Donnerstag, 21. Oktober 2010

Dick eingepackt: Rotkohlrouladen mit Cranberries

Was ist denn jetzt los? Draußen ist es ja auf einmal schweinekalt geworden! Zeit, alles und jeden dick einzuwickeln. Nachdem ich gestern schon michelinmännchenartig verpackt bei der Arbeit aufgeschlagen bin, ist jetzt das Essen dran: Hackfleisch und Cranberries bekommen eine hübsches Mäntelchen aus Rotkohl, dazu ein feiner Kartoffelpüree. Nee, wat schön! Besonders angetan war ich von dem Sößchen, übrigens eine Premiere, denn lilafarben gab´s das bei mir noch nie. Gutes Kontrastprogramm zum grauen Herbstwetter. Und Cranberries enthalten darüber hinaus eine Ladung Antioxidantien (Falten, Mädels, ich sag nur Falten!) und erhöhen die Werte von Salicylsäure im Körper, letztere ist auch in bekannten Schmerzmitteln enthalten und wirkt entzündungshemmend. Cranberries schützen also sogar vor Grippe und anderen bösen Sachen. So, jetzt habt ihr den Salat und müsst sofort Cranberries essen, sonst befällt euch der Schnupfen innerhalb der nächsten 5 Minuten! 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
50 ml Rotwein
35 g getrocknete Cranberries
1 Rotkohl
1 trockenes Brötchen (vom Vortag)
1 Zwiebel
300 g Hackfleisch
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 EL Butterschmalz
1 Lorbeerblatt
1 Gewürznelke
250 ml Rotwein
250 ml Brühe
2 EL Saure Sahne
ggf. etwas Speisestärke zum Binden der Sauce
ggf. Küchengarn zum Fixieren der Rouladen
Petersilie für die Deko

Die Cranberries im Wein einweichen. Vom Kohl den Strunk keilförmig herausschneiden und die äußeren Blätter entfernen. 2 l Wasser zum Kochen bringen und den Kohl darin kochen, bis sich die Blätter lösen lassen. Abgießen und 4-6 Blätter ablösen. Die Blattrippen mit einem scharfen Messer flach schneiden, dann lassen sich die Blätter später besser rollen. Den Rest Kohl anderweitig verwenden, evtl. zu Rotkraut schmoren. Zwiebel schälen und fein hacken. Die Hälfte der Zwiebeln, das Brötchen, Hack, Ei, Salz und Pfeffer miteinander verkneten. Die Cranberries abtropfen lassen und untermengen. Jeweils 2-3 Kohlblätter (je nach Größe) überlappend nebeneinander legen, die Hackfüllung darauf verteilen und das ganze zu Rouladen zusammenrollen, dabei die Seitenränder nach innen klappen, damit nichts von der Masse ausläuft. Ggf. mit Küchengarn fixieren. Butterschmalz erhitzen und die Rouladen darin anbraten. Die andere Hälfte der Zwiebeln, Lorbeer, Gewürznelke, Brühe und Wein zugeben und würzen. Zugedeckt ca. 45 Minuten schmoren. Die Rouladen herausnehmen, warm stellen und den Fond kräftig einkochen. Zum Schluss die saure Sahne unterrühren. Sollte die Sauce noch zu dünnflüssig sein, 1 gestr. TL Speisestärke mit etwas Wasser glatt rühren und in die Sauce einrühren, dann erneut kurz aufkochen lassen. Rouladen mit der Sauce anrichten und mit Petersilie bestreut servieren. Dazu schmeckt Kartoffelpüree. 


Das Rezept stammt leicht angepasst aus ARD Buffet 9/10.

Sonntag, 17. Oktober 2010

News und Hack: Keema-Curry

Es gibt eine kleine Neuerung: Ihr kennt das doch auch, wenn man Hunger hat und noch nicht genau weiß auf was, dann wälzt man Kochbücher oder durchforstet das Internet nach Köstlichkeiten, die sich gut anhören und - vor allem - den vorhandenen Gelüsten entsprechend aussehen, oder? Ok, ich mache das eigentlich nicht nur wenn ich Hunger habe sondern ... irgendwie immer. Ziemlich oft zumindest. So wie jüngst auch bei diesem Keema-Curry, und das hat mich auf die Idee gebracht meine Rezepte nicht nur in einem schlichten Verzeichnis aufzuführen, sondern auch diesen kleinen "What you see is what you eat"-Link oben rechts in der Navigationsleiste einzubauen. Hier werde ich nach und nach meine gesamten Rezeptfotos noch einmal im Miniaturformat verlinken, dann hat es das Auge etwas leichter und vor allem muss sich die Hand nicht erst durch das gesamte Rezeptverzeichnis klicken um an die Bilder und Rezepte zu kommen. Happy Clicking euch allen (und mir, denn ich weiß oft selbst nicht mehr was ich gekocht habe und nutze diese Option um meinen lahm gelegten Gehirnzellen auf die Sprünge zu helfen). Zurück zum Keema-Curry: Hier gibt es gefühlte 372 829 Zubereitungsarten, kaum verwunderlich, denn es ist sowohl ein indisches als auch ein pakistanisches Traditionsgericht und jede Oma und Mama brutzelt das nach ihren eigenen Vorlieben. Die Hauptbestandteile sind meistens Hackfleisch, Ingwer, Tomaten und Joghurt, die Gewürze und Einlagen variieren je nach Region. Hier kommt meine Version.


Zutaten für 2 Personen:
2 EL Öl
1 große rote Zwiebel, fein gehackt
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 grüne Chilischote, Kerne entfernt und in feine Ringe geschnitten 
1 Gewürznelken
1/2 Zimtstange
350 g Rinderhackfleisch
1 EL gem. Koriander
1 TL Garam Masala
1 TL gem. Kreuzkümmel
1/2 TL gem. Kurkuma
eine Prise Cayenne-Pfeffer
1 Dose gehackte Tomaten (ca. 240 g)
3 Kartoffeln
1 TL Salz
150 g Erbsen (TK)
Etwas Petersilie (oder wer möchte Koriander) zum Bestreuen

Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 10 Minuten anbraten. Ingwer, Knoblauch, Chili, Zimtstange und Gewürznelken hinzufügen und ein paar Minuten weiterbraten. Das Hackfleisch dazugeben und scharf anbraten, bis es bräunt. Koriander, Garam Masala, Kreuzkümmel, Kurkuma und eine Prise Cayennepfeffer untermischen. Kartoffeln schälen und würfeln und zusammen mit den Tomaten und dem Salz zum Hackfleisch geben. 200 ml Wasser angießen und mit Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Joghurt und Erbsen untermischen, noch einmal 5 Minuten gut durchwärmen und mit Petersilie bestreut servieren. Dazu schmeckt Reis oder Fladenbrot.


























Im Nachhinein betrachtet ist das Keema-Curry vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl um ein Plädoyer für "Das Auge isst mit" anzubringen, denn so richtig erkennen WAS man gerade da isst, tut man dabei nicht. Ginge rein bildlich auch als Chili con Carne, Erbseneintopf oder eine neue Napoli-Version durch, finde ich. An dieser Stelle merkt man eben doch, dass bei aller Befriedigung über´s Auge der Geschmack letztendlich entscheidend ist. Der war hier übrigens ganz wunderbar. 

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Ein sahniges Halali: Jägertorte mit Preiselbeeren

"Auf der Jagd nach Preiselbeeren" könnte die Überschrift auch lauten, denn die hatte ich beim ersten Einkauf vergessen. Also nochmal los und wieder zuhause dann das: Es sind die falschen Preiselbeeren! Ich brauche sie pur, in einfache Flüssigkeit eingelegt, und was habe ich gekauft? Die mit Glibber. Ihr wisst schon, die, die wie Marmelade im Glas und am Löffel kleben bleiben. Aber wie so oft ist das Glück mit den Dummen und ich habe festgestellt, dass ich mir auf diese Art einen beträchtlichen Arbeitsschritt gespart habe - nämlich das Einkochen und Gelieren der Preiselbeer-Masse, die äußerst wahrscheinlich ganz genau so schmecken würde wie mein vermeintlicher Fehlkauf. Die Torte entpuppt sich für mich also zu einem wahren Schnellschuss, was die Zubereitung betrifft. Was die Tortendekoration anbelangt, so verläuft die Grenze zum Kitsch oft fließend und auch dieses Mal musste ich hysterisch kichern, als plötzlich die Sahnehäubchen zu weißen Mini-Tannenbäumchen mutierten und ich mir vorstellte, wie Fuchs und Hase sich auf meinem bunten Sahne-Preiselbeer-Schokoladen-NichtZitronenmelissedafürMinze-Traum Gute Nacht sagen. Fehlt nur noch der Playmobil-Hirsch, oder? Ach ja, und den Bock auf dem Bild habe ich ausnahmsweise mal nicht selbst geschossen. 


Für eine Springform mit 26cm Durchmesser:
Für den Rührteig:
150 g Butter
150 g Zucker
1 Pk. Vanille-Zucker
4-5 EL Rum
1 Prise Salz
4 Eigelb
60 g Mehl
2 gestr. EL Backpulver
1 Tafel geraspelte Edelbitterschokolade
150 g gemahlene Mandeln
4 Eiweis

Für die Füllung (ich gebe jetzt die "vorgesehene Preiselbeerversion" an, wer es sich einfach machen möchte, so wie ich, kauft die Gelee-artigen Preiselbeeren im Glas):
2 Gläser Preiselbeeren im Saft (Abtropfgewicht je 135 g)
1 Pk. roter Tortenguss
250 ml Preiselbeersaft (aus den Gläsern)
1 TL Zucker
600 g Sahne
2 Pk. Sahnesteif
2 Pk. Vanillezucker
Zum Garnieren: Zitronenmelisseblätter (ich habe Minze genommen, die war gerade noch vorrätig) und ca. 30 g geriebene Edelbitterschokolade

Für den Teig die Butter mit dem Handrührgerät geschmeidig rühren. Nach und nach Zucker, Vanillezucker, Rum und Salz unterrühren. So lange rühren, bis eine gebundene Masse entstanden ist. Die Eigelb nach und nach unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen, sieben und unterrühren. Schokoladenraspel und Mandeln unterrühren (übrigens: Ich habe die Schokolade mit einem großen, glatten Messer auf einem Brett feingehackt, das hat für mich persönlich besser geklappt als das ganze zu reiben). Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter den Teig heben. 
Eine Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Den Teig hineingeben, glattstreichen und im vorgeheizten Ofen bei 180°C etwa 40 Min. backen. 
Nach Ende der Backzeit den Gebäckboden aus der Form lösen, auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen. Den Boden einmal waagrecht durchschneiden. 
Für die Füllung die Preiselbeeren in einem Sieb abtropfen lassen, den Saft dabei auffangen und 250 ml abmessen. Einen Guss aus Tortengusspulver, Preiselbeersaft und Zucker nach Packungsanweisung zubereiten. Die Hälfte der Preiselbeeren unterrühren (dieser gesamte Teil entfällt natürlich, wenn ihr die Glibber-Preiselbeeren gekauft habt, da ist die Masse schon fest genug und kann direkt auf den unteren Gebäckboden gegeben werden). Den unteren Gebäckboden auf eine Tortenplatte legen. Die Preiselbeermasse darauf verteilen, dabei einen 1 cm breiten Rand frei lassen. Die Masse gut erkalten lassen. Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. Unter die Hälfte der Sahne die Hälfte der Preiselbeeren (also die Hälfte der übrigen Hälfte sozusagen) rühren und auf der Preiselbeermasse verteilen. Den oberen Gebäckboden darauf setzen. Die Tortenoberfläche mit der Hälfte der restlichen Sahne überziehen, die andere Hälfte in eine Spritztülle füllen und damit die Torte verzieren. Mit den restlichen Preiselbeeren, Zitronenmelisseblättern und Raspelschokolade bestreuen. Und den Playmobilhirsch nicht vergessen. 


Das Rezept stammt leicht abgewandelt aus dem Oetker-Buch "Backen auf dem Lande".