Sonntag, 24. Juni 2012

Hühner-Connection II: Rhabarber-Baiserkuchen

Von Omas Hühner-Connection habe ich euch in diesem Beitrag ja schon mal erzählt. WIE perfekt dieses System jedoch organisiert ist, wurde mir wieder einmal bewusst, als meine Cousinen eines Samstags zu Besuch kamen und mir dieses Eierpaket als Mitbringsel von Oma präsentierten. 



(Falls sich jemand über die extravagante Verpackung wundert: Oma ist das Geschenkband ausgegangen, also hat sie eine Krawatte vom bereits vor Jahren verstorbenen Opa zweckentfremdet. Die ich aber bitte aufheben und ihr beim nächsten Besuch wieder mitbringen soll. So isse, unsere Omi ... ;-))

Jedenfalls waren, oh Schreck, bereits freitags alle Eier im Dorf verteilt und die Enkel aus „der Großstadt“ (man bedenke, es handelt sich um Darmstadt und Würzburg) befanden sich in Omas gedanklichem Schreckensszenario schon in einer kilometerlangen Schlange an der Supermarktkasse und kauften Eier, die nach nichts schmeckten. 
So begab sich Oma „nachts um 10“ noch auf ihr hölzernes Telefonstühlchen im Flur, wählte die Nummer der ebenfalls älteren Nachbarin, gleichzeitig eine Freundin, die für die Beschaffung der Eier zuständig ist, und handelte mit ihr einen Masterplan aus, um die Eier für die Enkel irgendwie zu beschaffen, damit meine Cousine sie am nächsten Vormittag überliefern konnte. Am nächsten Morgen, schlag 6 Uhr, marschierte die liebe Nachbarin also mit entschlossener Miene und zwei leeren Eierkartons im Gepäck durchs Dorf direkt zum Hühnerstall und klingelte Sturm an der Tür des uralten Besitzers. Gemeinsam pirschten sie sich ans Hühnerhäuschen heran und dann machten sie Teamwork: Einer packte das Huhn im Genick, hob es hoch, und ehe ein empörtes Gackern die Hühnerkehle verlassen konnte, hatte die Nachbarin auch schon das Nest geplündert und das nächste Huhn befand sich bereits in der Luft. Ruckzuck waren die Eierkartons gefüllt und die Mission somit geglückt. 
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich bei jedem einzelnen Ei, das ich davon verwende, übers ganze Gesicht grinsen muss, weil ich es so lustig und so schön finde, wie drei alte Herrschaften in einem kleinen Dorf ihren Eierhandel perfektioniert haben. Das sind diese kleinen Geschichten, die ich so liebe, für die ich so dankbar bin, und von denen ich hoffe, dass es sie noch lange, lange gibt. 

Auf den letzten Drücker kommt hier mein erster und in Anbetracht des nahenden Saisonendes wohl auch einziger Rhabarberkuchen für dieses Jahr. Nicht besonders hübsch, aber schön schmatzig-lecker. 


Hier kommt das Rezept für ca. 12 Stücke: 
4 Eier 
160 g weiche Butter 
100 g Zucker 
200 g Mehl 
2 TL Backpulver 
150 ml Milch 
500 g Rhabarber 
200 g Puderzucker 
50 g gemahlene Mandeln 

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Boden einer Springform (26 cm) mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten. Eier trennen. Butter und Zucker cremig aufschlagen. Eigelbe nach und nach unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und unterziehen. Milch nach und nach zugeben und unterrühren. Teig in die vorbereitete Form füllen und im Ofen in 20-25 Minuten goldgelb backen. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. 
Backofentemperatur auf 160 Grad reduzieren. Rhabarber waschen, putzen bzw. schälen. Stangen in ca. 1cm breite Stücke schneiden. Eiweiß steif schlagen, dabei nach und nach den Puderzucker einrieseln lassen. Mandeln sowie Rhabarberstücke unterheben. Baiser auf den Kuchenboden streichen und im Ofen weitere 35-40 Minuten backen. Herausnehmen und in der Form auskühlen lassen. 


Das Rezept stammt aus Sweet Dreams/Mai 2012.

Freitag, 15. Juni 2012

Kurz zwischendurch: Polenta-Sticks mit grünem Spargel

Hier kommt ein kleines Lebenszeichen in Form von: Ja, ich esse noch! Nur zum Bloggen kam ich in den letzten Tagen leider nicht, denn ein großes Ereignis hat seine Schatten vorausgeworfen und abgesehen davon läuft nebenbei gerade auch noch so allerhand, das zwar nichts mit meinem liebsten Hobby zu tun hat, aber mich auch sehr mitreißt und viel Spaß macht. Nächste Woche wird bestimmt ein bisschen ruhiger. 
Also gibt es heute nur schnell ein feines Spargelgericht (bei dem die Polenta-Sticks zwar nicht wie gewollt in Form blieben, aber hey, it´s freestyle!), die Ankündigung einer neuen Geschichte von Oma und ihrer Hühner-Connection – und viele liebe Wochenendgrüße an euch! 


Hier kommt das Rezept für 4 Personen (ehrlich gesagt schafft man die Menge auch fast zu zweit! ;-)): 
1 Schalotte 
1 Knoblauchzehe 
5 EL Olivenöl und Olivenöl zum Servieren 
100 ml Geflügelfond 
60 g Schlagsahne 
60 g Maisgrieß (Polenta) 
30 g Butter 
20 g Parmesan 
Pfeffer, Salz 
500 g grüner Spargel 
Zucker 
2 Stiele Petersilie 
1 Kugel Büffel-Mozzarella 

Für die Polenta-Sticks Schalotte und Knoblauch abziehen, fein würfeln. In einem Topf 2 EL Olivenöl erhitzen, Schalotten und Knoblauchwürfel darin farblos andünsten. Geflügelfond und Sahne dazugeben, kurz aufkochen lassen. Maisgrieß einrühren, Topf vom Herd nehmen. 20 g Butter und Parmesan unter die heiße Masse rühren, mit Pfeffer und Salz abschmecken. In eine eckige Form geben (etwa 15x15 cm ... ich meine, wer hat ZUFÄLLIG gerade so eine Form zuhause herumstehen? Es klappt auch ganz einfach, wenn ihr die Masse auf einen Teller gebt und mit feuchten Händen ein bisschen in Form presst) und 3 Stunden kalt stellen. Die Polenta in ca. 2x8 cm große Sticks schneiden. 

1 EL Öl und die übrige Butter in einer Pfanne erhitzen, Sticks darin von beiden Seiten goldgelb braten. Spargelstangen abbrausen, trockentupfen, im unteren Drittel schälen, holzige Enden abschneiden. Spargelstangen schräg in etwa 4 cm lange Stücke schneiden. Restliches Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Spargel darin anbraten, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilienblätter abzupfen, grob hacken, über den Spargel streuen. Mozzarella in Stücke zupfen. Polenta-Sticks mit gebratenem Spargel und Mozzarella anrichten und zum Servieren mit etwas Olivenöl beträufeln. 




Das Rezept stammt aus „Lust auf Genuss“ 5/10 und landete bei uns geschmacklich einen Volltreffer. Und die Spargelzeit ist bald vorbei. OGOTTOGOTTOGOTT!!!

Montag, 4. Juni 2012

Wie alles begann und ein Ruckzuck-Couscous-Salat mit Gemüse

Mein Blog hat viele Namen, das sagt zumindest der Blick auf die Suchanfragen: Kitchen Blog, Kitsch Block, New Kitchen Blog, Kitch the Blog, Kittchen Blog und so weiter und so fort. Nachdem ich vor ein paar Wochen in Freiburg mit einer Bekannten meiner Mutter über „diesen endlos langen Namen von diesem Internetkochdings da“ geredet habe und sie mich mit einem „hä, neue Küch’ aufm Block, was isch denn des?“ und „wie wärs mit Chrissis Rezepte?“ gänzlich verunsichert hat, kommt heute eine kleine Namensentstehungsgeschichte. 

Es gab da in den 80ern mal so eine Band. Quasi die Vorreiter aller Boybands: New Kids on the Block. Als Grundschülerin war ich im Nullkommanichts in eines der Bandmitglieder verliebt, und zwar inbrünstig. Dabei schlug mein Herz nicht für den Bandschönling, auf den dafür alle meine Klassenkameradinnen abfuhren, sondern für den Außenseiter, den Bad Boy, der durch wilde Eskapaden auf sich aufmerksam machte. Aber gut: das, was ein bisschen anders ist als der Rest, hat mich offenbar schon immer gereizt. 
So kam es, dass ich ein überlebensgroßes Poster meines Schwarms im Zimmer hängen hatte, quasi ein zwei Meter großes Gesicht, zusammengeklebt aus 4 Wochen BRAVO-Poster-Special. Natürlich hing es in einer günstigen Position, so dass ich aus meinem Bett direkt darauf schauen konnte – was ich vor dem Einschlafen auch jeden Abend tat. Ungefähr 2-3 Stunden lang. Ohne zu blinzeln. Und ich knutschte. Das Poster. 
An einem Prosecco-getränkten Abend vor etwas weniger als drei Jahren habe ich mich mit meinen Mädels ausgiebig über Jugendsünden unterhalten und ich habe mich schlichtweg bei der Beichte über meinen im Nachhinein unsäglichen Musikgeschmack im Grundschulalter versprochen. Daraus entstand ein kleines Wortspiel und *ta-daah*, schon waren wir von New Kids on the Block bei New Kitch on the Blog gelandet. Weil mir schlichtweg nichts Besseres einfiel, heißt die ganze Kiste hier jetzt so. Und ihr müsst euch so einen langen Namen merken. Aber letztendlich zu meiner Verteidigung: Mein Musikgeschmack hat sich glücklicherweise maßgeblich geändert. Step by Step ... uuuuhh Baby! ;-)


Im Moment koche ich zeitbedingt nicht so viel wie sonst, dafür gehen wir oft essen, was auch ganz schön ist. Zuhause gibt es dann meist nur Kleinigkeiten und weil ich jetzt schon wieder so viel geredet habe, kommt hier ein schnelles Rezept für einen feinen Couscous-Salat. Couscous-Salat mag ich in fast allen Variationen und seit ich diese traumhafte Version bei Micha von Grain de sel entdeckt habe (die übrigens in den nächsten Tagen aber so was von fällig ist), bin ich quasi wieder neu angefixt. Mein bisher bewährtestes Rezept gibt es hier, das heutige ist einfach ein bisschen abgewandelt. 



Hier kommt das Rezept für 2 Portionen: 
125 g Couscous 
etwas Salz 
4 EL Olivenöl 
½ Aubergine, in kleine Würfel geschnitten 
1 rote Paprika, in kleine Würfel geschnitten 
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten 
1 kleine Handvoll Kirschtomaten, evtl. halbiert 
½ Bund Petersilie, fein gehackt 
Salz, Pfeffer zum Abschmecken 

200 ml Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Couscous hinzugeben, kurz aufkochen, dann beiseite stellen und ausquellen und abkühlen lassen. 
2 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Auberginen- und Paprikawürfel darin anbraten. Beiseite stellen und leicht abkühlen lassen. 
In einer großen Schale Couscous, Gemüse, Frühlingszwiebeln und Kirschtomaten mit dem verbleibenden Olivenöl und der Petersilie vermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.



Habt eine tolle Woche!