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Donnerstag, 20. Dezember 2012

Türchen Nr. 20 vom 180°-Adventskalender: Ein kulinarisch „letzter Tag“ in Gedichtform























Guten Morgen zusammen, heut ist´s soweit,
fürs 20. Türchen steh ich bereit
und freue mich sehr und schreibe mich von,
dass ich darf fortführen die 180°C-Tradition.
Wie bereits im letzten Jahr
werde ich dichten – wie wunderbar!
„Oh nein, bitte nicht!“ wird manch einer denken,
doch da müsst ihr durch, ich hoff´ ohne verrenken!


Heute ist´s mir ein besonderer Spaß,
denn morgen, ja morgen, da war doch was?
`s ist noch nicht Weihnachten, kein Fest und Gesang,
was war es denn dann? Ach, der Weltuntergang!
Vor lauter Hektik und mich stressen
hab ich den ja ganz vergessen!
Sei´s drum, die Zeit rennt, und für die letzten Gelüste
Hab ich hier die kulinarische Weltuntergangsliste.
Ein Tag, wie er im Buche steht,
denn für Katastrophen ist´s nie zu spät!


Punkt eins: Das Frühstück – wie start´ ich den Tag?
Mit Kaffee und Milch, wie ich´s so gern mag.
Doch halt, was ist das? Die Maschine muckt
und bei der sauren Milch hätt ich fast schon gespuckt.
Das Toast schön beschmiert mit Marmelade
fällt auch hinunter – ach wie schade.
Und eins, das ist ja sonnenklar:
Beschmierte Seite unten – trari trara!


Punkt zwei: Der Snack so um elf
Wie wär´s mit Obst? Als Notbehelf!
Gesünder ist´s als Süßigkeiten,
das kann man wohl nicht bestreiten.
Litschis sollen´s diesmal sein –
Doch der Kern ist gar nicht fein!
Vor lauter reden laut und munter
schluck ich den Kern doch glatt mit runter,
dass um ein Haar ich gleich erblasse
und den nächsten Tag verpasse!


Punkt drei: Mittagessen – was Leichtes soll´s sein,
sonst fall´ ich Mimose
im Büro doch glatt in die Vollfressnarkose.
Salat geht immer, mit Feta und Brot,
doch –iiihhhh- was ist das? Welch schreckliche Not!
Ich schwör´, was ich euch jetzt verklicker:
Liegt im Salat doch ein Ohrenzwicker! *
Erinner´ ich mich noch ganz vage:
Wählte ich nicht OHNE Fleischbeilage??

Punkt vier: Zum Kaffee
Klar, Kuchen muss sein.
Doch zur Hülf, was ist das? Er ist hart wie Stein!
Und Tschüss, ihr Zähne, das war´s gewesen,
das nächste Mal fress ich doch gleich nen Besen.
Ein Fall für die Tonne, da gibt´s nichts zu rätseln,
ganz genau wie bei den Terminator-Vollkorn-Brezeln.


Punkt 5: Abendessen – jetzt muss was passieren,
wir wollen doch nicht die Lust am Essen verlieren.
Ist simpel zwar, doch ein Gaumenschmaus
Und sieht zudem noch lecker aus.
-ACHTUNG: UNVORHERGESEHENER EINSCHUB-
Aber ach, was ist das? Was für ein Leid,
die Küche ist immernoch unbereit!
Mittwoch sollte der Stichtag sein,
jetzt müssen doch noch die Arbeitsplatten rein.
Also schnell umgeschwenkt, vom Menü zur Pasta
auf der elektrischen Kochplatte und damit basta.
Doch was für ein Rezept, was nehmen wir da?
Adventskalender-Logo? Lamm? Wie wunderbar!
Wie von selbst kocht es sich fast,
ganz gechillt und ohne Hast.

Am Abend dann, so nach dem Essen,
sind all die Pannen schon vergessen.
Und so trotzen wir bislang
mit vollen Bäuchen dem Untergang.
Hundertachziggrad – die Zahl sei gewiss
für einen abrupten Ruderumriss.
Statt Untergang gibt´s ein Prost im Dezember
schon auf den nächsten Adventskalender!
Euch allen wünsch ich hier zum Schluss
ein schönes Fest mit Hochgenuss!

* beruht WIRKLICH auf einer wahren Begebenheit!



Pappardelle mit Lamm und Tomaten-Paprikasugo




Für 4 Portionen:
400 g mageres Lammfleisch
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 rote Peperoni
3 EL Olivenöl
1 EL Thymianblätter
50 ml Weißwein (trocken)
½ Paprikaschote, enthäutet und in feine Würfelchen geschnitten
1 Dose gestückelte Tomaten
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
500 g Pappardelle (oder andere breite Bandnudeln)
Parmesankäse und ein paar frische Thymianzweige zum Servieren. 



Lammfleisch in kleine Stücke schneiden. Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Peperoni in feine Stücke hacken. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Fleisch darin anbraten und wieder herausnehmen. Schalotten, Knoblauch, und Peperoni im Bratfett andünsten. Fleisch wieder dazugeben und Thymian ebenfalls hinzufügen. Mit Weißwein ablöschen und bei geschlossenem Deckel ca. 1 ½ Stunden schmoren lassen.
In einem zweiten Topf das restliche Öl erhitzen. Paprikawürfel darin andünsten, Tomaten zufügen und einige Minuten kräftig einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Währenddessen Nudeln in Salzwasser al dente kochen. Tomaten-Paprika-Sauce zum Lammfleisch geben und miteinander vermischen. Mit Pappardelle, frischem Thymian und Parmesankäse servieren.

Samstag, 19. Mai 2012

Da war doch was: Focaccia mit getrockneten Tomaten, Gemüse und Serranoschinken

Heute gibt es nicht viele Worte, dafür endlich das angekündigte Rezept für meine neue Lieblings-Focaccia. Ich schwöre ja mittlerweile auf ein bisschen Buttermilch im Hefeteig für Flammkuchen, so habe ich es auch bei dieser Focaccia einfach ausprobiert. Das Ergebnis war außen knusprig, innen fluffig und auch am nächsten Tag kurz aufgebacken noch sehr lecker! Darauf wurde verteilt, was der Kühlschrank gerade hergegeben hat. 





Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:
1 kleine Kartoffel (ca. 75 g) 
10 g frische Hefe 
1 EL lauwarme Milch 
1 EL Buttermilch 
½ TL brauner Zucker 
160 g Mehl 
75 ml Mineralwasser 
25 ml Buttermilch 
1 EL grob gehackte Thymianblättchen 
½ TL Salz 
1 EL Olivenöl 

Belag: 
Etwas Olivenöl zum Bestreichen 
½ kleine Zucchini 
½ kleine Aubergine 
6 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt 
1 rote Chilischote 
Ein paar Zweige Thymian 
Flor de Sel, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
Außerdem: 
4 Scheiben Serranoschinken, leicht zerrupft



Kartoffel ca. 30 Minuten weich kochen. Abgießen, kalt abschrecken und pellen. Durch die Kartoffelpresse drücken und in einer Schale beiseite stellen. Hefe mit Milch, Buttermilch, Zucker und 1 TL Mehl glatt rühren. Restliches Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemischung eingießen. Mit etwas Mehl vom Rand bedecken und mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen. Mineralwasser, Buttermilch, Thymianblätter, Salz und Olivenöl dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Kartoffel unterkneten und zu einer Kugel formen. In einer Schüssel mit einem Tuch bedeckt eine Stunde gehen lassen. 
Teig auf einem bemehlten Stück Backpapier etwa 1 cm dick ausrollen und alles zusammen auf ein Backblech ziehen. Mit einem Tuch bedeckt erneut 60 Minuten gehen lassen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. 
Focaccia mit wenig Olivenöl bestreichen. Zucchini und Aubergine waschen und in dünne Scheiben schneiden. Getrocknete Tomaten gut abtropfen lassen und in grobe Stücke schneiden. Chilischote in feine Ringe schneiden. Zucchini- und Auberginenscheiben, getrocknete Tomaten und Chilis auf der Focaccia verteilen. Mit Thymianzweigen belegen und mit Salz und Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und mit in grobe Stücke zerrupftem Serranoschinken belegen. 




Diesmal habe ich das Belegen delegiert, das ist nicht meine Hand da oben. ;-) Inspiriert hat mich ein Rezept für eine Kartoffelfocaccia aus der Zeitschrift Lust auf Genuss 4/12. Die getrockneten Tomaten sind übrigens nicht schwarz verbrannt, sondern waren schon vorher so dunkel. Habt ein sonniges Wochenende, bis ganz bald!

Freitag, 17. Februar 2012

Alles, was ich dieses Jahr mit Fasnacht zu tun habe: Chiacchiere

Aus dem Fasnachtstreiben habe ich mich zum ersten Mal schon in jungen Jahren ausgeklinkt, als ich mich zu sehr genierte, jedes Jahr auf´s Neue wieder als Cowgirl oder Ritterin verkleidet zu sein. Was anderes ging aber nicht, denn da hatte man kein Pferd und das musste – wenn auch nur imaginär – für mich auf jeden Fall sein. Ich hatte kurz überlegt auf Prinzessin mit Glitzer-Einhorn umzuschwenken, da hätten mir aber wiederum die Knarre oder das Schwert gefehlt. Es folgten ein paar halbherzige Versuche im Erwachsenenalter, in denen ich mir unter anderem als Vampir mit dem Plastikgebiss die Lippe aufgebissen und somit immerhin die Theaterblut-Kapseln gespart habe, aber ehrlich gesagt hat mich die Begeisterung für Fasnacht seitdem noch nicht wirklich wieder gepackt. Mit einer Ausnahme: Fasnachtsgebäck! Herausgesucht habe ich mir diesmal köstliche lombardische Knusperküchlein, Chiacchiere, die jedoch auch in anderen Teilen Italiens verbreitet sind. Ich glaube, mir ist das Öl ein bisschen zu heiß geraten, denn eigentlich sollen die Chiacchiere etwas heller sein. Und es war gar nicht so einfach, sie zu drehen und dann heil in den Topf zu manövrieren. Egal, geschmeckt haben sie unverschämt gut. Ganz frisch gebacken, noch warm und dick mit Puderzucker bestäubt besitzen sie definitiv Suchtpotenzial! Vielleicht schaue ich mir doch noch den Rosenmontagsumzug an. Ich wünsche jedenfalls allen Narren, Jecken, Karnevalisten und wie sie noch alle heißen eine lustige Fasnachtszeit. Alaaf, Helau und Guten Appetit! 


Hier kommt das Rezept für 30 Stück (Achtung, das ist eine ganz schöne Menge!) 
350 g Mehl 
1 Vanilleschote 
100 ml Orangensaft 
100 ml Marsala 
1 EL Orangenlikör (Grand Marnier) 
3 Eier 
150 g Zucker 
Abgeriebene Orangenschale von 1 Orange 
1 Prise Salz 
70 Butter 
3-4 EL Sahne 
Öl zum Ausbacken 
Puderzucker zum Bestreuen 

Das Mehl in eine Schüssel sieben. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark in eine Schüssel kratzen. Den Orangesaft um die Hälfte einkochen lassen. Marsala und Orangenlikör hinzufügen. Eier und Zucker zum Vanillemark geben und zusammen sämig schlagen. Orangensaft mit Marsala und Likör, abgeriebener Orangenschale, Salz und weiche Butter dazurühren. Das Mehl nach und nach zugeben. 3-4 EL Sahne beimischen. Der Teig soll aber noch so fest bleiben, dass man ihn ausrollen kann (ggf. noch etwas Mehl dazugeben). Den Teig zu einem großen Rechteck rollen. Mit dem Teigrädchen 4 cm breite und 12 cm lange Streifen ausschneiden. Jeden Streifen mit dem Teigrädchen der Länge nach (2-) 3 Mal aufschlitzen, ohne ganz durchzuschneiden. Die Küchlein an beiden Enden anfassen und in Gegenrichtung drehen, damit sie spiralförmig werden. Öl auf 180°C erhitzen und die Küchlein darin goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren. 



Das Rezept stammt aus dem Buch „Guetzle“ von Marianne Kaltenbach, das sie mir 1987 geschenkt hat. Wenn ich mich recht erinnere, war es glaube ich sogar mein erstes eigenes Kochbuch.

Freitag, 10. Februar 2012

Gibt´s nicht beim Lieferservice: Pizza mit Sharon-Frucht und Balsamico-Reduktion

Ich mag kleine Zettelchen, auf denen lustige Sachen stehen. Die hebe ich auch meistens auf. Leider habe ich meinen bisher berühmtesten Zettel irgendwann weggeworfen, aber er ist ja hier verewigt. Mein Lieblingszettel stammt im Moment von meiner fürsorglichen Mami, die, obwohl sie weiß, dass ich ihre Kochleidenschaft geerbt habe, manchmal immer noch ein bisschen Angst hat, ich könnte verhungern. 


Die 10 Euro habe ich allerdings in zwei Cocktails in der Happy Hour investiert (bitte nicht verpetzen) und die Pizza dafür selbst gemacht. Mit meiner persönlichen Entdeckung des Monats: Sharon-Frucht und süßliche Balsamico-Reduktion. Schmeckt hammermäßig gut und sieht so schön bunt schon fast ein bisschen frühlingshaft aus, findet ihr nicht? 


Hier kommt das Rezept für 4 Pizze:

Nehmt eurer Lieblingsrezept für Pizzateig, ich habe ihn wieder hergestellt wie hier und hier.

Für den Belag: 
8 EL Olivenöl
2 Sharon-Früchte
2 Kugeln Mozzarella
Salz und frisch gemahlener schwarze Pfeffer
100 ml Balsamico-Essig
2 TL Zucker
Ein paar Stängel Basilikum

Backofen auf 250 Grad vorheizen. Den Pizzateig nach Grundrezept zubereiten, in vier Portionen teilen und jeweils auf Backpapier ausrollen. Jeden Pizzaboden mit 2 EL Olivenöl bestreichen. Sharon-Früchte schälen und den Strunk entfernen. In hauchdünne Scheiben schneiden und auf den Pizzaböden verteilen. Mozzarella erst in Scheiben schneiden, dann in Stücke rupfen und ebenfalls verteilen. Mit etwas Salz und viel frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten backen. Entweder habt ihr einen Backofen, bei dem ihr mehrere Pizze neben- oder übereinander backen könnt, oder ihr backt sie eben hintereinander und teilt sie euch jeweils - oooder, so machen wir es meist, es gibt keine einzelnen Pizze sondern immer ein ganzes Blech. 
Währenddessen Balsamico und Zucker in einem kleinen Topf aufkochen und auf etwa die Hälfte einreduzieren. Die Pizze aus dem Ofen nehmen und die Balsamico-Reduktion darüber träufeln. Mit frischen Basilikumblättern bestreut servieren.


Die Anregung habe ich bekommen, als ich bei Pinterest auf ein Bild für eine Pizza mit Nektarinen von Alexandra´s Kitchen stieß. Ich bin von dieser Version mit Sharon-Frucht total begeistert, die wird es sicher noch öfter hier geben.

Donnerstag, 30. September 2010

Klappt auch ohne Mehl: Kartoffel-Ravioli mit Rucola

Kann man sich denn das vorstellen: Kein Mehl im Haus! Außer einem nicht nennenswerten Rest im Vorratsglas, der zusammengekratzt allenfalls ein Esslöffelchen ergeben würde. Das gab es bei mir ja seit Ewigkeiten (ich wette sogar seit meiner Geburt!) nicht mehr. Relativ typisch ist hingegen, dass ausgerechnet dann, wenn man etwas nicht haben kann, die Lust darauf fast schon ins Unermessliche steigt! Kennt ihr das? Man sitzt zum Beispiel abends auf dem Sofa und will einfach nur Schokolade - dummerweise hat man die Vorräte aber bereits am Vortag geplündert. Jaja, Klischee und so. Aber ich sehe gerade nahezu all eure Köpfe energisch auf und ab wippen, stimmt´s? Gebt es zu, IHR HABT ABENDS DOCH AUCH BOCK AUF SCHOKOLADE!!! Aber ich schweife ab... Ich hatte also an diesem Tag wahnsinnig Lust auf Ravioli. Ohne Mehl und ohne bei dem ausgewachsenen Mistwetter noch einen Schritt vor die Tür setzen zu müssen. Wie überaus gelegen da doch dieses Rezept für Kartoffelravioli kam, das ich sowieso einmal ausprobieren wollte.


Für 4 Portionen (oder zwei, wenn der Hunger groß ist):
Kartoffelteig:
600 g Kartoffeln
30 g Butter
3 Eigelb
50 Stärke
Salz, Muskat
Stärke und Grieß zum Bearbeiten, Backpapier

Für die Füllung:
3 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
400 g Rucola
2 Sardellenfilets
4 EL Butter
30 g Pinienkerne
Salz, Pfeffer, Zucker
20 g Parmesan
Petersilie zum Garnieren

Kartoffeln in einem großen Topf gar kochen. Abgießen, pellen und durch die Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken. Butter, 2 Eigelb und Stärke unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Kartoffelteig auf wenig Stärke gut durchkneten und halbieren. Die Teigstücke nacheinander zwischen zwei Lagen Backpapier ca. 3 cm dünn ausrollen. Oberes Backpapier entfernen und mit einem runden Ausstecher 16 Kreise ausstechen (Durchmesser ca. 7 cm). Mit Hilfe eines Pfannenwenders o.ä. die Kreise vorsichtig vom Papier lösen und auf ein mit wenig Grieß bestreutes Blech legen.
Für die Füllung Schalotten und Knoblauch fein würfeln. Chili putzen und fein hacken. Rucola kurz abbrausen, gut abtropfen lassen und mit dem Messer grob hacken. Sardellenfilets abspülen, trockentupfen und fein hacken. In einem Topf oder einer großen Pfanne 2 EL Butter zerlassen, Schalotten, Knoblauch, Chili und Pinienkerne darin bei mittlerer Hitze 3-4 Minuten glasig dünsten. Rucola dazugeben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und offen 3 Minuten dünsten. Sardellen und Parmesan untermischen. Restliches Eigelb verquirlen, die Hälfte der Teigkreise damit bestreichen und je 1 TL Füllung in die Mitte geben. Restliche Teigkreise darauflegen und die Ränder mit einer Gabel gut andrücken (so entsteht auch das Muster). Fertige Ravioli auf ein mit etwas Grieß bestreutes Blech legen, dann lassen sie sich später leichter lösen. Ravioli in leicht kochendes Salzwasser geben und 3-4 Minuten sieden lassen. Abgießen und gut abtropfen lassen. Restliche Butter in einer Pfanne erhitzen und die Ravioli darin kurz schwenken bzw. leicht anbraten. Restliche Rucola-Füllung auf Tellern verteilen, Ravioli darauf anrichten und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.




Meine Version basiert auf einem Rezept aus E&T 10/10, in dem Endivie statt Rucola verwendet wird. Rucola hatte ich noch im Kühlschrank und ich finde, er hat perfekt dazu gepasst. Im Originalrezept werden die Ravioli nicht mehr in Butter geschwenkt bzw. angebraten, das, finde ich, muss jedoch unbedingt sein, sonst sehen sie erstens nicht so chic aus und zweitens schmecken sie leicht gebräunt einfach noch einen Tick besser. Die Reste haben wir übrigens in einer Auflaufform mit Käse überbacken, was auch sehr gut geschmeckt hat.

Donnerstag, 2. September 2010

Fein geschmort: Ossobuco mit weißen Bohnen

Markknochen fand ich schon immer klasse: Als Bestechungsmittel für widerspenstige Terrier! Hunde, die an einem Markknochen herumkauen sind für mindestens 2 Stunden bedient, das habe ich schamlos ausgenutzt, wenn ich mal zu faul war den Hund zu entertainen.  Das Mark im Inneren des Knochen war mir übrigens suspekt, denn so wirklich lecker sah das ja nicht aus, und wenn dann auch noch ein Hund so darauf abfährt... Als mir meine Mutter dann erzählte, dass daraus auch meine als Kind so geliebten Markklößchen zubereitet wurden, fand ich das zunächst schockierend: „Mein Gott, ich habe die DNA eines Rindes in Reinkultur gegessen!“  Mit den dazugehörigen fleischigen Rinderbeinscheiben habe ich erst später Bekanntschaft gemacht. Als feines, italienisches Ossobucco – das sich übrigens auch viel schöner anhört als „Rinderbeinscheiben“. Wichtig: Geduld! Denn wenn man das Fleisch für 3 Stunden schmoren lässt, zergeht es auf der Zunge wie Butter.


Rezept für 2 Portionen:
3 Karotten
1 Zwiebel
2 Tomaten
3 Stiele Salbei
2 Zweige Rosmarin
2 Rinderbeinscheiben (à ca. 300 g)
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
250 ml Gemüsebrühe
50 ml Weißwein
250 g passierte Tomaten
1 Lorbeerblatt
1 Dose (Abtropfgewicht ca. 250 g) kleine weiße Bohnen
Außerdem: Küchengarn


Karotte schälen und in Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und fein würfeln. Tomaten waschen und in Würfel schneiden. Kräuter waschen, trocken tupfen, etwas zum Garnieren beiseite stellen, Rest fein hacken. Bohnen gut abtropfen lassen. Beinscheiben waschen, trocken tupfen und mit Küchengarn in Form binden, damit sie später beim Schmoren nicht auseinanderfallen. Öl in einem großen Bräter erhitzen. Beinscheiben von allen Seiten kräftig anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und herausnehmen. Karotten und Zwiebeln in das Bratfett geben und anbraten. Die Tomaten, Kräuter und Tomatenmark dazugeben, kurz mitbraten. Mit Mehl bestäuben, kurz anschwitzen. Unter Rühren nach und nach die Gemüsebrühe zugießen, Wein und passierte Tomaten dazugeben. Lorbeer zugeben, einmal aufkochen und die Bohnen untermischen. Das Fleisch darauflegen. Deckel auf den Bräter geben und drei Stunden schmoren, dabei darauf achten, dass das Fleisch mindestens bis zur Hälfte in der Soße liegt, ggf. wenden bzw. ab und an mit Soße beträufeln. Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den beiseite gelegten Kräutern garnieren. 

Donnerstag, 22. Juli 2010

Es ist vollbracht: Pastasotto mit getrockneten Tomaten

Manche Rezepte will man ja schon seit Ewigkeiten mal ausprobieren. Pastasotto wäre das bei mir, zum Beispiel. Wird gemacht wie Risotto und mit Kritharaki-Nudeln sieht´s auch noch fast so aus. Ja und warum macht man´s denn dann nicht? Da rattert das Gehirn Sätze wie: "Heiliger Bimbam, schau dir erstmal diesen Nachkochstapel an" oder "Nee, heute hab ich keine Zeit für solche Faxen" oder das Gehirn hängt im Sommerloch und vergisst beim Einkaufen gar die wesentlichen Zutaten. Zählt alles nicht, was Pastasotto betrifft! Im Nachkochstapel sind Unmengen an Pasta- und Risottorezepten enthalten, also schlägt man hiermit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zeit braucht es dafür auch nicht viel, das Ding kocht sich fast von selbst. Und die Zutaten hatte ich alle im Haus, bis auf die Kritharaki-Nudeln - und wenn ich mir das bei diesem Namen nicht irgendwie hätte merken können, dann gut´ Nacht!


Zutaten für 2 Portionen:
1 Zwiebel
150 g Kritharaki-Nudeln
2 EL Olivenöl
300 ml Gemüsebrühe
2 Frühlingszwiebeln
5 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten
eine Hand voll geriebenen Parmesankäse
3 EL geröstete Pinienkerne
Salz, Pfeffer, 1 EL Butter, Parmesan zum Bestreuen

Die Zwiebel schälen und fein hacken, zusammen mit den Nudeln in heißem Öl anbraten. Ein Drittel der Brühe angießen. Sobald die Nudeln die Flüssigkeit aufgesaugt haben, immer ein weiteres Drittel nachgießen und umrühren, so auch mit dem letzten Drittel verfahren. Frühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden, Tomaten kurz abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Nach ca. 15 Minuten sollte alle Brühe aufgebraucht und die Nudeln gar sein. Jetzt den geriebenen Parmesan, die Frühlingszwiebeln und die getrockneten Tomaten untermischen. Ach ja, und die Pinienkerne. Die habe ich leider komplett vergessen, damit schmeckt´s aber bestimmt nochmal besser! Also rein damit. Zum Schluss alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Butter unterziehen. Mit gehobeltem Parmesan bestreut servieren.


Superschnelles und gutes Essen, fast schon schade, dass ich das früher nie ausprobiert habe. Ausschlaggebend war jetzt dieses Rezept aus Lust auf Genuss 8/10, wie immer leicht verändert. Scheinbar habe ich gerade eine akute Rezepte-aus-Zeitschriften-Nachkochphase. 

Donnerstag, 15. Juli 2010

Urlaubsgefühle: Flammkuchen mit Sardellencreme und Parmaschinken

Der Sommer ist in vollem Gange, aber wo ist denn bloß der Urlaub hin? Und was hat ein totes Pferd mit einem guten Schweineschinken zu tun? Was den Urlaub betrifft, so gilt es noch fast vier Wochen in der heimisch-schwülen Hitze auszuharren, bevor man sich ins mediterran-trockene Klima verabschiedet. Da kann man sich doch zumindest was das Essen betrifft schonmal etwas einstimmen. Bei Parmaschinken und Sardellen muss ich immer an südliche Gefilde denken, nur in Kombination ist mir beides bisher nicht untergekommen. Jetzt kommt übrigens das tote Pferd ins Spiel: Wusstet ihr, dass die Reifeprüfung eines Parmaschinkens mit einem Pferdeknochen besiegelt wird? Der Prüfer sticht dazu mit einem dünnen Pferdeknochen aus dem Wadenbein in den Schinken und erschnüffelt sich anhand der Aromen, die am Knochen haften bleiben, die Qualität. Erst wenn der Schinken für gut befunden wurde bekommt er die Krone der Herzöge von Parma eingebrannt. Der Pferdeknochen eignet sich so gut für die Prüfung, weil er porös ist und so den Geruch des Schinkens ganz wunderbar speichert. In der Markhalle gab es frisch von der Keule geschnittenen, hauchdünnen Parmaschinken, der die Reifeprüfung ganz offensichtlich bestanden hat. Da konnte ich nicht widerstehen.


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
10 g frische Hefe
250 g Mehl und Mehl zum Arbeiten
100 ml Buttermilch
2 EL Olivenöl
Salz
100 g Schalotten
1 kleine Zucchini
3 Sardellenfilets
125 g saure Sahne
1 TL Zitronensaft
Pfeffer
8 hauchdünne Scheiben Parmaschinken

Die Hefe in 25 ml lauwarmem Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken, das Hefegemisch hineingeben und mit etwas Mehl vom Rand vermischen. Die Buttermilch, 2 EL Öl und 1/2 TL Salz hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen mitsamt Blech auf höchster Stufe (bei mir waren´s 250° Grad) vorheizen. Schalotten schälen und in dünne Ringe schneiden, Zucchini waschen und in hauchdünne Scheiben schneiden. Thymianblättchen von den Stielen zupfen. Die Sardellenfilets grob hacken und mit Thymianblättchen, saurer Sahne und Zitronensaft verrühren. Gut salzen und pfeffern.
Den Teig noch einmal kurz durchkneten und in 4 gleich große Stücke teilen. Diese auf leicht bemehltem Backpapier in Größe des Blechs ca. 2 mm dünn zu je einem Oval ausrollen. Jede Teigplatte mit 3 EL der Saure-Sahne-Mischung bestreichen und jeweils 2 EL Schalotten und Zucchini darauf verteilen. Mit Pfeffer würzen. Jeweils 2 Flammkuchen mit dem Backpapier auf das heiße Blech geben und im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 5-7 Minuten backen (laut Originalrezept passen 3-4 Flammkuchen nebeneinander,  bei mir ging das gar nicht bzw. sie wären mir sonst nicht dünn genug ausgerollt  gewesen). Aus dem Ofen nehmen, mit grob zerrupftem Parmaschinken belegen und je nach Geschmack mit etwas Olivenöl beträufeln. 


Das Rezept stammt aus Lust auf Genuss 7/10 (ergiebiges Heftchen für mich diesmal) und wurde für 4 Portionen angepasst (bei großem Hunger schafft man das allerdings sogar zu zweit, ähm...). Der Flammkuchenteig hat mich absolut überzeugt: Superschnell und einfach herzustellen, schmeckt sehr gut und ist knusprig, wie es sich gehört. Den werde ich vorerst als Grundlage beibehalten.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Die Duplo-Tante schlägt zu: Auberginen mit Essig

Gestern stand beim Einkaufen ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft vor mir in der Kassenschlange. Dessen Einkaufszettel konnte ich ihm im Tausch gegen ein Duplo mit Fußballbildchen abschwatzen, denn er war einfach viel zu niedlich geschrieben, um ihn nicht der Öffentlichkeit zu präsentieren. 


Mit Oberschienen hat man sonst ja nur beim Einbau von Jalousien zu tun, mich hat es jedenfalls daran erinnert, dass ich zuhause auch noch ein Exemplar davon herumliegen habe. In der aktuellen Ausgabe von So isst Italien bin ich vor ein paar Tagen sowieso auf ein Rezept gestoßen, dass ich gerne ausprobieren wollte. Wie praktisch! Hier ist es:

Für 2 Personen als Vorspeise oder als Snack zum Wein:
1 große Aubergine
Salz
Olivenöl zum Braten
2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
Ein paar Kräuter wie Oregano und Thymian (frisch ist besser, ich hatte allerdings nur noch die getrocknete Variante daheim)
50 ml Weißweinessig
100 ml trockener Weißwein


Die Auberginen in 1 cm dicke Scheiben schneiden (ich habe es längs gemacht, im Nachhinein aber festgestellt, dass die runden, vertikalen Scheibchen noch schöner ausgesehen hätten). Diese schichtweise in ein Sieb legen und mit Salz bestreuen. Mit einem kleinen Teller beschweren und 30 Minuten ruhen lassen, so wird den Auberginen das Wasser entzogen. Derweil den Ofen auf 160°C Grad vorheizen. Die Auberginen abspülen und trockentupfen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Auberginen portionsweise braten, bis sie goldgelb sind. Gegebenenfalls etwas Öl nachgießen. 
Eine Schicht Auberginen in eine ofenfeste Form geben, den Knoblauch, ein paar Kräuter, die Hälfte des Essigs und des Weißweins hinzugeben und mit einer weiteren Schicht Auberginen bedecken. Den restlichen Wein und Essig darübergeben, noch ein paar Kräuter draufstreuen und für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben. Dann mit Brot servieren.


Die Auberginen schmecken warm oder kalt, sie sind abgedeckt im Kühlschrank auch noch ein paar Tage haltbar. 

Sonntag, 30. Mai 2010

Spontanentscheidung: Orangen-Tiramisu

Heute Vormittag hat mir eine liebe Freundin einen Link zu einem Artikel über eine meiner Lieblings-Dessert-Sünden geschickt: Tiramisu. Doch was muss ich da lesen, Tiramisu sei gar kein Dessert? Zu gehaltvoll um nach einem gelungenen Hauptgang noch Platz zu haben, sagt einer, der´s wissen muss, nämlich Luigi aus Italien. Da gäbe es das nur bei den ganz großen Familienfesten wie Hochzeiten oder Beerdigungen, die sich ewig hinziehen und bei denen sich am Abend alle hungrig auf die Mascarpone-Bombe stürzen. Mein Weltbild wurde wieder einmal gründlich durchgerüttelt! Aber irgendwie hat er ja Recht, ich selbst finde es auch schöner, wenn ich nach einem köstlichen Menüabschluss nicht das Gefühl haben muss, dass meine Tischnachbarn und ich gleich in Fetzen durch die Luft fliegen. Hach, aber so ein feines Tiramisu, jetzt, so... Huh, was war denn das? Hab ich da Stimmen aus dem Kühlschrank gehört? Ich könnte schwören gerade hat jemand gerufen: "Hey, na mach schon, hol mich hier raus! Ich bin´s, die Mascarpone, und ich habe nur noch wenige Tage zu leben, also bereite mir gefälligst einen schönen Lebensabend!" Herrje, die hatte ich ja ganz vergessen. Gut, jetzt habe ich sowieso große Lust auf Tiramisu, und die Mascarpone soll ja auch nicht leiden wie ein armer Hund. Aber ich habe keine Löffelbiscuits im Haus! "Hhhnnnghh", ächzt es leise aus der Nähe der Kaffeemaschine. Ja Mensch, die Cantuccini! Sie sind wohl auch schon etwas älter, dann nehme ich doch die. Dennoch schade, die letzten Erdbeeren habe ich ins Frühstücksmüsli gerührt, also kann ich das im Link angegebene Rezept nicht ausprobieren. "Hey, wir sind auch noch da!" Mein Blick schießt auf die Obstschale. Oh, Hallo. Aber ihr seid alte, schrumpelige Saftorangen, die ich in einem Anfall von außersaisonalen Gelüsten gekauft habe. Wenn Orangenblicke töten könnten... 


Hier kommt das Rezept für 4-6 Portionen:

250 g Mascarpone
250 g Magerquark
120 g Puderzucker, fein gesiebt
1 Orange
5 EL Grand Marnier
50 ml Orangensaft
200 g Cantuccini
Je nach Geschmack: Weißes Kakaopulver zum Bestäuben


Die Mascarpone mit dem Magerquark verrühren, dabei den Puderzucker einrieseln lassen und gut unterrühren. Die Orange filetieren und in schmale Scheiben schneiden. Grand Marnier und Orangensaft mischen. Die Cantuccini mit dem Grand Marnier-Gemisch tränken, aber Achtung, ich hatte das Gefühl sie zerfallen viel schneller als Löffelbiscuits. Den Boden einer Form mit den getränkten Cantuccini auslegen. Dann eine Schicht Mascarpone-Crème darüber verteilen und mit den Orangenscheiben belegen. Es folgen je eine weitere Schicht Crème, Cantuccini und zum Abschluss noch einmal eine Crèmeschicht. Im Kühlschrank mindestens 3 Stunden durchziehen lassen und vor dem Servieren gegebenenfalls mit weißem Kakaopulver bestreuen.

Montag, 24. Mai 2010

Die wilden Hühner: Hähnchen-Saltimbocca mit Tomatenspaghetti und Rucola

Nachdem kürzlich erst der Fleischwolf-Schocker an der Reihe war, könnte ich euch als nächsten Horror-Schwank aus der Kindheit die Geschichte vom Kopflosen Gockel erzählen. An diese muss ich immer denken, wenn ich Hühnchen esse. Aber erstens ist heute das Wetter zu schön für düstere Gedanken und zweitens ist das hier keine Geisterbahn und ihr sollt euch nicht ängstigen. Deswegen verzichte ich auf Details wie diese, dass der Gockel, nachdem ihm der Kopf mit einem rostigen Beil abgeschlagen wurde, blutspritzend über den Hof rannte und erst nach ein paar Metern hinter der Scheune zu Fall kam und den Geist aufgab. So richtig mochte ich sowieso nicht an ein Splatter-Hähnchen glauben und auf meine Nachfrage, was denn um Himmels Willen in das arme Tier gefahren sei, hieß es nur "Nervenzuckungen". Is klar, ne. Aber rennt noch über den Hof wie eine gesengte...! Wie dem auch sei, hier kommt das Rezept.


Zutaten für zwei Personen:
2 Hähnchenschnitzel
2 Scheiben Parmaschinken
6 Salbeiblätter
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

2 große, fleischige Tomaten
2 EL Olivenöl
1/2 rote Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe geschnitten
1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
50 ml Weißwein
1 Handvoll Rucola
Salz, Pfeffer
250 g Spaghetti


Die Hähnchenschnitzel flach klopfen, auf beiden Seiten salzen und pfeffern und jeweils die untere Hälfte mit einer Scheibe Parmaschinken und drei Salbeiblättern belegen. Die obere Hälfte darüber klappen und die Ränder mit Holz- oder Metallspießen verschließen. 
Tomaten in einen Topf mit kochendem, leicht gesalzenem Wasser geben und sprudelnd kochen lassen, bis die Haut aufplatzt. Herausnehmen und mit kaltem Wasser abschrecken. Jetzt lässt sich die Haut leicht entfernen. Die gepellten Tomaten grob würfeln. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch und Chiliringe darin andünsten und mit Weißwein ablöschen. Gewürfelte Tomaten dazugeben, salzen und pfeffern, und ein paar Minuten köcheln lassen. Zum Schluss den Rucola dazugeben. 
Währenddessen die Nudeln nach Packungsangabe abkochen und die Saltimbocca zubereiten. Dafür 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Saltimbocca von beiden Seiten anbraten, bis sie gerade gar sind. Schnell die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und zu der Tomaten-Rucola-Sauce in die Pfanne geben. Alles gut vermischen und zusammen mit den Hähnchen-Saltimbocca auf vorgewärmten Tellern anrichten. 


Die Idee für das Hähnchen-Saltimbocca stammt von der Chaosqueen, ich wollte es eigentlich hier schon einmal machen. Die Tomatenspaghetti basieren auf einem Jamie-Oliver-Rezept aus seinem Italien-Kochbuch, sie werden eigentlich mit Garnelen zubereitet - auch lecker! 

Sonntag, 18. April 2010

Fast wie Medizin: Grissini mit Spinat und Karottensaft

Um die Herkunft der Grissini rankt sich eine schöne Legende. Machen wir einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 1675: Hier lag am italienischen Hof der kleine Vittorio Amedeo von Savoyen und brüllte wie am Spieß. Verständlich, denn wer leidet als Neunjähriger schon gerne an immer wiederkehrenden Magenschmerzen. In seinem Fall war das nur unausreichend durchbackene Weißbrot der Übeltäter. Es wurde zwar in adligen Kreisen serviert, war aber aufgrund der damaligen hygienischen Zustände oft mit Keimen versetzt. Der Hofarzt Don Baldo Pecchio erkannte das Problem und schmiedete zusammen mit dem Bäcker Antonio Brunero einen Genesungsplan für den magenkranken Vittorio. Ein gut durchbackenes, hartes Brot musste es sein, das als Schonkost den Magen des kleinen Herzogs milde stimmen sollte. So entstanden die filigranen Weizenstangen, die so lange gebacken wurden, dass auch das Innere knusprig war. Wie so viele Legenden hat auch diese ein Happy End: Vittorio Amedeo von Savoyen wurde gesund und das zukünftige Königshaus war fortan so begeistert von den langen Grissini, dass diese einen Siegeszug durch ganz Turin antraten und sogar in der Opernloge geknabbert wurden. Wir haben es also heute nicht nur mit gesundheitsfördernden sondern auch mit ganz edlen Stängchen zu tun. Ich prophezeie für die nächsten Magenschmerzen: Weg mit Zwieback und Knäckebrot - her mit den Grissini!


Hier kommt das Rezept für ca. 25 Grissini:
100 g frischer Blattspinat
10 g  frische Hefe
75 ml Karottensaft
250 g Weizenmehl
2 gestr. TL Salz
1 TL Zucker
2 EL Olivenöl


Den Spinat putzen und waschen und mit 100 ml Wasser fein pürieren. Durch ein Sieb pressen und 75 ml vom Spinatsaft abfangen. Spinatsaft und Karottensaft separat kurz erwärmen. Nun werden zwei Teige hergestellt. Dafür jeweils 5 g Hefe in je 75 ml lauwarmen Spinatsaft und Karottensaft bröckeln und darin auflösen. Dann jede Saftmischung mit jeweils 125 g Mehl, 1 gestr. TL Salz, einer Prise Zucker und 1 EL Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten. Jeweils in eine mit Mehl ausgestäubte Schüssel geben und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 250°C vorheizen. Vom Teig kleine Stücke abteilen und mit den Händen zu ca. 40 cm langen Grissini rollen. Diese nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Ofen 5-8 Minuten backen. Die Enden sollten dabei leicht bräunen. Frisch aus dem Ofen geben die Grissini auf Druck noch etwas nach, ausgekühlt sind sie dann jedoch knuspriger. Je nach Geschmack kann man die Grissini vor dem Backen auch mit Kräutern, Kümmel oder Käse bestreuen.


Quelle: Die Rezeptidee stammt aus Lust auf Genuss 4/10. Ich habe die Mengenangaben allerdings leicht verändert. Im Heft wurden die Grissini auch noch mit Rote-Beete-Saft und Paprikasaft gebacken, für eine noch größere Farbenvielfalt. Für den historischen Teil habe ich das Buch Cucina e Cultura von Peter Peter zu Rate gezogen. 

Sonntag, 28. März 2010

Die zweite Chance: Panzanella - Toskanischer Brotsalat

"Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht." Mhm. Leider ist da oft was Wahres dran und es ist mitunter äußerst schade, was sich so mancher durch das Verschmähen exotisch anmutender Speisen durch die Lappen gehen lässt. Ich habe jedoch ein anderes Problem: Wenn ich etwas probiert habe, das mir nicht schmeckt, meide ich es wie der Teufel das Weihwasser oder wie Unterwäsche anprobieren in der H&M-Umkleidekabine (die Damen werden wissen, was ich meine). Das Stichwort lautet: Kapern! Ich habe sie gehasst. Ich habe unzählige Portionen Spaghetti alla Puttanesca und, als man Thunfisch noch mit besserem Gewissen essen konnte, Vitello Tonnato mit verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe von mir gewiesen. Und wenn mir jemand erzählt hat, dass Kapern als Aphrodisiakum gehandelt werden, habe ich mir vorgestellt, wie viele liebestolle Männer dank eines Kaperngerichts von ihrer Liebsten auf den Mond geschossen wurden. Peng, und weg! Und die Kapern gleich hinterher. Aber irgendwie hat doch alles und jeder im Leben eine zweite Chance verdient. Und diese Panzanella hat mich schon seit Ewigkeiten ziemlich provozierend angelacht - gespickt mit hübschen kleinen Kapern. 


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
2 rote Paprikaschoten
2 gelbe Paprikaschoten
600 g altbackenes Brot
5 EL Olivenöl
1 kg reife Tomaten verschiedener Sorten
12 Sardellenfilets in Öl
1  Hand voll kleine, eingelegte Kapern, abgespült
1 rote Zwiebel, geschält und halbiert
(1 Sellerieherz)
1 gr. Hand voll frisches Basilikum, die Blätter abgezupft

Für das Dressing:
Rotweinessig
Olivenöl
1 kl. Knoblauchzehe, geschält
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer


Paprikaschoten 10 Min. auf höchster Stufe unter dem Grill rösten, wenn sie dunkel werden und Blasen werfen, herausnehmen und 20 Min. in einem Gefrierbeutel oder in einer Schüssel mit Folie abgedeckt ruhen lassen. Das Brot in mundgerechte Stücke zupfen und im heißen Olivenöl anrösten, dann beiseite stellen (am Besten WEIT weg, denn mir haben die frisch gerösteten Brotwürfel so gut geschmeckt, dass ich nebenher schon fast die Hälfte weggegessen habe). Die Tomaten halbieren oder vierteln (je nach Größe), etwas salzen und auf einem Sieb über einer Schüssel ca. 20 Min. abtropfen lassen. Die Sardellen und die Kapern mit in die Schüssel geben. Die Zwiebel in feine Scheiben schneiden und zusammen mit dem Brot in eine weitere große Schüssel füllen. Wenn die Paprikaschoten etwas abgekühlt sind, die Haut abziehen sowie Stielansatz und Kerne entfernen. In Streifen reißen und zum Brot und den Zwiebeln geben. Die Tomaten im Sieb leicht rütteln und vorsichtig den restlichen Saft herausdrücken. Dann die Sardellen aus der Schüssel nehmen und beiseite legen. Nun die Tomaten mit dem Großteil der Basilikumblätter in die Schüssel zum Brot geben. Für das Dressing 2 EL Rotweinessig und 10 EL Olivenöl zum Tomatensaft und den Kapern geben. Den Knoblauch zerdrücken, dazugeben und verrühren, nach Geschmack salzen und pfeffern. Über den Salat geben und mit den Händen gut vermischen. Ein paar Minuten ruhen lassen, aber nicht zu lange, sonst wird das Brot zu matschig. Zum Schluss die Sardellen auf dem Salat drapieren und servieren.


Quelle: Genial Italienisch/Jamie Oliver. Ich habe das Rezept nur ganz geringfügig geändert, indem ich die Brotwürfel angeröstet habe - ich finde sie schmecken dadurch noch feiner und außerdem bleiben sie besser in Form, wenn man sie mit dem Dressing mischt. Panzanella ist ursprünglich entstanden, um Reste von Brot zu verwerten, in der Toskana hat jeder ein bewährtes Familienrezept dafür. 

Montag, 22. März 2010

Roll it up: Farsu Magru - Sizilianischer Rollbraten

"Es wird mit Recht ein guter Braten / Gerechnet zu den guten Taten / Und daß man ihn gehörig mache / Ist weibliche Charaktersache." Die ersten beiden Verse kann ich voll und ganz unterschreiben, dass aber im Gegensatz zur Meinung Wilhelm Buschs auch Männer einen exzellenten Braten zustande bringen, habe ich vor ein paar Wochen festgestellt, nämlich als ich bei lamiacucina diesen Sizilianischen Rollbraten entdeckt habe. Sprichwörtlich riecht man den Braten eben manchmal schon beim ersten Anblick und man weiß sofort: Das muss ich nachkochen! In diesem Sinne: Der Kluge isst den Braten sofort und das Brot später. Mille Grazie, Roberto!


Hier kommt das Rezept für zwei Portionen:
Für die Füllung:
100 g Rinderhackfleisch
1 Ei
30 g Semmelbrösel
2 EL geriebener Pecorino
1 Knoblauchzehe gehackt
Thymian und Rosmarin nach Belieben
Salz, schwarzer Pfeffer  

Zum Einrollen:
2-3 Rinderrouladen, insgesamt ca. 250-300g (oder eine große Scheibe Rindfleisch am Stück)
50 g Pancetta in dünnen Scheiben
1 hartgekochtes Ei, geschält, in Scheiben
30 g Provolone in dünnen Scheiben
30 g roher Schinken in dünnen Scheiben
Salz, schwarzer Pfeffer, etwas Mehl

Für die Sauce:
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel, grob gehackt
Kräuterzweige (Lorbeer, Rosmarin)
100 ml Rotwein
1 kleine Dose gehackte Tomaten
Salz, Pfeffer

Rinderhackfleisch, Ei, Semmelbrösel und Pecorino mischen und mit dem Knoblauch, den Kräutern, Salz und Pfeffer würzen. Die Rouladen zwischen Plastikfolie noch etwas flachklopfen und dann auf der Arbeitsfläche nebeneinander ganz leicht überlappend auslegen. Die Hackfleischmasse darauf verteilen und glattstreichen. Ringsum einen Rand von 2 cm frei lassen. Pancetta, Eierscheiben, rohen Schinken und Provolone gleichmässig auf der Hackfleischschicht verteilen. Nun den Braten wie eine Roulade fest aufrollen und mit Rouladenspießen feststecken oder mit Garn zusammenbinden, anschließend mit Salz und Pfeffer würzen und ganz leicht mit Mehl bestäuben. Den Braten in einem Bräter in Olivenöl rundum anbraten bis er von allen Seiten angebräunt ist, dann wieder herausnehmen und kurz beiseite stellen. Die gehackten Zwiebeln im Bratfett glasig dünsten, die Kräuterzweige nach Belieben dazugeben und mit dem Rotwein ablöschen. Nun die Dose gehackte Tomaten dazugeben, schonmal mit Salz und Pfeffer abschmecken, den Braten in die Sauce legen und mit geschlossenem Deckel im vorgeheizten Ofen (untere Schiene, ca. 170°C) für 2 Stunden schmoren lassen. Dabei den Braten einmal wenden und gegebenenfalls ab und zu mit der Sauce beträufeln. Zum Schluss aufschneiden und servieren. Wir hatten dazu (wenn auch absolut untypisch italienisch) Kartoffelpaunzen.

Am Rezept habe ich ein paar Dinge geändert, da mir die Zutaten gefehlt haben. Auch die Mengenangaben habe ich nicht ganz genau genommen. Geschmacklich war das Gericht dennoch ganz vorzüglich und hat gute Chancen ein Sonntags-Dauerbrenner zu werden.

Donnerstag, 18. März 2010

Resteverwertung: Risotto mit Prosciutto und Auberginen

Irgendwie umgibt man sich doch nicht besonders gerne mit Resten, denn das bedeutet meist, man muss dem Ende ins Auge blicken. Der Rest vom feinen Fläschchen Crémant bedeutet so oft das Ende des Abends in fröhlicher Runde, der Rest vom toskanischen Olivenöl rückt die Urlaubsgefühle bei Pasta aglio e olio in weite Ferne, die Stoffreste bei Ikea gibt´s immer nur in den häßlichsten Mustern und sie ersticken jegliche Nählust im Keime, und überhaupt: Reste haben etwas Trauriges, Düsteres und geradezu Herzzerreißendes an sich. Mir zumindest ist gestern beim Anblick der restlichen beiden Kekse in der Dose die Vergänglichkeit der Dinge wieder einmal auf erschreckende Weise bewusst geworden. Ein Drama! Beim Blick in den Kühlschrank habe ich beschlossen, den Resten diesmal eine ganz neue Wertigkeit zu verpassen und das Restessen zum Festessen zu machen. So gibt es diesmal statt meiner asiatisch angehauchten Resteverwertung Reis mit Sch...önen Sachen drin eine italienisch abgewandelte Version, um zwei Scheiben Schinken und eine große, schrumpelige Aubergine zu recyclen.


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauzehe, fein gehackt
200g Arborio-Reis (oder ein anderer Risottoreis)
1 Glas Weißwein
ca. 500 ml Gemüsebrühe
50 g geriebener Parmesankäse
2 Scheiben Prosciutto
1 große Aubergine
Salz, Pfeffer
Petersilie, gehackt


In einer Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und Knoblauch und Zwiebel darin glasig dünsten. Den Reis dazugeben und rühren, bis er ebenfalls glasig wird. Dann mit Wein ablöschen. Wenn der Wein vollständig verdampft ist, etwas Brühe angießen und auf mittlerer Hitze köcheln lassen.Wenn die Brühe eingekocht ist, erneut etwas Brühe angießen und einkochen lassen. Mit dem Rest der Brühe nach und nach so verfahren. Sollte die Menge an Brühe nicht genügen, kann man zur Not auch mit etwas heißem Wasser aushelfen. Nebenbei den Prosciutto in feine Scheiben (ca. 3cm lang) schneiden und die Aubergine in kleine Stücke hacken und salzen. In einer separaten Pfanne den Rest Olivenöl erhitzen und den Prosciutto darin anbraten. Die Auberginenwürfel dazugeben und braten, bis sie weich werden. Nun wieder zum Risotto: Wenn der Reis gar ist (aber durchaus noch Biss hat!) den Parmesankäse unterrühren. Jetzt sollte die Konsistenz schön cremig sein Zum Schluss den Prosciutto und die Auberginenwürfel untermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Sonntag, 7. März 2010

Sprachkurs: Gefüllte Focaccia mit Rucola und Mozzarella

Vor ein paar Monaten gab es bei Man kann´s essen schon eine herrliche Ausführung über Gnotschi, der Deutschen liebste italienische Kartoffelklöschen, mit einer darauf folgenden Diskussion über andere kulinarische und linguistische Highlights wie Sutschini, Pino Gritschio und Latte Matschiato. Fehlte eigentlich nur noch Schtraziatella. Es scheint mitunter, als hätte der Hobby-Italiener manchmal Probleme dieser melodischen Sprache auch mal ein hartes "k" in der Aussprache zu gönnen. Und wenn doch, dann ist es eigentlich auch nicht gut, wie folgendes Gespräch zweier älterer Damen zeigt, die ich neulich in einem italienischen Restaurant am Nebentisch belauscht habe:

Dame 1: Du, des heißt net Gnotschi, sondern Njocki, hat mir der Michael neulich gesagt.
Dame 2: Ach kumm babbel doch net!
Dame 1: Doch, doch. Und es heißt auch Ladde Mackjaddo und net Matschiaddo. Des hat ebs mit dem Dobbel-"C" zu tun, weest. Und manchmal lasse die dann auch des "i" weg.
Dame 2: Aber wemmas annerster sacht, kümmt´s aach!
Dame 1: Ja, aber die Idaljäner denge dann mir sin net ganz knuschper!
Dame 2: Ach kumm babbel ... najooo, versuche mas halt bei de Bestellung.

Der Kellner kommt und nimmt die Bestellung auf.
Dame 2: Ach, und gebe se mir noch eins von dene Fokacka dazu, gell!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
150g Mehl Type 405
100g Mehl Type 1050
150 ml lauwarmes Wasser
10g frische Hefe (oder 1/2 Päckchen Trockenhefe)
1 TL Zucker
1 TL Salz
Etwas Olivenöl
1 Kugel Mozzarella
1 Handvoll Rucola
Salz, Pfeffer
Thymian, Meersalz nach Geschmack


Die Hefe im Wasser auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Dann mit den beiden Mehlsorten, dem Zucker und dem Salz in einer Schüssel zu einem elastischen Teig verkneten. Nun den Teig mit Mehl bestäuben und mit einer Plastikfolie bedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, mindestens eine halbe Stunde, das Volumen sollte sich dabei fast verdoppeln. 
Währenddessen den Rucola waschen, gut abtropfen lassen und grob hacken. Den Mozzarella in schmale Scheiben schneiden. 
Wenn der Teig ordentlich aufgegangen ist, noch einmal kurz kneten und dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 1 cm dick) ausrollen. Dünn mit Olivenöl bestreichen und eine Hälfte des Rechtecks erst mit Rucola, dann mit Mozarella belegen, Dabei einen Rand von 1 cm lassen. Salz und Pfeffer nicht vergessen, denn sonst schmeckt es später äußerst fad. Nun die unbelegte Hälfte über die belegte Hälfte klappen und die Ränder gut festdrücken. Noch einmal dünn mit Olivenöl bestreichen und evtl. mit dem Messer ein Rautenmuster auf die Oberfläche schneiden (aber nicht zu tief, sonst läuft der Mozzarella während des Backens heraus!). Mit Thymian bestreuen, ich habe auch noch etwas grob geriebenes Meersalz darüber gegeben. 
Nun den Backofen auf 180°C vorheizen, währenddessen die Focaccia noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen. Dann ab damit auf die mittlere Schiene in den Ofen und ca. 25 Min. backen, bis alles leicht gebräunt ist. Nach dem Backen ein paar Minuten ruhen und etwas kühler werden lassen. 


Das Rezept habe ich bei dem (mittlerweile leider stillgelegten) Blog Happy Love Strawberry gefunden, ursprünglich stammt die Idee aus einem Buch von Jamie Oliver. Ich habe allerdings ein paar Sachen abgeändert. Die verschiedenen Mehlsorten sind bestimmt nicht nötig, ich habe jedoch mit dem Mischen gute Erfahrungen gemacht. Mir hat die Focaccia supergut zu einem Salat geschmeckt. Da aber alle erdenklichen Füllungen in Frage kommen, kann sie auch mal gut als Hauptgang gereicht werden - wie wär´s mit deftigem Proskiuto und dazu ein Glas Tschianti?