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Montag, 17. März 2014

Olivenbaguette zu Antipastisalat: Schönwetteressen und Mitbringsel

Wenn meine Mama zu Besuch kommt, tue ich gut daran, vorab Speisekammer, Kühlschrank, Küchen- und Badschränke leer zu räumen. Denn sie kommt in Begleitung: Der halbe Freiburger Münstermarkt (eingelegter Schafskäse, Oliven, frisches Bauernbrot, gute Landbutter, deftige Bauernwürste, kiloweise Obst), ein Halbjahresvorrat an Sekt in kleinen Piccolo-Flaschen („kuck, da kannste mal zwischendurch n Piccolöhchen trinken“ – danke, Mama!), wunderschönes Wetter, Anti-Stress-Badeöle und (hautstraffende!) Bodylotions sowie neuerdings ein Reisefernseher (die Krimis! ... und weil wir bei uns die Glotze rausgekickt bzw. gar nicht erst wieder aufgehängt haben) fahren mit ins hessische Exil der Nachbrut. Ich freue mich immer wie verrückt – nicht nur über das Wiedersehen sondern auch über all die Köstlichkeiten aus meiner badischen Heimat und wir haben natürlich im Laufe der Woche alles restlos wegschnabuliert (außer vom Sekt ist noch übrig, aber das wäre ja auch sonst ... äh, ansatzweise exzessiv). Diesmal hat sie mir aber noch eine ganz besondere Überraschung mitgebracht, deren Existenz bisher vollkommen an mir vorbei gegangen ist: Ein Backbuch ("Mein täglich Brot") meiner Freiburger Lieblingsbäckerei Bühler. Die Bäckerei Bühler liegt mitten in da Hood, nämlich im schönen Stadtteil Wiehre, fußläufig zur besten Metzgerei (Metzgerei Müller, deren netter Chef übrigens der Vermieter meiner schnuckeligen Studentenbude war). Wenn ihr mal in Freiburg seid, kann ich euch beides wärmstens empfehlen. Und wenn jemand auf der gegenüberliegenden Straßenecke mal schnell quer parkt, ist das vielleicht sogar unser Fußball-Bundestrainer.

Olivenbaguette selber backen


Weil der Frühling in den letzten Tagen schon Einzug gehalten hat und ich Lust auf einen knackigen Antipasti-Salat hatte, habe ich mich für die Olivenbaguettes aus dem Buch als Beilage entschieden – 1a-Begleitung, wenn ihr mich fragt, vielleicht sogar die Hauptrolle. Der Teig ist auch für Brotbackanfänger oder "erfahrene Brotbackdeppen" wie mich kinderleicht zu händeln und heraus kommen zwei hübsche, fluffige Baguettes, die durch schwarze Oliven und Kräuter schön rustikal schmecken und gut für die anstehende warme Jahreszeit als Begleiter für Salate, zum Grillen oder fürs Picknick geeignet sind. Und das beste: Sie schmecken wirklich so, wie ich sie aus meiner Freiburger Stundentenzeit kenne. Hach!
Ach ja, und der Antipasti-Salat dazu ist supereinfach gemacht, schmeckt lauwarm oder kalt.

Baguette mit Oliven selber machen


Hier kommt das Rezept für 2 Olivenbaguettes (ich habe die Mengen etwas angepasst und ein paar Schritte verändert, z.B. die Hefe zuvor in Wasser aufgelöst):

400 g Weizenmehl Type 550
9 g Salz
12 g frische Hefe
25 ml Olivenöl
1 TL getrocknete Kräuter
270 ml lauwarmes Wasser (etwa 20 Grad)
100 g eingelegte, entsteinte Oliven

Hefe im warmen Wasser auflösen und mit den anderen Zutaten außer den Oliven zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Teig etwa eine viertel Stunde ruhen lassen, dann die Oliven unterkneten und den Teig in einer Schüssel mit Tuch bedeckt bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen. Den Teig in zwei Stücke teilen und mit gut bemehlten Händen zu zwei Stangen formen. Die Olivenbaguettes einmal in sich drehen (so, als würdet ihr jemandem den Hals umdrehen wollen – Anti-Aggressionstraining beim Backen, quasi ;-)) und dann auf ein Backblech setzen. Mit einem Tuch abdecken und etwa 40 Minuten erneut gehen lassen. Derweil den Backofen auf 230 Grad vorheizen. Oliven-Baguettes im heißen Ofen 25 Minuten backen (mittlere Schiene), nach etwa 15 Minuten die Temperatur auf 200 Grad runterschalten.Eure Olivenbaguettes sind fertig, wenn die Oberfläche leicht gebräunt ist. Und keine Angst - direkt nach dem Rausnehmen ist die Kruste der Olivenbaguettes knochenhart, wird dann aber beim Auskühlen so, wie sie sein soll, knusprig-federnd.

Selbstgemachtes Olivenbaguette


Das Rezept für den Antipasti-Salat für 2 Portionen:

2 Paprikaschoten (meine Favoriten sind für Salat gelb und rot)
2 rote Zwiebeln
1 Zucchini
1 kleine Aubergine
2 Knoblauchzehen
5 EL Olivenöl
ein kleiner Zweig Rosmarin und/oder Thymian
Meersalz, schwarzer Pfeffer
1 Handvoll Kirschtomaten, halbeirt

Für das Antipasti-Salatdressing:
2 EL Olivenöl
3 EL Balsamico-Essig
Meersalz, schwarzer Pfeffer

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Paprikaschoten entkernen und in breite Streifen schneiden, rote Zwiebeln schälen und achteln, Zucchini und Auberginen einmal der Länge nach halbieren, dann in Scheiben schneiden (ggf. vierteln). Knoblauch fein hacken. Gemüse (bis auf die Tomaten) in einer großen Schüssel mit Knoblauch, dem Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer mischen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen, Kräuterzweige dazugeben und im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten garen. Kirschtomaten dazu geben und 5 Minuten weitergaren. Gemüse wieder in eine große Schüssel geben, mit dem Dressing vermischen und Antipasti-Salat mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.

Antipasti-Salat


Habt eine sonnige Woche ihr Lieben, bis bald!

Montag, 3. Februar 2014

Croutons selber machen: Vom Frühstücksrest zum quadratischen Knusperhäppchen

Das ist heute ein zugegeben vielleicht etwas enthusiastisch anmutendes Plädoyer für eine Erscheinung, die ob ihrer Einfachheit und gleichzeitig imposanten Fähigkeit zur Mundgefühl-Optimierung in meinen Augen jedoch vorbehaltlos einen Beitrag verdient. Voilà: Der gemeine Crouton.

Croutons selber machen

Ob im Salat, als Suppeneinlage oder als rustikale Knabberei zum Wein, Croutons sind für mich in vielerlei Hinsicht das i-Tüpfelchen. Und, ähnlich wie bei Kräuterbutter, verstehe ich nicht, warum man dafür Geld ausgeben sollte, wenn man die Zutaten doch meistens ohnehin zuhause hat und die knusprigen Croutons ruckzuck selber machen kann.
Ich liebe gutes Brot – und dementsprechend kenne ich das Problem, dass oft ein paar Scheibchen übrig bleiben. Machen wir doch zunächst mal eine Bestandsaufnahme, was man grundsätzlich mit altem Brot alles machen kann:

1.) Das alte Brot richtig schön hart werden lassen, fein shreddern und als Paniermehl verwenden.
2.) Ihr nehmt euer altes, eingeweichtes Brot für Semmelknödel oder als Füllung für den köstlichen Sonntagsbraten.
3.) Habt ihr oder Bekannte von euch Tiere, die Brot mögen? Dann verfüttern (aber Achtung, nicht jedes Tier verträgt jedes Brot, vor allem Nager sind oft empfindlich ... ich hätte hier aber noch ein paar selbstgemachte Meerschweinchen-Leckerlies im Sortiment).
4.) Ihr könnt euer altes Brot bei Ebay versteigern. Davor empfiehlt es sich, das Brot kurz anzutoasten und das Dunkle an ein paar Stellen kunstvoll abzukratzen. Dann braucht ihr nur noch eine gute Story und einen prominenten Namen und fertig (sollte allerdings urplötzlich das Gesicht von Johnny Depp o.ä. auf eurem alten Brot auftauchen, gebt mir doch noch mal Bescheid, dann, äh, können wir das vielleicht auch unter der Hand regeln ... ;-))
5.) Ihr verpasst dem Brot eine süße Beilage und kredenzt Arme Ritter oder Ofenschlupfer.
6.) ... oder es gibt eben Croutons! Juhu!

Laut Duden ist der Crouton ein „kleines, in Fett gebackenes, dreieckig oder würfelförmig geschnittenes Stück Weißbrot“. So weit so gut. Allerdings: Croutons könnt ihr natürlich aus nahezu jedem Brot selbst machen. In Kombination mit verschiedenen Ölen, Salz, Kräutern und Gewürzen bieten sich schier unendliche Kombinationsmöglichkeiten. Die Ruckzuck-Croutons mit Olivenöl und Salz für Salate, Schwarzbrotcroutons als deftige Suppeneinlage oder Croutons aus Sauerteigbrot mit Chili und einem Hauch Essig als süchtigmachende Knabberei.

Ein Rezept für selbstgemachte Croutons ist dabei eigentlich kaum nötig: Ihr schneidet einfach eure Brotreste in kleine Würfelchen, erhitzt etwas Öl in der Pfanne und röstet die Brotwürfel bei mittlerer Hitze, bis sie schön goldbraun sind. Etwas Salz oder Gewürze nach eurer Wahl drüberstreuen und ta-daaah, schon sind sie einsatzbereit.

Hier habe ich meine derzeitigen Favoriten für euch: Einmal in weiß mit Essig zum Knabbern oder für euren Salat und einmal die dunkle Variante mit Sumach als deftige Suppeneinlage.

selbstgemachte Croutons

Für die hellen Croutons würfelt ihr 5 Scheiben altes Baguette, erhitzt 3 EL Olivenöl und röstet die Brotwürfel dann langsam in der Pfanne an. Wenn sie bereits etwas Farbe genommen haben, gebt ihr einen guten EL süßlichen Rotweinessig dazu (es soll zischen!) und rührt dabei gut um. Dann etwas Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer drübergeben. Als Knabberei schmecken die Croutons noch ein bisschen köstlicher, wenn sie noch warm serviert werden. Abgekühlt und luftdicht verpackt, halten sie auch ein paar Tage und ihr könnt immer wieder ein paar für euren Salat abzwacken.

Für die dunklen Croutons würfelt ihr 2 Scheiben altbackenes Schwarzbrot, erhitzt 2 EL neutrales Öl und röstet die Brotwürfel ebenfalls langsam an. Kurz bevor sie fertig sind, gebt ihr Sumach und etwas Salz dazu. Dann lasst sie kurz ein bisschen abkühlen, bis sie erhärten. Im Unterschied zu Croutons aus Weißbrot, die lange knusprig bleiben, werden die Schwarzbrot-Croutons wieder weich, wenn ihr sie lagert. Sie sollten also direkt ins Süppchen (oder wohin ihr sie eben haben wollt) wandern. 

Wenn ihr kein zusätzliches Fett verwenden möchtet, könnt ihr die Croutons auch im heißen Ofen 10-15 Minuten rösten.

Übrigens: Wer dieses wunderschöne Video von Kinfolk in den letzten Jahren noch nicht gesehen hat, dem lege ich es hier erneut wärmstens ans Herz, denn ich habe bisher kaum eine schönere Hommage ans Brot backen gesehen, als diese hier. Und ein gutes Brot ist immerhin die Mutter aller Croutons. ;-)


Habt eine schöne Woche und bis bald.

Samstag, 4. Mai 2013

Essen fürs Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme

„Rezepte, die das Leben schreibt“ – klingt superschmonzettig, irgendwie nach Dr. Stefan Frank und Rosamunde Pilcher gleichzeitig, aber dennoch trifft es in etwa das, was in Zukunft auf mich zukommt. Büro-Essen, Rezepte für den Alltag, für das Berufsleben, Futtern uffe Maloche oder wenn´s einfach mal transportabel sein und schnell gehen muss – egal, wie man es letztendlich nennt: Weil ich nicht mehr in jeder Mittagspause essen gehen möchte, habe ich mir vorgenommen, mich in nächster Zeit auf die Suche nach bürotauglichen Rezepten zu machen, die jedoch jenseits von aufgewärmter Pasta mit Tomatensauce und Kartoffelsalat mit Ei liegen. Wenn es nicht aus Faulheits- oder primär Zeitgründen wieder abgeschafft wird (und ich doch wieder notgedrungen fast täglich meinen gemischten Salat mit Fetakäse in einem italienisch angehauchten Franchise-Unternehmen mümmeln muss), werde ich euch – wenn ihr mögt – ab und an zu einem kleinen Tupperdosen-Sit-in mitnehmen. ;-) 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Grundsätzlich macht man sich über so was ja keine Gedanken, sondern bereitet halt einfach was zu, aber ich habe dennoch mal überlegt: Wie sollte denn Essen für Berufstätige idealerweise sein? 

1. Schnell vorzubereiten: Das A und O für bürotaugliche Rezepte! Meeting um 9 und um viertel vor noch in aller Ruhe das Avocadoschäumchen für die Flusskrebsterrine rühren? Ä-ä, nicht so die Brüller-Idee. 

2. Gut zu transportieren: Wer will schon ausgelaufene Salatsauce im Kofferraum oder ein Biotop in der Handtasche, weil das erst nach Tagen entdeckte Wiener Würstchen ein Eigenleben entwickelt hat? 

3. Sättigend, aber leicht und gesund: Wusstet ihr, das angeblich mal jemand gestorben ist, weil er bei der Arbeit eingeschlafen ist und er sich leider, als sein Kopf nach vorne auf den Schreibtisch kippte, den Stift, den er in der Hand hielt, durch das Auge ins Gehirn rammte? Jajaja, ich sag ja: ANGEBLICH! ;-) Dennoch: Hütet euch im Büro vor der Fressnarkose – und die tritt bei zuviel oder zu schwerem Essen nur allzu gerne ein. 

4. So lecker, dass man sich auf die Mittagspause freut und man danach wieder gut gelaunt an die Arbeit geht: Schlechtes Essen macht unglücklich, gutes Essen macht happy, Eis als Nachtisch macht superhappy – so einfach ist das. 

Warum ich das jetzt zum Wochenende schreibe? Naja, vielleicht hat ja jemand am Montag gleich Lust auf ein paar gute Brote und so noch genügend Zeit zum Einkaufen und Marinieren. ;-) Auf das leckerste Büro-Essen seit langem kam ich nämlich eher zufällig, denn ich hatte zunächst für einen gemütlichen Filmabend diese Saté-Spießchen mit Dip geplant, die man nicht nur auf dem Grill sondern auch wunderbar in der Pfanne machen kann. Dann fiel das Mittagessen aber üppiger aus, als geplant, und die Saté-Spießchen durften eine ganze Weile länger in ihrer Marinade im Kühlschrank vor sich hindümpeln. Perfekt durchgedümpelt für den nächsten Morgen, kann ich nur sagen. Ab in die Pfanne und in etwa 10 Minuten habt ihr eure Mittagspause quasi eingetütet. 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Hier kommt das Rezept für zwei Personen zum Sattessen (ohne Garantie auf das Nichteintreten der nachmittäglichen Fressnarkose, also besser Stift aus der Hand legen): 

1 Rezept für Saté-Spießchen (Achtung, sie müssen marinieren, aber das geht prima ab Vortag!) 
1 TL Sonnenblumenöl 
1 Ciabatta-Brot 
1 reife Avocado 
2 eingelegte grüne Pepperoni 

Die Marinade für die Saté-Spießchen vorbereiten und Hühnchenstreifen einlegen. Der weitere Rezeptteil entfällt, ihr braucht sie natürlich nicht auf Spießchen stecken. Nach dem Marinieren eine beschichtete Pfanne mit 1 TL Sonnenblumenöl erhitzen. Hünchenstreifen beim Herausnehmen aus der Marinade etwas abtropfen lassen und scharf im heißen Öl anbraten, bis sie Farbe annehmen, dabei einmal wenden. Etwa 4-5 EL von der Marinade mit in die Pfanne geben und kurz bei geringer Hitze einköcheln lassen. Ciabatta in zwei gleich große Hälften teilen und aufschneiden. Avocado halbieren, entkernen, Fruchtfleisch auslösen und in etwa 1 cm dicke Streifen schneiden. Je ein EL der eingekochten Marinade auf jede Ciabatta-Hälfte (insgesamt 4) geben und mit einem Messer verstreichen. Je die Hälfte der Avocado auf der unteren Brotscheibe verteilen und mit dem Messer zerdrücken. Je die Hälfte der Hühnerstreifen auf der Avocadocreme verteilen. Pepperoni gut abtropfen lassen und in schmale Ringe schneiden. Auf den Saté-Spießchen (sind ja ohne Spieß streng genommen keine Spießchen mehr, aber wayne :-D) verteilen, Deckel drauf und dann hübsch in die umweltfreundliche Tupperdose (oder ausnahmsweise wie ich in umweltschweinische Alufolie) verpackt und ab ins Büro! 

Wer im Büro die Möglichkeit hat zu Kochen, kann das Saté-Hühnchen natürlich auch dort braten und dann warm essen. Ich mag es lieber kalt. Bis zur Mittagspause ist alles richtig schön durchgezogen und ich kann es ehrlich gesagt kaum erwarten, es das nächste Mal zu essen. 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Natürlich ist das Rezept nicht nur fürs Büro geeignet sondern auch, wenn ihr zum Beispiel an einem Wochenende wie diesem viel unterwegs seid und einen Happen zwischendrin essen möchtet, vielleicht sogar ein kleines Picknick macht oder schlichtweg Lust auf ein leckeres Sandwich mit Saté-Spießchen habt. ;-) Wie dem auch sei, habt ein wunderschönes Wochenende, ihr Lieben!

Dienstag, 20. Dezember 2011

Auch schon ein kleines Fest: Lachs-Bagel mit Wasabi-Frischkäsecrème

Heute Morgen im Bett ist etwas Schönes passiert, auf das ich in diesem Monat schon sooo lange gewartet habe. Es war ein Geräusch, das hörte sich in etwa so an: Krrtt. Dann noch einmal. Krrtt. Krrt-krrt-krrrt. Ich blieb noch einen kurzen Moment liegen, konnte dabei aber mein Grinsen nicht mehr unterdrücken und ich war auch ein bisschen gerührt und hatte Herzklopfen, denn ich wusste schon längst, was mir gleich blühen würde, wenn ich die Rollläden hochziehe. Wisst ihr es auch? Richtig. Schnee! Endlich mein geliebter Schnee! Und ein Nachbar, der mit der Schneeschippe den Gehweg freischaufelt. Krrrrt.
Gestern noch hat die Sonne wie verrückt durch die Fenster geschienen und es hätte genauso gut ein Tag im Spätherbst sein können, wenn nicht wenigstens meine spärliche Weihnachtsdekoration ein wenig an die Jahreszeit erinnert hätte. Um die feierliche Stimmung etwas voranzutreiben, habe ich mich dann für einen kleinen Lachs-Snack entschieden. Es erscheint sicher ein bisschen abgedroschen, aber Lachs und ein Glas Sekt sind für mich schon sowas wie ein Inbegriff von Festlichkeit. Vielleicht weil ich Besuch gerne mit Lachsröllchen und Sekt empfange. Oder weil es in meiner Familie zu Heiligabend oft eine Platte mit gebeiztem Lachs (und mittlerweile auch Lachsröllchen) gibt. Und dazu Unmengen von Schaumwein, selbstredend. Ich habe also gestern quasi ein bisschen für mich vorgefeiert, könnte man sagen. In der Hoffnung auf weiße Weihnachten. Das Rezept für die Bagels habe ich mir bei Ketex - Der Hobbybrotbäcker abgeschaut. Ich habe mich genau an die Angaben gehalten, nur etwas weniger Honig verwendet, weil ich zur Zeit einen kräftigen Waldhonig habe, dessen Geschmack sehr dominant ist. Und weil ich gänzlich Bagel-unerfahren war, wusste ich ja nicht, wie stark man den Honig letztendlich herausschmeckt. So, wie es war, war es perfekt! Und ich bin sehr begeistert von diesem gelingsicheren, guten Rezept, vielen Dank dafür. 

Hier kommt das Rezept für 8 Bagels: 
Für den Vorteig: 
75 g Weizenmehl 550 
75 g Weizenvollkornmehl 
150 g Wasser 
1,5 g Frischhefe 

Alle Zutaten klümpchenfrei verrühren und 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach für 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Das Ganze sollte mit einer Klarsichtfolie abgedeckt werden. 

Für den Hauptteig: 
Vorteig 
300 g Weizenmehl 550 
50 g Roggenmehl 1150 
150 g Wasser 
30 g Zucker (ich habe braunen Zucker verwendet)
10 g Salz 
8,5 g Frischhefe 
1 EL Sonnenblumenöl 
Sesamsamen und Mohn zum Bestreuen bzw. Wälzen 

Alle Zutaten 12 – 15 Minuten kneten. Den Teig in eine geölte Schüssel geben und mindestens 1 Stunde gehen lassen.
 Stücke von ca. 100 g abwiegen. Die Teistücke platt drücken und zu einer etwa 35 cm langen Wurst formen. Die Wurst um die Hand wickeln, so dass die Enden in der Handfläche liegen (so wie auf dem Foto). Ein bisschen hin und her rollen, damit sich die Enden gut miteinander verbinden. Die Bagels noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Einen Topf mit Honigwasser(1 EL Honig auf einen (bei mir waren es zwei) Liter Wasser) zum kochen bringen, danach aber nur noch simmern lassen (70°/80°C). Die Bagels darin (mit der Seite, die nach oben zeigte zuerst) 30 Sekunden von beiden Seiten baden und auf ein Backblech legen. Anschließend mit einer Mischung aus Ei, Milch und Wasser bestreichen und in Sesam oder Mohn wälzen.
Das geht am besten, wenn man den Sesam oder Mohn in eine flache kleine Schüssel gibt, die Bagels mit der oberen Seite hineinlegt und ein bisschen rüttelt, dann ist alles da, wo es sein soll. Den Ofen in der Zwischenzeit auf 230° aufheizen und die Bagels in 25 – 30 Minuten fertigbacken.


Für 1 Lachs-Bagel: 
30 g Sahne 
40 g Frischkäse 
1 cm Wasabi (Paste aus der Tube, wer ihn selbst anrührt nimmt ca. 1/2 gestr. TL) 
1 EL Schnittlauch, fein gehackt 
Salz 
1 Bagel mit Sesamsamen 
2 Salatblätter 
50 g Räucherlachs 
ein paar hauchfein geschnittete rote Zwiebelringe 
1 Glas Sekt (mindestens)

Die Sahne steif schlagen und unter den Frischkäse rühren. Wasabi gut untermischen und Schnittlauch dazugeben. Die Masse mit Salz abschmecken, nicht zu viel, denn der Lachs ist ja auch salzig. 
Bagel längs halbieren und die untere Hälfte dünn mit ca. 1/4 der Creme bestreichen. Salatblätter darauf verteilen und mit Lachs und Zwiebeln belegen. Die restliche Creme etwas dicker auf der oberen Hälfte verteilen und den Bagel zusammensetzen. Das Glas Sekt schnappen, zurücklehnen und sich auf die Feiertage einstimmen. 


Die restlichen Bagels habe ich eingefroren, sie lassen sich wunderbar wieder aufbacken, wenn man sie zuvor ein bisschen antauen lässt - das habe ich heute Morgen schon getestet. Nur ohne Sekt, der war leider schon leer. ;-)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Rustikales Backvergnügen: Apfelbrot mit Nüssen

Von der diesjährigen Apfelernte liegen immer noch ein paar Kandidaten im Holzkistchen an einem kühlen Platz in der Küche. Zugegeben, auch diese heiß geliebten, selbstgepflückten, exorbitant besten Oma-Äpfel haben in den letzten Wochen ein bisschen von ihrer ursprünglichen Knackigkeit verloren. Sie schmecken jedoch nach wie vor wunderbar, ich esse sie allerdings weniger pur und verwende sie stattdessen klein geschnitten in meinem Morgen-Müsli, verarbeite sie zu Mus oder sie wandern in diverse Kuchen. Oder ins Brot, wie in diesem Fall. Wobei das Apfelbrot eigentlich auch noch fast als Kuchen durchgeht, sucht euch einfach die Bezeichnung aus, die euch besser gefällt. Also, Äpfel fein raspeln und ab in den Teig, zusammen mit einer Handvoll Walnüsse und Mandeln. Bei den Mandeln habe ich die Haut übrigens drangelassen, denn darin steckt erstens eine Ladung Antioxidantien (gut für die von Heizungsluft und Vorweihnachtsstress geplagte Damenhaut) und zweitens mag ich den kräftigen Geschmack sehr gerne.  


Hier kommt das Rezept für eine Kastenform:
3 kleine Äpfel
Saft und abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
120 g Walnusskerne
120 g Mandeln
4 Eier
180 g brauner Zucker
170 g Butter
220 g Dinkelmehl
80 g Weizenmehl
1 TL Backpulver
Je eine Prise Salz, gemahlene Muskatnuss und gemahlene Gewürznelke
100 g Rosinen
Für den Guss:
150 g Puderzucker
4 TL Zitronensaft

Äpfel schälen, das Fruchfleisch fein raspeln und sofort mit dem Zitronensaft beträufeln. Walnüsse und Mandeln grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Beiseite stellen und abkühlen lassen. 
Backofen auf 180° Grad vorheizen. Eier trennen und Eiweiß mit 3 EL Zucker steif schlagen. Butter mit übrigem Zucker, Zitronenschale und Eigelben cremig rühren. Dinkelmehl mit Weizenmehl, Backpulver, Salz und Gewürzen mischen und unter die Eigelbmasse rühren. Zwei Drittel der Nüsse, Apfelraspel und Rosinen zufügen und alles gut miteinander verrühren. Zum Schluss den Eischnee unterheben.
Eine Kastenform fetten und den Teig einfüllen. Glatt streichen und im vorgeheizten Ofen ca. 90 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen und stürzen, den Kuchen dann ganz auskühlen lassen. Für den Guss Puderzucker mit Zitronensaft glatt rühren, den Kuchen damit bestreichen und mit den übrigen Nüssen betreuen. 

Bei Foto e Fornelli habe ich übrigens noch eine andere tolle Variante des Apfelbrots entdeckt, mit Kakaopulver und Cognac. 

Dienstag, 23. August 2011

Dip Dip Hurra: Hähnchen im Fladenbrot mit Avocadodip

Nachdem ich ein traumhaft sonniges Wochenende in Freiburg mit vielen Freunden und langen Nächten und den Tag gestern unter knallblauem Himmel auf der Wiese mit einem Stapel Bücher verbracht habe (mit dabei: Marina von C. R. Zafón, Schoßgebete von Madame Roche, Jamie Oliver unterwegs; das erste ist unreal aber schön kurzweilig, über das zweite kann ich noch nicht viel sagen, aber Fast Forward fand ich immer cool, und das dritte hat mir eingeflüstert, was ich am Abend kochen sollte), glaube auch ich so langsam, dass der Sommer doch noch ein bisschen zurück kommt. Schön! Also komme ich ohne Umschweife zur Sache, denn dieses Hähnchen hat´s mir beim Durchblättern des Kochbuchs gleich angetan, mit fluffigem Fladenbrot und einem frischen, kühlen Avocadodip...


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
300 g Hähnchenfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (Jamie nimmt Brüste, ich hatte ausgelöste Keulen, das ging auch gut) 
2 Fladenbrote 
1 Zitrone zum Servieren 

Für die Marinade: 
1 Stück Ingwer (ca. 2 cm), geschält und gerieben 
½ EL Paprikapulver rosenscharf 
½ TL Kurkuma, gemahlen 
½ TL Koriander, gemahlen 
1 ½ EL Olivenöl 
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Für den Avocadodip: 
1 reife Avocado
½ TL Kreuzkümmel, gemahlen 
1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt 
ein paar Stängel Koriandergrün, fein gehackt 
1 EL bestes Olivenöl 
Saft von ½ Zitrone 

Die Zutaten für die Marinade in einer Schüssel mischen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Fleischstücke darin wenden, bis sie vollständig mit der Marinade überzogen sind. Die Schüssel abdecken und mindestens 30 Minuten kalt stellen. 
Für den Avocadodip die Avocado halbieren und den Stein entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausschaben und mit den übrigen Zutaten sowie je einer (ordentlichen!) Prise Salz und Pfeffer in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. Wer möchte, kann die Masse auch pürieren, ich habe lieber ein paar kleine Stückchen drin. Eine Grillpfanne erhitzen und die Fleischstücke 5-7 Minuten unter gelegentlichem Wenden goldbraun braten. In einer zweiten heißen Pfanne die Fladenbrote hintereinander auf jeder Seite etwa 30 Sekunden erwärmen. Fladen halbieren und mit dem Messer eine Tasche hineinschneiden. Mit je einem großen Löffel Avocadodip und ein paar Fleischstücken füllen und mit Zitronenspalten servieren.




Wer möchte, kann gekauftes Fladenbrot nehmen, es geht aber auch ganz einfach selbst zu machen, dafür gibt es unzählig viele Rezepte im Netz. Meines war supereinfach: 250 g Mehl mit 1 TL Salz in einer Schüssel vermengen. 1/2 TL Zucker und 1/4 Würfel Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. Dann die Flüssigkeit zum Mehlgemisch geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Dann den Teig in zwei Stücke teilen und diese jeweils auf einem Backblech ca. 1,5 cm dick ausrollen. Mit einem Tuch abdecken und erneut 15 Minuten gehen lassen. Dabei den Backofen auf 180°C vorheizen. Wer möchte kann ein paar Sesamsamen auf den Broten verteilen. Die Fladenbrote ca. 15 Minuten backen, bis sie leicht Farbe annehmen. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und befüllen. (Oder, falls man sie vollständig auskühlen lässt und erst später verwendet, wie im Rezept oben beschrieben in der Pfanne erhitzen).

Quelle für das Hähnchen mit dem Avocadodip: Jamie unterwegs ... /Jamie Oliver

Donnerstag, 3. März 2011

Klebrige Angelegenheit: Schwarzwurzelcremesuppe mit selbstgemachtem Knäckebrot

Man soll Warnungen ernst nehmen, sich genau informieren und keine Experimente machen! Jetzt habe ich über die gemeine Schwarzwurzel ja schon einiges gelesen, aber scheinbar nur oberflächlich: Winterspargel und UNBEDINGT Handschuhe anziehen, so die Kernaussagen. Aha. Spargelig schmecken tun sie, finde ich, kaum, eher nussig, aber durchaus fein. Und bezüglich der Handschuhe war ich zunächst auf dem falschen Dampfer, denn ich dachte, die schwarze Schale färbt einfach ab. Das tat sie nun gar nicht und ich habe schon gedacht, ich hätte nichtfärbende Deluxe-Schwarzwurzeln erwischt, die den Gebrauch von engen Latexhandschuhen gänzlich überflüssig machen (wer trägt sowas schon gerne in der Küche!). Na klar, und jetzt kommt, was viele von euch sicher schon wussten: Die Biester kleben wie verrückt! Und damit nicht genug, der Schwarzwurzel-Pattex verfärbt sich nach ein paar Minuten auch noch so richtig schön braun und frisst sich förmlich in die Haut ein. Das ist ihre Waffe! Damit treiben sie einen zur Weißglut und ruinieren die frische Maniküre und deswegen soll man auch HANDSCHUHE ANZIEHEN!! Für die Zukunft weiß ich Bescheid, und während die Suppe köchelt sitze ich da, pule kleine, klebende, braune Schwarzwurzel-Würstchen von meinen Fingern und zücke den Nagellackentferner - denn der entfernt nicht nur die ruinierte Maniküre sondern auch hartnäckige braune Schwarzwurzelflecken!


Hier kommt das Rezept für 3-4 Portionen:

Für die Schwarzwurzelcremesuppe:
500 g Schwarzwurzeln
1 EL Öl
1 Schalotte, fein gehackt
1 kleiner Schuss Weißwein
1 l Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Salz, Pfeffer
1 EL Leinsamen
evtl. ein Stängelchen Petersilie zum Anrichten (oder, wie ich mittlerweile sage: für´s Aug´, gell!)

Für das Knäckebrot:
100 g Vollkornmehl (ich habe Roggenvollkornmehl genommen)
1 gestr. EL Leinsamen
1 gestr. EL Sesam
1 Msp. Backpulver
1 gestr. TL Salz
80 ml Milch
15 ml Öl
1 TL Öl extra
1 TL Leinsamen

Schwarzwurzeln schälen (am besten mit Einmalhandschuhen, wir erinnern uns...), in ca. 3 cm lange Stücke schneiden und bis zur weiteren Verwendung in leicht gesalzenes oder mit einem Spritzer Zitrone versehenes Wasser legen, so werden sie nicht so braun. Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Schwarzwurzeln abgießen, gut abtropfen lassen und zu den Schalotten geben. Ein paar Minuten mit andünsten, dann mit einem Schuss Weißwein ablöschen und mit Gemüsebrühe auffüllen. Knapp 30 Min. leise köcheln lassen.
Währenddessen alle Zutaten für das Knäckebrot gut miteinander verkneten, der Teig ist erstmal auch sehr klebrig, sollte er zu nass sein, etwas Mehl zugeben. Ein mit Backpapier ausgelegtes Blech mit 1 TL Öl ausstreichen und den Teig darauf dünn ausrollen. Mit 1 TL Leinsamen bestreuen und noch einmal gut andrücken, das ist wichtig, bei mir sind nach dem Backen nämlich fast alle Leinsamen wieder heruntergefallen. Das Knäckebrot noch vor dem Backen mit einem scharfen Messer oder Pizzaroller in Stücke schneiden, mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und im vorgeheizten Backofen bei 220°C ca. 20 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit herausnehmen und noch heiß die Stücke voneinander trennen. Etwas abkühlen lassen.
Die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren, Sahne schlagen und unterrühren, dabei einen kleinen Rest zum servieren aufbewahren. Suppe auf vorgewärmten Tellern verteilen und mit einem Klacks Sahne, evtl. Petersilie, ein paar Leinsamen garniert und dem Knäckebrot servieren.


Das Rezept für die Suppe und das Knäckebrot ist aus mehreren Internetportalen zusammengewürfelt, vornehmlich von E&T und CK. Das, was bei den Schwarzwurzeln so klebt, ist übrigens der austretende Milchsaft - und der gilt als Anti-Stressmittel. Gibt´s den auch in Flaschen? Das wäre doch mal ne Marktlücke!

Donnerstag, 20. Januar 2011

Backwahn: Brot mit Salbei und Speck

Es geschehen Zeichen und Wunder, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser: Ich habe ein Brot MIT VORTEIG gebacken! Bei meinem Zucchinibrot im letzten Jahr habe ich mich ja quasi noch einer Gehzeit widersetzt, die die 90-Minuten-Grenze übersteigt, weil mich meine Neugier sonst weiß Gott wohin getrieben hätte. Jetzt bin ich offensichtlich durch die vielen Schmorgerichte in der kalten Jahreszeit an längeres Warten gewohnt und habe entspannt am Abend den Vorteig gemacht, am nächsten Tag den Hauptteig geknetet und hatte dann ein herrlich frisches, deftiges Traumbrot. Salbei scheidet dabei ja irgendwie die Geister, die einen mögen ihn gerne und denken an Saltimbocca und Kürbisgnocchi mit Salbeibutter, die anderen können ihn nicht leiden und assoziieren damit fiese Erkältungen, bei denen man literweise Salbeisud gurgeln und schrecklich stinkende Bonbons lutschen muss. Ich bewege mich irgendwo dazwischen, habe jedoch in erster Linie den Dentagard-Biber aus der Werbung vor Augen. Kennt ihr den noch? Der, der mit dem Zusatz von Kamille, Minze, Myrrhe und Salbei für die Kräuterzahnpasta wirbt? Ein Held meiner Kindheit! Aber schnell wieder vergessen, nicht dass ihr bei diesem Brot hier ständig ans Zähne putzen denken müsst... 




Hier kommt das Rezept für einen Laib Brot: 
Vorteig: 
50 g gesiebtes Mehl Type 1050 
40 ml Wasser 
3 g Hefe 

Hauptteig: 
300 g gesiebtes Weizenmehl Type 1050 
165 ml lauwarmes Wasser 
8 g Salz 
5 g Hefe 
10 ml Olivenöl 
50 g Speck, fein gewürfelt 
3 EL gehackte Salbeiblätter 

Für den Vorteig die Hefe im Wasser auflösen und mit dem Mehl zu einem glatten Teig verkneten. Erst 2 Stunden mit einem Tuch abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen, danach für weitere 10 Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank gehen lassen (ebenfalls abgedeckt). Den Speck in einer beschichteten Pfanne anbraten, vom Herd nehmen und die gehackten Salbeiblätter untermischen. Für den Hauptteig die Hefe im Wasser auflösen und mit dem Mehl, Olivenöl und dem Vorteig gut verkneten. Die Speck-Salbei-Mischung sowie das Salz zufügen und weiterkneten bis der Teig glatt und geschmeidig ist (ggf. etwas Mehl oder Wasser zugeben, je nach dem). Mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen. Den Teig zu einem Brotlaib formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Erneut mit einem Tuch bedecken und weitere 60 Minuten gehen lassen. Backofen auf 230°C vorheizen und eine Tasse Wasser auf den Boden des Backofens stellen. Das Brot mit etwas Mehl bestäuben und mit einem scharfen Messer einige Male quer einschneiden. In den Backofen geben und zuerst bei 230°C 5 Minuten backen, dann herunterschalten und ca. 35 Minuten bei 180°C fertig backen.



Das Brot ist innen schön weich und fluffig, so wie ich es liebe, und hat eine knusprige Kruste. Da es durch die Kräuter und den Speck schon so schön deftig schmeckt, braucht´s gar nicht mehr als ein bisschen frische Butter dazu. 

Donnerstag, 5. August 2010

Klein und fein: Mini-Brötchen mit getrockneten Tomaten und Oliven

Mit frischem Brot habe ich manches Mal so meine Kämpfchen. Die richtig guten Sorten gibt´s beim Bäcker um die Ecke nur in prallen Riesenlaibern, an denen ein 2er-Haushalt gut und gerne eine Woche essen könnte, oder in baumartigen Stangen, die meist schon am nächsten Tag nicht mehr so schön frisch sind. Auf Brötchen umsteigen oder selber backen, klar. Oder noch besser: Beides! Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich bei Monambelles, dem Blog meines Vertrauens was die griechische Küche betrifft, ein sehr ansprechendes Rezept entdeckt. Diese kleinen Brötchen haben es mir sofort angetan, denn abgesehen davon, dass sie superschön aussehen, gibt´s ja noch die Besonderheit, dass das ganze im Muffinblech gebacken wird. Nix mit großartig herumportionieren, ein bis zwei Brötchen decken wunderbar Frühstück/Arbeitssnack/Salatbeilage/Heißhunger ab. 


Ich hatte noch getrocknete Tomaten und eine Handvoll Oliven im Haus, die ich dazugegeben habe. Die Mengenangaben habe ich auf 6 Portionen umgelegt und leicht verändert, ich brauchte etwas mehr Mehl. Und es hat bei mir ein klein wenig länger gedauert, bis die Brötchen durch waren.

Hier kommt das Rezept für 6 Brötchen:
1/2 Päckchen Trockenhefe
125 ml lauwarmes Wasser
200 g Mehl 
1 gestr. TL feiner Zucker
2 EL Olivenöl
1/2 TL Salz
1/2 TL getrockneter Basilikum
1/2 TL getrockneter Oregano
1/2 TL getrockneter Thymian
3 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, fein gehackt
5 große, schwarze Oliven, entsteint und fein gehackt

Die Trockenhefe in einer Schüssel in der Hälfte des Wassers auflösen, einen Teelöffel Mehl und den Zucker einrühren. Die Mischung 5 Minuten ruhen lassen. Die Hälfte des Öls, das restliche Mehl sowie Wasser, Salz, Kräuter, Tomaten und Oliven in einer Schüssel mit der Hefemischung verkneten, bis sich der Teig zu einer geschmeidigen Kugel formen lässt. Den Teig mit dem restlichen Öl einreiben und bedeckt in einer großen Schüssel an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit eine 6er-Muffinform einfetten oder mit Förmchen auslegen. Den Teig noch einmal kurz kneten und zu einer Rolle mit einem Durchmesser von ca. 4-5 cm formen. In 6 Teile schneiden, jedes Teil zu einer Kugel rollen und in die Förmchen bzw. in die Mulden geben. Weitere 15 Minuten abgedeckt gehen lassen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Brötchen im Ofen ca. 25 Minuten backen.


Die Brötchen sind herrlich deftig und, das mag ich besonders, schön fluffig. Außerdem finden sie definitiv Eingang in mein Mitbringsel-Repertoire, denn auch für Feste ist das eine hübsche Idee. Susa, vielen Dank für das schöne Rezept!

Sonntag, 18. April 2010

Fast wie Medizin: Grissini mit Spinat und Karottensaft

Um die Herkunft der Grissini rankt sich eine schöne Legende. Machen wir einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 1675: Hier lag am italienischen Hof der kleine Vittorio Amedeo von Savoyen und brüllte wie am Spieß. Verständlich, denn wer leidet als Neunjähriger schon gerne an immer wiederkehrenden Magenschmerzen. In seinem Fall war das nur unausreichend durchbackene Weißbrot der Übeltäter. Es wurde zwar in adligen Kreisen serviert, war aber aufgrund der damaligen hygienischen Zustände oft mit Keimen versetzt. Der Hofarzt Don Baldo Pecchio erkannte das Problem und schmiedete zusammen mit dem Bäcker Antonio Brunero einen Genesungsplan für den magenkranken Vittorio. Ein gut durchbackenes, hartes Brot musste es sein, das als Schonkost den Magen des kleinen Herzogs milde stimmen sollte. So entstanden die filigranen Weizenstangen, die so lange gebacken wurden, dass auch das Innere knusprig war. Wie so viele Legenden hat auch diese ein Happy End: Vittorio Amedeo von Savoyen wurde gesund und das zukünftige Königshaus war fortan so begeistert von den langen Grissini, dass diese einen Siegeszug durch ganz Turin antraten und sogar in der Opernloge geknabbert wurden. Wir haben es also heute nicht nur mit gesundheitsfördernden sondern auch mit ganz edlen Stängchen zu tun. Ich prophezeie für die nächsten Magenschmerzen: Weg mit Zwieback und Knäckebrot - her mit den Grissini!


Hier kommt das Rezept für ca. 25 Grissini:
100 g frischer Blattspinat
10 g  frische Hefe
75 ml Karottensaft
250 g Weizenmehl
2 gestr. TL Salz
1 TL Zucker
2 EL Olivenöl


Den Spinat putzen und waschen und mit 100 ml Wasser fein pürieren. Durch ein Sieb pressen und 75 ml vom Spinatsaft abfangen. Spinatsaft und Karottensaft separat kurz erwärmen. Nun werden zwei Teige hergestellt. Dafür jeweils 5 g Hefe in je 75 ml lauwarmen Spinatsaft und Karottensaft bröckeln und darin auflösen. Dann jede Saftmischung mit jeweils 125 g Mehl, 1 gestr. TL Salz, einer Prise Zucker und 1 EL Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten. Jeweils in eine mit Mehl ausgestäubte Schüssel geben und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 250°C vorheizen. Vom Teig kleine Stücke abteilen und mit den Händen zu ca. 40 cm langen Grissini rollen. Diese nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Ofen 5-8 Minuten backen. Die Enden sollten dabei leicht bräunen. Frisch aus dem Ofen geben die Grissini auf Druck noch etwas nach, ausgekühlt sind sie dann jedoch knuspriger. Je nach Geschmack kann man die Grissini vor dem Backen auch mit Kräutern, Kümmel oder Käse bestreuen.


Quelle: Die Rezeptidee stammt aus Lust auf Genuss 4/10. Ich habe die Mengenangaben allerdings leicht verändert. Im Heft wurden die Grissini auch noch mit Rote-Beete-Saft und Paprikasaft gebacken, für eine noch größere Farbenvielfalt. Für den historischen Teil habe ich das Buch Cucina e Cultura von Peter Peter zu Rate gezogen. 

Sonntag, 28. März 2010

Die zweite Chance: Panzanella - Toskanischer Brotsalat

"Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht." Mhm. Leider ist da oft was Wahres dran und es ist mitunter äußerst schade, was sich so mancher durch das Verschmähen exotisch anmutender Speisen durch die Lappen gehen lässt. Ich habe jedoch ein anderes Problem: Wenn ich etwas probiert habe, das mir nicht schmeckt, meide ich es wie der Teufel das Weihwasser oder wie Unterwäsche anprobieren in der H&M-Umkleidekabine (die Damen werden wissen, was ich meine). Das Stichwort lautet: Kapern! Ich habe sie gehasst. Ich habe unzählige Portionen Spaghetti alla Puttanesca und, als man Thunfisch noch mit besserem Gewissen essen konnte, Vitello Tonnato mit verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe von mir gewiesen. Und wenn mir jemand erzählt hat, dass Kapern als Aphrodisiakum gehandelt werden, habe ich mir vorgestellt, wie viele liebestolle Männer dank eines Kaperngerichts von ihrer Liebsten auf den Mond geschossen wurden. Peng, und weg! Und die Kapern gleich hinterher. Aber irgendwie hat doch alles und jeder im Leben eine zweite Chance verdient. Und diese Panzanella hat mich schon seit Ewigkeiten ziemlich provozierend angelacht - gespickt mit hübschen kleinen Kapern. 


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
2 rote Paprikaschoten
2 gelbe Paprikaschoten
600 g altbackenes Brot
5 EL Olivenöl
1 kg reife Tomaten verschiedener Sorten
12 Sardellenfilets in Öl
1  Hand voll kleine, eingelegte Kapern, abgespült
1 rote Zwiebel, geschält und halbiert
(1 Sellerieherz)
1 gr. Hand voll frisches Basilikum, die Blätter abgezupft

Für das Dressing:
Rotweinessig
Olivenöl
1 kl. Knoblauchzehe, geschält
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer


Paprikaschoten 10 Min. auf höchster Stufe unter dem Grill rösten, wenn sie dunkel werden und Blasen werfen, herausnehmen und 20 Min. in einem Gefrierbeutel oder in einer Schüssel mit Folie abgedeckt ruhen lassen. Das Brot in mundgerechte Stücke zupfen und im heißen Olivenöl anrösten, dann beiseite stellen (am Besten WEIT weg, denn mir haben die frisch gerösteten Brotwürfel so gut geschmeckt, dass ich nebenher schon fast die Hälfte weggegessen habe). Die Tomaten halbieren oder vierteln (je nach Größe), etwas salzen und auf einem Sieb über einer Schüssel ca. 20 Min. abtropfen lassen. Die Sardellen und die Kapern mit in die Schüssel geben. Die Zwiebel in feine Scheiben schneiden und zusammen mit dem Brot in eine weitere große Schüssel füllen. Wenn die Paprikaschoten etwas abgekühlt sind, die Haut abziehen sowie Stielansatz und Kerne entfernen. In Streifen reißen und zum Brot und den Zwiebeln geben. Die Tomaten im Sieb leicht rütteln und vorsichtig den restlichen Saft herausdrücken. Dann die Sardellen aus der Schüssel nehmen und beiseite legen. Nun die Tomaten mit dem Großteil der Basilikumblätter in die Schüssel zum Brot geben. Für das Dressing 2 EL Rotweinessig und 10 EL Olivenöl zum Tomatensaft und den Kapern geben. Den Knoblauch zerdrücken, dazugeben und verrühren, nach Geschmack salzen und pfeffern. Über den Salat geben und mit den Händen gut vermischen. Ein paar Minuten ruhen lassen, aber nicht zu lange, sonst wird das Brot zu matschig. Zum Schluss die Sardellen auf dem Salat drapieren und servieren.


Quelle: Genial Italienisch/Jamie Oliver. Ich habe das Rezept nur ganz geringfügig geändert, indem ich die Brotwürfel angeröstet habe - ich finde sie schmecken dadurch noch feiner und außerdem bleiben sie besser in Form, wenn man sie mit dem Dressing mischt. Panzanella ist ursprünglich entstanden, um Reste von Brot zu verwerten, in der Toskana hat jeder ein bewährtes Familienrezept dafür. 

Sonntag, 7. März 2010

Sprachkurs: Gefüllte Focaccia mit Rucola und Mozzarella

Vor ein paar Monaten gab es bei Man kann´s essen schon eine herrliche Ausführung über Gnotschi, der Deutschen liebste italienische Kartoffelklöschen, mit einer darauf folgenden Diskussion über andere kulinarische und linguistische Highlights wie Sutschini, Pino Gritschio und Latte Matschiato. Fehlte eigentlich nur noch Schtraziatella. Es scheint mitunter, als hätte der Hobby-Italiener manchmal Probleme dieser melodischen Sprache auch mal ein hartes "k" in der Aussprache zu gönnen. Und wenn doch, dann ist es eigentlich auch nicht gut, wie folgendes Gespräch zweier älterer Damen zeigt, die ich neulich in einem italienischen Restaurant am Nebentisch belauscht habe:

Dame 1: Du, des heißt net Gnotschi, sondern Njocki, hat mir der Michael neulich gesagt.
Dame 2: Ach kumm babbel doch net!
Dame 1: Doch, doch. Und es heißt auch Ladde Mackjaddo und net Matschiaddo. Des hat ebs mit dem Dobbel-"C" zu tun, weest. Und manchmal lasse die dann auch des "i" weg.
Dame 2: Aber wemmas annerster sacht, kümmt´s aach!
Dame 1: Ja, aber die Idaljäner denge dann mir sin net ganz knuschper!
Dame 2: Ach kumm babbel ... najooo, versuche mas halt bei de Bestellung.

Der Kellner kommt und nimmt die Bestellung auf.
Dame 2: Ach, und gebe se mir noch eins von dene Fokacka dazu, gell!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
150g Mehl Type 405
100g Mehl Type 1050
150 ml lauwarmes Wasser
10g frische Hefe (oder 1/2 Päckchen Trockenhefe)
1 TL Zucker
1 TL Salz
Etwas Olivenöl
1 Kugel Mozzarella
1 Handvoll Rucola
Salz, Pfeffer
Thymian, Meersalz nach Geschmack


Die Hefe im Wasser auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Dann mit den beiden Mehlsorten, dem Zucker und dem Salz in einer Schüssel zu einem elastischen Teig verkneten. Nun den Teig mit Mehl bestäuben und mit einer Plastikfolie bedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, mindestens eine halbe Stunde, das Volumen sollte sich dabei fast verdoppeln. 
Währenddessen den Rucola waschen, gut abtropfen lassen und grob hacken. Den Mozzarella in schmale Scheiben schneiden. 
Wenn der Teig ordentlich aufgegangen ist, noch einmal kurz kneten und dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 1 cm dick) ausrollen. Dünn mit Olivenöl bestreichen und eine Hälfte des Rechtecks erst mit Rucola, dann mit Mozarella belegen, Dabei einen Rand von 1 cm lassen. Salz und Pfeffer nicht vergessen, denn sonst schmeckt es später äußerst fad. Nun die unbelegte Hälfte über die belegte Hälfte klappen und die Ränder gut festdrücken. Noch einmal dünn mit Olivenöl bestreichen und evtl. mit dem Messer ein Rautenmuster auf die Oberfläche schneiden (aber nicht zu tief, sonst läuft der Mozzarella während des Backens heraus!). Mit Thymian bestreuen, ich habe auch noch etwas grob geriebenes Meersalz darüber gegeben. 
Nun den Backofen auf 180°C vorheizen, währenddessen die Focaccia noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen. Dann ab damit auf die mittlere Schiene in den Ofen und ca. 25 Min. backen, bis alles leicht gebräunt ist. Nach dem Backen ein paar Minuten ruhen und etwas kühler werden lassen. 


Das Rezept habe ich bei dem (mittlerweile leider stillgelegten) Blog Happy Love Strawberry gefunden, ursprünglich stammt die Idee aus einem Buch von Jamie Oliver. Ich habe allerdings ein paar Sachen abgeändert. Die verschiedenen Mehlsorten sind bestimmt nicht nötig, ich habe jedoch mit dem Mischen gute Erfahrungen gemacht. Mir hat die Focaccia supergut zu einem Salat geschmeckt. Da aber alle erdenklichen Füllungen in Frage kommen, kann sie auch mal gut als Hauptgang gereicht werden - wie wär´s mit deftigem Proskiuto und dazu ein Glas Tschianti?

Donnerstag, 25. Februar 2010

Backwahn: Zucchini-Brot

Zwar lebt der Mensch nicht nur vom Brot allein, doch ist es ganz sicher das Grundnahrungsmittel schlechthin. Was wäre Frankreich ohne Baguette, der Döner ohne Fladenbrot, die Hofpause ohne die gute Stulle, die Wanderung ohne ein kleines Fresspaket mit belegten Brötchen oder Amerika ohne deutsche Backshops? ... Eben! Im Brot backen bin ich allerdings nach wie vor ein blutiger Anfänger, denn mein größtes Problem ist meine Ungeduld: Vorteig über Nacht stehen lassen. Wie bitte? Dann mit übrigen Zutaten verkneten und nochmal zwei Stunden gehen lassen. Wat?? Dann in die Form legen und weitere 60 Minuten gehen lassen. Ich glaub ich brauch n Schnaps!!! Glücklicherweise gibt es aber auch Anleitungen für wunderbar luftige und lockere Brote, deren Gehzeit man gerade noch überleben kann, ohne vor Neugier zu platzen. Wie das Rezept für dieses Zucchini-Brot.

Rezept für eine Kastenform von 30cm Länge:
500g Weizenmehl, Type 1050
1 Würfel Hefe (42g)
1 TL Zucker
250g Zucchini
2 TL Salz
1 Ei
75g gehackte Haselnüsse
 
Außerdem:
Mehl für die Arbeitsfläche
Öl für die Form
3 EL Milch zum Bestreichen
25g gehackte Haselnüsse zum Bestreuen




Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Die Hefe mit 50ml lauwarmem Wasser und dem Zucker verrühren und in die Mulde geben. Anschließend mit Mehl bestäubt an einem warmen Ort ca. 10 Min. gehen lassen. Die Zucchini waschen, putzen und grob raspeln. Dann die Zucchiniraspel mit den Händen gut ausdrücken, sonst geben sie später zuviel Flüssigkeit ab. 200ml lauwarmes Wasser, das Salz und das Ei zum Vorteig geben und alles gut verkneten. Die Zucchiniraspel und die Haselnüsse unterkneten. Den Teig zugedeckt 45 Minuten gehen lassen. Danach den Teig nochmals mit gut bemehlten Händen kneten und zu einer länglichen Rolle formen. Die Form einfetten, den Teig hineinlegen und noch einmal 45 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 200°C vorheizen. Das Brot mit der Milch bestreichen und mit den Haselnusskernen bestreuen. Auf der unteren Schiene im Ofen 40 Minuten backen, danach kurz in der Form und anschließend auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Quelle: GU Brot & Aufstrich selbst gemacht, ich habe das Rezept allerdings ganz leicht modifiziert.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Pestobrot mit Nüssen

... oder: "Wenn ein Löffelchen voll Pesto einen Beitrag zum Wahnsinn leistet".
Nun ist gekauftes Pesto aus dem Glas an sich ja eigentlich ein Unding. Aber hin und wieder, wenn es sehr schnell gehen muss und die selbstgemachten Vorräte aufgebraucht sind, greift der ein oder andere vielleicht doch darauf zurück - ich zumindest. Jetzt kommt aber mein unerklärliches Pesto-Phänomen ins Spiel: Es bleibt immer ein kleiner Rest übrig. Immer! Ausnahmslos! Und natürlich ist es zu viel zum Wegwerfen und zu wenig für ein Pesto-Revival am nächsten Tag. Jaja, lange haltbar und so, ich weiß. Aber angebrochene Gläser mit Mini-Rest im Kühlschrank machen mich doch ganz verrückt! Diesmal kam mir allerdings eine sozusagen zauberhafte Idee: Wir machen einen auf Copperfield und lassen den Rest einfach getarnt irgendwo hin verschwinden, wo niemand ihn vermutet: In die Frühstücksbrötchen!



Hier kommt das Rezept (für 4 Brötchen oder 1 kleines Brot).
Zutaten:
250g Mehl
1EL Honig
1EL Olivenöl
150ml warmes Wasser
1/2 Päckchen Trockenhefe (5g)
1TL Salz
80g Haselnüsse, grob gehackt
1EL Pesto


Honig, Olivenöl und Wasser miteinander verrühren. Das Mehl in eine große Rührschüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Die Trockenhefe darüber streuen. Nun das flüssige Gemisch in die Mulde geben, und mit einer Gabel das Mehl von außen nach innen einarbeiten. Salz zugeben und mit den Händen weiterkneten. Klebt der Teig zu sehr, etwas Mehl zugeben. Nun das Pesto unterkneten und zum Schluss die Haselnüsse zugeben und noch ein paar Minuten weiterkneten, bis sich alles schön vermischt hat. Den Teig mit Frischhaltefolie bedecken und an einem warmen Ort ca. 2 Stunden gehen lassen. Danach mit bemehlten Händen 4 kleine Brötchen oder einen kleinen Laib Brot formen und noch mal 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 180°C vorheizen. Nun die Brötchen oder das Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, mit Wasser besprenkeln und ab in den Ofen. 15 Minuten bei 180°C backen, dann weitere 10 Minuten bei 230°C.