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Montag, 4. August 2014

Mango-Avocado-Salat mit gegrillten Halloumi-Ananas-Spießen: Beilagenfreuden

Hups, schon August! Bevor ich mich nach quasi nicht vorhandener Präsenz auch schon wieder in den Sommerurlaub verabschiede, möchte ich euch noch schnell eines meiner neuen Sternchen am Grillhimmel zeigen. In letzter Zeit haben wir seeehr oft gegrillt. Experimentierfreudig war ich dabei allerdings nur beim Wein. Stattdessen wurde, was Beilagen und Grillgut betrifft, auf Altbewährtes zurückgegriffen. Zum Beispiel auf 

  • den besten italienischen Nudelsalat der Welt von der famosen Lisa (die immer noch ein Phantom ist, aber eines, dem es zu huldigen gilt!) 
  • den roten Couscous-Salat mit viiiel Fetakäse (mit dem ich mich tatsächlich fast immer ins Koma esse) 
  • den unaussprechlichen Salat (der, nachdem eine Freundin meinte „du, das sieht ja aus wie kleine Baby-Maden“, nun auch noch mit einem fiesen Bild behaftet ist) 
  • die Panzanella von Jamie Oliver (die meine Kapernaversion nachhaltig geheilt hat) 
  • die Saté-Spießchen (die sich auch 1a als Büroessen machen) 
  • eigens von der Mama aus Freiburg eingefahrene Merguez (vom Blatter aus Littenweiler, best Fleischtheke in town!) 
Einen Salat musste ich dann aber doch noch unbedingt ausprobieren, weil ich Avocados ohnehin liebe und die Vinaigrette mit Wildblütenhonig und Chili so lecker klang. Und - tataaaahh - er war auch superlecker und alle Zeichen stehen gut, dass er bei mir auch auf die Liste der altbewährten Grill- und Beilagenfreuden kommt. Ach, und die Spießchen sind auch nett, Ananas solltet ihr dafür aber schon sehr mögen, deren Geschmack dominiert nämlich extrem.

Mango-Avocado-Salat


Hier kommt das Rezept für den Mango-Avocado-Salat mit gegrillten Halloumi-Ananas-Spießen für 2 Personen 

Für die Vinaigrette: 
2 Chilischoten, getrocknet (Bird Eye) 
1 Lorbeerblatt 
60 g Honig 
30 ml Limettensaft 
2 EL Maracujasaft 
50 ml Olivenöl 
50 ml Erdnussöl 
1 Handvoll Petersilie, fein gehackt 

Für den Salat: 
1 kleine Mango 
2 Tomaten 
1 Avocado 
2-3 Frühlingszwiebeln 

Für die Spießchen: 
1 Limette 
1 Knobauchzehe 
30 ml Olivenöl 
50 ml Sojasauce 
etwa 250 g Ananas 
250 g Halloumi Grillkäse 

Sonstiges: 4 Holzspieße 

Chilischoten grob hacken und zusammen mit dem Lorberblatt und Honig aufkochen. Die Masse durch ein Sieb passieren und kurz abkühlen lassen, dann Limettensaft und Maracujasaft unterrühren und beide Ölsorten unterarbeiten (geht am besten mit dem Pürierstab). Fein gehackte Petersilie dazu geben und die Vinaigrette salzen und pfeffern. 
Jetzt bitte den Grill schon mal anschmeißen und die Holzspieße in kaltes Wasser legen, dann sind sie später leichter zu handhaben bzw. der Halloumi und die Ananas gehen wieder besser runter. Mango schälen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Tomaten kurz in siedendem Wasser blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken, häuten und in Würfel schneiden. Avocado schälen, Kern entfernen und ebenfalls in Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Alles zusammen mit der Vinaigrette in eine Schüssel geben und etwa 20 Minuten durchziehen lassen. 

Für die Spießchen Limettenschale abreiben, Saft auspressen. Knoblauch schälen und fein hacken. Beides mit Olivenöl und Sojasauce verrühren. Ananas schälen, Strunk und harte Stellen entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Halloumi ebenfalls in Würfel schneiden und zusammen mit der Ananas für 20 Minuten in der Sojamarinade ziehen lassen. 
Halloumi und Ananas abwechselnd auf die Spieße stecken und auf dem heißen Grill etwa 5 Minuten grillen, dabei ab und zu mal wenden. Zusammen mit dem Mango-Avocado-Salat servieren. 

Halloumi-Ananas-Spieße


Das Rezept stammt aus der Zeitschrift Slowly Veggie No.3, ich habe nur ein paar Sachen nach Gusto angepasst. Im Originalrezept wird übrigens Maracuja-Fruchtfleisch mitsamt Kernen unter die Vinaigrette gerührt – sieht sicher grandios aus und macht das ganze noch toller, ich konnte aber keine einzige Maracuja auftreiben und habe stattdessen den Saft genommen, den ich sonst immer in meinen Malibu kippe. ;-) Habt noch einen schönen Sommer, ich melde mich im September wieder – erholt, braungebrannt und mit portugiesischen Reiseaccessoires.

Montag, 17. März 2014

Olivenbaguette zu Antipastisalat: Schönwetteressen und Mitbringsel

Wenn meine Mama zu Besuch kommt, tue ich gut daran, vorab Speisekammer, Kühlschrank, Küchen- und Badschränke leer zu räumen. Denn sie kommt in Begleitung: Der halbe Freiburger Münstermarkt (eingelegter Schafskäse, Oliven, frisches Bauernbrot, gute Landbutter, deftige Bauernwürste, kiloweise Obst), ein Halbjahresvorrat an Sekt in kleinen Piccolo-Flaschen („kuck, da kannste mal zwischendurch n Piccolöhchen trinken“ – danke, Mama!), wunderschönes Wetter, Anti-Stress-Badeöle und (hautstraffende!) Bodylotions sowie neuerdings ein Reisefernseher (die Krimis! ... und weil wir bei uns die Glotze rausgekickt bzw. gar nicht erst wieder aufgehängt haben) fahren mit ins hessische Exil der Nachbrut. Ich freue mich immer wie verrückt – nicht nur über das Wiedersehen sondern auch über all die Köstlichkeiten aus meiner badischen Heimat und wir haben natürlich im Laufe der Woche alles restlos wegschnabuliert (außer vom Sekt ist noch übrig, aber das wäre ja auch sonst ... äh, ansatzweise exzessiv). Diesmal hat sie mir aber noch eine ganz besondere Überraschung mitgebracht, deren Existenz bisher vollkommen an mir vorbei gegangen ist: Ein Backbuch ("Mein täglich Brot") meiner Freiburger Lieblingsbäckerei Bühler. Die Bäckerei Bühler liegt mitten in da Hood, nämlich im schönen Stadtteil Wiehre, fußläufig zur besten Metzgerei (Metzgerei Müller, deren netter Chef übrigens der Vermieter meiner schnuckeligen Studentenbude war). Wenn ihr mal in Freiburg seid, kann ich euch beides wärmstens empfehlen. Und wenn jemand auf der gegenüberliegenden Straßenecke mal schnell quer parkt, ist das vielleicht sogar unser Fußball-Bundestrainer.

Olivenbaguette selber backen


Weil der Frühling in den letzten Tagen schon Einzug gehalten hat und ich Lust auf einen knackigen Antipasti-Salat hatte, habe ich mich für die Olivenbaguettes aus dem Buch als Beilage entschieden – 1a-Begleitung, wenn ihr mich fragt, vielleicht sogar die Hauptrolle. Der Teig ist auch für Brotbackanfänger oder "erfahrene Brotbackdeppen" wie mich kinderleicht zu händeln und heraus kommen zwei hübsche, fluffige Baguettes, die durch schwarze Oliven und Kräuter schön rustikal schmecken und gut für die anstehende warme Jahreszeit als Begleiter für Salate, zum Grillen oder fürs Picknick geeignet sind. Und das beste: Sie schmecken wirklich so, wie ich sie aus meiner Freiburger Stundentenzeit kenne. Hach!
Ach ja, und der Antipasti-Salat dazu ist supereinfach gemacht, schmeckt lauwarm oder kalt.

Baguette mit Oliven selber machen


Hier kommt das Rezept für 2 Olivenbaguettes (ich habe die Mengen etwas angepasst und ein paar Schritte verändert, z.B. die Hefe zuvor in Wasser aufgelöst):

400 g Weizenmehl Type 550
9 g Salz
12 g frische Hefe
25 ml Olivenöl
1 TL getrocknete Kräuter
270 ml lauwarmes Wasser (etwa 20 Grad)
100 g eingelegte, entsteinte Oliven

Hefe im warmen Wasser auflösen und mit den anderen Zutaten außer den Oliven zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Teig etwa eine viertel Stunde ruhen lassen, dann die Oliven unterkneten und den Teig in einer Schüssel mit Tuch bedeckt bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen. Den Teig in zwei Stücke teilen und mit gut bemehlten Händen zu zwei Stangen formen. Die Olivenbaguettes einmal in sich drehen (so, als würdet ihr jemandem den Hals umdrehen wollen – Anti-Aggressionstraining beim Backen, quasi ;-)) und dann auf ein Backblech setzen. Mit einem Tuch abdecken und etwa 40 Minuten erneut gehen lassen. Derweil den Backofen auf 230 Grad vorheizen. Oliven-Baguettes im heißen Ofen 25 Minuten backen (mittlere Schiene), nach etwa 15 Minuten die Temperatur auf 200 Grad runterschalten.Eure Olivenbaguettes sind fertig, wenn die Oberfläche leicht gebräunt ist. Und keine Angst - direkt nach dem Rausnehmen ist die Kruste der Olivenbaguettes knochenhart, wird dann aber beim Auskühlen so, wie sie sein soll, knusprig-federnd.

Selbstgemachtes Olivenbaguette


Das Rezept für den Antipasti-Salat für 2 Portionen:

2 Paprikaschoten (meine Favoriten sind für Salat gelb und rot)
2 rote Zwiebeln
1 Zucchini
1 kleine Aubergine
2 Knoblauchzehen
5 EL Olivenöl
ein kleiner Zweig Rosmarin und/oder Thymian
Meersalz, schwarzer Pfeffer
1 Handvoll Kirschtomaten, halbeirt

Für das Antipasti-Salatdressing:
2 EL Olivenöl
3 EL Balsamico-Essig
Meersalz, schwarzer Pfeffer

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Paprikaschoten entkernen und in breite Streifen schneiden, rote Zwiebeln schälen und achteln, Zucchini und Auberginen einmal der Länge nach halbieren, dann in Scheiben schneiden (ggf. vierteln). Knoblauch fein hacken. Gemüse (bis auf die Tomaten) in einer großen Schüssel mit Knoblauch, dem Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer mischen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen, Kräuterzweige dazugeben und im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten garen. Kirschtomaten dazu geben und 5 Minuten weitergaren. Gemüse wieder in eine große Schüssel geben, mit dem Dressing vermischen und Antipasti-Salat mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.

Antipasti-Salat


Habt eine sonnige Woche ihr Lieben, bis bald!

Montag, 29. Juli 2013

Rucola-Salat mit gegrillten Weinbergpfirsichen und Büffelmozzarella: Blitzgericht bei Sommergewitter

Wenn es nach ein paar sehr heißen Tagen regnet, werden die Tropfen oft zu Bindfäden und begleitet von Blitz und Donner. Eigentlich mag ich Gewitter wirklich gerne. Ich liebe diese Stimmung, wenn sich die Welt da draußen auf einmal verdunkelt, wenn die Luft fast knistert und der Wind durch die Blätter und meine Haare rauscht. Am schönsten ist es, wenn man draußen ist und die Gewitterluft riechen kann, die erfrischende Kühle einen umfängt und man die Umgebung stiller werden hört, ganz so, als überlasse sie das Wort nun der Natur. Als Kind bin ich dabei seelenruhig weiter meine Bahnen geschwommen oder mit dem Rad am Fluss entlang gefahren, sehr zum Schrecken meiner Mutter, die mich schon Comic-like mit Elektrizität bis ins Mark erschüttert und nur noch als zackiges Männchen durch die Gegend wandeln sah. Ich dagegen war felsenfest davon überzeugt: Wer Turnschuhe mit Klettverschluss trägt, ist so cool, dass ihm nicht mal die Naturgewalten etwas anhaben können.


Heute mache ich es mir mit einem guten Buch auf dem Lieblingssessel gemütlich, wenn es draußen donnert und blitzt, oder mache mit einem schönen bunten Salat mit gegrillten Pfirsichen mein persönliches Konterprogramm zu dunklen Gewitterwolken. Ich esse übrigens zum ersten Mal Weinbergpfirsiche. Oder Plattpfirsiche. Oder Ufo-Pfirsiche. Sie haben mich auf dem Markt so angelacht und waren noch knackiger als die runden – was mir fürs Grillen gerade Recht kam. Zusammen mit kräftigem Büffelmozzarella, scharfem Rucola und duftendem Basilikum steht so ruckzuck ein zum Wetter sprichwörtlich passend wahres Blitzgericht auf dem Tisch. Ach so, ja. Grillen bei Gewitter ist natürlich so eine Sache: Weil ich mir das mit dem Dasein als Zickzackmännchen im Nachhinein noch mal überlegt habe, habe ich die Pfirsiche und das Brot einfach auf dem Tischgrill geröstet. Geht natürlich auch im Backofen und zur Not in der Bratpfanne. Letztere gibt halt nicht so schöne Streifen, aber darüber kommen wir hinweg, oder?




Hier kommt das Rezept für Rucola-Salat mit gegrillten Weinbergpfirsichen für 2 Portionen: 


1 Handvoll 
Kopfsalatblätter 
1 Handvoll Rucola 
1 kl. Handvoll Basilikum 
2 Weinbergpfirsiche 
1 Kugel Büffelmozzarella 
2 EL Olivenöl 
2 EL Pinienkerne 
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer 

Für das Dressing 
5 EL Olivenöl 
3 EL Balsamico-Essig 
Einen guten Schuss Honig (etwa 1 EL) 
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Außerdem: Etwas Weißbrot (geht auch prima als Resteverwertung mit Brot vom Vortag, es soll sowieso schön knusprig werden), Olivenöl, Salz, Pfeffer, Basilikum



Zubereitung: Salat waschen und gut trockenschleudern. Basilikumblätter abzupfen. Pfirsiche entkernen und Fruchtfleisch in ca ½ cm dicke Spalten oder Scheiben schneiden. Mozzarella in Stücke zupfen und auf einem Teller mit Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer marinieren. Für das Dressing alle Zutaten in einem Shaker gut vermischen, bis sich eine Emulsion bildet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, beiseite stellen. Salate und Basilikumblätter auf zwei Tellern anrichten, marinierten Mozzarrella darüber geben und mit Dressing beträufeln. Die Pfirsichspalten auf dem heißen Grill kurz von beiden Seiten je eine Minute anbraten und auf dem Salat verteilen. Pinienkerne über den Salat streuen. (Ich habe die Pfirsiche vor dem Grillen übrigens mit etwas Dressing beträufelt, man kann sie aber auch nur pfeffern und mit Olivenöl benetzen.) Weißbrot in Scheiben schneiden, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem Grill auf beiden Seiten kurz anrösten und mit gehacktem Basilikum bestreuen. Zum Salat servieren.



Habt eine schöne Sommerwoche, bis bald!

Montag, 17. Juni 2013

Italienischer Nudelsalat: Wer ist denn eigentlich Lisa?

Wer kennt sie nicht: Die Nudelsalat-Traumata, verursacht durch Kindergeburtstage, Grillparties und Tage der offenen Tür, an denen durchsichtige Schüsseln voller weichgekochter Röhrchennudeln in Mayonnaise ertränkt und mit Mais, Fleischwurststückchen und Eiern gespickt in Reih und Glied auf den mit Wachstuch abgedeckten Biergarnituren in der Sonne vor sich hinsalmonellten. 
Vielleicht ist das ein Grund, warum ich Nudelsalat bisher nicht gerade auf meiner Favoritenliste hatte, was Salate betrifft (bis auf den feinen Nudelsalat meiner Tante, dazu ein andermal mehr) und selbst zubereitet habe ich tatsächlich noch keinen einzigen. Ist ein Ding, oder? 
Aber dann! Oh mein Gott! Heiliger Bimbam! Hurra! Dann kam der Nudelsalat, der alles veränderte und – das weiß ich jetzt schon – Einzug in die Halle der für mich ruhmreichsten Nudelsalate halten wird. Und das beste: Ich musste ihn gar nicht selbst machen, denn diesmal wurde ich bekocht – mit viel Amore Amore und deswegen schmeckte er natürlich noch mal extra gut. 

Italienischer Nudelsalat mit Rucola, Parmaschinken und getrockneten Tomaten


Hier kommt das Rezept, ausreichend für 4 Personen als Hauptspeise, als Beilage zum Grillen dürfte die Menge für 8 Personen genügen: 
Zutaten: 
250 g Farfalle (oder welche Sorte ihr am liebsten habt) 
125 g Mini-Mozzarella-Kugeln 
2 EL Olivenöl 
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
50 g Pinienkerne 
125 g Rucola 
150 g getrocknete Tomaten in Öl 
120 g Parmaschinken 
1 TL kleine Kapern (wer mag mehr, wer Kapern-Phobiker ist, einfach weglassen) 

Rezept für das Dressing: 
70 ml Olivenöl 
3 EL Balsamico-Essig 
1 Knoblauchzehe, fein gehackt 
2 TL Pesto (selbstgemacht oder aus dem Glas) 
2 TL Senf 
1 EL Honig 
Salz und Pfeffer 

Außerdem: 
Etwa 100 g Parmesankäse, in dünne Scheiben gehobelt oder geschnitten 

Zutaten Italienischer Nudelsalat: Mozzarella und Parmaschinken



Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Anschließend gut abtropfen und vollständig auskühlen lassen. Mini-Mozzarella-Kugeln halbieren und mit 2 EL Olivenöl und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bis zur weiteren Verwendung in einer kleinen Schüssel marinieren. Die Pinienkerne bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne ohne Fett leicht anbräunen (Attenzione, cari amici, für die, die auch beim Kochen gerne plaudern und nebenbei Sektchen/Weinchen/Bierchen gluckern: Sobald die Pinienkerne ein bisschen Farbe bekommen, geht´s ruckzuck und sie werden schwarz – also nicht zu lange aus den Augen lassen!). Rucola waschen und gut abtropfen lassen bzw. trocken schleudern. Die getrockneten Tomaten in feine Streifen schneiden. Parmaschinken in etwa 1 ½ cm breite Streifen schneiden. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und vorsichtig durchmischen. 

Für das Dressing Olivenöl, Balsamico-Essig, Knoblauch, Pesto, Senf, Honig mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer gut miteinander verrühren. Dressing über den Salat geben, noch mal gut durchmischen (ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken) und mit gehobeltem Parmesan bestreut servieren. 

Zutaten für italienischen Nudelsalat: Pinienkerne


Italienischer Nudelsalat serviert in weiß

Als Sommersalat und Beilage zum Grillen 1a, für Mädelsabende mit viel Geschnatter prädestiniert, in Zweisamkeit mit einer Flasche Wein allerköstlichst (alleine, mit Kohlenhydratjieper im Schneidersitz mit der Schüssel auf den Knien und einem Vorlegelöffel als „Schaufel“ in der Hand exzellent!). Ihr merkt schon, ich bin begeistert. Ach so, ja, wer ist denn jetzt eigentlich Lisa? Das wissen wir selbst leider nicht so genau, denn persönlich kennen tun wir sie nicht, das Rezept für den Nudelsalat basiert jedoch auf dem Italienischen Nudelsalat von Lisa aus dem Kochforum mit der Mütze. Unbekannterweise ein großes Dankeschön! :-)

Sonntag, 6. Januar 2013

Ein Hoch auf Weihnachtsgeschenke: Auberginen-Carpaccio

Tschüss Weihnachten, bis nächstes Mal! Auch, wenn für manche die Weihnachtszeit bis zu Maria Lichtmess am 2. Februar andauert, bei mir ist heute mit dem Einmarsch der Heiligen Drei Könige Schluss, sämtliche weihnachtlichen Überbleibsel werden aus der Wohnung verbannt, die letzten Plätzchen zum Teegebäck deklariert und ich warte ab jetzt auf den Frühling. Woran man sich allerdings auch über die Weihnachtszeit hinaus noch erfreut, sind Weihnachtsgeschenke. Auch, wenn wir alle wissen, dass wir uns nichts schenken müssten und es keiner erwartet, ist die Bescherung doch jedes Jahr wieder mit das Lustigste am Abend. Den Geschenke-Vogel hat in diesem Jahr meine Cousine abgeschossen, indem sie unserer 90-jährigen Omi ein Präsent überreichte, das diese in Zukunft zur Queen of the Road machen wird: Eine Rollator-Klingel! Wir haben hyperventiliert vor Lachen. Ungefähr 15 Minuten lang. Und in den Augen meiner Oma blitzte das Abenteuer. Ansonsten gab es unter anderem für Mami eine Blechgießkanne in Hundeform, die den Hund (mittlerweile auf eine stattliche fast-Katzengröße herangewachsen) zu erbitterten Revierkämpfen verleitete, und ich darf endlich ins Mekka der Pferdemädchen
Äußerst praktisch ist es natürlich auch, wenn man selbst Geschenke verschenkt, die rein zufällig den eigenen Geschmack ganz vorzüglich treffen. Messer und Kochbücher zum Beispiel. Was, iiich? Unter den Nagel reißen ...? Ähm ... 
Jedenfalls habe ich beim Blättern in Tim Mälzers "Greenbox" ein Rezept entdeckt, das ich unbedingt sofort ausprobieren wollte. Ich liebe klassisches Carpaccio und ab jetzt auch diese vegetarische Variante.


Hie kommt das Rezept für 2 Personen: 
1 Aubergine 
3 EL Olivenöl 
2 EL Pinienkerne 
Saft von ¼ Zitrone 
Salz, Pfeffer 
1 kl. Handvoll Rucola 
ca. 20 g Parmesan in hauchdünnen Scheiben 

Aubergine mit einer Gabel rundum einstechen und in einem Topf mit kochendem Salzwasser etwa 5 Minuten garen. Dabei mit einem weiteren Topf beschweren, damit die Aubergine nicht an der Oberfläche schwimmt. Abgießen und gut abtropfen lassen. Noch warm in eine mit 1 EL Oliveöl bepinselte Klarsichtfolie einwickeln und für ca. ½ Stunde ins Gefrierfach legen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, herausnehmen und beiseite stellen. Die gefrorene Aubergine in sehr dünne Scheiben schneiden und auf Tellern anrichten, mit Zitronensaft und restlichem Olivenöl beträufeln ud mit Salz und Pfeffer würzen. Rucola, Parmesan und Pinienkerne darauf verteilen und servieren.


Das Carpaccio hat fein geschmeckt und ich bin nach wie vor ganz begeistert von dieser Idee - es sieht nämlich dazu noch fantastisch aus und macht als Vorspeise für Gäste schön was her, bei quasi keinem Aufwand. Das Rezept habe ich für uns mengenmäßig leicht angepasst und ein paar Pinienkerne dazugedichtet. Tim Mälzer empfiehlt Tiger-Auberginen, die sind dann das nächste Mal fällig. 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Papaya-Salat mit Parmaschinken und Himbeeressig: Ein Zwischenbericht


... beep beep ... beep ... beeeeep ... *raschel* *knister* ... beep beeep ... *rausch*
Hallooohooo? ... *rumpel* ... beep ... Puh, ich habe das Gefühl, ich muss hier mal so richtig die Leitung von meinem armen, kleinen, vernachlässigten Blog durchpusten – ich habe gerade schon fast nostalgische Gefühle, während ich den Text in den Editor tippe. Heiliger Bimbam! Haben wir wirklich Mitte Oktober?? Ich fasse es nicht, wie schnell die Zeit vergeht!
Seit dem Sommer hat sich bei mir viel verändert. Ein Ende und ein Neubeginn, Höhen und Tiefen, vieles gewinnen aber auch vieles verlieren. Manchmal braucht man eine Pause, um anderem und wichtigerem den Vortritt zu gewähren.

Natürlich würde ich gerne wieder viel mehr kochen und backen, es gibt lediglich eine kleine Unpässlichkeit, die mein Vorhaben nicht unbeträchtlich erschwert: Ich habe keine Küche! Noch nicht, denn nach meinem Umzug steht die Planung nun endlich und wenn uns ein paar von euch Lieben bitte beim Daumen drücken helfen, gibt´s mit etwas Glück sogar noch eine Ladung Weihnachtsplätzchen hier zu sehen und die Küche ist im Dezember einsatzbereit. Stattdessen tun es zur Zeit ein mobiles Induktions-Kochfeld und ein Tischgrill – beides wird jedoch aus Faulheitsgründen selten benutzt, weil das ganze Geschirr ja danach wieder gespült werden will. Keine Küche bedeutet zwangsweise auch noch keine Spülmaschine und kein Spülbecken. Der Ort für das Spül-Gelage ist also Waschbecken 1 im Bad. Macht besonders viel Spaß mit langstieligen, hauchdünnen Sektgläsern oder dem nicht gerade porzellanfreundlichen und doch recht unfiligranen Creuset-Bräter. Kurzum: Entweder ernähre ich mich von Käse, Brot und Wein oder gehe essen. Aber ich vermisse das Bloggen sehr und euch auch, meine lieben Leser und Blogkumpanen. Schon komisch, man hat sich in den letzten Jahren so ans Bloggen gewöhnt, dass man innerlich schon fast unruhig wird, wenn man so lange Zeit nicht kocht, fotografiert und schreibt. Ich bitte euch noch um ein wenig Geduld mit mir, denn ob ich in den nächsten Wochen so viele neue Köstlichkeiten ausprobieren kann, wage ich vorsichtig zu bezweifeln. 
Für heute gibt es ein Rezept (oder eher: eine einfache Zusammenstellung) für einen superleckeren Papaya-Salat, das sich wunderbar für meine derzeitige Situation eignet: Ruckzuck auf dem Tisch, kaum was zu spülen und die Papaya ist in Verbindung mit dem Basilikum so farbenfroh, dass es einem sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 

Papaya-Salat mit Parmaschinken


Hier kommt das Rezept "Papaya-Salat mit Parmaschinken und Himbeeressig" für zwei Portionen:

Für das Dressing:
2 EL Olivenöl
1 EL Himbeeressig (ersatzweise Rotweinesseig)
Frisch gepresster Saft von ½ Orange
1 Prise Salz

Für den Salat:
1 reife Papaya
100 g Parmaschinken
1 kleine Handvoll Basilikum-Blätter
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für das Dressing alle Zutaten miteinander zu einer homogenen Masse verrühren. Papaya schälen, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Parmaschinken mit den Händen grob auseinanderrupfen. Zusammen mit den Papayastücken auf einer Platte anrichten. Basilikumblätter kurz abbrausen, trocken schütteln und auf der Platte verteilen. Dressing über den Papaya-Salat  träufeln und mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreut servieren.

Die Anregung für den Papaya-Salat stammt aus dem Buch "frisch+schnell" von Michelle Cranston.

Papaya-Salat mit Parmaschinken

Ich freue mich wie verrückt, dass ihr meinem Blog so treu seid, obwohl ich selbst zur Zeit so eine treulose Tomate bin! Vielen Dank auch für die lieben Nachrichten, Mails und Kommentare. Bis bald! 

Montag, 4. Juni 2012

Wie alles begann und ein Ruckzuck-Couscous-Salat mit Gemüse

Mein Blog hat viele Namen, das sagt zumindest der Blick auf die Suchanfragen: Kitchen Blog, Kitsch Block, New Kitchen Blog, Kitch the Blog, Kittchen Blog und so weiter und so fort. Nachdem ich vor ein paar Wochen in Freiburg mit einer Bekannten meiner Mutter über „diesen endlos langen Namen von diesem Internetkochdings da“ geredet habe und sie mich mit einem „hä, neue Küch’ aufm Block, was isch denn des?“ und „wie wärs mit Chrissis Rezepte?“ gänzlich verunsichert hat, kommt heute eine kleine Namensentstehungsgeschichte. 

Es gab da in den 80ern mal so eine Band. Quasi die Vorreiter aller Boybands: New Kids on the Block. Als Grundschülerin war ich im Nullkommanichts in eines der Bandmitglieder verliebt, und zwar inbrünstig. Dabei schlug mein Herz nicht für den Bandschönling, auf den dafür alle meine Klassenkameradinnen abfuhren, sondern für den Außenseiter, den Bad Boy, der durch wilde Eskapaden auf sich aufmerksam machte. Aber gut: das, was ein bisschen anders ist als der Rest, hat mich offenbar schon immer gereizt. 
So kam es, dass ich ein überlebensgroßes Poster meines Schwarms im Zimmer hängen hatte, quasi ein zwei Meter großes Gesicht, zusammengeklebt aus 4 Wochen BRAVO-Poster-Special. Natürlich hing es in einer günstigen Position, so dass ich aus meinem Bett direkt darauf schauen konnte – was ich vor dem Einschlafen auch jeden Abend tat. Ungefähr 2-3 Stunden lang. Ohne zu blinzeln. Und ich knutschte. Das Poster. Mit Zunge.
An einem Prosecco-getränkten Abend vor etwas weniger als drei Jahren habe ich mich mit meinen Mädels ausgiebig über Jugendsünden unterhalten und ich habe mich schlichtweg bei der Beichte über meinen im Nachhinein unsäglichen Musikgeschmack im Grundschulalter versprochen. Daraus entstand ein kleines Wortspiel und *ta-daah*, schon waren wir von New Kids on the Block bei New Kitch on the Blog gelandet. Weil mir schlichtweg nichts Besseres einfiel, heißt die ganze Kiste hier jetzt so. Und ihr müsst euch so einen langen Namen merken. Aber letztendlich zu meiner Verteidigung: Mein Musikgeschmack hat sich glücklicherweise maßgeblich geändert. Step by Step ... uuuuhh Baby! ;-)


Im Moment koche ich zeitbedingt nicht so viel wie sonst, dafür gehen wir oft essen, was auch ganz schön ist. Zuhause gibt es dann meist nur Kleinigkeiten und weil ich jetzt schon wieder so viel geredet habe, kommt hier ein schnelles Rezept für einen feinen Couscous-Salat. Couscous-Salat mag ich in fast allen Variationen und seit ich diese traumhafte Version bei Micha von Grain de sel entdeckt habe (die übrigens in den nächsten Tagen aber so was von fällig ist), bin ich quasi wieder neu angefixt. Mein bisher bewährtestes Rezept gibt es hier, das heutige ist einfach ein bisschen abgewandelt. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
125 g Couscous 
etwas Salz 
4 EL Olivenöl 
½ Aubergine, in kleine Würfel geschnitten 
1 rote Paprika, in kleine Würfel geschnitten 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten, evtl. halbiert 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
Salz, Pfeffer zum Abschmecken 

200 ml Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Couscous hinzugeben, kurz aufkochen, dann beiseite stellen und ausquellen und abkühlen lassen. 
2 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Auberginen- und Paprikawürfel darin anbraten. Beiseite stellen und leicht abkühlen lassen. 
In einer großen Schale Couscous, Gemüse, Frühlingszwiebeln und Kirschtomaten mit dem verbleibenden Olivenöl und der Petersilie vermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.



Habt eine tolle Woche!

Mittwoch, 22. Februar 2012

Noch schnell verdrückt: Baby-Spinatsalat mit Kartoffeldressing, Fetakäse und getrockneten Tomaten

Zack, zack! Diesmal muss alles ganz schnell gehen, heute steht mir nur noch ein halber Arbeitstag bevor und dann geht´s für den Rest der Woche ab nach Hamburg. Da war doch was ... Ich bin schon in heller Aufregung und freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit der BRIGITTE-Redaktion, außerdem auf all die Hamburger Eckchen, die ich beim letzten Besuch nicht oder nur viel zu kurz abklappern konnte: Auf PLY, wo ich vielleicht endlich doch eine überdimensionale Scherenlampe für unser Wohnzimmer kaufe, auf Herr Max, um ein extra-großes Stück Kuchen zu verdrücken und nachdem ich beim letzten Mal eine liebe Freundin quer durch die halbe Stadt gescheucht habe, nur um einen schnellen Tee in der Rehbar zu trinken, habe ich diesmal hoffentlich mehr Zeit für meine Mädels und Prosecco! Mein Rezept für heute ist ein einfaches für den kleinen Hunger zwischendurch. Total simpel, aber mittlerweile bin ich süchtig nach diesem Dressing mit den kleinen Kartoffelwürfelchen, deswegen wollte ich euch meinen derzeitigen Lieblingssalat mit dem ersten Baby-Spinat vorstellen. Schmeckt auch köstlich mit Rucola, Mangold und, ja, Feldsalat. Feldsalat mit Kartoffeldressing ist ja sowieso der Klassiker, meist werden dort die Kartoffeln jedoch gerieben und das Dressing ist viel saucenhafter. Noch lieber mag ich es, wenn die Kartoffelstückchen ihre Form behalten dürfen, so wie hier. 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
1 kleine Schalotte 
1 große Kartoffel 
1 EL Olivenöl 
80 ml Gemüsebrühe 
2 EL weißer Balsamessig 
Etwas Salz 
80 g Fetakäse 
4 Stück getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten 
2 Hände voll Baby-Spinat, gewaschen und geputzt 
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Schalotte und Kartoffel schälen, Schalotte hauchfein hacken und Kartoffel in kleine Würfelchen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten darin anbraten, Kartoffelstückchen dazugeben und 2 Minuten mitbraten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, etwas einkochen lassen, bis die Kartoffelstückchen gar sind. Balsamessig unterrühren, ggf. mit etwas Salz oder noch mehr Essig abschmecken, beiseite stellen, aber warm halten. Fetakäse zerbröckeln und getrocknete Tomaten erst abtropfen lassen, dann in kleine Stücke schneiden. Baby-Spinat auf zwei Schüsselchen verteilen, noch warmes Kartoffeldressing darauf verteilen und mit Fetakäse und Tomatenstücken bestreuen. Mit reichlich frisch gemahlenem Pfeffer servieren. 



Habt eine schöne Restwoche, ich melde mich für einige Tage ab und komme bestimmt mit dem ein oder anderen Hamburg-Einblick im Gepäck zurück (wenn neben der Scherenlampe noch was reinpasst!).

Freitag, 6. Januar 2012

We live on: Reisnudelsalat mit Erdnussbutterdressing und gebratenem Hühnchen

„Olympische Spiele und der Weltuntergang – Der Kalender für 2012 ist mit vielen Terminen bereits gut bestückt“ – so titelte die Südhessen Woche am vergangenen Mittwoch. Ich habe für mich persönlich beschlossen, den Weltuntergang in diesem Jahr ausfallen zu lassen, und ich würde mich wie verrückt freuen, wenn ihr das auch so macht. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wunderbares, gesundes Neues Jahr mit glücklichen Momenten, zuversichtlichem Denken und viel Zeit mit lieben Freunden und der Familie! 
Naja, und was die olympischen Spiele betrifft: Meine früher doch recht ambitionierte Reiterei hat sich mittlerweile in ein gemütliches Hobby verwandelt und seit es dieses Pferd gibt, steht der Dressursport auch in einem ... äh, sagen wir ungünstigen Verhältnis zu meiner Kaufkraft. Dafür laufe ich jetzt einfach mehr. Sonntags immer 10 Kilometer und unter der Woche kleine, schnelle Flitz-Einheiten oder entspannte Runden durch den Wald, eingeschoben wann es eben passt. Ich schreibe das hier jetzt als kleinen Ansporn für mich, weil ich doch wieder auf einen Halbmarathon trainieren möchte, aber natürlich hoffe ich insgeheim, dass ihr das ganz schnell wieder vergesst, falls ich es doch aus Gründen des inneren Schweinehunds und Zeitmangel auf nächstes Jahr verschieben muss. ;-) 
So, jetzt geht es mal wieder ran an die Kochlöffel: Heute haben die Heiligen drei Könige abgeliefert, jetzt warte ich quasi auf den Frühling. Zwar möchte ich immer noch behaupten, dass Herbst und Winter meine liebsten Jahreszeiten sind, allerdings beschränkt sich das beim Winter ganz offensichtlich nur auf die Weihnachtszeit. Jetzt brauche ich bitte auch keinen Schnee mehr, dafür nach den ganzen Plätzchen und Gänsekeulen erstmal mehr Grün auf dem Teller!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 
100 g Reisnudeln 
1 rote Paprika, in feine Streifen geschnitten 
1 Karotte, in dünne Scheiben gehobelt 
1 Handvoll Blattspinat, gewaschen, Strunk entfernt und grob geschnitten (geht auch TK) 
1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten 
1 hartgekochtes Ei, gepellt und in Stücke gehackt
3 EL Erdnussöl 
180 g mageres Hühnerfleisch, in kleine Stücke geschnitten 
Etwas Sojasauce zum Ablöschen 

Für das Dressing: 
3 EL Erdnussbutter (ungesalzenes Naturprodukt, gibt´s z.B. im Bioladen)
2 EL helle Sojasauce 
Saft von einer Limette 
1 TL Agavendicksaft (ersatzweise Honig) 
1 EL Reisessig 
1 TL frisch geriebenen Ingwer 
1 Knoblauchzehe, zerdrückt 
½ rote Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe schnitten. 

Ups, mit diesem Bild ist die Identität unserer prominenten Zitrusfrüchtepresse wohl gelüftet ... 


Nudeln in einem Topf mit gesalzenem Wasser etwa 3 Minuten kochen, abgießen und mit sehr kaltem Wasser spülen, damit der Garprozess gestoppt wird und die Nudeln schon ein bisschen abkühlen. Gut abtropfen lassen und zusammen mit der Paprika, der Karotte, dem Spinat und der Frühlingszwiebel in eine große Schüssel geben. Gut vermischen, so dass sich das Gemüse gleichmäßig unter den Nudeln verteilt. 
Für das Dressing die Erdnussbutter mit der Sojasauce, Limettensaft, Agavendicksaft und Reisessig vermischen. Ingwer, Knoblauchzehe und Chili unterrühren und ggf. noch einmal mit Sojasauce oder Reisessig nachwürzen (die Nudeln saugen Salz und Säure später ziemlich auf). Salat beiseite stellen und durchziehen lassen. Währenddessen Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und das Hühnerfleisch scharf darin anbraten, bis es Farbe annimmt. Mit einem Schuss Sojasauce ablöschen und die Pfanne noch ein bisschen hin und her schwenken, damit das Hühnchen rundum mit Sojasauce benetzt und schön dunkel ist. Salat auf zwei Schälchen verteilen und mit dem Hühnchenfleisch und Ei bestreut servieren. 


Das Erdnussdressing macht den Salat ein bisschen mächtiger, durch die Limette ist er aber dennoch schön frisch. Das Ei lasse ich nächstes Mal weg, es hat nicht wirklich gut dazu gepasst – ganz im Gegensatz zu dem knusprig gebratenen Hühnchen. Die Idee für das Dressing habe ich aus dem Buch „Cook in Boots“ von Ravinder Bhogal abgekuckt, das im letzten Jahr zu meinem Mini-Buchpaket aus Amsterdam gehörte. Mengen- und zutatenmäßig habe ich wieder ein bisschen herumgetüftelt, aber das ist ja nichts Neues. ;-) 

Montag, 19. September 2011

Fast kein Rest vom Fest: Glasnudelsalat mit Hackfleisch und Limette

Am Wochenende gab es ein kleines Fest und nachdem ich gestern die Übernachtungsgäste, die auch noch zum Frühstück geblieben sind, verabschiedet habe, konnte ich mich gerade noch auf´s Sofa schleppen und habe den Rest des Tages leicht komatös auf selbigem verbracht und viel nachgedacht. Darüber, wie viel Spaß es gemacht hat, und darüber, dass Zeit mit der Familie und lieben Freunden zu verbringen doch das allerschönste und wichtigste im Leben überhaupt ist. Ich habe es sehr genossen mit meinen Lieben bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen, zu plaudern und zu feiern. Hier steht dann auch das Essen definitiv im Hintergrund, viel interessanter ist es, über alte Zeiten und brandheiße Neuigkeiten zu reden oder dabei zu sein, wenn Tante und Onkel mütterlicherseits und Tante und Onkel väterlicherseits neben dem eigentlichen Anlass auch gleich noch auf ihr Wiedersehen nach Jahrzehnten anstoßen können. Aaaber: Ein bisschen was zu knabbern nebenbei ist doch ganz schön und frei nach dem Motto "wer trinkt muss auch essen" habe ich ein kleines Buffet gerichtet, das für den Abend nicht zu viel und (hoffentlich) auch nicht zu wenig war. Was einigen dabei besonders gut geschmeckt hat, war ein feiner Glasnudelsalat mit Limettendressing und knusprig gebratenem Hackfleisch. Meine Cousine wollte gerne das Rezept haben, also gibt es heute zwar nur ein ziemlich abgegrastes Foto vom letzten Rest in der Schüssel, auf dem man nicht mehr viel erkennt, aber stellt euch einfach einen herrlich nach Limette duftenden Salat mit frisch gehackten Frühlingszwiebeln und bunten Chiliringen vor. Zum Fotografieren hatte ich auf der Party selbst keine Zeit und irgendwie auch keine Lust. ;-) Das Rezept stammt von Jamie Oliver (Jamie´s Kitchen), ich habe allerdings ein paar Sachen weggelassen und statt 5-Gewürze-Pulver Garam Masala verwendet, was sich als gute Alternative herausgestellt hat.



Hier kommt das Rezept (ich habe hier die Zutaten schon so angepasst, wie ich es gemacht habe. Auf der Party waren 20 Leute, wenn es noch mehr Auswahl am Buffet gibt sollte diese Menge genügen, so dass jeder eine kleine Portion probieren kann):

300 g Glasnudeln
5 EL Olivenöl
400 g Hackfleisch
3 TL Garam Masala
2 Knoblauchzehen, gerieben
2 gehäufte TL geriebener Ingwer
3 TL Zucker 
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
5 EL frisch gepresster Limettensaft
3 EL Fischsauce (Nam Pla, aus dem Asia-Shop)
1 rote Chilischote
1 grüne Chilischote
Salz, Pfeffer

Die Nudeln in eine Schüssel mit warmem Wasser legen und weich werden lassen. Abseihen und wieder in die Schüssel füllen. Einen Pfanne kräftig erhitzen, das Olivenöl eingießen und das Hackfleisch mit dem Garam Masala anbraten. Es soll schön braun und krümelig werden. Knoblauch, Ingwer und Zucker dazugeben und unter rühren weiter braten. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Inhalt zu den Glasnudeln geben. Frühlingszwiebeln, Limettensaft, Fischsauce und Chilis dazugeben und alles gut miteinander vermischen. Mit Salz und Pfeffer würden und ggf. nochmal mit mehr Limettensaft und Fischsauce abschmecken. 


Neben dem Glasnudelsalat gab es einen Hirsesalat mit Gemüse und Kräutern, Mini-Hackbällchen, Tsatziki, Hummus, köstliche Zucchini-Röllchen mit Ziegenfrischkäse nach einem Rezept von Gourmandises Végétariennes, eine Lachsplatte mit Meerettich, eine Käseplatte mit Trauben von Omas Reben, eine feine Tarte mit karamellisierten Zwiebeln nach einem Rezept von Flowers on my Plate, selbstgemachte Kräuterbutter, in Basilikumöl marinierte Tomaten-Mozzarella-Spießchen, eingelegte Oliven mit Fetakäse und getrockneten Tomaten, meine obligatorischen Partyschneckchen, einmal mit Speck, einmal mit Spinat und Fetakäse, feines Sauerteig-Krustenbrot, noch mal den Schokoladenkuchen vom letzten Posting und ein Schwarzwälder Tiramisu. 

Donnerstag, 28. Juli 2011

Ab nach draußen: Zucchinisalat mit süß-salzigen Macadamianüssen und Fetakäse

Ach herrje, das Wetter lädt ja zur Zeit nicht gerade zum gemütlichen Herumhängen auf dem Balkon oder im Garten ein. Aber tatsächlich hat mir das in den letzten Tagen nicht mal was ausgemacht! Also, das schlechte Wetter schon, nicht aber die Sache mit dem Balkon - denn unserer wurde insgesamt 6 Wochen lang renoviert und wir durften sowieso keinen Fuß darauf setzen. Jetzt ist endlich alles fertig und ich freue mich wie verrückt! Der Rost an den alten Gitterstäben wurde entfernt, die Risse im Boden aufgegossen und die Wand zum Nachbarhaus hat ihre Farbe von einem seltsamen Schlammgrün zu einem strahlenden Weiß gewechselt. Uff! Die schöne alte Backsteinwand hingegen wurde so belassen, wie sie ist. 
Leider hat währenddessen mein "schwarzer Daumen" seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und sowohl die Hortensie in ihrem Notlager auf der Fensterbank als auch die Fuchsien haben schwer gelitten. Und der Lavendel ist nur noch eine verdorrte Attrappe (allerdings kann man den getrocknet ja wenigstens noch gut gebrauchen)! Grund genug in den nächsten Tagen mal in der Gärtnerei vorbei zu schauen und ein paar hübsche Pflänzchen auszusuchen, um dann den Balkon wieder schön herzurichten und hoffentlich noch ein paar tolle Sommerstunden darauf verbringen zu können. Vielleicht mache ich nächste Woche dann mal ein paar Bilder vom neuen "Außenzimmer" und zeige sie euch. Probehalber habe ich diesen leckeren Salat gestern schonmal auf dem Balkon gegessen. Im Schneidersitz auf dem Boden, mit dicken Socken und Jäckchen an. Und siehe da: Ein paar Sonnenstrahlen kamen immerhin schonmal durch! :-)


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 kleine Zucchini
100 g gesalzene Macadamianüsse
1 EL Honig
6 Kirschtomaten
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 TL dunklen Balsamico-Essig
1 kleine Handvoll Basilikumblätter
Zucker, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
60 g Fetakäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Streifen hobeln und in eine Schüssel geben. 1 EL Olivenöl darüber geben und (am besten vorsichtig mit den Händen) gut vermischen. Die Zucchinischeiben nebeneinander auf einen Grillrost legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten garen (je nach dem wie dick oder dünn eure Scheiben sind, geht das auch schneller oder länger, im jeden Fall muss man ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verbrennen). Währenddessen Macadamianüsse grob in Stücke hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Hitze reduzieren, Honig dazugeben und kurz miteinander verrühren. Kirschtomaten dazu geben und 1 Min. weiterrühren. Tomaten und Nüsse aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 2 EL Olivenöl mit Zitronensaft und Essig verrühren. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und zu dem Dressing geben, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchinischeiben aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Tomaten und Nüsse dazugeben und alles mit dem Dressing übergießen und vorsichtig vermischen. Fetakäse mit den Händen zerbröckeln und darüberstreuen. Lauwarm oder kalt servieren.



Donnerstag, 5. Mai 2011

Good Bye, Tomato: Avocado-Mozzarella-Salat mit Kapern und Garnelen

Nur Chuck Norris weiß, wieviele Tonnen Insalata Caprese ich in meinem Leben bereits verdrückt habe! Mal ehrlich, es gibt doch kaum eine Grillparty ohne die obligatorische Tomaten-Mozzarella-Platte, immer hübsch überlappend angerichtet und mit ein paar Basilikumblättchen garniert. Und es gibt auch kaum eine Person auf der Grillparty, die sich nicht mindestens einmal daran bedient. Langweilig? Naja, vielleicht ein bisschen. Superlecker? Definitiv! Aber mit kleinen Abwandlungen kann man sich die Freude an Altbewährtem ja umso länger erhalten, stimmt´s? So war ich ganz angetan, als ich vor ein paar Tagen die schlichte Headline im Gourmet-Büdchen  las: "Tomaten-Mozzarella ohne Tomaten". Die Kombination mit Avocado hat mir auf Anhieb gefallen und ich habe den Salat mit Chili, Garnelen und Kapern (die ich ja seit meiner ersten gescheiten Panzanella auch endlich mag) nach meinem Geschmack aufgepimpt. Super Sache!


Hier kommt das Rezept für zwei Personen:

1 Kugel Mozzarella
2 Frühlingszwiebeln
1/2 rote Chilischote
4 EL Olivenöl
1 EL Balsamico Bianco
1 EL Zitronensaft
1 TL Kapernwasser aus dem Glas
1 gestr. TL Zucker
1 EL Kapern
1 Avocado
2 TL Olivenöl
8-10 Garnelen
Salz, Pfeffer

Mozzarella in dünne Scheiben schneiden, Frühlingszwiebeln und Chilischote putzen und in Ringe schneiden, dabei von der Chilischote die Kerne entfernen. In einer Schüssel mit breitem Boden aus Olivenöl, Balsamico Bianco, Zitronensaft, Kapernwasser und Zucker eine Vinaigrette rühren. Mit Salz abschmecken. Kapern, Frühlingszwiebelringe und Chilischote unterrühren und die Mozzarellascheiben zum Marinieren in die Vinaigrette legen. Avocado halbieren, aus der Schale lösen und jeweils eine Hälfte in Scheiben geschnitten fächerartig auf einem Teller anrichten (das klappt am besten, wenn man die Avocado am schmalen Ende nicht ganz durchschneidet und sie dann mit der Handfläche leicht flach drückt). Mozzarella aus der Vinaigrette nehmen und ebenfalls jeweils die Hälfte fächerförmig auf dem Teller anrichten. 2 TL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen darin auf jeder Seite eine Minute scharf anbraten. Die restliche Vinaigrette über die Avocado und die Mozzarellascheiben geben und ggf. mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Zum Schluss die Garnelen auf dem Salat verteilen und servieren.


Weil mir Avocado und Mozzarella als Team so gut gefallen haben, möchte ich den Salat bald noch einmal  nach der Version von Lamiacucina ausprobieren, hier kommt Pesto mit ans Dressing und das klingt auch sehr fein.

Sonntag, 1. Mai 2011

Rindfleischsalat mit badischen Brägele: Handgemenge

Das schöne an Foodblogs: Man lernt nicht nur viel und bekommt immer neue Anregungen, sie sind auch eine prima Erinnerungsstütze an Rezepte, "die man eh schon laaange mal wieder machen wollte". Schon im Januar habe ich bei Anie´s Delight ein Rezept für Rindfleischsalat entdeckt, das bei mir sofort wieder die Erinnerungen an meine Studienzeit und den Nebenjob als Küchenhilfe hervorgerufen hat (zugegeben, es hat ein bisschen gedauert, bis ich ihn tatsächlich wieder einmal zubereitet habe, aber zumindest war er wieder in meinem Kopf abrufbereit - und vor allem die badischen Brägele!). In einer kleinen Sportclubgaststätte ohne Currywurst und Pommes, dafür mit einer feinen Auswahl an saisonalen und regionalen Lieblingsrezepten und einem liebenswerten Küchenchef (gegen den Marilyn Manson nach eigenen Angaben ein Osterhase ist), habe ich mir nicht nur ein paar Sachen für zuhause abgeschaut, es haben sich auch ein paar meiner Zubereitungsarten verändert ...

Rindfleischsalat mit badischen Brägele

Nie werde ich den entsetzten du-wirst-gleich-enterbt-Blick meiner Mutter vergessen, als ich beim gemeinsamen Sonntagsessen zum ersten Mal mit beiden Händen beherzt in die Salatschüssel gegriffen habe um die zarten Blätter vorsichtig mit dem Dressing zu vermischen. Klar geht das auch mit Salatbesteck, aber wenn man bei der Zubereitung einen Zahn zulegen möchte, arbeitet man mit den Händen immer präziser als mit starren Holzarmen. So ist das auch bei diesem Rindfleischsalat. Ihr müsst das Dressing ordentlich mit den Händen einarbeiten, dabei nicht zu hart, damit das Fleisch nicht ganz außeinanderfällt, aber eben auch nicht zu sanft, denn das Fleisch soll richtig schön "durchsaften" und nicht nur äußerlich benetzt werden. Für diesen Salat könnt ihr eure Lieblingsvinaigrette auf Essig-/Öl-Basis verwenden, wichtig sind am Schluss ein ordentlicher Schuss Balsamico-Essig und eine gute Portion frisch gemahlener Pfeffer. Außerdem dürfen Frühlingszwiebeln, Essiggurken und Petersilie nicht fehlen! Klassisch mit knusprigen Brägele (badisch für Bratkartoffeln) serviert, ist das dann ein Rindfleischsalat, so wie ich ihn kenne und liebe. Die Brägele schneide ich übrigens direkt in Scheiben in das heiße Butterschmalz  - wer mag, darf aber natürlich auch vorschneiden. ... und btw., ich LIEBE Brägele. Es schmeckt nämlich finde ich noch fast ein bisschen besser, wenn man Brägele sagt, statt Bratkartoffeln. ;-)

Rindfleischsalat mit badischen Brägele

Hier kommt das Rezept "Rindfleischsalat mit Brägele" für 2 Portionen:
400 g gekochtes Rindfleisch (am besten Tafelspitz/aus der Brust)
2 Frühlingszwiebeln
2 kleine Essiggurken, in feine Scheiben geschnitten
1/2 Bund Petersilie
ca. 2-3 EL Balsamico-Essig 
frisch gemahlener Pfeffer

Für das Dressing (optional, hier könnt ihr wie gesagt auch euer Lieblinsdressing verwenden, aber nicht mit Joghurt o.ä.):
3 EL Sonnenblumenöl
1 EL Weißweinessig 
1/2 TL Senf
1/2 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
1/2 TL Zucker
je 1 Prise Salz und Pfeffer

Für die badischen Brägele (Bratkartoffeln):
8 mittelgroße Kartoffeln, am Vortag gekocht und gepellt
2 EL Butterschmalz
Salz 

Das gekochte Rindfleisch erst in knapp 1 cm breite Scheiben und dann der Länge nach in 0,5 cm breite und ca. 3-4 cm lange Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden, Petersilie kurz abbrausen, gut trockenschütteln und fein hacken. Für das Dressing alle Zutaten miteinander gut verrühren. Fleisch mit dem Dressing in eine Schüssel geben und schonmal kurz vermischen. Balsamico-Essig und frisch gemahlenen Pfeffer dazu geben und jetzt kommt der oben beschriebene Teil: Knetet mit den Händen alles ordentlich durch, dabei aber so gefühlvoll, dass das Fleisch nicht komplett zerfällt. Ich nehme dazu immer eine Portion in die Faust und drücke vorsichtig die Flüssigkeit ins Fleisch. Dann Frühlingszwiebeln und Gurkenscheiben dazugeben und noch einmal gut vermischen. Jetzt kann der Rindfleischsalat etwas bei Zimmertemperatur ruhen, während ihr euch an die Bratkartoffeln macht. 
Butterschmalz in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Die Bratkartoffeln in Scheiben schneiden und ins heiße Fett geben. Wie oben erwähnt, schneide ich die Brägele direkt in die Pfanne, das geht schnell und es ist Küchenhilfen-authentisch! ;-) Da die Kartoffeln ja bereits gekocht sind, müssen sie nur Farbe annehmen, das passiert in knapp 10 Minuten. Dabei die Pfanne ab und zu etwas hin und her rütteln und die Brägele wenden. Zum Schluss gut salzen.
Zum Servieren die Petersilie unter den Rindfleischsalat mischen und zusammen mit den Brägele anrichten. 

Rindfleischsalat mit badischen Brägele

Die Brägele bzw. Bratkartoffeln könnt ihr natürlich auch so zubereiten, wie ihr es sonst immer macht, ich finde jedoch, dass sie knuspriger werden, wenn man sie bereits am Vortag abkocht und dann gut auskühlen lässt, am besten nach dem Abkühlen sogar kalt stellt. Auf dem Teller vermischen die Brägele sich nachher unausweichlich etwas mit dem Dressing, was auch sehr gut schmeckt, aber gerade da ist es am schönsten, wenn der "Knusprigkeits-Effekt" möglichst lange erhalten bleibt. Das Gericht eignet sich übrigens auch wunderbar als Verwertung von Braten-Resten, denn meist bleibt von Tafelspitz & Co. doch immer irgendwas übrig.