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Montag, 30. Juni 2014

Melonencarpaccio mit Parmaschinken und Basilikumöl und das Kreuz mit der Nachkochliste

Long time no see, my friends, ich hoffe es geht euch allen gut. Mir schon, ich bin mal hier, mal da, komme aber leider in letzter Zeit nicht so viel zum Bloggen. Was meiner mittlerweile auf ein beträchtliches Ausmaß angewachsenen Nachkochliste nicht gerade zuträglich ist. Gestern, an einem regnerischen Sonntag in Südhessen, habe ich ein bisschen über Rezepte im Allgemeinen nachgedacht, was mich dem schieren Wahnsinn ein monströses Stück näher gebracht hat. Ihr wisst ja, wenn man erst mal verrückt ist, lebt sich´s leicht, aber ach, der Weg dahin ... beschwerlich, beschwerlich. Wie dem auch sei, mit meinem nicht gerade preisverdächtigen Rechenvermögen (O-Ton mündliches Mathe-Abi: Tja, Frau Pfister, ein Punkt, weil Sie das Koordinatenkreuz fehlerfrei an die Tafel gezeichnet haben und einer, weil sie überhaupt hier aufgekreuzt sind ... ) habe ich heute mal überlegt, wie viel ich kochen müsste, damit ich all die Rezepte, die ich mit meinem aktuellen Stand an „Material“ so aufbringen kann, noch in diesem Leben auf den Teller bringe. Das ist in etwa so ein Gefühl, wie wenn man sich Gedanken über die Unendlichkeit des Universums macht oder 15 Minuten lang intensiv über den Klang des Wortes „Stuhl“ nachdenkt. 

Melonencarpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Basilikumöl


Also, ich besitze 204 Kochbücher und 256 Kochzeitschriften. Dazu kommen die „Schatzkiste“ meiner Großmama mit etwa 250 Rezeptkarten und zwei Ordner mit jeweils ca. 150 Rezepten, die sie für ihre Kochkurse verwendet hat. Mein eigener Ordner umfasst 53 Ausdrucke aus einschlägigen Koch- bzw. Onlineforen, dazu kommen 67 ausgerissene Rezeptseiten aus Zeitschriften (und da wundert sich noch jemand über die fehlenden Seiten im Lesezirkel beim Hausarzt, tihihi). Es folgen 133 Rezepte von verschiedenen Foodbloggern auf meiner Lesezeichen-Nachkochliste, 126 Pins auf Pinterest, ungefähr der ganze Blog von Micha und schätzungsweise etwa 20 Rezepte von Freunden und Verwandten, die mir im Kopf herumschwirren. So. Achtung, ich rechne. 

Nehmen wir mal an, dass in einem durchschnittlichen Kochbuch so um die 100 Rezepte enthalten sind, in einer Kochzeitschrift sagen wir 50, kommt das allein schon auf etwa 33200 Rezepte. Inklusive Schatzkiste, Ordner, Rezeptschnipsel, diversen Nachkochlisten und Blogs kommen noch mal grob runtergebrochen 1500 Rezepte dazu. Macht insgesamt 34700 Rezepte. Runden wir großzügig auf 35000 auf, den alleine solche Wälzer wie Culinaria Mediterranea geben ja quasi Stoff fürs ganze Leben. Die 35000 Rezepte übrigens erst recht, denn die würden mich knapp 96 Jahre lang pro Tag mit einem Rezept versorgen. Gehen wir mal davon aus, dass ich 100 werde und ziehen wir mein bisheriges Alter ab, könnte ich also im Jahr knapp 515 Rezepte locker aus der Hüfte schütteln. Heiliger Bimbam!!! Nicht dabei sind: All die schönen Eigenkreationen, für die man sich inspirieren lässt, Rezepte, die man beim Herumsurfen im Netz sieht und denkt „oh, das sieht auch lecker aus“, alle kulinarischen Höhenflüge in Restaurants, die man gerne mal nachbasteln wollte und alles andere, was einem eben so in den Sinn kommt. Bevor ich nun also anfange, schreiend im Kreis zu rennen, lehne ich mich heute ganz entspannt zurück, klatsche innerhalb von nicht mal 10 Minuten ein zwar nicht gerade neuartiges und spektakuläres, dafür supereinfaches und köstliches Melonencarpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Ruckzuck-Basilikumöl auf den Tisch und mache mir ein Piccolöchen auf. Ist jetzt nicht so megastilecht, aber ich mag halt Ponys und außerdem habe ich mein Gehirn schon so strapaziert, da lässt es sich besser durch den Strohhalm trinken - immerhin passt er farblich zur Melone. ;-) 

Melonencarpaccio mit Parmaschinken


Hier kommt das Rezept für Galia-Melonencarpaccio mit Parmaschinken und Basilikumöl für zwei Personen: 

2 EL Zitronen-Olivenöl 
1 Handvoll Basilikumblätter 
ein etwa daumengroßes Stück Parmesankäse 
Salz 
¼ Galia Melone 
4 Scheiben Parmaschinken 
Pfeffer 
etwas Parmesan zum bestreuen 

Olivenöl, Basilikumblätter und Parmesankäse mit dem Mixer pürieren und mit Salz abschmecken. Melone entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Fächerartig auf zwei Tellern verteilen (bei mir waren es 4 Scheiben pro Teller, den Rest habe ich so gegessen). Parmaschinken halbieren, Hälften leicht eindrehen und in den Zwischenräumen der Melonenscheiben drapieren. Mit dem Basilikumöl beträufeln. Mit grobem Pfeffer und ein paar Parmesanhobeln bestreut servieren. 

Melonen-Carpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Basilikumöl


Das Melonen-Carpaccio eignet sich 1a als sommerliche Vorspeise und macht mal ein bisschen mehr her als die klassische Partyhäppchenvariante mit Zahnstochern. Ohne Parmaschinken und nur mit ordentlich Parmesankäse und schön frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer schmeckt auch die vegetarische Version.
Habt eine tolle Sommerwoche und bis bald!

Sonntag, 6. Januar 2013

Ein Hoch auf Weihnachtsgeschenke: Auberginen-Carpaccio

Tschüss Weihnachten, bis nächstes Mal! Auch, wenn für manche die Weihnachtszeit bis zu Maria Lichtmess am 2. Februar andauert, bei mir ist heute mit dem Einmarsch der Heiligen Drei Könige Schluss, sämtliche weihnachtlichen Überbleibsel werden aus der Wohnung verbannt, die letzten Plätzchen zum Teegebäck deklariert und ich warte ab jetzt auf den Frühling. Woran man sich allerdings auch über die Weihnachtszeit hinaus noch erfreut, sind Weihnachtsgeschenke. Auch, wenn wir alle wissen, dass wir uns nichts schenken müssten und es keiner erwartet, ist die Bescherung doch jedes Jahr wieder mit das Lustigste am Abend. Den Geschenke-Vogel hat in diesem Jahr meine Cousine abgeschossen, indem sie unserer 90-jährigen Omi ein Präsent überreichte, das diese in Zukunft zur Queen of the Road machen wird: Eine Rollator-Klingel! Wir haben hyperventiliert vor Lachen. Ungefähr 15 Minuten lang. Und in den Augen meiner Oma blitzte das Abenteuer. Ansonsten gab es unter anderem für Mami eine Blechgießkanne in Hundeform, die den Hund (mittlerweile auf eine stattliche fast-Katzengröße herangewachsen) zu erbitterten Revierkämpfen verleitete, und ich darf endlich ins Mekka der Pferdemädchen
Äußerst praktisch ist es natürlich auch, wenn man selbst Geschenke verschenkt, die rein zufällig den eigenen Geschmack ganz vorzüglich treffen. Messer und Kochbücher zum Beispiel. Was, iiich? Unter den Nagel reißen ...? Ähm ... 
Jedenfalls habe ich beim Blättern in Tim Mälzers "Greenbox" ein Rezept entdeckt, das ich unbedingt sofort ausprobieren wollte. Ich liebe klassisches Carpaccio und ab jetzt auch diese vegetarische Variante.


Hie kommt das Rezept für 2 Personen: 
1 Aubergine 
3 EL Olivenöl 
2 EL Pinienkerne 
Saft von ¼ Zitrone 
Salz, Pfeffer 
1 kl. Handvoll Rucola 
ca. 20 g Parmesan in hauchdünnen Scheiben 

Aubergine mit einer Gabel rundum einstechen und in einem Topf mit kochendem Salzwasser etwa 5 Minuten garen. Dabei mit einem weiteren Topf beschweren, damit die Aubergine nicht an der Oberfläche schwimmt. Abgießen und gut abtropfen lassen. Noch warm in eine mit 1 EL Oliveöl bepinselte Klarsichtfolie einwickeln und für ca. ½ Stunde ins Gefrierfach legen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, herausnehmen und beiseite stellen. Die gefrorene Aubergine in sehr dünne Scheiben schneiden und auf Tellern anrichten, mit Zitronensaft und restlichem Olivenöl beträufeln ud mit Salz und Pfeffer würzen. Rucola, Parmesan und Pinienkerne darauf verteilen und servieren.


Das Carpaccio hat fein geschmeckt und ich bin nach wie vor ganz begeistert von dieser Idee - es sieht nämlich dazu noch fantastisch aus und macht als Vorspeise für Gäste schön was her, bei quasi keinem Aufwand. Das Rezept habe ich für uns mengenmäßig leicht angepasst und ein paar Pinienkerne dazugedichtet. Tim Mälzer empfiehlt Tiger-Auberginen, die sind dann das nächste Mal fällig. 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Papaya-Salat mit Parmaschinken und Himbeeressig: Ein Zwischenbericht


... beep beep ... beep ... beeeeep ... *raschel* *knister* ... beep beeep ... *rausch*
Hallooohooo? ... *rumpel* ... beep ... Puh, ich habe das Gefühl, ich muss hier mal so richtig die Leitung von meinem armen, kleinen, vernachlässigten Blog durchpusten – ich habe gerade schon fast nostalgische Gefühle, während ich den Text in den Editor tippe. Heiliger Bimbam! Haben wir wirklich Mitte Oktober?? Ich fasse es nicht, wie schnell die Zeit vergeht!
Seit dem Sommer hat sich bei mir viel verändert. Ein Ende und ein Neubeginn, Höhen und Tiefen, vieles gewinnen aber auch vieles verlieren. Manchmal braucht man eine Pause, um anderem und wichtigerem den Vortritt zu gewähren.

Natürlich würde ich gerne wieder viel mehr kochen und backen, es gibt lediglich eine kleine Unpässlichkeit, die mein Vorhaben nicht unbeträchtlich erschwert: Ich habe keine Küche! Noch nicht, denn nach meinem Umzug steht die Planung nun endlich und wenn uns ein paar von euch Lieben bitte beim Daumen drücken helfen, gibt´s mit etwas Glück sogar noch eine Ladung Weihnachtsplätzchen hier zu sehen und die Küche ist im Dezember einsatzbereit. Stattdessen tun es zur Zeit ein mobiles Induktions-Kochfeld und ein Tischgrill – beides wird jedoch aus Faulheitsgründen selten benutzt, weil das ganze Geschirr ja danach wieder gespült werden will. Keine Küche bedeutet zwangsweise auch noch keine Spülmaschine und kein Spülbecken. Der Ort für das Spül-Gelage ist also Waschbecken 1 im Bad. Macht besonders viel Spaß mit langstieligen, hauchdünnen Sektgläsern oder dem nicht gerade porzellanfreundlichen und doch recht unfiligranen Creuset-Bräter. Kurzum: Entweder ernähre ich mich von Käse, Brot und Wein oder gehe essen. Aber ich vermisse das Bloggen sehr und euch auch, meine lieben Leser und Blogkumpanen. Schon komisch, man hat sich in den letzten Jahren so ans Bloggen gewöhnt, dass man innerlich schon fast unruhig wird, wenn man so lange Zeit nicht kocht, fotografiert und schreibt. Ich bitte euch noch um ein wenig Geduld mit mir, denn ob ich in den nächsten Wochen so viele neue Köstlichkeiten ausprobieren kann, wage ich vorsichtig zu bezweifeln. 
Für heute gibt es ein Rezept (oder eher: eine einfache Zusammenstellung) für einen superleckeren Papaya-Salat, das sich wunderbar für meine derzeitige Situation eignet: Ruckzuck auf dem Tisch, kaum was zu spülen und die Papaya ist in Verbindung mit dem Basilikum so farbenfroh, dass es einem sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 

Papaya-Salat mit Parmaschinken


Hier kommt das Rezept "Papaya-Salat mit Parmaschinken und Himbeeressig" für zwei Portionen:

Für das Dressing:
2 EL Olivenöl
1 EL Himbeeressig (ersatzweise Rotweinesseig)
Frisch gepresster Saft von ½ Orange
1 Prise Salz

Für den Salat:
1 reife Papaya
100 g Parmaschinken
1 kleine Handvoll Basilikum-Blätter
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für das Dressing alle Zutaten miteinander zu einer homogenen Masse verrühren. Papaya schälen, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Parmaschinken mit den Händen grob auseinanderrupfen. Zusammen mit den Papayastücken auf einer Platte anrichten. Basilikumblätter kurz abbrausen, trocken schütteln und auf der Platte verteilen. Dressing über den Papaya-Salat  träufeln und mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreut servieren.

Die Anregung für den Papaya-Salat stammt aus dem Buch "frisch+schnell" von Michelle Cranston.

Papaya-Salat mit Parmaschinken

Ich freue mich wie verrückt, dass ihr meinem Blog so treu seid, obwohl ich selbst zur Zeit so eine treulose Tomate bin! Vielen Dank auch für die lieben Nachrichten, Mails und Kommentare. Bis bald! 

Montag, 2. April 2012

Mit Lesestoff und Süppchen ab in den Frühling: Grüne Currysuppe mit Zuckerschoten und Garnelen

Woot woot! Was für ein traumhaftes Wochenende! Mit Mama-Besuch, Zuwachs für meine nostalgische Küchenhelfersammlung (demnächst werde ich euch das hübsche Teil vorführen) uuuuund: Mit der neuen BRIGITTE.



Die Rezeptstrecke für das feine Frühlingsmenü, die ich zusammen mit der BRIGITTE-Redaktion entwickeln und produzieren durfte, ist wunderschön geworden und ich muss immer noch vor Aufregung ein bisschen die Luft anhalten, wenn ich die Seiten durchblättere. Das Heft erscheint morgen, am 3. April. Soviel darf ich bestimmt verraten: Neben den Rezepten gibt es auch noch ein paar kleine Einblicke in die tollen zwei Tage, die ich mit dem BRIGITTE-Team in der riesenhaften Versuchskücke und im Fotostudio hatte. Hach, war das schön! 



Heute gibt es ein schnelles Süppchen, das ich bereits letzte Woche gekocht habe. Ich konnte nämlich endlich mal wieder ein Stück frische Galgantwurzel ergattern, was hier in da hood nicht immer einfach ist. Galgant schmeckt scharf und leicht bitter, er erinnert mich allen Unkenrufen zum Trotz tatsächlich ein bisschen an Ingwer. Grundsätzlich ist das Aroma dennoch anders, trotzdem könnt ihr ihn zur Not auch weglassen, falls ihr keinen auftreiben könnt. Der Galgant-Geschmack ist in dieser Suppe hier nicht tragend, er rundet nur ab. Nehmt dann einfach ein bisschen mehr Ingwer oder Zitronengras, je nach Gusto. Auf dem Foto hier unten seht ihr die Galgantwurzel im Vordergrund, hintendran liegt der Ingwer. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen 
Für die Currypaste: 
1 grüne Chilischote 
2 Halme Zitronengras 
1 daumengroßes Stück Ingwer (ein Damendaumen, bitte ;-)) 
ca. 2 cm langes Stück Galgant 
½ TL Korianderpulver (ich mag den Geschmack lieber als den von frischem Koriander, wer möchte, kann natürlich auch frischen verwenden, das passt für Korianderkrautliebhaber sicher toll). 
1 TL Erdnussöl 

Außerdem: 
150 g Zuckerschoten 
1 rote Chilischote 
1 EL Erdnussöl 
200 g Riesengarnelen, Kopf entfernt und geschält 
1 Dose Kokosmilch 
400 ml Gemüsebrühe 

Für die Currypaste Chilischote entkernen und in Ringe schneiden. Vom Zitronengras den weißen Teil fein hacken. Ingwer und Galgant schälen und in kleine Stücke schneiden. Alle Zutaten zusammen mit dem Koriander und 1 TL Erdnussöl mit dem Pürierstab fein pürieren. Beiseite stellen.

Zuckerschoten waschen und putzen. Rote Chilischote entkernen und in feine Ringe schneiden. Erdnussöl in einem Topf erhitzen, Chilis und Garnelen darin unter Rühren anbraten, bis sie gar sind. Herausnehmen und beiseite stellen. Currypaste ins Bratfett geben und 1-2 Minuten anrösten. Zuckerschoten hinzufügen, Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Garnelen und Chiliringe einlegen und servieren. Besonders hübsch sieht es aus, wenn man ein paar Garnelen auf ein Bambus- oder Holzspieß steckt und auf das Schälchen legt. 



Ach und übrigens: Wir haben gleich die doppelte Portion gemacht, wenn man am nächsten Tag das Süppchen nämlich noch ein wenig einkochen lässt oder mit etwas Speisestärke bindet, entsteht ein cremiges grünes Curry, das mit einer Hand voll Reis zu einem Ruckzuck-Abendessen wird. 
Habt eine tolle Woche!

Donnerstag, 17. März 2011

Begriffsstutzigkeit auf dem Teller: Lasagnette von Räucherlachs und gegrilltem Gemüse mit Schnittlauchsahne

Manchmal überlege ich mir, dass es doch viel einfacher wäre, Rezeptbezeichnungen nicht zu hinterfragen, findet ihr nicht auch? In der Zeitschrift LandGenuss habe ich ein sehr verlockend klingendes Rezept gelesen: "Lasagnette von zweierlei Fisch", bei dem Steinbutt- und Lachsfilet abwechselnd mit einer Farce aus Sahne und Weißfisch zu kunstvollen Türmchen geschichtet und mit Olivenöl beträufelt werden. Klingt köstlich, aber Momentchen mal, Lasagnette? Äh... Pasta? Ja, wo waren se denn, die Nudeln?? Bei dieser Rezeptbezeichnung habe ich doch fest mit einem dünnen Nudelblatt zwischen den Fischfilets gerechnet! Ein Fall für Tante Google, die hier aber eher zu noch größerer Verwirrung geführt hat. Dort habe ich nämlich herausgefunden, dass Lasagnette etwas breitere Bandnudeln mit gewellten Rändern sind und die Lasagne selbst eigentlich ein Nachttopf ist (griechisch: lasanon). Praktischerweise haben die Römer den Nachttopf dann in einen Kochtopf umgewandelt (TOLLE IDEE, Jungs und Mädels *Daumenhoch*!!). Jedenfalls wurde die Lasagne dann im Laufe der Zeit zu einer Sammelbezeichnung für Aufläufe. Ich schließe nun daraus, dass Lasagne nicht unbedingt Pasta enthalten muss, rein etymologisch leuchtet das auch ein. Trotzdem hält sich eine Restverwirrung: Was wäre dann genau der Unterschied zwischen Lasagne und Pasticcio? Und bezeichnen Lasagnette demzufolge nicht nur gewellte Bandnudeln, sondern auch Mini-Aufläufe? Wird zur Lasagne/Lasagnette nur, was einen Ofen von Innen gesehen hat und quasi überbacken ist? Gibt es in Italien regionale Unterschiede, was die Bezeichnungen betrifft, bzw. enthalten Lasagne/Lasagnette dort immer Pasta? Ich würde mich sehr freuen, wenn mir das jemand von euch erklären könnte! Ich esse so gerne italienisch und ein ganz kleines bisschen kommt hier auch meine Sprachwissenschaftler-Ader zutage. :-)
Aber zurück zum Rezept: Herausgekommen ist wieder einmal was total anderes, nämlich das, was der Kühlschrank hergegeben hat. Und das war diesmal nur Lachs und Gemüse. There you go...


Hier kommt das Rezept für 2 Personen als Vorspeise:
1 kleine Zucchini
1 kleine Aubergine
50 ml Olivenöl
Meersalz, Pfeffer
100 g mild geräucherter Lachs in Scheiben
100 ml Sahne
ein paar Stängel Schnittlauch
Sonstiges: 2 Servierringe mit ca. 10 cm Durchmesser

Backofen auf 220 °C vorheizen. Zucchini und Aubergine waschen, Enden entfernen und längs in ca. 5mm breite Scheiben schneiden. In eine große Schüssel geben, mit Olivenöl und Meersalz bestreuen und mit den Händen vorsichtig vermengen, damit alles mit Öl benetzt ist. Die Scheiben nebeneinander auf einen Grillrost legen, mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten garen. Herausnehmen und abkühlen lassen. 
Auf einem Brett die abgekühlten Gemüsescheiben dicht nebeneinander legen und mit dem Servierring pro Gemüsesorte 4-6 Kreise ausstechen (so breit ist selten eine Zucchini, da muss man ein bisschen tricksen und zwei Scheiben auf einmal nehmen). Aus den Lachsscheiben ebenfalls 4-6 Kreise ausstechen. Nun die Servierringe jeweils auf einen Teller setzen und dann abwechselnd eine Scheibe Zucchini, Aubergine und Lachs einschichten, mit Lachs abschließen. Die Sahne mit etwas Salz und ein paar Stängeln Schnittlauch pürieren, sie soll wirklich nur einen Hauch nach Schnittlauch schmecken, sonst wird sie zu scharf und überdeckt alles. 
Die Servierringe vorsichtig entfernen und die Lasagnette (oder was auch immer!) mit der Schnittlauchsahne beträufeln und ggf. mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren.


Ob man das Gericht nun Lasagnette nennen kann, weiß ich wirklich nicht. Zumindest aber klingt es schön und, die Hauptsache, es schmeckt fein. Die Schnittlauchsahne kann man auch gut durch ein paar Tropfen Olivenöl ersetzen, das man über die Lasagnette träufelt. Ach und übrigens, bei der Lasagnette-Recherche bin ich auf ein köstlich klingendes Rezept von lamiacucina gestoßen, das ich euch nicht vorenthalten möchte. So würde ich mir tatsächlich auch Lasagnette vorstellen. Mit Pasta eben. 

Sonntag, 13. März 2011

Nächste Runde: Kopfsalatsuppe

In einem Anfall von Schundblatt-Lesewut habe ich mich letztes Wochenende in der Bahnhofsbuchhandlung mit Zeitschriften im Wert eines hübschen Paars Schuhe eingedeckt, das es leider nicht mehr in meiner Größe gab. In einer Landleben-Zeitschrift, die ich mir eigentlich nur wegen der Beilage (ein wirklich gutes Best of-Bookazine vom Feinschmecker) gekauft habe, war dann aber prompt ein ganzes Rezepte-Special über Schuhbecks grüne Suppen. Nein sowas, und da war doch tatsächlich schon wieder eine Salat-Suppe dabei! Nachdem ich vor ein paar Wochen schon diese Feldsalatsuppe als äußerst wohlschmeckend auserkoren habe, ist es heute an der Zeit für ein weiteres Experiment: Es rollen Köpfe! 


Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:
3 große dunkelgrüne äußere Kopfsalatblätter
2-3 festere innere Salatblätter
1 EL Öl
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
800 ml Gemüsebrühe
300 g aufgetaute TK-Erbsen
200 g Sahne
Salz
Cayennepfeffer
evtl. Petersilie zum Garnieren

Die Salatblätter waschen und abtropfen lassen. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Mit Brühe ablöschen. Ein paar Erbsen zum Anrichten beiseite legen, den Rest in die Brühe geben und 3-5 Minuten ziehen lassen. Die grünen Salatblätter mit der Sahne in die Suppe geben und alles mit dem Mixstab fein pürieren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Die hellen Kopfsalatinnenblätter in feine Streifen schneiden. Streifen auf warme Teller oder Schälchen verteilen, Suppe nochmal kurz aufmixen, die Deko-Erbsen zufügen und kurz erwärmen. Dann die Suppe verteilen und mit Petersilie garnieren. Ich habe noch gebratene Garnelen als Einlage dazugegeben (auch eine Empfehlung von Schuhbeck, ebenso pochierte Geflügelbrustwürfel, wer das lieber möchte). 


Das Süppchen ist schnell gemacht und schmeckt toll, aber, ganz ehrlich: Vom Kopfsalat schmeckt man nicht wirklich was, ich zumindest nicht. Trotzdem macht es hübsch was her und ist als Potage für ein feines Frühlingsmenü bestens geeignet. Das Rezept stammt aus der Zeitschrift "Country", Ausgabe März/April '11. Schuhbeck gibt noch eine Prise Zucker und Muskatnuss an die Suppe, sowie Chilipulver statt Cayenne-Pfeffer. Außerdem lässt er Knoblauch und Zwiebeln weg und nimmt Minze statt Petersilie. Aber ihr wisst ja, kleine Abweichungen von ausgetretenen Pfaden machen das Leben spannender! ;-) 

Donnerstag, 10. Februar 2011

Go green: Feldsalatsuppe mit Speck-Croutons

Noch ist Saison für Feldsalat, meine liebste aller Salatsorten! Ich mag ihn so gerne, dass meine Oma in ihrem Garten jahrelang sogar im Sommer ein paar Blättchen für mich angepflanzt hat. Das ergab dann immer 2 Handvoll, die ich mit nach Hause nehmen durfte und die dann natürlich auch etwas ganz Besonderes waren. Jetzt, im Winter, kaufe ich kaum eine andere Sorte Salat und am besten schmeckt er mir mit Speck und selbstgemachten Croutons. Aaaaber: Da sind schon wieder diese zwei Seelen! Da, in meiner Brust! Denn Winterzeit ist ja auch Suppenzeit und wenn es nur um ein leichtes Abendessen geht, ist so ein warmes Süppchen einem kühlen Salat doch manchmal vorzuziehen. Deswegen gibt´s den Salat heute ganz einfach in der pürierten Variante! Hurra!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 
1 Schalotte, geschält und fein gewürfelt 
20 g Butter 
50 ml Weißwein 
450 ml Fleischbrühe 
60 g Feldsalat, gewaschen und trocken geschleudert 
je nach Geschmack ½ Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt 
5 EL Olivenöl 
150 ml Sahne 
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
50 ml geschlagene Sahne 

2 Scheiben Weißbrot 
2 EL Olivenöl 
1 gehäufter EL Speckwürfel 

Butter erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Mit Weißwein ablöschen und mit Fleischbrühe auffüllen, mit Salz und Pfeffer würzen und einkochen lassen. Feldsalat, evtl. Knoblauch und Olivenöl in ein hohes Gefäß geben und fein pürieren. Die Sahne zu der Fleischbrühe geben und noch einmal um die Hälfte einkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die eingekochte Suppe mit einem Stabmixer aufschlagen, den pürierten Feldsalat daruntermischen. Die geschlagene Sahne unterheben. 
Weißbrot in ca. 1 cm große Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel mit dem Speck kross anbraten. Brotwürfel und Speck als Suppeneinlage verwenden. 


Das Rezept stammt aus der aktuellen Ausgabe von So isst Italien 2/11. Ich musste ein paar Angaben anpassen, denn mit dem Originalrezept hat die Suppe viel zu sehr nach Knoblauch geschmeckt und war mir allgemein zu deftig (und ihr wisst: DAS HEIßT WAS!!!). Mit den paar kleinen Änderungen jedoch ist es ein feines Süppchen geworden, das sehr hübsch aussieht und definitiv in mein winterliches Vorspeisenrepertoire aufgenommen wird.

Sonntag, 27. Juni 2010

Von Bienchen und Blümchen: Ziegenkäse-Tartelettes mit Honig und ein kleiner Ausflug

Vor ein paar Wochen schon habe ich bei einer Laufrunde im Darmstädter Wald entlang der Fasaneriemauer eine wahre Perle entdeckt: Eine kleine Imkerei, deren Honig so gut schmeckt, dass man nie wieder einen anderen essen möchte! Ich esse Honig nicht nur gerne auf´s Brot, sondern verwende ihn auch öfter in der Küche, also habe ich gleich zwei große Gläser feinsten Blütenhonig eingepackt. Die kleine Verkaufsstelle mit Kaufladen-Charme liegt nur ein paar Schritte von den Wabenkästen entfernt, es herrscht emsiges Treiben und das Summen der Bienen ist schon deutlich zu hören. 


Nun gehöre ich zwar nicht zu den Menschen, die in Panik ausbrechen, wenn ein kleines Bienchen um sie herumschwirrt, vor so einer ganzen Meute habe ich allerdings einen Heidenrespekt. Aber interessant ist es schon... Und Imker können scheinbar nicht nur Honig machen sondern auch Gedanken lesen und so fragt der nette Herr Raich: "Wollen Sie mal die Waben anschauen?" Na klar! Gedanklich sehe ich mich zwar schon im Zickzack durch den Wald rennen, dicht gefolgt von einem zu einer schwarzen Traube vereinten Bienenschwarm, aber die Neugier überwiegt und ich stürze mich im wahrsten Sinne des Wortes ins Getümmel. Jetzt bloß nicht mit den Armen fuchteln! Und Mund zu! Herr Raich zeigt mir zuerst eine der großen Waben, auf der man deutlich sehen kann, dass schon ein Teil davon mit einer dünnen Wachsschicht verschlossen ist. Darunter reift der Honig, der später auf meine Ziegenkäse-Tartelettes wandert! 


Ich staune, denn aus direkter Nähe habe ich sowas noch nie gesehen. Und faszinierend, was die kleinen Tierchen für Meisterleistungen vollbringen! "Das da ist die Königin." Mein Staunen wechselt um in Ehrfurcht (Mund zu, hab ich doch gesagt!), denn die Bienenkönigin ist für mich schon fast ein Mythos.   Früher wurde mir oft von ihr erzählt und auf Fotos im Bio-Unterricht habe ich sie natürlich auch gesehen, aber live? Nee. Ganz schöner Brummer, im Vergleich zu den anderen. Und man bedenke, die Dame hat einen ganzen Hofstaat unter der Fuchtel! 


Da für Nachwuchs gesorgt werden muss und nicht nur der Honig sondern auch die Bienen von Herrn Raich sehr begehrt sind, hat er extra kleine Kästen aufgestellt, in denen sich die Brut ungestört entwickeln kann. Zum Schluss präsentiert er mir ein paar frisch geschlüpfte Bienen. 


Wir plaudern noch ein bisschen und ich erfahre allerhand über die Imkerei und das Leben (und leider auch Sterben) der Bienen. Ich erfahre, wie wichtig es ist, die regionalen Bestände zu pflegen und zu erhalten und was für eine Arbeit damit verbunden ist. Denn ohne die Bienen stünde das gesamte ökologische System auf der Kippe, da sie wichtige Bestäuber für unzählige Pflanzen sind. Und, nicht zuletzt: Ohne Honig wäre die gute Küche um einiges ärmer!

Hier kommt das Rezept für 4 kleine Tartelettes:
1 Packung TK-Blätterteig
1 TL Öl zum Bepinseln
Erbsen oder andere getrocknete Hülsenfrüchte zum Blindbacken
2 EL Olivenöl
2 kleine Schalotten, fein gehackt
4 Tomaten, in kleine Stücke gehackt
2 EL Balsamico-Essig
Salz
1 TL Honig
4 Scheiben Ziegenkäse (ca. 1 cm dick)
4 TL Honig zum Beträufeln
ein paar Zweige Thymian


Backofen auf 200°C vorheitzen. Blätterteig aufrollen und 4 Stücke in der Größe der Tarteförmchen ausschneiden. Die Tarteförmchen dünn mit Öl bepinseln und mit Blätterteig auslegen. Mit Erbsen zum Blindbacken befüllen und für 7-8 Minuten in den Ofen geben. Herausnehmen, Erbsen entfernen und Förmchen mit Teig bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen, Schalotten darin andünsten, Tomaten dazugeben und ein paar Minuten köcheln lassen. Mit Balsamico-Essig ablöschen und weiter einkochen lassen. Etwas salzen und mit Honig abschmecken. 
Die Tomatenmasse auf die Förmchen verteilen, je eine Scheibe Ziegenkäse darauf legen, mit je einem TL Honig beträufeln und ein paar Blättchen Thymian darübergeben. Zurück in den Ofen damit und in ca. 10 Minuten fertig backen, bis der Käse leicht zerlaufen ist. Tartelettes aus der Form nehmen und zu einem frischen, grünen Salat servieren. 


Vielleicht gibt es in eurer Nähe ja auch eine Imkerei, die Honig direkt verkauft. Oft findet man Imkereistände auch auf Wochenmärkten. Ich finde es jedenfalls klasse, dass ich meine Honigproduzenten jetzt quasi einmal persönlich kennen lernen durfte, und sie waren alle nett und haben nicht gestochen. Ein herzliches Dankeschön, Herr Raich, für den interessanten Einblick ... und den guten Honig!

Donnerstag, 17. Juni 2010

Mozzarella-Sticks mit Nacho-Kruste und Guacamole: WM-Fieber und (halb)schlaue Fußballweisheiten

Ach herrje, da isse wieder, die WM. Und somit die Zeit, mich mit meinem gefährlichen Fußball-Halbwissen zu blamieren, das war das letzte Mal auch schon so. Dieses Mal wollte ich es aber besser machen, Übungsgegenstand war das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft beim Public Viewing im Biergarten. Nachdem ich mich also vergewissert habe, ob wir die Weißen oder die Blauen sind und auf welches Tor wir schießen müssen, kann´s losgehen: Bei jeder verpatzen Chance schlage ich die Hände gegen die Stirn und sage "Ooouuuuu" ... und füge nonchalant hinzu "den hätte ja sogar meine Oma reingehauen". Leicht befremdlicher Blick vom Nebentisch. Weiter geht´s, ein Foul, es folgt die gelbe Karte und die Standpauke vom Schiri. "Also in England hätten die sowas nicht gepfiffen", sage ich kopfschüttelnd. "Du, da wurde einer von unseren gefoult, das ist gut, dass das gepfiffen wurde." Ach so... Die Blicke vom Nebentisch werden feindseliger. Das Spiel läuft, Klose verschießt und ich bemerke: "Den hätt´ ich nicht aufgestellt, der reißt doch jetzt im Verein nix mehr rum!" Die Klose-Rufe am Nebentisch weichen empörtem Räuspern. Dann köpft er das 2:0. Ich merke, ich sollte mich zurücknehmen. Am Ende kann ich mir eine Sache aber nicht verkneifen und sage etwas lauter in Richtung Nebentisch: "Wo war denn eigentlich der Ballack? ... Scherz, Jungs!"

Für die Spiele, die man vor dem heimischen Fernseher anschaut, braucht man was zu knabbern. Hier habe ich was schöneres als ne Tüte Nachos, leeeckere Mozzarella-Sticks ...

Rezept für zwei Portionen:
Für die Mozzarella-Sticks:
1 Kugel Mozzarella
30 g Mehl
1 Ei
80 g Nachos bzw. Tortilla-Chips
Salz, Cayenne-Pfeffer
Öl zum Frittieren

Für die Guacamole:
1 reife Avocado
Ein paar Spritzer Zitronensaft
3 eingelegte, getrocknete Tomaten
1 EL Olivenöl
1 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer


Nachos fein zerbröseln, ich habe dafür einen Fleischklopfer verwendet, wunderbar geht´s aber auch mit einem Nudelholz. Für die Sticks Mozzarella erst in 1 cm dicke Scheiben schneiden und diese dann noch einmal der Länge nach in 1 cm breite Streifen schneiden. Mehl und Nacho-Brösel jeweils auf einen Teller geben, das Ei auf einen Teller schlagen und verrühren. Die Mozzarellastreifen gut salzen und mit Cayenne-Pfeffer würzen, dann jeweils zuerst im Mehl wenden, durch die Eimasse ziehen und zum Schluss in den Nachobröseln wenden. Auf einen flachen Teller legen und für 30 Minuten ins Gefrierfach stellen, dann zerlaufen die Sticks später beim Frittieren nicht so schnell.
Für die Guacamole die Avocado halbieren, entkernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch von der Schale lösen. In eine Schüssel geben, mit einer Gabel zerdrücken und sofort mit Zitronensaft beträufeln, sonst wird das schöne Grün zu einem Matschbraun (bei mir wird es leider oft trotz Zitrone zu einem leichten Mittelmatschbraun). Die Tomaten fein hacken und mit dem Olivenöl und der Petersilie zur Avocado geben und alles vorsichtig vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bis zur weiteren Verwendung kalt stellen.
Frittieröl in einem Topf erhitzen (Stiel von einem Holzkochlöffel reinhalten, wenn sich an diesem Bläschen bilden, ist das Öl heiß genug). Die Mozzarella-Sticks portionsweise in heiße Öl geben und goldgelb frittieren. Vorsichtig herausnehmen und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Dann sofort mit der Guacamole servieren.


Vielleicht kann man mit den Mozzarella-Sticks ja ein paar verbale Fußball-Katastrophen wieder gut machen. ;-)

Donnerstag, 10. Juni 2010

Die Duplo-Tante schlägt zu: Auberginen mit Essig

Gestern stand beim Einkaufen ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft vor mir in der Kassenschlange. Dessen Einkaufszettel konnte ich ihm im Tausch gegen ein Duplo mit Fußballbildchen abschwatzen, denn er war einfach viel zu niedlich geschrieben, um ihn nicht der Öffentlichkeit zu präsentieren. 


Mit Oberschienen hat man sonst ja nur beim Einbau von Jalousien zu tun, mich hat es jedenfalls daran erinnert, dass ich zuhause auch noch ein Exemplar davon herumliegen habe. In der aktuellen Ausgabe von So isst Italien bin ich vor ein paar Tagen sowieso auf ein Rezept gestoßen, dass ich gerne ausprobieren wollte. Wie praktisch! Hier ist es:

Für 2 Personen als Vorspeise oder als Snack zum Wein:
1 große Aubergine
Salz
Olivenöl zum Braten
2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
Ein paar Kräuter wie Oregano und Thymian (frisch ist besser, ich hatte allerdings nur noch die getrocknete Variante daheim)
50 ml Weißweinessig
100 ml trockener Weißwein


Die Auberginen in 1 cm dicke Scheiben schneiden (ich habe es längs gemacht, im Nachhinein aber festgestellt, dass die runden, vertikalen Scheibchen noch schöner ausgesehen hätten). Diese schichtweise in ein Sieb legen und mit Salz bestreuen. Mit einem kleinen Teller beschweren und 30 Minuten ruhen lassen, so wird den Auberginen das Wasser entzogen. Derweil den Ofen auf 160°C Grad vorheizen. Die Auberginen abspülen und trockentupfen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Auberginen portionsweise braten, bis sie goldgelb sind. Gegebenenfalls etwas Öl nachgießen. 
Eine Schicht Auberginen in eine ofenfeste Form geben, den Knoblauch, ein paar Kräuter, die Hälfte des Essigs und des Weißweins hinzugeben und mit einer weiteren Schicht Auberginen bedecken. Den restlichen Wein und Essig darübergeben, noch ein paar Kräuter draufstreuen und für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben. Dann mit Brot servieren.


Die Auberginen schmecken warm oder kalt, sie sind abgedeckt im Kühlschrank auch noch ein paar Tage haltbar. 

Sonntag, 2. Mai 2010

Das erste Mal: Terrine aus gegrilltem Gemüse

Fürwahr, das ist eine Premiere, die erste selbstgemachte Terrine. Warum ich mich bisher davor gedrückt habe kann ich gar nicht genau sagen, denn ich habe damit nie schlechte Erfahrungen gemacht. Oder eher: ...denn ich habe damit überhaupt nie Erfahrungen gemacht. Zwar weiß ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass ich schon diverse Terrinen gegessen habe, aber tatsächlich kann ich mich an kein einziges Detail erinnern. Da haben sich wohl schon ein paar Gehirnzellen verdünnisiert, wurden weggeballert oder whatever. Das hat augenscheinlich dazu geführt, dass die Region in meinem Gehirn, die für den Prozess der Terrinenverwaltung zuständig sein sollte, nicht mehr so ganz auf dem Dampfer ist. Aber nichts bleibt wie es war und heute ist der Tag, an dem die Synapsen heiß laufen und sich ein wunderbares Terrinenrezept in die Großhirnrinde eingebrannt hat! Ich habe es in der französischen Zeitschrit Saveurs/N°174 gefunden, nur ein kleines bisschen abgeändert und übersetzt. Sicherlich ist die Form noch optimierungswürdig, geschmacklich hat mir die Terrine aber sehr gut gefallen. 


Für eine Königskuchenform mit 20cm Länge:
Ein kleines Bund Basilikum
3 Zucchini
1 Aubergine
Je 1 rote und gelbe Paprika
10 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
Olivenöl, Salz, Pfeffer

Für die Bouillon: 
2 Blätter Gelatine
1/2 Zwiebel, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Tomate, geviertelt
Salz

Alle Gemüsesorten waschen. Vom Basilikum die Blätter von den Stielen trennen und beides separat beiseite stellen. Die Zucchini und die Aubergine der Länge nach in feine Scheiben schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und Olivenöl darüber träufeln. Den Backofengrill auf der höchsten Stufe vorheizen und zuerst die Auberginenscheiben für ca. 15 Minuten auf mittlerer Ebene im Ofen grillen, bis sie weich werden und bräunen. Nach der Hälfte der Zeit wenden. Herausnehmen und beiseite stellen. Mit den Zucchini ebenso verfahren, hier verkürzt sich die Grillzeit jedoch um ein paar Minuten, da die Zucchini schneller garen. Die Paprika unter den Grill legen bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Dabei ab und zu wenden. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, die Haut abziehen, Stiele und Kerne entfernen und die Paprika in breite Streifen schneiden.


Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Für die Bouillon in einem kleinen Topf Zwiebel, Knoblauch, Tomate und die vorher beiseite gelegten Basilikum-Stile mit 50 ml Wasser zum Kochen bringen und 20 Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss etwas salzen. Dann die Bouillon durch ein Sieb gießen. Gelatine aus dem Wasser nehmen, gut ausdrücken und in die heiße Bouillon geben. Rühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Nun die Kastenform mit Frischhaltefolie auskleiden, dabei an den Seiten ca. 10 cm überhängen lassen. Zuerst die Zucchinischeiben überlappend in die Form legen, und zwar so, dass die Scheiben waagrecht zur Länge der Form liegen. Die Enden der Zucchinischeiben sollen dabei die Seitenränder der Form bedecken. Nun ein wenig von der Bouillon darüber geben und als nächste Schicht die gelbe Paprika in die Form legen. Wieder etwas Bouillon darüber geben und Schicht für Schicht mit der roten Paprika, dem Basilikum und den getrockneten Tomaten ebenso verfahren. Zum Schluss die Auberginen der Länge nach in die Form legen. Nun die überlappende Frischhaltefolie darüber legen, so dass alles abgedichtet ist und die Terrine über Nacht, mindestens jedoch für ein paar Stunden, in den Kühlschrank stellen und fest werden lassen. Zum Servieren in ca. 2cm dicke Scheiben schneiden und besipielsweise auf ein paar Salatblättern drapieren.