Hier ging es also hin letztes Wochenende: In die Stadt der Grachten und Fahrräder, ins größte Katzenheim Europas, ins Tulpenparadies, in die Hochburg der Smartshops und käuflichen Körper, in kulinarisch neue Gefilde mit Poffertjes, Stroopwafels und Bitterballen. Tag auch, Amsterdam!
Meine 14-jährige Begleiterin und ich haben die Stadt ordentlich aufgemischt und fast keinen Winkel ausgelassen: Wir haben die Läden abgeklappert, haben Gänsehaut beim Anblick der "Nachtwache" bekommen (eigentlich nur ich, meine Cousine meinte: Oh lieber Gott, der eine sieht aus wie Onkel Manfred!), haben den Breakdancern am Leidseplein zugeschaut, sind auf einem Boot gemütlich durch die Grachten und den Hafen geschippert und haben uns einfach treiben lassen. Ich habe mich in Amsterdam sofort wohl gefühlt, trotz der Größe ist alles leicht überschaubar und wir hatten keine Probleme uns zu orientieren. Es hört sich zwar ziemlich abgedroschen an, aber: Der Charme dieser Stadt ist unwiderstehlich! Dauernd entdeckt man urige Eckchen, kleine Cafés, nostalgische Läden und fast überall streichen einem Katzen um die Beine, die einiges zu tun haben um die Mäusepopulation der Stadt in Schach zu halten. Teilweise fühlt man sich fast ins goldene Zeitalter der Niederlande zurückversetzt, wenn man vor den bunten, meist leicht schiefen Häuschen steht und das Wasser im Hintergrund plätschert. Von der niederländischen Küche wusste ich bisher allerdings noch reichlich wenig. Käse halt, und Pommes. Das essen die dann immer in ihrem Wohnwagen. Ich weiß, das ist ein blödes Klischee. Daran habe ich ja auch nicht wirklich geglaubt, im Gegenteil, ich habe schon vermutet, dass Holland viel mehr zu bieten hat als ein paar Käselaiber und Fritten...
In Amsterdam gibt es eine unvorstellbare Vielfalt an Speisen, das bringt so eine alte Handels- und Hafenstadt mit sich. Die Küche ist so bunt wie die Einwohner aus aller Herren Länder, viele stammen aus den ehemaligen Kolonien in Asien und Afrika. So gibt es an jeder Ecke "Nasihapjes", kleine frittierte Nasi Goreng-Bällchen, Shoarma im Fladenbrot und andere Kleinigkeiten auf die Hand. In den hübschen Käsereien konnte man die verschiedenen Sorten probieren, was für mich als Käsefan schon fast dem Paradies nahe kam. Als kleiner Tipp sei noch die in Amsterdam gegründete vegetarische Kette "Maoz" erwähnt (wenn schon Fastfood, dann wenigstens richtig lecker!). Hier gibt es feine Falafel im Pita-Brot, Beilagen und Sauce packt man sich an der reichhaltigen Salat- und Gemüse-Bar selber drauf. Das macht Spaß und schmeckt ziemlich lecker, aber bitte genügend Servietten mitgehen lassen, denn bei dieser unvermeidlichen Überladungsgefahr ist die Schweinerei beim Essen des ganzen Pakets vorprogrammiert! Bei traumhaftem Wetter haben wir darauf verzichtet unser Frühstück im Hotel und das Abendessen im Restaurant einzunehmen, wir haben uns stattdessen munter an den zahlreichen Ständen und in den kleinen Lädelchen mit regionalen und ausländischen Köstlichkeiten durchgefuttert, denn so lässt sich eine Stadt doch am besten erleben. Morgens sind wir mit Sandwiches, Waffeln und Kaffee auf einen alten Kahn auf der Prinsengracht geklettert, abends saßen wir mit Chickencurry und Teriyakinudeln am Rembrandsplein. Das Amstelbier war obligatorisch. Wisst ihr was? Es war der schönste Kurzurlaub, den ich seit langem hatte!
Ach so ja, warum soll man denn den Koffer jetzt nur halbvoll packen? Klamotten und Schuhe werden neu erstanden, jaja, das ist sowieso klar. Alle Frauen, die sich auch nur ansatzweise für Schuhe begeistern können, drehen bei Cinderella.nl durch und rennen schreiend im Kreis bevor sie in den Shoppingwahn verfallen. Ich zumindest. Aber das ist es nicht nur. Der Grund ist sozusagen kulinarisch-intellektueller Natur: In der Kalverstraat habe ich einen englischen Buchladen entdeckt, in dem es offensichtlich keine Buchpreisbindung gibt. Hallo, hier gibt´s die ganzen dicken Oliver-Schinken für je 12 Euro! Und massenhaft andere Kochbücher, von denen ich zum Großteil noch nicht mal was gehört habe! Ich kann von Kochbüchern ja bekanntlich nicht genug bekommen und hätte Stunden in dem Laden verbringen können, aber irgendwann ist auch der größte Koffer voll und so gab´s noch passend zum Schuhtick Cook in Boots von Ravinder Bhogal und noch ein kleines Büchlein, in dem Bourdain, Jamie & Co. über ihre kulinarischen Katastrophen plaudern. Über meine fette Beute freue ich mich jetzt immer noch! Was die Mitbringsel für die Daheimgebliebenen betrifft, so hielten wir es übrigens wie die echten Touristen: Stroopwafels, Cannabis-Labellos, Tulpenzwiebeln und runde Käselaiber.
Ja und dann war da noch die Sache mit Robbie Williams. Wir haben in Amsterdam ja ziemlich viele Promis getroffen, da gibt´s so ein Häuschen von einer etwas älteren Madame direkt am Dam Square, da hängen die ganz gerne rum. Und wir mittendrin! Hier Küsschen, da Foto, dort ein „hey, du bist ja viel kleiner als ich dachte“. Robbie hatte sich ein bisschen abgesondert und schon die ganze Zeit so geschaut und... naja und Ayda war grad nicht da und dann bin ich halt hin und ich dann so: Hi, Robbie... und dann hat er wieder so gekuckt und dann... mensch Robbie, sag doch auch mal was! Nun gut, sonderlich gesprächig war er nicht, aber wenigstens hat er für´s Foto still gehalten. Ziemlich lange sogar. ;-)








