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Donnerstag, 14. März 2013

Currymania: Chicken Tikka Masala

Tikka klingt irgendwie abgefahren, findet ihr nicht? Mich erinnert es sowohl an Pippi in Taka Tuka Land als auch an David Hasselhoff. An Letzteren, weil ich bei dem Wort Tikka zunächst an dieses Lied denken muss, dessen Beat mich quasi in die Fernsehwelt meiner Jugend zurückkatapultiert, weil es mich an die coolste der coolen Serien erinnert. Und ich oute mich hiermit: Ja, ich war Knight Rider-Fan. Und ich wollte einen schwarzen Pontiac Firebird Trans Am haben. Inklusive David Hasselhoff auf dem Beifahrersitz. Heute bin ich natürlich froh, dass ich mein Tikka Masala nicht mit dem Ex-Bademeister teilen muss. Chicken Tikka Masala ist übrigens das indische Allerweltsgericht schlechthin – wobei Allerweltsgericht stimmt, indisch offenbar nicht. Denn Mrs. Wiki von und zu Pedia hat mir geflüstert, dass es angeblich in England entstanden ist, um die dortigen Essgewohnheiten irgendwie mit indischem Essen zu vereinbaren. Und dort ist es bis heute eines der beliebtesten Gerichte. Also, wir ahnen es bereits: Feine Rezepte für Chicken Tikka Masala gibt es ganz bestimmt wie Sand am Meer. Was für ein Glück auch, dass die liebe Tante beim klar Schiff machen und Kochbücher an die Nachbrut verteilen ganz ohne es zu merken ausgerechnet quasi DAS Chicken Tikka Masala-Rezept, das ich schon immer gesucht habe, zutage befördert hat: Absolut einfach zuzubereiten, absolut oberlecker und absolut am zweiten Tag sogar noch besser! Dass nämlich ein gutes Curry Leib und Seele wärmt, habe ich ja schon bei meinem Lieblings-Bombay-Curry immer gesagt. Das Tikka Masala hier wärmt nicht nur Leib und Seele, sondern hat bei mir auch noch das Ausflipp-Zentrum im Gehirn aktiviert, weil ich die Paste, mit der man das Hühnchen so schön mariniert, so toll fand. Übrigens sieht es auf den Bildern leider ein bisschen trocken aus, was es aber überhaupt nicht war. Im Gegenteil, es ist auf der Zunge zergangen, vor allem am zweiten Tag. Lässt sich also auch 1a vorbereiten. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
Für das Hähnchen: 
½ Zwiebel, grob gehackt 
4 EL Tomatenmark 
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen 
ein ca. 2 cm großes Stück Ingwer, geschält und grob gehackt 
Saft von ½ Zitrone (ich hatte eine sehr kleine Zitrone, ggf. genügen auch 2-3 EL) 
2 Knoblauchzehen, gepresst 
2 TL Chilipulver 
350 mageres Hähnchenfleisch ohne Haut und Knochen, etwa Brust 
Salz und Pfeffer 

Für die Masala-Sauce: 
2 EL Ghee (habe ich nie im Haus und greife auf Sonnenblumenöl zurück) 
1/2 Zwiebel, gehackt 
1 geh. TL schwarze Zwiebelsamen (Kalonji-Seeds, gibt´s in jedem Asia-Laden) 
2 Knoblauchzehen, gepresst 
1 frische grüne Chilischote 
150 g stückige Tomaten aus der Dose 
3 EL Naturjoghurt (3,8 % Fett) 
200 ml Kokosmilch 
1 EL frisch gehackter Koriander 
1EL frisch gehackte Minze 
1 EL Zitronensaft 
½ TL Garam Masala 








Zwiebel, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Ingwer, Zitrone, Knoblauch, Chilipulver, Salz und Pfeffer im Mixer pürieren. Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden und mit der Gewürzmischung vermischen. Mindestens zweit Stunden marinieren lassen. 
Für die Sauce Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel dazugeben und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten andünsten. Zwiebelsamen, Knoblauch und Chili dazugeben und mitdünsten, bis sie ihr volles Aroma entfalten. Tomaten, Joghurt und Kokosmilch unterrühren, aufkochen und 20 Min. köcheln lassen. 
Hähnchenstücke in der Zwischenzeit auf 3-4 eingeölte Spieße verteilen und etwa 15 Minuten unter dem heißen Grill im Backofen braten, dabei öfter wenden. Hähnchen vom Spieß ziehen und in die Sauce geben. Mit Koriander, Minze, Zitronensaft und Garam Masala abschmecken und mit Reis oder Naan-Brot servieren. 
Übrigens habe ich nur ein Spieß im Backofen gegrillt – quasi als Test. Die restlichen Spieße habe ich einfach in einer großen beschichteten Pfanne in wenig Sonnenblumenöl angebraten – und ich bilde mir ein, das Fleisch ist dadurch sogar noch saftiger geblieben. 



Ein klitzekleiner Hinweis für alle netten Mailschreiber/innen: Ich hatte ein kleines Problemchen mit der Weiterleitung meines Blog-Mailpostfachs und es hat sich deswegen ein bisschen was angehäuft. Da ich, was das Bloggen betrifft, noch nicht ganz back to normal bin, werde ich jetzt alles nach und nach abklappern, bitte entschuldigt, wenn es noch „e wengele“ dauert. :-)

Montag, 2. April 2012

Mit Lesestoff und Süppchen ab in den Frühling: Grüne Currysuppe mit Zuckerschoten und Garnelen

Woot woot! Was für ein traumhaftes Wochenende! Mit Mama-Besuch, Zuwachs für meine nostalgische Küchenhelfersammlung (demnächst werde ich euch das hübsche Teil vorführen) uuuuund: Mit der neuen BRIGITTE.



Die Rezeptstrecke für das feine Frühlingsmenü, die ich zusammen mit der BRIGITTE-Redaktion entwickeln und produzieren durfte, ist wunderschön geworden und ich muss immer noch vor Aufregung ein bisschen die Luft anhalten, wenn ich die Seiten durchblättere. Das Heft erscheint morgen, am 3. April. Soviel darf ich bestimmt verraten: Neben den Rezepten gibt es auch noch ein paar kleine Einblicke in die tollen zwei Tage, die ich mit dem BRIGITTE-Team in der riesenhaften Versuchskücke und im Fotostudio hatte. Hach, war das schön! 



Heute gibt es ein schnelles Süppchen, das ich bereits letzte Woche gekocht habe. Ich konnte nämlich endlich mal wieder ein Stück frische Galgantwurzel ergattern, was hier in da hood nicht immer einfach ist. Galgant schmeckt scharf und leicht bitter, er erinnert mich allen Unkenrufen zum Trotz tatsächlich ein bisschen an Ingwer. Grundsätzlich ist das Aroma dennoch anders, trotzdem könnt ihr ihn zur Not auch weglassen, falls ihr keinen auftreiben könnt. Der Galgant-Geschmack ist in dieser Suppe hier nicht tragend, er rundet nur ab. Nehmt dann einfach ein bisschen mehr Ingwer oder Zitronengras, je nach Gusto. Auf dem Foto hier unten seht ihr die Galgantwurzel im Vordergrund, hintendran liegt der Ingwer. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen 
Für die Currypaste: 
1 grüne Chilischote 
2 Halme Zitronengras 
1 daumengroßes Stück Ingwer (ein Damendaumen, bitte ;-)) 
ca. 2 cm langes Stück Galgant 
½ TL Korianderpulver (ich mag den Geschmack lieber als den von frischem Koriander, wer möchte, kann natürlich auch frischen verwenden, das passt für Korianderkrautliebhaber sicher toll). 
1 TL Erdnussöl 

Außerdem: 
150 g Zuckerschoten 
1 rote Chilischote 
1 EL Erdnussöl 
200 g Riesengarnelen, Kopf entfernt und geschält 
1 Dose Kokosmilch 
400 ml Gemüsebrühe 

Für die Currypaste Chilischote entkernen und in Ringe schneiden. Vom Zitronengras den weißen Teil fein hacken. Ingwer und Galgant schälen und in kleine Stücke schneiden. Alle Zutaten zusammen mit dem Koriander und 1 TL Erdnussöl mit dem Pürierstab fein pürieren. Beiseite stellen.

Zuckerschoten waschen und putzen. Rote Chilischote entkernen und in feine Ringe schneiden. Erdnussöl in einem Topf erhitzen, Chilis und Garnelen darin unter Rühren anbraten, bis sie gar sind. Herausnehmen und beiseite stellen. Currypaste ins Bratfett geben und 1-2 Minuten anrösten. Zuckerschoten hinzufügen, Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Garnelen und Chiliringe einlegen und servieren. Besonders hübsch sieht es aus, wenn man ein paar Garnelen auf ein Bambus- oder Holzspieß steckt und auf das Schälchen legt. 



Ach und übrigens: Wir haben gleich die doppelte Portion gemacht, wenn man am nächsten Tag das Süppchen nämlich noch ein wenig einkochen lässt oder mit etwas Speisestärke bindet, entsteht ein cremiges grünes Curry, das mit einer Hand voll Reis zu einem Ruckzuck-Abendessen wird. 
Habt eine tolle Woche!

Dienstag, 9. August 2011

Eine kleine Geschichte und ein schnelles Garnelen-Curry mit Chili

Jetzt wollte ich euch doch eigentlich mal den frisch renovierten Balkon vorführen und zeigen, wie dieses bisher verwitterte Stück Haus mit ein bisschen weißer Farbe und neuem Boden aussieht, aber weil das Wetter gerade einen auf dicke Hose macht, konnten die Handwerker das Gerüst immer noch nicht abbauen - zu gefährlich. Und deswegen sitzen wir nach wie vor wie in einem Hochsicherheitstrakt zwischen Stahlbalken und Drähten und es ist nicht besonders chic. Aber: Das für mich schönste Teil auf unserem Balkon ist ein kleiner Holztisch, den ich zusammen mit meiner Cousine restauriert habe. Bevor es heute etwas zu essen gibt, erzähle ich euch anstelle der Balkonfotos die kleine Tisch-Entstehungsgeschichte ...

Schon als Kind habe ich es geliebt im Haus meiner Oma auf dem Speicher, im Süßigkeitenschrank oder im Keller herum zu stöbern. "Stöwwern", wie sie sagt. Allerlei schöne Dinge kamen da zum Vorschein, alte vergilbte Fotos, die ersten Schulhefte meiner Mutter und manchmal auch eine vergessene Schnapspraline. Ganz besonders stöber-geeignet war und ist der Dachboden im kleinen Garagenhäuschen, das dazu auch noch einen Werkraum und einen Raum für Gartenutensilien umfasst. Vom Werkraum führt eine alte, steile Holztreppe auf den Dachboden, der voll mit alten Möbeln, Kartons und Krimskrams ist. Dazwischen lag auch der alte rosafarbene Esstisch meiner Oma und fristete nach Jahren als Familienversammlungsmittelpunkt ein trauriges Dasein. Als Kind interessierte ich mich aber nicht sonderlich für sperrige Einrichtungsgegenstände, sondern eher für geheime Poesiealben oder Spielzeug. Also geriet er wieder in Vergessenheit, bis ich eines Tages mit meiner Cousine wieder eine kleine Stöbertour auf dem Dachboden machte und das alte Tischchen quasi wieder entdeckte. Wir beschlossen dann, mit dem Einverständnis meiner Oma, ihm eine zweite Blütezeit zu verschaffen.


Los geht´s: Hilfe hatte ich also von meiner jüngsten Cousine (die mit dem Hackstyle), die nicht nur den Schwingschleifer im Schlaf bedienen kann, sondern nebenbei noch den Hund entertaint und uns, damit wir auch wie ECHTE Handwerker rüberkommen, ein kleines Tischchen mit zwei Dosen Bier bereit gestellt hat. Die coole Socke! Das Bier hat sie irgendwo im Keller zwischen alten Kartoffelsäcken und Apfelweinfässern gefunden, es gehörte noch unserem leider schon vor Jahren verstorbenen Opa und war seit 2004 abgelaufen. Macht ja nix, das Gefühl zählt. Ach, und ein Schwingschleifer ist übrigens ein nettes Accessoire, das ich (neben der Bohrmaschine) nicht mehr missen möchte. Man bräuchte ein extra-Abteil in einem begehbaren Kleiderschrank für Accessoires der besonderen ... ach, lassen wir das, ich schweife ab. Wir haben zuerst die Plastikfolie entfernt, die meine Oma auf der Tischplatte hat anbringen lassen, um sie vor Abnutzung zu schützen. Das war unser Glück, denn so war das schöne Holz bis auf ein paar Holzwurmlöcher gut erhalten. Dann haben wir den ganzen Tisch abgeschliffen, jedes Fitzelchen der alten Farbe entfernt, das Holz behandelt und versiegelt und das Gestell neu gestrichen. Mit diesem Ergebnis:


Die ganze Familie hat sich gefreut, dass das alte Tischchen in neuem Glanz erstrahlt ist, und wir waren zufrieden, dass sich die drei Stunden Mühe mit vor Schweiß triefenden Stirnen und blitzenden Handwerker-Dekolletés (und einer Menge Spaß!) gelohnt haben. Ein Geheimnis gilt es noch zu lüften: Wo ist die Schublade? Wir haben gesucht und gesucht und nichts gefunden. Oma behauptet aber steif und fest, dass sie irgendwo sein muss. Das Familienoberhaupt hat gesprochen, howgh, wir werden also weiterstöbern und hoffen, dass wir sie eines Tages finden. Weil ich jetzt schon so viel geredet habe, gibt es heute ein Blitz-Garnelen-Curry, das wir gestern gegessen haben. Einfach, schnell, scharf - und gut!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen:
1 EL Ghee (geklärte Butter, ersatzweise neutrales Öl)
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 zwei cm dickes Stück Ingwer, fein gerieben
je eine rote und grüne Chilschote, entkernt und in feine Ringe geschnitten
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL Garam Masala
1/2 TL Kurkuma, gemahlen
250 g Garnelen (ohne Schale, gewaschen und entdarmt)
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
1 Dose Kokosmilch (400 ml)
1/2 TL Salz
ein paar Stengel Petersilie, gehackt (oder Koriander)

Ghee in einer hohen Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili darin andünsten. Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Garam Masala und Kurkuma dazugeben und mit der Zwiebelmasse verrühren. Garnelen dazugeben, kurz anbraten, dann Tomaten einrühren und die Garnelen in den Tomaten garen lassen. Kokosmilch einrühren und noch einmal 5 Minuten kochen lassen. Zum Schluss das Salz unterrühren. Mit gehackter Petersilie bestreut servieren. 


Mit zwei Chilischoten kann das Gericht je nach dem, welche Sorte ihr erwischt, schon ein ziemlicher Burner sein, wer es lieber etwas milder mag, nimmt einfach weniger oder lässt sie ganz weg. Wir hatten Reis als Beilage, ich mag es nämlich so gerne, wenn er sich mit der Currysauce vollsaugt. 

Donnerstag, 13. Januar 2011

Heizt ein: Scharfes Blumenkohlcurry mit Couscous

Ich bin müde, mir ist kalt, ich habe Hunger! Ist da jemand schlecht gelaunt? Nee, ich habe doch hier das perfekte Gegenmittel, mit dem ich gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Der Duft nach orientalischen Gewürzen macht gleich viel wacher, Ingwer und Chili heizen ordentlich ein und mit einer kleinen Portion Couscous macht dieses Curry auch noch pappsatt - was will man mehr! 


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
1/2 Blumenkohl
2 TL Kreuzkümmel
1 TL Kurkuma
3 EL Olivenöl
1 gestr. TL Kalonji-Samen
5 Curryblätter
1 Zwiebel
1 Paprika
1 EL fein geriebener Ingwer
2 gehackte Knoblauchzehen
1 Chilischote
125 ml Gemüsebrühe
2 Tomaten
125 g Erbsen (TK oder frisch)

150 g Couscous
20 g Butter
Salz

Blumenkohl waschen, gut abtropfen lassen und in Röschen teilen. Mit Kreuzkümmel und Kurkuma in einer großen Schüssel mischen. Öl in einer Pfanne erhitzen, Blumenkohl, Kalonji-Samen und Curryblätter dazugeben und 10 Minuten dünsten. Dabei öfter umrühren. Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden, Paprika putzen, entkernen und in längliche Streifen schneiden. Zwiebel, Paprika, Ingwer, Knoblauch und Chili zum Blumenkohl geben und ein paar Minuten mitdünsten. Tomaten grob hacken und dazugeben. Brühe angießen und zum Schluss die Erbsen hinzufügen. Das ganze bei geringer Hitze ca. 10 Minuten garen. Couscous nach Packungsangabe zubereiten, Butter unterrühren und mit Salz abschmecken. Das Blumekohlcurry zusammen mit dem Couscous servieren.


Und schließlich: Ich habe den-Award ein weiteres Mal erhalten. Diesmal wurde er mir von "Von Olls a Bissl" verliehen, vielen lieben Dank dafür! Meine Nominierung findet ihr am Ende des vorangehenden Beitrags. :-)

Sonntag, 17. Oktober 2010

News und Hack: Keema-Curry

Es gibt eine kleine Neuerung: Ihr kennt das doch auch, wenn man Hunger hat und noch nicht genau weiß auf was, dann wälzt man Kochbücher oder durchforstet das Internet nach Köstlichkeiten, die sich gut anhören und - vor allem - den vorhandenen Gelüsten entsprechend aussehen, oder? Ok, ich mache das eigentlich nicht nur wenn ich Hunger habe sondern ... irgendwie immer. Ziemlich oft zumindest. So wie jüngst auch bei diesem Keema-Curry, und das hat mich auf die Idee gebracht meine Rezepte nicht nur in einem schlichten Verzeichnis aufzuführen, sondern auch diesen kleinen "What you see is what you eat"-Link oben rechts in der Navigationsleiste einzubauen. Hier werde ich nach und nach meine gesamten Rezeptfotos noch einmal im Miniaturformat verlinken, dann hat es das Auge etwas leichter und vor allem muss sich die Hand nicht erst durch das gesamte Rezeptverzeichnis klicken um an die Bilder und Rezepte zu kommen. Happy Clicking euch allen (und mir, denn ich weiß oft selbst nicht mehr was ich gekocht habe und nutze diese Option um meinen lahm gelegten Gehirnzellen auf die Sprünge zu helfen). Zurück zum Keema-Curry: Hier gibt es gefühlte 372 829 Zubereitungsarten, kaum verwunderlich, denn es ist sowohl ein indisches als auch ein pakistanisches Traditionsgericht und jede Oma und Mama brutzelt das nach ihren eigenen Vorlieben. Die Hauptbestandteile sind meistens Hackfleisch, Ingwer, Tomaten und Joghurt, die Gewürze und Einlagen variieren je nach Region. Hier kommt meine Version.


Zutaten für 2 Personen:
2 EL Öl
1 große rote Zwiebel, fein gehackt
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 grüne Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe geschnitten 
1 Gewürznelken
1/2 Zimtstange
350 g Rinderhackfleisch
1 EL gem. Koriander
1 TL Garam Masala
1 TL gem. Kreuzkümmel
1/2 TL gem. Kurkuma
eine Prise Cayenne-Pfeffer
1 Dose gehackte Tomaten (ca. 240 g)
3 Kartoffeln
1 TL Salz
150 g Erbsen (TK)
Etwas Petersilie (oder wer möchte Koriander) zum Bestreuen

Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 10 Minuten anbraten. Ingwer, Knoblauch, Chili, Zimtstange und Gewürznelken hinzufügen und ein paar Minuten weiterbraten. Das Hackfleisch dazugeben und scharf anbraten, bis es bräunt. Koriander, Garam Masala, Kreuzkümmel, Kurkuma und eine Prise Cayennepfeffer untermischen. Kartoffeln schälen und würfeln und zusammen mit den Tomaten und dem Salz zum Hackfleisch geben. 200 ml Wasser angießen und mit Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Joghurt und Erbsen untermischen, noch einmal 5 Minuten gut durchwärmen und mit Petersilie bestreut servieren. Dazu schmeckt Reis oder Fladenbrot.


























Im Nachhinein betrachtet ist das Keema-Curry vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl um ein Plädoyer für "Das Auge isst mit" anzubringen, denn so richtig erkennen WAS man gerade da isst, tut man dabei nicht. Ginge rein bildlich auch als Chili con Carne, Erbseneintopf oder eine neue Napoli-Version durch, finde ich. An dieser Stelle merkt man eben doch, dass bei aller Befriedigung über´s Auge der Geschmack letztendlich entscheidend ist. Der war hier übrigens ganz wunderbar. 

Sonntag, 9. Mai 2010

Vom Wolf geschluckt: Hühnerbällchen mit Garam Masala

Manche Geschichten aus der Kindheit vergisst man nie. Eine davon kommt mir immer in den Sinn, wenn ich den Fleischwolf-Aufsatz auf die Küchenmaschine schraube: Das Kind, das am Fleischwolf krepierte. Früher durfte ich jedes Mal, wenn mein Opa den Fleischwolf aus der Speisekammer holte und an der Küchentheke festgeschraubt hatte, die Kurbel betätigen und so einen Beitrag zum sonntäglichen Hackbraten oder zur köstlichen Füllung für die Weihnachtsgans leisten. Mit Argusaugen wurde jedoch darauf geachtet, dass meine Hand sich nicht eine Portion des zu zerfleischenden Guts nahm und sich damit dem dunklen Schlund des Fleischwolfs näherte, aus Angst vor Verletzungen. Um sicher zu gehen, dass ich es auch unter keinen Umständen versuchen würde, erzählte meine Oma, dass im Dorf vor vielen Jahren ein kleines Kind die Finger zu tief in den Fleischwolf gesteckt hatte, so dass dessen ganze Hand zerquetscht und zerschnitten wurde und es schließlich sterben musste. Passend dazu gab es auf dem Friedhof ein kleines Kindergrab, das mir bei dieser Gelegenheit als Fleischwolfgrab vorgestellt wurde. Vor meinem inneren Auge sah ich als Fünfjährige also ein kleines Kind, das kopfüber im Fleischwolf steckte, und Stück für Stück weiter zu Brei gedreht wurde, bis schließlich nur noch die Füßchen oben herausschauten. Gehörig beeindruckt und mit einem Heidenrespekt vor der Stahlmaschine konnte ich nur noch sagen: "Okay Opa, drück du mal das Zeug durch!"


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
350 g Hühnerbrust ohne Haut, in grobe Stücke geschnitten
1/2 Bund Petersilie
1/2 TL Salz
1 gestr. EL Garam Masala 
2 EL Olivenöl
200 ml Kokosmilch
1 EL Tomatenmark
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Salz
2 Kaffir-Limettenblätter
1 EL getrocknete Chilies (je nach Schärfe) und/oder 1 EL Chilifäden


Die Zwiebel schälen und vierteln, Knoblauch abziehen. Zusammen mit der Hühnerbrust durch den Fleischwolf drehen und in einer Schüssel auffangen. Petersilie fein hacken und zu dem Hack in die Schüssel geben. Alles gut mit Garam Masala und Salz verkneten. Nun aus dem Fleischteig kleine Bällchen mit ca. 3 cm Durchmesser formen.  Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Hühnerbällchen von allen Seiten ca. 10 Minuten anbraten, bis sie gerade gar sind. Man kann ja vorab eines opfern um den Garzustand zu testen.  Nun die Kokosmilch angießen, das Tomatenmark sowie Kurkuma und Salz einrühren und die Kaffir-Kimettenblätter und die getrockneten Chilies zugeben. Alles ein paar Minuten köcheln lassen, gegebenenfalls nachwürzen und servieren.


Dazu gab es schlichten Reis. Ich habe fertig abgemischtes Garam Masala aus dem Bioladen genommen, die Würzmischung lässt sich aber auch einfach mit Koriander, Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer, Kardamom und Nelken selbst herstellen, hierfür gibt es viele Rezepturen im Netz. Ach und übrigens: Jahre später habe ich herausgefunden, dass das kleine Kind tatsächlich an einer Blutvergiftung gestorben ist. Ob diese durch den Fleischwolf hervorgerufen wurde bleibt jedoch bis heute ein Geheimnis. 

Sonntag, 14. März 2010

Currymania: Rindfleisch Rendang

Die Kunst des Feuerspuckens wird total überbewertet. Mit diesem Gericht ist es absolut einfach und für jeden erlernbar, sofern er sich an die im Originalrezept angegebene Menge an Chilischoten hält. Dreimal rot, zweimal grün. Einmal, nur einmal habe ich bei der Zubereitung nicht getestet, ob die Chilis "feuern", sondern darauf vertraut, dass bei diesem indonesischen Nationalgericht schon alles mit rechten Dingen zugehen wird. Eine fataler Fehler, wie sich beim ersten Bissen heraustellte. Lustig ist wiederum, dass wir doch alle ähnlich reagieren, wenn wir sozusagen in die scharfe Chili gebissen haben: Der Mund wird aufgerissen, die Zunge herausgestreckt, mit beiden Händen fächern wir uns hektisch Luft zu, dabei hecheln wir und sagen "hhheeeheeehhhhheee" (alternativ reißen wir die Augen auf, formen den Mund zu einem großen O und sagen "hhhuuuhuuuhhhhuuu"), wir trinken ein Glas Wasser auf Ex, dann fällt uns ein, dass das gar nichts bringt, Brot muss her, das nimmt die Schärfe, Brot, Brot, wo ist das verdammte Brot??? 
Bei dem folgenden Rezept habe ich das Feuer deutlich reduziert, sicher sollte man aber vorher die Chilischoten probieren, denn wenn man ein paar äußerst lahme Kandidaten vor sich hat, kann man die Anzahl doch wieder etwas erhöhen. Zudem gibt es für Rendang geschätzte 792364 verschiedene Rezepte, denn jede indonesische Mami hat ihr eigenes, das sich durch abweichende Gewürzkombinationen, Zutaten oder Zubereitungsarten von den anderen unterscheidet. Ich habe mein Rezept mit Hilfe von verschiedenen Kochbüchern und oben genannter Erfahrung am eigenen Leib ausgetüftelt.


Rezept für 4 Personen:
2 Zwiebeln, gehackt
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 rote Chilischote, Kerne entfernt und in feine Stücke geschnitten (denkt an den Feuer-Test!)
1 EL frisch geriebener Ingwer
500ml Kokosmilch
1 EL Öl
1 EL gem. Koriander
1 EL gem. Kreuzkümmel
1 TL gem. Zimt
1 TL gem. Kurkuma
1/2 TL Zitronengraspulver (bei frischem Zitronengras nur die weichen, inneren Blätter verwenden und sehr fein hacken)
1/2 TL Chilipulver
1/4 TL abgeriebene Zitronenschale einer unbehandelten Zitrone
1 kg Rinderschmorfleisch, gewürfelt
1 EL Zitronensaft
1 EL brauner Zucker
1 TL Tamarindenkonzentrat
Chiliflocken zum Garnieren


Eine Zwiebel, Knoblauch, Chilischote, Ingwer und 2 EL der Kokosmilch mit einem Pürierstab zu einer Paste verrühren. Das Öl in einem Topf erhitzen, die Gewürzpaste, restliche Zwiebel, Koriander, Kreuzkümmel, Zimt (vom Zimt wirklich nicht zuviel, er wird sonst später im Geschmack sehr dominant), Kurkuma, Zitronengraspulver, Chilipulver, Zitronenschale, Fleisch und restliche Kokosmilch zugeben und alles gut miteinander vermischen. Zum Kochen bringen und offen 1 1/2 Stunden ganz leicht und auf niedriger Hitze köcheln lassen, bis die Mischung fast gänzlich eingekocht ist, dabei ab und zu umrühren. Ganz zum Schluss mit Zitronensaft, Zucker und Tamarindenkonzentrat abschmecken und mit Chiliflocken bestreut servieren. Dazu schmeckt Reis.


Diese beiden Bücher dienten mir als Grundlage: Currys & Currys, Curry und Chili

Sonntag, 6. Dezember 2009

Currymania I: Bombay Curry

Ein gutes Curry wärmt Leib und Seele! Und der ein oder andere bekommt dadurch auch schon mal eine ordentliche Beule verpasst: Meine erste Erfahrung mit einem Curry war durchaus schmerzhaft. Vor ein paar Jahren fuhr ich abends auf meinem Fahrrad mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, ohne Licht und mit zwei Plastiktüten mit der studentischen Wochenendration an Flüssignahrung am Lenker baumelnd eine rege befahrene Hauptverkehrsstraße entlang. Auf einmal stieg mir ein wunderbar warmer Duft von verschiedenen Gewürzen in die Nase, den ich vorher, so könnte ich schwören, noch niemals gerochen hatte. Darauf entdeckte ich an der Ecke ein kleines Restaurant mit bunten Lichtern in den Fenstern. Bestimmt wird dort so herrlich gekocht, dachte ich mir und versuchte, im Vorbeifahren den Namen des Restaurants zu erkennen. Dieser Versuch endete jedoch leider mit einem unsanften Abstieg vom Fahrrad, denn mein Vorderrad hatte sich etwas zu sehr an den Bordstein herangemacht. Das Gehupe war groß und mein Fahrrad um einen Achter reicher. Um mich an Ort und Stelle zu trösten habe ich jedoch bechlossen, mir gleich einmal die Speisekarte meines Unfallverursachers anzusehen. Es war eine vollkommene Entschädigung: Meine Currysucht war geweckt! 
Die verschiedenen Arten ein Curry zuzubereiten sind sehr zahlreich und so habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich meine Favoriten gefunden habe. Dieses Bombay Curry steht bei mir derzeit ganz hoch im Kurs! 


Hier ist das Rezept für 4:
Zutaten:
800g Rindfleisch (ich nehme allerdings meistens Hähnchenbrust)
2 EL Öl oder Ghee 
2 Zwiebeln, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 rote Chilischote, Kerne entfernt und fein gehackt
1 EL geriebener frischer Ingwer (ersatzweise 1/2 EL gemahlener Ingwer)
1 EL Koriander, gemahlen
1 TL Kurkuma, gemahlen
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL Chilipulver
1/2 TL getrocknete Curryblätter
1 TL Salz
1 Dose geschälte Tomaten
1 Dose Kokosmilch

Zubereitung:
Das Fleisch in Würfel schneiden. Öl oder Ghee in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten (Ghee ist indisches Butterschmalz, hat aber im Gegensatz zum hiesigen Butterschmalz ein eher nussiges Aroma). Dann den Knoblauch, die Chili, Ingwer, Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel, Chilipulver und Curryblätter hinzugeben und mit den Zwiebeln verrühren. Durch die Hitze entfalten die Gewürze ihr Aroma. Jetzt das Fleisch dazugeben und bei starker Hitze anbraten, dabei gut mit der Zwiebel-Gewürz-Mischung verrühren. Anschließend das Salz und die Tomaten zugeben, kurz umrühren und dann zugedeckt mindestens 1 Stunde leicht köcheln lassen. Zum Schluss die Kokosmilch unterrühren und noch ca. 15 Minuten etwas einkochen lassen. Dazu schmeckt Reis oder Naan-Brot.


Dieses Curry kann man ruhig einen Tag im Voraus zubereiten. Dann können die Gewürze schön durchziehen und erneut erhitzt schmeckt es sogar noch ein bisschen besser.