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Dienstag, 29. Mai 2012

Es ist angegrillt: Hähnchen mit Piment d’Espelette, Halloumi-Zucchini-Röllchen, Grillgemüse mit Tomaten und Mozzarella und der unaussprechliche Salat

Ahhhh! Der Geruch von schwelender Holzkohle und Fett, das von riesenhaften T-Bone-Steaks zischend in die Glut tropft, dazu großbrandartige Rauchentwicklung, muskelbepackte Kerle, die sich um die Pole Position am Grill kloppen, ploppende Bierflaschen und wummernde Bässe – soweit wahrscheinlich das Szenario, hätte ich nur mal T-Bone-Steaks im Haus gehabt! Stattdessen gab´s quasi Mädchengrillen vom Elektrogrill, mit Hühnchen und „vegetarischem Gedönse“, wie unverschämterweise meine leckeren Beilagen bezeichnet wurden. Die mir übrigens allesamt so gut geschmeckt haben, dass es das Fleisch gar nicht gebraucht hätte. 



Hier kommen die Rezepte (jeweils für ca. 2-3 Portionen): 

Für das Hähnchen: 
2 Hähnchenbrüste ohne Haut 
5 EL Olivenöl 
1 EL Honig 
1 Knoblauchzehe 
1 EL Thymianblättchen 
Salz 
½ TL Piment d’Espelette 
4 Stengel Thymian 
2 Scheiben Parmaschinken 

Hähnchenbrüste jeweils längs halbieren. Aus den übrigen Zutaten (bis auf den Parmaschinken) in einer Schüssel eine Marinade anrühren. Hähnchenbrüste einlegen und mit Folie bedeckt mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, dabei evtl. 1-2 Mal durchmischen. Parmaschinken jeweils der Länge nach halbieren. Je 1 Stück Hähnchenbrust mit einem Thymianzweig belegen und mit einer halben Scheibe Parmaschinken umwickeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 8 Minuten braten, bis das Hähnchen gar ist. 


Für die Halloumi-Zucchini-Röllchen: 
1 kleine Zucchini 
Salz 
ca. 1 EL Harissa (scharfe Chili-Paste) 
80 g Halloumi, in 8 dünne Scheiben geschnitten (griechischer Grillkäse) 

Zucchini waschen und Enden abschneiden. Mit einem Sparschäler von der Zucchini 8 dünne Streifen schneiden. Rest anderweitig verwenden. Die Streifen jeweils mit wenig Salz bestreuen und mit etwas Harissa bestreichen. Jeweils mit einer Scheibe Halloumi belegen und aufrollen. Mit Zahnstochern feststecken und mit Olivenöl beträufeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 1-2 Minuten grillen. 


Für das Grillgemüse mit Tomaten-Mozzarella-Vinaigrette: 
5 EL Olivenöl 
2 EL Zitronensaft 
1 TL Honig 
Salz, Pfeffer 
½ Kugel Mozzarella (ca. 60 g) 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten 
6 Stangen grüner Spargel 
4 Frühlingszwiebeln 

3 EL Olivenöl, Zitronensaft und Honig in einer kleinen Schale miteinander verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mozzarella in kleine Stücke schneiden, Kirschtomaten vierteln und zusammen mit dem Mozzarella zur Vinaigrette geben. Bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank durchziehen lassen. Zum Grillen die unteren Spargelenden abschneiden, die Stangen im unteren Drittel schälen und einmal längs halbieren. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und ebenfalls der Länge nach halbieren. Mit restlichem Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Beiseite stellen. Gemüse auf dem heißen Grill 6-7 Minuten grillen, dabei ab und zu wenden. Auf dem Teller dann den Tomaten-Mozzarella-Salat darüber verteilen und mit Pinienkernen bestreuen. 



Für den Kritharaki-Salat: 
100 g Kritharaki-Nudeln (Risoni) 
1 Handvoll Kirschtomaten 
2 EL Olivenöl 
1 EL Zitronensaft 
Salz, Pfeffer 
1 TL eingelegter grüner Pfeffer 
1 TL Flüssigkeit aus dem Glas 
1 kleine Handvoll schwarze Oliven 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 

Kritharaki-Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen, abgießen und über einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Kirschtomaten waschen und in einer Schüssel mit der Hand zerdrücken. Olivenöl und Zitronensaft dazugeben und gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eingelegten Pfeffer sowie 1 TL der dazugehörigen Flüssigkeit aus dem Glas hinzufügen und unterrühren. Kritharaki-Nudeln, Oliven, Petersilie und Frühlingszwiebeln dazugeben und alles gut vermengen. 

Der unaussprechliche Salat heißt bei mir übrigens wegen diesen Kritharaki-Nudeln so. Ich sage vorzugsweise Kiritaki-Nudeln. Sagt das bitte dreimal hintereinander und es ist für alle Zeiten ins Gehirn eingemeißelt, dabei ist Kiritaki ein Dörfchen in Neuseeland und hat mit meiner kleinen Grillparty am Wochenende so rein gar nichts zu tun. Ich KÖNNTE natürlich auch „Risoni“ sagen, aber das wäre ja irgendwie auch zu einfach. ;-) Für die Rezepte habe ich mich aus alten Kreativ Küche-Heftchen inspirieren lassen. Irgendwie ist es immer wieder lustig, wie viele "neue" Rezepte man entdeckt, wenn man Zeitschriften nach ein paar Monaten oder Jahren wieder durchblättert. Eine gute Ausrede, um ganze Jahrgänge zu horten und so langsam auch das Arbeitszimmer des Mannes in Beschlag zu nehmen, harr harr! 

Samstag, 19. Mai 2012

Da war doch was: Focaccia mit getrockneten Tomaten, Gemüse und Serranoschinken

Heute gibt es nicht viele Worte, dafür endlich das angekündigte Rezept für meine neue Lieblings-Focaccia. Ich schwöre ja mittlerweile auf ein bisschen Buttermilch im Hefeteig für Flammkuchen, so habe ich es auch bei dieser Focaccia einfach ausprobiert. Das Ergebnis war außen knusprig, innen fluffig und auch am nächsten Tag kurz aufgebacken noch sehr lecker! Darauf wurde verteilt, was der Kühlschrank gerade hergegeben hat. 





Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:
1 kleine Kartoffel (ca. 75 g) 
10 g frische Hefe 
1 EL lauwarme Milch 
1 EL Buttermilch 
½ TL brauner Zucker 
160 g Mehl 
75 ml Mineralwasser 
25 ml Buttermilch 
1 EL grob gehackte Thymianblättchen 
½ TL Salz 
1 EL Olivenöl 

Belag: 
Etwas Olivenöl zum Bestreichen 
½ kleine Zucchini 
½ kleine Aubergine 
6 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt 
1 rote Chilischote 
Ein paar Zweige Thymian 
Flor de Sel, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
Außerdem: 
4 Scheiben Serranoschinken, leicht zerrupft



Kartoffel ca. 30 Minuten weich kochen. Abgießen, kalt abschrecken und pellen. Durch die Kartoffelpresse drücken und in einer Schale beiseite stellen. Hefe mit Milch, Buttermilch, Zucker und 1 TL Mehl glatt rühren. Restliches Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemischung eingießen. Mit etwas Mehl vom Rand bedecken und mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen. Mineralwasser, Buttermilch, Thymianblätter, Salz und Olivenöl dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Kartoffel unterkneten und zu einer Kugel formen. In einer Schüssel mit einem Tuch bedeckt eine Stunde gehen lassen. 
Teig auf einem bemehlten Stück Backpapier etwa 1 cm dick ausrollen und alles zusammen auf ein Backblech ziehen. Mit einem Tuch bedeckt erneut 60 Minuten gehen lassen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. 
Focaccia mit wenig Olivenöl bestreichen. Zucchini und Aubergine waschen und in dünne Scheiben schneiden. Getrocknete Tomaten gut abtropfen lassen und in grobe Stücke schneiden. Chilischote in feine Ringe schneiden. Zucchini- und Auberginenscheiben, getrocknete Tomaten und Chilis auf der Focaccia verteilen. Mit Thymianzweigen belegen und mit Salz und Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und mit in grobe Stücke zerrupftem Serranoschinken belegen. 




Diesmal habe ich das Belegen delegiert, das ist nicht meine Hand da oben. ;-) Inspiriert hat mich ein Rezept für eine Kartoffelfocaccia aus der Zeitschrift Lust auf Genuss 4/12. Die getrockneten Tomaten sind übrigens nicht schwarz verbrannt, sondern waren schon vorher so dunkel. Habt ein sonniges Wochenende, bis ganz bald!

Freitag, 2. September 2011

Superrenner auch für Pferdemädchen: Paules Schuedi mit Mirabellen und Mohnbutter


Gestern habe ich einen sonnigen Tag in Frankfurt verbracht und neben einem ausgiebigen Bummelzug durch die Lieblingsgeschäfte in erster Linie meine lieben ehemaligen Arbeitskolleginnen- und Kollegen besucht. Mit im Gepäck: Paules Schuedi (Pardon, Paules Großmutters Schuedi), der in den letzten Wochen die Runde durch so einige Foodblogs gemacht hat. Hier, hier, dort und da wurde das Original schon nachgebacken und gelobt, und ich hätte mich nahtlos eingereiht, wäre nicht die Version mit Mirabellen und Mohnbutter dazwischen gekommen. Zwar backt meine Oma keinen Schuedi, aber zumindest habe ich was Mirabellen betrifft eine schöne Kindheitserinnerung: Schon immer gab es in unserer Familie Pferde und Ponies und ich wurde zu meiner größten Freude direkt vom Buggy auf den Pferderücken verpflanzt. Mein Cousin und ich waren quasi die Hunnen in Miniatur und wir ritten furchtlos, ohne Helm und ohne Sattel, dafür in Turnschuhen mit Klettverschluss und einfachen, ans Halfter angeknoteten Stricken als Zügel durch das Dorf und die angrenzenden Felder. Nichts und niemand konnte uns stoppen, außer eine: Mirabelle! Eine mirakulöse Erscheinung in Form einer großen, strahlend schönen Schimmelstute, die mit vornehm gebogenem Kopf und erhobenem Schweif ihre Reiterin, die damalige Dorfschönheit (im Gegensatz zu uns natürlich mit blank polierten Lederstiefeln und Reithandschuhen), durch die Gegend trug. Mirabelle wurde natürlich französisch ausgesprochen, was die Noblesse des schneeweißen Traumpferdes für uns noch verstärkte, und jedes Mal, wenn wir auf unseren Streifzügen auf das schöne Paar stießen, zügelten wir unsere Zottelponies (die übrigens Missi und Futzi hießen, auch schön, oder? ... na jetzt kommt!!!) und warteten mit aufgesperrten, kaugummiverklebten Mündern, bis die 1-Pferd-1-Frau-Prozession an uns vorüber gezogen war. Hach! Da bekomme ich jetzt noch ein bisschen Gänsehaut. ;-)
Jedenfalls liebe ich Mirabellen bis heute und so konnte ich bei dem Schuedi mit Mirabellen und Mohnbutter nicht widerstehen. 


Hier kommt das Rezept von Paules Ki(t)chen (dort gibt es in den nächsten Wochen eine ganze Schuedi-Reihe, also liebe Leserinnen und Leser, watch out!):

Zutaten für den Teig (wenn möglich zimmertemperiert):
350 g Mehl Type 550
160 g Milch
20 g Frischhefe
50 g Butter
30 g Rohrohrzucker
1 Ei
1 Teelöffel Salz

Für den Belag:
15 g Mohn, ganz oder gemahlen
+/- 400 g Mirabellen
80 g sehr weiche Butter
2 Esslöffel Rohrohrzucker
Abrieb von 1 Zitrone
Puderzucker zum Bestäuben

Hefe in 3 Esslöffel Milch auflösen und beiseite stellen. Restliche Milch, Butter und Zucker erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Auf mindestens 38°C abkühlen lassen, sonst sterben die Hefekulturen ab. Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Milchmischung hinzugeben, sowie Ei und aufgelöste Hefe. Alles 4 Minuten auf Stufe 1 (von 4) kneten. Salz hinzugeben und auf Stufe 2 weitere 8 Minuten kneten. Zugedeckt 40 Minuten ruhen lassen. Backform buttern und mehlieren oder mit Backpapier auskleiden. Den Teig kurz entgasen, rund formen und mit den Händen in die Form drücken. Zugedeckt ca. 40 Minuten gehen lassen.
Backofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. In der Zwischenzeit Mohn in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis er anfängt zu duften. Abkühlen lassen. Mirabellen, waschen, trocknen und entsteinen. Butter, Mohn, Zucker und Zitronenabrieb mit einem Schneebesen gut verrühren. Mit dem Daumen dicht nebeneinander Vertiefungen in den Teig drücken. Buttermohnmischung mit einem kleinen Löffel in die Löcher verteilen und entsteinte Mirabellen reindrücken. In den Backofen geben und ca. 24 Minuten backen. Durch den saftigen Belag braucht er etwas länger. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Schmeckt auch noch am zweiten Tag und bei sommerlichen Temperaturen Reste kühl aufbewahren.


Kleine Anmerkung von mir: Ich habe vergessen die Butter rechtzeitig rauszustellen und war dann so ungeduldig, dass ich die Butter für die Mohnmischung in einem kleinen Töpfchen geschmolzen habe. Das war dann natürlich etwas sehr weich und wahrscheinlich musste ich deswegen die Backzeit um 15 Minuten erhöhen, auf insgesamt knapp 40 Minuten. Und ich habe eine runde Form genommen.
Der Schuedi war wirklich sehr lecker und kam bei allen gut an, vielen Dank für das schöne Rezept, Paule! 


Zum Schluss möchte ich mich ganz dolle bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die beim Brigitte-Foodblog-Award für mich gestimmt haben! Ich bin eine Runde weiter und freue mich, auch darüber, dass so viele nette neue Leute hier gelandet sind. Deshalb an dieser Stelle auch ein herzliches Willkommen an alle, schön, dass ihr hier seid, ich hoffe, ihr habt ein bisschen Spaß und findet ein paar Anregungen! 
Die Abstimmung wurde leider auch von Mehrfachvotings und einigen unsportlichen Kommentaren überschattet. Das ist sehr ungerecht allen beteiligten Blogs und denen gegenüber, die fair abgestimmt haben. Dass Brigitte im Rahmen der Abstimmung ein Auge auf die Votings hat und im Nachhinein entsprechend korrigierend eingreift, beruhigt. Ich lasse mir den Spaß am Kochen und Bloggen und die Freude darüber, dass doch ein paar Menschen gerne meinen Blog lesen, von solchen Trollen jedenfalls nicht vermiesen. Und für alle, die das auch schon wieder in Wallung bringt, hier der ultimative Ratschlag: Keep calm and call Batman! :-)


... noch ein paar Mirabellen übrig? Dann kann ich euch meine Mirabellenmarmelade mit Kokoslikör wärmstens empfehlen (und den Zwetschgenkuchen natürlich auch ;-)).

Sonntag, 28. August 2011

Es geht auch ohne Waffel: Gegrillte Wassermelone mit Sauerrahm-Orangen-Eis

Neulich ist mir mal aufgefallen, dass ich schon seit Jahren keine Eis-Waffelhörnchen mehr gegessen habe. Zumindest nicht komplett. Früher als Kind konnte ich davon gar nicht genug bekommen und das Eis wurde ruckzuck weggewuppt, nur damit ich möglichst schnell an die Waffel kam. Die Krönung waren diese frisch gebackenen Riesenwaffeln vom Mövenpick-Stand im Freiburger Bursengang, die wir uns für ein paar Pfennig so ganz ohne Eis gekauft haben. Wir hatten sogar einen eigenen Schlachtruf, den wir nach erfolgreicher Beutesicherung zum Besten gaben: Die Zeigefinger rechts und links in die Mundwinkel stecken, weeeiiiit auseinander ziehen, je weiter man zieht desto größer ist nämlich der schockierte-Passantenblicke-Effekt über die verkommenen Zehnjährigen, und dreimal hintereinander so laut es geht "Mö-ven-pick!" brüllen (ihr könnt es gerne ausprobieren, ich wette das "p" bekommt keiner hin). Dann kurz die Rüge von den Erziehungsberechtigten einkassieren, kichern und verschwörerische Blicke mit dem Kumpanen austauschen und dann weiter an der Waffel knuspern. Jedenfalls wurden im Laufe der Jahre die Eiswaffeln an den Verkaufsständen immer schlechter und mein Appetit darauf versiegte schließlich gänzlich. Feine, knusprige, selbstgemachte Waffeln, wie zum Beispiel die von Chef Hansen, würde ich gerne einmal wieder essen, aber so lange ich keine Hörnchenmaschine habe (oder keinen persönlichen Hörnchen-Lieferanten), gibt´s die Eisrezepte eben weiterhin ohne Knusperzulage, dafür diesmal mit Obst.


Hier kommt das Rezept für zwei Portionen: 
Für das Eis: 
1 Blatt Gelatine 
2 kleine Eigelb 
80 g Zucker 
2 TL Vanillezucker 
2 unbehandelte Orangen 
Saft von ½ Zitrone 
2 EL Weißwein 
65 ml Sahne 
65 g saure Sahne 

Außerdem: 
¼ Wassermelone 
Minze für die Garnitur 

Für das Eis die Gelatine ca. 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker zu einer Schaummasse aufschlagen. Die abgeriebene Schale einer halben Orange, den ausgepressten Saft aller Orangen, den Zitronensaft und den Weißwein unterrühren. Das Gemisch in einen Topf geben und unter Rühren bei mäßiger Hitze schlagen, bis die Masse sämig wird, aber nicht kochen! Die Masse vom Herd nehmen und kurz weiterschlagen, damit sie nicht gerinnt. Die eingeweichte Gelatine gut ausdrücken und unter die warme Masse rühren. Unter häufigem Durchschlagen die Masse abkühlen lassen, dann kalt stellen. Die Sahne steif schlagen und mit der sauren Sahne unter die gut abgekühlte Creme ziehen. In einem Gefäß im Gefrierfach fest werden lassen, dabei alle 30 Minuten umrühren bzw. am besten gleich in der Eismaschine zubereiten (so habe ich es gemacht). Das Melonenviertel in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden und den grünen Rand entfernen. In einer Grillpfanne die Melonenscheiben beidseitig goldbraun anbraten und auf die Teller verteilen. Das Eis drauf geben und mit Minze garniert servieren. 


Das Rezept stammt aus dem Buch "Lust auf Land Sommerküche". Die Kombination mit der warmen Melone fand ich zuerst ein bisschen verwunderlich, da Melone im Sommer mein liebstes Durstlöscher-Obst ist, und ich sie am liebsten eiskalt aus dem Kühlschrank esse. Aber dieser warme austretende Melonensaft, der sich dann mit dem fruchtigen Eis vermischt hat, das ... ja, das war schon gut. 


Wir haben übrigens jahrelang ohne Zitruspresse gelebt und ich habe die paar mal "Saft von einer Zitrone", die in Rezepten gefordert wurden, immer bekommen, indem ich erst sämtliche Finger ins Fruchtfleisch gekrallt und die Zitrone (oder was auch immer) dann rabiat in der Faust zerquetscht habe. Vor ein paar Monaten haben wir aber quasi prominente Unterstützung geschenkt bekommen. Die Dame wollte bei ihrem Orangensaftbad jedoch gerne inkognito bleiben, ich bitte um Verständnis. 

Dienstag, 23. August 2011

Dip Dip Hurra: Hähnchen im Fladenbrot mit Avocadodip

Nachdem ich ein traumhaft sonniges Wochenende in Freiburg mit vielen Freunden und langen Nächten und den Tag gestern unter knallblauem Himmel auf der Wiese mit einem Stapel Bücher verbracht habe (mit dabei: Marina von C. R. Zafón, Schoßgebete von Madame Roche, Jamie Oliver unterwegs; das erste ist unreal aber schön kurzweilig, über das zweite kann ich noch nicht viel sagen, aber Fast Forward fand ich immer cool, und das dritte hat mir eingeflüstert, was ich am Abend kochen sollte), glaube auch ich so langsam, dass der Sommer doch noch ein bisschen zurück kommt. Schön! Also komme ich ohne Umschweife zur Sache, denn dieses Hähnchen hat´s mir beim Durchblättern des Kochbuchs gleich angetan, mit fluffigem Fladenbrot und einem frischen, kühlen Avocadodip...


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
300 g Hähnchenfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (Jamie nimmt Brüste, ich hatte ausgelöste Keulen, das ging auch gut) 
2 Fladenbrote 
1 Zitrone zum Servieren 

Für die Marinade: 
1 Stück Ingwer (ca. 2 cm), geschält und gerieben 
½ EL Paprikapulver rosenscharf 
½ TL Kurkuma, gemahlen 
½ TL Koriander, gemahlen 
1 ½ EL Olivenöl 
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Für den Avocadodip: 
1 reife Avocado
½ TL Kreuzkümmel, gemahlen 
1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt 
ein paar Stängel Koriandergrün, fein gehackt 
1 EL bestes Olivenöl 
Saft von ½ Zitrone 

Die Zutaten für die Marinade in einer Schüssel mischen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Fleischstücke darin wenden, bis sie vollständig mit der Marinade überzogen sind. Die Schüssel abdecken und mindestens 30 Minuten kalt stellen. 
Für den Avocadodip die Avocado halbieren und den Stein entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausschaben und mit den übrigen Zutaten sowie je einer (ordentlichen!) Prise Salz und Pfeffer in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. Wer möchte, kann die Masse auch pürieren, ich habe lieber ein paar kleine Stückchen drin. Eine Grillpfanne erhitzen und die Fleischstücke 5-7 Minuten unter gelegentlichem Wenden goldbraun braten. In einer zweiten heißen Pfanne die Fladenbrote hintereinander auf jeder Seite etwa 30 Sekunden erwärmen. Fladen halbieren und mit dem Messer eine Tasche hineinschneiden. Mit je einem großen Löffel Avocadodip und ein paar Fleischstücken füllen und mit Zitronenspalten servieren.




Wer möchte, kann gekauftes Fladenbrot nehmen, es geht aber auch ganz einfach selbst zu machen, dafür gibt es unzählig viele Rezepte im Netz. Meines war supereinfach: 250 g Mehl mit 1 TL Salz in einer Schüssel vermengen. 1/2 TL Zucker und 1/4 Würfel Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. Dann die Flüssigkeit zum Mehlgemisch geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Dann den Teig in zwei Stücke teilen und diese jeweils auf einem Backblech ca. 1,5 cm dick ausrollen. Mit einem Tuch abdecken und erneut 15 Minuten gehen lassen. Dabei den Backofen auf 180°C vorheizen. Wer möchte kann ein paar Sesamsamen auf den Broten verteilen. Die Fladenbrote ca. 15 Minuten backen, bis sie leicht Farbe annehmen. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und befüllen. (Oder, falls man sie vollständig auskühlen lässt und erst später verwendet, wie im Rezept oben beschrieben in der Pfanne erhitzen).

Quelle für das Hähnchen mit dem Avocadodip: Jamie unterwegs ... /Jamie Oliver

Donnerstag, 28. Juli 2011

Ab nach draußen: Zucchinisalat mit süß-salzigen Macadamianüssen und Fetakäse

Ach herrje, das Wetter lädt ja zur Zeit nicht gerade zum gemütlichen Herumhängen auf dem Balkon oder im Garten ein. Aber tatsächlich hat mir das in den letzten Tagen nicht mal was ausgemacht! Also, das schlechte Wetter schon, nicht aber die Sache mit dem Balkon - denn unserer wurde insgesamt 6 Wochen lang renoviert und wir durften sowieso keinen Fuß darauf setzen. Jetzt ist endlich alles fertig und ich freue mich wie verrückt! Der Rost an den alten Gitterstäben wurde entfernt, die Risse im Boden aufgegossen und die Wand zum Nachbarhaus hat ihre Farbe von einem seltsamen Schlammgrün zu einem strahlenden Weiß gewechselt. Uff! Die schöne alte Backsteinwand hingegen wurde so belassen, wie sie ist. 
Leider hat währenddessen mein "schwarzer Daumen" seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und sowohl die Hortensie in ihrem Notlager auf der Fensterbank als auch die Fuchsien haben schwer gelitten. Und der Lavendel ist nur noch eine verdorrte Attrappe (allerdings kann man den getrocknet ja wenigstens noch gut gebrauchen)! Grund genug in den nächsten Tagen mal in der Gärtnerei vorbei zu schauen und ein paar hübsche Pflänzchen auszusuchen, um dann den Balkon wieder schön herzurichten und hoffentlich noch ein paar tolle Sommerstunden darauf verbringen zu können. Vielleicht mache ich nächste Woche dann mal ein paar Bilder vom neuen "Außenzimmer" und zeige sie euch. Probehalber habe ich diesen leckeren Salat gestern schonmal auf dem Balkon gegessen. Im Schneidersitz auf dem Boden, mit dicken Socken und Jäckchen an. Und siehe da: Ein paar Sonnenstrahlen kamen immerhin schonmal durch! :-)


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 kleine Zucchini
100 g gesalzene Macadamianüsse
1 EL Honig
6 Kirschtomaten
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 TL dunklen Balsamico-Essig
1 kleine Handvoll Basilikumblätter
Zucker, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
60 g Fetakäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Streifen hobeln und in eine Schüssel geben. 1 EL Olivenöl darüber geben und (am besten vorsichtig mit den Händen) gut vermischen. Die Zucchinischeiben nebeneinander auf einen Grillrost legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten garen (je nach dem wie dick oder dünn eure Scheiben sind, geht das auch schneller oder länger, im jeden Fall muss man ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verbrennen). Währenddessen Macadamianüsse grob in Stücke hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Hitze reduzieren, Honig dazugeben und kurz miteinander verrühren. Kirschtomaten dazu geben und 1 Min. weiterrühren. Tomaten und Nüsse aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 2 EL Olivenöl mit Zitronensaft und Essig verrühren. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und zu dem Dressing geben, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchinischeiben aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Tomaten und Nüsse dazugeben und alles mit dem Dressing übergießen und vorsichtig vermischen. Fetakäse mit den Händen zerbröckeln und darüberstreuen. Lauwarm oder kalt servieren.



Freitag, 22. Juli 2011

Wenn´s mal wieder matschig wird: Stachelbeer-Bananen-Konfitüre

Was die Konsistenz von Nahrungsmitteln betrifft, so hat ja jeder seine Vorlieben. Ich muss zugeben, ich stehe manchmal auf eine gewisse Matschigkeit. Insgeheim finde ich es klasse, Beilagen mit der Sauce bis zur Unkenntlichkeit zu vermischen, ich esse viel lieber ein knautschiges, fluffiges Brötchen als knuspriges Baguette und ich habe mir eine Zeitlang sogar abends mein Müsli mit Früchten und Joghurt zubereitet, damit am nächsten Morgen alles schön im Kühlschrank zu einer homogenen, matschigen Masse aufgequollen war. Das hört sich nicht sehr chic an, oder? Ich weiß, und es sieht auch nicht schön aus, das kann ich euch sagen. Aber zu meiner Verteidigung: Im Gegensatz dazu können mir andere Dinge gar nicht knackig genug sein. Neben Salat, Keksen, Bratkartoffeln, Männ..., diversen Gemüse- und Obstsorten vor allem eines: Bananen! Pur kann ich sie wirklich nur essen, wenn sie ihre Farbe gerade mal von grün nach hellgelb gewechselt haben, und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die drei Kandidaten, die mit bereits schwarz-gelb gemusterter Schale in meinem Obstkorb lagen, keine guten Karten hatten. Da ich keine Lust auf Bananenshake hatte (meine sonstige Notlösung) und ich sowieso mal wieder Marmelade einkochen wollte, habe ich Gelierzucker und ein paar Beeren besorgt und schon ging´s los...


Hier kommt das Rezept für ca. 6 Gläser á 200g
650 g Stachelbeeren
350 g Bananen
500 g Gelierzucker 2:1
Saft von 1 Zitrone

Stachelbeeren waschen und gut abtropfen lassen, anschließend Stiel- und Blütenansätze entfernen und die Beeren in einem großen Topf grob pürieren. Die Bananen schälen und 350 g abmessen. In Scheiben oder kleine Stücke schneiden und zu den Beeren in den Topf geben. Zitronensaft und Gelierzucker dazugeben, alles gut vermischen (vermatschen, yeah!) und mindestens 2 Stunden Saft ziehen lassen. Dann aufkochen und unter ständigem Rühren ca. 5 Minuten kochen lassen. Sofort in saubere Gläser füllen, verschließen und die Gläser "auf den Kopf" stellen, damit sich ein Vakuum bildet. Gut auskühlen lassen, dann sind sie bereit zum Verschenken oder selber essen. Haltbarkeit: ca. 12 Monate.

Wichtig für Konfitüren-Neulinge: Die Gläser müssen vorher wirklich blitzsauber sein und möglichst heiß, wenn ihr die Marmelade einfüllt. Sonst ist die Haltbarkeit in Gefahr, denn Keime führen schnell zu Schimmel. Ich bringe zum Sterilisieren einen großen Topf Wasser zum Kochen, lege Gläser und Deckel für wenige Minuten hinein, hebe sie mit einer Küchenzange heraus und stelle sie umgekehrt auf ein sauberes Küchentuch. Dann fülle ich die heiße Konfitüre ein und verschließe die Gläser sofort. Bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht und die Konfitüren, Marmeladen und Gelées haben lange gehalten. Ich habe auch schon gelesen, dass manche die Gläser einfach im heißesten Gang durch den Geschirrspüler jagen und danach sofort befüllen, das geht bestimmt auch. Was die Gläser betrifft, so sammle ich das ganze Jahr über kleine bis mittelgroße Twist-off-Gläser, anstatt sie zum Altglas zu bringen. So muss man nicht extra welche kaufen. 


Die Konfitüre ist wirklich unglaublich easy-peasy gemacht und schmeckt fein! Bananen sollte man aber tatsächlich mögen, denn obwohl sie in diesem Rezept gewichtsmäßig in der Unterzahl sind, schmeckt man sie deutlich heraus. Die feine Säure der Stachelbeeren ist allerdings eine perfekte Ergänzung, so ist die Konfitüre nicht zu süß, ihr könnt aber natürlich die Mengen ganz nach eurem Geschmack variieren. Zum Verzieren der Gläser habe ich diesmal etwas festeres Packpapier und Paketschnur verwendet. Außerdem hatte ich schon lange ein Kästchen voll mit kleinen Dekoherzen herumliegen, die ich jetzt einfach mit Holzkleber auf schlichte Holzklammern geklebt habe. Vielleicht ein bisschen kitschig aber trotzdem schööön! ;-)

Donnerstag, 26. Mai 2011

Zergeht auf der Zunge: Buttermilch-Rhabarber-Eis

Stichwort: Zungenbrecher! Kennt ihr noch welche? Fischer´s Fritze? Blaukraut vs. Brautkleid? Die sind ja alle noch eher schlicht, so richtig auf Kriegsfuß bin ich mit dem Whiskymixer und Max, dem Mistkerl mit seinen dämlichen Wachsmasken (oh Gott, ich kann das Wort schon kaum schreiben...!). Sagt doch 5 mal schnell hintereinander: "Der Whisky-Mixer mixt Whisky an der Whiskymixerbar." Schon nicht mehr sooo leicht, oder? Dann hier, die extra-harte Nuss: "Wenn du Wachsmasken magst: Max macht Wachsmasken." Uuuaaahhh! Wenn du Wasmaxen magst: Max maxt Wachsmaxen. So klingt das bei mir. Wehe, einer von euch kann das aus dem Stehgreif! Da erinnere ich mich doch gerne an einen richtig schön einfachen Zungenbrecher zurück, den ich mit einer Freundin früher endlos rezitiert habe: "Barbara mag Rhabarber, weil Rhabarber Barbara schmeckt." Hach! Naja, und dann kommt Mestolo mit DEM HIER (bitte dort natürlich erst das leckere Rezept lesen, aber dann noch weiter runter scrollen).
Jetzt muss ich bei Rhabarber doch immer an die Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbierbierbarbärbel denken. Damn!


Hier kommt das Rezept für eine Kastenform (800 ml):
300 g Rhabarber
150 g Zucker
100 g Erdbeeren
3-4 EL Weißwein
1 Biolimette
2 Vanilleschoten
200 ml Schlagsahne
300 ml Buttermilch
2 Eier
4 Eigelb
40 g Baiser


Den Rhabarber putzen, schälen und klein schneiden. 80 g Zucker in einem Topf hellbraun karamellisieren. Rhabarber, Erdbeeren und Wein zugeben. 15-20 Minuten offen zu Mus einkochen, dann abkühlen lassen.
Limettenschale fein abreiben. Vanilleschoten längs halbieren, das Mark herauskratzen. Mark und Schoten mit Sahne und Buttermilch langsam aufkochen. Eier, Eigelb und restlichen Zucker in einem Schlagkessel im heißen Wasserbad mit den Quirlen des Handrührers ca. 5 Minuten schaumig schlagen. Die Schoten aus der Buttermilchmischung entfernen und nach und nach unter die Eimasse rühren. 
Die Hälfte der Limettenschale zugeben. Die Masse bei mittlerer Hitze mit einem Holzlöffel so lange rühren, bis sie bindet und eine cremige Konsistenz bekommt. (Vorsicht: Sie soll nur auf 75-80 Grad erhitzt werden und darf auf keinen Fall kochen, sonst stockt sie.) Die Masse durch ein feines Sieb gießen und in Eiswasser kalt rühren. Restliche Limettenschale zugeben und in der Eismaschine 20-25 Minuten cremig gefrieren. In den letzten 5 Minuten 2 EL Rhabarbermus unterrühren.
Kastenform mit einem Pinsel feucht ausstreichen, mit Klarsichtfolie auslegen, Eismasse in die Form füllen. Mit einem Löffel in der Mitte längs eine 3 cm tiefe Rille ziehen, 2 EL Rhabarbermus hineingeben und mit einer Gabel marmorieren. Das Eis 2-3 Stunden in der Form im Gefriergerät nachfrieren.
Eis vor dem Servieren kurz antauen lassen und aus der Form stürzen und die Folie entfernen. Baiser zerbröseln und auf dem Eis verteilen, das Eis in Scheiben schneiden. Das restliche Rhabarbermus dazu servieren. 

Ich habe das Originalrezept aus der Zeitschrift Essen & Trinken 6/08 aufgeschrieben und lediglich die Himbeeren durch Erdbeeren ersetzt. Außerdem habe ich lieber viele kleine (Muffin-) Förmchen als eine große Kastenform genommen, ich finde das hübscher und außerdem hat man auf diese Art gleich praktische Portiönchen. Das Eis schmeckt wirklich fein "buttermilchig", ganz leicht säuerlich und sieht toll aus. Die Baiser sind diesmal gekauft, sie lassen sich aber auch mit Eiweiß und Zucker ganz einfach selbst herstellen, dafür gibt es viele Rezepte im Netz.

Montag, 9. Mai 2011

Brainfood: Lammkotelettes und –Frikadellen mit Couscous und gegrilltem Gemüse

War das ein Wochenende! Sommerlich schön und was den kulinarisch-wissenschaftlichen Input betrifft, bin ich für die nächsten Tage bedient. Danke auch. Auf der Konferenz "So isst die Stadt" in Darmstadt haben sich führende Wissenschaftler und Freunde der Kulinarik versammelt, um über Esskultur und die Eigenlogik der Städte zu diskutieren und der Frage nachzugehen, wie Essen und Trinken ein Stadtbild prägt. Hochinteressant! Allerdings wurde zu Beginn eine sehr traurige Nachricht vermeldet: Der Frankfurter Gastronom Klaus Trebes, auf dessen Vortrag zur historischen Veränderung des Geschmacks einer Stadt am Beispiel Frankfurt sich alle gefreut hatten, ist plötzlich verstorben. Ich hätte ihn so gerne einmal persönlich erlebt, den Revoluzzer und Autodidakten, der einst die Hausbesetzer-Szene um Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit mit der gehobenen Küche verknüpfte. 
Warum der gesellschaftlichen Rangordnung eine Rangordnung der Bratenstücke entspricht, warum das Grundrecht auf selbst produziertes Essen im städtischen Raum wie eine romantische Utopie anmutet und weshalb man Pieds et Paquets eigentlich nur alten Männern servieren kann, das berichte ich ein andermal, jetzt gibt es erstmal etwas Ordentliches zu essen, denn Kopfarbeit braucht eben auch eine gute Grundlage!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 

Für die Lammkotelettes: 
4 EL Olivenöl 
Saft von ½ Zitrone 
1 TL fein gehackter Thymian 
1 Msp. gemahlener Koriander 
Pfeffer aus der Mühle 
4 Lammkotelettes 

Lammfrikadellen: 
150 g durchwachsenes Lammfleisch 
1 feinst gehackte Knoblauchzehe 
1 Msp. Gemahlener Kümmel 
1 TL gem. Koriander 
2 EL fein gewürfelte rote Zwiebel 
1 EL gehackte Pinienkerne 
2 EL fein geschnittener frischer Koriander (Rosmarin)
Salz, Pfeffer 

Couscous:
100 g mittelfeiner Couscous 
130 ml Hühnerbrühe 
1 EL Olivenöl 
Salz, Pfeffer aus der Mühle 

Chorizo-Datteln: 
4 Datteln (getrocknete)
20 g fein gewürfelte Chorizo 
2 Scheiben geräucherter Bauchspeck 

Joghurtsauce: 
8 EL Joghurt 
1 sehr fein gewürfelte kleine Chilischote 
Saft einer halben Orange 
1 EL Olivenöl 
1 EL gehackter Koriander (Rosmarin)
Salz, Pfeffer aus der Mühle 
½ TL Zucker 

Gegrilltes Gemüse: 
1 kleine Aubergine 
1 kleiner Zucchino 
1 kl. rote Paprika 
2 Frühlingszwiebeln 
4 EL Olivenöl 
Salz, Pfeffer aus der Mühle 

Für die Lammkotelettes Olivenöl, Zitronensaft, Thymian, Koriander und Pfeffer verrühren, die Lammkotelettes darin mindestens 1 Stunde marinieren. Für die Lammfrikadellen das Lammfleisch sorgfältig von Sehnen und Silberhäutchen befreien. Das Fett vom Fleisch abschneiden und beides separat mit einem scharfen Messer in sehr feine Würfel schneiden. Dann mit einem großen Messer die Fleischwürfel fein hacken, Fettwürfel ins Gehackte einarbeiten. Die restlichen Zutaten mit dem Lammhack vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Aus dem Lammhack kleine Kugeln rollen und bis zum Braten im Kühlschrank aufbewahren. Couscous in eine Schüssel geben. Hühnerbrühe einmal aufkochen. Brühe und Olivenöl mit einem Schneebesen langsam in den Couscous einrühren. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen gelegentlich mit dem Schneebesen umrühren, damit die Couscouskörner nicht aneinanderkleben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Die (getrockneten) Datteln an einer Seite längs aufschneiden, entkernen und mit Chorizo füllen. Speckscheiben der Länge nach halbieren, um jede Dattel eine halbe Scheibe wickeln. Die Datteln kurz vor dem Servieren im Backofen bei 180°C etwa 10 Minuten backen, bis der Speck kross ist. Warm halten. Für die Joghurtsauce alle Zutaten miteinander verrühren und mit Salz, Pfeffer und Zucker abchmecken. Gemüse waschen, Auberginen halbieren, von dem Zucchino 4 Scheiben abschneiden, den Rest vierteln, Paprika achteln, Frühlingszwiebeln vom Strunk und äußeren Blättern entfernen. Alles mit Olivenöl bepinseln und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Gemüse und die Lammfrikadellen auf einen Grill oder in eine heiße Grillpfanne legen. Von beiden Seiten etwa 5 Minuten grillen, bis das Gemüse und die Frikadellen gar sind. Währenddessen die Kotelettes aus der Marinade nehmen, salzen und ebenfalls auf den Grill legen. Von beiden Seiten 2 Minuten anbraten, auf einen Teller legen und mit Alufolie abgedeckt 5-10 Minuten ruhen lassen. Zum Anrichten Couscous jeweils in die Paprika-Achtel füllen und mit dem restlichen Gemüse, den Frikadellen, Kotelettes und Datteln auf dem Teller anrichten. Je zwei Esslöffel Joghurtsauce dazugeben. 


Das Rezept stammt von Eckart Witzigmann aus dem Feinschmecker-Bookazine Nr. 6, das ich spontan beim nach-Ewigkeiten-mal-wieder-Durchblättern entdeckt habe. Also fiel die Wahl doch auf Kotelettes, denn eigentlich wollte ich die Lammkeule nach Siebeck machen, der auch zur Konferenz geladen war, oder die Lammkeule á la Mami, die einfach unwiderstehlich schmeckt. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und irgendwann bekommt ihr dann eben die Doppelkeule! Ich habe das Korianderkraut durch Rosmarin ersetzt (beim Rezept in Klammer), ich mag Koriander in pulverisierter Form zwar sehr gerne, aber mit dem Kraut kann man mich jagen. Und Rosmarin ist für mich der Inbegriff eines Lammbegleiters! Außerdem habe ich nur getrocknete Datteln bekommen, ihre Süße hat zu der Schärfe der Chorizo und Deftigkeit des Specks aber perfekt gepasst. 

Donnerstag, 29. Juli 2010

Schlagkräftig: Neue Kartoffeln in pikanter Tomatensauce

In Omas Garten ist ab jetzt Kartoffelernte. Ratet, wer sich da wieder anpirscht...! Diese hübschen Exemplare hier wurden zum Teil mit einer ganz neuen Technik ans Tageslicht befördert, nämlich mit dem Hau-den-Lukas-Hackstyle meiner Cousine. Mit beiden Händen wird der Stil der Hacke gepackt, die dünnen Ärmchen spannen sich an, die Hacke wird weit nach hinten über den Kopf geschwungen und dann: *BAM!BAM!BAM!*!! Respekteinflößender als ne Horde Bullterrier auf Fleischentzug, ich sag´s euch. Innerhalb von Sekunden wird das Feld sozusagen umgepflügt und die Kartoffeln schießen nur so ans Tageslicht. Mit dem Nebeneffekt, dass die wenigen größeren Exemplare schon gleich fein säuberlich mit dem scharfen Eisen der Hacke in der Mitte durchtrennt werden, wofür sich das arme Mädchen zuerst eine Schelte einfängt, was aber im Nachhinein betrachtet doch ganz praktisch ist, so spart man sich zumindest etwaiges Halbieren zuhause. Jedenfalls ist es selbstredend, dass dies für mich die besten Kartoffeln sind, die ich bekommen kann. Und sie haben ein besonderes Rezept verdient, bei dem sie ihre Form behalten dürfen und nicht zu Brei verarbeitet oder zerschnitten werden.


Für 2 Portionen:
500 g kleine, neue Kartoffeln
4 EL Olivenöl
1 TL frische Thymianblättchen
1 gestr. TL Paprikapulver
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
400 g stückige Tomaten
1 EL Zitronensaft
1 TL brauner Zucker
2 TL Tomatenmark
1 EL Balsamico-Essig
1 gestr. TL getrockneter Thymian
ca. 10 schwarze Oliven
1 EL Kapern
100 g Feta-Käse
1/2 Bund Petersilie, grob gehackt

Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kartoffeln nur kurz unter fließendem Wasser säubern, die Schale ist bei neuen Kartoffeln ganz zart und kann dranbleiben. Kartoffeln in einer Schüssel mit 3 EL Olivenöl, den Thymianblättchen und dem Paprikapulver vermengen, ruhig die Hände dafür benutzen, dann klappt es besser. Alle Kartoffeln sollen schön mit dem Öl benetzt sein. Kartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im Ofen ca. 45 Minuten backen, dabei 1-2 mal wenden.


Währenddessen in einer Pfanne das übrige Öl erhitzen und Schalotten und Knoblauch darin anbraten. Paprika dazugeben und eine Minute weiterbraten. Die Tomaten, Zitronensaft, Zucker, Tomatenmark, Essig und Thymian dazugeben, gut verrühren und ca. 15 Minuten einkochen lassen. Es soll eine sehr dickflüssige Sauce entstehen. Die Kapern grob hacken, Feta zerbröckeln und beides zusammen mit den Oliven zu den Tomaten geben.
Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, sie sollten jetzt schön knusprig gebräunt und vor allem gar sein. Zu den anderen Zutaten in die Pfanne geben, vorsichtig umrühren, ordentlich salzen und pfeffern und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Sonntag, 18. Juli 2010

Morgendliches Kraftgepansche: Geeister Beeren-Ingwer-Cocktail

Feste Mahlzeiten durch Flüssignahrung ersetzen? Gar kein Problem! Im Münchner Hofbräuhaus hat mir ein Urbayer erklärt, dass man statt ein Schnitzel zu bestellen lieber zwei Maß trinken soll. Das sei schließlich die Götternahrung. Er musste es ja wissen, denn seinem Zustand nach zu urteilen hatte er schon diverse Schnitzel durch zwei Maß ersetzt, um als ergebener Untertan des Gottes der Volltrunkenheit seinem Herrscher zu frönen! Abgesehen davon habe ich morgens jedoch weder Lust auf Bier noch auf Schnitzel. Und Sommerzeit ist für mich außerdem auch Cocktailzeit! Ich brauche was kaltes, erfrischendes mit Früchten. Aber ein fruchtiger Mai Tai zum Frühstück wäre auch nicht gerade förderlich und würde die Tagesgestaltung deutlich verkomplizieren. Also heute auf jeden Fall ohne Alkohol. Beim Durchblättern von alten Rezeptheftchen bin ich fündig geworden und herausgekommen ist ein Getränk, das es in sich hat: Zink, Eisen, Calcium, Magnesium, Vitamine en masse, Antioxidantien und und und. Da kriegt man fast schon Angst.


Hier ist das Rezept für 2 Gläser:
150 g tiefgekühlte gemischte Beeren
1 Grapefruit
1 Stück Ingwer (frisch, ca. 2 cm lang)
30 ml Apfelsaft
80 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
2 EL Haferflocken
Minze zum Dekorieren

Beeren antauen lassen, die Grapefruit auspressen, den Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Alle Zutaten mit einem Pürierstab zerkleinen und locker aufschlagen. In Gläser füllen und mit Minze dekorieren. 


Wem dieser Cocktail morgens zu kalt ist , der kann die Beeren auch über Nacht auftauen lassen. Mir war er süß genug, gegebenenfalls kann man mit Honig oder (mein Favorit) Agavendicksaft nachsüßen.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Urlaubsgefühle: Flammkuchen mit Sardellencreme und Parmaschinken

Der Sommer ist in vollem Gange, aber wo ist denn bloß der Urlaub hin? Und was hat ein totes Pferd mit einem guten Schweineschinken zu tun? Was den Urlaub betrifft, so gilt es noch fast vier Wochen in der heimisch-schwülen Hitze auszuharren, bevor man sich ins mediterran-trockene Klima verabschiedet. Da kann man sich doch zumindest was das Essen betrifft schonmal etwas einstimmen. Bei Parmaschinken und Sardellen muss ich immer an südliche Gefilde denken, nur in Kombination ist mir beides bisher nicht untergekommen. Jetzt kommt übrigens das tote Pferd ins Spiel: Wusstet ihr, dass die Reifeprüfung eines Parmaschinkens mit einem Pferdeknochen besiegelt wird? Der Prüfer sticht dazu mit einem dünnen Pferdeknochen aus dem Wadenbein in den Schinken und erschnüffelt sich anhand der Aromen, die am Knochen haften bleiben, die Qualität. Erst wenn der Schinken für gut befunden wurde bekommt er die Krone der Herzöge von Parma eingebrannt. Der Pferdeknochen eignet sich so gut für die Prüfung, weil er porös ist und so den Geruch des Schinkens ganz wunderbar speichert. In der Markhalle gab es frisch von der Keule geschnittenen, hauchdünnen Parmaschinken, der die Reifeprüfung ganz offensichtlich bestanden hat. Da konnte ich nicht widerstehen.


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
10 g frische Hefe
250 g Mehl und Mehl zum Arbeiten
100 ml Buttermilch
2 EL Olivenöl
Salz
100 g Schalotten
1 kleine Zucchini
3 Sardellenfilets
125 g saure Sahne
1 TL Zitronensaft
Pfeffer
8 hauchdünne Scheiben Parmaschinken

Die Hefe in 25 ml lauwarmem Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken, das Hefegemisch hineingeben und mit etwas Mehl vom Rand vermischen. Die Buttermilch, 2 EL Öl und 1/2 TL Salz hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen mitsamt Blech auf höchster Stufe (bei mir waren´s 250° Grad) vorheizen. Schalotten schälen und in dünne Ringe schneiden, Zucchini waschen und in hauchdünne Scheiben schneiden. Thymianblättchen von den Stielen zupfen. Die Sardellenfilets grob hacken und mit Thymianblättchen, saurer Sahne und Zitronensaft verrühren. Gut salzen und pfeffern.
Den Teig noch einmal kurz durchkneten und in 4 gleich große Stücke teilen. Diese auf leicht bemehltem Backpapier in Größe des Blechs ca. 2 mm dünn zu je einem Oval ausrollen. Jede Teigplatte mit 3 EL der Saure-Sahne-Mischung bestreichen und jeweils 2 EL Schalotten und Zucchini darauf verteilen. Mit Pfeffer würzen. Jeweils 2 Flammkuchen mit dem Backpapier auf das heiße Blech geben und im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 5-7 Minuten backen (laut Originalrezept passen 3-4 Flammkuchen nebeneinander,  bei mir ging das gar nicht bzw. sie wären mir sonst nicht dünn genug ausgerollt  gewesen). Aus dem Ofen nehmen, mit grob zerrupftem Parmaschinken belegen und je nach Geschmack mit etwas Olivenöl beträufeln. 


Das Rezept stammt aus Lust auf Genuss 7/10 (ergiebiges Heftchen für mich diesmal) und wurde für 4 Portionen angepasst (bei großem Hunger schafft man das allerdings sogar zu zweit, ähm...). Der Flammkuchenteig hat mich absolut überzeugt: Superschnell und einfach herzustellen, schmeckt sehr gut und ist knusprig, wie es sich gehört. Den werde ich vorerst als Grundlage beibehalten.

Sonntag, 11. Juli 2010

Grillmania: Schweinefilet im Salbei-Speckmantel mit Kürbiskernöl-Zucchini und Basilikum-Kürbiskern-Dip

Alter Schwede, ganz schön langer Name für so ein schnell zubereitetes Gericht. Und das bei dieser Hitze, wo das Denken doch eh schon schwer fällt. 40 Grad gestern in Hessen gemessen, wenn das mal kein Grund für Schnappatmung ist! Alles klebt und ist glitschig, in der Stadt riecht´s nach Sonnencreme und ich harre aus, indem ich mir konstant Luft zufächere, mich mit Eiswasser bespritze und Krimis lese, in der Hoffnung, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft. Apropos den Rücken runterlaufen, das ist mir am frühen morgen mit dem eigenen Schweiß auch schon passiert, da war ich unter größter Anstrengung joggen und vor mir lief in einem frischen Duftschwall eine 90-60-90-Blondine mit (Achtung!) hellgrauem Oberteil, ohne ein einziges Anzeichen von Schwitzen! Noch dazu mit perfekter Frisur. Wie macht die das? Wollt ihr wissen, wie ich aussah? 90-60-90 natürlich auch, is klar, ne, aber mein Oberteil war mit undezent dunklen Flecken verziert und die Frisur war praktisch nicht mehr vorhanden. Ähnlichkeiten mit einer Nixe, frisch aus dem Meer entsprungen. Nur mit knallroter Birne anstatt chicem Thalasso-Teint. Eigentlich vollkommen beknackt, wer bei den Temperaturen noch den heißen Grill anwirft. Aber Mut wird belohnt, denn das Schweinefilet und die Zucchini schmecken wahnsinnig gut und entschädigen am Abend so einiges.


Hier kommt das Schweinefilet-Rezept für 3-4 Portionen:
600 g Schweinefilet
Salz, Pfeffer
5 Salbeiblätter
10 dünne Scheiben Bacon

Das Schweinefilet kurz abbrausen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer würzen. Filet mit den Salbeiblättern belegen und die Baconscheiben dicht um das Filet wickeln. Eventuell mit Küchengarn festbinden. Auf dem heißen Grill ca. 25 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden. Zum Anrichten in Scheiben schneiden und mit den Zucchini und dem Dip servieren. Was den Gargrad von Schweinefilet betrifft scheiden sich ja die Geister, ich habe es lieber ganz durchgebraten. 


Für die Kürbiskernöl-Zucchini mit Basilikum-Kürbiskern-Dip:
500g Zucchini
50 ml Olivenöl
3 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer (grob aus der Mühle)
Eine große Hand voll Basilikumblätter
50 g geschälte Kürbiskerne
50 g geriebener Parmesankäse
50 ml Gemüsebrühe
1 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer




Zucchini waschen und in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. Olivenöl und Kürbiskernöl mischen und mit den Zucchinischeiben vermengen. Salzen und mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Für den Dip die Basilikumblätter mit Kürbiskernen, Parmesan, Brühe und Kürbiskernöl mit einem Pürierstab mixen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern, durch die Brühe ist die Masse zumindest schon recht salzig. Zucchini auf dem heißen Grill ca. 5 Minuten von beiden Seiten grillen und mit dem Basilikum-Kürbiskern-Dip servieren.


Das Rezept für das Schweinefilet stammt aus Lust auf Genuss 7/10, die beiden anderen Rezepte in leicht abgewandelter Form aus Kreativ Küche 2/05.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Beeren-Alarm: Johannisbeer-Marmelade, Chutney und ein feiner Sommerkuchen

Letztes Wochenende stand ein Familienfest auf dem Lande an. Für mich immer ein Grund zur Freude, denn das bedeutet praktisch Urlaub. Handy und Laptop bleiben die meiste Zeit aus oder werden schlichtweg vergessen und es gibt keinerlei Verpflichtungen. Außer vielleicht ein gutes Buch lesen, in der Sonne herumhängen, Sektchen schlürfen und nette Verwandtschaftsbesuche tätigen. So kann man leben, oder? Und wenn man sich doch zu etwas entschieden hat, was Arbeit bedeutet, wird es heimlich von der fast 90-jährigen Oma erledigt, bevor man überhaupt dazu kommt. Während die anderen Enkelinnen und ich morgens um 7 noch lange nicht ans Aufstehen denken, hat sie schon einen ganzen Eimer Johannisbeeren aus dem Garten zusammengepflückt, den ich mit nach Hause nehmen darf. Ich habe mich sehr gefreut und natürlich keine einzige Beere verkommen lassen. Zum Frühstück gibt´s ab jetzt feine Johannisbeer-Marmelade mit Schuss auf´s Brötchen, das Saucen-Sortiment für´s Grillen wird um ein süßsaures Chutney ergänzt und - das beste zum Schluss - der Nachmittag wird mit Kaffee und einem wirklich köstlichen Kuchen versüßt. 


Johannisbeermarmelade mit Vanille und Amaretto:
(Für 4-6 Gläser)
1 kg rote Johannisbeeren, Stiele und Blätter entfernt
500 g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
5 EL Amaretto


Johannisbeeren in einen großen Topf geben und grob zerstampfen. Erhitzen und unter Rühren den Gelierzucker und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote dazugeben. 5-10 Minuten kochen lassen und dabei den Schaum abschöpfen, der sich an der Oberfläche bildet. Vom Herd nehmen und den Amaretto gut unterrühren. Noch heiß in saubere Schraubgläser füllen, verschließen und auf den Deckel gestellt abkühlen lassen. Wem die Kerne in der Marmelade nicht gefallen, der sollte das Ganze vor dem Abfüllen durch ein Sieb passieren. Dann gibt´s eben Gelee.

Hübsch beschriftet und mit einer Serviette oder einem Stück Stoff und einem Schleifchen verziert lassen sich die Gläser supergut verschenken. Es geht doch nichts über selbstgemachte Marmelade!

Johannisbeer-Chutney:
(Für 2-3 Gläser)
150 g Schalotten 
1 rote Chilischote
1 EL Zucker
80 ml Rotwein
50 ml Rotwein-Essig
2 Lorbeerblätter
eine Prise Salz
350 g Johannisbeeren, Stiele entfernt
100 g Gelierzucker 2:1


Schalotten in feine Streifen schneiden. Die Chilischote von den Kernen befreien und in Streifen schneiden.  Zusammen mit Zucker, Rotwein, Essig, Lorbeerblättern und Salz in einem Topf zum Kochen bringen und 5 Minuten einkochen lassen. Johannisbeeren dazugeben und Gelierzucker unterrühren. Unter Rühren weitere 5 Minuten sprudelnd kochen und sich bildenden Schaum abschöpfen. Eventuell eine Gelierprobe machen und ggf. mehr Gelierzucker hinzufügen. Allerdings sollte das Chutney nicht so stark gelieren wie Marmelade. Noch heiß in saubere Gläser füllen und verschließen. Auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Hält sich mindestens 2 Wochen im Kühlschrank. Das Chutney schmeckt gut zu gegrilltem Fleisch, aber auch zu Wild und Tafelspitz. 

Und jetzt kommt der Kuchen, den ich übrigens definitiv in meine Sommer-Favoritenliste aufnehmen werde. Gut gekühlt schmeckt er am besten!

Johannisbeer-Schmand-Kuchen: 
(Rezept für 12 Stücke bzw. eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser)
Für den Mürbteig:
200 g Mehl
1/2 TL Backpulver, 1 Prise Salz
75 g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100 g Butter


Für den Belag:
500 g Johannisbeeren
4 Eier
100 g Zucker
1 TL abgeriebene Zitronenschale
Saft von 1/2 Zitrone
50 g sehr fein gemahlene Mandeln
500 g Schmand
Puderzucker zum Bestäuben

Für den Mürbteig alle Zutaten in einer Schüssel mit 1-2 EL kaltem Wasser rasch zu einem glatten Teig verkneten. Eine Tarteform fetten. Teig auf wenig Mehl etwas größer als die Form dünn ausrollen. Die Form mit dem Teig auslegen, dabei einen Rand formen und alles 30 Minuten kalt stellen.


Die Johannisbeeren von den Rispen streifen, kurz unter fließendem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Für den Guss Eier, Zucker und Zitronenschale mit dem Handrührer schaumig schlagen. Zitronensaft und Mandeln unterrühren und den Schmand unterheben. Erst die Hälfte der Johannisbeeren auf dem Mürbteigboden verteilen, dann den Guss darübergeben und zum Schluss die restlichen Beeren auf dem Guss verteilen. Den Kuchen im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit in der Form auskühlen lassen und anschließend mit Puderzucker bestäubt servieren.