Sonntag, 10. Januar 2010

Orient Express: Warmer Linsensalat mit gegrillter Paprika und Frühlingszwiebeln

Ein gutes Kochbuch ist die beste Lektüre! Zu meinen neueren Errungenschaften gehört Sam & Sam Clark´s Moro East. Ein wunderschön designtes Werk mit vielen authentischen Fotografien und einer spanisch-marokkanisch-mediterranen Küche ganz nach meinem Geschmack. Es ist bereits das dritte Kochbuch der beiden Sams, die in London das dazugehörige Restaurant betreiben – und ich bin ganz verwundert warum ich nicht schon viel früher darauf aufmerksam geworden bin. Gestern hat mir das Buch als Bettlektüre gedient, ein mit umfangreichen Kochbüchern manchmal durchaus schwieriges Unterfangen. Ich bin immerhin noch bis Seite 134 gekommen bevor mir die Augen zugeklappt sind – dann ist mir der Linsensalat mit gegrillten Frühlingswiebeln und Paprika sozusagen ins Gesicht gefallen. Wem das auch schon mal mit einem über ein Kilo schweren Buch passiert ist, der weiß, dass das ordentlich reinhaut. Grund genug zur Rache: „Dich koch ich morgen weg, du ver******* Linsensalat!“



Hier ist das Rezept für 4:
175 braune Linsen
300g Frühlingszwiebeln
2 rote Paprikaschoten
1 kleines Bund glatte Petersilie, grob gehackt

Dressing:
4 EL Olivenöl
1 EL Rotwein- oder Sherryessig mit ½ TL Zucker
½ kleine Knoblauchzehe, mit Salz zu einer Paste zerrieben




Zubereitung:
Für das Dressing alle Zutaten miteinander vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Linsen in einen Topf geben und mit Wasser bedeckt zum kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren und 15-20 Minuten leicht köcheln lassen bis sie gerade durch sind. Es ist wichtig, dass sie ihre Form behalten und nicht zerfallen. Vom Herd nehmen, etwas salzen und beiseite stellen.
Die Frühlingszwiebeln und Paprika im Ganzen auf dem Grill oder über einer Flamme grillen (ich habe sie auf dem Rost bei 230°C im Backofen gegrillt) bis die Haut bräunt und die Gemüse weich werden. Herausnehmen und in einem Gefrierbeutel oder unter Frischhaltefolie etwas ruhen lassen, die Haut wird dadurch weicher. Wenn alles ein bisschen abgekühlt ist, dunkle Stellen an den Frühlingszwiebeln entfernen und sie dann in 5cm lange Stücke schneiden. Die Paprika enthäuten, entkernen und in dünne Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln und Paprika in einer großen Schüssel mit der Petersilie vermischen. Die noch warmen Linsen abgießen, dabei 3-4 TL vom Abgießwasser auffangen. Dann die Linsen mit dem Dressing und dem Abgießwasser in die Schüssel mit den anderen Zutaten geben, alles gut vermengen und servieren. 

Donnerstag, 7. Januar 2010

Pestobrot mit Nüssen

... oder: "Wenn ein Löffelchen voll Pesto einen Beitrag zum Wahnsinn leistet".
Nun ist gekauftes Pesto aus dem Glas an sich ja eigentlich ein Unding. Aber hin und wieder, wenn es sehr schnell gehen muss und die selbstgemachten Vorräte aufgebraucht sind, greift der ein oder andere vielleicht doch darauf zurück - ich zumindest. Jetzt kommt aber mein unerklärliches Pesto-Phänomen ins Spiel: Es bleibt immer ein kleiner Rest übrig. Immer! Ausnahmslos! Und natürlich ist es zu viel zum Wegwerfen und zu wenig für ein Pesto-Revival am nächsten Tag. Jaja, lange haltbar und so, ich weiß. Aber angebrochene Gläser mit Mini-Rest im Kühlschrank machen mich doch ganz verrückt! Diesmal kam mir allerdings eine sozusagen zauberhafte Idee: Wir machen einen auf Copperfield und lassen den Rest einfach getarnt irgendwo hin verschwinden, wo niemand ihn vermutet: In die Frühstücksbrötchen!



Hier kommt das Rezept (für 4 Brötchen oder 1 kleines Brot).
Zutaten:
250g Mehl
1EL Honig
1EL Olivenöl
150ml warmes Wasser
1/2 Päckchen Trockenhefe (5g)
1TL Salz
80g Haselnüsse, grob gehackt
1EL Pesto


Honig, Olivenöl und Wasser miteinander verrühren. Das Mehl in eine große Rührschüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Die Trockenhefe darüber streuen. Nun das flüssige Gemisch in die Mulde geben, und mit einer Gabel das Mehl von außen nach innen einarbeiten. Salz zugeben und mit den Händen weiterkneten. Klebt der Teig zu sehr, etwas Mehl zugeben. Nun das Pesto unterkneten und zum Schluss die Haselnüsse zugeben und noch ein paar Minuten weiterkneten, bis sich alles schön vermischt hat. Den Teig mit Frischhaltefolie bedecken und an einem warmen Ort ca. 2 Stunden gehen lassen. Danach mit bemehlten Händen 4 kleine Brötchen oder einen kleinen Laib Brot formen und noch mal 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 180°C vorheizen. Nun die Brötchen oder das Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, mit Wasser besprenkeln und ab in den Ofen. 15 Minuten bei 180°C backen, dann weitere 10 Minuten bei 230°C.

Sonntag, 3. Januar 2010

Maronen-Gnocchi mit Kirschtomaten und Bergkäsesauce

Kastanien sind ja so eine Sache. Als Kind habe ich eine kleine Aversion entwickelt, weil in unserem Kindergarten ab September, wenn die ersten Rosskastanien von den Bäumen fielen, bis weit ins Folgejahr hinein ununterbrochen Kastanienmännchen gebastelt wurden. Mir hat das nie besonders Spaß gemacht und ich habe die Streichhölzer in die Kastanien gerammt, wie man es vielleicht anderswo mit Nadeln und Voodoopuppen tut. Später dann hatten wir einen Hund, der total auf Kastanien abgefahren ist: Wie der Blitz ist er ihnen hinterhergesaust, hat sie begeistert apportiert und zum Schluss aufgefressen. Dann gab es natürlich die heißen Maronen, ohne die ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt nicht vorstellbar waren. Darauf, dass Esskastanien generell ein wunderbarer Bestandteil der heimischen winterlichen Küche sind, kam ich jedoch erst vor wenigen Jahren und bin ihnen seitdem verfallen. In der aktuellen Ausgabe von Köstlich Vegetarisch habe ich ein Rezept entdeckt, dass mich beim Durchlesen schier in eine tief verschneite Berghütte mit Kamin und Pferdeschlitten vor der Tür versetzt hat: Maronen-Gnocchi mit Kirschtomaten und Bergkäsesauce.



Rezept für zwei Personen:
Für die Gnocchi:
200g mehlig kochende Kartoffeln
Salz
250g vorgegarte Maronen
400ml Gemüsebrühe
2 Eigelbe
3 EL Hartweizengries
geriebene Muskatnuss
80g Mehl


Für die Sauce:
100ml Sahne
100ml fettarme Milch
125g mittelalter Bergkäse, fein gerieben
Pfeffer
200g Kirschtomaten
1 EL Olivenöl
Petersilie, grob gehackt



Zubereitung: Kartoffeln ca. 30 Min. in kochendem Salzwasser garen, dann abgießen, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder fein zerstampfen. Gleichzeitig die Maronen 10 Min. in der Gemüsebrühe kochen, abgießen und ebenfalls durch die Presse drücken oder fein zerstampfen. Dann die Kartoffeln und die Maronen mischen und Eigelbe, Gries, Mehl, Salz und etwas Muskat unterkneten. Es soll ein Teig entstehen, der nicht mehr an den Händen klebt (notfalls mehr Mehl dazugeben). Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu fingerdicken Rollen formen und diese in 2-3cm lange Stücke schneiden. Wer möchte kann mit einer Gabel die Gnocchi-typischen Rillen aufdrücken.
Für die Sauce nun die Sahne mit der Milch erhitzen, den Käse unter Rühren zugeben und in der Sauce schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Die Gnocchi in siedendem Salzwasser 5 Minuten gar ziehen lassen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen und mit der Sauce anrichten. Tomaten waschen, halbieren, kurz in einer Pfanne im heißen Olivenöl schwenken und mit der Petersilie zu den Gnocchi geben.