Tikka klingt irgendwie abgefahren, findet ihr nicht? Mich erinnert es sowohl an Pippi in Taka Tuka Land als auch an David Hasselhoff. An Letzteren, weil ich bei dem Wort Tikka zunächst an dieses Lied denken muss, dessen Beat mich quasi in die Fernsehwelt meiner Jugend zurückkatapultiert, weil es mich an die coolste der coolen Serien erinnert. Und ich oute mich hiermit: Ja, ich war Knight Rider-Fan. Und ich wollte einen schwarzen Pontiac Firebird Trans Am haben. Inklusive David Hasselhoff auf dem Beifahrersitz. Heute bin ich natürlich froh, dass ich mein Tikka Masala nicht mit dem Ex-Bademeister teilen muss. Chicken Tikka Masala ist übrigens das indische Allerweltsgericht schlechthin – wobei Allerweltsgericht stimmt, indisch offenbar nicht. Denn Mrs. Wiki von und zu Pedia hat mir geflüstert, dass es angeblich in England entstanden ist, um die dortigen Essgewohnheiten irgendwie mit indischem Essen zu vereinbaren. Und dort ist es bis heute eines der beliebtesten Gerichte. Also, wir ahnen es bereits: Feine Rezepte für Chicken Tikka Masala gibt es ganz bestimmt wie Sand am Meer. Was für ein Glück auch, dass die liebe Tante beim klar Schiff machen und Kochbücher an die Nachbrut verteilen ganz ohne es zu merken ausgerechnet quasi DAS Chicken Tikka Masala-Rezept, das ich schon immer gesucht habe, zutage befördert hat: Absolut einfach zuzubereiten, absolut oberlecker und absolut am zweiten Tag sogar noch besser! Dass nämlich ein gutes Curry Leib und Seele wärmt, habe ich ja schon bei meinem Lieblings-Bombay-Curry immer gesagt. Das Tikka Masala hier wärmt nicht nur Leib und Seele, sondern hat bei mir auch noch das Ausflipp-Zentrum im Gehirn aktiviert, weil ich die Paste, mit der man das Hühnchen so schön mariniert, so toll fand. Übrigens sieht es auf den Bildern leider ein bisschen trocken aus, was es aber überhaupt nicht war. Im Gegenteil, es ist auf der Zunge zergangen, vor allem am zweiten Tag. Lässt sich also auch 1a vorbereiten.
Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
Für das Hähnchen:
½ Zwiebel, grob gehackt
4 EL Tomatenmark
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
ein ca. 2 cm großes Stück Ingwer, geschält und grob gehackt
Saft von ½ Zitrone (ich hatte eine sehr kleine Zitrone, ggf. genügen auch 2-3 EL)
2 Knoblauchzehen, gepresst
2 TL Chilipulver
350 mageres Hähnchenfleisch ohne Haut und Knochen, etwa Brust
Salz und Pfeffer
Für die Masala-Sauce:
2 EL Ghee (habe ich nie im Haus und greife auf Sonnenblumenöl zurück)
1/2 Zwiebel, gehackt
1 geh. TL schwarze Zwiebelsamen (Kalonji-Seeds, gibt´s in jedem Asia-Laden)
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 frische grüne Chilischote
150 g stückige Tomaten aus der Dose
3 EL Naturjoghurt (3,8 % Fett)
200 ml Kokosmilch
1 EL frisch gehackter Koriander
1EL frisch gehackte Minze
1 EL Zitronensaft
½ TL Garam Masala
Zwiebel, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Ingwer, Zitrone, Knoblauch, Chilipulver, Salz und Pfeffer im Mixer pürieren. Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden und mit der Gewürzmischung vermischen. Mindestens zweit Stunden marinieren lassen.
Für die Sauce Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel dazugeben und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten andünsten. Zwiebelsamen, Knoblauch und Chili dazugeben und mitdünsten, bis sie ihr volles Aroma entfalten. Tomaten, Joghurt und Kokosmilch unterrühren, aufkochen und 20 Min. köcheln lassen.
Hähnchenstücke in der Zwischenzeit auf 3-4 eingeölte Spieße verteilen und etwa 15 Minuten unter dem heißen Grill im Backofen braten, dabei öfter wenden. Hähnchen vom Spieß ziehen und in die Sauce geben. Mit Koriander, Minze, Zitronensaft und Garam Masala abschmecken und mit Reis oder Naan-Brot servieren.
Übrigens habe ich nur ein Spieß im Backofen gegrillt – quasi als Test. Die restlichen Spieße habe ich einfach in einer großen beschichteten Pfanne in wenig Sonnenblumenöl angebraten – und ich bilde mir ein, das Fleisch ist dadurch sogar noch saftiger geblieben.
Ein klitzekleiner Hinweis für alle netten Mailschreiber/innen: Ich hatte ein kleines Problemchen mit der Weiterleitung meines Blog-Mailpostfachs und es hat sich deswegen ein bisschen was angehäuft. Da ich, was das Bloggen betrifft, noch nicht ganz back to normal bin, werde ich jetzt alles nach und nach abklappern, bitte entschuldigt, wenn es noch „e wengele“ dauert. :-)




