Mittwoch, 31. März 2010

So läuft der Hase: Kleines Oster-Special

Ja ist denn heut´ schon Weihnachten? 


Nee, aber es kommt wieder. Das ist mal eins, was sicher ist. Und deswegen muss erst Ostern kommen, damit für die Produktion der Schokoladenweihnachtsmänner auch genügend Osterhasen zum Einschmelzen vorhanden sind, ist doch klar, wir müssen schließlich ab und zu auch ein Klischee bedienen, oder? Glücklicherweise bin ich an Ostern nicht ganz so panisch wie an Weihnachten. Das mag an der Jahreszeit liegen, denn im Frühling nimmt man doch alles etwas leichter und so können mir der Last-Minute-Geschenkekauf, die Schlacht um die letzten weißen Hühnereier, das Hardcore-Osternest-Basteln und auch die mitunter tückischen Eierfärbetechniken nichts anhaben. Im Gegensatz zur weihnachtlichen Musik-Bespaßung á la Rudolph the Red Nosed Reindeer (dem ich übrigens alle Jahre wieder gerne noch ein blaues Auge gratis dazu verpassen würde), wird man an Ostern auch nicht in sämtlichen öffentlichen Gebäuden beschallt und die Vorbereitungen gestalten sich als viel entspannter. Oder kann jemand aus dem Stehgreif fünf Osterlieder trällern? Wenn ja: Du bist ein Freak! Oder ein Osterhase. Aber wie dem auch sei, Ostern bedeutet für mich ein gemütliches Beisammensein mit Freunden und Familie und dazu gehören viele kleine Häppchen und süße Versuchungen. Hier kommt eine kleine Auswahl der diesjährigen Osterverpflegung und damit wünsche ich wunderschöne, sonnige und kulinarisch entzückende Feiertage!

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Karottenkuchen mit Mohn und Marzipan

Zutaten für eine Kastenform:
225 ml Milch
200 g Marzipan-Rohmasse
225 g und 1 EL Zucker
45 g frisch gemahlener Mohn
1 TL abgeriebene Zitronenschale
215 g weiche Butter
1 große Karotte (ca. 175g)
2 TL abgeriebene Orangenschale
1 Prise Salz
5 Eier
275 g Mehl
25g feiner Weizengrieß
3 gestr. TL Backpulver
etwas Butter und 2-3 EL gem. Mandeln für die Form

Für den Guss:
200g Puderzucker
2-3 EL Zitronensaft
evtl. Marzipanmöhrchen und Mandelsplitter zum Verzieren


150 ml Milch in einem kleinen Topf erwärmen, das Marzipan grob zerzupfen und hineingeben, unter Rühren in der Milch auflösen. Die übrige Milch mit 1 EL Zucker, Mohn und Zitronenschale in einem weiteren kleinen Topf mischen und kurz aufkochen lassen. Dann die Herdplatte ausschalten und 4 Min. quellen lassen. Den Topf vom Herd nehmen, 50g Butter unter die Mohnmischung rühren und etwas abkühlen lassen. Die Karotte putzen, schälen und raspeln, die Raspel mit der Orangenschale mischen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Eine Kastenkuchenform mit etwas Butter fetten und mit gemahlenen Mandeln ausstreuen. 200g Butter, Salz und 225 g Zucker in eine Schüssel geben und mit einem Handrührer hellcrémig rühren. Die Eier einzeln dazugeben und gründlich unterrühren. Mehl, Grieß und Backpulver mischen und nach und nach unter die Butter-Ei-Masse rühren. Zuletzt die Marzipanmilch kurz unterschlagen. Ungefähr ein Drittel des Teiges abnehmen und mit dem Mohn verrühren, die Möhrenraspel unter den übrigen Teig ziehen. Den hellen Möhrenteig bis auf 4 EL in die Form füllen, den Mohnteig darauf geben und den übrigen hellen Teig auf dem Mohnteig verstreichen. Kuchen auf dem mittleren Rost in den Ofen schieben und ca. 70 Min. backen. Zwischendurch, nach ca. 20 Min. Backzeit, den Kuchen kurz herausziehen und mit einem Messer die Oberfläche etwas einschneiden, dann weiterbacken. Nach dem Backen herausnehmen und ca. 30 Min. in der Form ruhen lassen. Dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen. Puderzucker und Zitronensaft zu einem dicklichen Guss verrühren und den Kuchen damit überziehen. Mit Marzipanmöhrchen und Mandelsplitter garnieren und den Guss vollständig trocknen lassen.
Quelle: ARD Buffet 4/10
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Rührei mit Senf und Parmesankäse

Für vier Portionen:
4 Eier
4 EL Sahne
2 TL körniger Senf
50 g Parmesan
Salz, Pfeffer, Schnittlauch


Die Eier vorsichtig im oberen Drittel köpfen und den Inhalt in eine Schale geben. Mit den übrigen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Eierschalen ausspülen und trocknen lassen. Die Eiermasse in 2 EL heißer Butter anbraten bis alles gestockt ist und in den Eierschalen anrichten. Mit Schnittlauch bestreut servieren.
Quelle: ARD Buffet 4/09
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Österliche Hefetierchen

Für den Hefeteig:
500 g Mehl
1 Prise Salz
80g Zucker
1 Pk Vanillezucker
1 Würfel Hefe
1 TL Zucker
200 ml Milch
100g Butter
1 Ei
etw. abgeriebene Zitronenschale
2 Eigelb 
5 EL Sahne oder Milch
kleine Korinthen oder schwarze Pfefferkörner
Hagelzucker


Mehl, Salz, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen, in die Mitte eine Mulde drücken und Hefe hineinbröckeln, einen TL Zucker darüberstreuen. 200 ml Milch erwärmen, etwas davon in der Mulde mit der Hefe, dem Zucker und wenig Mehl verrühren und den Vorteig an einem warmen Ort ca. 10 Min. gehen lassen. Den Rest Milch, 100 g weiche Butter, 1 Ei und abgerieben Zitronenschale zum Teig geben und einige Minuten kräftig mit dem Knethaken durcharbeiten. Dann zugedeckt weitere 40 Min. gehen lassen. Dann den Teig nochmals kurz durchkneten und auf wenig Mehl ca. 2-3 cm dick ausrollen. Figuren ausstechen und auf den Blechen verteilen. Eigelbe und Sahne bzw. Milch verquirlen und die Figuren damit bestreichen. Korinthen oder Pfefferkörner als Augen einsetzen und die Figuren nach Belieben mit Hagelzucker bestreuen. Zugedeckt weitere 15 Min. gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 180°C vorheizen und die Tierchen 15-20 Min. backen.
Böse Zungen behaupten meine Schäfchen sehen aus wie dicke, fette Kröten.
Quelle: ARD Buffet 4/10



Sonntag, 28. März 2010

Die zweite Chance: Panzanella - Toskanischer Brotsalat

"Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht." Mhm. Leider ist da oft was Wahres dran und es ist mitunter äußerst schade, was sich so mancher durch das Verschmähen exotisch anmutender Speisen durch die Lappen gehen lässt. Ich habe jedoch ein anderes Problem: Wenn ich etwas probiert habe, das mir nicht schmeckt, meide ich es wie der Teufel das Weihwasser oder wie Unterwäsche anprobieren in der H&M-Umkleidekabine (die Damen werden wissen, was ich meine). Das Stichwort lautet: Kapern! Ich habe sie gehasst. Ich habe unzählige Portionen Spaghetti alla Puttanesca und, als man Thunfisch noch mit besserem Gewissen essen konnte, Vitello Tonnato mit verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe von mir gewiesen. Und wenn mir jemand erzählt hat, dass Kapern als Aphrodisiakum gehandelt werden, habe ich mir vorgestellt, wie viele liebestolle Männer dank eines Kaperngerichts von ihrer Liebsten auf den Mond geschossen wurden. Peng, und weg! Und die Kapern gleich hinterher. Aber irgendwie hat doch alles und jeder im Leben eine zweite Chance verdient. Und diese Panzanella hat mich schon seit Ewigkeiten ziemlich provozierend angelacht - gespickt mit hübschen kleinen Kapern. 


Hier kommt das Rezept für 4 Personen:
2 rote Paprikaschoten
2 gelbe Paprikaschoten
600 g altbackenes Brot
5 EL Olivenöl
1 kg reife Tomaten verschiedener Sorten
12 Sardellenfilets in Öl
1  Hand voll kleine, eingelegte Kapern, abgespült
1 rote Zwiebel, geschält und halbiert
(1 Sellerieherz)
1 gr. Hand voll frisches Basilikum, die Blätter abgezupft

Für das Dressing:
Rotweinessig
Olivenöl
1 kl. Knoblauchzehe, geschält
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer


Paprikaschoten 10 Min. auf höchster Stufe unter dem Grill rösten, wenn sie dunkel werden und Blasen werfen, herausnehmen und 20 Min. in einem Gefrierbeutel oder in einer Schüssel mit Folie abgedeckt ruhen lassen. Das Brot in mundgerechte Stücke zupfen und im heißen Olivenöl anrösten, dann beiseite stellen (am Besten WEIT weg, denn mir haben die frisch gerösteten Brotwürfel so gut geschmeckt, dass ich nebenher schon fast die Hälfte weggegessen habe). Die Tomaten halbieren oder vierteln (je nach Größe), etwas salzen und auf einem Sieb über einer Schüssel ca. 20 Min. abtropfen lassen. Die Sardellen und die Kapern mit in die Schüssel geben. Die Zwiebel in feine Scheiben schneiden und zusammen mit dem Brot in eine weitere große Schüssel füllen. Wenn die Paprikaschoten etwas abgekühlt sind, die Haut abziehen sowie Stielansatz und Kerne entfernen. In Streifen reißen und zum Brot und den Zwiebeln geben. Die Tomaten im Sieb leicht rütteln und vorsichtig den restlichen Saft herausdrücken. Dann die Sardellen aus der Schüssel nehmen und beiseite legen. Nun die Tomaten mit dem Großteil der Basilikumblätter in die Schüssel zum Brot geben. Für das Dressing 2 EL Rotweinessig und 10 EL Olivenöl zum Tomatensaft und den Kapern geben. Den Knoblauch zerdrücken, dazugeben und verrühren, nach Geschmack salzen und pfeffern. Über den Salat geben und mit den Händen gut vermischen. Ein paar Minuten ruhen lassen, aber nicht zu lange, sonst wird das Brot zu matschig. Zum Schluss die Sardellen auf dem Salat drapieren und servieren.


Quelle: Genial Italienisch/Jamie Oliver. Ich habe das Rezept nur ganz geringfügig geändert, indem ich die Brotwürfel angeröstet habe - ich finde sie schmecken dadurch noch feiner und außerdem bleiben sie besser in Form, wenn man sie mit dem Dressing mischt. Panzanella ist ursprünglich entstanden, um Reste von Brot zu verwerten, in der Toskana hat jeder ein bewährtes Familienrezept dafür. 

Donnerstag, 25. März 2010

Voraburlaub: Tortillitas de Camarones

Mit dem Frühling, der es im Jahr 2010 unglaublicherweise nun doch noch geschafft hat Einzug zu halten, erwachen bei mir auch schon wieder die Urlaubsgefühle. Wenn ich bei diesem sonnigen Wetter mit Sonnenbrille auf der Nase draußen in einem kleinen Café sitze, komme ich mir manchmal vor wie im Süden und schwelge in Urlaubserinnerungen der letzten Jahre (auch wenn diese Illusion spätestens dann zerstört wird, wenn ich mit meiner vom Winter gezeichneten Kalkhand das Geld für den Service aus dem Portemonnaie fische). Bei einer Tour durch Andalusien und die untere Hälfte Portugals vor vier Jahren habe ich in der Region um Cádiz diese feinen Tortillitas entdeckt. Camarones sind kleine Gambas, die in den Salinen um Cádiz gezüchtet werden und die in Deutschland nahezu nicht zu bekommen sind, deswegen muss man auf Krabben zurückgreifen. In einer Ausgabe von E&T habe ich ein Rezept dafür gefunden. Und nachdem das letzte Posting ja schon äußerst poetisch begonnen hat, werde ich mich heute aus gegebenem Anlass noch steigern: Frühling lässt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte / Süße, wohlbekannte Düfte / Sind aus meiner Pfann´ entbrannt / Alles bräunet schon / Oh, ich muss schnell wenden / Schau die Tortillitas an / Lecker, ja sie sind´s / ... und jetzt fehlt mir der Schlussreim (Mörike kann halt doch besser dichten), deswegen: Schnell raus aus der Pfanne und ab auf den Tisch! 


Hier ist das Rezept für 16 kleine Tortillitas:
1 Zwiebel
6 Stiele glatte Petersilie
150 g Weizenmehl
150 g Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer
80 ml Olivenöl
250 g Nordseekrabbenfleisch


Die Zwiebel in sehr feine Würfel schneiden, Petersilienblätter abzupfen und fein hacken. Die beiden Mehlsorten mit 350 ml kalten Wasser zu einem glatten Teig verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen, Zwiebel und Petersilie unterrühren und den Teig 2 Stunden ruhen lassen.
Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Jeweils zwei EL Teig hineingeben und zu einem kleinen Küchlein ausstreichen. Darauf jeweils 1 EL Krabben verteilen und etwas andrücken. Wenn sich ein brauner Rand zeigt, dürfte die Unterseite schön goldbraun sein, dann wenden und auf der anderen Seite fertig backen. Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort servieren. Ich könnte mir eine feine Aioli sehr gut dazu vorstellen.
Quelle: E&T 2/10

...ach, und übrigens: Das ist zwar jetzt ein ganz anderes Thema, aber da ich bekanntlich Jamie Olivers Küche sehr schätze, habe ich heute morgen diesen Artikel gelesen und das zugehörige Video angeschaut - und war wieder einmal schockiert über die amerikanische Diskrepanz zwischen Schönheitswahn und Pizza an Schulen - zum Frühstück!!