grillhähnchen gibt es, schätze ich mal, so grob an die 627362, denn was die Füllung und die Zusammenstellung der Marinade betrifft, sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe einfach ein bisschen zusammengemischt, was mir in den Sinn gekommen ist und was der Vorrat hergegeben hat und habe damit einen Treffer gelandet, denn das Hähnchen war superlecker!


Hier kommt das Rezept für 2-3 Portionen:

1 ganzes Freilandhähnchen, küchenfertig ausgenommen
1 große Dose Bier

Für die Marinade:
1 kl. Bund Thymian
3 Zweige Rosmarin
4 EL Olivenöl
2 EL Bier
1 TL Zitronensaft
1/4 TL abgeriebene Zitronenschale
1 TL Chilipulver
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL brauner Zucker
Meersalz, Peffer

Bierdose öffnen und erstmal einen großen Schluck nehmen. Kräuter kurz abbrausen und gut ausschütteln. Die Hälfte vom Thymian und den Rosmarin fein hacken. Die übrigen Zutaten für die Marinade gut verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gehackte Kräuter dazu geben. Nun mit den Händen das Hähnchen mit der Marinade einreiben, dabei auch die schwerer zugänglichen Stellen wie z.B. unter den Flügeln berücksichtigen. Die restlichen Thymianzweige von oben in das Hähnchen stecken. Hähnchen in einen großen Gefrierbeutel geben und ggf. mit der restlichen Marinade übergießen, dabei darauf achten, dass auch ein Teil davon ins Innere des Hähnchens läuft. Im Kühlschrank für 2 Stunden marinieren, den Beutel dabei ab und zu wenden, damit sich die Marinade besser verteilt.
Die Dose Bier sollte noch etwa halb voll sein (wie, schon leer? Dann schnell eine neue aufmachen!). Ofen auf 200°C vorheizen. Ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech auf den Boden des Ofens stellen. Das Hähnchen mit der unteren Öffnung über die Bierdose stülpen und auf das Backblech stellen. Für ca. 80-90 Minuten im Ofen braten, dabei nach ca. 50 Minuten mit einer Messerspitze an mehreren Stellen leicht einstechen, dann läuft das Fett besser ab und die Haut wird schön knusprig. Wenn das Hähnchen oben zu dunkel wird, ggf. mit etwas Alufolie abdecken. Nach Ende der Bratzeit das gesamte Blech vorsichtig aus dem Ofen nehmen. Das Hähnchen von der Dose heben (am besten im Waschbecken, falls die Dose umfällt), mit einer Geflügelschere zerlegen und servieren. Dazu schmecken Kartoffelecken oder Weißbrot. Ach ja, und Bier! ;-)


Stilecht wird das Bierhähnchen auf einem Kugelgrill zubereitet, der hoch genug ist, um Hahn und Dose zu beherbergen. So einen großen Grill haben wir leider noch nicht, deswegen musste der Backofen herhalten - das klappt auch wunderbar! Je nach dem wie groß eurer hähnisches Exemplar ist, könnte sich die Garzeit auch etwas verkürzen oder verlängern. Das Fleisch wird jedenfalls supersaftig und befördert euch hoffentlich für ein paar Stunden in den 7. Hähnchen-Himmel!

Sonntag, 11. Juli 2010

Grillmania: Schweinefilet im Salbei-Speckmantel mit Kürbiskernöl-Zucchini und Basilikum-Kürbiskern-Dip

Alter Schwede, ganz schön langer Name für so ein schnell zubereitetes Gericht. Und das bei dieser Hitze, wo das Denken doch eh schon schwer fällt. 40 Grad gestern in Hessen gemessen, wenn das mal kein Grund für Schnappatmung ist! Alles klebt und ist glitschig, in der Stadt riecht´s nach Sonnencreme und ich harre aus, indem ich mir konstant Luft zufächere, mich mit Eiswasser bespritze und Krimis lese, in der Hoffnung, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft. Apropos den Rücken runterlaufen, das ist mir am frühen morgen mit dem eigenen Schweiß auch schon passiert, da war ich unter größter Anstrengung joggen und vor mir lief in einem frischen Duftschwall eine 90-60-90-Blondine mit (Achtung!) hellgrauem Oberteil, ohne ein einziges Anzeichen von Schwitzen! Noch dazu mit perfekter Frisur. Wie macht die das? Wollt ihr wissen, wie ich aussah? 90-60-90 natürlich auch, is klar, ne, aber mein Oberteil war mit undezent dunklen Flecken verziert und die Frisur war praktisch nicht mehr vorhanden. Ähnlichkeiten mit einer Nixe, frisch aus dem Meer entsprungen. Nur mit knallroter Birne anstatt chicem Thalasso-Teint. Eigentlich vollkommen beknackt, wer bei den Temperaturen noch den heißen Grill anwirft. Aber Mut wird belohnt, denn das Schweinefilet und die Zucchini schmecken wahnsinnig gut und entschädigen am Abend so einiges.


Hier kommt das Schweinefilet-Rezept für 3-4 Portionen:
600 g Schweinefilet
Salz, Pfeffer
5 Salbeiblätter
10 dünne Scheiben Bacon

Das Schweinefilet kurz abbrausen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer würzen. Filet mit den Salbeiblättern belegen und die Baconscheiben dicht um das Filet wickeln. Eventuell mit Küchengarn festbinden. Auf dem heißen Grill ca. 25 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden. Zum Anrichten in Scheiben schneiden und mit den Zucchini und dem Dip servieren. Was den Gargrad von Schweinefilet betrifft scheiden sich ja die Geister, ich habe es lieber ganz durchgebraten. 


Für die Kürbiskernöl-Zucchini mit Basilikum-Kürbiskern-Dip:
500g Zucchini
50 ml Olivenöl
3 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer (grob aus der Mühle)
Eine große Hand voll Basilikumblätter
50 g geschälte Kürbiskerne
50 g geriebener Parmesankäse
50 ml Gemüsebrühe
1 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer




Zucchini waschen und in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. Olivenöl und Kürbiskernöl mischen und mit den Zucchinischeiben vermengen. Salzen und mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Für den Dip die Basilikumblätter mit Kürbiskernen, Parmesan, Brühe und Kürbiskernöl mit einem Pürierstab mixen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern, durch die Brühe ist die Masse zumindest schon recht salzig. Zucchini auf dem heißen Grill ca. 5 Minuten von beiden Seiten grillen und mit dem Basilikum-Kürbiskern-Dip servieren.


Das Rezept für das Schweinefilet stammt aus Lust auf Genuss 7/10, die beiden anderen Rezepte in leicht abgewandelter Form aus Kreativ Küche 2/05.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Beeren-Alarm: Johannisbeer-Marmelade, Chutney und ein feiner Sommerkuchen

Letztes Wochenende stand ein Familienfest auf dem Lande an. Für mich immer ein Grund zur Freude, denn das bedeutet praktisch Urlaub. Handy und Laptop bleiben die meiste Zeit aus oder werden schlichtweg vergessen und es gibt keinerlei Verpflichtungen. Außer vielleicht ein gutes Buch lesen, in der Sonne herumhängen, Sektchen schlürfen und nette Verwandtschaftsbesuche tätigen. So kann man leben, oder? Und wenn man sich doch zu etwas entschieden hat, was Arbeit bedeutet, wird es heimlich von der fast 90-jährigen Oma erledigt, bevor man überhaupt dazu kommt. Während die anderen Enkelinnen und ich morgens um 7 noch lange nicht ans Aufstehen denken, hat sie schon einen ganzen Eimer Johannisbeeren aus dem Garten zusammengepflückt, den ich mit nach Hause nehmen darf. Ich habe mich sehr gefreut und natürlich keine einzige Beere verkommen lassen. Zum Frühstück gibt´s ab jetzt feine Johannisbeer-Marmelade mit Schuss auf´s Brötchen, das Saucen-Sortiment für´s Grillen wird um ein süßsaures Chutney ergänzt und - das beste zum Schluss - der Nachmittag wird mit Kaffee und einem wirklich köstlichen Kuchen versüßt. 


Johannisbeermarmelade mit Vanille und Amaretto:
(Für 4-6 Gläser)
1 kg rote Johannisbeeren, Stiele und Blätter entfernt
500 g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
5 EL Amaretto


Johannisbeeren in einen großen Topf geben und grob zerstampfen. Erhitzen und unter Rühren den Gelierzucker und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote dazugeben. 5-10 Minuten kochen lassen und dabei den Schaum abschöpfen, der sich an der Oberfläche bildet. Vom Herd nehmen und den Amaretto gut unterrühren. Noch heiß in saubere Schraubgläser füllen, verschließen und auf den Deckel gestellt abkühlen lassen. Wem die Kerne in der Marmelade nicht gefallen, der sollte das Ganze vor dem Abfüllen durch ein Sieb passieren. Dann gibt´s eben Gelee.

Hübsch beschriftet und mit einer Serviette oder einem Stück Stoff und einem Schleifchen verziert lassen sich die Gläser supergut verschenken. Es geht doch nichts über selbstgemachte Marmelade!

Johannisbeer-Chutney:
(Für 2-3 Gläser)
150 g Schalotten 
1 rote Chilischote
1 EL Zucker
80 ml Rotwein
50 ml Rotwein-Essig
2 Lorbeerblätter
eine Prise Salz
350 g Johannisbeeren, Stiele entfernt
100 g Gelierzucker 2:1


Schalotten in feine Streifen schneiden. Die Chilischote von den Kernen befreien und in Streifen schneiden.  Zusammen mit Zucker, Rotwein, Essig, Lorbeerblättern und Salz in einem Topf zum Kochen bringen und 5 Minuten einkochen lassen. Johannisbeeren dazugeben und Gelierzucker unterrühren. Unter Rühren weitere 5 Minuten sprudelnd kochen und sich bildenden Schaum abschöpfen. Eventuell eine Gelierprobe machen und ggf. mehr Gelierzucker hinzufügen. Allerdings sollte das Chutney nicht so stark gelieren wie Marmelade. Noch heiß in saubere Gläser füllen und verschließen. Auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Hält sich mindestens 2 Wochen im Kühlschrank. Das Chutney schmeckt gut zu gegrilltem Fleisch, aber auch zu Wild und Tafelspitz. 

Und jetzt kommt der Kuchen, den ich übrigens definitiv in meine Sommer-Favoritenliste aufnehmen werde. Gut gekühlt schmeckt er am besten!

Johannisbeer-Schmand-Kuchen: 
(Rezept für 12 Stücke bzw. eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser)
Für den Mürbteig:
200 g Mehl
1/2 TL Backpulver, 1 Prise Salz
75 g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100 g Butter


Für den Belag:
500 g Johannisbeeren
4 Eier
100 g Zucker
1 TL abgeriebene Zitronenschale
Saft von 1/2 Zitrone
50 g sehr fein gemahlene Mandeln
500 g Schmand
Puderzucker zum Bestäuben

Für den Mürbteig alle Zutaten in einer Schüssel mit 1-2 EL kaltem Wasser rasch zu einem glatten Teig verkneten. Eine Tarteform fetten. Teig auf wenig Mehl etwas größer als die Form dünn ausrollen. Die Form mit dem Teig auslegen, dabei einen Rand formen und alles 30 Minuten kalt stellen.


Die Johannisbeeren von den Rispen streifen, kurz unter fließendem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Für den Guss Eier, Zucker und Zitronenschale mit dem Handrührer schaumig schlagen. Zitronensaft und Mandeln unterrühren und den Schmand unterheben. Erst die Hälfte der Johannisbeeren auf dem Mürbteigboden verteilen, dann den Guss darübergeben und zum Schluss die restlichen Beeren auf dem Guss verteilen. Den Kuchen im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit in der Form auskühlen lassen und anschließend mit Puderzucker bestäubt servieren.  

Sonntag, 6. Juni 2010

Mein Auftakt in die Grillsaison: Saté-Spießchen mit Aprikosen-Dip und Harissa-Kartoffeln

Eigentlich darf man Grillen ja nicht nur als Untersparte vom Kochen verstehen, so wie etwa Dünsten, Braten oder Dämpfen. Es ist viel mehr ein eigenständiges Vergnügen, unser liebstes Sommer-Happening und macht einfach glücklich! Ich starte heute mit kleinen Saté-Spießchen ins Grillparadies. Das Rezept dazu habe ich erst letztes Jahr entdeckt und seitdem bekommt jeder ne Ladung davon verpasst, wenn er mich zu sich zum Grillen einlädt. O-Ton einer Bekannten, als ich mit Spießchen und Six-Pack bewaffnet an die Gartenpforte klopfte: "Hey, da kommen die Spießchen! Oh, hallo Chrissi, du bist ja auch dabei." Man sei jedoch vorgewarnt, denn die Marinade hat es in sich. Sie sieht fürchterlich aus, riecht erbärmlich, und wer sich dazu durchringt, mit dem kleinen Finger ein Fitzelchen zu probieren - viel Spaß! Sie schmeckt wirklich eklig. Wenn man sich von seinen Sinnen aber nicht dazu verleiten lässt, das ganze vorzeitig in die Tonne zu kloppen, dann wird man mit herrlich durchgezogenen, fein scharfen Hähnchenspießen belohnt! Bei mir gibt es dazu einen selbstgemachten Aprikosen-Dip und feurige Harissa-Kartoffeln. Und (ausnahmweise keinen Prosecco, sondern) ein kühles Bier. Prösterchen!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
Für die Spießchen:
2 Hähnchenbrustfilets
10 EL Sojasauce
3 EL Sesamöl
1 EL Cayennepfeffer
Saft von 1 Zitrone
2 EL brauner Zucker
100 ml Kokosmilch
3 EL Currypulver
16 Holz- oder Metallspieße

Für den Aprikosen-Dip:
100 g getrocknete Aprikosen
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 grüne Chilischote
15 g frischer Ingwer
1 EL Öl
30 g Zucker
50 ml milder Weißweinessig
50 ml Fleischbrühe
Salz, Cayennepfeffer

Für die Harissa-Kartoffeln:
400 g Kartoffeln
50 ml Olivenöl
Salz 
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1-2 EL Harissa (ich nehme die Paste aus der Tube)
2 gestr. TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)


Die Hähnchenbrustfilets der Länge nach in je 8 Streifen schneiden. Alle anderen Zutaten in einer Schüssel gut mit einem Schneebesen verrühren. Die Filets in die Marinade geben und mit Folie abgedeckt mindestens eine Stunde (am Besten über Nacht) kalt stellen. Falls man Holzspieße nimmt, diese für mindestens eine Stunde in kaltes Wasser legen, so lässt sich das Fleisch nach dem Grillen besser lösen. Die Filetstreifen wellenartig auf die Spieße stecken. 

Für den Aprikosen-Dip die Aprikosen, Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Von der Chilschote Kerne entfernen, den Ingwer schälen und beides ebenfalls fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten und Chili, Ingwer, Aprikosen und Zucker zugeben und eine Minute weiter dünsten. Mit Essig und Brühe ablöschen und 5 Minuten bei starker Hitze einkochen lassen. Mit einem Pürierstab fein pürieren, noch einmal aufkochen und danach abkühlen lassen.

Die Kartoffeln schälen, und in ca. 1 cm große Stücke würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin unter Wenden ca. 10 Minuten braten, bis sie gar sind. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen, salzen und beiseite stellen. Knoblauch und Zwiebeln im Bratfett dünsten, Harissa und Kreuzkümmel unterrühren. Die Kartoffeln unterheben und 5 Minuten scharf mitbraten (ggf. noch ein paar Spritzer Olivenöl dazugeben). 

Die Saté-Spießchen auf dem heißen Grill ca. 5 Minuten grillen, dabei ein paar Mal wenden. Zusammen mit dem Aprikosen-Dip und den Harissa-Kartoffeln servieren.


Die Rezepte für die Spießchen und den Dip stammen aus Lust auf Genuss 6/2009. Ich habe mal wieder ein bisschen was geändert, bei dem Dip sollte man eigentlich noch ein Stärke-Gemisch zum Binden einrühren, das es bei mir aber sowieso nicht gebraucht hat. Auch mit den Mengenangaben habe ich etwas variiert. Ebenso beim Rezept für die Harissa-Kartoffeln, das aus derselben Zeitschrift, Ausgabe 6/2004 stammt. Den Dip braucht es nicht unbedingt, die Spießchen und Kartoffeln allerdings sind der Burner und wir werden sie diesen Sommer sicher noch oft machen.