Warum liegen Urlaub und krank sein eigentlich immer so nah beieinander? Irgendwie ist es doch meist so: Entweder wird man davor, währenddessen oder danach krank. Ich hatte die komplette letzte Woche die Ehre und pünktlich, nachdem die Snowboards im Keller verstaut und auf dem heimischen Sofa Pläne für einen entspannten Brunch für den nächsten Tag geschmiedet waren, ging es los: Erst ein zartes Hüsteln, dann ein lautes Öhö-Öhö und später selbstmitleidsträchtiges Röcheln in Begleitung von Fieber und Schüttelfrost. Es ist bekannt, dass es etwas mit Anspannung und Entspannung zu tun hat, dass der Körper oft erst im Urlaub mal ein bisschen runterfährt und durch niedrigeren Blutdruck und eine verminderte Energiezufuhr fiesen Viren und anderen Garstigkeiten freie Bahn auf die sich gerade entspannt zurücklehnen wollenden Schleimhäute lässt. Vor Jahren schon haben Wissenschaftler sogar einen Begriff dafür erfunden, die sogenannte „Freizeit-Krankheit“ (Leisure Sickness). Kann ja sein, ich wage aber noch frech eine Behauptung aufzustellen: Mein Körper will Chili! Denn das ist meist das einzige, was ich mit meinen in Mitleidenschaft gezogenen Geschmacksnerven noch schmecke und so bin ich quasi gezwungen, etwas davon mitzuverarbeiten. Die Chili-Crostini hier im Rezept spielen definitiv die Hauptrolle (auch wenn das Pastinakensüppchen ebenfalls eine feine Sache ist - ein bisschen was habe ich dann doch noch geschmeckt) und ich kann sie mir auch wunderbar im Alleingang als Knusperhäppchen zu Wein und Pläuschchen vorstellen.
Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
Für die Pastinaken-Suppe:
1 kleine weiße Zwiebel
350 g Pastinaken
1 TL Butter
2 EL Noilly Prat
50 ml Weißwein
400 ml Gemüsebrühe
2 getrocknete kleine rote Chilies (Birds Eye)
100 ml Sahne
etwas fein gehackte Petersilie und ein paar Chiliringe zum Garnieren
Für die Chili-Crostini:
2 EL Olivenöl
4 Scheiben Ciabatta
2 EL Frischkäse
50 g geriebener Parmesankäse
1 Chilischote (bitte voher testen, wenn es ein besonders scharfer Kanditat ist, die Menge entsprechend reduzieren), entkernt und in feine Ringe geschnitten
Salz, Pfeffer, fein gehackte Petersilie
Zwiebel fein würfeln, Pastinaken schälen und in Stücke schneiden. Butter erhitzen, Zwiebeln darin glasig dünsten, Pastinaken dazu geben und kurz mitdünsten. Mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Chilischoten dazugeben und abgedeckt etwa 20 Minuten köcheln, bis die Pastinaken weich sind. Sahne unterrühren, die Chilis unbedingt wieder herausfischen (bewährt hat sich übrigens dieser Trick, um Gewürze beisammen zu halten oder man nimmt einfach ein Teesieb bzw. einen Filter) und die Suppe fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer anschmecken und warm halten.
Backofen auf 200 Grad vorheizen. Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Ciabatta-Scheiben darin knusprig anrösten. Frischkäse mit Parmesan und Chilischote vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf den Brotscheiben verteilen und im Backofen etwa 8-10 Minuten gratinieren, bis die Oberfläche leicht bräunt.
Suppe kurz vor dem Servieren noch einmal mit dem Pürierstab leicht aufschäumen. Auf Teller verteilen, mit gehackter Petersilie und Chiliringen garnieren und zusammen mit den Chili-Crostini servieren.
Hier gab es übrigens auch schon mal ein krankheitserprobtes Wurzelgemüserezept mit Chili. Habt eine schöne, gesunde Woche!


























