Sonntag, 29. November 2009

Der ist ja süß!

Nein, auch diese Seite kann nicht ohne ein Kürbisrezept. Ja, Kürbissuppe schmeckt mir auch. Nein, sie hängt mir noch nicht zum Hals raus. Naja, vielleicht ein kleines bisschen... Und ehrlich gestanden: Ich bin auch nicht der allergrößte Kürbis-Fan. Vielleicht liegt das daran, dass ich bis jetzt noch nicht das richtige Rezept gefunden habe, den heiligen Gral unter den Kürbisspeisen sozusagen. Umso gelegener kam mir die Anregung in der französischen Zeitschrift Saveurs (No. 171), Kürbis doch einmal auf zuckersüße Art und Weise zuzubereiten. Heute, am ersten Advent also ein kleiner, süßer Abschied an den Herbst: Moelleux au Potimarron (Übersetzung gefällig? Vielleicht so etwas im Sinne wie „crémiger Kürbis“? Nennen wir es doch einfach „Kuschelkürbis“ ;-). Wie man sieht: Ich habe keine Ahnung und bin für jeden Vorschlag dankbar!)



Zutaten (für 4):
1 Hokkaido-Kürbis
2 Eier + 2 Eigelb
100ml Sahne
140 g Zucker
1/3 TL Zimt
1 Vanilleschote


Vier kleine Schälchen mit ca. 7 cm Durchmesser


Den Kürbis durchteilen und Kerne und Fasern entfernen. Anschließend in größere Stücke teilen und diese in einem großen Topf mit Wasser ca. 15 Min. weich kochen. Herausnehmen, abtropfen und abkühlen lassen. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Nun das Kürbisfleisch mit einem Löffel von der Schale abkratzen (in diesem Punkt habe ich mich zwar an das Rezept gehalten, das ist aber bestimmt nicht notwendig, da man die Schale eines Hokkaidos ja mitessen kann). 600g Kürbisfleisch mit einem Mixstab pürieren. Die übrigen Zutaten dazu geben und gut durchmischen. Nun die Masse auf die Schälchen verteilen und im vorgeheizten Backofen 20-25 Min. backen. Anschließend auskühlen lassen und dann mit Frischhaltefolie bedeckt für einige Zeit in den Kühlschrank stellen, damit man das Dessert kühl genießen kann. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.





Und noch ein Geständnis zum Schluss: Der heilige Gral unter den Kürbisspeisen ist auch mit diesem Rezept nicht gefunden. Ein netter Versuch war es für mich aber allemal.

Sonntag, 22. November 2009

Französische Apfeltarte mit Pinienkernen: Je kleiner, desto öfter

Zu einem samstäglichen Shopping-Trip gehört für mich der mehrstündige Aufenthalt in einem großen Küchenutensilien-Kaufhaus. Eigens dafür habe ich mir ein meditatives Mantra erschaffen („Dein Geldbeutel ist gaaaaaaanz leeeeeeeeeer!“), aber ach, es fällt mir ja immer so schwer mich darauf zu konzentrieren und ich entdecke immer wieder etwas, das ich doch tatsächlich noch ganz ganz dringend in meiner Küche benötigen könnte. Wie andere sich einen begehbaren Kleiderschrank wünschen, so wäre für mich ein begehbarer Geschirrschrank das höchste der Gefühle! Regale voll mit Tellern, Schüsseln, Töpfen und Pfannen, lange Reihen voller Gläser, Tassen und Schälchen, hübsche Kisten gefüllt mit Plätzchenausstechern, Dessertringen und Dariolförmchen, Schubladen voller Tischwäsche und Backformen. An den Wänden Haken mit allerlei Küchenhelfern und Leisten voller Messer und ... hoppla, schon wieder abgeschweift! Gestern habe ich mir jedenfalls etwas wirklich Praktisches gekauft, und ich habe mich im Nachhinein gefragt, wie ich bisher darauf verzichten konnte: Eine Mini-Kuchenform. Frei nach dem Motto „je kleiner desto öfter“ kann mich nun meinem Backwahn hingeben. Die Form musste ich natürlich gleich feierlich einweihen und was eignet sich dafür besser, als ein einfaches, oft gebackenes, immer wieder köstliches Lieblingsrezept: Französische Apfeltarte mit Pinienkernen.
Zutaten (die Angaben sind für eine Springform mit einem Durchmesser von 26cm, ich habe einfach die Hälfte genommen):

Mürbteig:
200g Mehl
100g Butter
50g Zucker
eine Prise Salz
1 Eigelb
2 EL kaltes Wasser

Belag:
4 Äpfel (eine säuerliche Sorte wählen, insg. ca. 800 g)
200g Crème Fraîche
50g Puderzucker
2 Eier
2 EL Aprikosenmarmelade
2 EL Zitronensaft
2 EL Pinienkerne
Extra: Fett für die Form, Puderzucker


Die Teigzutaten gut verkneten, die Form einfetten und den Teig dünn ausrollen (am Besten auf einer bemehlten Arbeitsfläche). Dann in die Form legen und dabei einen 3cm hohen Rand formen. Ab in den Kühlschrank! Derweil den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Puderzucker über die Eier sieben und mit dem Handrührgerät schaumig rühren (ruhig ein paar Minuten, dann wird nachher alles schön cremig). Dann die Crème Fraîche und den Zitronensaft unterheben. Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und in schmale Spalten schneiden. Nun die Hälfte der Crème auf dem Teig verteilen, die Äpfel kreisförmig und leicht überlappend darauf verteilen. Die restliche Crème darüber geben. Die Form ganz leicht hin und her schütteln, dann verteilt sich die Crème besser und die Oberfläche wird glatter. Jetzt im vorgeheizten Ofen 15 Min. backen.
In einem kleinen Töpfchen die Aprikosenmarmelade erhitzen, aufpassen, dass sie nicht kocht. Dann durch ein Sieb streichen und vorsichtig über die Äpfel und die Crème pinseln. Die Pinienkerne darüber streuen und alles leicht mit Puderzucker bestäuben. Anschließend 10-15 Min. fertig backen. Tarte auskühlen lassen und zum Anrichten noch einmal mit Puderzucker bestäuben.

Sonntag, 15. November 2009

Zimt-Shortbread: Ein Plätzchen aus Zimt und Zucker

Ding Dong! Heute habe ich beschlossen meine persönliche Vorweihnachtszeit einzuläuten. Nachdem mir gestern im Supermarkt Jingle Bells aus den Lautsprechern entgegenschallte und sich an der Kasse vor mir zwei Dreijährige mit ihren Schokoladennikoläusen eine Schlacht lieferten, musste ich einfach ein Gegenprogramm veranlassen. Weg von den bunten Massen an weihnachtlichem Kitsch in den Kaufhäusern, hin zu einem wahren Plätzchentraum. Denn wie so oft sind es doch die einfachen Dinge, die uns im Leben glücklich machen. Dieses Rezept für Zimt-Shortbread ist auf wenige Zutaten beschränkt, die jeder von uns im Vorratsschränkchen hat. Und wenn sich jemand denkt "Nee, jetzt fängt die auch schon mit Weihnachten an!", dann sei kurz die optimale Lösung erwähnt: ein Teekränzchen! Denn Shortbread wird in Schottland das ganze Jahr über gerne zur Tea Time gereicht. Kein Grund also, den Backofen nicht jetzt sofort anzuschmeißen.



Zutaten für ein Blech Zimt-Shortbread (ca. 70-80 Stück):

250g Mehl
175g Butter
100g Zucker
1 Prise Salz
3 EL Zimt und 100g Zucker zum Wälzen

Die Zutaten verkneten und den Teig 2 Stunden kühl stellen. Auf einem Backblech ca. 0,5 cm hoch auswellen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C 20-25 Minuten hellbraun backen. Das Shortbread noch heiß in Streifen beziehungsweise Rauten schneiden und sofort im Zimt-Zucker-Gemisch wälzen. Und jetzt gut verstecken oder zumindest einen großen Eigenanteil sichern.

Sonntag, 8. November 2009

Linsenliebe

Schon als Kind lernte ich zwei Dinge grundlegend zu unterscheiden: Die dünnflüssige, versalzene Linsensuppe meiner Tante von dem dampfenden, cremigen Linseneintopf meiner Oma. Während wir bei meiner Tante die Linsen in der grauen Brühe schon fast suchen mussten, saßen wir bei meiner Oma in der kleinen Wohnküche auf der gemütlichen Eckbank und konnten die schweren Silberlöffel gar nicht schnell genug zu unseren Mündern führen, so köstlich schmeckte es uns. Besonders gerne hatte ich die feinen Spätzle, die meine Oma immer mit ihrem großen Messer von einem Holzbrett direkt in kochendes Salzwasser schabte. Mal wurden sie dicker, mal dünner, und immer durften wir Kinder sie mit der alten, verbeulten Schaumkelle aus dem Topf fischen. Im Ofen brannte derweil ein kleines Feuerchen während draußen der kalte Herbstwind an den Fensterläden rüttelte. Noch heute ist dieses Gericht für mich pure Zufriedenheit zum Löffeln.




Rezept für 4:
400 g Linsen
ca. 1l Gemüsebrühe
2 Knoblauchzehen
1 Lorbeerblatt
200 g Suppengrün
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Kartoffeln, fein gewürfelt
50g Speck, fein gewürfelt
8 Wienerle (oder ca. 400g Fleischwurst)
2 EL Essig
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie, gehackt

Für die Spätzle:
200g Mehl
2 Eier
60ml Wasser
Salz


Die Linsen in der Gemüsebrühe zum Kochen bringen und mit dem Knoblauch und dem Lorbeer ca. 1 Stunde leicht köcheln lassen. Währenddessen die Zwiebel, das Suppengrün, die Kartoffeln und den Speck in einer Pfanne 10 Minuten braten und anschließend zu den Linsen geben.
Für die Spätzle Mehl, Eier, Wasser und eine Prise Salz zu einem zähflüssigen Teig verrühren. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und den Teig mit einem Spätzlehobel oder mithilfe eines Brettchens und Messers direkt hineinschaben. Sobald die Spätzle an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle herausnehmen. Abtropfen lassen und zu den Linsen geben. Den Eintopf mit dem Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Knoblauchzehen und Lorbeerblatt entfernen, Wienerle in Stücke schneiden und dazugeben. Mit der Petersilie bestreut servieren.

Sonntag, 1. November 2009

Sushi-Parade



Ich kann mich noch sehr genau an meine erste selbstgemachte Sushi-Rolle erinnern. Mag sein, dass sie gut geschmeckt hätte, zu einem Versuch kam es aber nicht, weil ich sie auf direktem Wege in die Mülltonne befördert habe. Der Grund? Sie hatte den Durchmesser eines Baseballschlägers.

Meine Sushi-Bambusmatte und ich hatten demnach keinen besonders guten Start in unsere Freundschaft. Sie war mir zu widerspenstig, ich ihr zu ungeduldig. So machten wir einige verzweifelte Versuche Maki-Rollen herzustellen, die auch als solche erkennbar waren. Habe ich schon erwähnt, dass wir dabei kläglich scheiterten? An der Bambusmatte klebte bald ein farbenfrohes Gemisch aus Reis, Avocado und Lachsfilet und meine Augen tränten nicht nur vom Wasabi. Erst eine liebe Freundin aus der Schweiz, die bereits passionierte Sushi-Rollerin war, machte meine Bambusmatte und mich an einem Nachmittag mit einem dreistündigen Sushi-Workshop zu einem starken und unzertrennlichen Team. Manchmal braucht es eben jemanden, der einen auf die Rolle bringt. Ich lernte, wie wichtig die richtige Zubereitung des Reis ist und dass beim Befüllen der Nori-Blätter weniger tatsächlich mehr ist. Mittlerweile rollen wir Hoso-Maki, Futo-Maki und California Rolls im Schlaf, manchmal scheint es fast meine gute alte Bambusmatte würde die Arbeit alleine machen.




Hier kommt eine kleine Auswahl an ebenso schlichten wie köstlichen Avocado- und Lachs-Sushi, von denen ich niemals genug bekommen kann:

Rezept für 4:
250g Sushi-Reis
ca. 450ml Wasser
4(-8) Nori-Blätter
50ml Reisessig
1EL Zucker
1TL Salz
2 Avocados
200g Räucherlachs
Wasabi
Sojasauce

Sonstiges: 1 Bambusmatte zum Rollen der Sushi

Den Reis gründlich waschen und 10 Minuten quellen lassen. Dann mit kaltem Wasser aufsetzen und mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Auf geringer Hitze köcheln lassen, bis das Wasser vom Reis aufgenommen wurde. Deckel abnehmen, Topf vom Herd nehmen und mit einem Tuch bedeckt 15 Minuten stehen lassen. Reisessig mit Zucker und Salz vermischen. Mit Reis in eine Schüssel geben und vorsichtig verrühren. Bei Zimmertemperatur auskühlen lassen.
Ein Nori-Blatt auf die Bambusmatte legen, dabei darauf achten, dass die feinen Linien des Blattes horizontal liegen. Hände anfeuchten und eine kleine Portion Reis auf den unteren 3/4 des Blattes verteilen. Avocados in ca. 1 cm breite Spalten schneiden und entlang der unteren Kante des Blattes auf den Reis legen. Jetzt mit Hilfe der Bambusmatte das belegte Blatt zu einer festen Rolle formen. Mit der übrigen Avocado ebenso verfahren.
Kommen wir zum Lachs: Man kann diesen natürlich auch einfach wie die Avocadospalten einrollen (hierfür verwende man dann die weiteren vier Nori-Blätter), oder man wählt diese viel hübschere Variante, nämlich kleine Nigiri-Sushi, bei denen der Lachs einfach auf kleine Reisbällchen gelegt wird. Dazu mit angefeuchteten Händen ca. 4 cm lange und 2 cm hohe Reisbällchen formen. Lachs in passende Stücke schneiden und auf die Reisbällchen legen. Aus einem Nori-Blatt feine Streifen schneiden, jeweils einen durch eine Schüssel mit Wasser ziehen und sofort um ein Nigiri-Sushi wickeln. Hey, this belt looks delicious!

Jetzt brauchen wir ein scharfes Messer für die Rollen! Ist es zu stumpf, sehen die Sushi bald aus wie Spinatfrösche. Jede Rolle in 8 gleich große Stücke schneiden. Mit Wasabi und einem Schälchen Sojasauce sowie den Lachs-Nigiri nett auf einer Platte drapieren. Oishiiiiii!!