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Dienstag, 16. April 2013

Rote Linsensuppe mit Kokosmilch und Kalonji-Samen: Tschüss, Kälte!

Nachdem die Temperaturen in den letzten Tagen schon so etwas wie Frühling vermuten ließen, der Gesang der Vögel bei geöffnetem Schlafzimmerfenster sich zu einem polyphonen Meisterwerk steigerte, der alljährliche tussieske Schock über das (vermeintliche) Fehlen von Frühlingsklamotten eingetreten war und übers Wochenende die Nase um ein paar Sommersprossen reicher wurde, ist es nun an der Zeit, die Kälte ein für alle Mal zu verabschieden. Juhu! In den letzten Wochen haben wir vor allem abends oft Gemüsesuppen gegessen, das geht nach einem langen Bürotag schnell und wärmt das kleine Bumperherzchen. Ich habe ganz einfach mit Brühe und ein bisschen Sahne das püriert, was an Gemüse im Kühlschrank so herumlag, und dann nach Gusto mit Gewürzen verfeinert. Für diese Rote Linsensuppe mit Kokosmilch braucht´s ein klein wenig mehr Aufwand, der sich aber absolut lohnt, denn es war die allerbeste Suppe, die wir seit langem gegessen haben und sie ist wärmstens zu empfehlen. Neu war für mich die Art der Zubereitung, nämlich zuerst die Gewürze in purem Wasser zu kochen und dann erst die Linsen und die Brühe hinzuzufügen. Also, ich würde sagen: Man darf diese Suppe auch im Frühling essen, auch wenn sie dank ihrer Gewürzvielfalt und Cremigkeit recht "gemütlich und einheizend" und somit auch ideal für kühlere Tage ist. Gibt´s eben doppelt warme Gedanken. ;-)


Hier kommt das Rezept: 

Rote Linsensuppe mit Kokosmilch und Kalonji-Samen für 2-3 Portionen 
140 g rote Linsen 
1 große Knoblauchzehe, geschält 
1/2 Zwiebel, grob gewürfelt 
ein etwa daumengroßes Stück Ingwer, geschält 
1 kleines Stück Zimtstange, etwa 3 cm 
3 Nelken 
1 TL Kardamomkapseln 
1 TL Pfefferkörner 
2 Lorbeerblätter 
½ rote Chilischote 
½ gestr. TL Salz 
reichlich frisch gem. schwarzer Pfeffer 
1 TL Kurkuma 
1 TL Paprikapulver (rosenscharf) 
375 ml Gemüsebrühe 
75 ml Kokosmilch 
Salz, eine Prise Zucker 

Außerdem für das Gewürz-Topping: 
1 Knoblauchzehe 
1 Frühlingszwiebel 
½ rote Chilischote 
2 EL rote Zwiebel, fein gehackt 
1 TL Öl
½ gestr. TL Kreuzkümmel 
½ TL Kalonji-Zwiebelsamen 



Die Linsen kurz abbrausen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. 250 ml Wasser zum Kochen bringen. Zimt, Nelken, Kardamom, Pfefferkörner und Lorbeerblätter in ein Teesieb geben. Chili waschen, putzen und fein würfeln. Knoblauch, Zwiebel, Ingwer, Chili und übrige Gewürze zusammen mit dem Teesieb ins heiße Wasser geben, 10 Minuten kochen lassen, dann Teesieb herausnehmen. Linsen und Gemüsebrühe zufügen und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Zucker abschmecken. 
Für das Topping Knoblauchzehe abziehen und in feine Scheiben schneiden, Frühlingszwiebel und Chilischote in feine Ringe schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Kreuzkümmel und Kalonji-Samen unter Rühren 1 Minute erhitzen, dann rote Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Chili dazugeben und alles leicht anbräunen lassen. 
Eine Kelle voll Linsen aus dem Topf nehmen und beiseite stellen, den Rest fein durchpürieren. Nun die Kokosmilch gut unterrühren. Wenn die Suppe zu dick ist, etwas mehr Kokosmilch oder ggf. Wasser hinzugeben. Auf tiefe Teller verteilen, übrige Linsen wieder darauf verteilen und mit dem Gewürz-Topping servieren.



Das Rezept habe ich beim Blättern in einem alten Indien-Special der Zeitschrift Kreativ-Küche aufgeschnappt. Habt noch eine schöne Woche!
... äh, und irgendwie ist die Suppe doch eher gelb als rot, oder? ;-)

Sonntag, 10. Februar 2013

Feuert die Bazillen weg: Pastinakencremesuppe mit Chili-Crostini

Warum liegen Urlaub und krank sein eigentlich immer so nah beieinander? Irgendwie ist es doch meist so: Entweder wird man davor, währenddessen oder danach krank. Ich hatte die komplette letzte Woche die Ehre und pünktlich, nachdem die Snowboards im Keller verstaut und auf dem heimischen Sofa Pläne für einen entspannten Brunch für den nächsten Tag geschmiedet waren, ging es los: Erst ein zartes Hüsteln, dann ein lautes Öhö-Öhö und später selbstmitleidsträchtiges Röcheln in Begleitung von Fieber und Schüttelfrost. Es ist bekannt, dass es etwas mit Anspannung und Entspannung zu tun hat, dass der Körper oft erst im Urlaub mal ein bisschen runterfährt und durch niedrigeren Blutdruck und eine verminderte Energiezufuhr fiesen Viren und anderen Garstigkeiten freie Bahn auf die sich gerade entspannt zurücklehnen wollenden Schleimhäute lässt. Vor Jahren schon haben Wissenschaftler sogar einen Begriff dafür erfunden, die sogenannte „Freizeit-Krankheit“ (Leisure Sickness). Kann ja sein, ich wage aber noch frech eine Behauptung aufzustellen: Mein Körper will Chili! Denn das ist meist das einzige, was ich mit meinen in Mitleidenschaft gezogenen Geschmacksnerven noch schmecke und so bin ich quasi gezwungen, etwas davon mitzuverarbeiten. Die Chili-Crostini hier im Rezept spielen definitiv die Hauptrolle (auch wenn das Pastinakensüppchen ebenfalls eine feine Sache ist - ein bisschen was habe ich dann doch noch geschmeckt) und ich kann sie mir auch wunderbar im Alleingang als Knusperhäppchen zu Wein und Pläuschchen vorstellen. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
Für die Pastinaken-Suppe: 
1 kleine weiße Zwiebel 
350 g Pastinaken 
1 TL Butter 
2 EL Noilly Prat 
50 ml Weißwein 
400 ml Gemüsebrühe 
2 getrocknete kleine rote Chilies (Birds Eye) 
100 ml Sahne 
etwas fein gehackte Petersilie und ein paar Chiliringe zum Garnieren 

Für die Chili-Crostini: 
2 EL Olivenöl 
4 Scheiben Ciabatta 
2 EL Frischkäse 
50 g geriebener Parmesankäse 
1 Chilischote (bitte voher testen, wenn es ein besonders scharfer Kanditat ist, die Menge entsprechend reduzieren), entkernt und in feine Ringe geschnitten 
Salz, Pfeffer, fein gehackte Petersilie



Zwiebel fein würfeln, Pastinaken schälen und in Stücke schneiden. Butter erhitzen, Zwiebeln darin glasig dünsten, Pastinaken dazu geben und kurz mitdünsten. Mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Chilischoten dazugeben und abgedeckt etwa 20 Minuten köcheln, bis die Pastinaken weich sind. Sahne unterrühren, die Chilis unbedingt wieder herausfischen (bewährt hat sich übrigens dieser Trick, um Gewürze beisammen zu halten oder man nimmt einfach ein Teesieb bzw. einen Filter) und die Suppe fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer anschmecken und warm halten. 
Backofen auf 200 Grad vorheizen. Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Ciabatta-Scheiben darin knusprig anrösten. Frischkäse mit Parmesan und Chilischote vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf den Brotscheiben verteilen und im Backofen etwa 8-10 Minuten gratinieren, bis die Oberfläche leicht bräunt. 
Suppe kurz vor dem Servieren noch einmal mit dem Pürierstab leicht aufschäumen. Auf Teller verteilen, mit gehackter Petersilie und Chiliringen garnieren und zusammen mit den Chili-Crostini servieren. 

Hier gab es übrigens auch schon mal ein krankheitserprobtes Wurzelgemüserezept mit Chili. Habt eine schöne, gesunde Woche!

Montag, 2. April 2012

Mit Lesestoff und Süppchen ab in den Frühling: Grüne Currysuppe mit Zuckerschoten und Garnelen

Woot woot! Was für ein traumhaftes Wochenende! Mit Mama-Besuch, Zuwachs für meine nostalgische Küchenhelfersammlung (demnächst werde ich euch das hübsche Teil vorführen) uuuuund: Mit der neuen BRIGITTE.



Die Rezeptstrecke für das feine Frühlingsmenü, die ich zusammen mit der BRIGITTE-Redaktion entwickeln und produzieren durfte, ist wunderschön geworden und ich muss immer noch vor Aufregung ein bisschen die Luft anhalten, wenn ich die Seiten durchblättere. Das Heft erscheint morgen, am 3. April. Soviel darf ich bestimmt verraten: Neben den Rezepten gibt es auch noch ein paar kleine Einblicke in die tollen zwei Tage, die ich mit dem BRIGITTE-Team in der riesenhaften Versuchskücke und im Fotostudio hatte. Hach, war das schön! 



Heute gibt es ein schnelles Süppchen, das ich bereits letzte Woche gekocht habe. Ich konnte nämlich endlich mal wieder ein Stück frische Galgantwurzel ergattern, was hier in da hood nicht immer einfach ist. Galgant schmeckt scharf und leicht bitter, er erinnert mich allen Unkenrufen zum Trotz tatsächlich ein bisschen an Ingwer. Grundsätzlich ist das Aroma dennoch anders, trotzdem könnt ihr ihn zur Not auch weglassen, falls ihr keinen auftreiben könnt. Der Galgant-Geschmack ist in dieser Suppe hier nicht tragend, er rundet nur ab. Nehmt dann einfach ein bisschen mehr Ingwer oder Zitronengras, je nach Gusto. Auf dem Foto hier unten seht ihr die Galgantwurzel im Vordergrund, hintendran liegt der Ingwer. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen 
Für die Currypaste: 
1 grüne Chilischote 
2 Halme Zitronengras 
1 daumengroßes Stück Ingwer (ein Damendaumen, bitte ;-)) 
ca. 2 cm langes Stück Galgant 
½ TL Korianderpulver (ich mag den Geschmack lieber als den von frischem Koriander, wer möchte, kann natürlich auch frischen verwenden, das passt für Korianderkrautliebhaber sicher toll). 
1 TL Erdnussöl 

Außerdem: 
150 g Zuckerschoten 
1 rote Chilischote 
1 EL Erdnussöl 
200 g Riesengarnelen, Kopf entfernt und geschält 
1 Dose Kokosmilch 
400 ml Gemüsebrühe 

Für die Currypaste Chilischote entkernen und in Ringe schneiden. Vom Zitronengras den weißen Teil fein hacken. Ingwer und Galgant schälen und in kleine Stücke schneiden. Alle Zutaten zusammen mit dem Koriander und 1 TL Erdnussöl mit dem Pürierstab fein pürieren. Beiseite stellen.

Zuckerschoten waschen und putzen. Rote Chilischote entkernen und in feine Ringe schneiden. Erdnussöl in einem Topf erhitzen, Chilis und Garnelen darin unter Rühren anbraten, bis sie gar sind. Herausnehmen und beiseite stellen. Currypaste ins Bratfett geben und 1-2 Minuten anrösten. Zuckerschoten hinzufügen, Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Garnelen und Chiliringe einlegen und servieren. Besonders hübsch sieht es aus, wenn man ein paar Garnelen auf ein Bambus- oder Holzspieß steckt und auf das Schälchen legt. 



Ach und übrigens: Wir haben gleich die doppelte Portion gemacht, wenn man am nächsten Tag das Süppchen nämlich noch ein wenig einkochen lässt oder mit etwas Speisestärke bindet, entsteht ein cremiges grünes Curry, das mit einer Hand voll Reis zu einem Ruckzuck-Abendessen wird. 
Habt eine tolle Woche!

Mittwoch, 17. August 2011

Test one, two ... : Chinesische Nudelsuppe mit Pak Choi-Koriander-Hackbällchen

Zur Zeit befinde ich mich in einer Koriander-Testphase. Schon immer mochte ich das gemahlene Gewürz gerne, das Kraut bescherte mir allerdings Alpträume. Schrecklich metallischer Geschmack und dieser Geruch, uuaaahhh!! Not nice. Weil ich die asiatische Küche aber ganz gerne mag, beinhaltet ein ziemlich großer Teil der Rezepte, die ich irgendwann einmal noch ausprobieren möchte, frisches Korianderkraut als Zutat. Das habe ich bisher immer ohne mit der Wimper zu zucken mit dem ersetzt, was gerade an anderen Kräutern da war. Nun verleiht aber der Zusatz "mit Petersilie und Schnittlauch" einem balinesischen Meeresfrüchtecurry oder einer thailändischen Tom Yam Kum irgendwie einen Touch gutbürgerlich deutscher Küche und ich habe immer ein bisschen Bedenken, ob nicht doch gerade das Korianderkraut einem solchen Gericht den letzten Schliff gibt. Begründet, ich weiß. Und dazu habe ich bei mir auch schon bemerkt, dass mir manche Sachen nach ein paar Mal essen dann doch ganz gut schmecken, oder ich sie zumindest "so seltsam" finde, dass ich sie dauernd essen muss, weil deren Geschmack auf einmal so faszinierend-komisch ist. So ist das zum Beispiel mit Lakritz, einerseits verziehe ich das Gesicht und die Augen treten aus den Höhlen, andererseits schmeckt es irgendwie lecker und abgefahren. Äh, ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Korianderkraut bekommt noch eine Chance, hier mit einem Rezept, bei dem es in Fleischbällchen verpackt ist und sich geschmacklich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen kann. 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
1 EL Erdnussöl
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, fein gerieben
150 g Pak Choi, in feine Streifen geschnitten
300 g Hackfleisch (vom Schwein oder gemischt)
1 Eiweiß
1 TL Speisestärke
1/4 TL weißer Pfeffer, gemahlen
4 EL Sojasauce
2 EL chinesischer Reiswein
3 Frühlingszwiebeln
2 Stengel Koriandergrün
1 l kräftige Hühnerbrühe
150 g Mie-Nudeln

Erdnussöl in einem Wok (oder einem Topf) erhitzen. Knoblauch, die Hälfte des Ingwers und den Pak Choi 3 Minuten braten. Beiseite stellen und kurz abkühlen lassen. Inhalt des Woks in eine Schüssel geben und mit Hackfleisch, dem Eiweiß, der Stärke, dem Pfeffer, 2 EL Sojasauce, 1 EL Reiswein, und je der Hälfte der Frühlingszwiebeln und des Korianders mischen. Die Masse 30 Minuten kalt stellen. Dann aus der Masse mit den Händen kleine Bällchen formen (ca. 3 cm Durchmesser).
Die Brühe in den Wok geben und aufkochen, Hitze reduzieren und leise köcheln lassen. Restlichen Ingwer, Sojasauce und Reiswein dazugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Die Bällchen dazugeben und ca. 10 Minuten kochen, bis sie gar sind und nach oben steigen.
Währenddessen die Nudeln in kochendem Salzwasser 2 Minuten kochen, bis sie sich voneinander trennen lassen. Abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Nudeln in Schalen verteilen und die Suppe mit den Hackbällchen darüber schöpfen. Mit den restlichen Frühlingszwiebeln und dem Koriander dekorieren und servieren.


Fazit: Test bestanden, die Suppe war lecker und ich bin bereit für eine Dosiserhöhung, was das Kraut betrifft. Ach, und ich habe diesmal sogar Korianderkraut mit Wurzeln bekommen, was ich mit denen anstelle, muss ich mir noch überlegen ...

Sonntag, 13. März 2011

Nächste Runde: Kopfsalatsuppe

In einem Anfall von Schundblatt-Lesewut habe ich mich letztes Wochenende in der Bahnhofsbuchhandlung mit Zeitschriften im Wert eines hübschen Paars Schuhe eingedeckt, das es leider nicht mehr in meiner Größe gab. In einer Landleben-Zeitschrift, die ich mir eigentlich nur wegen der Beilage (ein wirklich gutes Best of-Bookazine vom Feinschmecker) gekauft habe, war dann aber prompt ein ganzes Rezepte-Special über Schuhbecks grüne Suppen. Nein sowas, und da war doch tatsächlich schon wieder eine Salat-Suppe dabei! Nachdem ich vor ein paar Wochen schon diese Feldsalatsuppe als äußerst wohlschmeckend auserkoren habe, ist es heute an der Zeit für ein weiteres Experiment: Es rollen Köpfe! 


Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:
3 große dunkelgrüne äußere Kopfsalatblätter
2-3 festere innere Salatblätter
1 EL Öl
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
800 ml Gemüsebrühe
300 g aufgetaute TK-Erbsen
200 g Sahne
Salz
Cayennepfeffer
evtl. Petersilie zum Garnieren

Die Salatblätter waschen und abtropfen lassen. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Mit Brühe ablöschen. Ein paar Erbsen zum Anrichten beiseite legen, den Rest in die Brühe geben und 3-5 Minuten ziehen lassen. Die grünen Salatblätter mit der Sahne in die Suppe geben und alles mit dem Mixstab fein pürieren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Die hellen Kopfsalatinnenblätter in feine Streifen schneiden. Streifen auf warme Teller oder Schälchen verteilen, Suppe nochmal kurz aufmixen, die Deko-Erbsen zufügen und kurz erwärmen. Dann die Suppe verteilen und mit Petersilie garnieren. Ich habe noch gebratene Garnelen als Einlage dazugegeben (auch eine Empfehlung von Schuhbeck, ebenso pochierte Geflügelbrustwürfel, wer das lieber möchte). 


Das Süppchen ist schnell gemacht und schmeckt toll, aber, ganz ehrlich: Vom Kopfsalat schmeckt man nicht wirklich was, ich zumindest nicht. Trotzdem macht es hübsch was her und ist als Potage für ein feines Frühlingsmenü bestens geeignet. Das Rezept stammt aus der Zeitschrift "Country", Ausgabe März/April '11. Schuhbeck gibt noch eine Prise Zucker und Muskatnuss an die Suppe, sowie Chilipulver statt Cayenne-Pfeffer. Außerdem lässt er Knoblauch und Zwiebeln weg und nimmt Minze statt Petersilie. Aber ihr wisst ja, kleine Abweichungen von ausgetretenen Pfaden machen das Leben spannender! ;-) 

Donnerstag, 3. März 2011

Klebrige Angelegenheit: Schwarzwurzelcremesuppe mit selbstgemachtem Knäckebrot

Man soll Warnungen ernst nehmen, sich genau informieren und keine Experimente machen! Jetzt habe ich über die gemeine Schwarzwurzel ja schon einiges gelesen, aber scheinbar nur oberflächlich: Winterspargel und UNBEDINGT Handschuhe anziehen, so die Kernaussagen. Aha. Spargelig schmecken tun sie, finde ich, kaum, eher nussig, aber durchaus fein. Und bezüglich der Handschuhe war ich zunächst auf dem falschen Dampfer, denn ich dachte, die schwarze Schale färbt einfach ab. Das tat sie nun gar nicht und ich habe schon gedacht, ich hätte nichtfärbende Deluxe-Schwarzwurzeln erwischt, die den Gebrauch von engen Latexhandschuhen gänzlich überflüssig machen (wer trägt sowas schon gerne in der Küche!). Na klar, und jetzt kommt, was viele von euch sicher schon wussten: Die Biester kleben wie verrückt! Und damit nicht genug, der Schwarzwurzel-Pattex verfärbt sich nach ein paar Minuten auch noch so richtig schön braun und frisst sich förmlich in die Haut ein. Das ist ihre Waffe! Damit treiben sie einen zur Weißglut und ruinieren die frische Maniküre und deswegen soll man auch HANDSCHUHE ANZIEHEN!! Für die Zukunft weiß ich Bescheid, und während die Suppe köchelt sitze ich da, pule kleine, klebende, braune Schwarzwurzel-Würstchen von meinen Fingern und zücke den Nagellackentferner - denn der entfernt nicht nur die ruinierte Maniküre sondern auch hartnäckige braune Schwarzwurzelflecken!


Hier kommt das Rezept für 3-4 Portionen:

Für die Schwarzwurzelcremesuppe:
500 g Schwarzwurzeln
1 EL Öl
1 Schalotte, fein gehackt
1 kleiner Schuss Weißwein
1 l Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Salz, Pfeffer
1 EL Leinsamen
evtl. ein Stängelchen Petersilie zum Anrichten (oder, wie ich mittlerweile sage: für´s Aug´, gell!)

Für das Knäckebrot:
100 g Vollkornmehl (ich habe Roggenvollkornmehl genommen)
1 gestr. EL Leinsamen
1 gestr. EL Sesam
1 Msp. Backpulver
1 gestr. TL Salz
80 ml Milch
15 ml Öl
1 TL Öl extra
1 TL Leinsamen

Schwarzwurzeln schälen (am besten mit Einmalhandschuhen, wir erinnern uns...), in ca. 3 cm lange Stücke schneiden und bis zur weiteren Verwendung in leicht gesalzenes oder mit einem Spritzer Zitrone versehenes Wasser legen, so werden sie nicht so braun. Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Schwarzwurzeln abgießen, gut abtropfen lassen und zu den Schalotten geben. Ein paar Minuten mit andünsten, dann mit einem Schuss Weißwein ablöschen und mit Gemüsebrühe auffüllen. Knapp 30 Min. leise köcheln lassen.
Währenddessen alle Zutaten für das Knäckebrot gut miteinander verkneten, der Teig ist erstmal auch sehr klebrig, sollte er zu nass sein, etwas Mehl zugeben. Ein mit Backpapier ausgelegtes Blech mit 1 TL Öl ausstreichen und den Teig darauf dünn ausrollen. Mit 1 TL Leinsamen bestreuen und noch einmal gut andrücken, das ist wichtig, bei mir sind nach dem Backen nämlich fast alle Leinsamen wieder heruntergefallen. Das Knäckebrot noch vor dem Backen mit einem scharfen Messer oder Pizzaroller in Stücke schneiden, mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und im vorgeheizten Backofen bei 220°C ca. 20 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit herausnehmen und noch heiß die Stücke voneinander trennen. Etwas abkühlen lassen.
Die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren, Sahne schlagen und unterrühren, dabei einen kleinen Rest zum servieren aufbewahren. Suppe auf vorgewärmten Tellern verteilen und mit einem Klacks Sahne, evtl. Petersilie, ein paar Leinsamen garniert und dem Knäckebrot servieren.


Das Rezept für die Suppe und das Knäckebrot ist aus mehreren Internetportalen zusammengewürfelt, vornehmlich von E&T und CK. Das, was bei den Schwarzwurzeln so klebt, ist übrigens der austretende Milchsaft - und der gilt als Anti-Stressmittel. Gibt´s den auch in Flaschen? Das wäre doch mal ne Marktlücke!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Go green: Feldsalatsuppe mit Speck-Croutons

Noch ist Saison für Feldsalat, meine liebste aller Salatsorten! Ich mag ihn so gerne, dass meine Oma in ihrem Garten jahrelang sogar im Sommer ein paar Blättchen für mich angepflanzt hat. Das ergab dann immer 2 Handvoll, die ich mit nach Hause nehmen durfte und die dann natürlich auch etwas ganz Besonderes waren. Jetzt, im Winter, kaufe ich kaum eine andere Sorte Salat und am besten schmeckt er mir mit Speck und selbstgemachten Croutons. Aaaaber: Da sind schon wieder diese zwei Seelen! Da, in meiner Brust! Denn Winterzeit ist ja auch Suppenzeit und wenn es nur um ein leichtes Abendessen geht, ist so ein warmes Süppchen einem kühlen Salat doch manchmal vorzuziehen. Deswegen gibt´s den Salat heute ganz einfach in der pürierten Variante! Hurra!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 
1 Schalotte, geschält und fein gewürfelt 
20 g Butter 
50 ml Weißwein 
450 ml Fleischbrühe 
60 g Feldsalat, gewaschen und trocken geschleudert 
je nach Geschmack ½ Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt 
5 EL Olivenöl 
150 ml Sahne 
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
50 ml geschlagene Sahne 

2 Scheiben Weißbrot 
2 EL Olivenöl 
1 gehäufter EL Speckwürfel 

Butter erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Mit Weißwein ablöschen und mit Fleischbrühe auffüllen, mit Salz und Pfeffer würzen und einkochen lassen. Feldsalat, evtl. Knoblauch und Olivenöl in ein hohes Gefäß geben und fein pürieren. Die Sahne zu der Fleischbrühe geben und noch einmal um die Hälfte einkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die eingekochte Suppe mit einem Stabmixer aufschlagen, den pürierten Feldsalat daruntermischen. Die geschlagene Sahne unterheben. 
Weißbrot in ca. 1 cm große Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel mit dem Speck kross anbraten. Brotwürfel und Speck als Suppeneinlage verwenden. 


Das Rezept stammt aus der aktuellen Ausgabe von So isst Italien 2/11. Ich musste ein paar Angaben anpassen, denn mit dem Originalrezept hat die Suppe viel zu sehr nach Knoblauch geschmeckt und war mir allgemein zu deftig (und ihr wisst: DAS HEIßT WAS!!!). Mit den paar kleinen Änderungen jedoch ist es ein feines Süppchen geworden, das sehr hübsch aussieht und definitiv in mein winterliches Vorspeisenrepertoire aufgenommen wird.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Es herbstet sehr: Kartoffelsuppe mit Zwetschgentartelettes

Ich denke es jedes Jahr wieder: Der Herbst ist einfach meine liebste Jahreszeit! So schön der Sommer auch war, es gibt ein paar Dinge, die werde ich ganz und gar nicht vermissen. Erstens: Verschwitzte Halbnackte in der U-Bahn, zu denen ich ja zwangsläufig auch gehöre. Keiner mag das Gefühl, wenn die eigene Haut mit einem Schmatzgeräusch an die klebrigen Körperteile des Vordermanns gedrückt wird (außer vielleicht der kleine ältere Herr, der einmal neben mir stand und mit seinem Gesicht bei Bremsen an der Haltestelle im prallen Dekolleté einer brünetten Schönheit landete - ich sag´s euch, der sah danach aus als hätte er im Lotto gewonnen!). Zweitens: Stechmücken. Kein Tag am See, keine Nacht mit geöffnetem Fenster ohne juckende Souvenirs. Früher habe ich die Biester mit Hilfe von Haarspray und Feuerzeug flambiert, heute werden sie nur noch erschlagen. Blutgierige Überlebende gibt´s aber irgendwie immer. Drittens: Das Nichtvorhandensein von Herbst- und Wintergerichten. Das ist das schlimmste, echt. Sicher, man kann auch im Sommer deftige Eintöpfe und üppige Süßspeisen essen, aber so richtig schmecken tut sowas bei 30° Grad nicht. Jetzt im Herbst und in den kommenden Monaten hingegen werde ich nicht genug davon bekommen können, deswegen gibt´s heute schon eines meiner absoluten Leibgerichte, das meine Mutter auch oft so zubereitet: Eine herrlich deftige Kartoffelsuppe mit einer einfachen, puren Zwetschgentarte.


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
Für die Kartoffelsuppe:
400 g Kartoffeln
2 Karotten
1/2 Sellerieknolle
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
80 g Speck, gewürfelt
3 EL Öl
1 1/2 Liter Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskat
1 Lorbeerblatt

Für die Tartelettes:
125 g Mehl
80 g Butter
40 g Zucker
1 Ei 
1 Prise Salz
500 g Zwetschgen
Zucker zum Bestreuen

Für die Tartelettes Mehl auf die Arbeitsfläche häufen, in die Mitte eine Mulde drücken und die anderen Zutaten hineingeben und mit den Händen alles rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Teig zu einer Kugel formen und in Folie gewickelt eine Stunde kalt stellen. 
Währenddessen Kartoffeln und Suppengemüse waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin andünsten. Kartoffeln, Suppengemüse und Speck dazugeben und kurz mit andünsten, dann die Gemüsebrühe angießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, das Lorbeerblatt dazugeben und 30 Minuten kochen. 
Backofen auf 200°C vorheizen. Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Teig aus der Folie wickeln und in 4 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück dünn und rund ausrollen. 4 kleine Tarteformen einfetten und jeweils mit einem Teigkreis auslegen. Mit einer Gabel ein paar Mal in den Teig stechen und die Zwetschgenviertel darauf verteilen. Mit jeweils 1-2 TL Zucker bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 25 Minuten backen.
Lorbeerblatt aus der Suppe entfernen und die Suppe mit einem Mixstab pürieren. Mit reichlich Petersilie bestreut zusammen mit den Tartelettes servieren.

Für manche mag die Kombination von süßer Zwetschgentarte und Kartoffelsuppe ziemlich merkwürdig klingen oder gar unvorstellbar sein - probiert es aus, es schmeckt wirklich gut! Und das ist auch wirklich keine abstruse Idee von mir, in Südbaden ist das eine regionale Spezialität und die Leute essen das TATSÄCHLICH!