Sonntag, 24. Januar 2010

Ein Herz für Pizza

Pizza. Dieses Wort weckt bei mir eine Assoziationskette von der frühsten Jugend bis heute und hinterlässt eine Achterbahn der Gefühle. Die Salami-Pizza beim Kindergeburtstag, an dem ich mit dem Kochlöffel statt den Topf zu treffen meiner Freundin Vanessa die Brille von der Nase geschlagen habe. Die Pizza Speciale zuhause, nach einer Woche Landschulheim am Bodensee, wo es so schrecklich war, dass ich aus Protest nur Brot gegessen habe. Die wunderbare Artischocken-Pizza bei meiner Tante, die die ganze Familie ins Schwärmen brachte. Die Pizza Calzone in einem kleinen italienischen Restaurant, in dem erst die Ehe eines Freundes und wenige Jahre später dessen Scheidung in die Wege geleitet wurde. Die halbe Pizza Margherita morgens um fünf vom Take-away, nach einer durchtanzten und durchtrunkenen Nacht. Die andere Hälfte der Pizza Margherita am selben Tag mittags um halb eins, direkt nach dem Aufstehen, als Lebenskräfte erweckendes kaltes Katerfrühstück. Die Pizza Quattro Stagioni auf dem Wohnzimmersofa, mit einem guten Film im DVD-Player. Diese Pizza heute Mittag, mit hauchdünnem, knusprigen Boden, die als "Jamie-Pizza" Eingang in meine absoluten Koch-Favoriten gefunden hat.


Das Rezept für den Teig ist von Jamie Oliver aus "Genial Italienisch" übernommen - und seitdem mein Standart-Rezept für Pizzateig. Die Zutaten habe ich hier halbiert.

Zutaten für 4 Pizzen:
400g Weizenmehl (Type 550)
100g feiner Hartweizengries
1 TL Salz
1 Päckchen Trockenhefe
1 TL feiner brauner Zucker
ca. 330ml lauwarmes Wasser

Zuerst die Hefe und den Zucker im lauwarmen Wasser auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Währenddessen Mehl, Gries und Salz vermischen und eine Mulde hineindrücken. In diese nun die Hefe-Zucker-Mischung gießen. Mit einer Gabel das Mehl von den Seiten her unterrühren. Jetzt die Hände gut bemehlen (das ist wirklich wichtig, sonst sonst werdet ihr gefühlte drei Stunden brauchen alles wieder von euren Händen weg zu bekommen) und den Teig kneten. Jamie sagt man soll ihn "in gegenläufigen Bewegungen vor- und zurückrollen, dabei mit der linken Hand zum Körper hinziehen und mit der rechten gleichzeitig vom Körper weg schieben", so soll in zehn Minuten ein schön glatter und elastischer Teig entstehen. Das tut es im besten Fall tatsächlich und jetzt kann man ihn mit Mehl bestäubt einige Zeit ruhen lassen.




Für die Sauce eine Knoblauchzehe in feine Stückchen hacken und in etwas Olivenöl in einem Topf anschwitzen. Eine Dose stückige italienische Tomaten guter Qualität dazugeben und köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und gehacktem Basilikum würzen und noch ein paar Minuten weiterköcheln.
Den Backofen auf 250°C vorheizen und die erste Portion vom Teig abtrennen. Ich rolle den Teig so dünn wie möglich direkt auf dem Backblech aus und steche ihn ein paar Mal mit einer Gabel ein. Jetzt zwei Esslöffel von der Sauce auf die Pizza geben und mit den übrigen Zutaten belegen. Bei mir sind es diesmal ein paar Scheiben Chorizo, eine in feine Ringe geschnittene Chilischote und Büffelmozarella.
Jetzt ab damit in den Ofen und bei 250°C ca. 6-8 Minuten backen.

Sonntag, 17. Januar 2010

Gözleme mit Spinat und Fetakäse

Spinat und Fetakäse – egal ob verpackt in Cannelloni, eingerollt in Blätterteig, als Börek, auf der Pizza, irgendwie schmecken sie doch in jeder Form. Wie Batman und Robin ergänzen sie sich und machen aus jedem Gericht den perfekten Deal. Hat was von "Brangelina der Küche". Folglich musste ich natürlich bei diesen anatolischen Gözleme zuschlagen, wunderbar dünnen, gefüllten Fladenbroten aus Yufkateig. Das Rezept habe ich mal wieder aus meinem derzeitigen Lieblingskochbuch Moro East von Sam&Sam Clark, bei der Füllung habe ich allerdings auf ein paar Zutaten verzichtet und mich auf Spinat und Fetakäse beschränkt, denn: Never change a winning Team!


Hier ist das Rezept für 8 Gözleme: 
Für den Fladenbrotteig: 
225g Mehl 
¾ TL feines Meersalz 
½ TL Trockenhefe 
150ml lauwarmes Wasser 
1 TL Olivenöl 

Mehl und Salz in eine große Schüssel geben. Die Hefe im Wasser auflösen und das Öl dazugeben. Nun in die Mitte vom Mehl eine Mulde drücken und langsam das Hefe/Wasser/Öl-Gemisch dazugeben, dabei ständig rühren (oder von Hand kneten, das ist noch besser). Nun den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und mindestes fünf Minuten weiterkneten. Wenn der Teig noch zu sehr klebt, etwas Mehl dazugeben, ist er zu trocken, etwas Wasser. Er ist gerade richtig wenn er weich und elastisch ist. Dann den Teig zurück in die Schüssel geben, mit etwas Mehl bestäuben und mit Klarsichtfolie abdecken. An einem warmen Ort 1-2 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat. 


Für die Füllung: 
200g Blattspinat 
50g Frühlingszwiebeln 
200g Feta 
2 TL Olivenöl 
½ TL gemahlener Piment 
60g Butter, in 8 Stücke geteilt 

Gemüse waschen, Blattspinat ganz kurz blanchieren (TK-Spinat auftauen lassen). Frühlingszwiebel und Spinat grob hacken und in eine Schüssel geben, mit Olivenöl, Piment, Salz und etwas Pfeffer vermischen. 


Wenn der Teig gegangen ist, in 8 Stücke teilen. Das erste Stück auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem bemehlten Nudelholz zu einem Kreis ausrollen (wenn man dem Teig nach jedem Rollen eine viertel Drehung verpasst, lässt sich die runde Form leichter erreichen). Der Teig soll wirklich sehr dünn ausgerollt werden, in der Mitte kann er schon fast transparent sein. Der Durchmesser des Kreises sollte etwa 25cm betragen. 
Zum Füllen eine kleine Hand voller Spinat-Mischung auf eine Hälfte des Kreises verteilen, dabei einen Rand von 1 cm lassen. Eine Portion Feta über die Spinat-mischung krümeln, dann die Teigränder mit etwas Wasser befeuchten und die „nackte“ Hälfte des Teiges über die Füllung legen, so dass ein Halbkreis entsteht. Die Ecken gut fest drücken. Auf diese Art sieben weitere Gözleme herstellen. 
Zum Braten der Gözleme eine große Pfanne erhitzen und eine Portion Butter hineingeben. Wenn die Butter zu schäumen beginnt, zwei Gözleme auf einmal in die Pfanne legen und die Unterseite langsam bräunen lassen. Dann umdrehen und eine weitere Portion Butter hinzugeben. Wenn die Gözleme rundum schön braun und knusprig sind, sind sie gerade richtig. Am Besten schmecken sie, wenn man sie sofort isst, man kann sie aber auch gestapelt im Backofen warm halten. 


Donnerstag, 14. Januar 2010

Geburtstagskuchen: Marzipan-Gugelhupf

Anstelle von semi-poetischen Ergüssen per Post á la „vor vielen vielen Jahren kam ein Baby angefahren“ oder einer waghalsigen Gesangseinlage am Telefon gibt es heute für einen lieben Menschen und erklärten Marzipan-Fan zum 50. Geburtstag diesen Geburtstagskuchen mit herzlichen Glückwünschen und vielen lieben Grüßen!



Zutaten für eine Gugelhupf-Form:
250g Butter
160g Zucker
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von einer Orange
200g Marzipan-Rohmasse, fein gehackt
2EL Amaretto
5 Eier
200g Mehl
80g Speisestärke
100g gemahlene Mandeln
2TL Backpulver
Fett und Mehl für die Form

Puderzucker



Form einfetten und bemehlen, Ofen auf 175°C vorheizen. Butter, Zucker, Salz und Orangenschale schaumig rühren, dann die gehackte Marzipanrohmasse zugeben und weiterrühren. Amaretto und Eier darunter schlagen. Mehl, Stärke, gemahlene Mandeln und Backpulver unter die Masse rühren und den Teig in die Form füllen. In den Ofen geben und ca. 60 Minuten backen. Aus der Form nehmen und auskühlen lassen. Zum Schluss mit Puderzucker bestreuen.



Der Kuchen ist wunderbar locker und zart geworden, und, lieber Frank, er ist auf dem Weg zu Dir, auf ein Stückchen musst Du heute allerdings verzichten - das habe ich nämlich schon gegessen!