Donnerstag, 11. März 2010

Österreichische Leckerei: Kartoffel-Paunzen

Schonmal was von Easchdöpfönidei gehört? ...nee? Dann vielleicht von Oischneidnidei? Daumnidei? ...auch nicht? Ich zumindest habe in letzter Zeit festgestellt, dass es neben allerseits bekannten österreichischen Aushängeschildern wie Sachertorte, Wiener Schnitzel und Germknödel eine ganze Reihe von Gerichten gibt, die sich äußerst interessant anhören, aber unter denen ich mir so gar nichts vorstellen kann. Ich werde mich also demnächst durch Bladl mit Kraut, Wiener Wuchtln, Grenadiermarsch, Golatschen und Brodakrapfn hindurch kochen und backen und mein kulinarisches Slang-Wörterbuch erweitern. Um auf die erstgenannten Easchdöpfönidei zurückzukommen: Nidei sind Nocken aus Kartoffelteig. Ähnlich wie Schupfnudeln werden sie oft in etwas länglicher Form hergestellt, angebraten und sind sowohl deftig als auch süß kombiniert sehr beliebt. In einer Zeitschrift habe ich ein Rezept für die eckigen Kartoffel-Paunzen gefunden, das dem für Nidei jedoch sehr ähnlich ist. Allerdings wird hier noch Quark dazugegeben - I like!


Für 4 Portionen als Beilage:
600 g mehlig kochende Kartoffeln
1 Ei
150 g Quark
225 g Mehl
Salz
Geriebene Muskatnuss
Schwarzer Pfeffer
Butter zum Braten


Kartoffeln waschen und in ca. 25-30 Min. gar kochen. Abgießen, kalt abschrecken, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die Masse mit dem Ei, dem gut abgetropften Quark und Mehl vermengen, so dass ein gut formbarer Teig entsteht. Mit Salz und Muskat würzen.
Auf einer bemehlten Arbeitsfläche eine Rolle von 1,5 cm Durchmesser formen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Die Stücke etwas flach drücken und an den Seiten mit den Fingern leicht eindrücken. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffel-Paunzen darin in ca. 10 Minuten (also relativ langsam) goldbraun braten. Dabei öfter wenden.
Quelle: Köstlich Vegetarisch 02/10

Kommentare:

Frau Mahlzahn hat gesagt…

schehr schehr lecker und schon notiert (aber erst brauche ich eine Kartoffelpresse, *ggg*).

So long,
Corinna

Petra aka Cascabel hat gesagt…

Die sind ja absolut appetitanregend präsentiert!

Toni hat gesagt…

Kartoffeln in jeder Form liebe ich und die Nidei schauen sehr gelungen aus.

Und bitte nicht die Malakoff-Tuatn vergessen! http://hundertachtziggrad.blogspot.com/2009/12/meine-malakoff-tuatn.html ;)

lamiacucina hat gesagt…

die sehen sehr schön aus. Interessant wie sich die Namen bei ähnlichen Rezepturan unterscheiden.

Claus hat gesagt…

Sehn gut aus die Dinger! Sehr schöne Fotos hier bei dir...

homemade hat gesagt…

Also bei uns heißen die Eadöpfilabal(Erdäpfel-meint Kartoffel- -laibchen. Meine Mama hat die früher anschließend in eine Pfanne gelegt und mit einem Rahm(Schmand)-Eiermix übergossen und stocken lassen. Dazu gab´s Heipisalod (grünen Salat).
Lg., Daniela

Paule hat gesagt…

Na sowas! Da hab' ich 5 Jahre in Wien verbracht und so schöne schmackhafte Sachen verpasst wie die Kartoffel-Paunzen. Gut das ich das hier nachholen kann ;-)

Anikó hat gesagt…

Klischeeküche kann ja jeder kochen ;-) die wirklich typischen Alltagsrezept-Schätzchen sind die Herausforderung finde ich. Und die Kartoffelplätzchen (ich norddeutsche das mal ein *g*) sehen echt köstlichst aus! Kompliment!

Hausgemachtes hat gesagt…

sieht das toll aus!

Christina hat gesagt…

@Corinna: Die Kartoffelpresse habe ich meiner Mutter abgeluchst - erst ausgeliehen und dann ganz getarnt nicht mehr zurückgegeben *g*

@Petra: Das freut mich, danke! Habe ein Faible für diese kleinen Schälchen, darin sieht irgendwie alles nett aus.

@Toni: Boaah, die sieht ja hammermäßig lecker aus - werde ich ganz bestimmt nicht vergessen!

@Robert: Gell, finde ich nämlich auch. Die Version unserer italienischen Freunde (siehe vorangegangenes Posting) hieße dann wohl schlichtweg "Gnotschi" ;-)

@Claus: Danke für das Kompliment. Fotografieren ist neben dem Kochen auch mein liebstes Hobby.

@Daniela: Schon wieder was gelernt, danke! Das hört sich auch superlecker an, man muss sich echt dafür einsetzen, dass solche "Mama-Rezepte" bewahrt werden.

@Paule: Um Deine Zeit in Wien beneide ich Dich ja nach wie vor, das ist sooo eine tolle Stadt! Und sooo viele Leckereien...:-)

@Anikó: Danke! Und Du hast Recht, ich finde auch, dass das vermeintlich "langweilig/einfache Alltagsgedönse" eine Herausforderung ist und meist die tollsten Sachen dabei herauskommen. ...und apropos Alltag: Mit einer "einfachen" Salatsauce habe ich immernoch so meine Schwierigkeiten.

@Hausgemachtes: *virtuellneportionrüberschieb* :-)

Cherry Blossom hat gesagt…

Die sehen aber lecker aus - wunderbares Foto!! Habe ich noch nie gegessen... sehr schön

mestolo hat gesagt…

Tolles Foto und ein schönes Rezept. Ist gespeichert :)

Christina hat gesagt…

@Cherry Blossom & Mestolo: Schön, dass es euch gefällt :-)

Token (Bento-Lunch-Blog) hat gesagt…

Ohh das ist absolut phantastisch! Ich liebe diese Teile, ähnliche gibt es nämlich auch in alten bayerischen Wirtschaften, wo es wirklich noch alte Speisen zu essen gibt. Sehr sehr lecker! Ich muss die Österreichische Version auch mal versuchen! Toll! :D Die schmecken doch bestimmt auch kalt, oder? ;-)

Christina hat gesagt…

Hey Token, bin auch ein großer Fan von alten, zünftigen Speisen - und ja, die Dinger schmecken kalt auch gut. Dann bräuchte man aber glaube ich irgendwas zum Dippen. Übrigens: Dein Blog kommt mir wie gerufen, mich hat neulich erst das Bento-Fieber gepackt. ;-) Ji-haa!

Chris hat gesagt…

Hmmmm. Die Paunzen koche ich nach, definitiv. Ich liebe Kartoffelgerichte!

Christina hat gesagt…

@Chris: Da haben wir was gemeinsam! ;-) Viel Spaß beim Nachkochen.

Chris hat gesagt…

Paunzen mit selbstgemachter Bratensoße und selbstgemachtem Rotkraut, sind ein Gedicht.
Danke für dein Rezept!
Grüßle

Christina hat gesagt…

Oh ja, das hört sich gut an! In Rotkraut könnte ich mich sowieso reinsetzen. :-)

grain de sel hat gesagt…

Nachgemacht - mit Begeisterung und einer kleinen Ode auf Pferdemädchen und auf Christina... :)
...vieleviele liebe Grüße

Anonym hat gesagt…

super rezept! mach das jetzt jede woche einmal für ca 60 personen als beilage zum Hauptgang! allerdings friere ich sie ein und backe sie im heißen fett statt zu braten (aus Zeitmangel) ist aber auch lecker!