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Montag, 1. August 2011

Gegensätze ziehen sich an: Milcheis mit Salzbutter-Karamell

Oh Gott ... Eis. Wenn es irgendetwas gibt, das ich immer essen kann, ist es Eis. Sogar wenn ich eigentlich pappsatt bin kann ich nur schwer widerstehen, wenn jemand mit einem kleinen eisigen Nachtisch auffährt. Ich habe dabei nichts gegen ein frisches Sorbet im Sommer, aber so richtig wild schlägt mein Herz doch für crémiges Sahne- oder Milcheis. Und das am allerliebsten so pur wie möglich, dafür mit einem netten "Gimmick" als Geschmackszulage. So wie zum Beispiel das Softeis mit Krokant, das es früher in der Freiburger Innenstadt zu kaufen gab (hier habe ich die Geschichte dazu schon einmal erzählt) oder die Standart-Cream-Base von Ben & Jerry´s, die ich je nach Gelüsten mit gehackten Keksen, gerösteten Nüssen oder anderen kleinen Schweinereien bestücke. Gestern habe ich es mir (wegen Unpässlichkeit ob des gestörten Wetters) mit vielen Kochbüchern auf dem Sofa bequem gemacht und bin bei Lea Linster auf ein Rezept gestoßen, das mich sofort zum Nachmachen animiert hat: Zartes Milcheis mit einem süßen und gleichzeitig salzigen Karamelltopping. 


Hier kommt das Rezept für 4 Portionen:

Milcheis: 
2 l Vollmilch (Es klappt nicht mit fettarmer Milch - sagt Lea Linster, ich glaube ihr.)
50 g Zucker

Salzbutter-Karamell:
1 Vanilleschote
15 g weiche Butter
1/2 TL Meersalz
150 g Zucker
375 g Sahne

Dekoration: 
evtl. ein paar Mini-Pralinen (habe ich weggelassen)

Die Vollmilch mit dem Zucker in einem möglichst weiten Topf aufkochen. Der Topf sollte beschichtet sein, damit nichts anbrennt (ich habe keinen beschichteten Topf und habe eine sehr  große beschichtete Bratpfanne genommen, das klappt auch). Die Temperatur drosseln und die Milch bis auf einen halben Liter einkochen lassen, das dauert ca. 45 Minuten. Die eingekochte Milch durch ein feines Sieb gießen und kalt stellen. Wenn die Masse erkaltet ist, in die Eismaschine geben und ca. 30 Minuten gefrieren lassen. 
Für das Karamell die Vanilleschote mit einem spitzen Messer aufschneiden und das Mark herauskratzen. Das Mark mit der weichen Butter und dem Salz verrühren. 
Den Zucker in einer Pfanne unter Rühren karamellisieren lassen, die ausgekratzte Vanilleschote und die Sahne hineingeben und immer weiter rühren, dabei noch 5 Minuten kochen lassen. Die Masse abkühlen lassen und zum Schluss die Vanillebutter einrühren. 
Das Eis in Schälchen verteilen und mit dem Karamell beträufeln. Wer möchte, kann noch ein paar Mini-Pralinen zur Deko darauf verteilen. 

Das Rezept stammt aus Lea Linsters Buch "Einfach fantastisch". Das Salzbutter-Karamell ist `ne Wucht, ich konnte schon vor dem Servieren nicht widerstehen und habe immer wieder mit dem Löffelchen probiert. Man muss aber wirklich ständig rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt, sonst ist die ganze Mühe futsch. Außerdem empfiehlt es sich darauf zu achten, dass man kein zu grob gemahlenes Meersalz verwendet, denn wenn sich zu große Kristalle nicht auflösen, könnte das ein oder andere Löffelchen Karamell vielleicht doch zu salzig schmecken. Die Salznote soll nur ganz leicht wahrzunehmen sein. Was das Eis betrifft, so weiß ich leider nicht, ob es auch ohne Eismaschine funktioniert. Versuch macht kluch, wenn es jemand ausprobiert, berichtet mal. Aaaber: Sonst macht doch einfach nur das Karamell und verteilt es großzügig auf dem Eis eurer Wahl - das schmeckt so oder so großartig! ;-) 
Die Reste vom Karamell lassen sich übrigens abgedeckt eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahren. Ich habe auch noch ein bisschen übrig und werde es in den nächsten Tagen dem lieben Mann vielleicht mal zu ein paar Crêpes servieren, das stelle ich mir auch gut vor. Die können wir dann, wenn das Wetter hoffentlich mitspielt, mal wieder auf dem "neuen" Balkon essen. Euch einen schönen Wochenstart!

Dienstag, 28. Juni 2011

Schokoladiges Mitbringsel: Russische Karamellen

Heute bei diesen sommerlichen Temperaturen bin ich der kühlen Getränke und erfrischenden Salate überdrüssig und es gelüstet mich nach Schokokaramellen. War ja irgendwie klar. Ich mag am allerliebsten die, bei denen man die Zähne nicht mehr auseinanderbekommt, wenn man feste draufbeißt. Dann ist man sozusagen gefangen im Schokokaramellwahn und muss mit Geduld, viel Spucke und gelegentlichen Schluckbewegungen warten, bis der ganze Brocken geschmolzen ist und man seinen Kiefer wieder bewegen kann. Ein Traum! Wie es der Zufall so will, habe ich neulich erst in einem älteren Kochbuch ein unglaublich einfaches Rezept und eine entzückende Geschichte über "russische Karamellen" gelesen, die von der provenzalischen Großmutter des Autors in einer rostigen, mit Marquisen und Rosengirlanden geschmückten Blechdose aufbewahrt wurden und einen Hauch Exotik in die Landküche brachten, obwohl keiner so recht wusste, was denn ausgerechnet an diesen Bonbons so russisch war. Wie dem auch sei, den Namen habe ich beibehalten und das Ergebnis in Alufolie gewickelt, so lassen sich die Karamellen nämlich gut aufbewahren und noch besser verschenken. 


Hier kommt das Rezept für ca. 60 Karamellen (je nach dem wie groß ihr sie schneidet):
100 g Zucker
100 g Butter
100 g dunkle Schokolade
100 g Honig

In einem schweren Topf die Zutaten langsam bei kleiner Hitze schmelzen lassen. Dabei ständig umrühren. Die Hitze erhöhen und die Masse ein paar Mal aufkochen lassen, bis sie dickflüssig und cremig wird. Hitze zurückschalten. Wichtig: Je länger die Karamellen kochen, desto härter werden sie am Ende! Man muss aber aufpassen, dass nichts anbrennt, deswegen rühren, rühren, rühren... ;-) Den Inhalt des Topfs auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gießen und die Masse nach dem Erkalten in kleine Würfel schneiden. Die Würfel einzeln in ein kleines Stück Alufolie wickeln und in einer Blechdose aufbewahren bzw. gleich essen oder verschenken. Ihr könnt die Mengen übrigens ganz einfach beliebig verkleinern und vergrößern, denn die Zutaten werden alle zu gleichen Teilen verwendet, da muss man nicht mal umrechnen.


Das Rezept stammt aus dem Buch Rezepte aus der Provence von Michael Biehn, das derzeit nur noch gebraucht erhältlich, aber extrem lesenswert ist! Meine Karamellen habe ich für meine Vorlieben wohl noch ein bisschen zu kurz kochen lassen, sie wurden etwas zu weich. Dem Geschmack tut das aber keinen Abbruch, nur für den Kiefer ist es keine allzu große Herausforderung mehr. ;-)