Donnerstag, 14. April 2011

Goodmoodfood: Spirelli mit grünem Spargel und getrockneten Tomaten

Wenn manche Tage einfach ein bisschen doof sind, tröstet man sich doch oft mit dem Gedanken an den netten Kühlschrankinhalt. So ist das bei mir zumindest. Neulich habe ich mir morgens beim Aufhübschen vor lauter Hektik nur ein Auge getuscht und musste den ganzen Tag mit lasziv ins Gesicht hängenden Haaren herumsitzen, damit es niemand bemerkt. "Die Tussi hat Probleme!" denkt jetzt sicher der ein oder andere, aber so manche Damen, die nicht mit Bambi-artigen Büschelwimpern gesegnet sind, werden mitfühlend mit dem Kopf nicken. Jedenfalls verpasst man nach so einem Start in den Tag dann ja auch gerne noch die Bahn, verschüttet Kaffee über´s weiße Hemd oder rennt mit offenem Hosenladen in die Personalabteilung. Hach ja... Umso schöner, wenn zuhause dann ein ganzer Teller voll mit lauter Lieblingszutaten wartet! Dieses Rezept ist eine Abwandlung von einem unserer liebsten Spargelrezepte mit Penne, Schinken und weißem Spargel, das ich euch unbedingt auch noch irgendwann vorstellen möchte. Mit grünem Spargel, Speck und getrockneten Tomaten ist es aber noch ein bisschen deftiger und genau das richtige, um nach einem anstrengenden (oder blamablen) Tag noch ein paar Lebensgeister für den Abend zu motivieren. 


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
500 g grüner Spargel
250 g Spirelli (ich habe Vollkorn-Spirelli genommen, es passen aber auch andere Nudeln)
100 ml Sahne
30 g geriebener Parmesan und Parmesan zum servieren
30 g Speckwürfel
6 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, abgetropft und in grobe Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Vom grünen Spargel nur das untere Drittel schälen und die holzigen Enden entfernen (grüner Spargel hat eine viel weichere Schale als der weiße!). Spargelstangen in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Schale und Enden ins kochende Wasser geben und ca. 10 Minuten kochen. Mit einer Lochkelle herausnehmen und entsorgen. Spargelstücke im Spargelsud ca. 5 Minuten blanchieren. Abgießen, kalt abschrecken und beiseite stellen. Erneut Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und Spirelli mit etwas Salz nach Packungsanweisung zubereiten. Währenddessen in einer Schüssel Sahne steif schlagen und mit Parmesankäse verrühren. 1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und Speckwürfel darin anbraten, getrocknete Tomatenstreifen und Spargelstücke dazugeben und 3 Minuten mitbraten. Spirelli abgießen, kurz abtropfen lassen und sofort in die Pfanne mit den Spargelstücken geben und mit der Sahne übergießen. Alles gut verrühren und mit reichlich Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Parmesankäse bestreut servieren. 


Übrigens: Die Sahne sieht man kaum, weil sie von den anderen Zutaten fast vollständig aufgesaugt wird. Das wird so richtig schön sämig und schlonzig und gibt ein 1a-Mundgefühl. Gut schmeckt dieses Gericht aber auch, wenn man die Sahne weglässt und einfach noch einen ordentlichen Schuss Olivenöl dazugibt. 

Montag, 11. April 2011

Des einen Freud, des anderen Leid: Hähnchenkeulen mit Bärlauch-Mayonnaise

Freunde, es ist Bärlauch-Zeit! Ja quasi Hochsaison! Ich hoffe es gibt noch niemanden, dem die grünen Blättchen jetzt schon zum Hals raushängen. Wenn doch: Stark sein (- und trotzdem weiterlesen, denn die Hühnerschlegel sind auch `ne feine Sache). Es ist ja wohl kaum ein saisonales Kraut so allgegenwärtig wie der Bärlauch, findet ihr nicht? Ab März gibt es kaum ein Restaurant, in dem die Pasta nicht mit Bärlauch-Pesto serviert wird, kaum ein Foodblog, durch den nicht mindestens ein Bärlauch-Rezept geistert. Ich freue mich darüber, denn die Saison ist kurz, da muss man sich ranhalten und es darf ruhig mal die ein oder andere Bärlauch-Überdosis geben. Ich mache meinen Auftakt heute mit einem Rezept, das ich unbedingt ausprobieren musste, weil es mich optisch total angesprochen hat. Außerdem hatte ich alles auf Vorrat, der Gefrierschrank hat noch ein paar Hühnerschenkel ausgeworfen, nur ein Bund Bärlauch musste ich kaufen. 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
Für die Mayonnaise:
2 Eier
30 g Bärlauch
50 ml Sonnenblumenöl
1/2 TL Senf
50 g Vollmilchjoghurt
1 TL Weißweinessig
Salz

Für die Keulen:
2 größere Hähnchenkeulen 
1 geh. EL Mehl
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
Salz, Pfeffer
1 Ei 
1 EL Milch
40 g Panko-Brösel
2 EL Sonnenblumenöl

Für die Mayonnaise die Eier ca. 10 Minuten hart kochen. Bärlauch waschen, trockenschleudern und die Stiele entfernen. 1 Blatt beiseite legen, die restlichen grob hacken und mit dem Öl pürieren. Eier abschrecken, schälen und das Eigelb in einen hohen Rührbecher geben. Senf und Joghurt zugeben und pürieren. Bärlauchöl langsam zugießen, dabei weiterpürieren. Mayonnaise mit Essig und Salz abschmecken und beiseite stellen.
Backofen auf 180°C vorheizen. Die Hähnchenkeulen häuten. Mehl, Paprikapulver, Salz und Pfeffer in einem tiefen Teller mischen. Eier und Milch in einem Teller verquirlen und Panko-Brösel in einen dritten Teller geben. 
Öl in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Die Keulen nacheinander zuerst im Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und zuletzt in den Panko-Bröseln wenden. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten goldbraun anbraten, dabei einmal wenden. Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Auf einem Backblech im vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von unten ca. 20 Minuten zu Ende braten. 
Restlichen Bärlauch hacken, unter die Mayonnaise rühren und zu den Keulen servieren. 


Das Rezept stammt aus E&T 4/11, ich habe lediglich das Rapsöl durch Sonnenblumenöl ersetzt und die Mengenangaben auf zwei Personen angepasst. Die Keulen waren innen wunderbar saftig und außen ultra-knusprig! Da leistet das Panko wirklich ganze Arbeit, wer das nicht bekommt, kann die Keulen natürlich auch mit normalen Semmelbröseln panieren. Dazu passen im Ofen gebackene Kartoffelecken oder frisches Weißbrot. Wer noch mehr Bärlauch-Rezepte sucht, sollte auch mal bei Mestolo vorbeischauen, da gab es neulich gleich eine ganze Bärlauch-Woche!

Sonntag, 3. April 2011

Disziplinarmaßnahme: Gefüllte Kohlrabi mit Dinkel und Spinat

Bei manchen Sachen bin ich wirklich diszipliniert, bei anderen ... oh, oh. Ganz schlimm ist es beim Kochen. Ich darf zum Beispiel aufgrund eines persönlichen Verbots eigentlich keine Kochbücher und Zeitschriften mehr kaufen, kann es aber zumindest mit den Büchern einfach nicht sein lassen. Die Regale ächzen schon! Dann gab es da noch den Vorsatz mit der Vorratshaltung. Ich versuche mir seit Jahren einzureden, dass es genügt, wenn man genau das einkauft, was man tatsächlich in den nächsten paar Tagen verbraucht. Bei frischen Sachen ist das ja klar, aber ich glaube wir könnten von meinem Vorrat an Getreideprodukten, Ölen, Backzutaten, Eingemachtem, Tiefgekühltem und Sonstigem gut und gerne ein paar Wochen essen, ohne einkaufen zu müssen. Am schlimmsten ist es jedoch beim Kochen selbst: Ich kann einfach nicht NICHT probieren. Und damit meine ich nicht abschmecken, ob genug Salz am Gemüse oder die Sauce scharf genug ist, sondern das direkt-aus-der-Pfanne-löffeln. Ich habe es schon mehr als einmal geschafft, soviel von dem feinen Sößchen oder der guten Beilage "zu probieren", dass ich auf meine Portion zu Tisch entweder verzichten oder schlichtweg noch einmal nachkochen musste. Geht das bitte irgendjemandem auch noch so? ... wenigstens so ab und zu? Hach...
Die Füllung hier von den Kohlrabi war übrigens wieder so gefährlich, aber wie ihr seht, ich habe mich zusammengerissen und nur ganz wenig vorher abgezwackt. Für´s G´schmäckle! 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
2 mittelgroße Kohlrabi
40 g Dinkel (ich habe den schnellkochenden genommen)
1 Schalotte
100 g Blattspinat (frisch ist super, bei mir war´s TK)
2 EL Olivenöl
60 g saure Sahne
30 g Gouda, gerieben
Salz, schwarzer Pfeffer

Für die Sauce:
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 Dose stückige Tomaten
100 ml Gemüsebrühe

Kohlrabi schälen, das obere viertel abschneiden. Den unteren Teil erst mit einem Messer vorschneiden, dann mit einem scharfen Kaffeelöffel oder einem Kugelausstecher aushöhlen. Seht ihr die Schnittlinien auf dem Foto? So ist das ungefähr gemeint. Ihr findet sie ein bisschen schief? Hallo, ihr hättet mal mein Gitternetz im Mathe-Abi sehen sollen!! Die ausgehöhlten Kohlrabi ca. 30 Minuten in leicht kochendem Salzwasser weich garen. Dinkel nach Packungsanweisung in Salzwasser ca. 20 Minuten garen und abgießen (wenn ihr nicht den schnellkochenden Dinkel nehmt, ist die Garzeit deutlich länger!). 
Das Kohlrabifleisch und den Deckel fein würfeln, wer mag, kann die Blätter noch mitverwenden und in feine Streifen schneiden. Schalotte schälen und fein hacken, Spinat waschen, putzen und grob zerkleinern (TK-Spinat auftauen lassen). Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten, ca. 1/4 der Kohlrabiwürfel dazugeben und 1 Minute mit anschwitzen. Spinat zufügen und unter Rühren zusammenfallen lassen. Dinkel und saure Sahne untermischen, Gouda unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Backofen auf 200°C vorheizen.
Für die Sauce Knoblauch schälen und fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen und Knoblauch darin anschwitzen. Übriges Kohlrabifleisch, Tomaten sowie Gemüsebrühe zufügen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. 
Tomatensauce in einer Auflaufform verteilen. Ausgehöhlte Kohlrabi in die Form setzen und mit der Dinkel-Spinat-Masse befüllen, evtl. noch etwas Gouda darüber verteilen. Im Backofen 30-40 Minuten überbacken, falls sie zu dunkel werden, mit etwas Alufolie abdecken. 


Das Rezept ist ein wenig aufwändig, aber geschmacklich lohnt es sich absolut! Vor allem die Dinkel-Masse war für mich der Knaller, die könnte ich mir auch gut als Füllung für anderes Gemüse vorstellen, oder einfach so als Beilage. Die Rezeptvorlage stammt aus der Zeitschrift "Köstlich Vegetarisch 2/11", ich habe die Mengenangaben etwas für uns angepasst und Olivenöl statt Rapsöl genommen.