Posts mit dem Label Tomaten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tomaten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. August 2013

Überbackene Riesen-Zucchini mit Auberginen und Kirschtomaten: Eliminierungsauftakt

Ich wusste, ich kann mich auf euch verlassen! Mit euren vielen tollen Vorschlägen für Zucchini-Rezepte ging es unserem „Mitbewohner“ nun endlich an den Kragen, wir wollen unsere Wohnung ja schließlich auch mal wieder für uns alleine haben und nicht jeden Tag die riesenhafte Zucchini-Keule aus dem letzten Beitrag von Pontius zu Pilatus schleppen, nur weil sie nirgendwo so richtig Platz hat. Beginnen möchte ich mit einem Rezept, das mir sowohl Micha von Grain de Sel als auch eine liebe unbekannte Leserin (oder ein Leser?) vorgeschlagen haben: Die wundersamen gebackenen Zucchinikeulen von Robert, hier im Originalrezept. 
Weil ich auch noch eine halbe Aubergine und ein paar sowieso schon dezent angeschrumpelte Kirschtomaten da hatte, habe ich ein bisschen variiert und eine Art Zucchini-Auflauf gemacht. Heraus gekommen ist ein schnelles, feines und vegetarisches Wohlfühlabendessen, das – ob mit oder ohne Variante – auf jeden Fall ins Zucchini-Rezepte-Repertoire mit aufgenommen wird. Danke euch! 

Überbackene Zucchini mit Auberginen und Kirschtomaten


Hier kommt das Rezept für eine Person für eine Auflaufform von etwa 20x30 cm (hab gerade sturmfreie Bude und muss die Riesen-Zucchini in Etappen essen ;-)): 

10 Scheiben Riesen-Zucchini, etwa 3 mm dick (wenn sie innen zu holzig sind, Kerne rausschneiden) 
½ Aubergine, in 1 mm dünne Scheiben geschnitten (sie brauchen ein wenig länger als die Zucchini, deswegen machen wir sie dünner) 
eine Handvoll Kirschtomaten 
1 Knoblauchzehe, fein gehackt 
Salz, Pfeffer 
2 EL Sahne 
Oregano 
Parmesankäse 

Backofen auf 230 Grad vorheizen. 
Zucchinischeiben mit Auberginenscheiben überlappend in die Auflaufform schichten. Kirschtomaten und Knoblauch darüber verteilen. Kräftig salzen und pfeffern. Sahne darüber träufeln und mit Oregano und fein geriebenem Parmesankäse bestreuen.
Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene überbacken, bis der Käse und das Gemüse leicht gebräunt sind (waren bei mir ca. 15 Minuten).

Überbackene Zucchini


Die Riesen-Zucchini war entgegen meiner Befürchtungen übrigens überhaupt nicht bitter, Glück gehabt! Und das war natürlich erst der Gipfel des Eisbergs (bei knapp 3 Kilo Zucchini all in one quasi kaum zu sehen, dass da was fehlt), ich habe mir aber schon ein paar Rezepte von euch ausgesucht, die ich unbedingt noch ausprobieren möchte.

Überbackene Zucchinikeulen

Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart, bis nächstes Mal!



Donnerstag, 4. April 2013

Süßkartoffel-Gnocchi mit Gorgonzolasauce und Rucola: Längst fällige Traumaheilung

Mein letztes Süßkartoffelrezept in Form von riesenhaften Süßkartoffelchips ist ein Weilchen her. Das hat auch einen Grund: So lecker es mir in diesem Moment geschmeckt hat, ich lag am selben Abend mit einer fetten Grippe im Bett. Was natürlich sicher nicht den armen Süßkartoffeln zuzuordnen ist, aber irgendwie hab ich sie doch seitdem scheinbar unterbewusst mit Krankheit, einbetonierten Geschmacksnerven und schlechten Fernsehsendungen verbunden, so dass ich einfach keine Lust mehr darauf hatte. Doch man soll sich ja auch schwierigen Situationen stellen und so war es an der Zeit für eine kleine Süßkartoffeltherapie in Form von deftigen Süßkartoffel-Gnocchi, die mit ihrer zarten Süße absolut gut zum dazugehörigen Gorgonzolasößchen und dem salzigen Parmaschinken passen. Und ich darf verkünden: Ich bin geheilt! ;-)


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
300 g Süßkartoffeln 
1 kl. Ei 
90 g Mehl 
Salz 
100 g Gorgonzola 
3 EL Sahne 
1 EL Butter 
eine Handvoll Kirschtomaten 
6 Scheiben Parmaschinken 
eine kleine Handvoll Rucola 
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 



Süßkartoffeln zugedeckt in leicht gesalzenem Wasser ca. 20 Minuten kochen. Abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und die Schale abziehen. Süßkartoffeln noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken und ein paar Minuten abkühlen lassen. Kartoffelmasse mit 1/2 TL Salz bestreuen, Ei und Mehl nach und nach unterkneten. Kartoffelmasse auf einer gut (reichlich!) bemehlten Arbeitsfläche zu länglichen Rollen mit einem Durchmesser von etwa 2 cm formen und in ca. 1 1/2 cm lange Stücke schneiden. Mit einer Gabel flachdrücken (so entsteht das typische Rillenmuster – ich mache das allerdings selten und meine Gnocchi sind somit etwas „diversifiziert-rustikal“). Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Gnocchi in 2–3 Portionen in leicht siedendem Wasser 3–5 Minuten garen, bis sie oben schwimmen. Dann mit einer Schaumkelle herausnehmen und gut abtropfen lassen und in einer Schüssel warm halten. 
50 g Gorgonzola zusammen mit der Sahne in einem kleinen Töpfchen langsam unter Rühren erhitzen, bis der Gorgonzola geschmolzen ist. Die Sauce wird sehr dickflüssig, ich wollte das gerne so haben, da ich die Gnocchi nur leicht damit beträufelt habe. Wer etwas mehr Sauce möchte, streckt sie einfach, ruhig mit Milch, dann ist sie etwas leichter. 
Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Gnocchi darin schwenken und ein wenig bräunen lassen. Kirschtomaten dazu geben und mitbraten, bis sie ein bisschen schrumpelig sind.  Parmaschinken und Rucola dazugeben, kurz erhitzen, dann alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit der Gorgonzola-Sauce beträufeln. Restlichen Gorgonzola in kleine Stückchen schneiden und darüber geben. Zum Schluss mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen und servieren. 


Und ein bisschen spät aber dennoch ganz herzlich möchte ich mich bei der Redaktion von Kochbar bedanken, die meinen Blog vor ein paar Wochen schon zum Kochblog der Woche ernannt hat. Ich habe mich sehr über den netten Text gefreut, merci! :-)

Edit: Ojemine, beim Nachkochen haben sich die Gnocchi für die ein oder andere ebenfalls zu einem kleinen Trauma entpuppt - wenn auch aus einem anderen Grund, der Teig war zu klebrig. Das tut mir natürlich leid, und ich überlege, woran das liegen könnte. Doch zu wenig Mehl angegeben? Ich mehle meine Arbeitsfläche bei der Herstellung von Gnocchi allerdings extrem ein und ich denke, es ist wichtig, das Ei vor dem Mehl zuzugeben und dass die Masse nicht mehr zu heiß ist. Ich hoffe, man konnte sie trotzdem irgendwie essen, möge der Süßkartoffel-Gott uns allen in Zukunft gnädig gestimmt sein (notfalls durch Bestechung mit Mehl!). ;-)

Sonntag, 3. Februar 2013

Ruckizucki Prä- und theoretisch auch Post-Urlaubsküche: Fettuccine mit Zucchini, Kürbiskernen und Kirschtomaten

Nach einer wunderbaren Snowboard-Woche in den Kitzbüheler Alpen habe ich folgendes zu verzeichnen: 
- Monsterhämatome: Weil ich mich auch beim x-ten Mal durch einen galanten Schuss in die Waden vom Sessellift niedermähen ließ. 
- Verbesserung des Snowboard-Trick-Repertoires: Zwar immer noch kein Haakon-Flip oder Frontside-Bluntslide-to-fakie, dafür exzellent ausgeführte 1080°C-(auf dem Boden)-to-face-to-snow (aber zum Glück nicht to-Krankenhaus). 
- Einen leeren Kühlschrank: Deswegen gibt es exorbitant fett-triefende Familienpizza vom Lieferservice und für euch ein Rezept, das ich schon vor dem Urlaub ausprobiert habe, nur keine Zeit mehr zum Aufschreiben hatte. Dabei ist es ideal, wenn man wenig Zeit zum Kochen und Lust auf einen riesengroßen Teller Wohlfühlpasta hat.



Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 

2 EL Kürbiskerne
1 Zucchini
250 g Fettucine
1 EL Olivenöl
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten
1 Handvoll Kirschtomaten
150 g Fetakäse
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Kürbiskerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett erhitzen und ein paar Minuten anrösten. Herausnehmen und beiseite stellen. Zucchini mit einem Gemüseschäler in feine Streifen schneiden. Fettucine in einem großen Topf mit Salzwasser al dente kochen. Öl in der Pfanne erhitzen und Schalotten darin glasig dünsten. Knoblauch dazugeben, kurz mit dünsten, dann Chili und Zucchinistreifen dazugeben und bei mittlerer Hitze anbraten. Zum Schluss die Kirschtomaten mit in die Pfanne geben und ca. 2 Minuten mit anbraten. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Fettucine abgießen, dabei 3 EL Kochwasser auffangen und zusammen mit den Fettucine und den Kürbiskernen zum Gemüse mit in die Pfanne geben. Gut miteinander vermischen, Fetakäse darüber bröckeln, vorsichtig unterheben und ggf. noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Habt einen tollen Wochenstart, bis bald!

Dienstag, 1. Januar 2013

Happy 2013 und ein Wohlfühl-Eintopf mit weißen Bohnen, Linsen und Hackfleisch

Hi there, ich hoffe ihr hattet alle einen glücklichen Start ins neue Jahr und habt schön gefeiert! Habt ihr vielleicht sogar eine klitzekleine oder auch größere Matschbirne? Ist ja nicht schlimm, hat an Neujahr doch fast jeder. Ich hatte das sogar schon als Kind. Nicht etwa, weil schadenfrohe Verwandte Vodka in die Fruchtbowle gemischt haben, sondern weil einfach alles so aufregend und spannend war. Man durfte lange aufbleiben und um zwölf hat der Opa die Raketen direkt aus der Hand in den Himmel zischen lassen (don’t try this at home). Man selbst stand wie ein Michelin-Männchen verpackt daneben, wackelte vor Begeisterung mit den Ärmchen und hüpfte umso mehr auf und ab, je bunter das Feuerwerk war. Und es gab Knallerbsen – für mich damals die Ausgeburt pyrotechnischer Genialität! Sie funktionierten ganz ohne Feuer, an das man als Kind ja bekanntlich nur schwer herankommt, und es gelang mir sogar einmal, ein paar davon aufzuheben und mit in den Kindergarten zu schmuggeln. Dort galt ich an diesem Tag als Magierin, als Herrscherin über die Knallgewalt, der man mit Tonnen von Spielzeug huldigen musste, um sie gnädig zu stimmen. Das funktionierte so lange außerordentlich gut, bis die erste Knallerbse zwischen den Füßen der Kindergärtnerin landete. Mit der Zeit ist die Knallerei deutlich in den Hintergrund gerückt und ich beschränke mich aufs Kreischen, wenn Raketen und Böller durch die Gegend fliegen. Am Neujahrstag - heute - genieße ich die Ruhe, die über der Stadt liegt. Ich beginne also dieses Jahr mit einem einem Rezept für einen Eintopf zum Wohlfühlen, der dazu einlädt, es sich mit einem großen Löffel und einem tiefen Teller gemütlich zu machen.
Ich wünsche euch ein wunderbares Jahr 2013 und nicht zuletzt weiterhin viele kulinarische Höhepunkte und Unmengen von Spaß an den Kochtöpfen! Es ist schön, dass ihr hier seid. Vielen Dank für eure Besuche, die lieben Kommentare und Nachrichten, auch in den Zeiten, in denen hier nicht so viel (äh...gar nichts) los war. 



Hier kommt das Rezept für 2-3 Portionen 
2 EL Olivenöl 
2 Schalotten, fein gehackt 
2 Stangen Sellerie, fein gewürfelt 
2 kleine Karotten, fein gewürfelt 
1 Knoblauchzehe, fein gehackt 
400 g Hackfleisch vom Rind 
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen 
1 Prise Zimt 
1 Prise Zucker 
2 Lorbeerblätter 
2 EL Tomatenmark 
ca. 800 ml Gemüsebrühe 
300 g Tomatenstücke (abgetropft aus der Dose) 
100 g Linsen 
300 g weiße Bohnen (gekocht oder abgetropft aus der Dose) 
½ Bund Petersilie, gehackt 
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 



Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Schalotten, Sellerie und Karotten darin andünsten und ein bisschen Farbe nehmen lassen. Knoblauch und Hackfleisch sowie Kreuzkümmel dazugeben und unter braten, bis das Hackfleisch leicht gebräunt und krümelig ist. Zimt, Zukcer, Lorbeerblätter und Tomatenmark zufügen, die Brühe angießen und mit Deckel ca. 45 Minuten leise köcheln lassen. Tomaten und Linsen unterrühren und weitere 20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen gar sind. Der Eintopf sollte dabei etwas eindicken, ggf. die Temperatur erhöhen und stärker einkochen lassen. Die weißen Bohnen unterrühren und 10 Minuten ziehen lassen, zum Schluss kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterrühren. Mit Weißbrot servieren.


Donnerstag, 20. Dezember 2012

Türchen Nr. 20 vom 180°-Adventskalender: Ein kulinarisch „letzter Tag“ in Gedichtform























Guten Morgen zusammen, heut ist´s soweit,
fürs 20. Türchen steh ich bereit
und freue mich sehr und schreibe mich von,
dass ich darf fortführen die 180°C-Tradition.
Wie bereits im letzten Jahr
werde ich dichten – wie wunderbar!
„Oh nein, bitte nicht!“ wird manch einer denken,
doch da müsst ihr durch, ich hoff´ ohne verrenken!


Heute ist´s mir ein besonderer Spaß,
denn morgen, ja morgen, da war doch was?
`s ist noch nicht Weihnachten, kein Fest und Gesang,
was war es denn dann? Ach, der Weltuntergang!
Vor lauter Hektik und mich stressen
hab ich den ja ganz vergessen!
Sei´s drum, die Zeit rennt, und für die letzten Gelüste
Hab ich hier die kulinarische Weltuntergangsliste.
Ein Tag, wie er im Buche steht,
denn für Katastrophen ist´s nie zu spät!


Punkt eins: Das Frühstück – wie start´ ich den Tag?
Mit Kaffee und Milch, wie ich´s so gern mag.
Doch halt, was ist das? Die Maschine muckt
und bei der sauren Milch hätt ich fast schon gespuckt.
Das Toast schön beschmiert mit Marmelade
fällt auch hinunter – ach wie schade.
Und eins, das ist ja sonnenklar:
Beschmierte Seite unten – trari trara!


Punkt zwei: Der Snack so um elf
Wie wär´s mit Obst? Als Notbehelf!
Gesünder ist´s als Süßigkeiten,
das kann man wohl nicht bestreiten.
Litschis sollen´s diesmal sein –
Doch der Kern ist gar nicht fein!
Vor lauter reden laut und munter
schluck ich den Kern doch glatt mit runter,
dass um ein Haar ich gleich erblasse
und den nächsten Tag verpasse!


Punkt drei: Mittagessen – was Leichtes soll´s sein,
sonst fall´ ich Mimose
im Büro doch glatt in die Vollfressnarkose.
Salat geht immer, mit Feta und Brot,
doch –iiihhhh- was ist das? Welch schreckliche Not!
Ich schwör´, was ich euch jetzt verklicker:
Liegt im Salat doch ein Ohrenzwicker! *
Erinner´ ich mich noch ganz vage:
Wählte ich nicht OHNE Fleischbeilage??

Punkt vier: Zum Kaffee
Klar, Kuchen muss sein.
Doch zur Hülf, was ist das? Er ist hart wie Stein!
Und Tschüss, ihr Zähne, das war´s gewesen,
das nächste Mal fress ich doch gleich nen Besen.
Ein Fall für die Tonne, da gibt´s nichts zu rätseln,
ganz genau wie bei den Terminator-Vollkorn-Brezeln.


Punkt 5: Abendessen – jetzt muss was passieren,
wir wollen doch nicht die Lust am Essen verlieren.
Ist simpel zwar, doch ein Gaumenschmaus
Und sieht zudem noch lecker aus.
-ACHTUNG: UNVORHERGESEHENER EINSCHUB-
Aber ach, was ist das? Was für ein Leid,
die Küche ist immernoch unbereit!
Mittwoch sollte der Stichtag sein,
jetzt müssen doch noch die Arbeitsplatten rein.
Also schnell umgeschwenkt, vom Menü zur Pasta
auf der elektrischen Kochplatte und damit basta.
Doch was für ein Rezept, was nehmen wir da?
Adventskalender-Logo? Lamm? Wie wunderbar!
Wie von selbst kocht es sich fast,
ganz gechillt und ohne Hast.

Am Abend dann, so nach dem Essen,
sind all die Pannen schon vergessen.
Und so trotzen wir bislang
mit vollen Bäuchen dem Untergang.
Hundertachziggrad – die Zahl sei gewiss
für einen abrupten Ruderumriss.
Statt Untergang gibt´s ein Prost im Dezember
schon auf den nächsten Adventskalender!
Euch allen wünsch ich hier zum Schluss
ein schönes Fest mit Hochgenuss!

* beruht WIRKLICH auf einer wahren Begebenheit!



Pappardelle mit Lamm und Tomaten-Paprikasugo




Für 4 Portionen:
400 g mageres Lammfleisch
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 rote Peperoni
3 EL Olivenöl
1 EL Thymianblätter
50 ml Weißwein (trocken)
½ Paprikaschote, enthäutet und in feine Würfelchen geschnitten
1 Dose gestückelte Tomaten
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
500 g Pappardelle (oder andere breite Bandnudeln)
Parmesankäse und ein paar frische Thymianzweige zum Servieren. 



Lammfleisch in kleine Stücke schneiden. Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Peperoni in feine Stücke hacken. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Fleisch darin anbraten und wieder herausnehmen. Schalotten, Knoblauch, und Peperoni im Bratfett andünsten. Fleisch wieder dazugeben und Thymian ebenfalls hinzufügen. Mit Weißwein ablöschen und bei geschlossenem Deckel ca. 1 ½ Stunden schmoren lassen.
In einem zweiten Topf das restliche Öl erhitzen. Paprikawürfel darin andünsten, Tomaten zufügen und einige Minuten kräftig einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Währenddessen Nudeln in Salzwasser al dente kochen. Tomaten-Paprika-Sauce zum Lammfleisch geben und miteinander vermischen. Mit Pappardelle, frischem Thymian und Parmesankäse servieren.

Montag, 4. Juni 2012

Wie alles begann und ein Ruckzuck-Couscous-Salat mit Gemüse

Mein Blog hat viele Namen, das sagt zumindest der Blick auf die Suchanfragen: Kitchen Blog, Kitsch Block, New Kitchen Blog, Kitch the Blog, Kittchen Blog und so weiter und so fort. Nachdem ich vor ein paar Wochen in Freiburg mit einer Bekannten meiner Mutter über „diesen endlos langen Namen von diesem Internetkochdings da“ geredet habe und sie mich mit einem „hä, neue Küch’ aufm Block, was isch denn des?“ und „wie wärs mit Chrissis Rezepte?“ gänzlich verunsichert hat, kommt heute eine kleine Namensentstehungsgeschichte. 

Es gab da in den 80ern mal so eine Band. Quasi die Vorreiter aller Boybands: New Kids on the Block. Als Grundschülerin war ich im Nullkommanichts in eines der Bandmitglieder verliebt, und zwar inbrünstig. Dabei schlug mein Herz nicht für den Bandschönling, auf den dafür alle meine Klassenkameradinnen abfuhren, sondern für den Außenseiter, den Bad Boy, der durch wilde Eskapaden auf sich aufmerksam machte. Aber gut: das, was ein bisschen anders ist als der Rest, hat mich offenbar schon immer gereizt. 
So kam es, dass ich ein überlebensgroßes Poster meines Schwarms im Zimmer hängen hatte, quasi ein zwei Meter großes Gesicht, zusammengeklebt aus 4 Wochen BRAVO-Poster-Special. Natürlich hing es in einer günstigen Position, so dass ich aus meinem Bett direkt darauf schauen konnte – was ich vor dem Einschlafen auch jeden Abend tat. Ungefähr 2-3 Stunden lang. Ohne zu blinzeln. Und ich knutschte. Das Poster. Mit Zunge.
An einem Prosecco-getränkten Abend vor etwas weniger als drei Jahren habe ich mich mit meinen Mädels ausgiebig über Jugendsünden unterhalten und ich habe mich schlichtweg bei der Beichte über meinen im Nachhinein unsäglichen Musikgeschmack im Grundschulalter versprochen. Daraus entstand ein kleines Wortspiel und *ta-daah*, schon waren wir von New Kids on the Block bei New Kitch on the Blog gelandet. Weil mir schlichtweg nichts Besseres einfiel, heißt die ganze Kiste hier jetzt so. Und ihr müsst euch so einen langen Namen merken. Aber letztendlich zu meiner Verteidigung: Mein Musikgeschmack hat sich glücklicherweise maßgeblich geändert. Step by Step ... uuuuhh Baby! ;-)


Im Moment koche ich zeitbedingt nicht so viel wie sonst, dafür gehen wir oft essen, was auch ganz schön ist. Zuhause gibt es dann meist nur Kleinigkeiten und weil ich jetzt schon wieder so viel geredet habe, kommt hier ein schnelles Rezept für einen feinen Couscous-Salat. Couscous-Salat mag ich in fast allen Variationen und seit ich diese traumhafte Version bei Micha von Grain de sel entdeckt habe (die übrigens in den nächsten Tagen aber so was von fällig ist), bin ich quasi wieder neu angefixt. Mein bisher bewährtestes Rezept gibt es hier, das heutige ist einfach ein bisschen abgewandelt. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
125 g Couscous 
etwas Salz 
4 EL Olivenöl 
½ Aubergine, in kleine Würfel geschnitten 
1 rote Paprika, in kleine Würfel geschnitten 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten, evtl. halbiert 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
Salz, Pfeffer zum Abschmecken 

200 ml Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Couscous hinzugeben, kurz aufkochen, dann beiseite stellen und ausquellen und abkühlen lassen. 
2 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Auberginen- und Paprikawürfel darin anbraten. Beiseite stellen und leicht abkühlen lassen. 
In einer großen Schale Couscous, Gemüse, Frühlingszwiebeln und Kirschtomaten mit dem verbleibenden Olivenöl und der Petersilie vermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.



Habt eine tolle Woche!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Ab nach draußen: Zucchinisalat mit süß-salzigen Macadamianüssen und Fetakäse

Ach herrje, das Wetter lädt ja zur Zeit nicht gerade zum gemütlichen Herumhängen auf dem Balkon oder im Garten ein. Aber tatsächlich hat mir das in den letzten Tagen nicht mal was ausgemacht! Also, das schlechte Wetter schon, nicht aber die Sache mit dem Balkon - denn unserer wurde insgesamt 6 Wochen lang renoviert und wir durften sowieso keinen Fuß darauf setzen. Jetzt ist endlich alles fertig und ich freue mich wie verrückt! Der Rost an den alten Gitterstäben wurde entfernt, die Risse im Boden aufgegossen und die Wand zum Nachbarhaus hat ihre Farbe von einem seltsamen Schlammgrün zu einem strahlenden Weiß gewechselt. Uff! Die schöne alte Backsteinwand hingegen wurde so belassen, wie sie ist. 
Leider hat währenddessen mein "schwarzer Daumen" seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und sowohl die Hortensie in ihrem Notlager auf der Fensterbank als auch die Fuchsien haben schwer gelitten. Und der Lavendel ist nur noch eine verdorrte Attrappe (allerdings kann man den getrocknet ja wenigstens noch gut gebrauchen)! Grund genug in den nächsten Tagen mal in der Gärtnerei vorbei zu schauen und ein paar hübsche Pflänzchen auszusuchen, um dann den Balkon wieder schön herzurichten und hoffentlich noch ein paar tolle Sommerstunden darauf verbringen zu können. Vielleicht mache ich nächste Woche dann mal ein paar Bilder vom neuen "Außenzimmer" und zeige sie euch. Probehalber habe ich diesen leckeren Salat gestern schonmal auf dem Balkon gegessen. Im Schneidersitz auf dem Boden, mit dicken Socken und Jäckchen an. Und siehe da: Ein paar Sonnenstrahlen kamen immerhin schonmal durch! :-)


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 kleine Zucchini
100 g gesalzene Macadamianüsse
1 EL Honig
6 Kirschtomaten
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 TL dunklen Balsamico-Essig
1 kleine Handvoll Basilikumblätter
Zucker, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
60 g Fetakäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Streifen hobeln und in eine Schüssel geben. 1 EL Olivenöl darüber geben und (am besten vorsichtig mit den Händen) gut vermischen. Die Zucchinischeiben nebeneinander auf einen Grillrost legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten garen (je nach dem wie dick oder dünn eure Scheiben sind, geht das auch schneller oder länger, im jeden Fall muss man ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verbrennen). Währenddessen Macadamianüsse grob in Stücke hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Hitze reduzieren, Honig dazugeben und kurz miteinander verrühren. Kirschtomaten dazu geben und 1 Min. weiterrühren. Tomaten und Nüsse aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 2 EL Olivenöl mit Zitronensaft und Essig verrühren. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und zu dem Dressing geben, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchinischeiben aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Tomaten und Nüsse dazugeben und alles mit dem Dressing übergießen und vorsichtig vermischen. Fetakäse mit den Händen zerbröckeln und darüberstreuen. Lauwarm oder kalt servieren.



Donnerstag, 14. April 2011

Goodmoodfood: Spirelli mit grünem Spargel und getrockneten Tomaten

Wenn manche Tage einfach ein bisschen doof sind, tröstet man sich doch oft mit dem Gedanken an den netten Kühlschrankinhalt. So ist das bei mir zumindest. Neulich habe ich mir morgens beim Aufhübschen vor lauter Hektik nur ein Auge getuscht und musste den ganzen Tag mit lasziv ins Gesicht hängenden Haaren herumsitzen, damit es niemand bemerkt. "Die Tussi hat Probleme!" denkt jetzt sicher der ein oder andere, aber so manche Damen, die nicht mit Bambi-artigen Büschelwimpern gesegnet sind, werden mitfühlend mit dem Kopf nicken. Jedenfalls verpasst man nach so einem Start in den Tag dann ja auch gerne noch die Bahn, verschüttet Kaffee über´s weiße Hemd oder rennt mit offenem Hosenladen in die Personalabteilung. Hach ja... Umso schöner, wenn zuhause dann ein ganzer Teller voll mit lauter Lieblingszutaten wartet! Dieses Rezept ist eine Abwandlung von einem unserer liebsten Spargelrezepte mit Penne, Schinken und weißem Spargel, das ich euch unbedingt auch noch irgendwann vorstellen möchte. Mit grünem Spargel, Speck und getrockneten Tomaten ist es aber noch ein bisschen deftiger und genau das richtige, um nach einem anstrengenden (oder blamablen) Tag noch ein paar Lebensgeister für den Abend zu motivieren. 


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
500 g grüner Spargel
250 g Spirelli (ich habe Vollkorn-Spirelli genommen, es passen aber auch andere Nudeln)
100 ml Sahne
30 g geriebener Parmesan und Parmesan zum servieren
30 g Speckwürfel
6 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, abgetropft und in grobe Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Vom grünen Spargel nur das untere Drittel schälen und die holzigen Enden entfernen (grüner Spargel hat eine viel weichere Schale als der weiße!). Spargelstangen in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Schale und Enden ins kochende Wasser geben und ca. 10 Minuten kochen. Mit einer Lochkelle herausnehmen und entsorgen. Spargelstücke im Spargelsud ca. 5 Minuten blanchieren. Abgießen, kalt abschrecken und beiseite stellen. Erneut Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und Spirelli mit etwas Salz nach Packungsanweisung zubereiten. Währenddessen in einer Schüssel Sahne steif schlagen und mit Parmesankäse verrühren. 1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und Speckwürfel darin anbraten, getrocknete Tomatenstreifen und Spargelstücke dazugeben und 3 Minuten mitbraten. Spirelli abgießen, kurz abtropfen lassen und sofort in die Pfanne mit den Spargelstücken geben und mit der Sahne übergießen. Alles gut verrühren und mit reichlich Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Parmesankäse bestreut servieren. 


Übrigens: Die Sahne sieht man kaum, weil sie von den anderen Zutaten fast vollständig aufgesaugt wird. Das wird so richtig schön sämig und schlonzig und gibt ein 1a-Mundgefühl. Gut schmeckt dieses Gericht aber auch, wenn man die Sahne weglässt und einfach noch einen ordentlichen Schuss Olivenöl dazugibt. 

Sonntag, 3. April 2011

Disziplinarmaßnahme: Gefüllte Kohlrabi mit Dinkel und Spinat

Bei manchen Sachen bin ich wirklich diszipliniert, bei anderen ... oh, oh. Ganz schlimm ist es beim Kochen. Ich darf zum Beispiel aufgrund eines persönlichen Verbots eigentlich keine Kochbücher und Zeitschriften mehr kaufen, kann es aber zumindest mit den Büchern einfach nicht sein lassen. Die Regale ächzen schon! Dann gab es da noch den Vorsatz mit der Vorratshaltung. Ich versuche mir seit Jahren einzureden, dass es genügt, wenn man genau das einkauft, was man tatsächlich in den nächsten paar Tagen verbraucht. Bei frischen Sachen ist das ja klar, aber ich glaube wir könnten von meinem Vorrat an Getreideprodukten, Ölen, Backzutaten, Eingemachtem, Tiefgekühltem und Sonstigem gut und gerne ein paar Wochen essen, ohne einkaufen zu müssen. Am schlimmsten ist es jedoch beim Kochen selbst: Ich kann einfach nicht NICHT probieren. Und damit meine ich nicht abschmecken, ob genug Salz am Gemüse oder die Sauce scharf genug ist, sondern das direkt-aus-der-Pfanne-löffeln. Ich habe es schon mehr als einmal geschafft, soviel von dem feinen Sößchen oder der guten Beilage "zu probieren", dass ich auf meine Portion zu Tisch entweder verzichten oder schlichtweg noch einmal nachkochen musste. Geht das bitte irgendjemandem auch noch so? ... wenigstens so ab und zu? Hach...
Die Füllung hier von den Kohlrabi war übrigens wieder so gefährlich, aber wie ihr seht, ich habe mich zusammengerissen und nur ganz wenig vorher abgezwackt. Für´s G´schmäckle! 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
2 mittelgroße Kohlrabi
40 g Dinkel (ich habe den schnellkochenden genommen)
1 Schalotte
100 g Blattspinat (frisch ist super, bei mir war´s TK)
2 EL Olivenöl
60 g saure Sahne
30 g Gouda, gerieben
Salz, schwarzer Pfeffer

Für die Sauce:
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 Dose stückige Tomaten
100 ml Gemüsebrühe

Kohlrabi schälen, das obere viertel abschneiden. Den unteren Teil erst mit einem Messer vorschneiden, dann mit einem scharfen Kaffeelöffel oder einem Kugelausstecher aushöhlen. Seht ihr die Schnittlinien auf dem Foto? So ist das ungefähr gemeint. Ihr findet sie ein bisschen schief? Hallo, ihr hättet mal mein Gitternetz im Mathe-Abi sehen sollen!! Die ausgehöhlten Kohlrabi ca. 30 Minuten in leicht kochendem Salzwasser weich garen. Dinkel nach Packungsanweisung in Salzwasser ca. 20 Minuten garen und abgießen (wenn ihr nicht den schnellkochenden Dinkel nehmt, ist die Garzeit deutlich länger!). 
Das Kohlrabifleisch und den Deckel fein würfeln, wer mag, kann die Blätter noch mitverwenden und in feine Streifen schneiden. Schalotte schälen und fein hacken, Spinat waschen, putzen und grob zerkleinern (TK-Spinat auftauen lassen). Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten, ca. 1/4 der Kohlrabiwürfel dazugeben und 1 Minute mit anschwitzen. Spinat zufügen und unter Rühren zusammenfallen lassen. Dinkel und saure Sahne untermischen, Gouda unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Backofen auf 200°C vorheizen.
Für die Sauce Knoblauch schälen und fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen und Knoblauch darin anschwitzen. Übriges Kohlrabifleisch, Tomaten sowie Gemüsebrühe zufügen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. 
Tomatensauce in einer Auflaufform verteilen. Ausgehöhlte Kohlrabi in die Form setzen und mit der Dinkel-Spinat-Masse befüllen, evtl. noch etwas Gouda darüber verteilen. Im Backofen 30-40 Minuten überbacken, falls sie zu dunkel werden, mit etwas Alufolie abdecken. 


Das Rezept ist ein wenig aufwändig, aber geschmacklich lohnt es sich absolut! Vor allem die Dinkel-Masse war für mich der Knaller, die könnte ich mir auch gut als Füllung für anderes Gemüse vorstellen, oder einfach so als Beilage. Die Rezeptvorlage stammt aus der Zeitschrift "Köstlich Vegetarisch 2/11", ich habe die Mengenangaben etwas für uns angepasst und Olivenöl statt Rapsöl genommen. 

Donnerstag, 10. März 2011

Superrenner: Deftige Kartoffeln mit Chorizo und Tomatensugo

Buffets an Festivitäten sind ja für mich ein Highlight! Da brauche ich unbedingt die Pole Position, was die Aussichtsposition betrifft. Nichts ist so spannend wie: Wer bringt was mit? Was sieht gut aus? Was ist schon auf 3 Meter Entfernung der tödliche Supergau? Und vor allem: Was ist der absolute Renner? Beim Geburtstag einer lieben Freundin im vergangenen Jahr gab es vor der Party neben einer Weinprobe noch ein großes jeder-bringt-was-mit Buffet (äußerst pässlich, denn die Weinprobe war ohne ausspucken, dafür mit einem unermüdlichen Nachschenker und -die Hauptsache- mit geliebtem badischen Wein!). Da wir erst kurz vor knapp angereist sind, gab es diesmal von mir weder Blätterteigschneckchen noch Couscous-Salat, die eigentlich neben den Lachsröllchen zum Who is Who meines Party-Mitbringsel-Repertoires gehören (letztere habe ich dafür neulich auf dieser tollen Party gemacht). Aber gut, so konnte ich mich zumindest ausgiebig auf all die anderen Schüsseln und Platten konzentrieren. Es dauerte gar nicht lange, da kam die Schlange am Buffet ins Stocken. Das bedeutet entweder es gibt keine Gabeln mehr oder "Volltreffer". Und jetzt ratet mal, was hier der Fall war... Mit meinen buffeterprobten Adleraugen habe ich natürlich sofort die Lage gecheckt und mich dann vorgeschlängelt. Das klappt übrigens äußerst gut, wenn man jemanden weit vorne in der Schlange anspricht mit "du, bevor ich´s nachher vergesse... oh, was ist DAS denn, das sieht ja lecker aus, Sekunde, ich nehm´ mir da grad mal `n Löffelchen... ach so, ja, was ich sagen wollte... obwohl, hier ist grad soviel Gedränge, da quatschen wir doch lieber später nochmal, gell!" Und dann tschüss und ab mit der Beute! 

Zum Glück findet man auf solchen Parties immer schnell heraus, wer was mitgebracht hat. Dann muss man nur noch hoffen, dass sich derjenige das Rezept abluchsen lässt. In meinem Fall hat das gut geklappt und es ist nebenbei auch mal wieder ein Beweis, dass Männer mit guten Kochkünsten die Frauen reihenweise entzücken können! Vielen Dank für das schöne Rezept, lieber Kilian!


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
500 g Kartoffeln
3 EL Olivenöl
100 g Chorizo (am besten am Stück, ich hatte nur noch bereits dünn aufgeschnittene Scheiben)
1 rote Zwiebel
1 rote Chilischote
1 kleine Dose gestückelte Tomaten
1/4 Bund Petersilie
Salz, Pfeffer

Kartoffeln abkochen, am besten bereits am Vortag, jedoch zumindest 1,5 Stunden auskühlen lassen. Bei guter Qualität kann man die Schale dranlassen, ansonsten pellen und größere Exemplare halbieren oder vierteln. In 2 EL heißem Olivenöl rundherum anbraten bis sie leicht bräunen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Zwiebeln in Streifen und Chili in feine Ringe schneiden (ich lasse die Kerne oft drin, wer sie nicht mag kann sie vorher entfernen). Chorizo der Länge nach halbieren und in ca. 0,5 cm dicke Streifen schneiden. Restliches Olivenöl in der Pfanne erhitzen und Zwiebeln mit Chili darin ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten. Hitze maximieren, Chorizo dazugeben und ein paar Minuten anbraten, dabei oft umrühren. Hitze wieder reduzieren und Tomaten dazu geben. Unter Rühren leicht einkochen lassen. Petersilie hacken und mit den Kartoffeln wieder dazu geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm oder kalt servieren.

Die deftigen Kartoffeln eignen sich nicht nur perfekt als Mitbringsel für´s kalte Buffet, wir haben sie warm als schnelles Abendessen gegessen. Ich habe die Rezeptmengen ein bisschen verändert und auf zwei Esser angepasst.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Light my fire: Spaghetti auf Zwiebel-Honig-Chili-Sugo

Na, heute schon Schnee geschippt? Ich schon, und ich kann nur sagen: Leute, ist das kalt da draußen! Jetzt ist so richtig Winter, wie es sich gehört. 20 Zentimeter Neuschnee über Nacht, eisige Füße, tropfende Nasen, beschlagene Fenster in der U-Bahn und der stetige Wunsch nach einheizenden Getränken und Speisen. Und ich freue mich wie eine Schneekönigin und habe endlich einmal wieder Hoffnung auf weiße Weihnachten! Meint ihr das wird was? Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann wir das letzte Mal um den Weihnachtsbaum saßen, als draußen alles weiß war. Fühlt sich an als wären es Ewigkeiten! Hach je, bevor ich jetzt quasi sentimental werde, kommt schnell etwas, das zwangsweise warme Gedanken beschert: Wirklich feurig scharfe Spaghetti! 

Zutaten für 6 (2) Portionen (in Klammer meine Abweichungen vom Original):

500 g Spaghetti (300 g)
4 Zwiebeln (2)
1 Tomate (3)
1 Bund Basilikum
2 Knoblauchzehen
2 EL Honig (3)
1 kleine Chilischote, fein gehackt (eine große rote Chilischote, fein gehackt)
Salz, Pfeffer
etwas Olivenöl und Butter
Kerbel zum Garnieren (Basilikum)

Für das Sugo die Tomaten blanchieren, die Haut abziehen, Saft und Kerne herausnehmen und aufheben. Aus dem Fruchtfleisch Würfel schneiden. Die Kerne und den Saft pürieren. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl anschwitzen, mit dem Tomatensaft ablöschen und mit Salz, Pfeffer, Honig sowie der Chilischote abschmecken. Die Tomaten und das gehackte Basilikum kurz mitschwenken. Die Spaghetti im Salzwasser bissfest kochen und in Olivenöl und etwas Butter schwenken. Die Spaghetti auf Teller verteilen und mit dem Sugo umgießen. Mit frischem Kerbel ausgarnieren (das habe ich vergessen). 

Das Ganze sieht zwar eher unspektakulär aus, die Kombi Honig und Chili (die ich wohl vom Grillen, aber nicht in Verbindung mit Pasta kannte) hat es allerdings ganz schön in sich und hat mir sehr gut geschmeckt! Ich mag es ja gerne scharf und habe das Feuer dann quasi mit Wein gelöscht, wer empfindlicher ist sollte eine milde Chilisorte wählen, denn der Honig rundet das Gericht zwar fein ab, nimmt die Schärfe jedoch nicht im Geringsten. Das Rezept stammt aus dem Buch Austro Pasta, das mir der Loewenzahn Verlag freundlicherweise hat zukommen lassen.

Sonntag, 17. Oktober 2010

News und Hack: Keema-Curry

Es gibt eine kleine Neuerung: Ihr kennt das doch auch, wenn man Hunger hat und noch nicht genau weiß auf was, dann wälzt man Kochbücher oder durchforstet das Internet nach Köstlichkeiten, die sich gut anhören und - vor allem - den vorhandenen Gelüsten entsprechend aussehen, oder? Ok, ich mache das eigentlich nicht nur wenn ich Hunger habe sondern ... irgendwie immer. Ziemlich oft zumindest. So wie jüngst auch bei diesem Keema-Curry, und das hat mich auf die Idee gebracht meine Rezepte nicht nur in einem schlichten Verzeichnis aufzuführen, sondern auch diesen kleinen "What you see is what you eat"-Link oben rechts in der Navigationsleiste einzubauen. Hier werde ich nach und nach meine gesamten Rezeptfotos noch einmal im Miniaturformat verlinken, dann hat es das Auge etwas leichter und vor allem muss sich die Hand nicht erst durch das gesamte Rezeptverzeichnis klicken um an die Bilder und Rezepte zu kommen. Happy Clicking euch allen (und mir, denn ich weiß oft selbst nicht mehr was ich gekocht habe und nutze diese Option um meinen lahm gelegten Gehirnzellen auf die Sprünge zu helfen). Zurück zum Keema-Curry: Hier gibt es gefühlte 372 829 Zubereitungsarten, kaum verwunderlich, denn es ist sowohl ein indisches als auch ein pakistanisches Traditionsgericht und jede Oma und Mama brutzelt das nach ihren eigenen Vorlieben. Die Hauptbestandteile sind meistens Hackfleisch, Ingwer, Tomaten und Joghurt, die Gewürze und Einlagen variieren je nach Region. Hier kommt meine Version.


Zutaten für 2 Personen:
2 EL Öl
1 große rote Zwiebel, fein gehackt
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 grüne Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe geschnitten 
1 Gewürznelken
1/2 Zimtstange
350 g Rinderhackfleisch
1 EL gem. Koriander
1 TL Garam Masala
1 TL gem. Kreuzkümmel
1/2 TL gem. Kurkuma
eine Prise Cayenne-Pfeffer
1 Dose gehackte Tomaten (ca. 240 g)
3 Kartoffeln
1 TL Salz
150 g Erbsen (TK)
Etwas Petersilie (oder wer möchte Koriander) zum Bestreuen

Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 10 Minuten anbraten. Ingwer, Knoblauch, Chili, Zimtstange und Gewürznelken hinzufügen und ein paar Minuten weiterbraten. Das Hackfleisch dazugeben und scharf anbraten, bis es bräunt. Koriander, Garam Masala, Kreuzkümmel, Kurkuma und eine Prise Cayennepfeffer untermischen. Kartoffeln schälen und würfeln und zusammen mit den Tomaten und dem Salz zum Hackfleisch geben. 200 ml Wasser angießen und mit Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Joghurt und Erbsen untermischen, noch einmal 5 Minuten gut durchwärmen und mit Petersilie bestreut servieren. Dazu schmeckt Reis oder Fladenbrot.


























Im Nachhinein betrachtet ist das Keema-Curry vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl um ein Plädoyer für "Das Auge isst mit" anzubringen, denn so richtig erkennen WAS man gerade da isst, tut man dabei nicht. Ginge rein bildlich auch als Chili con Carne, Erbseneintopf oder eine neue Napoli-Version durch, finde ich. An dieser Stelle merkt man eben doch, dass bei aller Befriedigung über´s Auge der Geschmack letztendlich entscheidend ist. Der war hier übrigens ganz wunderbar. 

Donnerstag, 29. Juli 2010

Schlagkräftig: Neue Kartoffeln in pikanter Tomatensauce

In Omas Garten ist ab jetzt Kartoffelernte. Ratet, wer sich da wieder anpirscht...! Diese hübschen Exemplare hier wurden zum Teil mit einer ganz neuen Technik ans Tageslicht befördert, nämlich mit dem Hau-den-Lukas-Hackstyle meiner Cousine. Mit beiden Händen wird der Stil der Hacke gepackt, die dünnen Ärmchen spannen sich an, die Hacke wird weit nach hinten über den Kopf geschwungen und dann: *BAM!BAM!BAM!*!! Respekteinflößender als ne Horde Bullterrier auf Fleischentzug, ich sag´s euch. Innerhalb von Sekunden wird das Feld sozusagen umgepflügt und die Kartoffeln schießen nur so ans Tageslicht. Mit dem Nebeneffekt, dass die wenigen größeren Exemplare schon gleich fein säuberlich mit dem scharfen Eisen der Hacke in der Mitte durchtrennt werden, wofür sich das arme Mädchen zuerst eine Schelte einfängt, was aber im Nachhinein betrachtet doch ganz praktisch ist, so spart man sich zumindest etwaiges Halbieren zuhause. Jedenfalls ist es selbstredend, dass dies für mich die besten Kartoffeln sind, die ich bekommen kann. Und sie haben ein besonderes Rezept verdient, bei dem sie ihre Form behalten dürfen und nicht zu Brei verarbeitet oder zerschnitten werden.


Für 2 Portionen:
500 g kleine, neue Kartoffeln
4 EL Olivenöl
1 TL frische Thymianblättchen
1 gestr. TL Paprikapulver
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
400 g stückige Tomaten
1 EL Zitronensaft
1 TL brauner Zucker
2 TL Tomatenmark
1 EL Balsamico-Essig
1 gestr. TL getrockneter Thymian
ca. 10 schwarze Oliven
1 EL Kapern
100 g Feta-Käse
1/2 Bund Petersilie, grob gehackt

Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kartoffeln nur kurz unter fließendem Wasser säubern, die Schale ist bei neuen Kartoffeln ganz zart und kann dranbleiben. Kartoffeln in einer Schüssel mit 3 EL Olivenöl, den Thymianblättchen und dem Paprikapulver vermengen, ruhig die Hände dafür benutzen, dann klappt es besser. Alle Kartoffeln sollen schön mit dem Öl benetzt sein. Kartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im Ofen ca. 45 Minuten backen, dabei 1-2 mal wenden.


Währenddessen in einer Pfanne das übrige Öl erhitzen und Schalotten und Knoblauch darin anbraten. Paprika dazugeben und eine Minute weiterbraten. Die Tomaten, Zitronensaft, Zucker, Tomatenmark, Essig und Thymian dazugeben, gut verrühren und ca. 15 Minuten einkochen lassen. Es soll eine sehr dickflüssige Sauce entstehen. Die Kapern grob hacken, Feta zerbröckeln und beides zusammen mit den Oliven zu den Tomaten geben.
Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, sie sollten jetzt schön knusprig gebräunt und vor allem gar sein. Zu den anderen Zutaten in die Pfanne geben, vorsichtig umrühren, ordentlich salzen und pfeffern und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Sonntag, 27. Juni 2010

Von Bienchen und Blümchen: Ziegenkäse-Tartelettes mit Honig und ein kleiner Ausflug

Vor ein paar Wochen schon habe ich bei einer Laufrunde im Darmstädter Wald entlang der Fasaneriemauer eine wahre Perle entdeckt: Eine kleine Imkerei, deren Honig so gut schmeckt, dass man nie wieder einen anderen essen möchte! Ich esse Honig nicht nur gerne auf´s Brot, sondern verwende ihn auch öfter in der Küche, also habe ich gleich zwei große Gläser feinsten Blütenhonig eingepackt. Die kleine Verkaufsstelle mit Kaufladen-Charme liegt nur ein paar Schritte von den Wabenkästen entfernt, es herrscht emsiges Treiben und das Summen der Bienen ist schon deutlich zu hören. 


Nun gehöre ich zwar nicht zu den Menschen, die in Panik ausbrechen, wenn ein kleines Bienchen um sie herumschwirrt, vor so einer ganzen Meute habe ich allerdings einen Heidenrespekt. Aber interessant ist es schon... Und Imker können scheinbar nicht nur Honig machen sondern auch Gedanken lesen und so fragt der nette Herr Raich: "Wollen Sie mal die Waben anschauen?" Na klar! Gedanklich sehe ich mich zwar schon im Zickzack durch den Wald rennen, dicht gefolgt von einem zu einer schwarzen Traube vereinten Bienenschwarm, aber die Neugier überwiegt und ich stürze mich im wahrsten Sinne des Wortes ins Getümmel. Jetzt bloß nicht mit den Armen fuchteln! Und Mund zu! Herr Raich zeigt mir zuerst eine der großen Waben, auf der man deutlich sehen kann, dass schon ein Teil davon mit einer dünnen Wachsschicht verschlossen ist. Darunter reift der Honig, der später auf meine Ziegenkäse-Tartelettes wandert! 


Ich staune, denn aus direkter Nähe habe ich sowas noch nie gesehen. Und faszinierend, was die kleinen Tierchen für Meisterleistungen vollbringen! "Das da ist die Königin." Mein Staunen wechselt um in Ehrfurcht (Mund zu, hab ich doch gesagt!), denn die Bienenkönigin ist für mich schon fast ein Mythos.   Früher wurde mir oft von ihr erzählt und auf Fotos im Bio-Unterricht habe ich sie natürlich auch gesehen, aber live? Nee. Ganz schöner Brummer, im Vergleich zu den anderen. Und man bedenke, die Dame hat einen ganzen Hofstaat unter der Fuchtel! 


Da für Nachwuchs gesorgt werden muss und nicht nur der Honig sondern auch die Bienen von Herrn Raich sehr begehrt sind, hat er extra kleine Kästen aufgestellt, in denen sich die Brut ungestört entwickeln kann. Zum Schluss präsentiert er mir ein paar frisch geschlüpfte Bienen. 


Wir plaudern noch ein bisschen und ich erfahre allerhand über die Imkerei und das Leben (und leider auch Sterben) der Bienen. Ich erfahre, wie wichtig es ist, die regionalen Bestände zu pflegen und zu erhalten und was für eine Arbeit damit verbunden ist. Denn ohne die Bienen stünde das gesamte ökologische System auf der Kippe, da sie wichtige Bestäuber für unzählige Pflanzen sind. Und, nicht zuletzt: Ohne Honig wäre die gute Küche um einiges ärmer!

Hier kommt das Rezept für 4 kleine Tartelettes:
1 Packung TK-Blätterteig
1 TL Öl zum Bepinseln
Erbsen oder andere getrocknete Hülsenfrüchte zum Blindbacken
2 EL Olivenöl
2 kleine Schalotten, fein gehackt
4 Tomaten, in kleine Stücke gehackt
2 EL Balsamico-Essig
Salz
1 TL Honig
4 Scheiben Ziegenkäse (ca. 1 cm dick)
4 TL Honig zum Beträufeln
ein paar Zweige Thymian


Backofen auf 200°C vorheitzen. Blätterteig aufrollen und 4 Stücke in der Größe der Tarteförmchen ausschneiden. Die Tarteförmchen dünn mit Öl bepinseln und mit Blätterteig auslegen. Mit Erbsen zum Blindbacken befüllen und für 7-8 Minuten in den Ofen geben. Herausnehmen, Erbsen entfernen und Förmchen mit Teig bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen, Schalotten darin andünsten, Tomaten dazugeben und ein paar Minuten köcheln lassen. Mit Balsamico-Essig ablöschen und weiter einkochen lassen. Etwas salzen und mit Honig abschmecken. 
Die Tomatenmasse auf die Förmchen verteilen, je eine Scheibe Ziegenkäse darauf legen, mit je einem TL Honig beträufeln und ein paar Blättchen Thymian darübergeben. Zurück in den Ofen damit und in ca. 10 Minuten fertig backen, bis der Käse leicht zerlaufen ist. Tartelettes aus der Form nehmen und zu einem frischen, grünen Salat servieren. 


Vielleicht gibt es in eurer Nähe ja auch eine Imkerei, die Honig direkt verkauft. Oft findet man Imkereistände auch auf Wochenmärkten. Ich finde es jedenfalls klasse, dass ich meine Honigproduzenten jetzt quasi einmal persönlich kennen lernen durfte, und sie waren alle nett und haben nicht gestochen. Ein herzliches Dankeschön, Herr Raich, für den interessanten Einblick ... und den guten Honig!

Montag, 24. Mai 2010

Die wilden Hühner: Hähnchen-Saltimbocca mit Tomatenspaghetti und Rucola

Nachdem kürzlich erst der Fleischwolf-Schocker an der Reihe war, könnte ich euch als nächsten Horror-Schwank aus der Kindheit die Geschichte vom Kopflosen Gockel erzählen. An diese muss ich immer denken, wenn ich Hühnchen esse. Aber erstens ist heute das Wetter zu schön für düstere Gedanken und zweitens ist das hier keine Geisterbahn und ihr sollt euch nicht ängstigen. Deswegen verzichte ich auf Details wie diese, dass der Gockel, nachdem ihm der Kopf mit einem rostigen Beil abgeschlagen wurde, blutspritzend über den Hof rannte und erst nach ein paar Metern hinter der Scheune zu Fall kam und den Geist aufgab. So richtig mochte ich sowieso nicht an ein Splatter-Hähnchen glauben und auf meine Nachfrage, was denn um Himmels Willen in das arme Tier gefahren sei, hieß es nur "Nervenzuckungen". Is klar, ne. Aber rennt noch über den Hof wie eine gesengte...! Wie dem auch sei, hier kommt das Rezept.


Zutaten für zwei Personen:
2 Hähnchenschnitzel
2 Scheiben Parmaschinken
6 Salbeiblätter
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

2 große, fleischige Tomaten
2 EL Olivenöl
1/2 rote Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe geschnitten
1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
50 ml Weißwein
1 Handvoll Rucola
Salz, Pfeffer
250 g Spaghetti


Die Hähnchenschnitzel flach klopfen, auf beiden Seiten salzen und pfeffern und jeweils die untere Hälfte mit einer Scheibe Parmaschinken und drei Salbeiblättern belegen. Die obere Hälfte darüber klappen und die Ränder mit Holz- oder Metallspießen verschließen. 
Tomaten in einen Topf mit kochendem, leicht gesalzenem Wasser geben und sprudelnd kochen lassen, bis die Haut aufplatzt. Herausnehmen und mit kaltem Wasser abschrecken. Jetzt lässt sich die Haut leicht entfernen. Die gepellten Tomaten grob würfeln. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch und Chiliringe darin andünsten und mit Weißwein ablöschen. Gewürfelte Tomaten dazugeben, salzen und pfeffern, und ein paar Minuten köcheln lassen. Zum Schluss den Rucola dazugeben. 
Währenddessen die Nudeln nach Packungsangabe abkochen und die Saltimbocca zubereiten. Dafür 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Saltimbocca von beiden Seiten anbraten, bis sie gerade gar sind. Schnell die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und zu der Tomaten-Rucola-Sauce in die Pfanne geben. Alles gut vermischen und zusammen mit den Hähnchen-Saltimbocca auf vorgewärmten Tellern anrichten. 


Die Idee für das Hähnchen-Saltimbocca stammt von der Chaosqueen, ich wollte es eigentlich hier schon einmal machen. Die Tomatenspaghetti basieren auf einem Jamie-Oliver-Rezept aus seinem Italien-Kochbuch, sie werden eigentlich mit Garnelen zubereitet - auch lecker!