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Dienstag, 9. September 2014

Pastéis de Nata: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Nach mehr als zwei Wochen Portugal mit durchgehend Sonnenschein, Planalto in rauen Mengen und mehr Meeresfrüchten, als ich sie in den letzten 10 Jahren gegessen habe, war meine Reaktion bei der Landung in Deutschland Ende August in etwa folgende:

1.   

2. "Halt mal meine Tasche, ich muss schreiend im Kreis rennen."
3. (Onomatopoetische Nachahmung)

Es lässt sich nicht schönreden: Mit dem Öffnen der Flugzeugtür kam die Wetterdepression, der Sommer ist vorbei und bleibt es, bis auf ein kurzes Aufbäumen in den letzten Tagen, bis heute. Aber statt Trübsal zu blasen würde ich vorschlagen, wir freuen uns jetzt alle auf einen goldenen Herbst und ich hole die Urlaubsstimmung mit exzessivem Backen von Pastéis de Nata, diesen wunderbaren kleinen portugiesischen Blätterteigtörtchen mit Puddingcreme, und Urlaubsbildern in Endlosschleife zurück. Wollt ihr ein bisschen mitschauen (und später auch gerne mitbacken)?

Tavira: Brücke und Hafen

Et voilá, wir befinden uns in Tavira, einem kleinen Fischerstädtchen an der Algarve, traumhaft schön und vollgepackt mit guten Dingen. Vor allem Essen. Vor allem Fisch. Meine Tante und mein Onkel aus Heidelberg (aka la Tooont und das Brikett, weil mein Onkel innerhalb weniger Tage gebräunter war als der gebräunteste portugiesische Gigolo) verbringen hier seit vielen Jahren ein paar entspannte Wochen im Sommer und dieses Jahr hat es endlich mal geklappt mit einem kleinen Familienurlaub. Hallo ihr beiden, es war sooo schön! :-)

Fischmarkt in Tavira

Für jemanden wie mich, dessen Fischkonsum zuhause aus Solidaritätsgründen etwas eingeschränkt ist, weil der Herr der Schöpfung alles aus dem Meer mit verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe boykottiert, war die Markthalle um die Ecke mit dem riesengroßen Fischmarkt natürlich der Knaller und ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Frischer Fisch, soweit das Auge reicht! Wenn man dort durch die Gänge läuft, glitzert es manchmal im Haar, weil die Fischschuppen beim Ausnehmen und Häuten vor Ort nur so durch die Gegend fliegen. Es gab also sehr oft Fisch. Doraden, Robalo, Corvina, alles, was das Herz begehrt. Nur mit etwas Salz gewürzt, ein paar Kräutern und vielleicht Zitronen gefüllt, gegrillt.

Doraden und Robalo




Aber wir waren auch oft essen, am Fluss, in kleinen Gässchen, auf dem Berg mit Blick über die Stadt und das Meer. Da unten rechts auf dem Foto seht ihr den besten, butterzartesten Oktopus, den ich je gegessen habe.
Oktopuss-Salat
Was ich am Süden so liebe, ist die Vielfalt der Farben. Allein unser Häuschen war schon ein Garant für gute Laune, mit seinen türkis umrandeten Fenster- und Türrahmen und der zitronengelben Eingangstür, die, sobald wir vom Strand zurückkamen, den ganzen Abend offen stand. Der Eingang führt direkt in die Küche und so hatte man beim Kochen immer einen netten Ausblick nach draußen und die, die vorbeiliefen, hatten einen netten Einblick nach innen. Sogar die Müllbeutel dort sind hübsch fliederfarben!

Sehr viele Hauswände in Portugal sind über und über gekachelt. Wunderschöne Ornamente in vorwiegend Blautönen zieren die Stadthäuser und insgeheim hat man sich schon dabei ertappt, wie man sich Gedanken über eine mögliche Sommerresidenz für La Famiglia im Süden macht. Zumindest wäre das deutlich erschwinglicher als eine Vierzimmerwohnung im Rhein-Main-Gebiet. Und bunter, mit Meerblick, man säße an der Vinho Verde-Quelle, könnte jeden Tag Oktopus essen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Hauswände in Tavia gekachelt

Ok, nun zu den Törtchen: Für die Pasteis de Nata brauchte ich tatsächlich nur einen einzigen Versuch, damit sie fast so gut schmecken, wie im Urlaub. Fast deswegen, weil ihnen die portugiesische Seele fehlt, die man nur in der feinen Pasteleria in Tavira bekommt, in der meine Tante für meinen Onkel immer die kleinen Törtchen gekauft hat. Aber dennoch: Sie schmecken "formidable", wie hoffentlich mein lieber Onkel sagen würde. Ich behaupte steif und fest, dass es an folgendem Grundsatz liegt, an den ich mich jetzt und in Ewigkeit halten werde: "Wer backt schon mit Milch, wenn er auch Sahne haben kann?" Durch frische, cremige Sahne und noch frischere dunkelgelbe Eigelb und nur einem Hauch Mehl zum Binden bekommen die Pastéis de Nata eine perfekte Konsistenz. Was unglaublich wichtig ist: Der Blätterteig muss kalt sein, die Masse auch, bevor ihr sie in die Förmchen füllt, nur so wird der Teig knusprig und die Creme verbrennt nicht. Stellt den Teig notfalls zwischendurch bzw. mitsamt Form nochmal kalt. Das Rezept ist ausgelegt für Formen mit einem Volumen von etwa 75 ml, was ihr mit einer einfachen Muffinform gut hinbekommt. Und der Backofen muss brennen! ;-)

Pasteis de Nata Rezept



Hier kommt das Rezept für 6-7 Pastéis de Nata:

4 große Eigelb
250 ml Sahne 
100 g feiner Zucker
1 EL Mehl (nicht ganz gehäuft aber etwas mehr als gestrichen)
1 Prise Salz
1 gut gemeinte Messerspitze geriebene Zitronenschale
250 g Blätterteig
Puderzucker zum Bestäuben

Zuerst heizt ihr den Ofen auf 250 Grad vor. Besser noch ein bisschen mehr, wenn es geht. Für die Creme Eigelb und Sahne mit dem Schneebesen in einem Topf verquirlen, Zucker einrieseln lassen, das Mehl darüber sieben, Zitronenschale zufügen und alles zu einer glatten Masse verrühren. Nun das Ganze langsam unter Rühren erhitzen, die Masse kurz aufkochen und etwas eindicken lassen, dabei ständig weiterrühren. Die Creme vollständig erkalten lassen, dabei nicht zuviel naschen. ;-)
Den Blätterteig erst dünn ausrollen, dann zu einer festen Rolle aufrollen. Sie sollte mindestens 2 cm dick sein. Von der Rolle etwa 1,5 cm breite Stücke abschneiden (insgesamt sollten es 6 sein). Die Stücke mit der Schnittfläche nach unten in die Form setzen. Hände mit etwas Wasser benetzen und die Stücke flach in die Form drücken, dabei einen Rand bis fast zum Rand der Form formen. Masse auf den Böden verteilen. Auf mittlerer Schiene etwa 10-15 Minuten backen. Die Pastéis de Nata sollen oben schön bräunen und unten knusprig sein. Nach dem Auskühlen könnt ihr sie einfach vorsichtig mit einem Messer herauslösen, durch das Fett vom Blätterteig fallen sie fast wie von selbst aus der Form.

Wie ihr auf dem Foto seht, haben meine Pastéis de Nata einen klitzekleinen Schönheitsfehler: Der dunkle Rand. Den könnt ihr aber ganz einfach vermeiden, indem ihr die Masse nur bis etwa einen cm unter den Blätterteigrand füllt, dann läuft sie nicht über. Und es gibt vielleicht sogar ein Pastel mehr! Ich war schlichtweg zu gierig. :-)
Habt eine schöne Woche und bis bald!

Samstag, 19. April 2014

Resurrection Rolls: Auferstehungsröllchen oder wie ein Marshmallow den Verschwinderowski macht

Pünktlich zu Ostern haben wir uns wieder zur familiären Vollversammlung auf dem Lande zusammengefunden und ich wollte euch eigentlich nur schnell die süßen „echten“ Osterlämmchen zeigen, die die Aprilsonne neben unserem Apfelgrundstück genießen. 

Osterlämmer
Schafe an Ostern





Was dann dazwischen kam, war die Erinnerung an ein amerikanisches Ostergebäck, über das ich vor Ewigkeiten mal gestolpert bin. Wusstet ihr, dass es in Amerika tatsächlich vielerorts gang und gäbe ist, Kindern die Auferstehungsgeschichte anhand von „Resurrection Rolls“ (Auferstehungsröllchen finde ich btw eine nette Übersetzung) zu erklären? Hier die Kurzfassung: Jesus (Marshmallow) wird gesalbt (Butter), anschließend in Tücher gehüllt (Zimt und Zucker) und ja, dann geht´s ab ins Grab (Blätterteig + Backofen). 

Resurrection Rolls


Nach 20 Minuten Backzeit dann die Auferstehung. Marshmallow verschwunden, Grab leer. Ich finde das ganze wirklich so dermaßen absurd, dass ich es euch erstens erzählen, und zweitens natürlich ausprobieren musste. Am besten eignet sich das ganze tatsächlich zur Kinderbespaßung (wobei ich persönlich die Geschichte drumherum lieber weglasse und das Rezept nicht auf Ostern beschränke, sondern als "Ich kann magische Verschwinderowski-Röllchen backen"-Geburtstagseinlage für die Zwergenmeute zweckentfremde).

Auferstehungsröllchen


Hier kommt das Rezept für etwa 8 Resurrection Rolls: 

1 Portion Blätterteig, selbstgemacht oder aus dem Kühlregal 
5 EL Zucker 
1 TL Zimt 
3 EL Butter 
8 Marshmallows 

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Blätterteig in 8 gleich große Stücke teilen. Zucker und Zimt miteinander vermischen. Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen und Marshmallows darin wenden, anschließend in der Zucker-Zimtmischung wenden. Je ein Marshmallow auf ein Stückchen Blätterteig setzen und Blätterteig darum wickeln. Enden gut verschließen, sonst läuft beim Backen alles raus. Im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten goldgelb backen. Wenn man sie nun aufbricht, ist der Marshmallow verschwunden.

Ostergebäck


Ich wünsche euch allen schöne Osterfeiertage! Und wer ganz ganz schnell noch ein paar feine Rezeptideen sucht (die selbstverständlich auch außerhalb von Ostern 1a durchgehen, falls die Läden schon zu haben), dem sei diese Osterrezeptesammlung empfohlen. Mit dabei: Cucina Piccina, Compliment to the Chef, Arthurs Tochter, Rough Cut Blog, Zucker, Zimt und Liebe, Anonyme Köche, Lykellig, Photisserie und Backen macht glücklich.

Lämmchen Landleben

Dienstag, 17. April 2012

Alles auf einmal: Schoko-Cola-Hasen-Kuchen, Spargel-Blätterteig-Stangen und der einfachste Flammkuchen überhaupt

Wenn wie am letzten Wochenende eine kleine Feier und Besuch aus der badischen Heimat anstehen, ist das die perfekte Gelegenheit, um für den Nachmittagskaffee meine derzeitige Number One auf dem Nachbackstapel auszutesten: Den Schoko-Cola-Kuchen, den ich schon Anfang des Jahres bei Paules Kitchen entdeckt habe. Ja und was soll ich sagen? Das Rezept ist, wie von Paule gewohnt, gelingsicher und der Kuchen ist hiermit felsenfest und bombensicher für alle Zeiten ins Back-Repertoire gewandert. Ich reihe mich nahtlos in den Fanclub der glücklich machenden Hüft-Tortur ein. Probiert ihn aus, wirklich, er ist der Knaller. DAS IST EIN BEFEHL!! Der Hase hat sich übrigens in den Namen der dunklen Schoko-Cola-Verführung nur deswegen eingeschlichen, weil ein monströser Zartbitter-Schokoladen-Osterhase darin ein würdiges Ende als Backzutat gefunden hat. 


Hier kommt das Rezept von Paule für eine Springform mit 23 cm Durchmesser (dann wird der Kuchen höher, so wie bei Paule. Meine Form hatte einen Durchmesser von 26 cm und wurde dementsprechend flacher): 

Für den Teig: 
200 g Butter 
200 g Cola 
175 g Vollmilch 
50 ml Sahne 
220 g Weizenmehl Type 550 
3 Teelöffel Weinsteinbackpulver 
1/4 Teelöffel Backnatron 
50 g Kakaopulver 
1 Prise Salz 
1/2 geriebene Tonkabohne (alternativ Vanillemark von 1 Schote) 
240 g Rohrohrzucker 
2 Eier 

Für den Überzug: 
160 g dunkle Kuvertüre, mindestens 60% 
70 g Vollmilch 
70 g Sahne 
2-3 ganze Tonkabohnen 
1 Esslöffel Sirup (ich habe Agavendicksaft genommen) 
1 Esslöffel Butter 
wer mag: gehackte und geröstete Kakaobohnen von Valrhona (bei mir waren es Schokoladensplitter) 

Zubereitung: 
Butter und Cola in einem kleinen Topf bei geringer Hitze erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist, nicht kochen. Abkühlen lassen und Milch und Sahne unterrühren. Topf beiseite stellen. 
Form mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten, Backofen auf 180°C vorheizen. 
Mehl, Backpulver, Natron und Kakaopulver in eine Schüssel sieben. Salz, geriebene Tonkabohne und Rohrohrzucker hinzugeben und alles gut vermischen. 
In die Mitte eine Mulde drücken, Eier hineinschlagen und leicht verquirlen. Dann langsam die flüssige Mischung hineingießen und gut unterrühren. Der Teig bleibt recht flüssig. 
Teig in die Springform füllen im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten backen. Nicht zu lange backen, zum Ende hin Stäbchenprobe machen. (Bei mir waren es 55 Minuten und am Stäbchen hin noch ein klitzekleines bisschen Teig, so war es für uns jedoch perfekt). 
Kuchen noch 15 Minuten in der Form ruhen lassen, dann vorsichtig herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. 

Für die Glasur Kuvertüre sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Milch und Sahne mit Tonkabohnen aufkochen und durch ein Sieb über die Schokolade gießen (Tonkabohnen abwaschen, gut trocknen lassen und separat aufbewahren; so kann man sie bis zu 7 Mal verwenden). Kurz ruhen lassen, dann mit einem Teigspatel vorsichtig vermischen. Sirup (Agavendicksaft) und Butter unterrühren und den abgekühlten Kuchen mit der Glasur überziehen. Mit Schokoladensplittern oder gehackten Kakaobohnen bestreuen. 

Laut Paule hält sich der Kuchen einige Tage und schmeckt am besten, wenn er einen Tag geruht hat. Bei uns hatte er dazu leider keine Gelegenheit! ;-) Vielen Dank für das tolle Rezept! 



Nach dem Kaffeekränzchen (und wenn wir ehrlich sind auch schon davor und währenddessen) war es natürlich an der Zeit für Sekt. Ich liebe Sekt! Und zum Sekt haben wir gerne was Kleines zum Knuspern. Wie sicher der ein oder andere schon festgestellt hat, stehe ich diesbezüglich total auf Blätterteig. Ich finde, es gibt kaum eine bequemere Möglichkeit, um schnell ein paar feine Häppchen zu zaubern, die gut schmecken und außerdem hübsch aussehen. Aus Gründen der Zeitersparnis und Nervenschonung habe ich allerdings auch diesmal wieder ohne mit der Wimper zu zucken ins Kühlregal gegriffen, statt den Teig selbst zu machen (iiirgendwann ...). Es gab außerdem schon so schön knackigen grünen Spargel auf dem Markt, da konnte ich nicht widerstehen und habe ihn einfach eingewickelt. 

Hier kommt das Rezept für ca. 28 Stück: 
28 Stangen grüner Spargel 
1 Packung Fertigblätterteig (rechteckig) 
1 Eigelb 
1 EL Milch 
Flor de Sel 
3 EL geriebener Parmesankäse 

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Spargel in kochendem Salzwasser kurz bissfest garen. Herausnehmen, kalt abschrecken und beiseite stellen. 

Den Blätterteig einmal längs halbieren und dann in ca. 1,5 cm breite Streifen schneiden. Jeweils einen Streifen etwas langziehen und um eine Spargelstange wickeln. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Eigelb mit Milch verquirlen und die Spargel-Blätterteigstangen damit bestreichen. Mit Flor de Sel und geriebenem Parmesankäse bestreuen und im Ofen ca. 25 Minuten goldgelb backen. 



Neben ein paar anderen Kleinigkeiten habe ich für uns noch Flammkuchen serviert. Das mache ich öfter, wenn Gäste kommen, denn der Teig lässt sich prima vorbereiten und schmecken tut es eigentlich jedem. Die Vegetarier bekommen eine Version mit Spinat und Feta-Käse oder Tomaten und Ziegenkäse. 


Wenn man die Zeit vergisst, ist ein Abend gut. Der letzte Flammkuchen wurde morgens um viertel nach fünf in den Backofen geschoben. Und jetzt schaut euch mal bitte die Form vom Teig an, denn hier schließt sich der Kreis: Wenn das kein Schoko-Cola-Hasen-Kuchen-Gedenkhase ist!! Total verrückt! 



Hier kommt das Rezept für 4 Flammkuchen:

10 g frische Hefe 
250 g Mehl und Mehl zum Arbeiten 
100 ml Buttermilch 
2 EL Olivenöl 
Salz 
2 Zwiebeln 
200 g Saure Sahne 
Salz 
200 g Bauchspeck (fein gewürfelt) 

Die Hefe in 25 ml lauwarmem Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken, das Hefegemisch hineingeben und mit etwas Mehl vom Rand vermischen. Die Buttermilch, 2 EL Öl und 1/2 TL Salz hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen mitsamt Blech auf höchster Stufe (bei mir waren´s 250° Grad) vorheizen. 

Zwiebeln schälen und fein hacken. Teig in vier Hälften teilen, jeweils auf Backpapier superdünn ausrollen. Saure Sahne leicht salzen und auf den Flammkuchen-Böden verteilen. Zwiebeln und Speck darauf verteilen und je einen Flammkuchen mitsamt Backpapier auf ein Gitter ziehen. Im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten backen, bis der Flammkuchen schön knusprig ist. Herausnehmen und sofort servieren. Nacheinander mit den restlichen Flammkuchen ebenso verfahren.

Leider gibt es davon kein Foto, ich habe ihn in Stücke geschnitten auf einem schön rustikalen Holzbrett einfach auf den Tisch gestellt und wir haben ihn mit der Hand gegessen. 



Und übrigens: Meine BRIGITTE-Rezeptstrecke gibt´s jetzt auch online zu sehen: KLICK
Und in Zukunft gibt´s jeden Monat ein Häppchen-Rezept von mir für BRIGITTE und vor allem für euch! KLICK
Die nächste Party kann kommen. Jii-haaaa! :-)

Montag, 5. Dezember 2011

Schnell vorbereitet: Wirsing-Pastete

What goes around, comes around, sagt man ja so schön. Und ich bin mir auch ganz sicher, dass da eine Menge dran ist. Am eigenen Leibe erfahren habe ich das letzten Freitag, als ich mich am Telefon gemeinsam mit einer lieben Freundin über deren kränklichen Freund und das Leiden der Spezies "Erkältete Männer" im Allgemeinen lustig machte. Wir lachten über die gleich mehrere Zentimeter vorgeschobene Unterlippe, über die sonst so starken Arme, die zitternd nach der Cola (!) auf dem Sofatisch ausgestreckt werden, über "ich kann nur Fußball schauen, alles andere verstärkt die Kopfschmerzen", über das Krächzen nach überdimensionalen Burgern statt nach Hühnersuppe und über die wundersame Heilung binnen Sekunden, wenn die Kumpels anrufen und gemeinsam mit dem Darniederliegenden um die Häuser ziehen wollen. Und wirklich, absolut aus dem Nichts heraus, fing dann am Nachmittag das Kratzen in meinem Hals an. Am Abend lag ich bereits mit fast 39 Grad Fieber und Schüttelfrost in der Kiste und habe glaube ich im Delirium all die verschnupften Männer mit dem Finger auf mich zeigen und sich einen Ast lachen sehen. An diesem Wochenende war ich trotz dieser fiesen Retourkutsche dennoch froh über zwei Dinge: Erstens über meine Abwehrkräfte, die doch zu funktionieren scheinen, denn ab Samstag ging es schon wieder bergauf und bis auf etwas Mattheit ist alles wieder gut. Zweitens habe ich mich über die Idee für dieses kleine Pastetchen gefreut, das so schön winterlich-deftig war, dass man auch mit zeitweise einbetonierten Geschmacksnerven eine Ahnung davon hatte, wie es schmeckt. Und ja, es ist schon wieder Wirsing ... ;-)


Hier kommt das Rezept für eine rechteckige Tarteform:
1 kleiner Kopf Wirsing
1 EL Öl
1 Zwiebel, fein gewürfelt
80 g Speck, fein gewürfelt
3 EL Sahne
Salz, Pfeffer
1 Packung Blätterteig, rechteckig (selbst gemacht ist natürlich besser)
1 TL Öl
1 Ei
1/2 Kugel Mozzarella, in feine Scheiben geschnitten.
etwas Milch


Vom Wirsing den Strunk entfernen, die Blätter waschen, gut abtropfen lassen und in Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin unter Rühren andünsten. Speck dazugeben und ein paar Minuten mitbraten. Wirsing hinzufügen und dünsten, bis er zusammenfällt. Dabei öfter umrühren. Zum Schluss die Sahne unterrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, und die Masse zum Auskühlen beiseite stellen. Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Den Blätterteig rechteckig ausrollen und längs zerteilen. Backform mit 1 TL Öl einpinseln. Mit der einen Hälfte des Teigs die Form auslegen, aus der anderen Hälfte je nach Geschmack Motive ausstechen, dabei darauf achten, dass die Platzierung passt. Die ausgestochenen Motive neben die Motivlöcher (gibt es eigentlich ein schöneres Wort dafür?) setzen und vorsichtig andrücken. Ei trennen, das Eiweiß unter die Wirsingmasse rühren, das Eigelb in einem kleinen Schälchen mit etwas Milch verquirlen. Die Wirsingmasse in die Form geben und glatt streichen. Mozzarellascheiben so auf die Masse legen, dass sie später genau unter den Löchern der ausgestochenen Motiven liegen. Die verbleibende Hälfte Blätterteig vorsichtig auf die Wirsingmasse legen und an den Rändern etwas festdrücken. Überstehende Teigreste entfernen, diese kann man, so wie ich es gemacht habe, noch für die Verzierung des Randes nutzen, indem man sie zu langen Strängen rollt und am Rand entlang auslegt. Die gesamte  Pastete mit Eigelb bestreichen und im vorgeheizten Backofen ca. 35 Minuten backen, bis die Oberfläche schön goldgelb ist. Zum Servieren die Pastete in ca. 5 cm breite Stücke schneiden. 


Die Pastete schmeckt auch kalt sehr gut. Wenn ihr keine rechteckige Form habt, könnt ihr natürlich auch eine runde Form nehmen, dafür braucht ihr etwas mehr Blätterteig. Was ich mir auch gut vorstellen kann, sind viele kleine Mini-Pastetchen für ein winterliches Buffet. Hierfür würde ich, quasi wie bei Ravioli, auf eine Hälfte des Teigs kleine Häufchen von der Wirsingmasse im Abstand von ca. 3 cm setzen, die Zwischenräume mit Eigelb bepinseln, die andere Hälfte obendrauf legen und gut andrücken, dann in Form schneiden und mit Eigelb bepinselt backen. Guten Wochenstart euch, und bleibt mir gesund! 

Dienstag, 12. Juli 2011

Von der Rolle II: Blätterteigschneckchen mit Schinken

Leute, Leute, war das eine Woche! Und ein Wochenende! Gibt es wohl etwas schöneres, als mit lustigen und lieben Menschen zu feiern? Aber natürlich! Mit lustigen und lieben Menschen zu feiern UND zu essen. Sei es in Freiburg der feine Flammkuchen mit Verena auf dem ZMF, der frisch auf riesenhaften Blechen über einem Feuerchen im Holzofen gebacken wird, oder der obligatorische vegetarische Yufka mit Bärbel (hallo!) vom Uni-Döner, Euphrat oder Kebaphaus, der als Grundlage zu Beginn und zur finalen Katervorbeugung am Ende einer Kneipentour dient, oder das feine Geburtstagsbuffet bei Arthurs Tochter, das mit karamellisierten Kirschtomaten, köstlichem Chili und anderen Leckereien aufwartete und eine eh schon tolle Party perfekt machte. Ach ja, tollen Wein gab es da übrigens auch. Ich habe allerdings fast nur Wasser getrunken... *hust*... komisch, dass ich am Ende so seltsam doppelt gesehen habe. Jedenfalls, wenn man selbst etwas zum Essen beisteuern möchte, ist es gut, wenn man Zeit hat, dann kann man sich richtig schön austoben. Aber ratet, was diesmal bei mir der Fall war. Da ich schon im Voraus wusste, dass es ein bisschen knapp in der Küche werden könnte, habe ich mich für eines meiner Lieblingsrezepte entschieden, das ich schon seit Jahren immer wieder für Parties zubereite, wenn es schnell gehen muss. Here we go...


Hier kommt das Rezept für ca. 18 Schneckchen:
1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal, rechteckig)
125 g Katenschinken, gewürfelt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
100 g Schmand
1 Eiweiß
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
1 Eigelb, 1-2 EL Milch

Backofen auf 200°C vorheizen. Katenschinken, Zwiebel, Schmand, Eiweiß und Petersilie in einer Schüssel gut miteinander vermischen und ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen. Blätterteig ausrollen (dabei auf dem Backpapier liegen lassen), und die unteren zwei Drittel der langen Seite mit der Masse belegen. Nun mit Hilfe des Backpapiers den Teig zu einer langen Rolle rollen. Die "Naht" gut festdrücken und mit einem scharfen Messer die Rolle in ca. 1,5 cm breite Stücke schneiden und diese mit der Schnittfläche nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Beim Schneiden verlieren die Schneckchen ihre Form ein wenig, später beim Backen gleicht sich das aber von alleine wieder aus. Das verbleibende Ei trennen, das Eigelb mit 1-2 EL Milch verrühren und damit die Schneckchen bestreichen. Ab in den Ofen und ca. 25 Minuten backen. Man kann auch Mini-Schneckchen machen, hierfür wird der ausgerollte Blätterteig vor dem Belegen der Länge nach halbiert. Mit den beiden Teighälften folgt dann das gleiche Procedere wie oben beschrieben.


Die Schinkenschneckchen sind quasi die carnivore Variante meiner Spinat-Feta-Schneckchen, am besten macht ihr für eine Party beide zusammen, dann sind auch die Vegetarier froh!