Mittwoch, 29. Februar 2012

Hallo Hamburg!

Ach Mensch, Hamburg ging viel zu schnell vorbei! Ich habe zwar das Wochenende noch an meinen Aufenthalt drangehängt, um mich mit lieben Freunden zu treffen und die Stadt ein bisschen zu erkunden, aber es gäbe trotzdem noch so viel zu entdecken. Am Freitag-Abend waren nach der Produktion für die Rezeptstrecke gleich meine Mädels am Start und nach einem feinen Flammkuchen mit Rucola und Parmesan im Hatari (gemütliches Pfälzer Stübchen mit afrikanischem Namen, der auf Deutsch „Gefahr“ bedeutet, hier gibt´s Weinschorle in großen Römergläsern und eine einfache Karte für den Hunger auf Deftiges) sind wir in der Rehbar bei der Caipi-Happy Hour versackt. Zum Glück war der Nachhauseweg nicht so weit. Am nächsten Morgen wollten wir gerne ins Café Paris, aber dort an einem Samstag auf die Schnelle einen Platz zu bekommen, gleicht einem Sechser im Lotto - beides war uns nicht vergönnt. Nicht schlimm, so gab es eben eine leckere Chai-Latte und belegte Brötchen in The Coffee Shop, weil der Blick auf´s Wasser und den Michel so schön ist und man von dort perfekt auf eine Runde durch die Innenstadt starten kann. 

The Coffee Shop




Wenn ich in einer Stadt bin, in der ich mich nicht oder nur wenig auskenne, lasse ich mich am liebsten treiben. Schon länger habe ich damit aufgehört, Sehenswürdigkeiten abzuklappern und sämtliche Museen zu besuchen, viel lieber laufe ich zu Fuß durch die Stadtteile, durch kleine Sträßchen, entdecke kleine Läden, Galerien und Cafés. Toll, wenn man Leute hat, die ein bisschen mitbummeln und einem noch das ein oder andere Schätzchen zeigen. Von Steffi habe ich den Tipp bekommen, dass neben Ply auch Johanna Schultz manchmal ganz wunderbare Fabriklampen, so wie ich eine suche, hat, also habe ich mich am Samstag noch auf den Weg nach Eppendorf gemacht um mal ein bisschen zu stöbern. Zwar gab es nicht so eine Scherenlampe, wie ich sie im Kopf hatte, dafür jede Menge anderer toller Stücke, hübsche Buchstaben und ich hätte den halben Laden leer kaufen (und den riesenhaften, schnuckeligen Laden-Hund klauen) können. Ebenfalls gut gefallen hat mir "Das siebte Zimmer" in der Hegestraße 7. Hier gibt es alte Design-Klassiker, z.B. Eames Plastic Chairs, die mit so einer Patina nicht mehr allzu oft zu haben sind. 

Der Keller von Johanna Schultz



























Bei Rob & Stephen´s little Cake & Co habe ich mir die hübschen Kuchen und Torten angeschaut und als Reiseproviant einen kleinen Käsekuchen im Glas mitgenommen. Die leckeren Kuchen kann man auf der Homepage sonntags alle vorbestellen und dann für den entspannten Nachmittagskaffee abholen. 

Rob & Stephen´s little Cake & Co. 


Bleiben wir bei Kuchen und Torten: Herr Max liegt direkt am Schulterblatt mitten im Schanzenviertel, meine liebe Freundin -nennen wir sie „Hannelore“, aus Gründen, die später noch erläutert werden, muss sie leider inkognito bleiben – wohnt um die Ecke und ist gleich mitgekommen. 

Käsekuchen von Herr Max




Lauter feine Sachen




Wenn ihr zu Herr Max geht, esst Käsekuchen. Auch gerne noch was anderes, aber unbedingt Käsekuchen. Und nehmt euch welchen für zuhause mit! Die liebe Hannelore hatte übrigens brav seit letzten Mittwoch gefastet und auf Fleisch und Süßigkeiten verzichtet. Nachdem ich die Hälfte meines Käsekuchens und sie die Hälfte ihrer Zitronentorte mit Beeren verdrückt hatte, schaut sie mich mit schreckensweiten Augen an und schreit: „Scheiße, Chrissiii, ich faste ja!“ Hat keiner gesehen, liebe Hannelore, und immerhin waren es drei Tage ... Aaahahaha, da muss ich jetzt noch lachen! :-)

Beute und Reiseproviant



























Mit nach Hause genommen habe ich tatsächlich nur ein kleines Tütchen mit neuem Lieblingsstück von DFM, einer Hamburger Designerin, die eine kleine, feine Auswahl verschiedener Labels in ihren beiden Shops präsentiert, und für die Zugfahrt einen Käsekuchen im Glas von Rob & Stephen's little cake Co. 
Aber: Ich komme wieder! Und: Bei BRIGITTE war es ganz ganz toll! Wir haben feine Sachen gebrutzelt und gestylt und fotografiert und ... mehr kann ich noch nicht verraten. ;-)

Mittwoch, 22. Februar 2012

Noch schnell verdrückt: Baby-Spinatsalat mit Kartoffeldressing, Fetakäse und getrockneten Tomaten

Zack, zack! Diesmal muss alles ganz schnell gehen, heute steht mir nur noch ein halber Arbeitstag bevor und dann geht´s für den Rest der Woche ab nach Hamburg. Da war doch was ... Ich bin schon in heller Aufregung und freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit der BRIGITTE-Redaktion, außerdem auf all die Hamburger Eckchen, die ich beim letzten Besuch nicht oder nur viel zu kurz abklappern konnte: Auf PLY, wo ich vielleicht endlich doch eine überdimensionale Scherenlampe für unser Wohnzimmer kaufe, auf Herr Max, um ein extra-großes Stück Kuchen zu verdrücken und nachdem ich beim letzten Mal eine liebe Freundin quer durch die halbe Stadt gescheucht habe, nur um einen schnellen Tee in der Rehbar zu trinken, habe ich diesmal hoffentlich mehr Zeit für meine Mädels und Prosecco! Mein Rezept für heute ist ein einfaches für den kleinen Hunger zwischendurch. Total simpel, aber mittlerweile bin ich süchtig nach diesem Dressing mit den kleinen Kartoffelwürfelchen, deswegen wollte ich euch meinen derzeitigen Lieblingssalat mit dem ersten Baby-Spinat vorstellen. Schmeckt auch köstlich mit Rucola, Mangold und, ja, Feldsalat. Feldsalat mit Kartoffeldressing ist ja sowieso der Klassiker, meist werden dort die Kartoffeln jedoch gerieben und das Dressing ist viel saucenhafter. Noch lieber mag ich es, wenn die Kartoffelstückchen ihre Form behalten dürfen, so wie hier. 


Hier kommt das Rezept für 2 Personen: 
1 kleine Schalotte 
1 große Kartoffel 
1 EL Olivenöl 
80 ml Gemüsebrühe 
2 EL weißer Balsamessig 
Etwas Salz 
80 g Fetakäse 
4 Stück getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten 
2 Hände voll Baby-Spinat, gewaschen und geputzt 
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 

Schalotte und Kartoffel schälen, Schalotte hauchfein hacken und Kartoffel in kleine Würfelchen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten darin anbraten, Kartoffelstückchen dazugeben und 2 Minuten mitbraten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, etwas einkochen lassen, bis die Kartoffelstückchen gar sind. Balsamessig unterrühren, ggf. mit etwas Salz oder noch mehr Essig abschmecken, beiseite stellen, aber warm halten. Fetakäse zerbröckeln und getrocknete Tomaten erst abtropfen lassen, dann in kleine Stücke schneiden. Baby-Spinat auf zwei Schüsselchen verteilen, noch warmes Kartoffeldressing darauf verteilen und mit Fetakäse und Tomatenstücken bestreuen. Mit reichlich frisch gemahlenem Pfeffer servieren. 



Habt eine schöne Restwoche, ich melde mich für einige Tage ab und komme bestimmt mit dem ein oder anderen Hamburg-Einblick im Gepäck zurück (wenn neben der Scherenlampe noch was reinpasst!).

Freitag, 17. Februar 2012

Alles, was ich dieses Jahr mit Fasnacht zu tun habe: Chiacchiere

Aus dem Fasnachtstreiben habe ich mich zum ersten Mal schon in jungen Jahren ausgeklinkt, als ich mich zu sehr genierte, jedes Jahr auf´s Neue wieder als Cowgirl oder Ritterin verkleidet zu sein. Was anderes ging aber nicht, denn da hatte man kein Pferd und das musste – wenn auch nur imaginär – für mich auf jeden Fall sein. Ich hatte kurz überlegt auf Prinzessin mit Glitzer-Einhorn umzuschwenken, da hätten mir aber wiederum die Knarre oder das Schwert gefehlt. Es folgten ein paar halbherzige Versuche im Erwachsenenalter, in denen ich mir unter anderem als Vampir mit dem Plastikgebiss die Lippe aufgebissen und somit immerhin die Theaterblut-Kapseln gespart habe, aber ehrlich gesagt hat mich die Begeisterung für Fasnacht seitdem noch nicht wirklich wieder gepackt. Mit einer Ausnahme: Fasnachtsgebäck! Herausgesucht habe ich mir diesmal köstliche lombardische Knusperküchlein, Chiacchiere, die jedoch auch in anderen Teilen Italiens verbreitet sind. Ich glaube, mir ist das Öl ein bisschen zu heiß geraten, denn eigentlich sollen die Chiacchiere etwas heller sein. Und es war gar nicht so einfach, sie zu drehen und dann heil in den Topf zu manövrieren. Egal, geschmeckt haben sie unverschämt gut. Ganz frisch gebacken, noch warm und dick mit Puderzucker bestäubt besitzen sie definitiv Suchtpotenzial! Vielleicht schaue ich mir doch noch den Rosenmontagsumzug an. Ich wünsche jedenfalls allen Narren, Jecken, Karnevalisten und wie sie noch alle heißen eine lustige Fasnachtszeit. Alaaf, Helau und Guten Appetit! 


Hier kommt das Rezept für 30 Stück (Achtung, das ist eine ganz schöne Menge!) 
350 g Mehl 
1 Vanilleschote 
100 ml Orangensaft 
100 ml Marsala 
1 EL Orangenlikör (Grand Marnier) 
3 Eier 
150 g Zucker 
Abgeriebene Orangenschale von 1 Orange 
1 Prise Salz 
70 Butter 
3-4 EL Sahne 
Öl zum Ausbacken 
Puderzucker zum Bestreuen 

Das Mehl in eine Schüssel sieben. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark in eine Schüssel kratzen. Den Orangesaft um die Hälfte einkochen lassen. Marsala und Orangenlikör hinzufügen. Eier und Zucker zum Vanillemark geben und zusammen sämig schlagen. Orangensaft mit Marsala und Likör, abgeriebener Orangenschale, Salz und weiche Butter dazurühren. Das Mehl nach und nach zugeben. 3-4 EL Sahne beimischen. Der Teig soll aber noch so fest bleiben, dass man ihn ausrollen kann (ggf. noch etwas Mehl dazugeben). Den Teig zu einem großen Rechteck rollen. Mit dem Teigrädchen 4 cm breite und 12 cm lange Streifen ausschneiden. Jeden Streifen mit dem Teigrädchen der Länge nach (2-) 3 Mal aufschlitzen, ohne ganz durchzuschneiden. Die Küchlein an beiden Enden anfassen und in Gegenrichtung drehen, damit sie spiralförmig werden. Öl auf 180°C erhitzen und die Küchlein darin goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren. 



Das Rezept stammt aus dem Buch „Guetzle“ von Marianne Kaltenbach, das sie mir 1987 geschenkt hat. Wenn ich mich recht erinnere, war es glaube ich sogar mein erstes eigenes Kochbuch.