Donnerstag, 29. Juli 2010

Schlagkräftig: Neue Kartoffeln in pikanter Tomatensauce

In Omas Garten ist ab jetzt Kartoffelernte. Ratet, wer sich da wieder anpirscht...! Diese hübschen Exemplare hier wurden zum Teil mit einer ganz neuen Technik ans Tageslicht befördert, nämlich mit dem Hau-den-Lukas-Hackstyle meiner Cousine. Mit beiden Händen wird der Stil der Hacke gepackt, die dünnen Ärmchen spannen sich an, die Hacke wird weit nach hinten über den Kopf geschwungen und dann: *BAM!BAM!BAM!*!! Respekteinflößender als ne Horde Bullterrier auf Fleischentzug, ich sag´s euch. Innerhalb von Sekunden wird das Feld sozusagen umgepflügt und die Kartoffeln schießen nur so ans Tageslicht. Mit dem Nebeneffekt, dass die wenigen größeren Exemplare schon gleich fein säuberlich mit dem scharfen Eisen der Hacke in der Mitte durchtrennt werden, wofür sich das arme Mädchen zuerst eine Schelte einfängt, was aber im Nachhinein betrachtet doch ganz praktisch ist, so spart man sich zumindest etwaiges Halbieren zuhause. Jedenfalls ist es selbstredend, dass dies für mich die besten Kartoffeln sind, die ich bekommen kann. Und sie haben ein besonderes Rezept verdient, bei dem sie ihre Form behalten dürfen und nicht zu Brei verarbeitet oder zerschnitten werden.


Für 2 Portionen:
500 g kleine, neue Kartoffeln
4 EL Olivenöl
1 TL frische Thymianblättchen
1 gestr. TL Paprikapulver
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
400 g stückige Tomaten
1 EL Zitronensaft
1 TL brauner Zucker
2 TL Tomatenmark
1 EL Balsamico-Essig
1 gestr. TL getrockneter Thymian
ca. 10 schwarze Oliven
1 EL Kapern
100 g Feta-Käse
1/2 Bund Petersilie, grob gehackt

Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kartoffeln nur kurz unter fließendem Wasser säubern, die Schale ist bei neuen Kartoffeln ganz zart und kann dranbleiben. Kartoffeln in einer Schüssel mit 3 EL Olivenöl, den Thymianblättchen und dem Paprikapulver vermengen, ruhig die Hände dafür benutzen, dann klappt es besser. Alle Kartoffeln sollen schön mit dem Öl benetzt sein. Kartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im Ofen ca. 45 Minuten backen, dabei 1-2 mal wenden.


Währenddessen in einer Pfanne das übrige Öl erhitzen und Schalotten und Knoblauch darin anbraten. Paprika dazugeben und eine Minute weiterbraten. Die Tomaten, Zitronensaft, Zucker, Tomatenmark, Essig und Thymian dazugeben, gut verrühren und ca. 15 Minuten einkochen lassen. Es soll eine sehr dickflüssige Sauce entstehen. Die Kapern grob hacken, Feta zerbröckeln und beides zusammen mit den Oliven zu den Tomaten geben.
Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, sie sollten jetzt schön knusprig gebräunt und vor allem gar sein. Zu den anderen Zutaten in die Pfanne geben, vorsichtig umrühren, ordentlich salzen und pfeffern und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Sonntag, 25. Juli 2010

Beilagenparade: Schweinekotelett mit Parmesan-Gnocchi und Ratatouille

Beilagen schmecken mir ganz ganz oft besser als alles andere. Ist wie im Film, da ist der Typ in der Nebenrolle auch meistens der wahre Held und sieht auch noch am besten aus. Neulich habe ich bei einer Geburtstagsfeier im Restaurant des Freiburger Hotels Mercure Panorama ein Kalbsfilet mit Parmesan-Gnocchi und Ratatouille gegessen. Das Filet war traumhaft, zweifelsohne, aber so richtig ins Schwärmen bin ich über die an und für sich einfachen Beilagen gekommen. Das musste in dieser Kombination möglichst bald noch einmal auf den heimischen Tisch gebracht werden! Ratatouille gibt es bei mir sowieso öfter, Parmesan-Gnocchi habe ich jedoch noch nie gemacht, bin aber sofort bei lamiacucina fündig geworden. Nur das Kalb wollte gerade sein Filetstück nicht herausrücken, so musste das Schwein herhalten. Die Quittung folgte prompt (das sei weiter unten kurz angerissen). 


Hier kommen die Rezepte:
Für das Ratatouille (4 Portionen): 
6 EL Olivenöl
300 g Auberginen, gewürfelt
2 Zwiebeln, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 Paprikaschoten, gewürfelt
300 g Zucchini, gewürfelt
1 Dose stückige Tomaten oder 3 Fleischtomaten, enthäutet und gewürfelt
Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß
1 TL Zucker
ein Spritzer Zitronensaft
eine Handvoll frisches Basilikum
ein paar Blättchen Thymian

In einem großen Topf 3 EL OLivenöl erhitzen und die Auberginenstückchen darin unter Rühren 3 Minuten anbraten und wieder herausnehmen. Restliches Öl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Knoblauch, Paprika- und Zucchinistückchen dazugeben und andünsten, dann die stückigen Tomaten hinzufügen und köcheln lassen. Die Auberginen unter das Gemüse rühren, mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Zucker, Zitronensaft, Basilikum und Thymian würzen. Dann mit geschlossenem Deckel 20 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Für die Parmesan-Gnocchi ist das Rezept hier zu finden.


Die Schweinekotelettes wurden nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und zusammen mit ein paar ganzen, geschälten Knoblauchzehen und einem Stängelchen Rosmarin in Olivenöl angebraten. Leider haben wir uns dank der unverschämten Zähheit fast die Zähne daran ausgebissen, aber das erwähne ich nur ganz kurz und äußerst getarnt hier am Schluss, damit der schöne Schein nicht getrübt wird. 

Donnerstag, 22. Juli 2010

Es ist vollbracht: Pastasotto mit getrockneten Tomaten

Manche Rezepte will man ja schon seit Ewigkeiten mal ausprobieren. Pastasotto wäre das bei mir, zum Beispiel. Wird gemacht wie Risotto und mit Kritharaki-Nudeln sieht´s auch noch fast so aus. Ja und warum macht man´s denn dann nicht? Da rattert das Gehirn Sätze wie: "Heiliger Bimbam, schau dir erstmal diesen Nachkochstapel an" oder "Nee, heute hab ich keine Zeit für solche Faxen" oder das Gehirn hängt im Sommerloch und vergisst beim Einkaufen gar die wesentlichen Zutaten. Zählt alles nicht, was Pastasotto betrifft! Im Nachkochstapel sind Unmengen an Pasta- und Risottorezepten enthalten, also schlägt man hiermit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zeit braucht es dafür auch nicht viel, das Ding kocht sich fast von selbst. Und die Zutaten hatte ich alle im Haus, bis auf die Kritharaki-Nudeln - und wenn ich mir das bei diesem Namen nicht irgendwie hätte merken können, dann gut´ Nacht!


Zutaten für 2 Portionen:
1 Zwiebel
150 g Kritharaki-Nudeln
2 EL Olivenöl
300 ml Gemüsebrühe
2 Frühlingszwiebeln
5 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten
eine Hand voll geriebenen Parmesankäse
3 EL geröstete Pinienkerne
Salz, Pfeffer, 1 EL Butter, Parmesan zum Bestreuen

Die Zwiebel schälen und fein hacken, zusammen mit den Nudeln in heißem Öl anbraten. Ein Drittel der Brühe angießen. Sobald die Nudeln die Flüssigkeit aufgesaugt haben, immer ein weiteres Drittel nachgießen und umrühren, so auch mit dem letzten Drittel verfahren. Frühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden, Tomaten kurz abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Nach ca. 15 Minuten sollte alle Brühe aufgebraucht und die Nudeln gar sein. Jetzt den geriebenen Parmesan, die Frühlingszwiebeln und die getrockneten Tomaten untermischen. Ach ja, und die Pinienkerne. Die habe ich leider komplett vergessen, damit schmeckt´s aber bestimmt nochmal besser! Also rein damit. Zum Schluss alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Butter unterziehen. Mit gehobeltem Parmesan bestreut servieren.


Superschnelles und gutes Essen, fast schon schade, dass ich das früher nie ausprobiert habe. Ausschlaggebend war jetzt dieses Rezept aus Lust auf Genuss 8/10, wie immer leicht verändert. Scheinbar habe ich gerade eine akute Rezepte-aus-Zeitschriften-Nachkochphase.