Donnerstag, 28. Juli 2011

Ab nach draußen: Zucchinisalat mit süß-salzigen Macadamianüssen und Fetakäse

Ach herrje, das Wetter lädt ja zur Zeit nicht gerade zum gemütlichen Herumhängen auf dem Balkon oder im Garten ein. Aber tatsächlich hat mir das in den letzten Tagen nicht mal was ausgemacht! Also, das schlechte Wetter schon, nicht aber die Sache mit dem Balkon - denn unserer wurde insgesamt 6 Wochen lang renoviert und wir durften sowieso keinen Fuß darauf setzen. Jetzt ist endlich alles fertig und ich freue mich wie verrückt! Der Rost an den alten Gitterstäben wurde entfernt, die Risse im Boden aufgegossen und die Wand zum Nachbarhaus hat ihre Farbe von einem seltsamen Schlammgrün zu einem strahlenden Weiß gewechselt. Uff! Die schöne alte Backsteinwand hingegen wurde so belassen, wie sie ist. 
Leider hat währenddessen mein "schwarzer Daumen" seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und sowohl die Hortensie in ihrem Notlager auf der Fensterbank als auch die Fuchsien haben schwer gelitten. Und der Lavendel ist nur noch eine verdorrte Attrappe (allerdings kann man den getrocknet ja wenigstens noch gut gebrauchen)! Grund genug in den nächsten Tagen mal in der Gärtnerei vorbei zu schauen und ein paar hübsche Pflänzchen auszusuchen, um dann den Balkon wieder schön herzurichten und hoffentlich noch ein paar tolle Sommerstunden darauf verbringen zu können. Vielleicht mache ich nächste Woche dann mal ein paar Bilder vom neuen "Außenzimmer" und zeige sie euch. Probehalber habe ich diesen leckeren Salat gestern schonmal auf dem Balkon gegessen. Im Schneidersitz auf dem Boden, mit dicken Socken und Jäckchen an. Und siehe da: Ein paar Sonnenstrahlen kamen immerhin schonmal durch! :-)


Hier kommt das Rezept für 2 Portionen:
2 kleine Zucchini
100 g gesalzene Macadamianüsse
1 EL Honig
6 Kirschtomaten
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 TL dunklen Balsamico-Essig
1 kleine Handvoll Basilikumblätter
Zucker, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
60 g Fetakäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Streifen hobeln und in eine Schüssel geben. 1 EL Olivenöl darüber geben und (am besten vorsichtig mit den Händen) gut vermischen. Die Zucchinischeiben nebeneinander auf einen Grillrost legen und im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten garen (je nach dem wie dick oder dünn eure Scheiben sind, geht das auch schneller oder länger, im jeden Fall muss man ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verbrennen). Währenddessen Macadamianüsse grob in Stücke hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Hitze reduzieren, Honig dazugeben und kurz miteinander verrühren. Kirschtomaten dazu geben und 1 Min. weiterrühren. Tomaten und Nüsse aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 2 EL Olivenöl mit Zitronensaft und Essig verrühren. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und zu dem Dressing geben, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchinischeiben aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Tomaten und Nüsse dazugeben und alles mit dem Dressing übergießen und vorsichtig vermischen. Fetakäse mit den Händen zerbröckeln und darüberstreuen. Lauwarm oder kalt servieren.



Montag, 25. Juli 2011

Bäumchenparade und tolle Neuigkeiten: Schwarzwaldmädchentorte

Liebe Leute, heute gibt es mal wieder ordentlich was auf die Hüften (sorry, aber das Leben ist zu kurz um die ganze Zeit nur Grünzeug zu mümmeln)! Neulich bin ich beim Herumklicken auf Pinterest zuerst auf den Blog Desserts for Breakfast und dort auf eine traumhaft schöne Schwarzwälder Kirschtorte gestoßen, die ich als Schwarzwaldmädel im Exil unbedingt ausprobieren musste. Obwohl, mein 100%-Gelingrezept für die Torte an sich habe ich ja schon seit Jahren gefunden, aber die Idee mit den hübschen Schokoladentannenbäumchen und der Mascarponesahnecreme hat es mir angetan. Mit filigranen Schokoladengebilden und dem sauberen Verstreichen von Tortenüberzügen stehe ich allerdings genauso viele Jahre wie ich Torten backe schon ein bisschen auf Kriegsfuß. Eine Freundin fragte beim Anblick der Ostertorte im vorletzten Jahr mal "Was ist das, eine mittelalterliche Stachelkeule?" "Äh, nein, ein Möhrchen ...", und auch die meisten Sahnetoppings habe ich in letzter Zeit einfach mit Großpackungen von Schokostreuseln überschüttet, damit man all die Löcher und Dellen, Hügel und weggenaschten Ecken nicht mehr sehen konnte. Aber, ganz ehrlich, eigentlich machen kleine Unregelmäßigkeiten das Leben doch sehr spannend und was für das Große gilt, gilt für schnuckelige kleine Schwarzwaldmädchentorten ganz genauso: Ein paar individuelle schiefe Ästchen und eine freestyle-Sahne-Mascarpone-Haube machen sie erst richtig schön!


Hier kommt das Rezept für eine Springform mit einem Durchmesser von 26 cm:

Für die Schokoladenbäumchen (Achtung, sie benötigen mindestens 2 Stunden um richtig fest zu werden!):
50 g dunkle Kuvertüre
1/2 TL Pflanzenöl 

Für den Schoko-Biskutit:
6 Eigelb
4 EL warmes Wasser 150 + 50 g Zucker
6 Eiweiß
100 g Mehl
1 TL Backpulver
30 g Speisestärke
50 g Kakaopulver
100 g gemahlene Mandeln

Für die Tränkflüssigkeit:
4 EL Kirschsaft
6 cl Kirschwasser

Für die Füllung:
500 ml Kirschsaft
2 EL Speisestärke
700 g Sauerkirschen, abgetropft (aus dem Glas)
400 g Sahne
300 g Mascarpone
3 EL Puderzucker
2 EL Kirschwasser


Für die Tannenbäumchen die Kuvertüre über einem heißen Wasserbad schmelzen, in eine Spritztülle mit kleinem Loch füllen (oder in einen Gefrierbeutel, dann kann man einfach eine Ecke abschneiden, man muss nur sehr darauf achten, dass das Loch nicht zu groß ist, sonst gibt es nachher eher Mammutbäume als hübsche Tännchen) und auf einen Bogen Backpapier verschieden große Tannenbäume spritzen. Das geht einfacher, als man denkt. Am besten macht man das an einem kühlen, sicheren Ort, damit die Bäumchen in Ruhe trocknen können. 

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden und den Rand mit etwas Öl einfetten.
Für den Biskuit die Eigelbe mit dem Wasser und 150 g Zucker schaumig rühren. Die Eiweiße mit 50 g Zucker steif schlagen, auf die Eigelbcreme geben. Das Mehl mit Backpulver, Speisestärke und Kakao über die Eiermasse sieben, die Mandeln zufügen und alles locker vermischen. Die Masse in die Form füllen, glatt streichen und 50-60 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit den Biskuit aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. 
Den ausgekühlten Biskuit zweimal waagrecht durchschneiden. Kirschsaft und Kirschwasser miteinander vermischen und die beiden unteren Böden damit tränken. 
Für die Füllung den Kirschsaft mit der Speisestärke glatt rühren, unter Rühren aufkochen, den unteren Boden mit der Hälfte der Masse bestreichen und die Hälfte der Kirschen darauf verteilen. Die Sahne mit dem Puderzucker sehr steif schlagen, die Mascarpone unterschlagen, Kirschwasse unterrühren und den mit den Kirschen belegten Boden mit einer Sahne-Mascarponeschicht bestreichen. Den zweiten Boden obendrauf setzen, ebenfalls mit Kirschsaftmasse und Kirschen belegen, mit Sahne-Mascarpone bestreichen und die Deckplatte auflegen. Leicht andrücken, damit alles gut zusammenhält. Mit der übrigen Sahne-Mascarpone-Masse die Torte überziehen und glatt streichen. Die Schokoladenbäumchen vorsichtig vom Backpapier lösen und ringsum die Torte vorsichtig andrücken. Jetzt eine Weile andächtig anschauen und dann darüber herfallen! ;-)

Die Rezepte für den Biskuit und z.T. für die Creme stammen aus dem Buch "Ich helf dir kochen" von Hedwig M. Stuber, ich backe die Schwarzwälder Kirschtorte fast immer nach diesem Rezept, allerdings mache ich immer zwei Lagen mit Kirschen und habe die Mengen deswegen leicht angepasst. Ihr könnt aber natürlich auch euer Lieblingsrezept für die Torte nehmen, ich habe hier ja quasi nur die Creme und die Bäumchen abgeändert. 


Und jetzt kommen die Hot News! Zusammen mit 4 anderen tollen Foodblogs ist mein Blog für die erste Runde des Brigitte Food-Blog Awards 2011 nominiert. Wow! Woohooo! :-)
Die Jury, bestehend aus Stefanie Luxat (Ressortleitung Kochen bei Brigitte, OhhhMhhh), Nicole Stich (Delicious Days) und Stevan Paul (NutriCulinary), sucht gemeinsam mit Leserinnen und Lesern, Foodbloggerinnen und Foodbloggern und allen, die mitsuchen wollen, ihre deutsch-und englischsprachigen Lieblingsfoodblogs. Die Jahressiegerin/der Jahressieger gewinnt eine Rezeptstrecke in der Brigitte. Alles weitere zum Brigitte Food-Blog Award 2011 könnt ihr hier nachlesen.
Ich freue mich riesig über die Nominierung und ich würde schier ausflippen vor Freude, wenn ihr für mich abstimmen möchtet. Dafür gibt´s ab heute auf der rechten Seite oben in diesem Blog einen Badge, der direkt zu Brigitte.de führt. Lieben Dank!

Freitag, 22. Juli 2011

Wenn´s mal wieder matschig wird: Stachelbeer-Bananen-Konfitüre

Was die Konsistenz von Nahrungsmitteln betrifft, so hat ja jeder seine Vorlieben. Ich muss zugeben, ich stehe manchmal auf eine gewisse Matschigkeit. Insgeheim finde ich es klasse, Beilagen mit der Sauce bis zur Unkenntlichkeit zu vermischen, ich esse viel lieber ein knautschiges, fluffiges Brötchen als knuspriges Baguette und ich habe mir eine Zeitlang sogar abends mein Müsli mit Früchten und Joghurt zubereitet, damit am nächsten Morgen alles schön im Kühlschrank zu einer homogenen, matschigen Masse aufgequollen war. Das hört sich nicht sehr chic an, oder? Ich weiß, und es sieht auch nicht schön aus, das kann ich euch sagen. Aber zu meiner Verteidigung: Im Gegensatz dazu können mir andere Dinge gar nicht knackig genug sein. Neben Salat, Keksen, Bratkartoffeln, Männ..., diversen Gemüse- und Obstsorten vor allem eines: Bananen! Pur kann ich sie wirklich nur essen, wenn sie ihre Farbe gerade mal von grün nach hellgelb gewechselt haben, und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die drei Kandidaten, die mit bereits schwarz-gelb gemusterter Schale in meinem Obstkorb lagen, keine guten Karten hatten. Da ich keine Lust auf Bananenshake hatte (meine sonstige Notlösung) und ich sowieso mal wieder Marmelade einkochen wollte, habe ich Gelierzucker und ein paar Beeren besorgt und schon ging´s los...


Hier kommt das Rezept für ca. 6 Gläser á 200g
650 g Stachelbeeren
350 g Bananen
500 g Gelierzucker 2:1
Saft von 1 Zitrone

Stachelbeeren waschen und gut abtropfen lassen, anschließend Stiel- und Blütenansätze entfernen und die Beeren in einem großen Topf grob pürieren. Die Bananen schälen und 350 g abmessen. In Scheiben oder kleine Stücke schneiden und zu den Beeren in den Topf geben. Zitronensaft und Gelierzucker dazugeben, alles gut vermischen (vermatschen, yeah!) und mindestens 2 Stunden Saft ziehen lassen. Dann aufkochen und unter ständigem Rühren ca. 5 Minuten kochen lassen. Sofort in saubere Gläser füllen, verschließen und die Gläser "auf den Kopf" stellen, damit sich ein Vakuum bildet. Gut auskühlen lassen, dann sind sie bereit zum Verschenken oder selber essen. Haltbarkeit: ca. 12 Monate.

Wichtig für Konfitüren-Neulinge: Die Gläser müssen vorher wirklich blitzsauber sein und möglichst heiß, wenn ihr die Marmelade einfüllt. Sonst ist die Haltbarkeit in Gefahr, denn Keime führen schnell zu Schimmel. Ich bringe zum Sterilisieren einen großen Topf Wasser zum Kochen, lege Gläser und Deckel für wenige Minuten hinein, hebe sie mit einer Küchenzange heraus und stelle sie umgekehrt auf ein sauberes Küchentuch. Dann fülle ich die heiße Konfitüre ein und verschließe die Gläser sofort. Bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht und die Konfitüren, Marmeladen und Gelées haben lange gehalten. Ich habe auch schon gelesen, dass manche die Gläser einfach im heißesten Gang durch den Geschirrspüler jagen und danach sofort befüllen, das geht bestimmt auch. Was die Gläser betrifft, so sammle ich das ganze Jahr über kleine bis mittelgroße Twist-off-Gläser, anstatt sie zum Altglas zu bringen. So muss man nicht extra welche kaufen. 


Die Konfitüre ist wirklich unglaublich easy-peasy gemacht und schmeckt fein! Bananen sollte man aber tatsächlich mögen, denn obwohl sie in diesem Rezept gewichtsmäßig in der Unterzahl sind, schmeckt man sie deutlich heraus. Die feine Säure der Stachelbeeren ist allerdings eine perfekte Ergänzung, so ist die Konfitüre nicht zu süß, ihr könnt aber natürlich die Mengen ganz nach eurem Geschmack variieren. Zum Verzieren der Gläser habe ich diesmal etwas festeres Packpapier und Paketschnur verwendet. Außerdem hatte ich schon lange ein Kästchen voll mit kleinen Dekoherzen herumliegen, die ich jetzt einfach mit Holzkleber auf schlichte Holzklammern geklebt habe. Vielleicht ein bisschen kitschig aber trotzdem schööön! ;-)