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Dienstag, 20. Dezember 2011

Auch schon ein kleines Fest: Lachs-Bagel mit Wasabi-Frischkäsecrème

Heute Morgen im Bett ist etwas Schönes passiert, auf das ich in diesem Monat schon sooo lange gewartet habe. Es war ein Geräusch, das hörte sich in etwa so an: Krrtt. Dann noch einmal. Krrtt. Krrt-krrt-krrrt. Ich blieb noch einen kurzen Moment liegen, konnte dabei aber mein Grinsen nicht mehr unterdrücken und ich war auch ein bisschen gerührt und hatte Herzklopfen, denn ich wusste schon längst, was mir gleich blühen würde, wenn ich die Rollläden hochziehe. Wisst ihr es auch? Richtig. Schnee! Endlich mein geliebter Schnee! Und ein Nachbar, der mit der Schneeschippe den Gehweg freischaufelt. Krrrrt.
Gestern noch hat die Sonne wie verrückt durch die Fenster geschienen und es hätte genauso gut ein Tag im Spätherbst sein können, wenn nicht wenigstens meine spärliche Weihnachtsdekoration ein wenig an die Jahreszeit erinnert hätte. Um die feierliche Stimmung etwas voranzutreiben, habe ich mich dann für einen kleinen Lachs-Snack entschieden. Es erscheint sicher ein bisschen abgedroschen, aber Lachs und ein Glas Sekt sind für mich schon sowas wie ein Inbegriff von Festlichkeit. Vielleicht weil ich Besuch gerne mit Lachsröllchen und Sekt empfange. Oder weil es in meiner Familie zu Heiligabend oft eine Platte mit gebeiztem Lachs (und mittlerweile auch Lachsröllchen) gibt. Und dazu Unmengen von Schaumwein, selbstredend. Ich habe also gestern quasi ein bisschen für mich vorgefeiert, könnte man sagen. In der Hoffnung auf weiße Weihnachten. Das Rezept für die Bagels habe ich mir bei Ketex - Der Hobbybrotbäcker abgeschaut. Ich habe mich genau an die Angaben gehalten, nur etwas weniger Honig verwendet, weil ich zur Zeit einen kräftigen Waldhonig habe, dessen Geschmack sehr dominant ist. Und weil ich gänzlich Bagel-unerfahren war, wusste ich ja nicht, wie stark man den Honig letztendlich herausschmeckt. So, wie es war, war es perfekt! Und ich bin sehr begeistert von diesem gelingsicheren, guten Rezept, vielen Dank dafür. 

Hier kommt das Rezept für 8 Bagels: 
Für den Vorteig: 
75 g Weizenmehl 550 
75 g Weizenvollkornmehl 
150 g Wasser 
1,5 g Frischhefe 

Alle Zutaten klümpchenfrei verrühren und 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach für 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Das Ganze sollte mit einer Klarsichtfolie abgedeckt werden. 

Für den Hauptteig: 
Vorteig 
300 g Weizenmehl 550 
50 g Roggenmehl 1150 
150 g Wasser 
30 g Zucker (ich habe braunen Zucker verwendet)
10 g Salz 
8,5 g Frischhefe 
1 EL Sonnenblumenöl 
Sesamsamen und Mohn zum Bestreuen bzw. Wälzen 

Alle Zutaten 12 – 15 Minuten kneten. Den Teig in eine geölte Schüssel geben und mindestens 1 Stunde gehen lassen.
 Stücke von ca. 100 g abwiegen. Die Teistücke platt drücken und zu einer etwa 35 cm langen Wurst formen. Die Wurst um die Hand wickeln, so dass die Enden in der Handfläche liegen (so wie auf dem Foto). Ein bisschen hin und her rollen, damit sich die Enden gut miteinander verbinden. Die Bagels noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Einen Topf mit Honigwasser(1 EL Honig auf einen (bei mir waren es zwei) Liter Wasser) zum kochen bringen, danach aber nur noch simmern lassen (70°/80°C). Die Bagels darin (mit der Seite, die nach oben zeigte zuerst) 30 Sekunden von beiden Seiten baden und auf ein Backblech legen. Anschließend mit einer Mischung aus Ei, Milch und Wasser bestreichen und in Sesam oder Mohn wälzen.
Das geht am besten, wenn man den Sesam oder Mohn in eine flache kleine Schüssel gibt, die Bagels mit der oberen Seite hineinlegt und ein bisschen rüttelt, dann ist alles da, wo es sein soll. Den Ofen in der Zwischenzeit auf 230° aufheizen und die Bagels in 25 – 30 Minuten fertigbacken.


Für 1 Lachs-Bagel: 
30 g Sahne 
40 g Frischkäse 
1 cm Wasabi (Paste aus der Tube, wer ihn selbst anrührt nimmt ca. 1/2 gestr. TL) 
1 EL Schnittlauch, fein gehackt 
Salz 
1 Bagel mit Sesamsamen 
2 Salatblätter 
50 g Räucherlachs 
ein paar hauchfein geschnittete rote Zwiebelringe 
1 Glas Sekt (mindestens)

Die Sahne steif schlagen und unter den Frischkäse rühren. Wasabi gut untermischen und Schnittlauch dazugeben. Die Masse mit Salz abschmecken, nicht zu viel, denn der Lachs ist ja auch salzig. 
Bagel längs halbieren und die untere Hälfte dünn mit ca. 1/4 der Creme bestreichen. Salatblätter darauf verteilen und mit Lachs und Zwiebeln belegen. Die restliche Creme etwas dicker auf der oberen Hälfte verteilen und den Bagel zusammensetzen. Das Glas Sekt schnappen, zurücklehnen und sich auf die Feiertage einstimmen. 


Die restlichen Bagels habe ich eingefroren, sie lassen sich wunderbar wieder aufbacken, wenn man sie zuvor ein bisschen antauen lässt - das habe ich heute Morgen schon getestet. Nur ohne Sekt, der war leider schon leer. ;-)

Donnerstag, 17. März 2011

Begriffsstutzigkeit auf dem Teller: Lasagnette von Räucherlachs und gegrilltem Gemüse mit Schnittlauchsahne

Manchmal überlege ich mir, dass es doch viel einfacher wäre, Rezeptbezeichnungen nicht zu hinterfragen, findet ihr nicht auch? In der Zeitschrift LandGenuss habe ich ein sehr verlockend klingendes Rezept gelesen: "Lasagnette von zweierlei Fisch", bei dem Steinbutt- und Lachsfilet abwechselnd mit einer Farce aus Sahne und Weißfisch zu kunstvollen Türmchen geschichtet und mit Olivenöl beträufelt werden. Klingt köstlich, aber Momentchen mal, Lasagnette? Äh... Pasta? Ja, wo waren se denn, die Nudeln?? Bei dieser Rezeptbezeichnung habe ich doch fest mit einem dünnen Nudelblatt zwischen den Fischfilets gerechnet! Ein Fall für Tante Google, die hier aber eher zu noch größerer Verwirrung geführt hat. Dort habe ich nämlich herausgefunden, dass Lasagnette etwas breitere Bandnudeln mit gewellten Rändern sind und die Lasagne selbst eigentlich ein Nachttopf ist (griechisch: lasanon). Praktischerweise haben die Römer den Nachttopf dann in einen Kochtopf umgewandelt (TOLLE IDEE, Jungs und Mädels *Daumenhoch*!!). Jedenfalls wurde die Lasagne dann im Laufe der Zeit zu einer Sammelbezeichnung für Aufläufe. Ich schließe nun daraus, dass Lasagne nicht unbedingt Pasta enthalten muss, rein etymologisch leuchtet das auch ein. Trotzdem hält sich eine Restverwirrung: Was wäre dann genau der Unterschied zwischen Lasagne und Pasticcio? Und bezeichnen Lasagnette demzufolge nicht nur gewellte Bandnudeln, sondern auch Mini-Aufläufe? Wird zur Lasagne/Lasagnette nur, was einen Ofen von Innen gesehen hat und quasi überbacken ist? Gibt es in Italien regionale Unterschiede, was die Bezeichnungen betrifft, bzw. enthalten Lasagne/Lasagnette dort immer Pasta? Ich würde mich sehr freuen, wenn mir das jemand von euch erklären könnte! Ich esse so gerne italienisch und ein ganz kleines bisschen kommt hier auch meine Sprachwissenschaftler-Ader zutage. :-)
Aber zurück zum Rezept: Herausgekommen ist wieder einmal was total anderes, nämlich das, was der Kühlschrank hergegeben hat. Und das war diesmal nur Lachs und Gemüse. There you go...


Hier kommt das Rezept für 2 Personen als Vorspeise:
1 kleine Zucchini
1 kleine Aubergine
50 ml Olivenöl
Meersalz, Pfeffer
100 g mild geräucherter Lachs in Scheiben
100 ml Sahne
ein paar Stängel Schnittlauch
Sonstiges: 2 Servierringe mit ca. 10 cm Durchmesser

Backofen auf 220 °C vorheizen. Zucchini und Aubergine waschen, Enden entfernen und längs in ca. 5mm breite Scheiben schneiden. In eine große Schüssel geben, mit Olivenöl und Meersalz bestreuen und mit den Händen vorsichtig vermengen, damit alles mit Öl benetzt ist. Die Scheiben nebeneinander auf einen Grillrost legen, mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten garen. Herausnehmen und abkühlen lassen. 
Auf einem Brett die abgekühlten Gemüsescheiben dicht nebeneinander legen und mit dem Servierring pro Gemüsesorte 4-6 Kreise ausstechen (so breit ist selten eine Zucchini, da muss man ein bisschen tricksen und zwei Scheiben auf einmal nehmen). Aus den Lachsscheiben ebenfalls 4-6 Kreise ausstechen. Nun die Servierringe jeweils auf einen Teller setzen und dann abwechselnd eine Scheibe Zucchini, Aubergine und Lachs einschichten, mit Lachs abschließen. Die Sahne mit etwas Salz und ein paar Stängeln Schnittlauch pürieren, sie soll wirklich nur einen Hauch nach Schnittlauch schmecken, sonst wird sie zu scharf und überdeckt alles. 
Die Servierringe vorsichtig entfernen und die Lasagnette (oder was auch immer!) mit der Schnittlauchsahne beträufeln und ggf. mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren.


Ob man das Gericht nun Lasagnette nennen kann, weiß ich wirklich nicht. Zumindest aber klingt es schön und, die Hauptsache, es schmeckt fein. Die Schnittlauchsahne kann man auch gut durch ein paar Tropfen Olivenöl ersetzen, das man über die Lasagnette träufelt. Ach und übrigens, bei der Lasagnette-Recherche bin ich auf ein köstlich klingendes Rezept von lamiacucina gestoßen, das ich euch nicht vorenthalten möchte. So würde ich mir tatsächlich auch Lasagnette vorstellen. Mit Pasta eben. 

Sonntag, 1. November 2009

Sushi-Parade



Ich kann mich noch sehr genau an meine erste selbstgemachte Sushi-Rolle erinnern. Geschmacklich gar nicht so verkehrt, visuell aber eine Zumutung! Der Grund? Sie hatte den Durchmesser eines Baseballschlägers.

Meine Sushi-Bambusmatte und ich hatten demnach keinen besonders guten Start in unsere Freundschaft. Sie war mir zu widerspenstig, ich ihr zu ungeduldig. So machten wir einige verzweifelte Versuche Maki-Rollen herzustellen, die auch als solche erkennbar waren. Habe ich schon erwähnt, dass wir dabei kläglich scheiterten? An der Bambusmatte klebte bald ein farbenfrohes Gemisch aus Reis, Avocado und Lachsfilet und meine Augen tränten nicht nur vom Wasabi. Erst eine liebe Freundin aus der Schweiz, die bereits passionierte Sushi-Rollerin war, machte meine Bambusmatte und mich an einem Nachmittag mit einem dreistündigen Sushi-Workshop zu einem starken und unzertrennlichen Team. Manchmal braucht es eben jemanden, der einen auf die Rolle bringt. Ich lernte, wie wichtig die richtige Zubereitung des Reis ist und dass beim Befüllen der Nori-Blätter weniger tatsächlich mehr ist. Mittlerweile rollen wir Hoso-Maki, Futo-Maki und California Rolls im Schlaf, manchmal scheint es fast meine gute alte Bambusmatte würde die Arbeit alleine machen.




Hier kommt eine kleine Auswahl an ebenso schlichten wie köstlichen Avocado- und Lachs-Sushi, von denen ich niemals genug bekommen kann:

Rezept für 4:
250g Sushi-Reis
ca. 450ml Wasser
4(-8) Nori-Blätter
50ml Reisessig
1EL Zucker
1TL Salz
2 Avocados
200g Räucherlachs
Wasabi
Sojasauce

Sonstiges: 1 Bambusmatte zum Rollen der Sushi

Den Reis gründlich waschen und 10 Minuten quellen lassen. Dann mit kaltem Wasser aufsetzen und mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Auf geringer Hitze köcheln lassen, bis das Wasser vom Reis aufgenommen wurde. Deckel abnehmen, Topf vom Herd nehmen und mit einem Tuch bedeckt 15 Minuten stehen lassen. Reisessig mit Zucker und Salz vermischen. Mit Reis in eine Schüssel geben und vorsichtig verrühren. Bei Zimmertemperatur auskühlen lassen.
Ein Nori-Blatt auf die Bambusmatte legen, dabei darauf achten, dass die feinen Linien des Blattes horizontal liegen. Hände anfeuchten und eine kleine Portion Reis auf den unteren 3/4 des Blattes verteilen. Avocados in ca. 1 cm breite Spalten schneiden und entlang der unteren Kante des Blattes auf den Reis legen. Jetzt mit Hilfe der Bambusmatte das belegte Blatt zu einer festen Rolle formen. Mit der übrigen Avocado ebenso verfahren.
Kommen wir zum Lachs: Man kann diesen natürlich auch einfach wie die Avocadospalten einrollen (hierfür verwende man dann die weiteren vier Nori-Blätter), oder man wählt diese viel hübschere Variante, nämlich kleine Nigiri-Sushi, bei denen der Lachs einfach auf kleine Reisbällchen gelegt wird. Dazu mit angefeuchteten Händen ca. 4 cm lange und 2 cm hohe Reisbällchen formen. Lachs in passende Stücke schneiden und auf die Reisbällchen legen. Aus einem Nori-Blatt feine Streifen schneiden, jeweils einen durch eine Schüssel mit Wasser ziehen und sofort um ein Nigiri-Sushi wickeln. Hey, this belt looks delicious!

Jetzt brauchen wir ein scharfes Messer für die Rollen! Ist es zu stumpf, sehen die Sushi bald aus wie Spinatfrösche. Jede Rolle in 8 gleich große Stücke schneiden. Mit Wasabi und einem Schälchen Sojasauce sowie den Lachs-Nigiri nett auf einer Platte drapieren. Oishiiiiii!!