Donnerstag, 28. Juli 2011

Ab nach draußen: Zucchinisalat mit süß-salzigen Macadamianüssen und Fetakäse

Ach herrje, das Wetter lädt ja zur Zeit nicht gerade zum gemütlichen Herumhängen auf dem Balkon oder im Garten ein. Aber tatsächlich hat mir das in den letzten Tagen nicht mal was ausgemacht! Also, das schlechte Wetter schon, nicht aber die Sache mit dem Balkon - denn unserer wurde insgesamt 6 Wochen lang renoviert und wir durften sowieso keinen Fuß darauf setzen. Jetzt ist endlich alles fertig und ich freue mich wie verrückt! Der Rost an den alten Gitterstäben wurde entfernt, die Risse im Boden aufgegossen und die Wand zum Nachbarhaus hat ihre Farbe von einem seltsamen Schlammgrün zu einem strahlenden Weiß gewechselt. Uff! Die schöne alte Backsteinwand hingegen wurde so belassen, wie sie ist. 
Leider hat währenddessen mein "schwarzer Daumen" seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und sowohl die Hortensie in ihrem Notlager auf der Fensterbank als auch die Fuchsien haben schwer gelitten. Und der Lavendel ist nur noch eine verdorrte Attrappe (allerdings kann man den getrocknet ja wenigstens noch gut gebrauchen)! Grund genug in den nächsten Tagen mal in der Gärtnerei vorbei zu schauen und ein paar hübsche Pflänzchen auszusuchen, um dann den Balkon wieder schön herzurichten und hoffentlich noch ein paar tolle Sommerstunden darauf verbringen zu können. Vielleicht mache ich nächste Woche dann mal ein paar Bilder vom neuen "Außenzimmer" und zeige sie euch. Probehalber habe ich diesen leckeren Salat gestern schonmal auf dem Balkon gegessen. Im Schneidersitz auf dem Boden, mit dicken Socken und Jäckchen an. Und siehe da: Ein paar Sonnenstrahlen kamen immerhin schonmal durch! :-)


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 kleine Zucchini
100 g gesalzene Macadamianüsse
1 EL Honig
6 Kirschtomaten
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 TL dunklen Balsamico-Essig
1 kleine Handvoll Basilikumblätter
Zucker, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
60 g Fetakäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Streifen hobeln und in eine Schüssel geben. 1 EL Olivenöl darüber geben und (am besten vorsichtig mit den Händen) gut vermischen. Die Zucchinischeiben nebeneinander auf einen Grillrost legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten garen (je nach dem wie dick oder dünn eure Scheiben sind, geht das auch schneller oder länger, im jeden Fall muss man ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verbrennen). Währenddessen Macadamianüsse grob in Stücke hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Hitze reduzieren, Honig dazugeben und kurz miteinander verrühren. Kirschtomaten dazu geben und 1 Min. weiterrühren. Tomaten und Nüsse aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 2 EL Olivenöl mit Zitronensaft und Essig verrühren. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und zu dem Dressing geben, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchinischeiben aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Tomaten und Nüsse dazugeben und alles mit dem Dressing übergießen und vorsichtig vermischen. Fetakäse mit den Händen zerbröckeln und darüberstreuen. Lauwarm oder kalt servieren.



Montag, 25. Juli 2011

Bäumchenparade und tolle Neuigkeiten: Schwarzwaldmädchentorte

Liebe Leute, heute gibt es mal wieder ordentlich was auf die Hüften (sorry, aber das Leben ist zu kurz um die ganze Zeit nur Grünzeug zu mümmeln)! Neulich bin ich beim Herumklicken auf Pinterest zuerst auf den Blog Desserts for Breakfast und dort auf eine traumhaft schöne Schwarzwälder Kirschtorte gestoßen, die ich als Schwarzwaldmädel im Exil unbedingt ausprobieren musste. Obwohl, mein 100%-Gelingrezept für die Torte an sich habe ich ja schon seit Jahren gefunden, aber die Idee mit den hübschen Schokoladentannenbäumchen und der Mascarponesahnecreme hat es mir angetan. Mit filigranen Schokoladengebilden und dem sauberen Verstreichen von Tortenüberzügen stehe ich allerdings genauso viele Jahre wie ich Torten backe schon ein bisschen auf Kriegsfuß. Eine Freundin fragte beim Anblick der Ostertorte im vorletzten Jahr mal "Was ist das, eine mittelalterliche Stachelkeule?" "Äh, nein, ein Möhrchen ...", und auch die meisten Sahnetoppings habe ich in letzter Zeit einfach mit Großpackungen von Schokostreuseln überschüttet, damit man all die Löcher und Dellen, Hügel und weggenaschten Ecken nicht mehr sehen konnte. Aber, ganz ehrlich, eigentlich machen kleine Unregelmäßigkeiten das Leben doch sehr spannend und was für das Große gilt, gilt für schnuckelige kleine Schwarzwaldmädchentorten ganz genauso: Ein paar individuelle schiefe Ästchen und eine freestyle-Sahne-Mascarpone-Haube machen sie erst richtig schön!


Hier kommt das Rezept für eine Springform mit einem Durchmesser von 26 cm:

Für die Schokoladenbäumchen (Achtung, sie benötigen mindestens 2 Stunden um richtig fest zu werden!):
50 g dunkle Kuvertüre
1/2 TL Pflanzenöl 

Für den Schoko-Biskutit:
6 Eigelb
4 EL warmes Wasser 150 + 50 g Zucker
6 Eiweiß
100 g Mehl
1 TL Backpulver
30 g Speisestärke
50 g Kakaopulver
100 g gemahlene Mandeln

Für die Tränkflüssigkeit:
4 EL Kirschsaft
6 cl Kirschwasser

Für die Füllung:
500 ml Kirschsaft
2 EL Speisestärke
700 g Sauerkirschen, abgetropft (aus dem Glas)
400 g Sahne
300 g Mascarpone
3 EL Puderzucker
2 EL Kirschwasser


Für die Tannenbäumchen die Kuvertüre über einem heißen Wasserbad schmelzen, in eine Spritztülle mit kleinem Loch füllen (oder in einen Gefrierbeutel, dann kann man einfach eine Ecke abschneiden, man muss nur sehr darauf achten, dass das Loch nicht zu groß ist, sonst gibt es nachher eher Mammutbäume als hübsche Tännchen) und auf einen Bogen Backpapier verschieden große Tannenbäume spritzen. Das geht einfacher, als man denkt. Am besten macht man das an einem kühlen, sicheren Ort, damit die Bäumchen in Ruhe trocknen können. 

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden und den Rand mit etwas Öl einfetten.
Für den Biskuit die Eigelbe mit dem Wasser und 150 g Zucker schaumig rühren. Die Eiweiße mit 50 g Zucker steif schlagen, auf die Eigelbcreme geben. Das Mehl mit Backpulver, Speisestärke und Kakao über die Eiermasse sieben, die Mandeln zufügen und alles locker vermischen. Die Masse in die Form füllen, glatt streichen und 50-60 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit den Biskuit aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. 
Den ausgekühlten Biskuit zweimal waagrecht durchschneiden. Kirschsaft und Kirschwasser miteinander vermischen und die beiden unteren Böden damit tränken. 
Für die Füllung den Kirschsaft mit der Speisestärke glatt rühren, unter Rühren aufkochen, den unteren Boden mit der Hälfte der Masse bestreichen und die Hälfte der Kirschen darauf verteilen. Die Sahne mit dem Puderzucker sehr steif schlagen, die Mascarpone unterschlagen, Kirschwasse unterrühren und den mit den Kirschen belegten Boden mit einer Sahne-Mascarponeschicht bestreichen. Den zweiten Boden obendrauf setzen, ebenfalls mit Kirschsaftmasse und Kirschen belegen, mit Sahne-Mascarpone bestreichen und die Deckplatte auflegen. Leicht andrücken, damit alles gut zusammenhält. Mit der übrigen Sahne-Mascarpone-Masse die Torte überziehen und glatt streichen. Die Schokoladenbäumchen vorsichtig vom Backpapier lösen und ringsum die Torte vorsichtig andrücken. Jetzt eine Weile andächtig anschauen und dann darüber herfallen! ;-)

Die Rezepte für den Biskuit und z.T. für die Creme stammen aus dem Buch "Ich helf dir kochen" von Hedwig M. Stuber, ich backe die Schwarzwälder Kirschtorte fast immer nach diesem Rezept, allerdings mache ich immer zwei Lagen mit Kirschen und habe die Mengen deswegen leicht angepasst. Ihr könnt aber natürlich auch euer Lieblingsrezept für die Torte nehmen, ich habe hier ja quasi nur die Creme und die Bäumchen abgeändert. 


Und jetzt kommen die Hot News! Zusammen mit 4 anderen tollen Foodblogs ist mein Blog für die erste Runde des Brigitte Food-Blog Awards 2011 nominiert. Wow! Woohooo! :-)
Die Jury, bestehend aus Stefanie Luxat (Ressortleitung Kochen bei Brigitte, OhhhMhhh), Nicole Stich (Delicious Days) und Stevan Paul (NutriCulinary), sucht gemeinsam mit Leserinnen und Lesern, Foodbloggerinnen und Foodbloggern und allen, die mitsuchen wollen, ihre deutsch-und englischsprachigen Lieblingsfoodblogs. Die Jahressiegerin/der Jahressieger gewinnt eine Rezeptstrecke in der Brigitte. Alles weitere zum Brigitte Food-Blog Award 2011 könnt ihr hier nachlesen.
Ich freue mich riesig über die Nominierung und ich würde schier ausflippen vor Freude, wenn ihr für mich abstimmen möchtet. Dafür gibt´s ab heute auf der rechten Seite oben in diesem Blog einen Badge, der direkt zu Brigitte.de führt. Lieben Dank!

Freitag, 22. Juli 2011

Wenn´s mal wieder matschig wird: Stachelbeer-Bananen-Konfitüre

Was die Konsistenz von Nahrungsmitteln betrifft, so hat ja jeder seine Vorlieben. Ich muss zugeben, ich stehe manchmal auf eine gewisse Matschigkeit. Insgeheim finde ich es klasse, Beilagen mit der Sauce bis zur Unkenntlichkeit zu vermischen, ich esse viel lieber ein knautschiges, fluffiges Brötchen als knuspriges Baguette und ich habe mir eine Zeitlang sogar abends mein Müsli mit Früchten und Joghurt zubereitet, damit am nächsten Morgen alles schön im Kühlschrank zu einer homogenen, matschigen Masse aufgequollen war. Das hört sich nicht sehr chic an, oder? Ich weiß, und es sieht auch nicht schön aus, das kann ich euch sagen. Aber zu meiner Verteidigung: Im Gegensatz dazu können mir andere Dinge gar nicht knackig genug sein. Neben Salat, Keksen, Bratkartoffeln, Männ..., diversen Gemüse- und Obstsorten vor allem eines: Bananen! Pur kann ich sie wirklich nur essen, wenn sie ihre Farbe gerade mal von grün nach hellgelb gewechselt haben, und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die drei Kandidaten, die mit bereits schwarz-gelb gemusterter Schale in meinem Obstkorb lagen, keine guten Karten hatten. Da ich keine Lust auf Bananenshake hatte (meine sonstige Notlösung) und ich sowieso mal wieder Marmelade einkochen wollte, habe ich Gelierzucker und ein paar Beeren besorgt und schon ging´s los...


Hier kommt das Rezept für ca. 6 Gläser á 200g
650 g Stachelbeeren
350 g Bananen
500 g Gelierzucker 2:1
Saft von 1 Zitrone

Stachelbeeren waschen und gut abtropfen lassen, anschließend Stiel- und Blütenansätze entfernen und die Beeren in einem großen Topf grob pürieren. Die Bananen schälen und 350 g abmessen. In Scheiben oder kleine Stücke schneiden und zu den Beeren in den Topf geben. Zitronensaft und Gelierzucker dazugeben, alles gut vermischen (vermatschen, yeah!) und mindestens 2 Stunden Saft ziehen lassen. Dann aufkochen und unter ständigem Rühren ca. 5 Minuten kochen lassen. Sofort in saubere Gläser füllen, verschließen und die Gläser "auf den Kopf" stellen, damit sich ein Vakuum bildet. Gut auskühlen lassen, dann sind sie bereit zum Verschenken oder selber essen. Haltbarkeit: ca. 12 Monate.

Wichtig für Konfitüren-Neulinge: Die Gläser müssen vorher wirklich blitzsauber sein und möglichst heiß, wenn ihr die Marmelade einfüllt. Sonst ist die Haltbarkeit in Gefahr, denn Keime führen schnell zu Schimmel. Ich bringe zum Sterilisieren einen großen Topf Wasser zum Kochen, lege Gläser und Deckel für wenige Minuten hinein, hebe sie mit einer Küchenzange heraus und stelle sie umgekehrt auf ein sauberes Küchentuch. Dann fülle ich die heiße Konfitüre ein und verschließe die Gläser sofort. Bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht und die Konfitüren, Marmeladen und Gelées haben lange gehalten. Ich habe auch schon gelesen, dass manche die Gläser einfach im heißesten Gang durch den Geschirrspüler jagen und danach sofort befüllen, das geht bestimmt auch. Was die Gläser betrifft, so sammle ich das ganze Jahr über kleine bis mittelgroße Twist-off-Gläser, anstatt sie zum Altglas zu bringen. So muss man nicht extra welche kaufen. 


Die Konfitüre ist wirklich unglaublich easy-peasy gemacht und schmeckt fein! Bananen sollte man aber tatsächlich mögen, denn obwohl sie in diesem Rezept gewichtsmäßig in der Unterzahl sind, schmeckt man sie deutlich heraus. Die feine Säure der Stachelbeeren ist allerdings eine perfekte Ergänzung, so ist die Konfitüre nicht zu süß, ihr könnt aber natürlich die Mengen ganz nach eurem Geschmack variieren. Zum Verzieren der Gläser habe ich diesmal etwas festeres Packpapier und Paketschnur verwendet. Außerdem hatte ich schon lange ein Kästchen voll mit kleinen Dekoherzen herumliegen, die ich jetzt einfach mit Holzkleber auf schlichte Holzklammern geklebt habe. Vielleicht ein bisschen kitschig aber trotzdem schööön! ;-)

Montag, 18. Juli 2011

Kleine Ausflucht in den Herbst: Elsässer Apfelkuchen

Und, wie ist bei euch die Stimmung so? Auch irgendwie ... herbstlich? Ich kann mir nicht helfen, aber mit Schnupfnase, verregnetem Wochenende und kühlen 14 Grad hat es das ultimative Sommergefühl gerade etwas schwer bei mir durchzukommen und die Gedanken an laue Sommernächte auf dem Balkon, offene Schuhe und Sonnencrèmegeruch rücken ein gutes Stück in Richtung Ferne. Deswegen gab es gestern auch eine klitzekleine Ausflucht in den Herbst und wir haben, in eine Decke gemummelt auf dem Sofa, warmen Apfelkuchen direkt aus dem Ofen gegessen. Köstlich! Nichtsdestotrotz, der Herbst kommt bald und ist - obgleich schön - noch lang genug, deswegen mein durchaus mit Nachdruck zu verstehender Appell: Sommer, komm zurück!! 


Hier kommt das Rezept für eine Tarteform mit einem Durchmesser von 28 cm:
Für den Teig:
200 g Mehl
100 g kalte Butter
1 TL Zucker
Salz
1-2 EL Eiswasser

Für den Belag:
500 g säuerliche Äpfel
2 EL Zucker
2 Eier
200 g Schmand
2 Pk. Bourbon-Vanillezucker
1 EL Mehl

Außerdem:
Mehl für die Arbeitsfläche
Butter für die Form
1 EL Zucker zum Bestreuen

Für den Teig das Mehl mit der Butter in Flöckchen, Zucker, 1 Prise Salz und Eiswasser rasch zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und 40 Minuten kühl stellen. Falls er zu bröselig ist, noch etwas Eiswasser unterkneten.
Den Backofen auf 220°C (Umluft 200°C) vorheizen und die Form mit Butter ausfetten. Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in ca. 1 cm (0,5 finde ich besser) dicke Spalten schneiden.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die Form ausrollen, in die Form legen und an den Rändern hochziehen. Den Teigrand dabei etwas nach innen rollen, es sollte am Rand eine Art Wulst entstehen (mein Wulst war ziemlich unwulstig, macht aber auch nix ;-)). Die Äpfel nebeneinander im Kreis auf den Teigboden legen und 1 EL Zucker darüberstreuen. Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene 10-12 Minuten backen.
Währenddessen die Eier mit dem Schmand, Zucker, Vanillezucker und Mehl verquirlen. Den Kuchen aus dem Backofen nehmen, den Guss vorsichtig über die Äpfel gießen. Im Backofen auf der mittleren Schiene weitere ca. 20 Minuten backen, bis der Guss goldbraun ist.


Der Kuchen stammt aus dem Buch "Flache Kuchen" von Ilse König, ich habe nur die Crème fraîche durch Schmand ersetzt, den hatte ich noch im Kühlschrank. Ein tolles Rezept wenn es schnell gehen soll und außerdem war verhältnismäßig wenig Zucker enthalten, was auch mal eine Alternative ist. ;-) Achso, die zwei Päckchen Vanillezucker ... Ach, egal. Übrigens haben wir den Sofaaufenthalt noch auf den Abend ausgedehnt und zum zweiten Mal einen traumhaft schönen Film angesehen, den ich nur uneingeschränkt für den nächsten Fernsehabend empfehlen kann, für die, die ihn noch nicht kennen: Billy Elliot - I Will Dance

Dienstag, 12. Juli 2011

Von der Rolle II: Blätterteigschneckchen mit Schinken

Leute, Leute, war das eine Woche! Und ein Wochenende! Gibt es wohl etwas schöneres, als mit lustigen und lieben Menschen zu feiern? Aber natürlich! Mit lustigen und lieben Menschen zu feiern UND zu essen. Sei es in Freiburg der feine Flammkuchen mit Verena auf dem ZMF, der frisch auf riesenhaften Blechen über einem Feuerchen im Holzofen gebacken wird, oder der obligatorische vegetarische Yufka mit Bärbel (hallo!) vom Uni-Döner, Euphrat oder Kebaphaus, der als Grundlage zu Beginn und zur finalen Katervorbeugung am Ende einer Kneipentour dient, oder das feine Geburtstagsbuffet bei Arthurs Tochter, das mit karamellisierten Kirschtomaten, köstlichem Chili und anderen Leckereien aufwartete und eine eh schon tolle Party perfekt machte. Ach ja, tollen Wein gab es da übrigens auch. Ich habe allerdings fast nur Wasser getrunken... *hust*... komisch, dass ich am Ende so seltsam doppelt gesehen habe. Jedenfalls, wenn man selbst etwas zum Essen beisteuern möchte, ist es gut, wenn man Zeit hat, dann kann man sich richtig schön austoben. Aber ratet, was diesmal bei mir der Fall war. Da ich schon im Voraus wusste, dass es ein bisschen knapp in der Küche werden könnte, habe ich mich für eines meiner Lieblingsrezepte entschieden, das ich schon seit Jahren immer wieder für Parties zubereite, wenn es schnell gehen muss. Here we go...


Hier kommt das Rezept für ca. 18 Schneckchen:
1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal, rechteckig)
125 g Katenschinken, gewürfelt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
100 g Schmand
1 Eiweiß
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
1 Eigelb, 1-2 EL Milch

Backofen auf 200°C vorheizen. Katenschinken, Zwiebel, Schmand, Eiweiß und Petersilie in einer Schüssel gut miteinander vermischen und ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen. Blätterteig ausrollen (dabei auf dem Backpapier liegen lassen), und die unteren zwei Drittel der langen Seite mit der Masse belegen. Nun mit Hilfe des Backpapiers den Teig zu einer langen Rolle rollen. Die "Naht" gut festdrücken und mit einem scharfen Messer die Rolle in ca. 1,5 cm breite Stücke schneiden und diese mit der Schnittfläche nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Beim Schneiden verlieren die Schneckchen ihre Form ein wenig, später beim Backen gleicht sich das aber von alleine wieder aus. Das verbleibende Ei trennen, das Eigelb mit 1-2 EL Milch verrühren und damit die Schneckchen bestreichen. Ab in den Ofen und ca. 25 Minuten backen. Man kann auch Mini-Schneckchen machen, hierfür wird der ausgerollte Blätterteig vor dem Belegen der Länge nach halbiert. Mit den beiden Teighälften folgt dann das gleiche Procedere wie oben beschrieben.


Die Schinkenschneckchen sind quasi die carnivore Variante meiner Spinat-Feta-Schneckchen, am besten macht ihr für eine Party beide zusammen, dann sind auch die Vegetarier froh!

Edit: Bei Heike von Au gibt es eine schöne fotografische Dokumentation vom Wochenende!

Montag, 4. Juli 2011

Runde Sache: Gefülltes Schweinefilet mit Parmaschinken und Kräuterklößchen

Liebe Leute, heute fasse ich mich einmal etwas kürzer, es gibt lediglich einen kleinen Appell: Probiert diese Klößchen aus! Die sind so was von lecker. Ich mochte Semmelknödel ja schon immer ein bisschen lieber als Kartoffelklöße, und wenn sie dann auch noch so fein mit Kräutern abgeschmeckt werden und in Mini-Version mit einem einfachen aber köstlichen Sößchen daher kommen, dann schmecken sie gleich noch mal so gut.




Hier kommt das Rezept für zwei Personen: 
Für die Klößchen: 
3 Brötchen vom Vortag 
70 ml Milch 
70 ml kräftige Brühe (bei mir war´s Gemüsebrühe) 
eine Handvoll Kräuter (Kerbel, Petersilie, Schnittlauch) 
ein Stück Lauch (ca. 3 cm) 
½ Zwiebel 
2 EL Butter 
1 Ei 
Muskat, Salz, Pfeffer 

Für das Schweinefilet: 
400 g Schweinefilet 
4 Scheiben Parma-Schinken 
Salz, Pfeffer 
Küchengarn zum Umwickeln 
1 EL Öl 
50 ml Weißwein 
1 EL Butter 
1 TL gehackte Petersilie zum Servieren 

Brötchen in einer Schüssel grob zerkrümeln, Milch und Brühe erhitzen und über die Brötchen gießen. Mit einem Tuch abdecken und 10 Minuten gut durchziehen lassen. Wenn die Masse dann noch zu fest sein sollte, etwas mehr Milch dazugeben. Kräuter fein hacken und dazugeben. Lauch und Zwiebel fein hacken und in 1 EL Butter andünsten. Mit dem Ei zur Brotmasse geben, alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen. 
Schweinefilet längs auf 2/3 der Höhe einschneiden (aber nicht durchschneiden), aufklappen und dann die dickere Seite noch einmal von der Mitte aus einschneiden, so dass sich diese ebenfalls wieder aufklappen lässt (Dieser Part ist irgendwie immer doof zu beschreiben, ich hoffe die, die das noch nicht gemacht haben, können sich vorstellen wie ich meine. Ihr müsstet dann quasi einen rechteckigen „Lappen“ vor euch liegen haben, der sich prima mit der Füllung bestreichen lässt. Ihr könnt aber auch eurem Metzger sagen, dass ihr das Filet füllen möchtet, dann schneidet er es euch zu.). Das aufgeklappte Filet mit zwei EL der Brötchenmasse bestreichen und von der langen Seite her aufrollen, in 4 Stücke schneiden, die Rouladen mit je einer Scheibe Parmaschinken umwickeln und mit Küchengarn fixieren. Backofen auf 180°C vorheizen. Olivenöl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen und die Rouladen darin von allen Seiten kurz anbraten, dann im Ofen weitere 15 Minuten garen lassen. Nach 5 Minuten mit dem Weißwein ablöschen. 
Salzwasser in einem großen Topf einmal aufkochen lassen. Aus der restlichen Brötchenmasse kleine Klößchen formen und bei mittlerer Hitze im siedenden Wasser ca. 10 Minuten ziehen lassen. Abgießen und in 1 EL heißer Butter schwenken. Schweinefilet aus dem Ofen nehmen, den Bratensatz mit 1 der restlichen Butter zu einer Sauce binden (wer möchte kann noch einen Schuss Sahne dazugeben). Das Filet zusammen mit den Rouladen und der Sauce anrichten und mit gehackter Petersilie bestreut servieren. ... und vielleicht noch ein Wort zu diesen ominösen „Brötchen vom Vortag“. Wer hat schon ständig Brötchen vom Vortag zuhause? Ich nicht, und oft lese ich ein Rezept und möchte es dann sofort nachmachen. Brötchen vom Vortag ersetze ich dann einfach durch Brötchen vom selben Tag, die ganz zufällig für einen Tick zu lange „in die Röhre geschaut“ haben. Dann sind sie auch trocken und saugen sich gut voll und geschmacklich kann zumindest ich keinen Unterschied feststellen. :-)





Die Klößchen basieren auf einem Rezept von Vincent Klink aus dem Buch „Meine Küche“. 
Ich werde die nächsten Tage übrigens in Freiburg verbringen und mehrere Dutzend „Badische Kaffeekränzchen“ abhalten. Für die, die nicht wissen, was das ist, habe ich eine grafische Beschreibung von Peter Gaymann abfotografiert. Prösterchen, und euch eine schöne Woche! ;-)