Sonntag, 23. Januar 2011

Dagegen sieht Popeye alt aus: Kokos-Spinat mit Pute und Reis

Spinat – alles, was ich als Kind dazu zu sagen hatte, war: „Örks!“. Weil die grünen Blättchen aber bei uns als Freitagsessen auserkoren waren, saß ich unzählige Male mit verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe vor einer Ladung Fischstäbchen, Spiegelei  und Rahmspinat und weigerte mich strikt den Teller anzurühren. Eine Extrawurst gab es aber nicht, und so habe ich irgendwann zumindest am Fischstäbchen geknabbert beziehungsweise die Panade abgepult und das Ei verdrückt, das war´s. Vom Spinat konnte mich nicht mal Popeye überzeugen (den fand ich übrigens damals schon tendenziell unlustig und habe nie verstanden, was Olivia eigentlich an ihm gefunden hat). Was ein Glück, dass der Geschmack von 5-jährigen nicht zwangsläufig das ganze Leben prägt! Heute ist Spinat eines meiner Lieblingsgemüse und wenn ich dann noch so ein tolles Rezept finde, das für mich eine ganz neue Kombination beinhaltet, dann freue ich mich umso mehr. Spinat mit Kokosmilch, Ingwer und Chili ist mein neues Running System, das wird es garantiert noch öfter geben.


Hier kommt das Rezept für 2 Personen:
Zutaten:
400 g junger Blattspinat 
1 Stück Ingwer (ca. 4 cm) 
400 g Putenschnitzel
5 EL Erdnussöl 
2 TL helles Sesamöl 
3 Schalotten 
1 Knoblauchzehe 
1 rote Chilischote 
1 TL Currypulver 
200 ml Kokosmilch 
Etwas Meersalz 
1-2 TL Limettensaft 

Zubereitung 
Den Spinat waschen und trocken schleudern. Die Hälfte des Ingwers in feine Scheiben schneiden. In einer ofenfesten Pfanne 2 EL Erdnussöl erhitzen und die Putenschnitzel ca. 5 Minuten knusprig anbraten. Die Schnitzel wenden und ca. 3 Minuten weiterbraten. Die Ingwerscheiben auf die Schnitzel legen und mit dem Sesamöl beträufeln. Bedeckt und mit wenig Hitze fertig garen.
In der Zwischenzeit Schalotten, Knoblauch und den restlichen Ingwer schälen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischote entkernen und in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne 2 EL Erdnussöl erhitzen, die Hälfte der Schalotten und des Knoblauchs mit dem Ingwer und der Chilischote darin andünsten. Currypulver hinzufügen und unter Rühren kurz mitdünsten. Die Kokosmilch angießen und etwa 5 Minuten einkochen lassen. Die Sauce mit Salz und Limettensaft würzen. Das restliche Erdnussöl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne erhitzen und die übrigen Schalotten- und Knoblauchwürfel darin andünsten. Den Spinat zugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen, Kokossauce zum Spinat geben und untermischen. Spinat mit Salz und Pfeffer würzen. Den Spinat auf Teller verteilen, die Putenschnitzel darauf anrichten und leicht salzen. Bei uns gab es schlichten Reis dazu.


Ins Originalrezept gehört noch ein Bund Koriander - damit kann man mich jagen (im Gegensatz zu Korianderpulver, das ich liebe), deswegen habe ich ihn weggelassen. Das Rezept stammt von Cornelia Poletto für die Zeitschrift ARD-Buffet 01/11, ich habe es nur minimal modifiziert. Die komplette ARD-Buffet-Rezeptsammlung des Jahres 2010 und auch die Rezepte des Monatshefts 01/11 gibt es übrigens hier zum Download, das war ein toller Tipp vom Kleinen Kuriositätenladen

Kommentare:

Alex hat gesagt…

Ich wollte immer wie Popeyes Olivia sein als Kind, vielleicht habe ich deswegen Spinat immer geliebt. Diese Version für Erwachsene ist genau nach meinem Geschmack. Ich schau, ob ich Kokosmilch habe, dann gibt es das gleich zum Mittagessen.

Rosa's Yummy Yums hat gesagt…

Sehr original! Des Gericht sieht so lecker aus.

Grüsse,

Rosa

barcalex hat gesagt…

Zum groß und stark werden :-)

Suse hat gesagt…

Spinat war ingegen in meiner Kindheit eines der wirklich wenigen Gemüsen, die bei mir keine maulige Schippe verursacht haben.
An Popeye nie verstanden habe, wie man Spinat aus der DOSE futtern kann tststs.

Die Kombination mit Kokosmilch finde ich super. Aber was sind denn das für gelbe Stückchen im Spinat? Fein gewürfelter Ingwer? :o))))

Anonym hat gesagt…

Liebe Christina,

dein Blog macht mich fertig ... kaum hab ich die Schimmel-Spaghetti verdaut, muß ich mir das nächste Rezept an den Kühlschrank pinnen....

Aber die erste Kalorien werden schon abgebaut, wenn ich über deinen witzigen Schreibstil lache... Danke!!

Arthurs Tochter hat gesagt…

ich habe mich umgekehrt stets gefragt, was wohl der coole Seemann an dieser verkniffenen Tussi findet. Aber auch die Liebe von Donald zu Daisy, diesem opportunistischen Luxus-Miststück konnte ich nie nachvollziehen. Vielleicht esse ich deswegen so gerne Ente...

Spinat mit diesen exotischen Würzungen mag ich sehr, ich habe so mal eine Lasagne gemacht, die jeden Italiener in die Flucht schlagen würde, Orientalen hätte sie begeistert. :)

Anna hat gesagt…

Spinat fand ich schon immer super, aber das lag vielleicht auch daran, dass es bei uns schon immer den 'richtigen' (Blatt!)Spinat gab; bei dem pürierten Brei aus der Tiefkühltruhe kann ich die Kinder verstehen, die sich nicht mal von Popeye überreden lassen...

In Amerika habe ich übrigens mal in Erinnerung an Popeye eine dieser Spinatdosen gekauft - aber das Zeug hatte mit Spinat wie wir ihn kennen geschmacklich nicht mehr viel zutun :-) - aber wenns stark macht...

Anne hat gesagt…

Lecker sieht das wieder aus! Und lustigerweise habe ich heute Spinat mit Kokos als ungewohnte aber auf den zweiten Bissen feine Kombi kennenlernen dürfen. Allerdings als orientalische Suppe mit Kichererbsen und reichlich Kreuzkümmel :)

mein Ideentopf hat gesagt…

Klingt einfach lecker und hab ich schon abgespeichert. Die Version von Arthurs Tochter als Lasagne klingt aber auch nicht schlecht - auch für mich als Italienerin, aber auch weil ich die Asiatische Küche liebe - LG Siglinde

Toni hat gesagt…

Den Klassiker mit Spiegelei hab ich schon als Kind gern gemocht. Popey ging so, dafür hab ich , dafür hab ich den Roadrunner geliebt. Meep meep! :o)

Pixelmanie hat gesagt…

*lautlach* jetzt habe ich mich aber doch wieder erkannt, in dieser Geschichte. Genauso ist es mir als Kind auch gegangen. Das war wohl früher in vielen Haushalten am Freitag DAS Gericht. :-))

Dein Rezept klingt einfach lecker und wird diese Woche mal ausprobiert.

Lieben Gruss, Simone

Claus hat gesagt…

Die fischstäbchen-rahmspinat-nummer gibts immer noch, bei uns jedenfalls. alle 2 Wochen musses sein, ich kapier´s nicht....

Petra aka Cascabel hat gesagt…

Was für ein hübscher Spinat! Der hat ja nun gar nichts gemein mit dieser grünen Musepampe von früher ;-)

Christina hat gesagt…

@Alex: Und, welche gefunden?

@Rosa: Ja, es ist ein bisschen bunter als normaler Spinat. ;-)

@barcalex: Bei 1,75 war dann zum Glück Schluss! ;-)

@Suse: Du ADLERAUGE!!! ;-) Naja, ich habe das mit den Ingwerwürfeln wohl etwas unterschlagen und stattdessen nur Scheibchen geschnitten.

@Anonym: Das ist ein schönes Kompliment und freut mich total, danke!

@AT: Dank dem bei diversen Mädels auf Facebook & Co. gesichteten "duckface" ist Daisy jetzt ja quasi allgegenwärtig!

@Anna: Da habe ich noch gar nicht dran gedacht, dass es in den USA Spinat TATSÄCHLICH in Dosen gibt! Uah!

@Anne: Oh, das hört sich aber auch extrem lecker an! Kreuzkümmel kann ich mir supergut zu Spinat vorstellen.

@Siglinde: Dann muss AT uns mal das Rezept rausrücken bzw. wir gehen gleich mal den Blog durchforsten! ;-)

@Toni: Den fand ich auch ziemlich cool! Und Coyote tat mir immer ein bisschen leid, die arme Socke!

@Simone: Ich glaub´s auch, also gibt´s ne ganze Menge Fischstäbchen- und Spinat-Leidensgenossen.

@Claus: Ich auch nicht. ;-)

@Petra: Zum Glück, sonst wäre das ein schlimmes Déjà vu. :-)

Anonym hat gesagt…

ich versteh nicht ganz, zu welchem zeitpunkt der vorgeheizte backofen in aktion tritt...
aber das rezept klingt phantastisch!

Christina hat gesagt…

Herrje, Du hast absolut Recht: Wo tritt bitteschön dieser Ofen in Aktion?? Ich musste gerade so lachen, weil ich es mir selbst nicht mehr erklären konnte. Habe dann im Heft nochmal nachgeschaut: Cornelia Poletto verwendet Hähnchenbrustfilets und lässt diese im Ofen 15 Minuten gar ziehen. Weil das hier nicht notwendig ist, habe ich den Ofen-Part jetzt gestrichen. Danke für den Hinweis! :-)