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Sonntag, 29. August 2010

Schnelle Angelegenheit: Gebratener Reis mit Mangold

"Scheiße, der Biomüll!!!" Pardon, unflätige Ausdrücke in der Öffentlichkeit gehören sich ja an und für sich nicht, exakt dieser Satz ist mir aber lauthals entfahren, als ich nach einigen Tagen Abwesenheit meine Wohnung wieder betreten habe. Glücklicherweise hielt sich die Bescherung jedoch in Grenzen und ich muss keine Fruchtfliegen-WG gründen, es roch nur ein bisschen nach überreifen Bananen. Aber trotzdem war die Lektion gehaltvoll: Innerhalb weniger Minuten zu packen und um zirka 14.20 ein Taxi zum Bahnhof zu rufen, wenn um 14.28 der Zug fährt, ist n.i.c.h.t. erstrebenswert und im Zweifelsfall vergisst man dann eben so einiges, wie z.B. den besagten Biomüll zu entleeren. Im schlimmsten Fall auch die Zugtickets... Glück gehabt!
Hier kommt ein auf die Schnelle zusammengewürfeltes Gericht aus allem, was noch so im Kühl- und Gefrierfach zu finden war. Denn nach Hause kommt man ja irgendwie doch meistens, wenn die Geschäfte schon geschlossen haben, stimmt´s? 


Rezept für 2 Portionen:
2 EL Erdnussöl
1 Hähnchenbrustfilet (ca. 180 g), in feine Streifen geschnitten
1 Staude Mangold, gewaschen und in grobe Stücke geschnitten
1 rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten
150 g Reis, gekocht und abgekühlt
3 EL Sojasauce

1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Hähnchenbrustfilet im heißen Öl scharf anbraten, so dass es gut Farbe annimmt. Herausnehmen und beiseite legen. Restliches Öl erhitzen und den Mangold und die Chilischote darin anbraten. Reis dazugeben und alles gut miteinander vermengen. Dabei die ganze Zeit mit starker Hitze weiterbraten und dabei rühren, denn es heißt ja schließlich "gebratener Reis", diesem Namen wollen wir doch alle Ehre machen. Gegebenenfalls noch einen EL Öl dazugeben, damit es nicht zu trocken wird. Hähnchenbruststreifen wieder dazugeben und noch einmal kurz mitbraten. Sojasauce gut unterrühren, kurz weiterbraten und dann servieren. 


Das Gericht schmeckt immer wieder grandios gut, ich mache es jedes Mal nach dem selben Prinzip, jedoch oft mir verschiedenen Zutaten, wie auch hier zu sehen. 

Sonntag, 25. Juli 2010

Beilagenparade: Schweinekotelett mit Parmesan-Gnocchi und Ratatouille

Beilagen schmecken mir ganz ganz oft besser als alles andere. Ist wie im Film, da ist der Typ in der Nebenrolle auch meistens der wahre Held und sieht auch noch am besten aus. Neulich habe ich bei einer Geburtstagsfeier im Restaurant des Freiburger Hotels Mercure Panorama ein Kalbsfilet mit Parmesan-Gnocchi und Ratatouille gegessen. Das Filet war traumhaft, zweifelsohne, aber so richtig ins Schwärmen bin ich über die an und für sich einfachen Beilagen gekommen. Das musste in dieser Kombination möglichst bald noch einmal auf den heimischen Tisch gebracht werden! Ratatouille gibt es bei mir sowieso öfter, Parmesan-Gnocchi habe ich jedoch noch nie gemacht, bin aber sofort bei lamiacucina fündig geworden. Nur das Kalb wollte gerade sein Filetstück nicht herausrücken, so musste das Schwein herhalten. Die Quittung folgte prompt (das sei weiter unten kurz angerissen). 


Hier kommen die Rezepte:
Für das Ratatouille (4 Portionen): 
6 EL Olivenöl
300 g Auberginen, gewürfelt
2 Zwiebeln, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 Paprikaschoten, gewürfelt
300 g Zucchini, gewürfelt
1 Dose stückige Tomaten oder 3 Fleischtomaten, enthäutet und gewürfelt
Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß
1 TL Zucker
ein Spritzer Zitronensaft
eine Handvoll frisches Basilikum
ein paar Blättchen Thymian

In einem großen Topf 3 EL OLivenöl erhitzen und die Auberginenstückchen darin unter Rühren 3 Minuten anbraten und wieder herausnehmen. Restliches Öl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Knoblauch, Paprika- und Zucchinistückchen dazugeben und andünsten, dann die stückigen Tomaten hinzufügen und köcheln lassen. Die Auberginen unter das Gemüse rühren, mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Zucker, Zitronensaft, Basilikum und Thymian würzen. Dann mit geschlossenem Deckel 20 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Für die Parmesan-Gnocchi ist das Rezept hier zu finden.


Die Schweinekotelettes wurden nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und zusammen mit ein paar ganzen, geschälten Knoblauchzehen und einem Stängelchen Rosmarin in Olivenöl angebraten. Leider haben wir uns dank der unverschämten Zähheit fast die Zähne daran ausgebissen, aber das erwähne ich nur ganz kurz und äußerst getarnt hier am Schluss, damit der schöne Schein nicht getrübt wird. 

Sonntag, 11. Juli 2010

Grillmania: Schweinefilet im Salbei-Speckmantel mit Kürbiskernöl-Zucchini und Basilikum-Kürbiskern-Dip

Alter Schwede, ganz schön langer Name für so ein schnell zubereitetes Gericht. Und das bei dieser Hitze, wo das Denken doch eh schon schwer fällt. 40 Grad gestern in Hessen gemessen, wenn das mal kein Grund für Schnappatmung ist! Alles klebt und ist glitschig, in der Stadt riecht´s nach Sonnencreme und ich harre aus, indem ich mir konstant Luft zufächere, mich mit Eiswasser bespritze und Krimis lese, in der Hoffnung, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft. Apropos den Rücken runterlaufen, das ist mir am frühen morgen mit dem eigenen Schweiß auch schon passiert, da war ich unter größter Anstrengung joggen und vor mir lief in einem frischen Duftschwall eine 90-60-90-Blondine mit (Achtung!) hellgrauem Oberteil, ohne ein einziges Anzeichen von Schwitzen! Noch dazu mit perfekter Frisur. Wie macht die das? Wollt ihr wissen, wie ich aussah? 90-60-90 natürlich auch, is klar, ne, aber mein Oberteil war mit undezent dunklen Flecken verziert und die Frisur war praktisch nicht mehr vorhanden. Ähnlichkeiten mit einer Nixe, frisch aus dem Meer entsprungen. Nur mit knallroter Birne anstatt chicem Thalasso-Teint. Eigentlich vollkommen beknackt, wer bei den Temperaturen noch den heißen Grill anwirft. Aber Mut wird belohnt, denn das Schweinefilet und die Zucchini schmecken wahnsinnig gut und entschädigen am Abend so einiges.


Hier kommt das Schweinefilet-Rezept für 3-4 Portionen:
600 g Schweinefilet
Salz, Pfeffer
5 Salbeiblätter
10 dünne Scheiben Bacon

Das Schweinefilet kurz abbrausen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer würzen. Filet mit den Salbeiblättern belegen und die Baconscheiben dicht um das Filet wickeln. Eventuell mit Küchengarn festbinden. Auf dem heißen Grill ca. 25 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden. Zum Anrichten in Scheiben schneiden und mit den Zucchini und dem Dip servieren. Was den Gargrad von Schweinefilet betrifft scheiden sich ja die Geister, ich habe es lieber ganz durchgebraten. 


Für die Kürbiskernöl-Zucchini mit Basilikum-Kürbiskern-Dip:
500g Zucchini
50 ml Olivenöl
3 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer (grob aus der Mühle)
Eine große Hand voll Basilikumblätter
50 g geschälte Kürbiskerne
50 g geriebener Parmesankäse
50 ml Gemüsebrühe
1 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer




Zucchini waschen und in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. Olivenöl und Kürbiskernöl mischen und mit den Zucchinischeiben vermengen. Salzen und mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Für den Dip die Basilikumblätter mit Kürbiskernen, Parmesan, Brühe und Kürbiskernöl mit einem Pürierstab mixen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern, durch die Brühe ist die Masse zumindest schon recht salzig. Zucchini auf dem heißen Grill ca. 5 Minuten von beiden Seiten grillen und mit dem Basilikum-Kürbiskern-Dip servieren.


Das Rezept für das Schweinefilet stammt aus Lust auf Genuss 7/10, die beiden anderen Rezepte in leicht abgewandelter Form aus Kreativ Küche 2/05.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Spitzt die Ohren: Oreilles d'Âne

Wer mochte als Kind keinen Spinat? Ich schon. Und das nicht einmal mit dem Ziel, auszusehen wie Popeye. Denn mal ehrlich, welches Mädchen steht schon auf muskelbepackte Berserkerarme bei sich selbst? Eben. Aber irgendwie hatte ich, so schien es mir, oft eine Schwäche für Dinge, die andere nicht so gerne mochten. Vielleicht war es auch Mitleid, wie in der folgenden Geschichte: Als begeisterte Reiterin hatte ich früher diverse Reitbeteiligungen, bei denen ich gegen ein kleines Entgeld oder Mithilfe im Stall die Pferde anderer Leute ritt, denn mitten in der Stadt war der Traum vom eigenen Pferd nur schwer zu verwirklichen. In einem kleinen Reitstall im schönen badischen Weinbaugebiet gab es eine kleine Herde von 6 Pferden und einem Esel, der tatsächlich von seinen Besitzern "die verflixte Sieben" genannt wurde. Er war nicht einfach zu handhaben, biss bei jeder Gelegenheit und versetzte jedem, der vorbeilief, einen Tritt gegen´s Schienbein. Nur wenige trauten sich ihn zu reiten, denn seine Spezialität waren abrupte Stopps aus vollem Galopp, die unweigerlich zu einem Freiflug für den Reiter führten. So kam es, dass keiner den Esel mochte, niemand ihn streichelte und Leckerlies bekamen auch nur die anderen. Er tat mir wahnsinnig leid und so versuchte ich mit einer Eselsgeduld sein Vertrauen zu erlangen. Bepackt mit Leckerlies und mit gehörigem Sicherheitsabstand, jederzeit bereit zur Flucht, redete ich beruhigend auf ihn ein und tätschelte ihm den Hals. Und dann? Er nahm vorsichtig ein Leckerli aus meiner Hand, dann das nächste und dann... aua, verdammt, mein Schienbein!! 


Zwar hatte diese Geschichte kein Happy End, aber trotzdem gibt es heute in Erinnerung an "die verflixte Sieben" ein passendes Gericht, nämlich die französischen Oreilles d'Âne, Eselsohren. Das Rezept stammt ursprünglich aus der Region Hautes-Alpes, genauer aus der Gegend um Valgaudemar. Die Form der Crêpes erinnert an die großen Lauscher der Vierbeiner, deswegen der tierische Name. Mein Rezept habe ich wieder einmal aus der Zeitschrift Saveurs. 

Hier kommen die Zutaten für 4 Personen:
500 g Blattspinat
100 g Crème Fraîche
50 g geriebener Bergkäse

Für die Crêpes:
60 g Mehl
15 g geschmolzene Butter
1 Prise Salz
1 Ei
200 ml Milch

Für die Sauce:
40 g Butter
40 g Mehl
1/2 l Milch
1 Eigelb
Muskat, Salz, Pfeffer


Für die Crêpes Mehl, geschmolzene Butter, Salz und das Ei in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer vermengen, dabei die Milch einfließen lassen. Den Teig mindestens 2 Stunden ruhen lassen.

Für die Sauce die Butter in einem Topf erhitzen, das Mehl hinzufügen und sofort mit einem Schneebesen gründlich verrühren, dann die Milch einfließen lassen, salzen, pfeffern und mit Muskat würzen. Unter rühren aufkochen und ein paar Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und das Eigelb unterheben. Die Sauce soll ziemlich dickflüssig sein. 
Den Spinat putzen, waschen, grob hacken und in einem Topf mit etwas Wasser erhitzen bis er zusammenfällt. In ein Sieb geben und abtropfen lassen, dann zurück in den Topf geben und mit der Crème Fraîche vermischen. Salzen und pfeffern. 

Nun in einer beschichteten Pfanne in etwas Öl hintereinander 4 Crêpes backen. Die Crêpes mit der Sauce bestreichen, einrollen und in ca. 5 cm breite Stücke schneiden. In eine Auflaufform geben, dabei darauf achten, dass die Ecken nach oben zeigen, das sorgt für den Öhrchen-Effekt. Die Spinatmasse gleichmäßig darüber verteilen, eventuell mit einer Gabel die Ecken wieder etwas nach oben biegen, dass sie aus dem Spinat herausschauen. Geriebenen Bergkäse darüber streuen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 25 Minuten überbacken. 


Die Esel hier auf dem Bild stammen aus dem Freiburger Tierpark Mundenhof. Ganz offensichtlich hat dieses kleine Fohlen immernoch die hübschesten Eselsohren.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Blitzgericht: Spinatsalat mit Ei und Parmaschinken

Das Ende der Woche ist in Sicht! Aber Donnerstag bleibt Donars Tag und heute schüttelt der germanische Wettergott sein Zepter (oder was auch immer) gewaltig, lässt den Frühling im Regen versinken und versucht mir auf Teufel komm raus einen fiesen Flashback in den Februar einzujagen. Frechheit! Aber soll sich der Kerl ruhig austoben, die morgendliche Laufrunde klappt auch mit Regenjacke, für den Weg zur Arbeit gibt´s ein wundersames Teil, das nennt sich Schirm, das Blumengießen kann heute ruhig vergessen werden und auf den Tisch kommt trotz allem frühlingshaft junger Spinat. Und so lange das Wochenende weitestgehend in trockenen Tüchern bleibt, ist alles halb so schlimm. 


Hier kommt das Rezept für zwei Portionen:
2 Handvoll junge Spinatblätter
2 hart gekochte Eier, geschält und gehackt
Meersalz, Pfeffer
2 Scheiben Parmaschinken
1 EL Apfelsaft
1 EL weißen Balsamessig
3 EL Olivenöl

Spinat putzen, waschen und trockenschütteln, die Blätter in schmale Streifen schneiden und auf zwei Tellern verteilen. Auf jede Portion ein gehacktes Ei streuen, salzen und pfeffern. In einer beschichteten Pfanne den Parmaschinken ohne Zugabe von Fett knusprig braten und dann über jeder Portion eine Schinkenscheibe zerkrümeln. Saft, Essig und Öl verquirlen und über den Salat träufeln.


Das Rezept stammt aus dem Buch frisch + schnell von Michele Cranston, ich habe es mal wieder ganz leicht abgeändert, denn ich hatte weder Cidre noch Apfelessig im Haus, was ursprünglich als Zutat verlangt wurde, aber irgendetwas "apfeliges" wollte ich doch beimischen. Der Salat ist tatsächlich sehr schnell zubereitet - und auch schnell gegessen, er hat mir nämlich sehr gut geschmeckt.

Sonntag, 2. Mai 2010

Das erste Mal: Terrine aus gegrilltem Gemüse

Fürwahr, das ist eine Premiere, die erste selbstgemachte Terrine. Warum ich mich bisher davor gedrückt habe kann ich gar nicht genau sagen, denn ich habe damit nie schlechte Erfahrungen gemacht. Oder eher: ...denn ich habe damit überhaupt nie Erfahrungen gemacht. Zwar weiß ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass ich schon diverse Terrinen gegessen habe, aber tatsächlich kann ich mich an kein einziges Detail erinnern. Da haben sich wohl schon ein paar Gehirnzellen verdünnisiert, wurden weggeballert oder whatever. Das hat augenscheinlich dazu geführt, dass die Region in meinem Gehirn, die für den Prozess der Terrinenverwaltung zuständig sein sollte, nicht mehr so ganz auf dem Dampfer ist. Aber nichts bleibt wie es war und heute ist der Tag, an dem die Synapsen heiß laufen und sich ein wunderbares Terrinenrezept in die Großhirnrinde eingebrannt hat! Ich habe es in der französischen Zeitschrit Saveurs/N°174 gefunden, nur ein kleines bisschen abgeändert und übersetzt. Sicherlich ist die Form noch optimierungswürdig, geschmacklich hat mir die Terrine aber sehr gut gefallen. 


Für eine Königskuchenform mit 20cm Länge:
Ein kleines Bund Basilikum
3 Zucchini
1 Aubergine
Je 1 rote und gelbe Paprika
10 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
Olivenöl, Salz, Pfeffer

Für die Bouillon: 
2 Blätter Gelatine
1/2 Zwiebel, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Tomate, geviertelt
Salz

Alle Gemüsesorten waschen. Vom Basilikum die Blätter von den Stielen trennen und beides separat beiseite stellen. Die Zucchini und die Aubergine der Länge nach in feine Scheiben schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und Olivenöl darüber träufeln. Den Backofengrill auf der höchsten Stufe vorheizen und zuerst die Auberginenscheiben für ca. 15 Minuten auf mittlerer Ebene im Ofen grillen, bis sie weich werden und bräunen. Nach der Hälfte der Zeit wenden. Herausnehmen und beiseite stellen. Mit den Zucchini ebenso verfahren, hier verkürzt sich die Grillzeit jedoch um ein paar Minuten, da die Zucchini schneller garen. Die Paprika unter den Grill legen bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Dabei ab und zu wenden. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, die Haut abziehen, Stiele und Kerne entfernen und die Paprika in breite Streifen schneiden.


Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Für die Bouillon in einem kleinen Topf Zwiebel, Knoblauch, Tomate und die vorher beiseite gelegten Basilikum-Stile mit 50 ml Wasser zum Kochen bringen und 20 Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss etwas salzen. Dann die Bouillon durch ein Sieb gießen. Gelatine aus dem Wasser nehmen, gut ausdrücken und in die heiße Bouillon geben. Rühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Nun die Kastenform mit Frischhaltefolie auskleiden, dabei an den Seiten ca. 10 cm überhängen lassen. Zuerst die Zucchinischeiben überlappend in die Form legen, und zwar so, dass die Scheiben waagrecht zur Länge der Form liegen. Die Enden der Zucchinischeiben sollen dabei die Seitenränder der Form bedecken. Nun ein wenig von der Bouillon darüber geben und als nächste Schicht die gelbe Paprika in die Form legen. Wieder etwas Bouillon darüber geben und Schicht für Schicht mit der roten Paprika, dem Basilikum und den getrockneten Tomaten ebenso verfahren. Zum Schluss die Auberginen der Länge nach in die Form legen. Nun die überlappende Frischhaltefolie darüber legen, so dass alles abgedichtet ist und die Terrine über Nacht, mindestens jedoch für ein paar Stunden, in den Kühlschrank stellen und fest werden lassen. Zum Servieren in ca. 2cm dicke Scheiben schneiden und besipielsweise auf ein paar Salatblättern drapieren.

Sonntag, 25. April 2010

Unverhofft kommt oft: Spinatnudeln mit Chorizo

Wer kennt das nicht: Man hat einen vermeintlich bombensicheren Plan ins Auge gefasst und plötzlich nimmt die ganze Geschichte ein anderes Ende als gedacht. Eigentlich sollte ich ja nur... Ich wollte doch einzig und allein... Ursprünglich war ja geplant, dass...  Auf all diese Satzanfänge folgt dann das berühmte, riesengroße ABER. Eigentlich sollte ich ja nur ein kleines Regal bei Ikea kaufen, ABER dann kam es über mich und ich habe noch ein paar Geschirrhandtücher, Pflanzkübel, Geschenkpapier und Bilderrahmen mitgenommen. Ich wollte doch einzig und allein an diesem Wochenende die Wohnung frühlingsfit machen und vor allem die fiesen, großen Fenster im Wohnzimmer putzen, ABER dann war halt so schönes Wetter und ich habe die Wohnung kaum von innen gesehen. Ursprünglich war ja geplant, dass ich das superlecker aussehende Saltimbocca vom Hähnchen mit sahnigem Spinat von der Chaosqueen nachkoche, ABER dann hat ein mysteriöser Kräutervertilger sämtlichen Salbei dieser Stadt geklaut. So blieb hier vorerst nur die Anregung für die Spinatnudeln und sollte der mysteriöse Kräutervertilger irgendwann mal wieder ein paar Blättchen Salbei rausrücken, werde ich schon noch zu meinem Hähnchen-Saltimbocca kommen. Die gebratene Chorizo war für mich eine wunderbare Alternative und so hat das Wörtchen ABER ganz nebenbei noch zu einem neuen Rezept für ein schnelles, hübsches und feines Abendessen geführt. Erwünschte Nebeneffekte, da steh' ich voll drauf!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1 grüne Chilischote, Kerne entfernt und in dünne Ringe geschnitten
400 g frischer Blattspinat, grob gehackt, gewaschen und geputzt
250 g Bandnudeln
100 g Crème Fraîche
Salz, Pfeffer
100 g Chorizo
Parmesan zum Servieren


Olivenöl in einem Topf erhitzen und die gehackte Zwiebel darin glasig dünsten. Chiliringe dazugeben und kurz mitdünsten. Nun den noch feuchten Spinat hinzufügen und ggf. etwas Wasser, Deckel drauf und warten bis der Spinat zusammenfällt. Währenddessen die Nudeln nach Packungsangabe abkochen. Crème Fraîche unter den Spinat und die Chiliringe rühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nudeln abgießen und gut abtropfen lassen. Chorizo in feine Scheiben schneiden und in einer Pfanne ohne Fett scharf anbraten. Nudeln zum Spinat-Gemisch geben, gut verrühren und noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Chorizo-Scheiben untermischen und mit Parmesan bestreut servieren. 

Sonntag, 11. April 2010

Klein und fein: Quiches mit Mangold und Ricotta

Tach auch, ich bin´s, der Mangold. Ich weiß, ich dürfte noch gar nicht hier sein, beginnt meine Zeit doch erst im Mai. Im Gegensatz zu meinen Kollegen bin ich eben ein bisschen frühreif, mir doch egal. Aber wenn ich nun schonmal das Wort ergreifen darf, gibt´s auch gleich ne Standpauke: Wer von euch sagt denn immer noch, ich sei der "Spargel des armen Mannes", he? Nur weil mein Stiel vielleicht was Geschmack und Konsistenz betrifft eine leichte Ähnlichkeit mit dem so genannten König der Gemüse hat? Und neulich hat mich glatt jemand mit Spinat verwechselt! Das war schon fast zuviel für mich und mein zartes Herz. Dabei bin ich eine eigenständige Gemüse-Persönlichkeit und noch dazu total nett zu euch: Ich schütze eure Arterien vorm Verkalken, ich pimpe euer ganzes Nervensystem auf und ich fange freie Radikale (Mädels, ich schütze euch vor F.A.L.T.E.N., verdammt nochmal!). Alles gute Gründe um mir auch ab und zu eine Chance zu geben. Ziemlich lecker komme ich im folgenden Rezept daher.



Rezept für 4 kleine Quiches (Durchmesser ca. 12 cm):
Für den Teig:
125 g Mehl
65 g Butter
1 Ei
20 ml lauwarmes Wasser
1 Prise Salz

Für die Füllung:
1 Staude Mangold
1 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
100 g Sahne
100 g Ricotta
2 Eier
50 g Feta-Käse
Salz, Pfeffer, Muskat



Für den Teig Mehl und eine Prise Salz auf die Arbeitsfläche geben, die Butter in Stücken am Rand verteilen. In die Mitte des Mehls eine Mulde drücken und das Ei sowie 20 ml lauwarmes Wasser hinzufügen. Alles rasch zu einem glatten Teig verkneten, zu einer Kugel formen und mit Folie bedeckt eine halbe Stunde kalt stellen. Backofen auf 200°C vorheizen.

Von der Mangold-Staude das untere Ende, an dem die Blätter zusammenwachsen, entfernen. Die Blätter waschen. Dann die hellen Stiele würfeln und die feinen grünen Blätter in Streifen schneiden. 
Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Mangoldstiele 5 Minuten dünsten. Die Blattstreifen hinzufügen und weitere 5 Minuten dünsten, bis sie zusammenfallen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Sahne, Ricotta und Eier miteinander vermischen, Feta-Käse fein zerbröckeln und unterrühren. Die Mischung ebenfalls mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. 4 kleine Tarteformen (oder eine große) einfetten. Den Teig vierteilen und jede Portion zu einem Kreis ausrollen. Jeweils einen Teigkreis in eine Form geben und den Boden ein paar Mal mit einer Gabel einstechen. Nun den Mangold auf die Formen verteilen. Die Sahne-Mischung darüber geben und im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten backen. Wenn die Füllung fest und die Oberfläche leicht gebräunt ist, Formen herausnehmen und 5 Min. ruhen lassen. Die Quiches herauslösen und warm servieren. 

Sonntag, 21. Februar 2010

Black is beautiful: Schwarze Tagliatelle mit Zuckerschoten und Garnelen

Ich hatte schon immer eine Schwäche für Schwarz! Wo die einen die dunkelste aller Farben mit Verderb und Zetermordio assoziieren, denke ich in erster Linie an die guten Eigenschaften: Schwarzer Humor ist der beste, schwarz ist elegant, ordentlich und klar, im Schwarzwald ist´s am schönsten, Karatekas mit schwarzem Gürtel hauen selbst Mike Tyson um, schwarzer Tee hilft über diverse Nachmittags-Tiefs, gegen einen majestätischen schwarzen Panther können die weißen Tiger von Siegfried und Roy abstinken, schwarz macht schlank, schwarze Zahlen kurbeln die Wirtschaft an und schwarze Tagliatelle sind verdammt noch mal sexy!
So intensiv schwarz wird Pasta allerdings nur mit einem ordentlichen Schuss Sepia-Tinte. Mein Masterplan, nämlich die Tagliatelle selbst herzustellen, scheiterte an der Verfügbarkeit der Mittel. Man kann nicht gerade sagen, dass Hessen in Sepia-Tinte schwimmt. Im Feinkostladen gab es die Pasta Nero dann fix und fertig und ich habe zugeschlagen. 


Hier ist das Rezept für 2 Portionen:
250g schwarze Tagliatelle
200g Zuckerschoten
20g Butter
200g küchenfertige Garnelen (evtl. aus dem Tiefkühlfach, dann natürlich aufgetaut)
Salz

Für die Sauce:
30g Butter
1 Schalotte, sehr fein gehackt
60ml Weißwein 
80ml Fischfond
80ml Sahne
Salz


Für die Sauce 30g Butter erhitzen und die gehackte Schalotte darin andünsten. Dabei darauf achten, dass nichts braun wird. Jetzt mit Weißwein ablöschen (das ist der Moment, wo man sich auch gleich ein Gläschen einschenken kann!). Den Fischfond hinzugeben und ein paar Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss die Sahne einrühren und ggf. mit Salz würzen.
Die Tagliatelle in einem Topf mit Salzwasser bissfest kochen, abgießen, abschrecken und beiseite stellen. Währenddessen die Zuckerschoten putzen, waschen und in einem kleinen Topf mit kochendem Wasser 4 Minuten blanchieren, dann abgießen und sofort kalt abschrecken, damit sie ihre knallgrüne Farbe behalten. Beiseite stellen. In einer Pfanne die Butter erhitzen und die Garnelen auf beiden Seiten anbraten. Zuckerschoten dazu geben und ein paar Minuten mitbraten. Jetzt die Tagliatelle hinzufügen, alles vermischen, gut durchwärmen und noch einmal nachsalzen. Auf vorgewärmten Tellern anrichten und die Sauce darüberträufeln. 

Noch ein Wort zum Sößchen: Wer Noilly Prat im Hause hat, sollte vielleicht besser den anstelle des Weißweins verwenden, ich könnte mir vorstellen, dass das noch feiner schmeckt. Meiner war leider leer.