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Montag, 25. Mai 2015

Tagliatelle mit Rucolapesto, getrockneten Tomaten und zweierlei Spargel: Kleines Intermezzo

Für mich selbst kaum zu glauben aber ich habe doch glatt in dieser Saison bisher so selten Spargel gegessen, wie gefühlt noch nie im Leben! Schockschwerenot, das darf nicht sein, deswegen kommt hier zwischen Tür und Angel schnellschnell ein Spargelrezept, das nicht viel Aufwand erfordert und zudem für Menschen mit Entscheidungsschwierigkeiten wie mich sehr gut geeignet ist, weil es sowohl grünen als auch weißen Spargel beinhaltet.

Tagliatelle mit Rucolapesto, getrockneten Tomaten und zweierlei Spargel


Hier kommt das Rezept für Tagliatelle mit Rucolapesto, getrockneten Tomaten und zweierlei Spargel für zwei Personen:

Für das Rucolapesto: 
etwa 100 g Rucola
50 g Pinienkerne
ein paar Walnüsse (bitte vorher probieren, dass sie nicht bitter schmecken, das wäre der sichere Tod des Pestos)
50 g Parmesankäse
1 Knoblauchzehe
100 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer, ein paar Spritzer Zitrone zum Abschmecken

Für die Pasta mit Spargel:
250 g grünen Spargel
250 g weißen Spargel
250 g Tagliatelle
2 EL Olivenöl
4-5 in Öl eingelegte getrocknete Tomaten, ein feine Streifen geschnitten
wer´s mag: ein paar Scheiben geräucherten italienischen Schinken
Parmesankäse zum Bestreuen
Grob gemahlenen Pfeffer

Rucolapesto

Für das Rucolapesto Rucola waschen und trockenschleudern. Pinienkerne und Walnüsse in einer beschichteten Pfanne ein paar Minuten anrösten. Parmesan in grobe Stücke hacken, Knoblauch abziehen und ebenfalls grob hacken. Alle Zutaten zusammen mit dem Olivenöl mit einem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten. Rucolapesto mit Salz, Pfeffer und ein paar Spritzern Zitronensaft abschmecken.

Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden (beim grünen Spargel nur das untere Drittel schälen, er ist zart genug), dann die Spargelstangen in etwa 4 cm lange Stücke schneiden. In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen, zuerst den weißen Spargel hinzugeben und etwa 8 Minuten kochen, dann den grünen Spargel zufügen und weitere 3 Minuten kochen, bis beide Spargelsorten bissfest sind - sie dürfen ruhig noch einen Hauch zu hart sein, denn sie werden später noch angebraten und garen dadurch weiter. Spargel abgießen, kurz kalt abschrecken und beiseite stellen.


Erneut Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und die Tagliatelle darin al dente kochen. Währenddessen Öl in einer Pfanne erhitzen und die Spargelstücke darin kurz und kräftig anbraten, bis sie leicht Farbe nehmen. Getrocknete Tomatenstreifen dazugeben und kurz mitbraten, bereits jetzt den Spargel Pfeffer und etwas Salz abschmecken.

Für die unvegetarische Variante brät nun wer möchte den Schinken ebenfalls kurz in der Pfanne an.

Nudeln abgießen, in den heißen Topf zurückgeben und sofort mit Rucolapesto und dem gebratenen Spargel mit getrockneten Tomaten (und ggf. Schinken) vermischen. Auf tiefen Tellern anrichten und mit gehobeltem Parmesankäse und grobem Pfeffer bestreut servieren.

Rucolapesto mit Spargeltagliatelle und Schinken



Das Rucolapesto ist übrigens auch ein guter Selbstläufer für "nackte Pasta" wenn es mal schnell gehen muss, ihr könnt es wie fast jedes andere Pesto auch mit etwas Olivenöl bedeckt ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wir haben die Reste für Sandwiches für die Mittagspause verwendet, zusammen mit Tomaten, Parmaschinken und gehobeltem Parmesan und einem frischen, fluffigen Ciabatta ist das 1a geeignet, wenn man am Bürosessel festklebt und nebenbei trotzdem was Feines essen möchte.

Und weil alte Spargelrezepte auf dem Blog leider manchmal ganz zu Unrecht in der Versenkung landen, gibt´s hier mit Klick aufs Bild noch ein paar Lieblingsrezepte aus den letzten Jahren. Die Spargel-Schinken-Crespelle mache ich so übrigens seit Ewigkeiten, ich glaube das war mein allererstes Spargelrezept überhaupt, das ich selbst gekocht habe. Allen, die auch der Meinung sind, dass alles mit einer Ladung Käse überbacken noch ein bisschen besser schmeckt, kann ich dieses Rezept besonders ans Herz legen.
***

Spargel-Schinken-Crespelle

Penne mit Spargelköpfen und Schinken

Spargeltarte mit Fetakäse und Zuckerschoten

Spargelsalat mit Eier-Vinaigrette und Speckpfannkuchen

Habt ein schönes Restpfingstwochenende und morgen einen guten Wochenstart!

Montag, 19. Mai 2014

Spargeltarte mit Fetakäse und Zuckerschoten: Here comes the sun

Es gibt kaum ein Gemüse, zu dem es herrlicher ist, literweise badischen Weißwein zu trinken, als zu Spargel. Und es gibt für mich ohnehin kaum ein Gericht, das unter Zugabe von mindestens ein paar Bröckchen Fetakäse nicht NOCH besser schmeckt. Jetzt stellt euch vor: Wochenende, Sonne auf der Haut, Musik im Ohr und die oben besagten drei Komponenten Spargel, Fetakäse und Wein, dazu ein gemütliches Pläuschchen und Bewegung nur, wenn entweder das Weinglas leer war, man die Hand mit einem weiteren Stückchen Spargeltarte zum Mund führen musste oder ein anderes Körperteil die Pole Position in Sachen Sonne einnehmen sollte – kein Wunder, dass es da neben ein paar Sommersprossen mehr auch die gute Laune noch gratis obendrauf gab. 
Weil ich noch ein riesenhaftes Paket Filoteig im Kühlschrank hatte (in einem Anfall von einem komplett aus dem Ruder gelaufenen orientalische-Spezialitäten-Gelüste-Wahn hatte ich drei gekauft, zwei waren mittlerweile abgelaufen), hat sich das doch direkt als knusprige Unterlage für meine Spargeltarte angeboten, dann noch ein paar Zuckerschoten als Begleitung für Spargel und Fetakäse – tataaah, fertig war sie, die ohne zu übertreiben unkomplizierteste und dabei leckerste Tarte, die ich seit langem gegessen habe.

Spargeltarte mit Fetakäse und Zuckerschoten


Hier kommt das Rezept für die Spargeltarte mit Fetakäse und Zuckerschoten (für eine längliche Tarteform 35x10 cm):  

300 g grüner Spargel 
80 g Zuckerschoten 
etwa 3 EL Olivenöl 
3-4 Blätter Filoteig (je nach Größe, in der Form übereinandergeschichtet sollten sich mindestens 6 Lagen ergeben) 
100 g Fetakäse 
2 EL Schmand 
100 ml Sahne 
2 Eier 
Salz, Pfeffer, Chiliflocken 

Spargeltarte mit Filoteig

Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die harten Enden vom grünen Spargel abschneiden. Spargel in Salzwasser 5 Minuten blanchieren, nach 3 Minuten bis zum Ende die Zuckerschoten dazugeben. Abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, dann behalten Spargel und Zuckerschoten ihr sattes Grün und garen nicht mehr weiter. In einem Sieb Spargel und Zuckerschoten gut abtropfen lassen. Eine Tarteform (meine hat die Maße 35x10 cm, ihr könnt aber auch eine runde Form nehmen und die Enden des Filo-Teigs einfach überstehen lassen) mit etwas Olivenöl einpinseln. Da es die Filoteigblätter zumindest bei unserem local Cheftürken in allen möglichen Formen und Maßen gibt, ist es auch hier im Prinzip wurscht, welche ihr nehmt. Hauptsache ihr habt eine Schere. ;-) Filoteig-Blätter also so zuschneiden, dass die Ränder leicht an der Form überlappen. Insgesamt sollten am Ende mindestens 6 Lagen Filoteig in der Form liegen. Das erste Filoteigblatt in die geölte Form legen, dann wieder dünn mit Olivenöl bepinseln, dann das nächste obendrauf, dann wieder Olivenöl und dann bitte munter so weiterstapeln, bis alle Teigblätter aufgebraucht sind. 50 Gramm Fetakäse, Schmand, Sahne und Eier miteinander verrühren (geht auch brachial mit Pürierstab) und mit Salz und Pfeffer würzen. Spargelstangen auf die Breite der Form zuschneiden. Sahnefüllung in die Form geben. Grünen Spargel und Zuckerschoten nebeneinander darauf verteilen, restlichen Fetakäse darüberbröckeln und mit Chiliflocken bestreuen. Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene bei 200 Grad etwa 20 bis 25 Minuten backen.

Tarte mit grünem Spargel, Fetakäse und Zuckerschoten


Die Spargeltarte mit Fetakäse schmeckt natürlich direkt aus dem Ofen, mir persönlich aber sogar noch besser, wenn sie nur noch lauwarm ist. Dazu ein schönes Glas kühlen Weißwein – pörfäkt! Und wenn noch was übrig bleibt, schmeckt sie zu fortgeschrittener Frühlingsnachtsstunde auch noch kalt. ;-) 

Tarte mit grünem Spargel und Fetakäse


Noch mehr Lust auf grünen Spargel? Hier sind meine Lieblingsrezepte aus den letzten Jahren: 

Gebratener Spargel mit Orangenvinaigrette und Kräuterflädle 
Polenta-Sticks mit grünem Spargel 

Habt ne sonnige Frühlingswoche, bis bald!

Mittwoch, 24. April 2013

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok: Gelungener Saisonauftakt

Warum ich bei meiner wilden Leidenschaft für grünen Spargel jahrelang nur ausschließlich weißen Spargel gegessen habe, weiß ich bis heute nicht. Fakt ist jedoch: Meine Großmama war eine ausgesprochene Verfechterin des Spargelschlürfens. Die wunderschönen weißen Stangen wurden korrekt mit den Spitzen nach links auf dem Teller platziert und ebenfalls mit der Spitze zuerst in den Mund geschoben, um dann mit gespitzten Lippen eingeschlürft zu werden. Keinesfalls geschnitten. Für mich als damals bezahnspangte Halbwüchsige mit Prinz-Eisenherz-Gedenk-Frisur war das natürlich die schönste Sauerei, die man sich wünschen konnte, und ich gebärdete mich vor lauter Freude bei jeden Spargelessen wie eine Verrückte. Wo durfte man denn sonst beim Essen so ungeniert schlürfen (abgesehen von Austern, die ich damals als „schleimigen Schleimerschleim“ bezeichnete und heute wenn schon dann mit einem großen Schluck Schaumwein hinunterspüle)! Vielleicht habe ich ja deswegen weißen Spargel so lange bevorzugt, weil man ihn so schön schlürfen kann? Mit dem grünen Pendant kann man das nämlich nicht – zumindest nicht, wenn man grünen Spargel wie ich schön knackig und nur kurz gegart am liebsten mag. Jedenfalls ganz egal ob grün oder weiß, ich freue mich schon sehr auf die Spargel-Saison und habe am letzten Wochenende beim Zeitschriften durchblättern in der neuen E&T ein Rezept entdeckt, das ich gleich ausprobieren musste und bei dem mich vor allem die Ingwer-Teriyaki-Mischung sehr begeistert hat. Man muss dazu sagen: Im Rezept wird „Wok-Sauce“ verlangt. Da es diese im örtlichen Lädelchen aber nicht gab und ich mir darunter auch sonst nichts vorstellen konnte, habe ich sie einfach durch Teriyaki-Sauce ersetzt, was tippitoppi geschmeckt hat. 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch


Hier kommt das Rezept "Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok" für 2 Portionen: 

1 TL Sesamsaat, (+ 1/2 TL Kalonji-Samen, weil ich die zur Zeit so gerne mag) 
30 g Frühlingszwiebeln 
25 g frischer Ingwer 
1-2 Knoblauchzehen 
½ rote Chilischote 
5 EL Teriyaki-Sauce (oder Wok-Sauce laut E&T; Teriyakisauce gibt es fast überall fertig zu kaufen oder aber auch viele Rezepte zum Selbermachen im Netz) 
2 EL Sojasauce 
1 EL Sesamöl aus gerösteten Sesamsamen 
2 EL Zucker 
1 EL Limettensaft 
½ TL Speisestärke 
etwa 300 g Rumpsteak 
500 g Spargel 
3 EL Öl 
Salz 
15 g Butter 
(wer mag, ein paar Stängel Koriandergrün, hab ich vergessen) 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch

Sesam in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten, in einem Schälchen beiseite Stellen. Kalonji-Samen ebenfalls kurz anrösten und zum Sesam ins Schälchen geben. Frühlingszwiebeln putzen und in feine schräge Ringe schneiden. Etwa 20 Minuten in kaltes Wasser legen und dann gut abtropfen lassen. 
Ingwer und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Chilischote mit Kernen in Ringe schneiden. Ingwer, Knoblauch, Chili mit Teriyaki-Sauce, Sojasauce, 25 ml Wasser, Sesamöl, Zucker und Limettensaft verrühren. Die Stärke in eine kleine Schüssel geben und mit der Ingwer-Teriyaki-Mischung glatt rühren. 
Das Fleisch in etwa 1 cm breite Streifen schneiden, Spargel im unteren Drittel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Die Spargelstangen schräg in 3 Stücke schneiden. 1 ½ EL Öl in einem großen Wok erhitzen und Spargel bei starker Hitze unter Wenden etwa eine Minute kräftig anbraten. Dann insgesamt 35 ml Wasser in kleinen Portionen zugeben (Achtung, das liest sich so niedlich, es zischt und dampft aber wie im Chemielabor eines verrückten Professors, also vorsichtshalber ein bisschen in Deckung gehen ;-)). Dabei jeweils warten, bis das Wasser vollständig verdampft ist. Spargel in ca. 3 Minuten knackig garen und dann vom Herd nehmen. 
Fleisch leicht salzen. Eine große Pfanne (falls ihr eine größere Menge macht, besser auf zwei Pfannen verteilen) stark erhitzen, das restliche Öl und die Butter zugeben und sobald die Butter geschmolzen ist, das Fleisch hinzugeben und bei starker Hitze 1 Minute kräftig anbraten. Dann drei Minuten durchschwenken und zum Spargel in den Wok geben. Ingwer-Teriyaki-Mischung dazugeben und alles 1-2 Minuten glasieren. Frühlingszwiebeln, Sesamsaat und Kalonjisamen darüberstreuen (und gehackten Koriander, falls ihr habt) und dann sofort servieren. 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch


Das Fleisch war bei uns ein bisschen zu fest bzw. zu durch, ich würde es das nächste Mal nach dem Anbraten nur eine Minute durchschwenken und dann zum Spargel geben. Als Beilage passt Reis, wir haben es allerdings ohne gegessen, ich habe die Mengen beim Fleisch und beim Spargel ein bisschen angepasst. Das Rezept stammt aus der Zeitschrift Essen & Trinken 5/2013. 

... ach, und was mich noch zum Thema Spargel schlürfen interessieren würde: Wie esst ihr Spargel? Wer schlürft denn von euch (weißen) Spargel noch? Nehmt ihr ihn vielleicht sogar in die Hand (was ja durchaus erlaubt ist)? Jedenfalls: Happy Schlürfing! ;-)

Freitag, 15. Juni 2012

Kurz zwischendurch: Polenta-Sticks mit grünem Spargel

Hier kommt ein kleines Lebenszeichen in Form von: Ja, ich esse noch! Nur zum Bloggen kam ich in den letzten Tagen leider nicht, denn ein großes Ereignis hat seine Schatten vorausgeworfen und abgesehen davon läuft nebenbei gerade auch noch so allerhand, das zwar nichts mit meinem liebsten Hobby zu tun hat, aber mich auch sehr mitreißt und viel Spaß macht. Nächste Woche wird bestimmt ein bisschen ruhiger. 
Also gibt es heute nur schnell ein feines Spargelgericht (bei dem die Polenta-Sticks zwar nicht wie gewollt in Form blieben, aber hey, it´s freestyle!), die Ankündigung einer neuen Geschichte von Oma und ihrer Hühner-Connection – und viele liebe Wochenendgrüße an euch! 


Hier kommt das Rezept für 4 Personen (ehrlich gesagt schafft man die Menge auch fast zu zweit! ;-)): 
1 Schalotte 
1 Knoblauchzehe 
5 EL Olivenöl und Olivenöl zum Servieren 
100 ml Geflügelfond 
60 g Schlagsahne 
60 g Maisgrieß (Polenta) 
30 g Butter 
20 g Parmesan 
Pfeffer, Salz 
500 g grüner Spargel 
Zucker 
2 Stiele Petersilie 
1 Kugel Büffel-Mozzarella 

Für die Polenta-Sticks Schalotte und Knoblauch abziehen, fein würfeln. In einem Topf 2 EL Olivenöl erhitzen, Schalotten und Knoblauchwürfel darin farblos andünsten. Geflügelfond und Sahne dazugeben, kurz aufkochen lassen. Maisgrieß einrühren, Topf vom Herd nehmen. 20 g Butter und Parmesan unter die heiße Masse rühren, mit Pfeffer und Salz abschmecken. In eine eckige Form geben (etwa 15x15 cm ... ich meine, wer hat ZUFÄLLIG gerade so eine Form zuhause herumstehen? Es klappt auch ganz einfach, wenn ihr die Masse auf einen Teller gebt und mit feuchten Händen ein bisschen in Form presst) und 3 Stunden kalt stellen. Die Polenta in ca. 2x8 cm große Sticks schneiden. 

1 EL Öl und die übrige Butter in einer Pfanne erhitzen, Sticks darin von beiden Seiten goldgelb braten. Spargelstangen abbrausen, trockentupfen, im unteren Drittel schälen, holzige Enden abschneiden. Spargelstangen schräg in etwa 4 cm lange Stücke schneiden. Restliches Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Spargel darin anbraten, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilienblätter abzupfen, grob hacken, über den Spargel streuen. Mozzarella in Stücke zupfen. Polenta-Sticks mit gebratenem Spargel und Mozzarella anrichten und zum Servieren mit etwas Olivenöl beträufeln. 




Das Rezept stammt aus „Lust auf Genuss“ 5/10 und landete bei uns geschmacklich einen Volltreffer. Und die Spargelzeit ist bald vorbei. OGOTTOGOTTOGOTT!!!

Dienstag, 29. Mai 2012

Es ist angegrillt: Hähnchen mit Piment d’Espelette, Halloumi-Zucchini-Röllchen, Grillgemüse mit Tomaten und Mozzarella und der unaussprechliche Salat

Ahhhh! Der Geruch von schwelender Holzkohle und Fett, das von riesenhaften T-Bone-Steaks zischend in die Glut tropft, dazu großbrandartige Rauchentwicklung, muskelbepackte Kerle, die sich um die Pole Position am Grill kloppen, ploppende Bierflaschen und wummernde Bässe – soweit wahrscheinlich das Szenario, hätte ich nur mal T-Bone-Steaks im Haus gehabt! Stattdessen gab´s quasi Mädchengrillen vom Elektrogrill, mit Hühnchen und „vegetarischem Gedönse“, wie unverschämterweise meine leckeren Beilagen bezeichnet wurden. Die mir übrigens allesamt so gut geschmeckt haben, dass es das Fleisch gar nicht gebraucht hätte. 



Hier kommen die Rezepte (jeweils für ca. 2-3 Portionen): 

Für das Hähnchen: 
2 Hähnchenbrüste ohne Haut 
5 EL Olivenöl 
1 EL Honig 
1 Knoblauchzehe 
1 EL Thymianblättchen 
Salz 
½ TL Piment d’Espelette 
4 Stengel Thymian 
2 Scheiben Parmaschinken 

Hähnchenbrüste jeweils längs halbieren. Aus den übrigen Zutaten (bis auf den Parmaschinken) in einer Schüssel eine Marinade anrühren. Hähnchenbrüste einlegen und mit Folie bedeckt mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, dabei evtl. 1-2 Mal durchmischen. Parmaschinken jeweils der Länge nach halbieren. Je 1 Stück Hähnchenbrust mit einem Thymianzweig belegen und mit einer halben Scheibe Parmaschinken umwickeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 8 Minuten braten, bis das Hähnchen gar ist. 


Für die Halloumi-Zucchini-Röllchen: 
1 kleine Zucchini 
Salz 
ca. 1 EL Harissa (scharfe Chili-Paste) 
80 g Halloumi, in 8 dünne Scheiben geschnitten (griechischer Grillkäse) 

Zucchini waschen und Enden abschneiden. Mit einem Sparschäler von der Zucchini 8 dünne Streifen schneiden. Rest anderweitig verwenden. Die Streifen jeweils mit wenig Salz bestreuen und mit etwas Harissa bestreichen. Jeweils mit einer Scheibe Halloumi belegen und aufrollen. Mit Zahnstochern feststecken und mit Olivenöl beträufeln. Auf dem heißen Grill von beiden Seiten jeweils ca. 1-2 Minuten grillen. 


Für das Grillgemüse mit Tomaten-Mozzarella-Vinaigrette: 
5 EL Olivenöl 
2 EL Zitronensaft 
1 TL Honig 
Salz, Pfeffer 
½ Kugel Mozzarella (ca. 60 g) 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten 
6 Stangen grüner Spargel 
4 Frühlingszwiebeln 

3 EL Olivenöl, Zitronensaft und Honig in einer kleinen Schale miteinander verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mozzarella in kleine Stücke schneiden, Kirschtomaten vierteln und zusammen mit dem Mozzarella zur Vinaigrette geben. Bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank durchziehen lassen. Zum Grillen die unteren Spargelenden abschneiden, die Stangen im unteren Drittel schälen und einmal längs halbieren. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und ebenfalls der Länge nach halbieren. Mit restlichem Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Beiseite stellen. Gemüse auf dem heißen Grill 6-7 Minuten grillen, dabei ab und zu wenden. Auf dem Teller dann den Tomaten-Mozzarella-Salat darüber verteilen und mit Pinienkernen bestreuen. 



Für den Kritharaki-Salat: 
100 g Kritharaki-Nudeln (Risoni) 
1 Handvoll Kirschtomaten 
2 EL Olivenöl 
1 EL Zitronensaft 
Salz, Pfeffer 
1 TL eingelegter grüner Pfeffer 
1 TL Flüssigkeit aus dem Glas 
1 kleine Handvoll schwarze Oliven 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 

Kritharaki-Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen, abgießen und über einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Kirschtomaten waschen und in einer Schüssel mit der Hand zerdrücken. Olivenöl und Zitronensaft dazugeben und gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eingelegten Pfeffer sowie 1 TL der dazugehörigen Flüssigkeit aus dem Glas hinzufügen und unterrühren. Kritharaki-Nudeln, Oliven, Petersilie und Frühlingszwiebeln dazugeben und alles gut vermengen. 

Der unaussprechliche Salat heißt bei mir übrigens wegen diesen Kritharaki-Nudeln so. Ich sage vorzugsweise Kiritaki-Nudeln. Sagt das bitte dreimal hintereinander und es ist für alle Zeiten ins Gehirn eingemeißelt, dabei ist Kiritaki ein Dörfchen in Neuseeland und hat mit meiner kleinen Grillparty am Wochenende so rein gar nichts zu tun. Ich KÖNNTE natürlich auch „Risoni“ sagen, aber das wäre ja irgendwie auch zu einfach. ;-) Für die Rezepte habe ich mich aus alten Kreativ Küche-Heftchen inspirieren lassen. Irgendwie ist es immer wieder lustig, wie viele "neue" Rezepte man entdeckt, wenn man Zeitschriften nach ein paar Monaten oder Jahren wieder durchblättert. Eine gute Ausrede, um ganze Jahrgänge zu horten und so langsam auch das Arbeitszimmer des Mannes in Beschlag zu nehmen, harr harr! 

Mittwoch, 2. Mai 2012

Die Verrückten sind wieder da: Penne mit Spargelköpfen und Schinken

Vielleicht seht ihr es schon an den Bildern: Wir essen jetzt wieder öfter draußen auf dem Balkon an unserem alten Holztischchen. Unser Balkon ragt in einen schönen Innenhof, der von lauter alten Backsteingemäuern umgeben ist. Allerdings sitzt man dort je nach Wetterlage ein bisschen auf dem Präsentierteller und auch die Fotosessions laufen nicht immer so getarnt ab, wie im Esszimmer. Wenn die Nachbarskinder wie die Orgelpfeifen aufgereiht am Balkongeländer stehen, sehe ich es ihnen an, dass ich ihnen mit meiner Kamera nicht ganz geheuer bin. Ich mache dann gerne zusätzlich komische Geräusche oder stelle mich für eine Minute in die Karate-Position „Der Kranich“. Wenn ich dann wieder hinschaue, verharren sie mit tellergroß aufgerissenen Augen in Schockstarre, bis wir alle anfangen zu lachen. 


  
Jedenfalls hat uns auch der Feiertag gestern schönes Wetter beschert und an so einem Tag muss es einfach ein Lieblingsessen geben. Dieses Rezept ist so einfach wie genial! Der Mann, der auch unsere Küche gebaut hat, macht es immer so und hat es uns weitergegeben. Juhu! Wichtig ist, den Spargel im Sud der Schalen und Enden abzukochen, weil er so noch aromatischer wird. Außerdem schwört er darauf, dass die Sahne angeschlagen wird, auf gar keinen Fall darf sie flüssig dazugegeben werden. Seitdem mache ich das nicht mehr anders und das Rezept hat sich bei uns zu einem absoluten Dauerbrenner in der Spargelzeit gemausert. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
500 g Spargelköpfe 
250 g Penne 
150 g Kochschinken 
100 ml Sahne 
50 g geriebener Parmesankäse 
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
Ggf. mehr Parmesan zum Servieren 

Spargel schälen und ggf. holzige Enden entfernen. Schalen und Enden in einem großen Topf zum Kochen bringen und ca. 20 Minuten kochen lassen. Dann mit einer Lochkelle die Schalen und Enden herausheben (oder über einem Sieb abgießen, den Sud auffangen und wieder zurück in den Topf geben). Spargel in ca. 3 cm lange Stücke schneiden und im Sud gar kochen. 
Einen weiteren Topf aufsetzen und Penne im kochenden Salzwasser al dente kochen. 
Währenddessen Schinken in ca. 1 cm breite und 2 cm lange Streifen schneiden und Sahne anschlagen, sie muss jedoch nicht ganz steif werden. Spargel und Penne abgießen und miteinander zurück in einen Topf geben. Schinken und Sahne vorsichtig unterheben, zum Schluss geriebenen Parmesankäse unterrühren. Mit Salz und reichlich frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen und servieren.


Sonntag, 22. Mai 2011

Ab in den Ofen: Überbackene Spargel-Schinken-Crespelle

Neulich habe ich ein Gespräch in der Bahn belauscht, in dem sich zwei ältere Damen, die hinter mir saßen, ausgiebig über die Zubereitungsarten von Spargel stritten. "Pur" versus "verarbeitet". Es fielen Sätze wie: "Spargel ist so errrrotisch und muss nackig ohne Beilage gegessen werden" oder "Gemüse hat nichts mit Bettgeschichten zu tun" und "du alte Banausin verdrängst mit deinen fetten Saucen ja den Eigengeschmack" und "du immer mit deiner Askese von wegen Spargel ohne alles". Aha! Wie denkwürdig! Eigentlich mag ich Spargel ja auch am liebsten ohne viel Chichi und schön schlicht, aber das Rezept hier für diesen fein umwickelten und überbackenen Spargel ist eines meiner allerliebsten und kommt in jeder Spargelsaison mehrmals auf den Tisch. Seit Jahren! Und bei euch? 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
Für die Crespelle:
50 g Butter
250 g Mehl
2 Eier
250 ml Milch
eine Prise Salz
200 ml Sprudelwasser
4 EL Butterschmalz

Für die Béchamel-Sauce:
20 g Butter
20 g Mehl
250 ml Milch
Salz, Muskat, Pfeffer

Außerdem:
500 g Spargel
250 g Ricotta
1/2 Bund Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer
4 Scheiben gekochter Schinken
80 g Parmesankäse

Für die Crespelle Butter in einem kleinen Topf zerlassen. Mehl Eier, Milch und eine Prise Salz verrühren, zerlassene Butter und Mineralwasser bei laufendem Handrührgerät dazugeben und glattrühren. Teig 30 Minuten quellen lassen. Je einen TL Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen und aus je 1/4 des Teigs eine dünne Crespella backen. Bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen. 
Für die Béchamelsauce Butter in einem Topf erhitzen, Mehl dazugeben und sofort mit einem Schneebesen verrühren. Die Masse soll auf keinen Fall bräunen! Milch nach und nach dazugeben, dabei laufend mit dem Schneebesen rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Muskat und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.
Spargel schälen, holzige Enden entfernen und in einem Topf mit kochendem Wasser ca. 8 Minuten bissfest garen. Abgießen und abschrecken. Ricotta mit der gehackten Petersilie, Salz und Pfeffer verrühren. Jeweils 1/4 der Ricottamasse auf je einer Crespella verstreichen, mit je einer Scheibe Kochschinken und 1/4 der Spargel belegen und zusammenrollen. Crespelle nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform legen, mit der Béchamelsauce übergießen, mit geriebenem Parmesankäse bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 30 Minuten überbacken. 



Montag, 25. April 2011

Macht einen schönen Tag perfekt: Gebratener Spargel mit Orangenvinaigrette und Kräuterflädle

Nachdem meine Abwehrkräfte die ganze letzte Woche und den Beginn des langen Osterwochenendes unartigerweise irgendwo in einer Ecke meines Körpers gechillt und sich ihrer eigentlichen Aufgaben entzogen haben, geht es seit gestern wieder aufwärts. Ich freue mich wie verrückt über das schöne Wetter, die Zeit um endlich mal wieder in Ruhe Kochbücher zu wälzen und - vor allem - über die wieder freigelegten Geschmacksnerven! Das muss gefeiert werden und dafür habe ich mir ein Rezept von Vincent Klink herausgesucht, auf das ich schon heiß bin, seit ich mir das Buch vor ein paar Wochen gekauft habe. Ich musste nur noch auf die Spargelzeit warten...


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
800 g grüner Spargel
Salz
2 EL frisch gepresster Orangensaft
1 EL Zitronensaft
1/2 TL abgeriebene Orangenschale
1 TL Zucker
1 Msp. Senfpulver (hatte ich nicht, ich habe ein bisschen Senf genommen, auch ok)
Pfeffer
3 EL Olivenöl
1 Tomate
1 kl. Handvoll Kerbel
1/2 Bund Schnittlauch
1 EL Butter
150 g Mehl
180-200 ml Milch
2 Eier
1 EL fein geschnittene glatte Petersilie
Butterschmalz zum Ausbacken

Die Spargelstangen im unteren Drittel gleichmäßig schälen, in reichlich kochendem Salzwasser ca. 3 Min. blanchieren, eiskalt abschrecken, gut abtropfen lassen und beiseite stellen.
Für das Dressing Orangensaft mit Zitronensaft, Orangenschale, Zucker, Senfpulver, Salz und Pfeffer vermischen, 2 EL Olivenöl unterrühren. Tomate waschen und fein würfeln, Kerbel und Schnittlauch waschen, trocken schütteln und fein schneiden. Die Tomatenwürfel und jeweils die Hälfte von Kerbel und Schnittlauch unter das Dressing mischen.
Für die Kräuterflädle die Butter schmelzen lassen. Das Mehl, 180 ml Milch, die Eier, die flüssige Butter und 1 Prise Salz gut miteinander vermischen. Falls der Teig zu fest wird, noch etwas Milch unterrühren. Den restlichen Kerbel und Schnittlauch sowie die Petersilie untermischen.
In einer Pfanne jeweils etwas Butterschmalz erhitzen und darin nach und nach ca. 8 Kräuterpfannkuchen (Flädle) ausbacken. Fertige Flädle im Backofen bei 60°C warm stellen.
Die Spargelstangen der Länge nach halbieren und in einer Pfanne in dem restlichen Olivenöl anbraten. Die Stangen mit Salz und Pfeffer würzen, anrichten und mit dem Dressing beträufeln. Dazu die Kräuterflädle servieren.

OMG, war das gut! 

Donnerstag, 14. April 2011

Goodmoodfood: Spirelli mit grünem Spargel und getrockneten Tomaten

Wenn manche Tage einfach ein bisschen doof sind, tröstet man sich doch oft mit dem Gedanken an den netten Kühlschrankinhalt. So ist das bei mir zumindest. Neulich habe ich mir morgens beim Aufhübschen vor lauter Hektik nur ein Auge getuscht und musste den ganzen Tag mit lasziv ins Gesicht hängenden Haaren herumsitzen, damit es niemand bemerkt. "Die Tussi hat Probleme!" denkt jetzt sicher der ein oder andere, aber so manche Damen, die nicht mit Bambi-artigen Büschelwimpern gesegnet sind, werden mitfühlend mit dem Kopf nicken. Jedenfalls verpasst man nach so einem Start in den Tag dann ja auch gerne noch die Bahn, verschüttet Kaffee über´s weiße Hemd oder rennt mit offenem Hosenladen in die Personalabteilung. Hach ja... Umso schöner, wenn zuhause dann ein ganzer Teller voll mit lauter Lieblingszutaten wartet! Dieses Rezept ist eine Abwandlung von einem unserer liebsten Spargelrezepte mit Penne, Schinken und weißem Spargel, das ich euch unbedingt auch noch irgendwann vorstellen möchte. Mit grünem Spargel, Speck und getrockneten Tomaten ist es aber noch ein bisschen deftiger und genau das richtige, um nach einem anstrengenden (oder blamablen) Tag noch ein paar Lebensgeister für den Abend zu motivieren. 


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
500 g grüner Spargel
250 g Spirelli (ich habe Vollkorn-Spirelli genommen, es passen aber auch andere Nudeln)
100 ml Sahne
30 g geriebener Parmesan und Parmesan zum servieren
30 g Speckwürfel
6 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, abgetropft und in grobe Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Vom grünen Spargel nur das untere Drittel schälen und die holzigen Enden entfernen (grüner Spargel hat eine viel weichere Schale als der weiße!). Spargelstangen in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Schale und Enden ins kochende Wasser geben und ca. 10 Minuten kochen. Mit einer Lochkelle herausnehmen und entsorgen. Spargelstücke im Spargelsud ca. 5 Minuten blanchieren. Abgießen, kalt abschrecken und beiseite stellen. Erneut Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und Spirelli mit etwas Salz nach Packungsanweisung zubereiten. Währenddessen in einer Schüssel Sahne steif schlagen und mit Parmesankäse verrühren. 1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und Speckwürfel darin anbraten, getrocknete Tomatenstreifen und Spargelstücke dazugeben und 3 Minuten mitbraten. Spirelli abgießen, kurz abtropfen lassen und sofort in die Pfanne mit den Spargelstücken geben und mit der Sahne übergießen. Alles gut verrühren und mit reichlich Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Parmesankäse bestreut servieren. 


Übrigens: Die Sahne sieht man kaum, weil sie von den anderen Zutaten fast vollständig aufgesaugt wird. Das wird so richtig schön sämig und schlonzig und gibt ein 1a-Mundgefühl. Gut schmeckt dieses Gericht aber auch, wenn man die Sahne weglässt und einfach noch einen ordentlichen Schuss Olivenöl dazugibt. 

Sonntag, 16. Mai 2010

Über den Tellerrand geschaut: Spargelsalat mit Eier-Vinaigrette und Speckpfannkuchen

Als Südbadnerin gab es für mich jahrelang nur eine einzige wahre Beilage zu Spargel: Kratzete, die feinen, in der Pfanne zerrissenen Pfannkuchen. Alles andere war Schnickschnack, Firlefanz und unwürdiges Beiwerk. Überhaupt hatte ich in Bezug auf Speisen eine manchmal eher lokalpatriotische Haltung, auch was die namentliche Bezeichnung betraf. Wer isst denn schon Bratkartoffeln? Brägele musste das heißen! Am Tag vorher abgekocht und dann in Butterschmalz knusprig gebraten, ein Traum. Anstelle von Faschingskrapfen gab´s bei uns die köstlich ausgebackenen badischen Scherben und zum badischen Zwiebelfleisch wurden badische Knöpfle gereicht, aber hallo, wir waren doch keine Spätzlefresser aus dem gegnerischen Teil Baden-Württembergs! Mittlerweile finde ich jedoch auch Freundschaften zwischen Badnern und Schwaben klasse und Spätzle kann ich mir bei vielen Gerichten nicht mehr wegdenken. Krapfen esse ich gerne zum Sonntagsfrühstück und Bratkartoffeln, nun ja, schmecken mit dieser Bezeichnung tatsächlich auch nicht anders als Brägele. So müssen es heute auch nicht immer nur Kratzete zum Spargel sein, es wäre ja auch schade, wenn man sich durch regionale Engstirnigkeit um so viele schöne Rezeptmöglichkeiten bringt. 


Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:

1 kg weißer Spargel

Für den Pfannkuchenteig:
80g Mehl
1 TL Speisestärke
2 Eier
Salz
250 ml Milch
4 EL Öl
4 EL Speck, fein gewürfelt

Für die Vinaigrette:
4 Eier
2-3 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer
5 EL Öl
6 EL Olivenöl
1/4 Bund Petersilie
1 Beet Kresse


Spargel schälen und in einem feuchten Tuch beiseite legen. Die Schalen und Enden in einem Kopf mit kaltem Wasser, 1 TL Zucker und 1 TL Salz zum kochen bringen und ca. 25 Min. köcheln lassen. Dann die Schalen und die Enden entfernen.
Währenddessen für den Pfannkuchenteig Mehl, Speisestärke, Eier, eine Prise Salz und Milch zu einem glatten Teig verrühren und 30 Minuten quellen lassen.
Für die Vinaigrette Eier 10-11 Minuten hart abkochen, abschrecken und pellen. Eier halbieren und Eigelb herauslösen. Eiweiß und Eigelb separat mittelfein hacken. Aus Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Öl und Olivenöl eine Vinaigrette rühren. Die Petersilienblätter abzupfen und mittelfein hacken. Kresse vom Beet schneiden.
Nun nacheinander 4 dünne Pfannkuchen backen: Dafür jeweils 1 EL Öl und 1 EL Speck in eine beschichtete Pfanne geben und 2 Minuten anbraten. Dann 1/4 Teig in der Pfanne verlaufen lassen und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun backen. Die Pfannkuchen sofort fest einrollen und mit der Schnittseite nach unten auf einem Backblech im vorgeheizten Ofen bei 60°C warmhalten.

Spargelstangen in den Spargelfond geben und in 12-15 Minuten gar kochen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und auf Tellern anrichten. Die gehackten Eier auf dem Spargel verteilen, mit der Vinaigrette beträufeln und mit Petersilie und Kresse bestreuen. Die Pfannkuchenröllchen schräg in ca. 2 cm breite Streifen schneiden, ebenfalls auf den Tellern verteilen und servieren.


Das Rezept stammt aus E&T 5/08, ich habe lediglich die eigentlich vorgesehen gerösteten Sonnenblumenkerne und das Kürbiskernöl zum beträufeln weggelassen. Ersteres habe ich schlichtweg vergessen, das Öl sah nicht so gut aus und hat mich außerdem zu sehr an den Winter erinnert. Ach und übrigens, einen klitzekleinen lokalpatriotischen Schuss zum Schluss kann ich mir doch nicht verkneifen: In welchem Bundesland gibt´s die höchste Dichte an Sterne-Restaurants? Naaa?