Montag, 30. Juni 2014

Melonencarpaccio mit Parmaschinken und Basilikumöl und das Kreuz mit der Nachkochliste

Long time no see, my friends, ich hoffe es geht euch allen gut. Mir schon, ich bin mal hier, mal da, komme aber leider in letzter Zeit nicht so viel zum Bloggen. Was meiner mittlerweile auf ein beträchtliches Ausmaß angewachsenen Nachkochliste nicht gerade zuträglich ist. Gestern, an einem regnerischen Sonntag in Südhessen, habe ich ein bisschen über Rezepte im Allgemeinen nachgedacht, was mich dem schieren Wahnsinn ein monströses Stück näher gebracht hat. Ihr wisst ja, wenn man erst mal verrückt ist, lebt sich´s leicht, aber ach, der Weg dahin ... beschwerlich, beschwerlich. Wie dem auch sei, mit meinem nicht gerade preisverdächtigen Rechenvermögen (O-Ton mündliches Mathe-Abi: Tja, Frau Pfister, ein Punkt, weil Sie das Koordinatenkreuz fehlerfrei an die Tafel gezeichnet haben und einer, weil sie überhaupt hier aufgekreuzt sind ... ) habe ich heute mal überlegt, wie viel ich kochen müsste, damit ich all die Rezepte, die ich mit meinem aktuellen Stand an „Material“ so aufbringen kann, noch in diesem Leben auf den Teller bringe. Das ist in etwa so ein Gefühl, wie wenn man sich Gedanken über die Unendlichkeit des Universums macht oder 15 Minuten lang intensiv über den Klang des Wortes „Stuhl“ nachdenkt. 

Melonencarpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Basilikumöl


Also, ich besitze 204 Kochbücher und 256 Kochzeitschriften. Dazu kommen die „Schatzkiste“ meiner Großmama mit etwa 250 Rezeptkarten und zwei Ordner mit jeweils ca. 150 Rezepten, die sie für ihre Kochkurse verwendet hat. Mein eigener Ordner umfasst 53 Ausdrucke aus einschlägigen Koch- bzw. Onlineforen, dazu kommen 67 ausgerissene Rezeptseiten aus Zeitschriften (und da wundert sich noch jemand über die fehlenden Seiten im Lesezirkel beim Hausarzt, tihihi). Es folgen 133 Rezepte von verschiedenen Foodbloggern auf meiner Lesezeichen-Nachkochliste, 126 Pins auf Pinterest, ungefähr der ganze Blog von Micha und schätzungsweise etwa 20 Rezepte von Freunden und Verwandten, die mir im Kopf herumschwirren. So. Achtung, ich rechne. 

Nehmen wir mal an, dass in einem durchschnittlichen Kochbuch so um die 100 Rezepte enthalten sind, in einer Kochzeitschrift sagen wir 50, kommt das allein schon auf etwa 33200 Rezepte. Inklusive Schatzkiste, Ordner, Rezeptschnipsel, diversen Nachkochlisten und Blogs kommen noch mal grob runtergebrochen 1500 Rezepte dazu. Macht insgesamt 34700 Rezepte. Runden wir großzügig auf 35000 auf, den alleine solche Wälzer wie Culinaria Mediterranea geben ja quasi Stoff fürs ganze Leben. Die 35000 Rezepte übrigens erst recht, denn die würden mich knapp 96 Jahre lang pro Tag mit einem Rezept versorgen. Gehen wir mal davon aus, dass ich 100 werde und ziehen wir mein bisheriges Alter ab, könnte ich also im Jahr knapp 515 Rezepte locker aus der Hüfte schütteln. Heiliger Bimbam!!! Nicht dabei sind: All die schönen Eigenkreationen, für die man sich inspirieren lässt, Rezepte, die man beim Herumsurfen im Netz sieht und denkt „oh, das sieht auch lecker aus“, alle kulinarischen Höhenflüge in Restaurants, die man gerne mal nachbasteln wollte und alles andere, was einem eben so in den Sinn kommt. Bevor ich nun also anfange, schreiend im Kreis zu rennen, lehne ich mich heute ganz entspannt zurück, klatsche innerhalb von nicht mal 10 Minuten ein zwar nicht gerade neuartiges und spektakuläres, dafür supereinfaches und köstliches Melonencarpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Ruckzuck-Basilikumöl auf den Tisch und mache mir ein Piccolöchen auf. Ist jetzt nicht so megastilecht, aber ich mag halt Ponys und außerdem habe ich mein Gehirn schon so strapaziert, da lässt es sich besser durch den Strohhalm trinken - immerhin passt er farblich zur Melone. ;-) 

Melonencarpaccio mit Parmaschinken


Hier kommt das Rezept für Galia-Melonencarpaccio mit Parmaschinken und Basilikumöl für zwei Personen: 

2 EL Zitronen-Olivenöl 
1 Handvoll Basilikumblätter 
ein etwa daumengroßes Stück Parmesankäse 
Salz 
¼ Galia Melone 
4 Scheiben Parmaschinken 
Pfeffer 
etwas Parmesan zum bestreuen 

Olivenöl, Basilikumblätter und Parmesankäse mit dem Mixer pürieren und mit Salz abschmecken. Melone entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Fächerartig auf zwei Tellern verteilen (bei mir waren es 4 Scheiben pro Teller, den Rest habe ich so gegessen). Parmaschinken halbieren, Hälften leicht eindrehen und in den Zwischenräumen der Melonenscheiben drapieren. Mit dem Basilikumöl beträufeln. Mit grobem Pfeffer und ein paar Parmesanhobeln bestreut servieren. 

Melonen-Carpaccio mit Parmaschinken und selbstgemachtem Basilikumöl


Das Melonen-Carpaccio eignet sich 1a als sommerliche Vorspeise und macht mal ein bisschen mehr her als die klassische Partyhäppchenvariante mit Zahnstochern. Ohne Parmaschinken und nur mit ordentlich Parmesankäse und schön frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer schmeckt auch die vegetarische Version.
Habt eine tolle Sommerwoche und bis bald!

Kommentare:

Rosa's Yummy Yums hat gesagt…

Refrischend und geschmackhaft!

Grüsse,

Rosa

grain de sel hat gesagt…

Du weißt aber schon, wie sehr du vermisst wirst. Wie schmerzlich. Wie sehnsüchtig etwa ich auf jeden Post von dir warte. Es ist doch irgendwie immer so: AUSGERECHNET einer der absoluten Lieblingsblogs macht sich so rar. Aber kann ich deshalb schmollen? Schon lache ich wieder über deine Art zu schreiben! Du bist ein Filou!

Kochfelder hat gesagt…

Mein liebes Mädchen (in meinem Alter darf man das zu einer jungen Frau sagen) bei deinen ganzen Rechnereien wird einem ja ganz wusselig im Kopf. Rechne nicht so viel. Versuche dich aufs Wesentliche zu konzentrieren und koche einfach das, was dir in dem Moment schmecken würde. Diese langen Zahlen sind die reinste Blockade:):)
Mir fehlst du übrigens auch:(

Theresa hat gesagt…

ach, was fühle ich mich verstanden in Anbetracht der nicht zu bewältigenden Menge an Rezepten auf der Nachkochliste! ;) Da wird einem ganz schummrig bei diesen ganzen Zahlen, aber Hochachtung, dass du dir die Mühe gemacht hast! Und wie schön, mal wieder von dir zu lesen. Ich freue mich immer riesig über jeden neuen Post von dir! Alles Liebe, Theresa

Kai Brückner hat gesagt…

Angesichts Deines Rezepte-Koch-Dilemmas ein bisschen Zen. Konfuzius sagt: „Wenn du nach Hause gehst, schau nicht, was du hinzugewonnen hast. Schau, was du verloren hast. Übersetzt: Übe Dich in der Kunst des Weglassens, dann ist Dein Gewinn größer.
In diesem Sinne: Ommmmmmm!
Grüße, Kai

Ireen hat gesagt…

Also diese Pastéis de Nata sind einfach ein Traum für so eine Süßschnute wie mich. Viiieeelen Dank für dieses Rezept :-)