Samstag, 4. Mai 2013

Essen fürs Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme

„Rezepte, die das Leben schreibt“ – klingt superschmonzettig, irgendwie nach Dr. Stefan Frank und Rosamunde Pilcher gleichzeitig, aber dennoch trifft es in etwa das, was in Zukunft auf mich zukommt. Büro-Essen, Rezepte für den Alltag, für das Berufsleben, Futtern uffe Maloche oder wenn´s einfach mal transportabel sein und schnell gehen muss – egal, wie man es letztendlich nennt: Weil ich nicht mehr in jeder Mittagspause essen gehen möchte, habe ich mir vorgenommen, mich in nächster Zeit auf die Suche nach bürotauglichen Rezepten zu machen, die jedoch jenseits von aufgewärmter Pasta mit Tomatensauce und Kartoffelsalat mit Ei liegen. Wenn es nicht aus Faulheits- oder primär Zeitgründen wieder abgeschafft wird (und ich doch wieder notgedrungen fast täglich meinen gemischten Salat mit Fetakäse in einem italienisch angehauchten Franchise-Unternehmen mümmeln muss), werde ich euch – wenn ihr mögt – ab und an zu einem kleinen Tupperdosen-Sit-in mitnehmen. ;-) 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Grundsätzlich macht man sich über so was ja keine Gedanken, sondern bereitet halt einfach was zu, aber ich habe dennoch mal überlegt: Wie sollte denn Essen für Berufstätige idealerweise sein? 

1. Schnell vorzubereiten: Das A und O für bürotaugliche Rezepte! Meeting um 9 und um viertel vor noch in aller Ruhe das Avocadoschäumchen für die Flusskrebsterrine rühren? Ä-ä, nicht so die Brüller-Idee. 

2. Gut zu transportieren: Wer will schon ausgelaufene Salatsauce im Kofferraum oder ein Biotop in der Handtasche, weil das erst nach Tagen entdeckte Wiener Würstchen ein Eigenleben entwickelt hat? 

3. Sättigend, aber leicht und gesund: Wusstet ihr, das angeblich mal jemand gestorben ist, weil er bei der Arbeit eingeschlafen ist und er sich leider, als sein Kopf nach vorne auf den Schreibtisch kippte, den Stift, den er in der Hand hielt, durch das Auge ins Gehirn rammte? Jajaja, ich sag ja: ANGEBLICH! ;-) Dennoch: Hütet euch im Büro vor der Fressnarkose – und die tritt bei zuviel oder zu schwerem Essen nur allzu gerne ein. 

4. So lecker, dass man sich auf die Mittagspause freut und man danach wieder gut gelaunt an die Arbeit geht: Schlechtes Essen macht unglücklich, gutes Essen macht happy, Eis als Nachtisch macht superhappy – so einfach ist das. 

Warum ich das jetzt zum Wochenende schreibe? Naja, vielleicht hat ja jemand am Montag gleich Lust auf ein paar gute Brote und so noch genügend Zeit zum Einkaufen und Marinieren. ;-) Auf das leckerste Büro-Essen seit langem kam ich nämlich eher zufällig, denn ich hatte zunächst für einen gemütlichen Filmabend diese Saté-Spießchen mit Dip geplant, die man nicht nur auf dem Grill sondern auch wunderbar in der Pfanne machen kann. Dann fiel das Mittagessen aber üppiger aus, als geplant, und die Saté-Spießchen durften eine ganze Weile länger in ihrer Marinade im Kühlschrank vor sich hindümpeln. Perfekt durchgedümpelt für den nächsten Morgen, kann ich nur sagen. Ab in die Pfanne und in etwa 10 Minuten habt ihr eure Mittagspause quasi eingetütet. 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Hier kommt das Rezept für zwei Personen zum Sattessen (ohne Garantie auf das Nichteintreten der nachmittäglichen Fressnarkose, also besser Stift aus der Hand legen): 

1 Rezept für Saté-Spießchen (Achtung, sie müssen marinieren, aber das geht prima ab Vortag!) 
1 TL Sonnenblumenöl 
1 Ciabatta-Brot 
1 reife Avocado 
2 eingelegte grüne Pepperoni 

Die Marinade für die Saté-Spießchen vorbereiten und Hühnchenstreifen einlegen. Der weitere Rezeptteil entfällt, ihr braucht sie natürlich nicht auf Spießchen stecken. Nach dem Marinieren eine beschichtete Pfanne mit 1 TL Sonnenblumenöl erhitzen. Hünchenstreifen beim Herausnehmen aus der Marinade etwas abtropfen lassen und scharf im heißen Öl anbraten, bis sie Farbe annehmen, dabei einmal wenden. Etwa 4-5 EL von der Marinade mit in die Pfanne geben und kurz bei geringer Hitze einköcheln lassen. Ciabatta in zwei gleich große Hälften teilen und aufschneiden. Avocado halbieren, entkernen, Fruchtfleisch auslösen und in etwa 1 cm dicke Streifen schneiden. Je ein EL der eingekochten Marinade auf jede Ciabatta-Hälfte (insgesamt 4) geben und mit einem Messer verstreichen. Je die Hälfte der Avocado auf der unteren Brotscheibe verteilen und mit dem Messer zerdrücken. Je die Hälfte der Hühnerstreifen auf der Avocadocreme verteilen. Pepperoni gut abtropfen lassen und in schmale Ringe schneiden. Auf den Saté-Spießchen (sind ja ohne Spieß streng genommen keine Spießchen mehr, aber wayne :-D) verteilen, Deckel drauf und dann hübsch in die umweltfreundliche Tupperdose (oder ausnahmsweise wie ich in umweltschweinische Alufolie) verpackt und ab ins Büro! 

Wer im Büro die Möglichkeit hat zu Kochen, kann das Saté-Hühnchen natürlich auch dort braten und dann warm essen. Ich mag es lieber kalt. Bis zur Mittagspause ist alles richtig schön durchgezogen und ich kann es ehrlich gesagt kaum erwarten, es das nächste Mal zu essen. 

Essen und Rezepte für Arbeit und Büro: Ciabatta mit Saté-Spießchen und Avocadocreme


Natürlich ist das Rezept nicht nur fürs Büro geeignet sondern auch, wenn ihr zum Beispiel an einem Wochenende wie diesem viel unterwegs seid und einen Happen zwischendrin essen möchtet, vielleicht sogar ein kleines Picknick macht oder schlichtweg Lust auf ein leckeres Sandwich mit Saté-Spießchen habt. ;-) Wie dem auch sei, habt ein wunderschönes Wochenende, ihr Lieben!

Mittwoch, 24. April 2013

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok: Gelungener Saisonauftakt

Warum ich bei meiner wilden Leidenschaft für grünen Spargel jahrelang nur ausschließlich weißen Spargel gegessen habe, weiß ich bis heute nicht. Fakt ist jedoch: Meine Großmama war eine ausgesprochene Verfechterin des Spargelschlürfens. Die wunderschönen weißen Stangen wurden korrekt mit den Spitzen nach links auf dem Teller platziert und ebenfalls mit der Spitze zuerst in den Mund geschoben, um dann mit gespitzten Lippen eingeschlürft zu werden. Keinesfalls geschnitten. Für mich als damals bezahnspangte Halbwüchsige mit Prinz-Eisenherz-Gedenk-Frisur war das natürlich die schönste Sauerei, die man sich wünschen konnte, und ich gebärdete mich vor lauter Freude bei jeden Spargelessen wie eine Verrückte. Wo durfte man denn sonst beim Essen so ungeniert schlürfen (abgesehen von Austern, die ich damals als „schleimigen Schleimerschleim“ bezeichnete und heute wenn schon dann mit einem großen Schluck Schaumwein hinunterspüle)! Vielleicht habe ich ja deswegen weißen Spargel so lange bevorzugt, weil man ihn so schön schlürfen kann? Mit dem grünen Pendant kann man das nämlich nicht – zumindest nicht, wenn man grünen Spargel wie ich schön knackig und nur kurz gegart am liebsten mag. Jedenfalls ganz egal ob grün oder weiß, ich freue mich schon sehr auf die Spargel-Saison und habe am letzten Wochenende beim Zeitschriften durchblättern in der neuen E&T ein Rezept entdeckt, das ich gleich ausprobieren musste und bei dem mich vor allem die Ingwer-Teriyaki-Mischung sehr begeistert hat. Man muss dazu sagen: Im Rezept wird „Wok-Sauce“ verlangt. Da es diese im örtlichen Lädelchen aber nicht gab und ich mir darunter auch sonst nichts vorstellen konnte, habe ich sie einfach durch Teriyaki-Sauce ersetzt, was tippitoppi geschmeckt hat. 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch


Hier kommt das Rezept "Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok" für 2 Portionen: 

1 TL Sesamsaat, (+ 1/2 TL Kalonji-Samen, weil ich die zur Zeit so gerne mag) 
30 g Frühlingszwiebeln 
25 g frischer Ingwer 
1-2 Knoblauchzehen 
½ rote Chilischote 
5 EL Teriyaki-Sauce (oder Wok-Sauce laut E&T; Teriyakisauce gibt es fast überall fertig zu kaufen oder aber auch viele Rezepte zum Selbermachen im Netz) 
2 EL Sojasauce 
1 EL Sesamöl aus gerösteten Sesamsamen 
2 EL Zucker 
1 EL Limettensaft 
½ TL Speisestärke 
etwa 300 g Rumpsteak 
500 g Spargel 
3 EL Öl 
Salz 
15 g Butter 
(wer mag, ein paar Stängel Koriandergrün, hab ich vergessen) 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch

Sesam in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten, in einem Schälchen beiseite Stellen. Kalonji-Samen ebenfalls kurz anrösten und zum Sesam ins Schälchen geben. Frühlingszwiebeln putzen und in feine schräge Ringe schneiden. Etwa 20 Minuten in kaltes Wasser legen und dann gut abtropfen lassen. 
Ingwer und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Chilischote mit Kernen in Ringe schneiden. Ingwer, Knoblauch, Chili mit Teriyaki-Sauce, Sojasauce, 25 ml Wasser, Sesamöl, Zucker und Limettensaft verrühren. Die Stärke in eine kleine Schüssel geben und mit der Ingwer-Teriyaki-Mischung glatt rühren. 
Das Fleisch in etwa 1 cm breite Streifen schneiden, Spargel im unteren Drittel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Die Spargelstangen schräg in 3 Stücke schneiden. 1 ½ EL Öl in einem großen Wok erhitzen und Spargel bei starker Hitze unter Wenden etwa eine Minute kräftig anbraten. Dann insgesamt 35 ml Wasser in kleinen Portionen zugeben (Achtung, das liest sich so niedlich, es zischt und dampft aber wie im Chemielabor eines verrückten Professors, also vorsichtshalber ein bisschen in Deckung gehen ;-)). Dabei jeweils warten, bis das Wasser vollständig verdampft ist. Spargel in ca. 3 Minuten knackig garen und dann vom Herd nehmen. 
Fleisch leicht salzen. Eine große Pfanne (falls ihr eine größere Menge macht, besser auf zwei Pfannen verteilen) stark erhitzen, das restliche Öl und die Butter zugeben und sobald die Butter geschmolzen ist, das Fleisch hinzugeben und bei starker Hitze 1 Minute kräftig anbraten. Dann drei Minuten durchschwenken und zum Spargel in den Wok geben. Ingwer-Teriyaki-Mischung dazugeben und alles 1-2 Minuten glasieren. Frühlingszwiebeln, Sesamsaat und Kalonjisamen darüberstreuen (und gehackten Koriander, falls ihr habt) und dann sofort servieren. 

Grüner Spargel mit Rumpsteak-Streifen aus dem Wok Asiatisch


Das Fleisch war bei uns ein bisschen zu fest bzw. zu durch, ich würde es das nächste Mal nach dem Anbraten nur eine Minute durchschwenken und dann zum Spargel geben. Als Beilage passt Reis, wir haben es allerdings ohne gegessen, ich habe die Mengen beim Fleisch und beim Spargel ein bisschen angepasst. Das Rezept stammt aus der Zeitschrift Essen & Trinken 5/2013. 

... ach, und was mich noch zum Thema Spargel schlürfen interessieren würde: Wie esst ihr Spargel? Wer schlürft denn von euch (weißen) Spargel noch? Nehmt ihr ihn vielleicht sogar in die Hand (was ja durchaus erlaubt ist)? Jedenfalls: Happy Schlürfing! ;-)

Dienstag, 16. April 2013

Rote Linsensuppe mit Kokosmilch und Kalonji-Samen: Tschüss, Kälte!

Nachdem die Temperaturen in den letzten Tagen schon so etwas wie Frühling vermuten ließen, der Gesang der Vögel bei geöffnetem Schlafzimmerfenster sich zu einem polyphonen Meisterwerk steigerte, der alljährliche tussieske Schock über das (vermeintliche) Fehlen von Frühlingsklamotten eingetreten war und übers Wochenende die Nase um ein paar Sommersprossen reicher wurde, ist es nun an der Zeit, die Kälte ein für alle Mal zu verabschieden. Juhu! In den letzten Wochen haben wir vor allem abends oft Gemüsesuppen gegessen, das geht nach einem langen Bürotag schnell und wärmt das kleine Bumperherzchen. Ich habe ganz einfach mit Brühe und ein bisschen Sahne das püriert, was an Gemüse im Kühlschrank so herumlag, und dann nach Gusto mit Gewürzen verfeinert. Für diese Rote Linsensuppe mit Kokosmilch braucht´s ein klein wenig mehr Aufwand, der sich aber absolut lohnt, denn es war die allerbeste Suppe, die wir seit langem gegessen haben und sie ist wärmstens zu empfehlen. Neu war für mich die Art der Zubereitung, nämlich zuerst die Gewürze in purem Wasser zu kochen und dann erst die Linsen und die Brühe hinzuzufügen. Also, ich würde sagen: Man darf diese Suppe auch im Frühling essen, auch wenn sie dank ihrer Gewürzvielfalt und Cremigkeit recht "gemütlich und einheizend" und somit auch ideal für kühlere Tage ist. Gibt´s eben doppelt warme Gedanken. ;-)


Hier kommt das Rezept: 

Rote Linsensuppe mit Kokosmilch und Kalonji-Samen für 2-3 Portionen 
140 g rote Linsen 
1 große Knoblauchzehe, geschält 
1/2 Zwiebel, grob gewürfelt 
ein etwa daumengroßes Stück Ingwer, geschält 
1 kleines Stück Zimtstange, etwa 3 cm 
3 Nelken 
1 TL Kardamomkapseln 
1 TL Pfefferkörner 
2 Lorbeerblätter 
½ rote Chilischote 
½ gestr. TL Salz 
reichlich frisch gem. schwarzer Pfeffer 
1 TL Kurkuma 
1 TL Paprikapulver (rosenscharf) 
375 ml Gemüsebrühe 
75 ml Kokosmilch 
Salz, eine Prise Zucker 

Außerdem für das Gewürz-Topping: 
1 Knoblauchzehe 
1 Frühlingszwiebel 
½ rote Chilischote 
2 EL rote Zwiebel, fein gehackt 
1 TL Öl
½ gestr. TL Kreuzkümmel 
½ TL Kalonji-Zwiebelsamen 



Die Linsen kurz abbrausen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. 250 ml Wasser zum Kochen bringen. Zimt, Nelken, Kardamom, Pfefferkörner und Lorbeerblätter in ein Teesieb geben. Chili waschen, putzen und fein würfeln. Knoblauch, Zwiebel, Ingwer, Chili und übrige Gewürze zusammen mit dem Teesieb ins heiße Wasser geben, 10 Minuten kochen lassen, dann Teesieb herausnehmen. Linsen und Gemüsebrühe zufügen und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Zucker abschmecken. 
Für das Topping Knoblauchzehe abziehen und in feine Scheiben schneiden, Frühlingszwiebel und Chilischote in feine Ringe schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Kreuzkümmel und Kalonji-Samen unter Rühren 1 Minute erhitzen, dann rote Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Chili dazugeben und alles leicht anbräunen lassen. 
Eine Kelle voll Linsen aus dem Topf nehmen und beiseite stellen, den Rest fein durchpürieren. Nun die Kokosmilch gut unterrühren. Wenn die Suppe zu dick ist, etwas mehr Kokosmilch oder ggf. Wasser hinzugeben. Auf tiefe Teller verteilen, übrige Linsen wieder darauf verteilen und mit dem Gewürz-Topping servieren.



Das Rezept habe ich beim Blättern in einem alten Indien-Special der Zeitschrift Kreativ-Küche aufgeschnappt. Habt noch eine schöne Woche!
... äh, und irgendwie ist die Suppe doch eher gelb als rot, oder? ;-)