Donnerstag, 9. Dezember 2010

Light my fire: Spaghetti auf Zwiebel-Honig-Chili-Sugo

Na, heute schon Schnee geschippt? Ich schon, und ich kann nur sagen: Leute, ist das kalt da draußen! Jetzt ist so richtig Winter, wie es sich gehört. 20 Zentimeter Neuschnee über Nacht, eisige Füße, tropfende Nasen, beschlagene Fenster in der U-Bahn und der stetige Wunsch nach einheizenden Getränken und Speisen. Und ich freue mich wie eine Schneekönigin und habe endlich einmal wieder Hoffnung auf weiße Weihnachten! Meint ihr das wird was? Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann wir das letzte Mal um den Weihnachtsbaum saßen, als draußen alles weiß war. Fühlt sich an als wären es Ewigkeiten! Hach je, bevor ich jetzt quasi sentimental werde, kommt schnell etwas, das zwangsweise warme Gedanken beschert: Wirklich feurig scharfe Spaghetti! 

Zutaten für 6 (2) Portionen (in Klammer meine Abweichungen vom Original):

500 g Spaghetti (300 g)
4 Zwiebeln (2)
1 Tomate (3)
1 Bund Basilikum
2 Knoblauchzehen
2 EL Honig (3)
1 kleine Chilischote, fein gehackt (eine große rote Chilischote, fein gehackt)
Salz, Pfeffer
etwas Olivenöl und Butter
Kerbel zum Garnieren (Basilikum)

Für das Sugo die Tomaten blanchieren, die Haut abziehen, Saft und Kerne herausnehmen und aufheben. Aus dem Fruchtfleisch Würfel schneiden. Die Kerne und den Saft pürieren. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl anschwitzen, mit dem Tomatensaft ablöschen und mit Salz, Pfeffer, Honig sowie der Chilischote abschmecken. Die Tomaten und das gehackte Basilikum kurz mitschwenken. Die Spaghetti im Salzwasser bissfest kochen und in Olivenöl und etwas Butter schwenken. Die Spaghetti auf Teller verteilen und mit dem Sugo umgießen. Mit frischem Kerbel ausgarnieren (das habe ich vergessen). 

Das Ganze sieht zwar eher unspektakulär aus, die Kombi Honig und Chili (die ich wohl vom Grillen, aber nicht in Verbindung mit Pasta kannte) hat es allerdings ganz schön in sich und hat mir sehr gut geschmeckt! Ich mag es ja gerne scharf und habe das Feuer dann quasi mit Wein gelöscht, wer empfindlicher ist sollte eine milde Chilisorte wählen, denn der Honig rundet das Gericht zwar fein ab, nimmt die Schärfe jedoch nicht im Geringsten. Das Rezept stammt aus dem Buch Austro Pasta, das mir der Loewenzahn Verlag freundlicherweise hat zukommen lassen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Hühner-Connection: Lauchkuchen mit Eierguss

Es ist immer wieder ein Spaß, wenn lieber Übernachtungsbesuch unbedingt beim Frühstück machen helfen möchte und ich ihn dann bitte, die Eier aus dem Kühlschrank zu holen. Erst kommt die Schockstarre, dann ein Räuspern, dann: "Sag mal, willst du mich irgendwie vergiften? Die Eier sind seit 8 Monaten abgelaufen!!" Manchmal springe ich dann diabolisch grinsend mit dem Brotmesser in der Hand in Richtung des Gastes, um dessen Kreislauf ein bisschen in Schwung zu bringen, manchmal gibt´s die Antwort aber auch gleich: "Nein, das sind die allerbesten biomäßig exorbitanten Landeier von einer kleinen, glücklichen, nicht-überzüchteten, frei laufenden und kerngesunden Hühnertruppe aus dem Dörfchen, in dem meine Oma wohnt!" 


Der Eierhandel dort ist gut organisiert, die Nachbarin holt gleich mehrere Päckchen Eier bei den legefreudigen "Hüngili" ab, und bringt sie zu meiner Oma, weil diese selbst nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist. Dann gibt´s an der Tür ein kleines Pläuschchen, und wenn niemand da ist, steht die Bezahlung in einem Schälchen bereit und die Eier werden einfach vor die Tür gestellt. Meine Oma ist dann quasi die Verteilstation für die Familie. Die Verpackung ist voll recycelt, denn jedes Mal, wenn ein Päckchen leer ist, wird es aufgehoben und wieder zum Hühnerbesitzer gebracht, der es erneut mit frisch gelegten Eiern füllt. Deswegen hat man im Dezember auch laut Verpackung mal Eier vom April und kann so herrlich Frühstücksgäste schocken. Es ist ja wohl absolut klar, dass das die allerbesten Eier der Welt sind! Und weil draußen alles weiß ist, gibt es heute passend zur Jahreszeit Wintergemüse, nämlich einen feinen Lauchkuchen, mit dem allerbesten biomäßig exorbitanten Landeier-Guss von der kleinen, glücklichen, nicht-überzüchteten, frei laufenden und kerngesunden Hühnertruppe.



Hier kommt das Rezept für eine Springform mit 24 cm Durchmesser:
250 g Mehl
125 g kalte Butter
1 Ei
Salz

1 kg Lauch
3 Eier
125 ml Sahne
125 ml Milch
1/2 TL getr. Thymian
2 EL frische gehackte Kräuter nach Wahl
Pfeffer, Muskat
Mehl zum Ausrollen und Butter zum Einfetten


Aus Mehl, kalter Butter, Ei und einer Prise Salz rasch einen glatten Teig kneten. In Folie gewickelt im Kühlschrank ca. 30 Minuten ruhen lassen. Den Lauch putzen, waschen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. In kochendes Salzwasser geben und ca. 5 Minuten blanchieren. Abgießen und kalt abschrecken. Gut abtropfen lassen, ggf. mit einem Küchentuch restliche Flüssigkeit abtrocknen.
Ofen auf 200°C vorheizen. Den Mürbteig auf bemehlter Arbeitsfläche ca. 0,5 cm dick ausrollen. Die Form fetten und mit dem Teig auslegen. Den Boden ein paar Mal mit einer Gabel einstechen. Im Ofen ca. 10 Minuten vorbacken. Herausnehmen und die Lauchstücke aufrecht und dicht aneinandergereiht auf den Boden in die Form stellen. 
Eier, Sahne, Milch, Thymian und restliche Kräuter gut verquirlen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die Mischung vorsichtig über den Lauch gießen. 
Den Lauchkuchen im Ofen 50-60 Minuten backen. Wenn die Oberfläche zu stark bräunt, mit Alufolie abdecken. Dazu schmeckt ein Gläschen Weißwein (oder auch eine Flasche, ha!). 

Wer mehr von der Senioren-Hühnergang lesen und wissen möchte, wie die Eier-Connection WIRKLICH operiert: Hier gibt´s Rhabarber-Baiserkuchen und die Geschichte gleich dazu. 

Sonntag, 28. November 2010

Auftakt zur Geschenkeproduktion: Spinatnudel-Tannenbäumchen

Mit Nudeln in Motiv-Form hat der ein oder andere bestimmt schon seine Erfahrungen gemacht. Sowohl gute, als vielleicht auch schlechte. Zu den guten gehören bei mir definitiv die Abende mit einem Teller Buchstabensuppe, aus der ich nacheinander die Namen meiner Lieblingspferde gefischt habe. Zu den schlechten gehören die Totenstille und entsetzten Blicke der versammelten Gäste, als ich einer erzkonservativen Klassenkameradin zum 15. Geburtstag eine Packung bunte Nudeln in Form des männlichen Gemächts überreichte. Ein Moment, in dem die Zeit still steht, ganz großes Kino! Heute stehe ich derartigen Formeskapaden eher skeptisch gegenüber und würde wahrscheinlich schreiend das Weite suchen, wenn mein Liebster mich bei einem Menu mit Kerzenschein und einem Teller Nudeln in Bärchen-Form überrascht. Aber kleine Tannenbäumchen sind nunmal weder Bärchen noch phallische Symbole. Und ein bisschen Kitsch muss in der Adventszeit doch sein, oder?





Hier kommt das Rezept für 2 kleine Tüten getrocknete Nudeln:
200 g Mehl
2 Eier
2 EL Öl
50 g Blattspinat, fein püriert
Salz
Mehl zum Ausrollen des Teiges

Alle Zutaten rasch zu einem glatten Teig verkneten und in Folie gewickelt ca. 30 Minuten ruhen lassen. Eine Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig darauf portionsweise 1-2 mm dünn ausrollen. Mit einem Plätzchenausstecher kleine Tannenbäumchen ausstechen und auf Backpapier 2 Tage bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Die Garzeit für die getrockneten Nudeln beträgt ca. 8 Minuten.


Die Bäumchen lassen sich hübsch in kleinen Tüten verpacken und sind mit einem Glas selbst gemachtem Pesto ein 1a-Geschenkchen für Pasta-Fans.