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Sonntag, 4. Oktober 2015

Pull Apart Pizza: Warum einfach, wenn es auch aufwändig geht?

… auch mit dem Namen, eigentlich könnte man sie auch schlichtweg „Zupf-Pizza“ nennen, denn das ist ja genau das, was an ihr so toll ist: Man kann die kleinen, gefüllten „Pizza-Bonbons“ ganz einfach abzupfen und ohne viel Aufhebens in den Mund transportieren. Zugegeben, das Ergebnis hier hätte noch ein bisschen hübscher ausfallen können, aber da es ja ohnehin auf die inneren Werte ankommt, präsentiere ich euch heute diesen entzückenden … ja … äh, Pizza-Klumpen.
Mit Pull Apart Breads oder „Zupfbroten“ habe ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Bekanntschaft gemacht, als ich das für mich quasi schon legendäre Zimt-Zupfbrot entdeckt habe, das btw immer noch ganz hoch bei mir im Kurs steht!



Heute also die deftige Pizza-Variante, bei der man allerdings ein paar Kleinigkeiten beachten darf, damit sie gut gelingt:

Teigdicke: Anders als bei einem Pull Apart Bread oder Zupfbrot, hat es der Teig hier etwas schwieriger, da er mit zum Teil doch recht feuchten Zutaten gefüllt wird und die Feuchtigkeit auch nicht wie bei einer normalen Pizza so einfach nach oben entweichen kann. Es ist also wirklich wichtig, dass er nicht zu dünn ausgerollt wird, denn sollte er einmal reißen, sammelt sich sonst alles am Formboden und ihr bekommt quasi eine Matsch Under Pizza.

Hitze: Damit vor allem der Boden gut durchgebacken wird, backt die Pull Apart Pizza auf der unteren Schiene bei maximaler Hitze. Wenn ihr ein Lochblech habt, könnt ihr auch dieses einfach mit Backpapier belegen und nur den Rand der Form draufstellen und dann befüllen, so wird der Boden noch knuspriger.

Nicht geizen mit dem Mehl: Die Unterseite der Teigkreise soll leicht bemehlt sein. So verhindert man später in der Form, dass die einzelnen Stückchen aneinanderkleben und euch beim Abzupfen die ganze Füllung entgegenfällt. Sie lassen sich gut bemehlt viel leichter und sauberer ablösen.

Muße: Ich bin grundsätzlich eher Mrs. Tomboy, wenn es um den Umgang mit Teig geht. Unkomplizierte Handarbeit und der Teig darf auch ruhig etwas ungleichmäßig in die Form wandern, so mein Motto. Hier wurde ich für kleine Schlampigkeiten und Schnellschnellhuddeleien, was die Teigdicke und das Formen der kleinen Paketchen betrifft, aber prompt mit dem oben erwähnten Entgegenkommen der Füllung bestraft. Also Geduld, Freunde!




Hier kommt das Rezept für eine Springform Pull Apart Pizza - oder Zupf-Pizza ;-) - mit einem Durchmesser von 28 cm:

Für den Teig, den ich nach meinem Lieblingsrezept für Pizzateig nach Jamie Oliver mache:
200 g Weizenmehl
50 g feiner Hartweizengries
1/2 TL Salz
1/2 Päckchen Trockenhefe (frisch geht natürlich auch, Trockenhefe habe ich allerdings immer im Vorrat und greife dementsprechend oft darauf zurück)
1/2 TL feiner brauner Zucker
ca. 165 ml lauwarmes Wasser

Für die Tomatensauce á la „Kurz und schmerzlos“ (wohl der schnellste Teil in diesem Rezept):
1 Knoblauchzehe
3 EL Olivenöl
1 kleine Dose stückige Tomaten
1/2 TL Salz

Für den Pull Apart Pizza-Belag:
Hier könnt ihr natürlich frei wählen, was ihr am liebsten mögt, unsere Pull Apart Pizza war (nach dem Was-muss-weg-Blick in den Kühlschrank) gefüllt mit:
(seine Seite)
50 g Kolbasz (Ungarische Paprikawurst)
80 g Fetakäse
eine Handvoll schwarze Oliven
50 g eingelegte grüne Pepperoni
(meine Seite)
50 g Schinken
eine Handvoll Champignons
80 g Fetakäse
ein paar Kapern

Zum Überbacken: 150 g geriebenen Käse, z.B. Emmentaler oder Gouda




Zuerst die Hefe und den Zucker im lauwarmen Wasser auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Währenddessen Mehl, Gries und Salz vermischen und eine Mulde hineindrücken. In diese nun die Hefe-Zucker-Mischung gießen. Mit einer Gabel das Mehl von den Seiten her unterrühren. Jetzt die Hände gut bemehlen und den Teig kneten. mindestens 5 Minuten lang, bis ein schöner, glatter und elastischer Teig entsteht. Nun zu einer Kugel formen, bestäubt ihn mit etwas Mehl und lasst in ihn einer Schüssel mit Handtuch abgedeckt mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Für die Tomatensauce Knoblauch schälen und ganz fein hacken (oder die verpönte Knoblauchpresse betätigen, so wie ich es immer mache) und in dem Olivenöl kurz andünsten, aber aufpassen, dass er nicht verbrennt. Tomatenstücke dazu geben, salzen und verrühren, dann alles etwa 15 Minuten köcheln lassen, die Sauce soll dabei etwas eindicken. Zum Schluss einmal mit dem Pürierstab zu einer geschmeidigen Sauce pürieren, dann beiseite stellen.



Backofen auf 250 Grad vorheizen.
Nun den Teig etwa 3 mm dick auf gut bemehlter Arbeitsfläche ausrollen und mit einem Glas mit etwa 7-8 cm Durchmesser Kreise ausstechen. Teigreste wieder zusammendrücken und erneut ausrollen, bis der Teig aufgebraucht ist. Jeweils 1 TL Tomatensauce auf einem Teigkreis verteilen und nach Gusto belegen. Nun die Teigreise zweimal zusammenfalten, d.h. erst einmal Seite auf Seite zusammenklappen (quasi ein Halbmond) und dann nochmal Ecke auf Ecke, dann sieht es aus wie auf dem Foto. Nicht zu fest zusammendrücken. Nun den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen (geht wirklich am schnellsten, wenn man das Backpapier einfach über den Boden legt, den Rand aufsetzt bzw. „einklickt“, und das Überstehende außen wild und ungestüm abreißt, dann müsst ihr nicht akkurat mit Bleistift und Schere rumhantieren) und den Rand mit etwas Olivenöl einfetten.
Die kleinen gefüllten Pizzastückchen nebeneinander locker in die Form schichten, mit der offenen Seite nach oben, die „zwei Füßchen“ zeigen dabei nach unten. Arbeitet dabei von außen nach innen, d.h. erst außen am Rand entlang, dann eine zweite Reihe davor usw.
Zum Schluss großzügig mit geriebenem Käse bestreuen und dann für 12-15 Minuten ab in den heißen Ofen! Bitte auf der unteren Schiene, denn der Boden braucht viel Hitze, damit er auch gut durchgebacken wird. Wenn eure Pull Apart Pizza schön goldbraun gebacken ist, lasst sie noch ein paar Minuten abkühlen. Jetzt lassen sich die einzelnen Stückchen ganz einfach mit den Fingern abzupfen.



Und sonst so? Ich hoffe ihr genießt den Herbst genau so sehr wie ich. Ich hab für diese wunderschöne Jahreszeit übrigens zuuufällig auch noch eine ganz leckere Pilztarte für euch am Start, die ich sehr empfehlen kann. Hihi. Nebenbei planen wir nach 3 Jahren mitten in der Darmstädter Innenstand schon wieder einen Umzug, diesmal etwas mehr an den Stadtrand. Es wird wieder etwas kleiner und „älter“ und - Hallelujah! - ich werde ein kleines Gärtchen haben. Oder zumindest eine kleine Wiese mit ein paar Büschen und Sträuchern. Ich träume nachts aber jetzt schon von einer überdimensionalen Kräuterschnecke, Hochbeeten, einem kleinen Pony und und und …

Freitag, 10. Februar 2012

Gibt´s nicht beim Lieferservice: Pizza mit Sharon-Frucht und Balsamico-Reduktion

Ich mag kleine Zettelchen, auf denen lustige Sachen stehen. Die hebe ich auch meistens auf. Leider habe ich meinen bisher berühmtesten Zettel irgendwann weggeworfen, aber er ist ja hier verewigt. Mein Lieblingszettel stammt im Moment von meiner fürsorglichen Mami, die, obwohl sie weiß, dass ich ihre Kochleidenschaft geerbt habe, manchmal immer noch ein bisschen Angst hat, ich könnte verhungern. 


Die 10 Euro habe ich allerdings in zwei Cocktails in der Happy Hour investiert (bitte nicht verpetzen) und die Pizza dafür selbst gemacht. Mit meiner persönlichen Entdeckung des Monats: Sharon-Frucht und süßliche Balsamico-Reduktion. Schmeckt hammermäßig gut und sieht so schön bunt schon fast ein bisschen frühlingshaft aus, findet ihr nicht? 


Hier kommt das Rezept für 4 Pizze:

Nehmt eurer Lieblingsrezept für Pizzateig, ich habe ihn wieder hergestellt wie hier und hier.

Für den Belag: 
8 EL Olivenöl
2 Sharon-Früchte
2 Kugeln Mozzarella
Salz und frisch gemahlener schwarze Pfeffer
100 ml Balsamico-Essig
2 TL Zucker
Ein paar Stängel Basilikum

Backofen auf 250 Grad vorheizen. Den Pizzateig nach Grundrezept zubereiten, in vier Portionen teilen und jeweils auf Backpapier ausrollen. Jeden Pizzaboden mit 2 EL Olivenöl bestreichen. Sharon-Früchte schälen und den Strunk entfernen. In hauchdünne Scheiben schneiden und auf den Pizzaböden verteilen. Mozzarella erst in Scheiben schneiden, dann in Stücke rupfen und ebenfalls verteilen. Mit etwas Salz und viel frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten backen. Entweder habt ihr einen Backofen, bei dem ihr mehrere Pizze neben- oder übereinander backen könnt, oder ihr backt sie eben hintereinander und teilt sie euch jeweils - oooder, so machen wir es meist, es gibt keine einzelnen Pizze sondern immer ein ganzes Blech. 
Währenddessen Balsamico und Zucker in einem kleinen Topf aufkochen und auf etwa die Hälfte einreduzieren. Die Pizze aus dem Ofen nehmen und die Balsamico-Reduktion darüber träufeln. Mit frischen Basilikumblättern bestreut servieren.


Die Anregung habe ich bekommen, als ich bei Pinterest auf ein Bild für eine Pizza mit Nektarinen von Alexandra´s Kitchen stieß. Ich bin von dieser Version mit Sharon-Frucht total begeistert, die wird es sicher noch öfter hier geben.

Donnerstag, 22. September 2011

T(r)ick 17: Pizza Hawaii

Habt ihr sie auch, diese kleinen Angewohnheiten und Ticks, die ihr einfach nicht abstellen könnt und wegen denen eure Freunde schon mehrfach genervt die Augen verdreht oder sich einen Ast gelacht haben? Ich kann ein Lied davon singen. Jahrelang habe ich in der Uni mit dem Fuß auf und ab gewippt und damit meine Kommilitonen zur Weißglut getrieben (am besten klappt das, wenn der Fuß bei jeder Bewegung noch die Tragetasche auf dem Boden streift und dabei ein schönes "schtschtschtschtscht"-Geräusch macht). Tagtäglicher Begleiter ist außerdem mein Herd-Bügeleisen-Schlüssel-Syndrom. Ich kann einfach das Haus nicht verlassen ohne kurz zu schauen, ob der Herd aus und der Stecker vom Bügeleisen gezogen ist. Vollkommen egal natürlich, dass das Bügeleisen zum letzten Mal vorige Woche benutzt wurde und schon längst verräumt ist, und ich den Herd GERADE ausgeschaltet habe, weil darauf eben noch die heiße Milch für den Kaffee vor sich hin dümpelte. Und ich muss den Schlüssel im Schloss mindestens einmal herumschließen. Wenn ich etwas davon nicht tue, muss ich noch einmal zurück, sobald es mir einfällt, und kontrollieren. Dafür bin ich schonmal nach halber Strecke auf dem Weg in ein schönes Wochenende auf dem Land wieder umgekehrt und zurückgefahren. 
Manche Angewohnheiten entstehen aber auch zum Schutz anderer, so wie diese hier: Ich fädele gerne und oft Gewürze wie Sternanis, Nelken und getrocknete Chilis mit Nadel und Faden auf oder knote sie aneinander, bevor ich sie verwende, um sie anschließend im Topf besser wieder zu finden. Das mag auf den ersten Blick eine schrullige Marotte sein, aber ich sag´s euch, so ein Topf ist manchmal wie die Höhle des Minotaurus, da hilft ein kleines Fädelchen Wunder. Wenn man zum Beispiel getrocknete Chilis in einem großen Meer voll roter Sauce nicht mehr findet, könnte es lustig werden. Nur nicht für den, der dann später darauf beißt. Vor allen Dingen nicht, wenn es zum Beispiel der siebenjährige Sohn einer Bekannten ist, der "nur mal probieren" wollte. Also, her mit Nadel und Faden.
Ich habe eine schöne Ananas geschenkt bekommen, von der ein minikleiner Teil schon in einen Obstsalat gewandert ist, und der Rest nun schleunigst verwendet werden musste. Zeit für einen Klassiker, der so oft ein tristes Dasein auf den Pizzalieferdienstprospekten dieser Welt fristet, mir aber dabei selbstgemacht wirklich immer wieder sehr gut schmeckt: Pizza Hawaii! Aloha! Und weil wir die Kombination von süßer Ananas mit scharfen Chilis lieben, kam hier auch wieder mein kleiner Trick-Tick zur Anwendung.


Hier kommt das Rezept für 4 Portionen: 

Nehmt euren Lieblingspizzateig als Grundlage, ich habe ihn wieder nach diesem Rezept gemacht.

Für die Sauce:
2 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten (ich lasse die Kerne drin, wem das zu scharf ist, bitte entfernen)
1 kleine Handvoll Basilikumblätter, gehackt
1 Dose stückige Tomaten
1 Prise Zucker
1/2 TL Salz
5 getrocknete kleine Chilis 

Belag: 
150 g gekochter Schinken, in Pizza-gerechte Stücke geschnitten
1 Ananas, geschält, vom Strunk befreit und in kleine Stücke geschnitten
350 g Mozzarella, in kleine Stücke zerrupft

2 TL Oregano-Blättchen
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Meersalz

Den Pizzateig nach Rezeptanweisung zubereiten.
Für die Sauce das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Knoblauch und Chiliringe darin anschwitzen, dabei aufpassen, dass der Knoblauch nicht bräunt. Basilikumblätter dazugeben, kurz rühren und dann die Tomaten einrühren. Mit Zucker und Salz würzen und die getrockneten Chilis dazugeben (entweder am Faden, so wie ich, oder ihr wählt die mutige Variante und macht euch später wieder auf die Suche). Zugedeckt mindestens 30 Minuten köcheln lassen.
Backofen auf 250°C vorheizen. 
Pizzateig in 4 Portionen teilen und jeweils dünn auf Backpapier ausrollen. Mit je zwei Esslöffeln Sauce bestreichen und mit je 1/4 des Belags in oben angegebener Reihenfolge belegen. Mit Oregano bestreuen. Zum Schluss mit Pfeffer und Meersalz würzen. Eine Pizza mit Backpapier auf ein Backblech ziehen und im Ofen  8-10 Minuten backen. Nacheinander mit den anderen Pizzen ebenso verfahren (hier kommt es stark auf eure Ofenfunktionen an, wir backen und essen die Pizzen immer nacheinander und teilen sie uns dann eben jeweils. Übereinander gebacken werden sie in meinem Ofen nicht so toll. Aber wenn euer Ofen das kann, könnt ihr natürlich auch alle auf einmal backen, das wäre ja optimal).

 

Dienstag, 21. Juni 2011

Ganz ohne Cola: Coca Mallorquina

Wenn man noch nie auf Mallorca war, denkt man dank einschlägiger Berichterstattung der Medien gezwungenermaßen an Sangria-Wettsaufen, rot verbrannte Junggesellen und die Schinkenstraße. Ich denke außerdem noch an Coca Cola. Ich erzähle euch auch warum: Eine Klassenkameradin kam zu Schulzeiten nach 10 Tagen Mallorca als wandelndes Grillhähnchen zurück und verriet mir prompt ihren Trick: "Jeden Tag `ne Flasche Cola!" Ich musste staunen: "Da wirst du doch eher dick als braun...?" "Doch nicht trinken, du Witzbold!". Hä? Als ob es so abwegig wäre, Cola zu trinken! Was denn dann? "Na einschmieren natürlich, den ganzen Körper!" Ähm. Ja nee, is´ klar... Allerdings war sie wirklich sehr braun. So braun, dass ich mich fürchterlich erschrak, als unsere Cola-gebräunte Schönheit ein paar Tage später in der Disco zwei Mojitos holen ging und ich bei ihrer Rückkehr im Schwarzlicht zwar ihre Stimme hörte, aber vor mir nur zwei Gläser und ein Gebiss schweben sah. Natürlich bin ich innerlich davon überzeugt, dass die tiefe Bräune eher von der mallorquinischen Sonne und dem Hauttyp meiner Klassenkameradin herrührte, aber trotzdem hat mich diese Cola-Geschichte offensichtlich schwer beeindruckt und ich bekomme sie nicht mehr aus dem Kopf. Allerdings habe ich seitdem auch viele andere schöne Geschichten über die Insel gehört, über das traumhafte Hinterland, die alten Glasmanufakturen und vor allem über die exzellente Küche! Da ich neulich auf ein Rezept für die landestypische Pizza "Coca Mallorquina" gestoßen bin, die mich namentlich natürlich sofort an die Cola-Episode erinnert hat, konnte ich nicht widerstehen und musste es gleich ausprobieren. Herausgekommen ist ein superfeiner Teig mit köstlichem Belag und die Erkenntnis: Lieber knusprig-braune Coca als cola-braune Knusperhaut!


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
Für den Teig:
250 g Mehl
eine Prise Zucker
1/2 Pk. Trockenhefe
100 ml Olivenöl
1 Eigelb
1 TL Salz
Mehl zum Arbeiten

Belag:
Paprikapulver rosenscharf
1 gelbe und 1 rote Paprikaschote
1 Peperoni
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Zucchini
1 Aubergine
100 g Chorizo, in hauchdünne Scheiben geschnitten
3 Zweige Thymian
Olivenöl zum Beträufeln
Pfeffer, Flor de Sel

Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken, 90 ml lauwarmes Wasser und 1 Prise Zucker hineingeben. Die Hefe dazugeben und mit einer Gabel leicht verrühren. 50 ml Olivenöl auf den Mehlrand träufeln. Eigelb und 1 TL Salz dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Zu einer Kugel formen und mit etwas Mehl bestäubt abgedeckt ca. 45 Minuten gehen lassen. Für den Belag die Paprika putzen, vierteln, entkernen, mit der Hautseite nach oben auf ein Backblech legen und unter dem vorgeheizten Backofengrill 10 Minuten rösten bis die Haut Blasen wirft. Paprika herausnehmen, kurz unter einem feuchten Tuch ruhen lassen, dann häuten und in dünne Streifen schneiden (diesen Schritt kann man sich aber auch sparen, ich habe die zweite Fuhre mit ungehäuteter Paprika gemacht und es hat am Geschmack nichts geändert). Die Peperoni in feine Ringe schneiden (Kerne entfernen), Zwiebeln fein würfeln, Knoblauch fein hacken, Zucchini und Aubergine in dünne Scheiben schneiden. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 2-3 mm dick ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit dem restlichen Olivenöl bestreichen und mit Paprikapulver bestreuen. Die übrigen Zutaten auf dem Teig verteilen und die Coca im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad ca. 25 Minuten backen. Vor dem Servieren pfeffern, mit Olivenöl beträufeln und mit etwas Flor de Sel bestreuen.

Die Idee stammt aus E&T 5/11, das Rezept für den Teig habe ich übernommen und den Belag nach meiner Vorliebe abgeändert.

Sonntag, 19. September 2010

Knusprige Angelegenheit: Focaccia mit Kräuterseitlingen

Es ist Pilzzeit! Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen neidisch auf diejenigen, die ihre Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen selbst im Wald sammeln. Bisher traue ich mir das nämlich noch nicht zu, aus Angst doch ein paar giftige Kandidaten zu erwischen. Oder stellt euch vor, ich bereite meinen Gästen mit selbst gesammelten Pilzen ein feines Mahl und auf einmal kommen während des Essens bunte Spiralen aus den Wänden!  Das wäre ja ... lustig. Bis zur nächsten Saison habe ich mir vorgenommen, mein Wissen über Pilze deutlich zu vergrößern, so dass ich gefahrenlos mit Körbchen und Messer losziehen kann. Bis dahin wird gekauft. Zum Glück sind die Märkte jetzt im Spätsommer voll mit allerlei Pilzsorten und so ist meine Wahl diesmal auf ein paar Kräuterseitlinge gefallen. Ich mag das feste Fleisch und das milde Aroma, zusammen mit einer knusprigen Unterlage und feinem Kräuteröl hat sich das ganze zu einem ausgesprochen guten Mittagessen entpuppt. 


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
Teig:
250 g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
50 ml Olivenöl
1/2 TL Salz
1 gestr. TL feine Chiliflocken 
Belag:
100 g Schalotten
180 g Kräuterseitlinge (das sind ca. 2 kleinere Exemplare)
2 EL Pinienkerne
1/2 Bund Thymian
50 ml Olivenöl
Fleur de Sel, Pfeffer

Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe mit einer Gabel in 100 ml lauwarmes Wasser einrühren und in die Mulde geben. Mit der Gabel das Mehl vom Rand her mit der Flüssigkeit vermischen. Olivenöl, Salz und Chiliflocken untermischen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Zu einer Kugel formen, mit Mehl bestäuben und zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen. 
Für den Belag die Schalotten schälen, halbieren und längs in schmale Streifen schneiden. Die Kräuterseitlinge in feine Scheiben schneiden, diese ggf. noch in kleinere Stücke schneiden. Die Thymianblättchen abzupfen (evtl. ein paar Stängel für die Deko aufheben) und mit dem Öl grob pürieren, die Blättchen sollen nicht komplett zerkleinert werden. Mit Fleur de Sel würzen. Ofen mit Backblech auf unterer Schiene auf 250°C vorheizen. Den Teig noch einmal kurz durchkneten und in 2 Stücke teilen. Jedes Stück auf Backpapier ca. 5 mm dick zu einem Oval ausrollen und mit der Gabel ein paar Mal einstechen. Teig mit Olivenöl bepinseln. Eventuell passen beide Focaccie nebeneinander, sonst müsste man sie hintereinander backen. Teig zusammen mit dem Backpapier auf das heiße Backblech legen und jeweils mit der Hälfte der Schalotten, Kräuterseitlinge und Pinienkerne belegen. Jeweils 1 EL des Thymianöls darüberträufeln und mit Fleur de Sel und Pfeffer würzen. Focaccie auf der unteren Schiene bei 250°C ca. 10-12 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, mit dem restlichen Thymianöl beträufeln, ggf. mit ein paar Thymianstengeln dekorieren und heiß servieren. 


Die Grundlage für dieses Rezept stammt aus E&T 10/09. Hier werden noch getrocknete Steinpilze mit in den Teig gegeben, eine tolle Idee, wie ich finde, nur hatte ich gerade keine da und habe mir den Teig deswegen mit ein paar Chiliflocken etwas aufgepeppt. Auch eine ziemlich tolle Idee!

Donnerstag, 3. Juni 2010

Dick, dicker, am dicksten: Pfannen-Pizza

Eine Pfanne ist doch wirklich eines der wichtigsten Küchenutensilien. Was täten wir nur ohne sie! Nicht nur beim Kochen ist sie uns nützlich, sie ist auch abgesehen davon ein wichtiger Bestandteil unseres Sprachgebrauchs und dient mitunter zur Selbstverteidigung: Die Mutter einer Bekannten schläft seit Jahren mit einer Eisenpfanne unterm Bett und behauptet, damit würde sie jeden Einbrecher in die Schranken weisen. In die Pfanne hauen, könnte man ja auch sagen. Vor einiger Zeit titelte ein kleines Wochenblatt: "Ex-Freund mit Pfanne verprügelt - Frau verurteilt." Au weia. Er wird wahrscheinlich froh sein, dass er sie los ist, frei nach dem Motto: Lieber eine fette Ente in der Pfanne als eine dumme Gans am Hals. Wie man sieht, die Pfanne hat so einiges auf der Pfanne, deswegen kam mir diese Pfannen-Pizza gerade recht. Und bevor mir jetzt jemand nachsagt, ich hätte die Pfanne heiß vor lauter Pfannengerede, geht´s schnell zum Rezept! Diese Pizza ist so lecker, da wird der Hund in der Pfanne verrückt!


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
½ Päckchen Trockenhefe
1 TL Rohrzucker
1 TL Salz
500 g Mehl und Mehl zum Bestäuben

Für die Tomatensauce:
1 EL Olivenöl
1 Spritzer Weißweinessig
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Handvoll Basilikum
1 Dose gehackte Tomaten
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für den Belag:
Olivenöl
1 rote Zwiebel, geschält und in feine Scheiben geschnitten
ein paar frische Zweige Thymian, die Blättchen abgestreift
150 g Chorizo, in dünne Scheiben geschnitten
1 rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten
100 g Büffelmozarella, zerpflückt
1 Handvoll Basilikumblätter
50 g fein geriebener Parmesankäse


Für den Teig in einer Schüssel die Hefe, den Zucker und das Salz mit 325 ml Wasser verrühren. Nach und nach das Mehl unterrühren. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche so lange kneten, bis ein elastischer Teig entsteht. In eine Schüssel legen, mit Mehl bestäuben und mit Klarsichtfolie abdecken. Jetzt muss der Teig bei Zimmertemperetur so lange gehen, bis sich sein Volumen fast verdoppelt hat.



Für die Tomatensauce Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch darin andünsten und alle übrigen Zutaten zugeben. Ein paar Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und mit einem Mixstab pürieren. 
In einer kleinen Pfanne Olivenöl erhitzen und die roten Zwiebeln mit den Thymianblättchen goldgelb dünsten. 
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine gusseiserne Pfanne mit Olivenöl bestreichen. ¼ des Teigs abnehmen und mit den Händen zu einem Fladen drücken. In die Pfanne legen und passend ausziehen, dabei gut in die Ecken drücken und darauf achten, dass sich am Rand ein kräftiger Wulst bildet. Nun den Boden mit Tomatensauce bestreichen, die Thymianzwiebeln darüberstreuen und mit Chorizo-Scheiben belegen. Büffelmozarella über dem Belag verteilen, Basilikumblätter und ein paar Chiliringe darübergeben. Salzen, kräftig pfeffern und mit Parmesan bestreuen. Ab in den Ofen und auf unterer Schiene ca. 15 Minuten backen, bis der Käse leicht bräunt. Mit dem restlichen Teig und den Zutaten ebenso verfahren. 




Das Rezept ist (wie meine Lieblingspizza auch) von Jamie Oliver. Es stammt aus seinem Amerika-Kochbuch. Seltsamerweise ist die Pizza dort zwar auch als Pfannenpizza bzw. Deep-Pan Pizza betitelt und auch auf dem Foto ist die Pizza in der Pfanne zu sehen, allerdings ist später im Rezept nur noch von "Blechen" die Rede. Bleche sind natürlich eine gute Alternative, vor allem wenn man keine feuerfeste Pfanne hat. Die Teigmenge schätze ich als ausreichend für ein großes Blech, wenn man die Ränder wulstig haben möchte. Ob es beim Backen einen Unterschied macht, kann ich nicht sagen, ich fand die Pizza in der Pfanne aber so hübsch, dass ich es auf jeden Fall ausprobieren musste.

Sonntag, 24. Januar 2010

Ein Herz für Pizza

Pizza. Dieses Wort weckt bei mir eine Assoziationskette von der frühsten Jugend bis heute und hinterlässt eine Achterbahn der Gefühle. Die Salami-Pizza beim Kindergeburtstag, an dem ich mit dem Kochlöffel statt den Topf zu treffen meiner Freundin Vanessa die Brille von der Nase geschlagen habe. Die Pizza Speciale zuhause, nach einer Woche Landschulheim am Bodensee, wo es so schrecklich war, dass ich aus Protest nur Brot gegessen habe. Die wunderbare Artischocken-Pizza bei meiner Tante, die die ganze Familie ins Schwärmen brachte. Die Pizza Calzone in einem kleinen italienischen Restaurant, in dem erst die Ehe eines Freundes und wenige Jahre später dessen Scheidung in die Wege geleitet wurde. Die halbe Pizza Margherita morgens um fünf vom Take-away, nach einer durchtanzten und durchtrunkenen Nacht. Die andere Hälfte der Pizza Margherita am selben Tag mittags um halb eins, direkt nach dem Aufstehen, als Lebenskräfte erweckendes kaltes Katerfrühstück. Die Pizza Quattro Stagioni auf dem Wohnzimmersofa, mit einem guten Film im DVD-Player. Diese Pizza heute Mittag, mit hauchdünnem, knusprigen Boden, die als "Jamie-Pizza" Eingang in meine absoluten Koch-Favoriten gefunden hat.


Das Rezept für den Teig ist von Jamie Oliver aus "Genial Italienisch" übernommen - und seitdem mein Standart-Rezept für Pizzateig. Die Zutaten habe ich hier halbiert.

Zutaten für 4 Pizzen:
400g Weizenmehl (Type 550)
100g feiner Hartweizengries
1 TL Salz
1 Päckchen Trockenhefe
1 TL feiner brauner Zucker
ca. 330ml lauwarmes Wasser

Zuerst die Hefe und den Zucker im lauwarmen Wasser auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Währenddessen Mehl, Gries und Salz vermischen und eine Mulde hineindrücken. In diese nun die Hefe-Zucker-Mischung gießen. Mit einer Gabel das Mehl von den Seiten her unterrühren. Jetzt die Hände gut bemehlen (das ist wirklich wichtig, sonst sonst werdet ihr gefühlte drei Stunden brauchen alles wieder von euren Händen weg zu bekommen) und den Teig kneten. Jamie sagt man soll ihn "in gegenläufigen Bewegungen vor- und zurückrollen, dabei mit der linken Hand zum Körper hinziehen und mit der rechten gleichzeitig vom Körper weg schieben", so soll in zehn Minuten ein schön glatter und elastischer Teig entstehen. Das tut es im besten Fall tatsächlich und jetzt kann man ihn mit Mehl bestäubt einige Zeit ruhen lassen.




Für die Sauce eine Knoblauchzehe in feine Stückchen hacken und in etwas Olivenöl in einem Topf anschwitzen. Eine Dose stückige italienische Tomaten guter Qualität dazugeben und köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und gehacktem Basilikum würzen und noch ein paar Minuten weiterköcheln.
Den Backofen auf 250°C vorheizen und die erste Portion vom Teig abtrennen. Ich rolle den Teig so dünn wie möglich direkt auf dem Backblech aus und steche ihn ein paar Mal mit einer Gabel ein. Jetzt zwei Esslöffel von der Sauce auf die Pizza geben und mit den übrigen Zutaten belegen. Bei mir sind es diesmal ein paar Scheiben Chorizo, eine in feine Ringe geschnittene Chilischote und Büffelmozarella.
Jetzt ab damit in den Ofen und bei 250°C ca. 6-8 Minuten backen.