Oh Gott ... Eis. Wenn es irgendetwas gibt, das ich immer essen kann, ist es Eis. Sogar wenn ich eigentlich pappsatt bin kann ich nur schwer widerstehen, wenn jemand mit einem kleinen eisigen Nachtisch auffährt. Ich habe dabei nichts gegen ein frisches Sorbet im Sommer, aber so richtig wild schlägt mein Herz doch für crémiges Sahne- oder Milcheis. Und das am allerliebsten so pur wie möglich, dafür mit einem netten "Gimmick" als Geschmackszulage. So wie zum Beispiel das Softeis mit Krokant, das es früher in der Freiburger Innenstadt zu kaufen gab (hier habe ich die Geschichte dazu schon einmal erzählt) oder die Standart-Cream-Base von Ben & Jerry´s, die ich je nach Gelüsten mit gehackten Keksen, gerösteten Nüssen oder anderen kleinen Schweinereien bestücke. Gestern habe ich es mir (wegen Unpässlichkeit ob des gestörten Wetters) mit vielen Kochbüchern auf dem Sofa bequem gemacht und bin bei Lea Linster auf ein Rezept gestoßen, das mich sofort zum Nachmachen animiert hat: Zartes Milcheis mit einem süßen und gleichzeitig salzigen Karamelltopping.
Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:
Milcheis:
2 l Vollmilch (Es klappt nicht mit fettarmer Milch - sagt Lea Linster, ich glaube ihr.)
50 g Zucker
Salzbutter-Karamell:
1 Vanilleschote
15 g weiche Butter
1/2 TL Meersalz
150 g Zucker
375 g Sahne
Dekoration:
evtl. ein paar Mini-Pralinen (habe ich weggelassen)
Die Vollmilch mit dem Zucker in einem möglichst weiten Topf aufkochen. Der Topf sollte beschichtet sein, damit nichts anbrennt (ich habe keinen beschichteten Topf und habe eine sehr große beschichtete Bratpfanne genommen, das klappt auch). Die Temperatur drosseln und die Milch bis auf einen halben Liter einkochen lassen, das dauert ca. 45 Minuten. Die eingekochte Milch durch ein feines Sieb gießen und kalt stellen. Wenn die Masse erkaltet ist, in die Eismaschine geben und ca. 30 Minuten gefrieren lassen.
Für das Karamell die Vanilleschote mit einem spitzen Messer aufschneiden und das Mark herauskratzen. Das Mark mit der weichen Butter und dem Salz verrühren.
Den Zucker in einer Pfanne unter Rühren karamellisieren lassen, die ausgekratzte Vanilleschote und die Sahne hineingeben und immer weiter rühren, dabei noch 5 Minuten kochen lassen. Die Masse abkühlen lassen und zum Schluss die Vanillebutter einrühren.
Das Eis in Schälchen verteilen und mit dem Karamell beträufeln. Wer möchte, kann noch ein paar Mini-Pralinen zur Deko darauf verteilen.
Das Rezept stammt aus Lea Linsters Buch "Einfach fantastisch". Das Salzbutter-Karamell ist `ne Wucht, ich konnte schon vor dem Servieren nicht widerstehen und habe immer wieder mit dem Löffelchen probiert. Man muss aber wirklich ständig rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt, sonst ist die ganze Mühe futsch. Außerdem empfiehlt es sich darauf zu achten, dass man kein zu grob gemahlenes Meersalz verwendet, denn wenn sich zu große Kristalle nicht auflösen, könnte das ein oder andere Löffelchen Karamell vielleicht doch zu salzig schmecken. Die Salznote soll nur ganz leicht wahrzunehmen sein. Was das Eis betrifft, so weiß ich leider nicht, ob es auch ohne Eismaschine funktioniert. Versuch macht kluch, wenn es jemand ausprobiert, berichtet mal. Aaaber: Sonst macht doch einfach nur das Karamell und verteilt es großzügig auf dem Eis eurer Wahl - das schmeckt so oder so großartig! ;-)
Die Reste vom Karamell lassen sich übrigens abgedeckt eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahren. Ich habe auch noch ein bisschen übrig und werde es in den nächsten Tagen dem lieben Mann vielleicht mal zu ein paar Crêpes servieren, das stelle ich mir auch gut vor. Die können wir dann, wenn das Wetter hoffentlich mitspielt, mal wieder auf dem "neuen" Balkon essen. Euch einen schönen Wochenstart!
