Zur Zeit befinde ich mich in einer Koriander-Testphase. Schon immer mochte ich das gemahlene Gewürz gerne, das Kraut bescherte mir allerdings Alpträume. Schrecklich metallischer Geschmack und dieser Geruch, uuaaahhh!! Not nice. Weil ich die asiatische Küche aber ganz gerne mag, beinhaltet ein ziemlich großer Teil der Rezepte, die ich irgendwann einmal noch ausprobieren möchte, frisches Korianderkraut als Zutat. Das habe ich bisher immer ohne mit der Wimper zu zucken mit dem ersetzt, was gerade an anderen Kräutern da war. Nun verleiht aber der Zusatz "mit Petersilie und Schnittlauch" einem balinesischen Meeresfrüchtecurry oder einer thailändischen Tom Yam Kum irgendwie einen Touch gutbürgerlich deutscher Küche und ich habe immer ein bisschen Bedenken, ob nicht doch gerade das Korianderkraut einem solchen Gericht den letzten Schliff gibt. Begründet, ich weiß. Und dazu habe ich bei mir auch schon bemerkt, dass mir manche Sachen nach ein paar Mal essen dann doch ganz gut schmecken, oder ich sie zumindest "so seltsam" finde, dass ich sie dauernd essen muss, weil deren Geschmack auf einmal so faszinierend-komisch ist. So ist das zum Beispiel mit Lakritz, einerseits verziehe ich das Gesicht und die Augen treten aus den Höhlen, andererseits schmeckt es irgendwie lecker und abgefahren. Äh, ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Korianderkraut bekommt noch eine Chance, hier mit einem Rezept, bei dem es in Fleischbällchen verpackt ist und sich geschmacklich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen kann.
Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
1 EL Erdnussöl
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, fein gerieben
150 g Pak Choi, in feine Streifen geschnitten
300 g Hackfleisch (vom Schwein oder gemischt)
1 Eiweiß
1 TL Speisestärke
1/4 TL weißer Pfeffer, gemahlen
4 EL Sojasauce
2 EL chinesischer Reiswein
3 Frühlingszwiebeln
2 Stengel Koriandergrün
1 l kräftige Hühnerbrühe
150 g Mie-Nudeln
Erdnussöl in einem Wok (oder einem Topf) erhitzen. Knoblauch, die Hälfte des Ingwers und den Pak Choi 3 Minuten braten. Beiseite stellen und kurz abkühlen lassen. Inhalt des Woks in eine Schüssel geben und mit Hackfleisch, dem Eiweiß, der Stärke, dem Pfeffer, 2 EL Sojasauce, 1 EL Reiswein, und je der Hälfte der Frühlingszwiebeln und des Korianders mischen. Die Masse 30 Minuten kalt stellen. Dann aus der Masse mit den Händen kleine Bällchen formen (ca. 3 cm Durchmesser).
Die Brühe in den Wok geben und aufkochen, Hitze reduzieren und leise köcheln lassen. Restlichen Ingwer, Sojasauce und Reiswein dazugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Die Bällchen dazugeben und ca. 10 Minuten kochen, bis sie gar sind und nach oben steigen.
Währenddessen die Nudeln in kochendem Salzwasser 2 Minuten kochen, bis sie sich voneinander trennen lassen. Abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Nudeln in Schalen verteilen und die Suppe mit den Hackbällchen darüber schöpfen. Mit den restlichen Frühlingszwiebeln und dem Koriander dekorieren und servieren.
Fazit: Test bestanden, die Suppe war lecker und ich bin bereit für eine Dosiserhöhung, was das Kraut betrifft. Ach, und ich habe diesmal sogar Korianderkraut mit Wurzeln bekommen, was ich mit denen anstelle, muss ich mir noch überlegen ...
