Sonntag, 11. Juli 2010

Grillmania: Schweinefilet im Salbei-Speckmantel mit Kürbiskernöl-Zucchini und Basilikum-Kürbiskern-Dip

Alter Schwede, ganz schön langer Name für so ein schnell zubereitetes Gericht. Und das bei dieser Hitze, wo das Denken doch eh schon schwer fällt. 40 Grad gestern in Hessen gemessen, wenn das mal kein Grund für Schnappatmung ist! Alles klebt und ist glitschig, in der Stadt riecht´s nach Sonnencreme und ich harre aus, indem ich mir konstant Luft zufächere, mich mit Eiswasser bespritze und Krimis lese, in der Hoffnung, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft. Apropos den Rücken runterlaufen, das ist mir am frühen morgen mit dem eigenen Schweiß auch schon passiert, da war ich unter größter Anstrengung joggen und vor mir lief in einem frischen Duftschwall eine 90-60-90-Blondine mit (Achtung!) hellgrauem Oberteil, ohne ein einziges Anzeichen von Schwitzen! Noch dazu mit perfekter Frisur. Wie macht die das? Wollt ihr wissen, wie ich aussah? 90-60-90 natürlich auch, is klar, ne, aber mein Oberteil war mit undezent dunklen Flecken verziert und die Frisur war praktisch nicht mehr vorhanden. Ähnlichkeiten mit einer Nixe, frisch aus dem Meer entsprungen. Nur mit knallroter Birne anstatt chicem Thalasso-Teint. Eigentlich vollkommen beknackt, wer bei den Temperaturen noch den heißen Grill anwirft. Aber Mut wird belohnt, denn das Schweinefilet und die Zucchini schmecken wahnsinnig gut und entschädigen am Abend so einiges.


Hier kommt das Schweinefilet-Rezept für 3-4 Portionen:
600 g Schweinefilet
Salz, Pfeffer
5 Salbeiblätter
10 dünne Scheiben Bacon

Das Schweinefilet kurz abbrausen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer würzen. Filet mit den Salbeiblättern belegen und die Baconscheiben dicht um das Filet wickeln. Eventuell mit Küchengarn festbinden. Auf dem heißen Grill ca. 25 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden. Zum Anrichten in Scheiben schneiden und mit den Zucchini und dem Dip servieren. Was den Gargrad von Schweinefilet betrifft scheiden sich ja die Geister, ich habe es lieber ganz durchgebraten. 


Für die Kürbiskernöl-Zucchini mit Basilikum-Kürbiskern-Dip:
500g Zucchini
50 ml Olivenöl
3 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer (grob aus der Mühle)
Eine große Hand voll Basilikumblätter
50 g geschälte Kürbiskerne
50 g geriebener Parmesankäse
50 ml Gemüsebrühe
1 EL Kürbiskernöl
Salz, Pfeffer




Zucchini waschen und in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. Olivenöl und Kürbiskernöl mischen und mit den Zucchinischeiben vermengen. Salzen und mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Für den Dip die Basilikumblätter mit Kürbiskernen, Parmesan, Brühe und Kürbiskernöl mit einem Pürierstab mixen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern, durch die Brühe ist die Masse zumindest schon recht salzig. Zucchini auf dem heißen Grill ca. 5 Minuten von beiden Seiten grillen und mit dem Basilikum-Kürbiskern-Dip servieren.


Das Rezept für das Schweinefilet stammt aus Lust auf Genuss 7/10, die beiden anderen Rezepte in leicht abgewandelter Form aus Kreativ Küche 2/05.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Beeren-Alarm: Johannisbeer-Marmelade, Chutney und ein feiner Sommerkuchen

Letztes Wochenende stand ein Familienfest auf dem Lande an. Für mich immer ein Grund zur Freude, denn das bedeutet praktisch Urlaub. Handy und Laptop bleiben die meiste Zeit aus oder werden schlichtweg vergessen und es gibt keinerlei Verpflichtungen. Außer vielleicht ein gutes Buch lesen, in der Sonne herumhängen, Sektchen schlürfen und nette Verwandtschaftsbesuche tätigen. So kann man leben, oder? Und wenn man sich doch zu etwas entschieden hat, was Arbeit bedeutet, wird es heimlich von der fast 90-jährigen Oma erledigt, bevor man überhaupt dazu kommt. Während die anderen Enkelinnen und ich morgens um 7 noch lange nicht ans Aufstehen denken, hat sie schon einen ganzen Eimer Johannisbeeren aus dem Garten zusammengepflückt, den ich mit nach Hause nehmen darf. Ich habe mich sehr gefreut und natürlich keine einzige Beere verkommen lassen. Zum Frühstück gibt´s ab jetzt feine Johannisbeer-Marmelade mit Schuss auf´s Brötchen, das Saucen-Sortiment für´s Grillen wird um ein süßsaures Chutney ergänzt und - das beste zum Schluss - der Nachmittag wird mit Kaffee und einem wirklich köstlichen Kuchen versüßt. 


Johannisbeermarmelade mit Vanille und Amaretto:
(Für 4-6 Gläser)
1 kg rote Johannisbeeren, Stiele und Blätter entfernt
500 g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
5 EL Amaretto


Johannisbeeren in einen großen Topf geben und grob zerstampfen. Erhitzen und unter Rühren den Gelierzucker und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote dazugeben. 5-10 Minuten kochen lassen und dabei den Schaum abschöpfen, der sich an der Oberfläche bildet. Vom Herd nehmen und den Amaretto gut unterrühren. Noch heiß in saubere Schraubgläser füllen, verschließen und auf den Deckel gestellt abkühlen lassen. Wem die Kerne in der Marmelade nicht gefallen, der sollte das Ganze vor dem Abfüllen durch ein Sieb passieren. Dann gibt´s eben Gelee.

Hübsch beschriftet und mit einer Serviette oder einem Stück Stoff und einem Schleifchen verziert lassen sich die Gläser supergut verschenken. Es geht doch nichts über selbstgemachte Marmelade!

Johannisbeer-Chutney:
(Für 2-3 Gläser)
150 g Schalotten 
1 rote Chilischote
1 EL Zucker
80 ml Rotwein
50 ml Rotwein-Essig
2 Lorbeerblätter
eine Prise Salz
350 g Johannisbeeren, Stiele entfernt
100 g Gelierzucker 2:1


Schalotten in feine Streifen schneiden. Die Chilischote von den Kernen befreien und in Streifen schneiden.  Zusammen mit Zucker, Rotwein, Essig, Lorbeerblättern und Salz in einem Topf zum Kochen bringen und 5 Minuten einkochen lassen. Johannisbeeren dazugeben und Gelierzucker unterrühren. Unter Rühren weitere 5 Minuten sprudelnd kochen und sich bildenden Schaum abschöpfen. Eventuell eine Gelierprobe machen und ggf. mehr Gelierzucker hinzufügen. Allerdings sollte das Chutney nicht so stark gelieren wie Marmelade. Noch heiß in saubere Gläser füllen und verschließen. Auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Hält sich mindestens 2 Wochen im Kühlschrank. Das Chutney schmeckt gut zu gegrilltem Fleisch, aber auch zu Wild und Tafelspitz. 

Und jetzt kommt der Kuchen, den ich übrigens definitiv in meine Sommer-Favoritenliste aufnehmen werde. Gut gekühlt schmeckt er am besten!

Johannisbeer-Schmand-Kuchen: 
(Rezept für 12 Stücke bzw. eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser)
Für den Mürbteig:
200 g Mehl
1/2 TL Backpulver, 1 Prise Salz
75 g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100 g Butter


Für den Belag:
500 g Johannisbeeren
4 Eier
100 g Zucker
1 TL abgeriebene Zitronenschale
Saft von 1/2 Zitrone
50 g sehr fein gemahlene Mandeln
500 g Schmand
Puderzucker zum Bestäuben

Für den Mürbteig alle Zutaten in einer Schüssel mit 1-2 EL kaltem Wasser rasch zu einem glatten Teig verkneten. Eine Tarteform fetten. Teig auf wenig Mehl etwas größer als die Form dünn ausrollen. Die Form mit dem Teig auslegen, dabei einen Rand formen und alles 30 Minuten kalt stellen.


Die Johannisbeeren von den Rispen streifen, kurz unter fließendem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Für den Guss Eier, Zucker und Zitronenschale mit dem Handrührer schaumig schlagen. Zitronensaft und Mandeln unterrühren und den Schmand unterheben. Erst die Hälfte der Johannisbeeren auf dem Mürbteigboden verteilen, dann den Guss darübergeben und zum Schluss die restlichen Beeren auf dem Guss verteilen. Den Kuchen im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit in der Form auskühlen lassen und anschließend mit Puderzucker bestäubt servieren.  

Donnerstag, 1. Juli 2010

Für die sommerliche Kaffeetafel: New York Cheesecake mit Heidelbeeren

Endlich ist das Sommerwetter beständig und man kann die Mahlzeiten und die Kaffeekränzchen nach draußen verlegen. Wenn man es aushält! Was waren wir weinerlich über das Schmuddelwetter im Mai und teilweise Juni, aber dass es dann gleich so runterbrezelt? Der Wahnsinn! Denken und Bewegungen fallen schwerer bei diesen Temperaturen, teilweise sogar das Essen. Deswegen greift man gerne auf kühle Salate und leichte Sommergerichte zurück. Ähm, ja...Und welches Stichwort vom letzten Satz passt jetzt nicht wirklich zu diesem Rezept? Genau! Und wem macht das überhaupt gar nichts aus? Hey, schon wieder richtig!


Hier kommt das Rezept für 8 Stücke:
Für den Boden:
300 g Vollkornkekse
150 g flüssige Butter

Für den Belag: 
500 g Quark
350 g Doppelrahmfrischkäse
100 g Zucker
50 g Speisestärke
2 TL Vanillezucker
3 Eier
80 g Schlagsahne
100 g weiße Schokolade
150 g Heidelbeeren


Backofen auf 175°C vorheizen. Die Kekse fein zerkleinern und mit der flüssigen Butter mischen. Die Keksmischung auf dem mit Backpapier ausgelegten Boden einer Springform (23 cm) verteilen und gut andrücken. Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene 10 Minuten backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen. 
Den Frischkäse mit dem Quark glattrühren. Zucker, Speisestärke und Vanillezucker mischen und unter die Quarkmasse rühren. Die Eier nacheinadner unterrühren, die Sahne steif schlagen und ebenfalls unterheben. 
Schokolade grob zerkleinern und über einem warmen Wasserbad schmelzen, dann in die Quarkcreme rühren. Die Creme auf dem gebackenen Boden verteilen und glatt streichen. Heidelbeeren waschen, gut abtropfen lassen, trocken tupfen und auf dem Kuchen verteilen. Auf der mittleren Schiene im Backofen 40 Minuten backen (eventuell die letzten Minuten mit Alufolie abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird - ratet, wer das vergessen hat!). Nach Ende der Backzeit noch ein paar Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Danach auskühlen lassen. 


Das Rezept stammt aus der nagelneuen deutschen Version der Zeitschrift Food and Travel, von der ich angenehm angetan bin, nicht zuletzt wegen den schönen Fotografien. Ich habe die Mengenangaben etwas verändert und den Kuchen sogar noch deutlich entmächtigt. Er hat uns gut geschmeckt, das nächste Mal werde ich aber doch etwas vom geliebten Zitronenabrieb mit drangeben, der bei einem Käsekuchen für mich nicht fehlen darf.