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Donnerstag, 14. März 2013

Currymania: Chicken Tikka Masala

Tikka klingt irgendwie abgefahren, findet ihr nicht? Mich erinnert es sowohl an Pippi in Taka Tuka Land als auch an David Hasselhoff. An Letzteren, weil ich bei dem Wort Tikka zunächst an dieses Lied denken muss, dessen Beat mich quasi in die Fernsehwelt meiner Jugend zurückkatapultiert, weil es mich an die coolste der coolen Serien erinnert. Und ich oute mich hiermit: Ja, ich war Knight Rider-Fan. Und ich wollte einen schwarzen Pontiac Firebird Trans Am haben. Inklusive David Hasselhoff auf dem Beifahrersitz. Heute bin ich natürlich froh, dass ich mein Tikka Masala nicht mit dem Ex-Bademeister teilen muss. Chicken Tikka Masala ist übrigens das indische Allerweltsgericht schlechthin – wobei Allerweltsgericht stimmt, indisch offenbar nicht. Denn Mrs. Wiki von und zu Pedia hat mir geflüstert, dass es angeblich in England entstanden ist, um die dortigen Essgewohnheiten irgendwie mit indischem Essen zu vereinbaren. Und dort ist es bis heute eines der beliebtesten Gerichte. Also, wir ahnen es bereits: Feine Rezepte für Chicken Tikka Masala gibt es ganz bestimmt wie Sand am Meer. Was für ein Glück auch, dass die liebe Tante beim klar Schiff machen und Kochbücher an die Nachbrut verteilen ganz ohne es zu merken ausgerechnet quasi DAS Chicken Tikka Masala-Rezept, das ich schon immer gesucht habe, zutage befördert hat: Absolut einfach zuzubereiten, absolut oberlecker und absolut am zweiten Tag sogar noch besser! Dass nämlich ein gutes Curry Leib und Seele wärmt, habe ich ja schon bei meinem Lieblings-Bombay-Curry immer gesagt. Das Tikka Masala hier wärmt nicht nur Leib und Seele, sondern hat bei mir auch noch das Ausflipp-Zentrum im Gehirn aktiviert, weil ich die Paste, mit der man das Hühnchen so schön mariniert, so toll fand. Übrigens sieht es auf den Bildern leider ein bisschen trocken aus, was es aber überhaupt nicht war. Im Gegenteil, es ist auf der Zunge zergangen, vor allem am zweiten Tag. Lässt sich also auch 1a vorbereiten. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
Für das Hähnchen: 
½ Zwiebel, grob gehackt 
4 EL Tomatenmark 
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen 
ein ca. 2 cm großes Stück Ingwer, geschält und grob gehackt 
Saft von ½ Zitrone (ich hatte eine sehr kleine Zitrone, ggf. genügen auch 2-3 EL) 
2 Knoblauchzehen, gepresst 
2 TL Chilipulver 
350 mageres Hähnchenfleisch ohne Haut und Knochen, etwa Brust 
Salz und Pfeffer 

Für die Masala-Sauce: 
2 EL Ghee (habe ich nie im Haus und greife auf Sonnenblumenöl zurück) 
1/2 Zwiebel, gehackt 
1 geh. TL schwarze Zwiebelsamen (Kalonji-Seeds, gibt´s in jedem Asia-Laden) 
2 Knoblauchzehen, gepresst 
1 frische grüne Chilischote 
150 g stückige Tomaten aus der Dose 
3 EL Naturjoghurt (3,8 % Fett) 
200 ml Kokosmilch 
1 EL frisch gehackter Koriander 
1EL frisch gehackte Minze 
1 EL Zitronensaft 
½ TL Garam Masala 








Zwiebel, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Ingwer, Zitrone, Knoblauch, Chilipulver, Salz und Pfeffer im Mixer pürieren. Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden und mit der Gewürzmischung vermischen. Mindestens zweit Stunden marinieren lassen. 
Für die Sauce Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel dazugeben und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten andünsten. Zwiebelsamen, Knoblauch und Chili dazugeben und mitdünsten, bis sie ihr volles Aroma entfalten. Tomaten, Joghurt und Kokosmilch unterrühren, aufkochen und 20 Min. köcheln lassen. 
Hähnchenstücke in der Zwischenzeit auf 3-4 eingeölte Spieße verteilen und etwa 15 Minuten unter dem heißen Grill im Backofen braten, dabei öfter wenden. Hähnchen vom Spieß ziehen und in die Sauce geben. Mit Koriander, Minze, Zitronensaft und Garam Masala abschmecken und mit Reis oder Naan-Brot servieren. 
Übrigens habe ich nur ein Spieß im Backofen gegrillt – quasi als Test. Die restlichen Spieße habe ich einfach in einer großen beschichteten Pfanne in wenig Sonnenblumenöl angebraten – und ich bilde mir ein, das Fleisch ist dadurch sogar noch saftiger geblieben. 



Ein klitzekleiner Hinweis für alle netten Mailschreiber/innen: Ich hatte ein kleines Problemchen mit der Weiterleitung meines Blog-Mailpostfachs und es hat sich deswegen ein bisschen was angehäuft. Da ich, was das Bloggen betrifft, noch nicht ganz back to normal bin, werde ich jetzt alles nach und nach abklappern, bitte entschuldigt, wenn es noch „e wengele“ dauert. :-)

Donnerstag, 28. April 2011

Platz genommen: Beer Butt Chicken

Ich muss schon zugeben, ich kann mich immer noch nicht richtig entscheiden, ob ich es entwürdigend oder eher äußerst cool finde, wie das feiste Hähnchen da so auf der Bierdose thront. Fakt ist jedoch: Diese Art der Zubereitung wollte ich schon immer mal ausprobieren! Puristische Cowgirls (ja klar, und Cowboys, nicht dass die Gender-Polizei uns ertappt...) nehmen zum Würzen des Bierhähnchens nur Meersalz, damit der Biergeschmack nicht von anderen Zutaten übertüncht wird. Die richtig harten unter uns stopfen die Bauchhöhle mit höllisch scharfen Chilischoten aus und setzen den Gockel quasi unter Feuer. Rezepte für Grillhähnchen gibt es, schätze ich mal, so grob an die 627362, denn was die Füllung und die Zusammenstellung der Marinade betrifft, sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe einfach ein bisschen zusammengemischt, was mir in den Sinn gekommen ist und was der Vorrat hergegeben hat und habe damit einen Treffer gelandet, denn das Hähnchen war superlecker!


Hier kommt das Rezept für 2-3 Portionen:

1 ganzes Freilandhähnchen, küchenfertig ausgenommen
1 große Dose Bier

Für die Marinade:
1 kl. Bund Thymian
3 Zweige Rosmarin
4 EL Olivenöl
2 EL Bier
1 TL Zitronensaft
1/4 TL abgeriebene Zitronenschale
1 TL Chilipulver
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL brauner Zucker
Meersalz, Peffer

Bierdose öffnen und erstmal einen großen Schluck nehmen. Kräuter kurz abbrausen und gut ausschütteln. Die Hälfte vom Thymian und den Rosmarin fein hacken. Die übrigen Zutaten für die Marinade gut verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gehackte Kräuter dazu geben. Nun mit den Händen das Hähnchen mit der Marinade einreiben, dabei auch die schwerer zugänglichen Stellen wie z.B. unter den Flügeln berücksichtigen. Die restlichen Thymianzweige von oben in das Hähnchen stecken. Hähnchen in einen großen Gefrierbeutel geben und ggf. mit der restlichen Marinade übergießen, dabei darauf achten, dass auch ein Teil davon ins Innere des Hähnchens läuft. Im Kühlschrank für 2 Stunden marinieren, den Beutel dabei ab und zu wenden, damit sich die Marinade besser verteilt.
Die Dose Bier sollte noch etwa halb voll sein (wie, schon leer? Dann schnell eine neue aufmachen!). Ofen auf 200°C vorheizen. Ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech auf den Boden des Ofens stellen. Das Hähnchen mit der unteren Öffnung über die Bierdose stülpen und auf das Backblech stellen. Für ca. 80-90 Minuten im Ofen braten, dabei nach ca. 50 Minuten mit einer Messerspitze an mehreren Stellen leicht einstechen, dann läuft das Fett besser ab und die Haut wird schön knusprig. Wenn das Hähnchen oben zu dunkel wird, ggf. mit etwas Alufolie abdecken. Nach Ende der Bratzeit das gesamte Blech vorsichtig aus dem Ofen nehmen. Das Hähnchen von der Dose heben (am besten im Waschbecken, falls die Dose umfällt), mit einer Geflügelschere zerlegen und servieren. Dazu schmecken Kartoffelecken oder Weißbrot. Ach ja, und Bier! ;-)


Stilecht wird das Bierhähnchen auf einem Kugelgrill zubereitet, der hoch genug ist, um Hahn und Dose zu beherbergen. So einen großen Grill haben wir leider noch nicht, deswegen musste der Backofen herhalten - das klappt auch wunderbar! Je nach dem wie groß eurer hähnisches Exemplar ist, könnte sich die Garzeit auch etwas verkürzen oder verlängern. Das Fleisch wird jedenfalls supersaftig und befördert euch hoffentlich für ein paar Stunden in den 7. Hähnchen-Himmel!